Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft den Korrosionsschutz von metallischen Werkstoffen, insbesondere
von solchen, die mit einer Oberfläche aus Zink oder Zinklegierungen versehen sind.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Zum Schutz metallischer Werkstoffoberflächen vor korrosiven Umwelteinflüssen stehen
im Stand der Technik unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Die Beschichtung des
zu schützenden metallischen Werkstücks mit einem Überzug aus einem anderen Metall
ist dabei eine in der Technik weit verbreitete und etablierte Methode. Das Beschichtungsmetall
kann sich im korrodierenden Medium dabei entweder elektrochemisch edler oder unedler
als das Werkstoffgrundmetall verhalten. Verhält sich das Beschichtungsmetall unedeler,
so fungiert es im korrodierenden Medium gegenüber dem Basismetall als Opferanode (kathodischer
Korrosionsschutz). Diese mit der Bildung von Korrosionsprodukten des Überzugmetalls
verbundene Schutzfunktion ist damit zwar erwünscht, die Korrosionsprodukte des Überzugs
führen aber oft zu unerwünschten dekorativen und nicht selten auch zu funktionellen
Beeinträchtigungen des Werkstücks. Um die Korrosion des Überzugmetalls zu reduzieren
bzw. möglichst lange zu verhindern, werden speziell auf kathodisch schützenden unedlen
Überzugsmetallen wie z.B. Zink oder Aluminium sowie deren Legierungen oft so genannte
Konversionsschichten eingesetzt. Hierbei handelt es sich um in wässrigen Medien in
einem weiten pH-Bereich unlösliche Reaktionsprodukte des unedlen Beschichtungsmetalls
mit der Behandlungslösung. Beispiele für diese so genannten Konversionsschichten sind
so genannte Phosphatierungen und Chromatierungen.
[0003] Im Falle von Chromatierungen wird die zu behandelnde Oberfläche in eine saure, Chrom(VI)-Ionen
enthaltende Lösung getaucht (siehe
EP 0 553 164 A1). Handelt es sich beispielsweise um eine Zink-Oberfläche, so löst sich ein Teil des
Zinks auf. Unter den hierbei herrschenden reduzierenden Bedingungen wird Chrom(VI)
zu Chrom(III) reduziert, das in dem durch die Wasserstoffentwicklung alkalischeren
Oberflächenfilm u.a. als Chrom(III)-hydroxid bzw. als schwerlöslicher µ-Oxo- oder
µ-Hydroxoverbrückter Chrom(III)-Komplex abgeschieden wird. Parallel wird schwerlösliches
Zinkchromat(VI) gebildet. Insgesamt entsteht ein dicht geschlossener, sehr gut vor
dem Korrosionsangriff durch Elektrolyte schützender Konversions-Überzug auf der Zinkoberfläche.
[0004] Chrom(VI)-Verbindungen sind jedoch akut toxisch und stark karzinogen, so dass ein
Ersatz der mit diesen Verbindungen einhergehenden Verfahren notwendig ist.
[0005] Als Ersatz für Chromatierungsverfahren mit sechswertigen Chromverbindungen haben
sich mittlerweile eine Vielzahl von Verfahren etabliert, die unterschiedliche Komplexe
dreiwertiger Chromverbindungen verwenden (siehe
DE 196 38 176 A1). Da der damit erzielte Korrosionsschutz in der Regel dem der mit sechswertigem Chrom
arbeitenden Verfahren unterlegen ist, wird oftmals zusätzlich eine Versiegelung auf
der Oberfläche des Werkstücks aufgebracht. Solche Versiegelungen können auf Basis
z. B. anorganischer Silikate, organofunktioneller Silane, organischer Polymere und
hybriden Systemen, die sowohl organische als auch anorganische Bestandteile als Filmbildner
aufweisen, ausgeführt werden. Nachteilig an diesem zusätzlichen Verfahrensschritt
ist das Auftreten von Ablauftropfen bei Beschichtung von am Gestell gefertigten Werkstücken
und / oder das Verkleben von beschichtetem Schüttgut; außerdem ergeben sich Probleme
wie Maßhaltigkeit von Gewinden und dergleichen, die mit der Schichtdicke dieser Versiegelungen
einhergehen.
[0006] Ansätze, die Korrosionsschutzeigenschaften von Beschichtungen aus Chrom-haltigen
Passivierungen und sich anschließenden Versieglungen in einer einzigen Schicht zu
kombinieren sind im Stand der Technik beschrieben:
[0007] Die Schrift
EP 0 479 289 A1 beschreibt ein Chromatierungsverfahren, bei dem die Substrate in eine Behandlungslösung
getaucht werden, die neben Chrom(VI)- und Chrom(III)-Ionen, Flusssäure und Phosphorsäure
ein Silan-Kopplungsmittel enthalten.
[0008] Das Patent
EP 0 922 785 B1 beschreibt eine Behandlungslösung und ein Verfahren zur Herstellung von Schutzschichten
auf Metallen, bei dem die zu schützende Oberfläche mit einer Behandlungslösung, die
Chrom(III)-Ionen, ein Oxidationsmittel und eine Oxysäure oder ein Oxysäuresalz des
Phosphors oder ein entsprechendes Anhydrid enthält. Diese Behandlungslösung kann ferner
ein monomeres Silan-Kopplungsmittel enthalten.
[0009] In der Schrift
EP 1 051 539 B1 wird eine Behandlungslösung zur Erhöhung des Korrosionsschutzes von Substraten beschrieben,
die neben Chrom(VI)- und Chrom(III)-Ionen weiterhin Phosphorsäure, Flusssäure, kolloidales
Siliciumdioxid und ein monomeres Epoxy-funktionalisiertes Silan enthält.
[0010] Die Schrift
WO 2008/14166 A1 beschreibt eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Korrosionsschutzschichten. Diese
Behandlungslösung enthält neben Zink Ionen, Phosphorsäure oder sauren Phosphaten,
organische oder anorganische Anionen die eines der Elemente Bor, Silizium, Titan oder
Zirconium, trivalente Chrom Ionen und ein anorganisches oder organisches Peroxid als
Oxidationsmittel.
[0011] Die Schrift
WO 97/15700 A1 beschreibt eine Behandlungslösung zur Erzeugung von Korrosionsschutzschichten. Die
Behandlungslösung enthält hydrolysierte Silane und Phosphorsäure und ist frei von
Chrom Ionen und Chrom enthaltenden Verbindungen.
[0012] Die im Stand der Technik beschriebenen Behandlungslösungen weisen die folgenden Nachteile
auf: entweder enthalten sie toxische Substanzen, wie Chrom(VI)-Ionen und Flusssäure
oder monomere Silane. Eine gut kontrollierbare Hydrolyse und Kondensation von monomeren
Silanen ist in derartigen Matrizes nicht durchführbar und führt daher zu schwankenden
Eigenschaften der resultierenden Beschichtungen.
Beschreibung der Erfindung
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren zur Steigerung des Korrosionsschutzes
metallischer, insbesondere zinkhaltiger und zinkhaltiger, mit einer Konversionsschicht
versehenen, Oberflächen bereitzustellen. Dabei sollen die dekorativen und funktionellen
Eigenschaften der Oberflächen erhalten oder verbessert werden. Außerdem sollen die
oben genannten Probleme beim Einsatz von Chrom(VI)-haltigen Verbindungen und Flusssäure
oder von Nachbehandlungen zur Versiegelung vermieden werden. Weiterhin soll der üblicherweise
in zwei separaten Stufen durchgeführte Prozess der Aufbringung eines Chrom(III)-Ionen-haltigen
Passivierungsschritts gefolgt von einer Versieglung durch einen einstufigen Prozess
ersetzt werden, in dem die Funktionalität einer Chrom(III)-Ionen-haltigen Passivierungsschicht
und einer Versieglung vereint sind. Ein weiterer Aspekt der Erfindung besteht darin,
dass auf die üblicherweise bei den aus dem Stand der Technik bekannten zweistufigen
Verfahren notwendigen Spülschritte zwischen Aufbringung der Chrom(III)-Ionen enthaltenden
Passivierung und der Versiegelung verzichtet werden kann. Dadurch wird die Menge von
mit Schwermetall belasteten Abwässern deutlich reduziert. Weiterhin soll die Handhabung
von Silanen und anderen Metallalkoxiden kontrollierbar gemacht werden, indem separat
unter dafür geeigneten Reaktionsbedingungen Organosole ausreichender Stabilität und
Filmbildender Eigenschaften hergestellt und dann erst mit den restlichen Komponenten
der Behandlungslösung (Chrom(III)-Ionen, Phosphatquelle und weitere, optionale Komponenten)
vermischt werden.
[0014] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung einer
korrosionsschützenden Überzugsschicht bereit, wobei eine zu behandelnde Oberfläche
mit einer wässrigen Behandlungslösung in Kontakt gebracht wird, die Chrom(III)-Ionen
und mindestens eine Phosphatverbindung enthält, wobei das Verhältnis der Stoffmengenkonzentration
(d.h. der Konzentration in mol/l) von Chrom(III)-Ionen zur Stoffmengenkonzentration
der mindestens einen Phosphatverbindung (bezogen auf Orthophosphat) ([Chrom(III)-Ionen]
: [Phosphatverbindung]) bevorzugt zwischen 1 : 1.5 und 1 : 3 liegt. Weiterhin enthält
diese Behandlungslösung ein separat durch Hydrolyse und Kondensation hergestelltes
Organosol, welches durch Reaktion
- eines oder mehrerer Alkoxysilane der Formel (1)
R4-xSi(OR1)x (1)
wobei die Reste R gleich oder verschieden voneinander, jeweils eine substituierte
oder unsubstituierte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 22 Kohlenwasserstoffatomen
darstellen und x gleich 1, 2 oder 3 ist und R1 für eine substituierte oder unsubstituierte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 8 Kohlenwasserstoffatomen
steht, und
- eines oder mehrerer Alkoxide der Formel (2) enthält
Me(OR2)n (2)
wobei Me für Ti, Zr, Hf, Al, Si und n für die Oxidationsstufe von Me stehen und R2 ausgewählt wird aus substituierten oder unsubstituierten Kohlenwasserstoffgruppen,
die 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthalten, erhalten wird,
wobei die wässrige Behandlungslösung frei von anorganischen und organischen Peroxiden
ist.
[0015] Phosphatverbindungen sind von Phosphor in der Oxidationsstufe +V abgeleitete Oxoverbindungen
sowie deren Ester mit organischen Resten mit bis zu 12 Kohlenstoffatomen sowie die
Salze der Mono- und Diester. Geeignete Phosphatverbindungen sind insbesondere Phosphorsäurealkylester
mit Alkylgruppen mit bis zu 12 Kohlenstoffatomen.
[0016] Beispiele für geeignete Phosphatverbindungen sind ortho-Phosphorsäure (H
3PO
4) und ihre Salze, Polyphosphorsäure und ihre Salze, meta-Phosphorsäure und ihre Salze,
Phosphorsäuremethylester (Mono-, Di- und Triester), Phosphorsäureethylester (Mono-,
Di- und Triester), Phosphorsäure-
n-propylester (Mono-, Di- und Triester), Phosphorsäureisopropylester (Mono-, Di- und
Triester), Phosphorsäure-
n-butylester (Mono-, Di- und Triester), Phosphorsäure-2-butylester (Mono-, Di- und
Triester), Phosphorsäure-
tert.-butylester (Mono-, Di- und Triester), die Salze der genannten Mono- und Diester
sowie
di-Phosphorpentoxid und Gemische dieser Verbindungen. Der Begriff "Salze" umfasst nicht
nur die Salze der vollständig deprotonierten Säuren, sondern Salze in allen möglichen
Protonierungsstufen, z.B. Hydrogenphosphate und Dihydrogenphosphate.
[0017] Die Beharidlungslösung enthält bevorzugt zwischen 0.2 g/l und 20 g/l Chrom(III)-Ionen,
mehr bevorzugt zwischen 0.5 g/l und 15 g/l Chrom(III)-Ionen und besonders bevorzugt
zwischen 1 g/l und 10 g/l Chrom(III)-Ionen.
[0018] Das Verhältnis der Stoffmengenkonzentration von Chrom(III)-Ionen zur Stoffmengenkonzentration
der mindestens einen Phosphatverbindung (bezogen auf Orthophosphat) liegt zwischen
1 : 1.5 und 1 : 3, bevorzugt zwischen 1 : 1.7 und 1 : 2.5.
[0019] Chrom(III)-Ionen können der Behandlungslösung entweder in Form von anorganischen
Chrom(III)-Salzen wie z.B. basisches Chrom(III)-sulfat, Chrom(III)-hydroxid, Chrom(III)-dihydrogenphosphat,
Chrom(III)-chlorid, Chrom(III)-nitrat, Kaliumchrom(III)-sulfat oder Chrom(III)-Salzen
organischer Säuren wie z.B. Chrom(III)-methansulfonat, Chrom(III)-citrat zugegeben
werden oder durch Reduktion geeigneter Chrom(VI)-Verbindungen in Gegenwart geeigneter
Reduktionsmittel erzeugt werden. Geeignete Chrom(VI)-Verbindungen sind z.B. Chrom(VI)-oxid,
Chromate wie Kalium- oder Natriumchromat, Dichromate wie z.B. Kalium- oder Natriumdichromat.
Geeignete Reduktionsmittel zur in situ Erzeugung von Chrom(III)-Ionen sind z.B. Sulfite
wie z.B. Natriumsulfit, Schwefeldioxid, Phosphite wie z.B. Natriumhypophosphit, phosphorige
Säure, Wasserstoffperoxid, Methanol, Hydroxycarbonsäuren und Hydroxydicarbonsäuren
wie z.B. Gluconsäure, Zitronensäure und Äpfelsäure.
[0020] Die Behandlungslösung besitzt bevorzugt einen pH-Wert zwischen pH 2 und pH 7, besonders
bevorzugt zwischen pH 2.5 und pH 6 und ganz besonders bevorzugt zwischen pH 2.5 und
pH 3.
[0021] Das obengenannte Organosol kann durch an sich bekannte Hydrolyse und Kondensation
des mindestens einen Alkoxysilans gemäß Formel (1) erhalten werden. Beispielsweise
ist es möglich, ein Alkoxysilan gemäß Formel (1) mit einer wässrigen sauren Lösung
zu versetzen, so dass ein klares Hydrolysat erhalten wird. Beispiele für Reste R
1 in der Formel (1) sind lineare und verzweigte Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkylaryl-,
Arylalkyl-, Arylalkenyl-, Alkenylaryl-Reste (vorzugsweise mit jeweils 1 bis 22 und
insbesondere 1 bis 16 Kohlenstoffatomen und cyclische Formen einschließend), die durch
Sauerstoff-, Stickstoffatome oder die Gruppe NR
2 (R
2 = Wasserstoff oder C
1-14-Alkyl) unterbrochen sein können und einen oder mehrere Substituenten aus der Gruppe
der Halogene, Amino-, Amid-, Carboxy-, Hydroxy-, Alkoxy-, Alkoxycarbonyl-, Acryloxy-,
Methacryloxy- oder Epoxy- Gruppen tragen können. Besonders bevorzugt befindet sich
unter den obigen Alkoxysilanen der Formel (1) mindestens eines, in welchem mindestens
ein Rest R über eine Gruppierung verfügt, die eine Polyadditions-(einschließlich Polymerisations-)
oder Polykondensationsreaktion eingehen kann. Bei dieser zur Polyadditions- oder Polykondensationsreaktion
befähigten Gruppierung handelt es sich vorzugsweise um eine Epoxygruppe oder Kohlenstoff-Kohlenstoff-Mehrfachbindungen,
wobei eine (Meth)acrylatgruppe ein besonders bevorzugtes Beispiel für die letztgenannten
Gruppierungen ist. Besonders bevorzugte Alkoxysilane gemäß Formel (1) sind solche,
in denen x gleich 2 oder 3 und insbesondere 3 ist und ein Rest R für ω-Glycidyloxy-C
2-6-Alkyl oder ω-(Meth)acryloxy-C
2-6-Alkyl steht. Beispiele für derartige Alkoxysilane sind 3-Glycidoxypropyltri(m)ethoxysilan,
3,4-Epoxybutyltri(m)ethoxysilan und 2-(3,4-Epoxycyclohexyl)ethyltri(m)ethoxysilan,
3-(Meth)acryloxypropyltri(m)ethoxysilan und 2-(Meth)acryloxyethyltri(m)ethoxysilan,
3-Glycidoxypropyldimethyl(m)ethoxysilan, 3-Glycidoxypropylmethyldi(m)ethoxysilan,
3-(Meth)acryloxypropylmethyldi(m)ethoxysilan und 2-(Meth)acryloxyethylmethyl-di(m)ethoxysilan.
[0022] Weitere Alkoxysilane gemäß Formel (1), die bevorzugt in Kombination mit Alkoxysilanen
mit den obigen zur Polyadditions- bzw. Polykondensationsreaktion befähigten Gruppierungen
eingesetzt werden können, sind beispielsweise Hexadecyltri(m)ethoxysilan, Cyclohexyltri(m)ethoxysilan,
Cyclopentyltri(m)ethoxysilan, Ethyltri(m)ethoxysilan, Phenylethyltri(m)ethoxysilan,
Phenyltri(m)ethoxysilan, n-Propyltri(m)ethoxysilan, Cyclohexyl(m)ethyldimethoxysilan,
Dimethyldi(m)ethoxysilan, Diisopropyldi(m)ethoxysilan und Phenylmethyldi(m)ethoxysilan.
[0023] Im Verlauf der Reaktion wird dann wenigstens ein Alkoxid gemäß Formel (2) mit dem
Hydrolysat des mindestens einem Alkoxysilans der Formel (1) zusammengegeben. Die Alkoxide
gemäß Formel (2) sind sehr reaktiv, so dass in Abwesenheit eines Komplexbildners die
Komponenten gemäß Formeln (1) und (2) bei Kontakt mit Wasser sehr schnell hydrolysieren
und kondensieren würden. Erfindungsgemäß ist es jedoch nicht erforderlich, die reaktionsfähigen
Alkoxide direkt in komplexierter Form einzusetzen. Vielmehr ist es möglich, den oder
die Komplexbildner kurz nach dem Start der Reaktion der Komponenten gemäß Formeln
(1) und (2) hinzuzugeben.
[0024] Beispiele für Alkoxide gemäß Formel (2) sind Aluminium-sek.-butylat, Titanisopropoxid,
Titanpropoxid, Titanbutoxid, Zirkoniumisopropoxid, Zirkoniumpropoxid, Zirkoniumbutoxid,
Zirkoniumethoxid, Tetraethoxysilan, Tetramethoxysilan, Tetrapropyloxysilan und Tetrabutyloxysilan.
Bei den reaktionsfähigeren Alkoxiden gemäß Formel (2) mit Me = Al, Ti, Si, Zr und
Hf, kann es sich jedoch empfehlen, diese direkt in komplexierter Form einzusetzen,
wobei Beispiele für geeignete Komplexbildner gesättigte wie auch ungesättigte Carbonsäuren
und 1,3-Dicarbonyl-Verbindungen, wie Essigsäure, Milchsäure, Methacrylsäure, Acetylaceton
und Acetessigsäurethylester sind.
[0025] Ebenfalls geeignet als Komplexbildner sind Ethanolamine sowie Alkylphosphate, wie
Tri-, Diethanolamin und Butylphosphat. Beispiele für derartig komplexierte Alkoxide
gemäß Formel (2) sind Titanacetylacetonate, Titanbisethylacetoacetate, Triethanolamintitanate,
Triethanolaminzirconate und Zirconiumdiethylcitrate. Der Komplexbildner, insbesondere
eine Chelat-Verbindung, bewirkt eine gewisse Komplexierung des Metallkations, so dass
die Hydrolyse- und Kondensationsgeschwindigkeit der Komponenten gemäß Formeln (1)
und (2) reduziert wird.
[0026] Als weiteren, optionalen Bestandteil umfasst das Organosol ein wasserverträgliches
oder mit Wasser mischbares Lösemittel mit einem Siedepunkt von wenigstens 150 °C.
Beispielsweise können Diethylenglykol, Triethylenglykol, Butyldiglykol, Propylenglykole,
Butylenglykole, und Polyethylenglykole hierfür verwendet werden. Die Aufgabe der hochsiedenden
Lösungsmittel besteht darin, dass im Austausch gegen den bei der Hydrolyse frei werdenden
niedermolekularen Alkohol eine verbesserte Beständigkeit der Organosole erreicht werden
kann.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Organosol
dadurch gekennzeichnet, dass das Gewichtsverhältnis der Komponente gemäß Formel (1)
zu der Komponente gemäß Formel (2) im Bereich 1 zu 1 bis 1 zu 100, besonders bevorzugt
im Bereich 1 zu 1 bis 1 zu 25 liegt. Da die Komponente gemäß Formel (2) auch als Vernetzungsmittel
für die Alkoxysilane gemäß Formel (1) dienen, sollten diese wenigstens in äquimolaren
Mengen bezogen auf die Komponente gemäß Formel (1) in den Organosolen anwesend sein.
[0028] Das Organosol wird der erfindungsgemäßen Behandlungslösung bezogen auf einen Wirkstoffgehalt
von 25 % im Organosol in einer Menge von 1 g/l bis 50 g/l, bevorzugt 3 g/l bis 20
g/l und am meisten bevorzugt 5 g/l bis 15 g/l zugegeben.
[0029] Die Behandlungslösung kann zusätzlich (optional) einen oder mehrere weitere Komplexbildner
enthalten. Geeignete weitere Komplexbildner sind insbesondere organische Chelatliganden.
Beispiele für geeignete weitere Komplexbildner sind Polycarbonsäuren, Hydroxycarbonsäuren,
Hydroxypolycarbonsäuren, Aminocarbonsäuren oder Hydroxyphosphonsäuren. Beispiele für
geeignete Carbonsäuren sind Citronensäure, Weinsäure, Äpfelsäure, Milchsäure, Gluconsäure,
Glucuronsäure, Ascorbinsäure, Isozitronensäure, Gallussäure, Glycolsäure, 3-Hydroxypropionsäure,
4-Hydroxybuttersäure, Salicylsäure, Nicotinsäure, Alanin, Glycin, Asparagin, Asparaginsäure,
Cystein, Glutaminsäure, Glutamin, Lysin. Als Hydroxyphosphonsäuren eignet sich z.B.
Dequest 2010™ (von Solutia, Inc.); als Aminophosphonsäuren eignet sich z.B. Dequest
2000™ (von Solutia, Inc.).
[0030] Optional wird der Behandlungslösung zur Steigerung des Korrosionsschutzes mindestens
ein Metall oder Metalloid wie z.B. Sc, Y, Ti, Zr, Mo, W, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, B, Al,
Si zugesetzt. Diese Elemente können in Form ihrer Salze oder in Form komplexer Anionen
oder der entsprechenden Säuren dieser Anionen wie Hexafluoroborsäure, Hexafluorokieselsäure,
Hexafluorotitansäure oder Hexafluorozirkonsäure, Tetrafluoroborsäure oder Hexafluorophosphorsäure
oder deren Salzen zugegeben werden.
[0031] Besonders bevorzugt wird Zink zugesetzt, das in Form von Zink(II)-salzen wie z.B.
Zinksulfat, Zinkchlorid, Zinkphosphat, Zinkoxid oder Zinkhydroxid zugegeben werden
kann. Bevorzugt werden der Behandlungslösung zwischen 0.5 g/l und 25 g/l, besonders
bevorzugt zwischen 1 g/l und 15 g/l Zn
2+ zugesetzt. Die Auflistung der Zinkverbindungen gibt lediglich Beispiele für erfindungsgemäß
geeignete Verbindungen an, schränkt die Menge geeigneter Zinkverbindungen aber nicht
auf die genannten Substanzen ein.
[0032] Die Behandlungslösung kann zur Verbesserung der Filmbildung auf der zu behandelnden
Oberfläche und zur Steigerung der Hydrophobie der Oberfläche zusätzlich (optional)
ein oder mehrere in Wasser lösliche oder in Wasser dispergierbare Polymere enthalten,
die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Polyethylenglykolen, Polyvinylpyrrolidonen,
Polyvinylalkoholen, Polyitaconsäuren, Polyacrylaten und Copolymeren der jeweils zugrunde
liegenden Monomere.
[0033] Die Konzentration des mindestens einen Polymers liegt bevorzugt im Bereich zwischen
50 mg/l und 20 g/l.
[0034] Durch die Zugabe der genannten Polymere zu der Behandlungslösung werden die Schichteigenschaften
der abgeschiedenen Korrosionsschutzschicht signifikant verbessert..
[0035] Die Behandlungslösung kann zusätzlich (optional) ein oder mehrere Netzmittel enthalten.
Dadurch wird insbesondere auf komplexen Teilen oder auf schwerer benetzbaren Oberfläche
ein gleichmäßigerer Schichtaufbau und ein besseres Ablaufverhalten erzielt. Besonders
vorteilhaft ist insbesondere die Verwendung fluoroaliphatischer polymerer Ester wie
z.B. Fluorad FC-4432™ (von 3M).
[0036] Die Behandlungslösung kann zusätzlich (optional) ein oder mehrere Schmiermittel enthalten.
Dadurch können gezielt gewünschte Reibungswerte der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Oberflächen eingestellt werden. Geeignete Schmiermittel sind beispielsweise
Polyether-modifizierte Siloxane, Polyetherwachsemulsionen, ethoxylierte Alkohole,
PTFE, PVDF, Ethylencopolymere, Paraffinemulsionen, Polypropylenwachsemulsionen, MoS
2 und Dispersionen hiervon, WS
2 und Emulsionen hiervon, Polyethylenglycole, Polypropylen, Fischer-Tropsch Hartwachse,
micronisierte und synthetische Hartwachse, Graphit, Metallseifen und Polyharnstoff.
Besonders bevorzugte Schmiermittel sind PTFE, micronisierte Hartwachse und Polyetherwachsemulsionen.
[0037] Die optionalen Schmiermittel werden in einer Menge von 0.1 g/l bis 300 g/l, bevorzugt
1 g/l bis 30 g/l der erfindungsgemäßen Behandlungslösung zugegeben.
[0038] Die erfindungsgemäß behandelten Oberflächen sind metallische, bevorzugt zinkhaltige,
und zinkhaltige Oberflächen, die optional mit einer Chrom(III)-haltigen Konversionsschicht
versehenen sind.
[0039] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird auf der behandelten Oberfläche eine Schicht
abgeschieden, die Chrom(III)-Ionen, Phosphat(e), ein Silicium-/Metallorganisches Netzwerk
sowie optional weitere Metall-Ionen, wie z.B. Zink-Ionen, und optional eine oder mehrere
polymere Komponenten enthält.
[0040] Das Inkontaktbringen der Behandlungslösung mit der zu behandelnden Oberfläche kann
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nach an sich bekannten Verfahren, insbesondere
durch Eintauchen erfolgen.
[0041] Die Temperatur der Behandlungslösung liegt bevorzugt zwischen 10 °C und 90 °C, mehr
bevorzugt zwischen 20 °C und 80 °C, besonders bevorzugt zwischen 25 °C und 50 °C.
[0042] Die Dauer des Inkontaktbringens liegt bevorzugt zwischen 0.5 s und 180 s, mehr bevorzugt
zwischen 5 s und 60 s, am meisten bevorzugt zwischen 10 s und 30 s.
[0043] Die Behandlungslösung kann vor Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens durch
Verdünnen einer entsprechend höher konzentrierten Konzentratlösung hergestellt werden.
[0044] Die erfindungsgemäß behandelten Gegenstände werden nach dem Inkontaktbringen nicht
mehr gespült, sondern direkt getrocknet.
[0045] Das erfindungsgemäße Verfahren führt bei Gegenständen, die eine zinkhaltige Oberfläche
aufweisen zu einem erhöhten Korrosionsschutz. Im Falle von vollmetallischen Zink-
und Zinklegierungs-Oberflächen, die durch Verfahren wie galvanische Abscheidung, Feuerverzinken,
mechanische Abscheidung und Sherardizing erhalten werden, kann das erfindungsgemäße
Verfahren ebenfalls angewendet werden. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
wird das erfindungsgemäße Verfahren nach Applikation einer sogenannten Konversionsschicht
(siehe
WO 02/07902 A2) auf vollmetallischen Zink- und Zinklegierungs-Oberflächen angewandt. Konversionschichten
können aus Behandlungslösungen abgeschieden werden, die beispielsweise Chrom(III)-Ionen
und ein Oxidationsmittel enthalten.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform wird das erfindungsgemäße Verfahren auf vollmetallischen
Zink- und Zinklegierungs-Oberflächen nach einer oxidativen Aktivierung angewandt.
Diese oxidative Aktivierung besteht zum Beispiel darin, das verzinkte Substrat in
eine wässrige Lösung zu tauchen, die ein Oxidationsmittel enthält. Hierfür geeignete
Oxidationsmittel sind Nitrate und Salpetersäure, Peroxide wie Wasserstoffperoxid,
Persulfate und Perborate. Im Falle sogenannter Zinklamellenbeschichtungen wird das
erfindungsgemäße Verfahren direkt nach Applikation und Aushärtung der Zinklamellenbeschichtung
angewandt.
Beispiele
[0047] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert.
Vergleichbeispiel 1
[0048] Probeteile aus Stahl wurden zunächst in einem schwach sauren galvanischen Verfahren
(Unizinc ACZ 570 von Atotech Deutschland GmbH) mit einer 8-10 µm dicken Zink-Auflage
beschichtet und mit demineralisiertem Wasser gespült.
[0049] Anschließend wurden die Probenteile mit einer Chrom(III)-Ionen- und Nitrat-haltigen
Konversionsschicht (EcoTri® HC2 von Atotech Deutschland GmbH) versehen und getrocknet.
[0050] Anschließend wurde eine Behandlungslösung (= Behandlungslösung A) mit einem pH-Wert
von 3,9 appliziert, die folgende Bestandteile enthielt:
| 4.5 g/l |
Cr3+ aus Chrom(III)-hydroxid |
| 18 g/l |
PO43- aus ortho-Phosphorsäure |
| 5.5 g/l |
Zn2+ aus Zinkoxid |
| 11 g/l |
Citronensäure |
[0051] Danach wurden die so beschichteten Probeteile getrocknet
[0052] Die Korrosionsbeständigkeit (Bildung von Rotkorrosion nach EN ISO 9227) wurde mit
einem neutralen Salzsprühtest überprüft. Die Bildung von Rotkorrosion wurde nach 864
h beobachtet.
Beispiel 1
[0053] Probeteile aus Stahl wurden in einem schwach sauren galvanischen Verfahren (Unizinc
ACZ 570 von Atotech Deutschland GmbH) mit einer 8-10 µm dicken Zink-Auflage beschichtet
und mit demineralisiertem Wasser gespült.
[0054] Danach wurden die Probeteile mit einer Chrom(III)-Ionen- und Nitrat-haltigen Konversionsschicht
(EcoTri®HC2 von Atotech Deutschland GmbH) versehen und getrocknet.
[0055] Anschließend wurde einer erfindungsgemäßen Behandlungslösung mit einem pH-Wert von
2.8 appliziert, die folgende Bestandteile enthielt:
| 4.5 g/l |
Cr3+ aus Chrom(III)-hydroxid |
| 18 g/l |
PO43- aus ortho-Phosphorsäure |
| 5.5 g/l |
Zn2+ aus Zinkoxid |
| 11 g/l |
Citronensäure |
| |
|
| 50 g/l |
eines Organosols mit einem Wirkstoffgehalt von 25 % (in Gew.-%), das aus Tetraethoxysilan
als Alkoxysilan gemäß Formel (1) und 3-Glycidyloxypropyltriethoxysilan als Metallalkoxid
gemäß Formel (2) hergestellt wurde. |
[0056] Danach wurden die so beschichteten Probeteile getrocknet.
[0057] Die Korrosionsbeständigkeit (Bildung von Rotkorrosion nach EN ISO 9227) wurde mit
einem neutralen Salzsprühtest überprüft. Die Bildung von Rotkorrosion wurde nach 1500
h beobachtet.
Beispiel 2
[0058] Probeteile aus Stahl wurden mit Hilfe einer Zinklamellen-enthaltenden Behandlungslösung
(Zintek® 800 WD 1 von Atotech Deutschland GmbH) mit einer 10 µm dicken Zinklamellen-enthaltenden
Auflage beschichtet.
[0059] Anschließend wurde die erfindungsgemäße Behandlungslösung aus Beispiel 1 appliziert
und die so beschichteten Probeteile getrocknet.
[0060] Die Korrosionsbeständigkeit (Bildung von Rotkorrosion nach EN ISO 9227) wurde mit
einem neutralen Salzsprühtest. Die Bildung von Rotkorrosion wurde nach 3500 h beobachtet.
1. Verfahren zur Erzeugung einer korrosionsschützenden Überzugsschicht, wobei eine zu
behandelnde Oberfläche mit einer wässrigen Behandlungslösung in Kontakt gebracht wird,
die
• Chrom(III)-Ionen,
• mindestens eine Phosphatverbindung und
• ein durch Hydrolyse und Kondensation hergestelltes Organosol enthält, welches durch
Reaktion eines oder mehrerer Alkoxysilane der Formel (1)
R4-xSi(OR1)x (1)
wobei die Reste R gleich oder verschieden voneinander, jeweils eine substituierte
oder unsubstituierte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 22 Kohlenwasserstoffatomen
darstellen und x gleich 1, 2 oder 3 ist und R1 für eine substituierte oder unsubstituierte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 8 Kohlenwasserstoffatomen
darstellen, und einem oder mehrerer Alkoxide der Formel (2)
Me(OR2)n (2)
wobei Me für Ti, Zr, Hf, Al, Si und n für die Oxidationsstufe von Me stehen und R2 ausgewählt wird aus substituierten oder unsubstituierten Kohlenwasserstoffgruppen,
die 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthalten,
wobei die wässrige Behandlungslösung frei von anorganischen und organischen Peroxiden
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verhältnis der Stoffmengenkonzentration von Chrom(III)-Ionen
zur Stoffmengenkonzentration der mindestens einen Phosphatverbindung in der wässrigen
Behandlungslösung (bezogen auf Orthophosphat) zwischen 1 : 1.5 und 1 : 3 liegt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, wobei die mindestens eine Phosphatverbindung
in der wässrigen Behandlungslösung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus ortho-Phosphorsäure,
Polyphosphorsäuren, meta-Phosphorsäure, den Salzen dieser Säuren, den Estern dieser
Säuren mit organischen Resten mit bis zu 12 Kohlenstoffatomen sowie Gemischen dieser
Verbindungen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Konzentration der Chrom(III)-Ionen
in der wässrigen Behandlungslösung im Bereich zwischen 0.2 g/l und 20 g/l liegt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das mindestens eine Alkoxysilan
gemäß Formel (1) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Trialkoxysilanen und
Dialkoxysilanen und R1 für gleiche oder verschiedene über ein C-Atom an das Siliziumatom gebundene, gegebenenfalls
verzweigte Kohlenwasserstoffgruppen steht, die durch Sauerstoff, Stickstoff oder die
Gruppe NR2, mit R2 gleich Wasserstoff oder C1 bis C6-Alkyl unterbrochen sind und einen oder mehrere Substituenten, ausgewählt aus der
Gruppe der Halogene und der gegebenenfalls Amino-, Amido-, Carboxy-, Acryloxy-, Methacryloxy-
und Epoxy-Alkylgruppen tragen können.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das mindestens eine Alkoxysilan
gemäß Formel (1) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus 3-Glycidoxypropyltrimethoxysilan,
3-Glycidoxypropyltriethoxysilan, 3,4-Epoxybutyltrimethoxysilan, 3,4-Epoxybutyltriethoxysilan,
2-(3,4-Epoxycyclohexyl)ethyltrimethoxysilan und 2-(3,4-Epoxycyclohexyl)ethyltriethoxysilan.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei Me in mindestens einer Verbindung
gemäß Formel (2) Silizium ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Organosol ein mit Wasser mischbares
Lösungsmittel mit einem Siedepunkt von wenigstens 150 °C enthält.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Organosol zusätzlich einen oder
mehrere Komplexbildner enthält, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus gesättigte
und ungesättigte Carbonsäuren, 1,3-Dicarbonyl-Verbindungen, Ethanolamine, Alkylphosphate,
Polycarbonsäuren, Hydroxycarbonsäuren, Hydroxypolycarbonsäuren, Aminocarbonsäuren
oder Hydroxyphosphonsäuren und Aminophosphonsäuren.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die wässrige Behandlungslösung mindestens
einen weiteren Komplexbildner enthält, der ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Essigsäure, Methacrylsäure, Acetylaceton, Acetessigsäureethylester, Triethanolamin,
Diethanolamin, Butylphosphat, Citronensäure, Weinsäure, Äpfelsäure, Milchsäure, Gluconsäure,
Glucuronsäure, Ascorbinsäure, Isozitronensäure, Gallussäure, Glycolsäure, 3-Hydroxypropionsäure,
4-Hydroxybuttersäure, Salicylsäure, Nicotinsäure, Alanin, Glycin, Asparagin, Asparaginsäure,
Cystein, Glutaminsäure, Glutamin und Lysin.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Behandlungslösung zusätzlich
ein oder mehrere in Wasser lösliche oder in Wasser dispergierbare Polymere enthält,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyethylenglykolen, Polypropylenglykolen,
Polyvinylpyrrolidonen, Polyvinylalkoholen, Polyitaconsäuren, Polyacrylaten und Copolymeren
der jeweils zugrunde liegenden Monomere.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die wässrige Behandlungslösung
zusätzlich mindestens ein Schmiermittel enthält.
13. Verfahren einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die wässrige Behandlungslösung zusätzlich
ein oder mehrere Metalle oder Metalloide, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Sc, Y, Ti, Zr, Mo, W, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, B, Al, Si und P enthält.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Metall oder Metalloid in Form eines seiner Salze
oder in Form eines komplexen Anions oder der entsprechenden Säuren dieser Anionen
wie Hexafluoroborsäure, Hexafluorokieselsäure, Hexafluorotitansäure oder Hexafluorozirkonsäure,
Tetrafluoroborsäure oder Hexafluorophosphorsäure oder deren Salzen zu der Behandlungslösung
zugegeben worden ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der pH-Wert der wässrigen Behandlungslösung
zwischen pH 1.5 und pH 9 liegt.
1. Process for producing a corrosion-protective coating layer, wherein a surface to be
treated is contacted with an aqueous treatment solution comprising
• chromium(III) ions,
• at least one phosphate compound and
• an organosol which has been prepared by hydrolysis and condensation and is obtained
by reaction of one or more alkoxysilanes of the formula (1)
R4-xSi(OR1)x (1)
where the R radicals are the same or different and are each a substituted or unsubstituted
hydrocarbyl group having 1 to 22 carbon atoms and x is 1, 2 or 3, and R1 is a substituted or unsubstituted hydrocarbyl group having 1 to 8 carbon atoms,
and one or more alkoxides of the formula (2)
Me(OR2)n (2)
where Me is Ti, Zr, Hf, Al, Si, and n is the oxidation state of Me, and R2 is selected from substituted or unsubstituted hydrocarbyl groups containing 1 to
8 carbon atoms,
the aqueous treatment solution being free of inorganic and organic peroxides.
2. Process according to Claim 1, wherein the ratio of the molar concentration of chromium(III)
ions to the molar concentration of the at least one phosphate compound in the aqueous
treatment solution (based on orthophosphate) is between 1:1.5 and 1:3.
3. Process according to either of Claims 1 and 2, wherein the at least one phosphate
compound in the aqueous treatment solution is selected from the group consisting of
orthophosphoric acid, polyphosphoric acids, metaphosphoric acid, the salts of these
acids, the esters of these acids having organic radicals having up to 12 carbon atoms,
and mixtures of these compounds.
4. Process according to any of Claims 1 to 3, wherein the concentration of the chromium(III)
ions in the aqueous treatment solution is in the range between 0.2 g/l and 20 g/l.
5. Process according to any of Claims 1 to 4, wherein the at least one alkoxysilane of
the formula (1) is selected from the group consisting of tri-alkoxysilanes and dialkoxysilanes,
and R1 is identical or different, optionally branched hydrocarbyl groups which are bonded
to the silicon atom via a carbon atom and are interrupted by oxygen, nitrogen or the
NR2 group where R2 is hydrogen or C1 to C6-alkyl, and may bear one or more substituents selected from the group of the halogens
and the amino, amido, carboxyl, acryloyloxy, methacryloyloxy and epoxy groups.
6. Process according to any of Claims 1 to 5, wherein the at least one alkoxysilane of
the formula (1) is selected from the group consisting of 3-glycidoxypropyltrimethoxysilane,
3-glycidoxypropyltriethoxysilane, 3,4-epoxybutyltrimethoxysilane, 3,4-epoxybutyltriethoxysilane,
2-(3,4-epoxycyclohexyl)ethyltrimethoxysilane and 2-(3,4-epoxycyclohexyl)ethyltriethoxysilane.
7. Process according to any of Claims 1 to 6, wherein Me in at least one compound of
the formula (2) is silicon.
8. Process according to any of Claims 1 to 7, wherein the organosol comprises a water-miscible
solvent having a boiling point of at least 150°C.
9. Process according to any of Claims 1 to 8, wherein the organosol additionally comprises
one or more complexing agents selected from the group consisting of saturated and
unsaturated carboxylic acids, 1,3-dicarbonyl compounds, ethanolamines, alkyl phosphates,
polycarboxylic acids, hydroxycarboxylic acids, hydroxypolycarboxylic acids, aminocarboxylic
acids or hydroxyphosphonic acids and aminophosphonic acids.
10. Process according to any of Claims 1 to 9, wherein the aqueous treatment solution
comprises at least one further complexing agent selected from the group consisting
of acetic acid, methacrylic acid, acetylacetone, ethyl acetoacetate, triethanolamine,
diethanolamine, butyl phosphate, citric acid, tartaric acid, malic acid, lactic acid,
gluconic acid, glucuronic acid, ascorbic acid, isocitric acid, gallic acid, glycolic
acid, 3-hydroxypropionic acid, 4-hydroxybutyric acid, salicylic acid, nicotinic acid,
alanine, glycine, asparagine, aspartic acid, cysteine, glutamic acid, glutamine and
lysine.
11. Process according to any of Claims 1 to 10, wherein the treatment solution additionally
comprises one or more water-soluble or water-dispersible polymers selected from the
group consisting of polyethylene glycols, polypropylene glycols, polyvinylpyrrolidones,
polyvinyl alcohols, polyitaconic acids, polyacrylates and copolymers of the parent
monomers in each case.
12. Process according to any of Claims 1 to 11, wherein the aqueous treatment solution
additionally comprises at least one lubricant.
13. Process according to any of Claims 1 to 12, wherein the aqueous treatment solution
additionally comprises one or more metals or metalloids selected from the group consisting
of Sc, Y, Ti, Zr, Mo, W, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, B, Al, Si and P.
14. Process according to Claim 13, wherein the metal or metalloid has been added to the
treatment solution in the form of one of its salts or in the form of a complex anion
or of the corresponding acids of these anions, such as hexafluoroboric acid, hexafluorosilicic
acid, hexafluorotitanic acid or hexafluorozirconic acid, tetrafluoroboric acid or
hexafluorophosphoric acid or salts thereof.
15. Process according to any of Claims 1 to 14, wherein the pH of the aqueous treatment
solution is between pH 1.5 and pH 9.
1. Procédé pour la production d'une couche de recouvrement de protection contre la corrosion,
une surface à traiter étant mise en contact avec une solution de traitement aqueuse,
qui contient
- des ions de chrome (III),
- au moins un composé de type phosphate et
- un organosol préparé par hydroxyle et condensation, qui est obtenu par réaction
d'un ou de plusieurs alcoxysilanes de formule (1)
R4-xSi(OR1)x (1)
les radicaux R étant identiques ou différents les uns des autres et représentant à
chaque fois un groupe hydrocarboné substitué ou non substitué comprenant 1 à 22 atomes
de carbone et x valant 1, 2 ou 3 et R1 représentant un groupe hydrocarboné substitué ou non substitué comprenant 1 à 8 atomes
de carbone, et d'un ou de plusieurs alcoxydes de formule (2)
Me(OR2)n (2)
Me représentant Ti, Zr, Hf, Al, Si et n représentant l'étage d'oxydation de Me et
R2 étant choisi parmi les groupes hydrocarbonés substitués ou non substitués qui contiennent
1 à 8 atomes de carbone,
la solution de traitement aqueuse étant exempte de peroxydes inorganiques et organiques.
2. Procédé selon la revendication 1, le rapport de la concentration en masse d'ions de
chrome (III) à la concentration en masse dudit au moins un composé de type phosphate
dans la solution de traitement aqueuse (par rapport à l'orthophosphate) étant situé
entre 1:1,5 et 1:3.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 et 2, ledit au moins un composé
de type phosphate dans la solution de traitement aqueuse étant choisi dans le groupe
constitué par l'acide orthophosphorique, les acides polyphosphoriques, l'acide métaphosphorique,
les sels de ces acides, les esters de ces acides avec des radicaux organiques comprenant
jusqu'à 12 atomes de carbone ainsi que les mélanges de ces composés.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, la concentration en ions
de chrome (III) dans la solution de traitement aqueuse étant située dans la plage
entre 0,2 g/l et 20 g/l.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, ledit au moins un alcoxysilane
selon la formule (1) étant choisi dans le groupe constitué par les trialcoxysilanes
et les dialcoxysilanes et R1 représentant des groupes hydrocarbonés identiques ou différents liés via un atome
de carbone à l'atome de silicium, le cas échéant ramifiés, qui sont interrompus par
de l'oxygène, de l'azote ou le groupe NR2, R2 représentant hydrogène ou C1-C6-alkyle et pouvant porter un ou plusieurs substituants, choisis dans le groupe des
halogènes et des groupes portant des fonctions amino, amido, carboxy, acryloxy, méthacryloxy
et époxy.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, ledit au moins un alcoxysilane
selon la formule (1) étant choisi dans le groupe constitué par le 3-glycidoxypropyltriméthoxysilane,
le 3-glycidoxypropyltriéthoxysilane, le 3,4-époxybutyltriméthoxysilane, le 3,4-époxybutyltriéthoxysilane,
le 2-(3,4-époxycyclohexyl)éthyltriméthoxysilane et le 2-(3,4-époxycyclohexyl)éthyltriéthoxysilane.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, Me dans au moins un composé
de formule (2) étant le silicium.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, l'organosol contenant un
solvant miscible à l'eau présentant un point d'ébullition d'au moins 150°C.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, l'organosol contenant en
outre un ou plusieurs complexants, choisis dans le groupe constitué par les acides
carboxyliques saturés et insaturés, les composés 1,3-dicarbonyle, les éthanolamines,
les alkylphosphates, les acides polycarboxyliques, les hydroxycarboxyliques, les acides
hydroxypolycarboxyliques, les acides aminocarboxyliques ou les acides hydroxyphosphoniques
et les acides aminophosphoniques.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, la solution de traitement
aqueuse contenant au moins un autre complexant, qui est choisi dans le groupe constitué
par l'acide acétique, l'acide méthacrylique, l'acétylacétone, l'ester éthylique de
l'acide acétoacétique, la triéthanolamine, la diéthanolamine, le butylphosphate, l'acide
citrique, l'acide tartrique, l'acide malique, l'acide lactique, l'acide gluconique,
l'acide glucuronique, l'acide ascorbique, l'acide isocitrique, l'acide gallique, l'acide
glycolique, l'acide 3-hydroxypropionique, l'acide 4-hydroxybutyrique, l'acide salicylique,
l'acide nicotinique, l'alanine, la glycine, l'asparagine, l'acide aspartique, la cystéine,
l'acide glutamique, la glutamine et la lysine.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, la solution de traitement
contenant en outre un ou plusieurs polymères solubles ou dispersibles dans l'eau,
choisis dans le groupe constitué par les polyéthylèneglycols, les polypropylèneglycols,
les polyvinylpyrrolidones, les poly(alcools vinyliques), les poly(acides itaconiques),
les polyacrylates et les copolymères des monomères à chaque fois à leur base.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, la solution de traitement
aqueuse contenant en plus au moins un lubrifiant.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, la solution de traitement
aqueuse contenant en plus un ou plusieurs métaux ou métalloïdes, choisis dans le groupe
constitué par Sc, Y, Ti, Zr, Mo, W, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, B, Al, Si et P.
14. Procédé selon la revendication 13, le métal ou le métalloïde étant ajouté à la solution
de traitement sous forme d'un de ses sels ou sous forme d'un anion complexe ou des
acides correspondants de ces anions, tels que l'acide hexafluoroborique, l'acide hexafluorosilicique,
l'acide hexafluorotitanique ou l'acide hexafluorozirconique, l'acide tétrafluoroborique
ou l'acide hexafluorophosphorique ou leurs sels.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, le pH de la solution de
traitement aqueuse étant situé entre pH 1,5 et pH 9.