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(11) |
EP 2 450 329 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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03.01.2018 Patentblatt 2018/01 |
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Anmeldetag: 03.11.2011 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Initialsprengstoffsatz umfassend eine Tetrazolverbindung
Priming charge containing a tetrazole compound
Charge d'amorcage comprenant un composé de tétrazol
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
09.11.2010 DE 102010050862
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.05.2012 Patentblatt 2012/19 |
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Patentinhaber: Diehl Defence GmbH & Co. KG |
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88662 ÜBERLINGEN (DE) |
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Erfinder: |
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- Hahma, Arno
91239 Henfenfeld (DE)
- Karvinen, Eero
40340 Jyväskylä (FI)
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Vertreter: Diehl Patentabteilung |
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c/o Diehl Stiftung & Co. KG
Stephanstraße 49 90478 Nürnberg 90478 Nürnberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 536 916 WO-A2-00/64839 WO-A2-2004/094189 FR-A1- 2 891 822 US-A- 3 734 789
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WO-A1-2008/027204 WO-A2-98/36938 WO-A2-2008/143724 JP-A- 2001 278 868
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- KARAGHIOSOFF K ET AL: "Energetic silver salts with 5-aminotetrazole ligands", CHEMISTRY
- A EUROPEAN JOURNAL 20090119 WILEY-VCH VERLAG DE, Bd. 15, Nr. 5, 19. Januar 2009
(2009-01-19), Seiten 1164-1176, XP002750418, DOI: 10.1002/CHEM.200801666
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Initialsprengstoffsatz und die Verwendung eines Komplexsalzes
als Initialsprengstoff.
[0002] Die
EP 0 733 520 A1 offenbart einen Gaserzeuger für einen Airbag der eine Tetrazolverbindung, wie 5-Aminotetrazol,
Tetrazol, Bitetrazol und Metallsalze dieser Verbindungen sowie ein Oxidationsmittel,
wie ein Stickoxid oder ein Metall oder Metalloxid, wie Kupferoxid, umfasst. Eine bevorzugte
Zusammensetzung umfasst Aminotetrazol kombiniert mit Kupferoxid, Natriumnitrat, Guanidinnitrat,
Glimmer und Kalziumstearat.
[0003] Aus der
US 7,592,462 B2 ist ein bleifreier Initialsprengstoff der Formel [M
II(A)
R(B
X)
S](C
Y)
T bekannt. Dabei ist M Kobalt, Kupfer, Eisen, Mangan, Nickel oder Zink. A ist 1,5-Diaminotetrazol
("DAT"). B ist Wasser, 5-Aminotetrazol ("AT"), 5-Aminotetrazolat ("AT
-"), 5-Nitrotetrazolat ("NT
-"), 3,5-Dinitro-1,2,4-triazolat ("DNT
-"), 5-Azido-3-nitro-1,2,4-triazolat ("ANT
-"), Azid ("N
3-") oder Nitrat ("NO
3-"). C ist AT
-, ANT
-, DNT
-, NO
3-, N
3-, NT
-, Perchlorat, Tetraazidoborat, Dinitramid, Nitroformat, 5,5'-Diazido-2,2'-azo-1,3,4-triazolat,
5,5'-Dinitro-2,2'-azo-1,3,4-triazolat, 4,4',5,5'-Tetranitro-2,2'biimidazolat oder
5,5'-Azotetrazolat. R ist dabei 5 oder 6, S ist 0 oder 1, T ist 1 oder 2; X ist 0
oder -1; Y ist -1 oder -2, X+Y ist -2 und R+S ist 6.
[0004] Derzeit sind Zünder stets mehrstufig aufgebaut. Sie weisen mindestens zwei, üblicherweise
aber drei bis fünf Stufen auf. Jede dieser Stufen muss separat zusammengesetzt und
gepresst werden. Dadurch sind die Zahl der Fehlermöglichkeiten bei der Herstellung
sowie der Aufwand und die Kosten der Herstellung verhältnismäßig hoch. Es sind bisher
jedoch keine Initialsprengstoffe bekannt, deren Zündleistung ausreichen würde, um
einen einstufigen Zünder bereitstellen zu können.
[0005] Zur Einstellung der Empfindlichkeit von Initialsprengstoffen wird üblicherweise Tetrazen
eingesetzt. Tetrazen ist jedoch thermisch sehr instabil. Es zerfällt bereits bei 120°C.
Pro Jahr zersetzen sich 2 bis 5% des Tetrazens unter normalen Lagerungsbedingungen
eines Sprengstoffs. Dadurch verändern sich die Eigenschaften eines Tetrazen enthaltenden
Sprengstoffs. Darüber hinaus setzt der Zusatz von Tetrazen die Zündleistung eines
Sprengstoffs herab. Wird zum Ausgleich Bleiazid und/oder Bleitrizinat beigemischt,
wird der Sprengstoff thermisch instabil und bleihaltig. Tetrazen ermöglicht daher
nicht die Herstellung eines bleifreien Initialsprengstoffs. Auch das ersatzweise eingesetzte
Diazol zerfällt bereits bei 150°C. Bei Lagerung zersetzt es sich so, dass eine sichere
Einsatzfähigkeit nach 5 bis 10 Jahren nicht mehr gewährleistet werden kann.
[0006] Als Ersatz für Tetrazen ist ein Bleisalz von bis-Tetrazolyltriazenat bekannt. Die
Verwendung von Bleisalzen sollte jedoch generell aus Umweltschutzgründen und wegen
der Gefährdung der Gesundheit der an der Produktion beteiligten Personen vermieden
werden.
[0007] Zur Einstellung der Empfindlichkeit eines Sprengstoffs werden oft Gemische mit so
vielen Komponenten eingesetzt, dass nicht vorherzusagen ist, wie sich ein solches
Gemisch bei längerer Lagerung verändert und wie sich dadurch die Zündeigenschaften
des Sprengstoffs ändern.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Sprengstoff bereitzustellen, der
als Initialsprengstoff verwendet werden kann und der insbesondere eine ausreichende
Zündleistung bereitstellen kann, um einen einstufigen Zünderaufbau zu ermöglichen.
Bei dem Sprengstoff sollen weder Tetrazen noch kompliziert zusammengesetzte Gemische
zum Erreichen der erforderlichen Empfindlichkeit und Zündleistung erforderlich sein.
Darüber hinaus soll der Sprengstoff lagerstabiler sein als bisher bekannte, insbesondere
Tetrazen enthaltende, Sprengstoffe. Weiterhin soll eine Verwendung des Sprengstoffs
angegeben werden.
[0009] Die Aufgabe wird durch den Initialsprengstoffsatz gemäß Anspruch 1 und durch die
Verwendung eines Komplexsalzes als Initialsprengstoff gemäß Anspruch 8 gelöst. Zweckmäßige
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 7 und 9 bis 14.
[0010] Erfindungsgemäß ist ein Initialsprengstoffsatz umfassend ein Komplexsalz vorgesehen,
welches 5-Aminotetrazol als Liganden, ein den Liganden potentiell oxidierendes oder
ein energetisches Ion und ein vom Liganden komplexiertes Gegenion umfasst, wobei das
Gegenion ein Metallion ist, wobei der Sprengstoff kein Silber enthaltendes Komplexsalz
enthält. Bei einem den Liganden potentiell oxidierenden Ion handelt es sich um ein
Ion, dass dazu in der Lage ist, den Liganden in einer Redoxreaktion zu oxidieren.
[0011] Die Erfinder des erfindungsgemäßen Sprengstoffs haben festgestellt, dass das genannte
Komplexsalz eine sehr hohe Leistung zeigt. Der erfindungsgemäße Sprengstoff kann sowohl
als Initialsprengstoff als auch als Sekundärsprengstoff eingesetzt werden. Er ist
hochenergetisch und energetischer als viele herkömmliche Initialsprengstoffe und Sekundärsprengstoffe.
Die Dichte des Komplexsalzes kann 2000 kg/m
3 und der Detonationsdruck des erfindungsgemäßen Sprengstoffs in Einzelfällen sogar
den Detonationsdruck von Hexogen übersteigen.
[0012] Die Zündleistung des erfindungsgemäßen Sprengstoffs ist verhältnismäßig hoch. Sie
ist höher als die Zündleistung von Bleiazid und ermöglicht die Bereitstellung eines
einstufigen bleifreien Zünders. Aufgrund der hohen Zündleistung kann mit dem Sprengstoff
sogar ein miniaturisierter einstufiger Zünder bereitgestellt werden. Der erfindungsgemäße
Sprengstoff weist außerdem einen außerordentlich kleinen kritischen Durchmesser auf.
Der kritische Durchmesser ist der minimale Durchmesser eines Sprengstoffs, bei dem
dieser noch detoniert.
[0013] Weiterhin ist der erfindungsgemäße Sprengstoff neutral, d. h. weder sauer noch basisch.
Daher verträgt er sich sowohl mit sauren als auch mit basischen Verbindungen, insbesondere
Sekundärsprengstoffen, d. h. es kommt nicht zu Zersetzungsreaktionen mit anderen Sprengstoffen
während der Lagerung. Das Komplexsalz ist darüber hinaus äußerst schwerlöslich. Auch
dadurch wird eine ungewollte Zersetzungsreaktion mit anderen Sprengstoffen vermieden.
[0014] Durch die gute Verträglichkeit kann der erfindungsgemäße Sprengstoff, insbesondere
im Vergleich zu Tetrazen, mit einer großen Zahl herkömmlicher Sprengstoffe, insbesondere
Sekundärsprengstoffe, gemischt oder in Kontakt gebracht werden, ohne dass es zu einer
Zersetzungsreaktion kommt. Bei der Gestaltung von Sprengsätzen ergibt sich dadurch
eine größere Gestaltungsfreiheit im Hinblick auf deren Zusammensetzung.
[0015] Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Sprengstoffs besteht darin,
dass dieser sehr einfach und aus wässriger Lösung durch Ausfällen hergestellt werden
kann. Dadurch sind die Investitionskosten für Produktionsanlagen gering.
[0016] Im Gegensatz zu anderen Initialsprengstoffen ist der erfindungsgemäße Sprengstoff,
da er kein Silber enthaltendes Komplexsalz enthält, nicht lichtempfindlich. Er kann
daher ohne größere Vorsichtsmaßnahmen gehandhabt werden. Dadurch ist dessen Herstellung
einfach. Darüber hinaus ist die Lagerfähigkeit von den erfindungsgemäßen Sprengstoff
enthaltenden Wirkmitteln hoch.
Weiterhin hat sich der erfindungsgemäße Sprengstoff als laserempfindlich erwiesen.
Dadurch eignet er sich für den Bau sogenannter Laserzünder, d. h. Zünder, bei denen
der Initialsprengstoff durch einen Laserstrahl gezündet wird.
Darüber hinaus haben die Erfinder festgestellt, dass die Eigenschaften eines Sprengsatzes,
der den erfindungsgemäßen Sprengstoff enthält, durch die Wahl der Sprengstoffmenge,
die Wahl des Gegenions und die Wahl des den Liganden potentiell oxidierenden oder
des energetischen Ions eingestellt werden können. Auch die Empfindlichkeit des erfindungsgemäßen
Sprengstoffs kann durch die Wahl des Gegenions und die Wahl des den Liganden potentiell
oxidierenden oder des energetischen Ions eingestellt werden. Dadurch kann die Empfindlichkeit,
insbesondere auch die Laserempfindlichkeit, an die vorgesehene Anwendung angepasst
werden. Ein Zusatz von Kaliumchlorat, einem anderen Chlorat oder Perchlorat, wie er
bei herkömmlichen Sprengsätzen zur Einstellung der Empfindlichkeit üblich ist, ist
nicht erforderlich.
Vorzugsweise handelt es sich bei dem Sprengstoff um einen einstufigen Initialsprengstoff.
Da der erfindungsgemäße Sprengstoff laserempfindlich ist, eignet er sich besonders
gut als ein durch einen Laserstrahl zu zündender Sprengstoff.
Bei dem Gegenion kann es sich um ein Na-, K-, Ca-, Mg-, Sr-, Ba-, La-, Cu-, Ni-, Fe-,
Zn-, Co-, Mn-, Cd-, In-, Al-, Cr-, Yb-, Y-, oder Gd-Ion handeln. Das den Liganden
potentiell oxidierende oder das energetische Ion kann ein Perchlorat-, Chlorat-, Bromat-,
Jodat-, Perjodat-, Persulphat-, Trinitromethanat-, Dinitromethanat-, Chromat-, Dichromat-,
Nitrat-, Dinitramin-, Permanganat-, Nitrotetrazolat-, Nitriminotetrazolat-, Bistetrazolat-,
Bistetrazolyltriazenat-, Bistetrazolylamin-, Azotetrazolat- oder Azid-Ion sein.
Besonders vorteilhaft ist ein Sprengstoff, der ein Gemisch aus mindestens zwei unterschiedlichen
Sprengstoffen umfasst, wobei jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe einer der bisher
genannten erfindungsgemäßen Sprengstoffe ist. Durch das Mischen dieser unterschiedlichen
Sprengstoffe lässt sich die Empfindlichkeit und die Leistung von Zünd- und Anzündsätzen
ohne den Zusatz von Fremdstoffen einfach einstellen. Vorteilhaft ist es dabei, wenn
jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe ein solches Komplexsalz ist, wie es für den
erfindungsgemäßen Sprengstoff spezifiziert wurde. Dann ändert sich die Gesamtzusammensetzung
des Gemischs durch mit der Zeit darin stattfindende lonenaustauschreaktionen nicht.
Dadurch bleiben die Eigenschaften des Gemischs, wie Empfindlichkeit und Zündleistung,
auch bei langer Lagerung konstant. Dadurch ist die Zuverlässigkeit des Sprengstoffs
gegenüber einem Sprengstoffgemisch aus ganz verschiedenen Stoffen erheblich erhöht.
Weiterhin betrifft die Erfindung die Verwendung eines Komplexsalzes, welches 5-Aminotetrazol
als Liganden, ein den Liganden potentiell oxidierendes oder ein energetisches Ion
und ein vom Liganden komplexiertes Gegenion umfasst, als Initialsprengstoff, wobei
das Gegenion ein Metallion ist, wobei der Sprengstoff kein Silber enthaltendes Komplexsalz
enthält. Das Gegenion kann dabei ein Na-, K-, Ca-, Mg-, Sr-, Ba-, La-, Cu-, Ni-, Fe-,
Zn-, Co-, Mn-, Cd-, In-, Al-, Cr-, Yb-, Y-, oder Gd-Ion sein. Bei dem den Liganden
potentiell oxidierenden oder dem energetischen Ion kann es sich um ein Perchlorat-,
Chlorat-, Bromat-, Jodat-, Perjodat-, Persulphat-, Trinitromethanat-, Dinitromethanat-,
Chromat-, Dichromat-, Nitrat-, Dinitramin-, Permanganat-, Nitrotetrazolat-, Nitriminotetrazolat-,
Bistetrazolat-, Bistetrazolyltriazenat-, Bistetrazolylamin-, Azotetrazolat- oder Azid-Ion
handeln. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Gemischs als Sprengstoff,
wobei das Gemisch mindestens zwei unterschiedliche Sprengstoffe umfasst, wobei jeder
der unterschiedlichen Sprengstoffe ein erfindungsgemäßer Sprengstoff ist. Vorzugsweise
ist jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe ein solches Komplexsalz, wie es für den
erfindungsgemäßen Sprengstoff spezifiziert wurde. Der Sprengstoff kann ein einstufiger
Initialsprengstoff sein. Bevorzugt ist der Sprengstoff ein Sprengstoff zum Zünden
durch einen Laserstrahl.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
1. Allgemeine Arbeitsvorschrift zur Herstellung des Sprengstoffs
[0017] Der Komplexbilder (= Ligand) 5-Aminotetrazol wird in kaltem Wasser aufgeschlämmt
und die Konzentration, wenn nicht anders angegeben, auf 1 mol/l eingestellt. Das zu
komplexierende Metallsalz mit den Komplexbilder potentiell oxidierendem Anion, wie
zum Beispiel Nitrat oder Perchlorat, wird als Lösung, wenn nicht anders angegeben
mit einer Konzentration von 0,4 mol/l, auf einmal zugegeben. Die resultierende Lösung
wird für fünf Minuten gekocht und danach bei Raumtemperatur mindestens vier Stunden
stehen gelassen. Die dabei entstandenen Kristalle werden filtriert, mit einer kleinen
Menge destilliertem Wasser und anschließend zwei Mal mit Ethanol gewaschen und bei
30°C getrocknet.
2. Herstellung von Sprengstoffen
2.1 Herstellung von Kupfer(II)hexa(5-aminotetrazol)perchlorat
[0018] Es wurde nach der allgemeinen Arbeitsvorschrift vorgegangen. Dabei wurden 1,67 g
(16,7 mmol) 5-Aminotetrazolmonohydrat in 5 ml Wasser und 1,0 g (2,7 mmol) Kupfer(ll)perchlorathexahydrat
in 5 ml Wasser eingesetzt. Die aus dem Vermischen der Lösungen resultierende Lösung
ist anfänglich blau und nach Abschluss der Komplexbildung dunkelgrün. Die Lösung wird
im Wärmeschrank bei 40 bis 50°C durch Verdunsten solange eingeengt bis das Komplexsalz
auskristallisiert. Die Ausbeute ist quantitativ. Der Stoff verpufft bei 240°C. Bei
Untersuchung der Laserempfindlichkeit zeigte sich, dass der Sprengstoff gegenüber
630 nm-Strahlung sehr laserempfindlich ist und mittels Laserstrahlung von 630 nm Wellenlängen
zur Detonation gebracht werden kann.
2.2 Herstellung von Nickelhexa(5-aminotetrazol)perchlorat
[0019] Es wurde nach der allgemeinen Arbeitsvorschrift vorgegangen. Dabei wurden 1,67 g
(16,7 mmol) 5-Aminotetrazolmonohydrat in 5 ml Wasser und 1,0 g (2,7 mmol) Nickelperchlorathexahydrat
in 5 ml Wasser eingesetzt. Die aus dem Vermischen der Lösungen resultierende Lösung
ist anfänglich grün und nach Abschluss der Komplexbildung dunkelviolett. Die Lösung
wird im Wärmeschrank bei 40 bis 50°C durch Verdunstung solange eingeengt bis sie sirupös
ist und anschließend bei Raumtemperatur auskristallisieren gelassen. Die Ausbeute
ist quantitativ. Der Stoff detoniert heftig mit schrillem Knall bei 280°C. Er ist
sehr laserempfindlich gegenüber 532 nm-Strahlung und weniger laserempfindlich gegenüber
630 nm-Strahlung. Der Stoff kann sowohl mittels Laserstrahlung von 532 nm als auch
mittels Laserstrahlung von 630 nm Wellenlängen zur Detonation gebracht werden.
1. Initialsprengstoffsatz umfassend ein Komplexsalz, welches 5-Aminotetrazol als Liganden,
ein den Liganden potentiell oxidierendes oder ein energetisches Ion und ein vom Liganden
komplexiertes Gegenion umfasst, wobei das Gegenion ein Metallion ist, wobei der Sprengstoff
kein Silber enthaltendes Komplexsalz enthält.
2. Initialsprengstoffsatz nach Anspruch 1,
wobei der Initialsprengstoff ein einstufiger Initialsprengstoff ist.
3. Initialsprengstoffsatz nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Sprengstoff ein durch einen Laserstrahl zu zündender Sprengstoff ist.
4. Initialsprengstoffsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Gegenion ein Na-, K-, Ca-, Mg-, Sr-, Ba-, La-, Cu-, Ni-, Fe-, Zn-, Co-,
Mn-, Cd-, In-, Al-, Cr-, Yb-, Y- oder Gd-Ion ist.
5. Initialsprengstoffsatz nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das den Liganden potentiell oxidierende oder das energetische Ion ein Perchlorat-,
Chlorat-, Bromat-, Jodat-, Perjodat-, Persulphat-, Trinitromethanat-, Dinitromethanat-,
Chromat-, Dichromat-, Nitrat-, Dinitramin-, Permanganat-, Nitrotetrazolat-, Nitriminotetrazolat-,
Bistetrazolat-, Bistetrazolyltriazenat-, Bistetrazolylamin-, Azotetrazolat- oder Azid-Ion
ist.
6. Initialsprengstoffsatz umfassend ein Gemisch aus mindestens zwei unterschiedlichen
Sprengstoffen, wobei jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe ein Sprengstoff nach
einem der vorhergehenden Ansprüche ist.
7. Initialsprengstoffsatz nach Anspruch 6,
wobei jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe ein wie in den Ansprüchen 1 bis 5 spezifiziertes
Komplexsalz ist.
8. Verwendung eines Komplexsalzes, welches 5-Aminotetrazol als Liganden, ein den Liganden
potentiell oxidierendes oder ein energetisches Ion und ein vom Liganden komplexiertes
Gegenion umfasst, als Initialsprengstoff, wobei das Gegenion ein Metallion ist, wobei
der Sprengstoff kein Silber enthaltendes Komplexsalz enthält.
9. Verwendung nach Anspruch 8,
wobei das Gegenionen ein Na-, K-, Ca-, Mg-, Sr-, Ba-, La-, Cu-, Ni-, Fe-, Zn-, Co-,
Mn-, Cd-, In-, Al-, Cr-, Yb-, Y- oder Gd-Ion ist.
10. Verwendung nach Anspruch 8 oder 9,
wobei das den Liganden potentiell oxidierende oder das energetische Ion ein Perchlorat-,
Chlorat-, Bromat-, Jodat-, Perjodat-, Persulphat-, Trinitromethanat-, Dinitromethanat-,
Chromat-, Dichromat-, Nitrat-, Dinitramin-, Permanganat-, Nitrotetrazolat-, Nitriminotetrazolat-,
Bistetrazolat-, Bistetrazolyltriazenat-, Bistetrazolylamin-, Azotetrazolat- oder Azid-Ion
ist.
11. Verwendung eines Gemischs als Sprengstoff,
wobei das Gemisch mindestens zwei unterschiedliche Sprengstoffe umfasst, wobei jeder
der unterschiedlichen Sprengstoffe ein Sprengstoff nach einem der Ansprüche 1 bis
5 ist.
12. Verwendung nach Anspruch 11,
wobei jeder der unterschiedlichen Sprengstoffe ein wie in den Ansprüchen 1 bis 5 spezifiziertes
Komplexsalz ist.
13. Verwendung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
wobei der Initialsprengstoff ein einstufiger Initialsprengstoff ist.
14. Verwendung nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
wobei der Sprengstoff ein Sprengstoff zum Zünden durch einen Laserstrahl ist.
1. Primary explosive charge comprising a complex salt comprising 5-aminotetrazole as
ligands, an ion which can potentially oxidize the ligand or a high-energy ion and
a counterion complexed by the ligand, wherein the counterion is a metal ion, wherein
the explosive contains no silver-containing complex salt.
2. Primary explosive charge according to Claim 1, wherein the primary explosive is a
single-stage primary explosive.
3. Primary explosive charge according to Claim 1 or 2, wherein the explosive is an explosive
to be detonated by means of a laser beam.
4. Primary explosive charge according to any of the preceding claims, wherein the counterion
is an Na, K, Ca, Mg, Sr, Ba, La, Cu, Ni, Fe, Zn, Co, Mn, Cd, In, Al, Cr, Yb, Y or
Gd ion.
5. Primary explosive charge according to any of the preceding claims, wherein the ion
which can potentially oxidize the ligand or the high-energy ion is a perchlorate,
chlorate, bromate, iodate, periodate, persulphate, trinitromethanate, dinitromethanate,
chromate, dichromate, nitrate, dinitramine, permanganate, nitrotetrazolate, nitriminotetrazolate,
bistetrazolate, bistetrazolyltriazenate, bistetrazolylamine, azotetrazolate or azide
ion.
6. Primary explosive charge comprising a mixture of at least two different explosives,
wherein each of the different explosives is an explosive according to any of the preceding
claims.
7. Primary explosive charge according to Claim 6, wherein each of the different explosives
is a complex salt as specified in any of Claims 1 to 5.
8. Use of a complex salt comprising 5-aminotetrazole as ligands, an ion which can potentially
oxidize the ligand or a high-energy ion and a counterion complexed by the ligand as
primary explosive, wherein the counterion is a metal ion, wherein the explosive contains
no silver-containing complex salt.
9. Use according to Claim 8, wherein the counterion is an Na, K, Ca, Mg, Sr, Ba, La,
Cu, Ni, Fe, Zn, Co, Mn, Cd, In, Al, Cr, Yb, Y or Gd ion.
10. Use according to Claim 8 or 9, wherein the ion which can potentially oxidize the ligand
or the high-energy ion is a perchlorate, chlorate, bromate, iodate, periodate, persulphate,
trinitromethanate, dinitromethanate, chromate, dichromate, nitrate, dinitramine, permanganate,
nitrotetrazolate, nitriminotetrazolate, bistetrazolate, bistetrazolyltriazenate, bistetrazolylamine,
azotetrazolate or azide ion.
11. Use of a mixture as explosive, wherein the mixture comprises at least two different
explosives, with each of the different explosives being an explosive according to
any of Claims 1 to 5.
12. Use according to Claim 11, wherein each of the different explosives is a complex salt
as specified in any of Claims 1 to 5.
13. Use according to any of Claims 8 to 12, wherein the primary explosive is a single-stage
primary explosive.
14. Use according to any of Claims 8 to 13, wherein the explosive is an explosive for
ignition by means of a laser beam.
1. Ensemble explosif initial comprenant un sel complexe, qui comprend du 5-aminotétrazole
en tant que ligand, un ion oxydant potentiellement le ligand ou énergétique et un
contre-ion complexé par le ligand, le contre-ion étant un ion métallique, l'explosif
ne contenant pas de sel complexe contenant de l'argent.
2. Ensemble explosif initial selon la revendication 1, dans lequel l'explosif initial
est un explosif initial à un niveau.
3. Ensemble explosif initial selon la revendication 1 ou 2, dans lequel l'explosif est
un explosif à allumer par un faisceau laser.
4. Ensemble explosif initial selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel le contre-ion est un ion Na, K, Ca, Mg, Sr, Ba, La, Cu, Ni, Fe, Zn, Co, Mn,
Cd, In, Al, Cr, Yb, Y ou Gd.
5. Ensemble explosif initial selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel l'ion oxydant potentiellement le ligand ou énergétique est un ion perchlorate,
chlorate, bromate, iodate, periodate, persulfate, trinitrométhanate, dinitrométhanate,
chromate, dichromate, nitrate, dinitramine, permanganate, nitrotétrazolate, nitriminotétrazolate,
bistétrazolate, bistétrazolyltriazénate, bistétrazolylamine, azotétrazolate ou azide.
6. Ensemble explosif initial comprenant un mélange d'au moins deux explosifs différents,
chacun des explosifs différents étant un explosif selon l'une quelconque des revendications
précédentes.
7. Ensemble explosif initial selon la revendication 6, dans lequel chacun des explosifs
différents est un sel complexe tel que spécifié dans les revendications 1 à 5.
8. Utilisation d'un sel complexe, qui comprend du 5-aminotétrazole en tant que ligand,
un ion oxydant potentiellement le ligand ou énergétique et un contre-ion complexé
par le ligand, en tant qu'explosif initial, le contre-ion étant un ion métallique,
l'explosif ne contenant pas de sel complexe contenant de l'argent.
9. Utilisation selon la revendication 8, dans laquelle le contre-ion est un ion Na, K,
Ca, Mg, Sr, Ba, La, Cu, Ni, Fe, Zn, Co, Mn, Cd, In, Al, Cr, Yb, Y ou Gd.
10. Utilisation selon la revendication 8 ou 9, dans laquelle l'ion oxydant potentiellement
le ligand ou énergétique est un ion perchlorate, chlorate, bromate, iodate, periodate,
persulfate, trinitrométhanate, dinitrométhanate, chromate, dichromate, nitrate, dinitramine,
permanganate, nitrotétrazolate, nitriminotétrazolate, bistétrazolate, bistétrazolyltriazénate,
bistétrazolylamine, azotétrazolate ou azide.
11. Utilisation d'un mélange en tant qu'explosif, le mélange comprenant au moins deux
explosifs différents, chacun des explosifs différents étant un explosif selon l'une
quelconque des revendications 1 à 5.
12. Utilisation selon la revendication 11, dans laquelle chacun des explosifs différents
est un sel complexe tel que spécifié dans les revendications 1 à 5.
13. Utilisation selon l'une quelconque des revendications 8 à 12, dans laquelle l'explosif
initial est un explosif initial à un niveau.
14. Utilisation selon l'une quelconque des revendications 8 à 13, dans laquelle l'explosif
est un explosif à allumer par un faisceau laser.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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