Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Werkstofftechnik. Sie betrifft eine
Nickel-Basis-Superlegierung, insbesondere zur Herstellung von Einkristall-Komponenten
(SX-Legierung) oder Komponenten mit gerichtet erstarrtem Gefüge (DS-Legierung), wie
beispielsweise Schaufeln für Gasturbinen. Die erfindungsgemässe Legierung ist aber
auch für konventionell gegossenen Komponenten einsetzbar.
Stand der Technik
[0002] Derartige Nickel-Basis-Superlegierungen sind bekannt. Einkristall-Komponenten aus
diesen Legierungen weisen bei hohen Temperaturen eine sehr gute Materialfestigkeit
auf. Dadurch kann z. B. die Einlasstemperatur von Gasturbinen erhöht werden, wodurch
die Effizienz der Gasturbine steigt. Nickel-Basis-Superlegierungen für Einkristall-Komponenten,
wie sie aus
US 4,643,782,
EP 0 208 645 und
US 5,270,123 bekannt sind, enthalten dazu mischkristallverfestigende Legierungselemente, beispielsweise
Re, W, Mo, Co, Cr, sowie γ'-Phasen bildende Elemente, beispielsweise Al, Ta, und Ti.
Der Gehalt an hochschmelzenden Legierungselementen (W, Mo, Re) in der Grundmatrix
(austenitische γ-Phase) nimmt kontinuierlich zu mit der Zunahme der Beanspruchungstemperatur
der Legierung. So enthalten z. B. übliche Nickel-Basis-Superlegierungen für Einkristalle
6-8 % W, ca. 3-6 % Re und bis zu 2 % Mo (Angaben in Gew.-%). Die in den oben genannten
Druckschriften offenbarten Legierungen weisen eine hohe Kriechfestigkeit, gute LCF
(Ermüdung bei niedriger Lastspielzahl)- und HCF (Ermüdung bei hoher Lastspielzahl)-Eigenschaften
sowie einen hohen Oxidationswiderstand auf.
[0003] Diese bekannten Legierungen wurden für Flugzeugturbinen entwickelt und deshalb optimiert
auf den Kurz- und Mittelzeiteinsatz, d.h. die Beanspruchungsdauer wird auf bis zu
20 000 Stunden ausgelegt. Im Gegensatz dazu müssen industrielle Gasturbinen-Komponenten
auf eine Beanspruchungsdauer von bis zu 75 000 Stunden, also auf Langzeitbeanspruchung,
ausgelegt werden.
[0004] Nach einer Beanspruchungsdauer von 300 Stunden zeigt z. B. die Legierung CMSX-4 aus
US 4,643,782 beim versuchsweisen Einsatz in einer Gasturbine bei einer Temperatur oberhalb von
1000 °C eine starke Vergröberung der γ'-Phase, die nachteilig mit einer Erhöhung der
Kriechgeschwindigkeit der Legierung einhergeht.
[0005] Aufgrund der Langzeitbeanspruchung von Gasturbinen ist es somit erforderlich, die
Oxidationsbeständigkeit der bekannten Legierungen bei sehr hohen Temperaturen zu verbessern.
[0006] Aus
GB 2 234 521 A ist bekannt, dass durch die Anreicherung von Nickel-Basis-Superlegierungen mit Bor
oder Kohlenstoff bei einer gerichteten Erstarrung Gefüge erzeugt werden, welche eine
äquiaxiale oder prismatische Kornstruktur aufweisen. Kohlenstoff und Bor festigen
die Korngrenzen, da C und B die Ausscheidung von Karbiden und Boriden an den Korngrenzen
verursachen, welche bei hohen Temperaturen stabil sind. Ausserdem verzögert die Anwesenheit
dieser Elemente in den und entlang der Korngrenzen den Diffusionsprozess, der eine
Hauptursache der Korngrenzenschwäche ist. Es ist daher möglich, die Desorientierungen
(üblicherweise 6°) auf 10° bis 12° zu erhöhen und trotzdem gute Eigenschaften des
Materials bei hohen Temperaturen zu erzielen.
[0007] Aus
EP 1 359 231 B1 ist eine Nickel-Basis-Superlegierung bekannt, welche eine verbesserte Giessbarkeit
und einen höheren Oxidationswiderstand im Vergleich zu bekannten Nickel-Basis-Superlegierungen
aufweist und die ausserdem z. B. besonders für grosse Gasturbinen-Einkristallkomponenten
mit einer Länge von > 80 mm geeignet ist. Die dort offenbarte Nickel-Basis-Superlegierung
ist durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %) gekennzeichnet ist:
7.7-8.3 Cr, 5.0-5.25 Co, 2.0-2.1 Mo, 7.8-8.3 W, 5.8-6.1 Ta, 4.9-5.1 Al, 1.3-1.4 Ti,
0.11-0.15 Si, 0.11-0.15 Hf, 200-750 ppm C, 50-400 ppm B, Rest Nickel und herstellungsbedingte
Verunreinigungen. Eine bevorzugte Legierung mit der Zusammensetzung (Angaben in Gew.-
%): 7.7-8.3 Cr, 5.0-5.25 Co, 2.0-2.1 Mo, 7.8-8.3 W, 5.8-6.1 Ta, 4.9-5.1 Al, 1.3-1.4
Ti" 0.11-0.15 Si, 0.11-0.15 Hf, 200-300 ppm C, 50-100 ppm B, Rest Nickel und herstellungsbedingte
Verunreinigungen ist hervorragend geeignet zur Herstellung von grossen Einkristall-Komponenten,
beispielsweise Schaufeln für Gasturbinen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Ziel der Erfindung ist es, eine Legierung zu entwickeln, welche sich im Vergleich
zu den aus dem Stand der Technik bekannten Legierungen durch eine weitere Eigenschaftsoptimierung
in Bezug auf den Einsatz als Gasturbinenkomponente auszeichnet. Der Erfindung liegt
die Aufgabe zu Grunde, eine Nickel-Basis-Superlegierung zu entwikkeln, welche einen
hohen Oxidationswiderstand und gleichzeitig einen hohen Korrosionswiderstand (bei
unterschiedlicher Brennstoffbeschaffenheit) aufweist und zurdem vorteilhaft weniger
kostenintensiv ist im Vergleich zu bekannten derartigen Nickel-Basis-Superlegierungen.
[0009] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die erfindungsgemässe Nickel-Basis-Superlegierung
durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %) gekennzeichnet ist:
7.7-8.3 Cr
5.0-5.25 Co
2.0-2.1 Mo
7.8-8.3 W
5.8-6.1 Ta
4.9-5.1 Al
1.0-1.5 Ti
1.0-2.0 Re
0.1-0.2 Nb
0.11-0.15 Si
0.1-0.7 Hf
0,02-0.17 C
50-400 ppm B
Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen.
[0010] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass die Legierung einen sehr hohen Oxidationswiderstand
und gleichzeitig einen hohen Korrosionswiderstand bei hohen Temperaturen aufweist.
Dies wird in überraschender Weise vor allem durch den relativ geringen Re-Zusatz erreicht.
[0011] Von besonderem Vorteil ist, wenn die Legierung 1.0-1.5. vorzugsweise 1.5 Gew.- %
Re aufweist. Ist der C-Gehalt nur ca. 200-300 ppm und der BorGehalt 50-100 ppm, vorzugsweise
90 ppm, dann sind diese erfindungsgemässen Legierungen besonders zur Herstellung von
Einkristallkomponenten geeignet. Die erfindungsgemässe Legierung weist 0.1-0.2 Gew.-
% Nb auf
[0012] Eine besonders bevorzugte Nickel-Basis-Superlegierung weist die folgende Zusammensetzung
auf (Angaben in Gew.- %):
8.2 Cr
5.2 Co
2.1 Mo
8.1 W
6.1 Ta
5.0 Al
1.4 Ti
1.5 Re
0.1-0.2 Nb
0.12 Si
0.1-0.6 Hf
0.095-0.17 C
240-290 ppm B
[0013] Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen. Diese Legierung weist hervorragende
Eigenschaften bei hohen Temperaturen auf und ist zudem auf Grund des vergleichsweise
geringen Re-Gehaltes nicht zu teuer.
[0014] Eine weitere vorteilhafte Legierungszusammensetzung ist im folgenden genannt (Angaben
in Gew.- %):
8.2 Cr
5.2 Co
2.1 Mo
8.1 W
6.1 Ta
5.0 Al
1.4 Ti
1.5 Re
0.1 Nb
0.12 Si
0.1 Hf
200 ppm C
90 ppm B
[0015] Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen. Diese zuletzt genannte Legierung
ist besonders zur Herstellung von Einkristall-Komponenten geeignet.
[0016] Weitere vorteilhafte Varianten sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0017] In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Ergebnisse von Zugversuchen (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Dehnung) bei Raumtemperatur
für eine aus dem Stand der Technik bekannte Vergleichslegierung und eine erfindungsgemässe
Legierung;
- Fig. 2
- die Abhängigkeit der spezifischen Massenänderung von der Zeit bei einer Temperatur
von 950 °C für die gleichen Legierungen wie in Fig. 1 und
- Fig. 3
- die Abhängigkeit der Kriechfestigkeit vom Larson-Miller Parameter für die gleichen
Legierungen wie in Fig. 1.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles und der Fig. 1
bis 3 näher erläutert.
[0019] Es wurden Nickel-Basis-Superlegierungen mit der in Tabelle 1 angegebenen chemischen
Zusammensetzung untersucht (Angaben in Gew.- %):
Tabelle 1: Chemische Zusammensetzung der untersuchten Legierungen
| |
IN738LC (DS) Vergleichslegierung |
KNX1 (CC) |
KNX2 (CC) |
KNX3 (CC) |
KNX4 (CC) |
KNX0 (CC) Vergleichslegierung |
| Ni |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
| Cr |
16 |
8.2 |
8.2 |
8.2 |
8.2 |
8.2 |
| Co |
8.5 |
5.2 |
5.2 |
5.2 |
5.2 |
5.2 |
| Mo |
1.7 |
2.1 |
2.1 |
2.1 |
2.1 |
2.1 |
| W |
2.6 |
8.1 |
8.1 |
8.1 |
8.1 |
8.1 |
| Ta |
1.7 |
6.1 |
6.1 |
6.1 |
6.1 |
6.1 |
| Al |
3.4 |
5 |
5 |
5 |
5 |
5 |
| Ti |
3.4 |
1.4 |
1.4 |
1.4 |
1.4 |
1.4 |
| Hf |
- |
0.6 |
0.1 |
0.1 |
0.1 |
0.11 |
| C |
- |
0.17 |
0.02 |
0.095 |
0.17 |
0.02 |
| B |
0.01 |
0.029 |
0.009 |
0.024 |
0.029 |
0.009 |
| Si |
- |
0.12 |
0.12 |
0.12 |
0.12 |
0.12 |
| Nb |
0.9 |
- |
0.1 |
- |
0.2 |
- |
| Zr |
0.1 |
|
|
- |
- |
- |
| Re |
- |
1.5 |
1.5 |
1.5 |
1.5 |
- |
[0020] Die Legierung IN738LC ist eine aus dem Stand der Technik bekannte Vergleichslegierung,
KNX0 ist ebenfalls eine Vergleichslegierung (gemäss
EP 1 359 231 B1), während die Legierungen KNX2 und KNX4 erfindungsgemässe Legierungen sind und die
Legierungen KNX1 und KNX3 keine erfindungsgemässen Legierungen sind. Der Zusatz CC
steht dabei jeweils als Abkürzung für "conventionally cast", also konventionell gegossene
Legierungen mit konventionellem Vielgekristallgefüge und der Zusatz DS als Abkürzung
für "directionally solidified", also für gerichtet erstarrte Gefüge.
[0021] Die erfindungsgemässen Legierungen und die Vergleichslegierung unterscheiden sich
beispielsweise darin, dass die Vergleichslegierung im Gegensatz zu den erfindungsgemässen
Legierungen nicht mit C, Si, Hf und Re legiert ist.
[0022] Kohlenstoff festigt, vor allem auch mit dem vorhanden Bor, die Korngrenzen, insbesondere
auch die in <001>-Richtung bei SX- bzw. DS-Gasturbinenschaufeln aus Nickel-Basis-Superlegierungen
auftretenden Kleinwinkelkorngrenzen, da diese Elemente die Ausscheidung von Karbiden/Boriden
an den Korngrenzen verursachen, welche bei hohen Temperaturen stabil sind. Ausserdem
verringert die Anwesenheit von C in den und entlang der Korngrenzen den Diffusionsprozess,
der eine Hauptursache der Korngrenzenschwäche ist. Dadurch wird die Giessbarkeit langer
Einkristall-Komponenten, beispielsweise Gasturbinenschaufeln mit einer Länge von ca.
200 bis 230 mm, erheblich verbessert.
[0023] Werden Nickel-Basis-Superlegierungen mit geringen C- und B-Gehalten (max. 200-300
ppm C und 50-100 ppm B) gemäss Anspruch 1 der Erfindung gewählt, so sind diese als
Einkristalllegierungen verwendbar, bei höheren Gehalten an diesen Elementen (max.
Grenzen s. Anspruch 1) lassen sich die aus entsprechenden Legierungen hergestellten
Komponenten auch konventionell giessen.
[0024] Durch die Zugabe von 0.11 bis 0.15 Gew.- % Si, vor allem in Kombination mit Hf in
der angegebenen Grössenordnung, wird eine wesentliche Verbesserung des Oxidationswiderstandes
bei hohen Temperaturen gegenüber der aus dem Stand der Technik bekannten Nickel-Basis-Superlegierung
erzielt (siehe beispielsweise Fig. 2).
[0025] Auch Al und Cr bewirken in den angegebenen Mengen einen guten Oxidationswiderstand
für die erfindungsgemässe Nickel-Basis-Superlegierung. Cr wirkt sich in Verbindung
mit dem Si zudem auch positiv auf eine Verbesserung des Korrosionswiderstandes aus.
[0026] Re, W, Mo, Co und Cr sind mischkristallverfestigende Legierungselemente, und Al,
Ta, und Ti sind γ'-Phasen bildende Elemente, welche sich alle verbessernd auf die
Materialfestigkeit bei hohen Temperaturen auswirken. Da diesbezüglich insbesondere
der Gehalt an hochschmelzenden Legierungselementen (W, Mo, Re) in der Grundmatrix
als entscheidend für die Zunahme der maximal möglichen Beanspruchungstemperatur der
Legierung angesehen wird, sind diese Legierungselemente, vor allem das Re, bisher
in relativ grossen Mengen zugesetzt worden.
[0027] Der moderate Rhenium-Gehalt der erfindungsgemässen Nickel-Basis-Superlegierung von
bevorzugt 1.5 Gew.-% erhöht vorteilhaft einerseits die Kriechfestigkeit der Legierung,
andererseits werden nicht so extrem hohe Kosten durch dieses Legierungselement verursacht,
wie beispielsweise bei den aus dem Stand der Technik bekannten Nickel-Basis-Einkristallsuperlegierungen
der zweiten und dritten Generation, welche relativ hohe Rhenium-Gehalte (ca. 3 bis
6 Gew.- % Re) aufweisen.
[0028] In Fig. 1 sind die Ergebnisse von Zugversuchen (Streckgrenze, Zugfestigkeit, Dehnung)
bei Raumtemperatur für eine aus dem Stand der Technik bekannte Legierung (DS IN738LC)
und die Legierung CC KNX1 Die jeweilige chemische Zusammensetzung der Legierungen
ist in Tab. 1 angegeben.
[0029] Vor Herstellung der Zugfestigkeitsproben wurde das Material folgender Wärmebehandlung
unterzogen:
| 1. IN738LC: |
1120 °C/2h/Gebläseabkühlung(GFC) |
| |
+ 845 °C/24h/Luftabkühlung |
| 2. KNX1: |
1260 °C/2.5 h/Luftabkühlung |
| |
+ 1080 OC/5h/Luftabkühlung |
| |
+ 870 °C/16h/Luftabkühlung |
[0030] In Fig. 1 ist gut erkennbar, dass die Legierung KNX1 (konventionell gegossen) im
Vergleich zur bekannten (gerichtet erstarrten) IN738LC eine signifikant erhöhte Streckgrenze
σ
0.2 aufweist. Die Zugfestigkeit σ
UTS und die Bruchdehnung ε sind allerdings geringer als bei der Vergleichslegierung,
was aber im Hinblick auf den beabsichtigten Einsatzzweck (Gasturbinenkomponenten)
kaum ins Gewicht fällt.
[0031] In Fig. 2 ist ein quasi-isothermisches Oxidationsdiagramm abgebildet. Für die genannten
Legierungen DS IN738LC und CC KNX1 ist jeweils die spezifische Masseveränderung Δm/A
(Angaben in mg/cm
2) bei einer Temperatur von T= 950 °C und einer Zeit t im Bereich von 0 bis 720 h dargestellt.
Vergleicht man die beiden Kurvenverläufe, so zeigt sich im gesamten untersuchten Bereich
eine Überlegenheit der Legierung CC KNX1. Ab einer Auslagerungszeit von ca. 5 h und
länger beträgt die Masseveränderung bei der untersuchten Probe aus der Legierung nur
ca. 60 % der Gewichtsänderung bei der untersuchten Probe aus der Vergleichslegierung.
[0032] Fig. 3 zeigt einerseits die Abhängigkeit der Kriechfestigkeit vom Larson-Miller Parameter
für die gleichen Legierungen wie in Fig. 1 und 2. Die Werte dieser beiden untersuchten
Legierungen sind dabei einer einzigen Kurve zuordenbar, d.h. sie sind vergleichbar.
Berücksichtigt man aber die Tatsache, dass DS (bzw. SX)-Legierungen gewöhnlicher Weise
aufgrund ihrer Gefügeausbildung eine verbesserte Kriechfestigkeit gegenüber konventionellen
ungerichtet erstarrten vielkristallinen Gefügen aus Legierungen mit vergleichbarer
chemischer Zusammensetzung aufweisen, so sind wesentlich verbesserte Kriecheigenschaften
für erfindungsgemässe Legierungen mit DS- bzw. SX-Gefügen zu erwarten.
[0033] Andererseits geht aus Fig. 3 auch hervor, dass die Kriechfestigkeit bei hohen Temperaturen
mit der erfindungsgemässen Legierung CC KNX2 gegenüber der bekannten Vergleichslegierung
CC KNX0 enorm verbessert wird. Es wurde festgestellt, dass bei einer Beanspruchung
von T= 950 °C und σ= 140 MPa die Vergleichlegierung CC KNX0 bereits nach 17.2 Stunden
zu Bruch ging, während die erfindungsgemässe Legierung CC KNX2 mehr als 3,5 Mal länger
der Beanspruchung Stand hielt. Da sich die chemische Zusammensetzung dieser beiden
Legierungen im wesentlichen nur im Re-Gehalt unterscheidet (die erfindungsgemässe
CC KNX2 enthält 1.5 Gew.- % Re, während CC KNX0 kein Re enthält), ist dies vorwiegend
auf den günstigen Einfluss dieses Elementes in der angegebenen relativ moderaten Menge
zurückzuführen.
[0034] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt.
1. Nickel-Basis-Superlegierung
gekennzeichnet durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %):
7.7-8.3 Cr
5.0-5.25 Co
2.0-2.1 Mo
7.8-8.3 W
5.8-6.1 Ta
4.9-5.1 Al
1.0-1.5 Ti
1.0-2.0 Re
0.1-0.2 Nb
0.11-0.15 Si
0.1-0.7 Hf
0,02-0.17 C
50-400 ppm B
Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen.
2. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 1.0-1.5 Gew.- % Re.
3. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch 1.5 Gew.- % Re.
4. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch 0.1 Gew.- % Nb.
5. Nickel-Basis-Superlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch 0.1-0.6 Gew.- % Hf,
6. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch 0.1 Gew.- % Hf.
7. Nickel-Basis-Superlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch 0.02-0.095, vorzugsweise 0.02-0.03 Gew.- % C.
8. Nickel-Basis-Superlegierung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch 50-100 ppm, vorzugsweise 90 ppm B.
9. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %):
8.2 Cr
5.2 Co
2.1 Mo
8.1 W
6.1 Ta
5.0 Al
1.4 Ti
1.5 Re
0.1-0.2 Nb
0.12 Si
0.1-0.6 Hf
0.095-0.17 C
240-290 ppm B
Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen.
10. Nickel-Basis-Superlegierung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende chemische Zusammensetzung (Angaben in Gew.- %)
8.2 Cr
5.2 Co
2.1 Mo
8.1 W
6.1 Ta
5.0 Al
1.4 Ti
1.5 Re
0.1 Nb
0.12 Si
0.1 Hf
200 ppm C
90 ppm B
Rest Nickel und herstellungsbedingte Verunreinigungen.
1. Nickel-based super-alloy,
characterised by the following chemical composition (data in w.%):
7.7 - 8.3 Cr,
5.0 - 5.25 Co,
2.0 - 2.1 Mo,
7.8 - 8.3 W,
5.8 - 6.1 Ta,
4.9 - 5.1 Al,
1.0 - 1.5 Ti,
1.0 - 2.0 Re,
0.1 - 0.2 Nb,
0.11 - 0.15 Si,
0.1 - 0.7 Hf,
0.02 - 0.17 C,
50 - 400 ppm B,
remainder nickel and impurities unavoidably caused in production.
2. Nickel-based super-alloy according to claim 1, characterised by 1.0 - 1.5 w.% Re.
3. Nickel-based super-alloy according to claim 2, characterised by 1.5 w.% Re.
4. Nickel-based super-alloy according to claim 1, characterised by 0.1 w.% Nb.
5. Nickel-based super-alloy according to any of claims 1 to 4, characterised by 0.1 - 0.6 w.% Hf.
6. Nickel-based super-alloy according to claim 5, characterised by 0.1 w.% Hf.
7. Nickel-based super-alloy according to any of claims 1 to 6, characterised by 0.02-0.095, preferably 0.02 - 0.03 w.% C.
8. Nickel-based super-alloy according to any of claims 1 to 7, characterised by 50 - 100 ppm, preferably 90 ppm B.
9. Nickel-based super-alloy according to claim 1,
characterised by the following chemical composition (data in w.%):
8.2 Cr,
5.2 Co,
2.1 Mo,
8.1 W,
6.1 Ta,
5.0 Al,
1.4 Ti,
1.5 Re,
0.1 - 0.2 Nb,
0.12 Si,
0.1 - 0.6 Hf,
0.095 - 0.17 C,
240 - 290 ppm B,
remainder nickel and impurities unavoidably caused in production.
10. Nickel-based super-alloy according to claim 1,
characterised by the following chemical composition (data in w.%):
8.2 Cr,
5.2 Co,
2.1 Mo,
8.1 W,
6.1 Ta,
5.0 Al,
1.4 Ti,
1.5 Re,
0.1 Nb,
0.12 Si,
0.1 Hf,
200 ppm C,
90 ppm B,
remainder nickel and impurities unavoidably caused in production.
1. Superalliage à base de nickel,
caractérisé par la composition chimique suivante (indications en % en poids) :
7,7-8,3 Cr
5,0-5,25 Co
2,0-2,1 Mo
7,8-8,3 W
5,8-6,1 Ta
4,9-5,1 Al
1,0-1,5 Ti
1,0-2,0 Re
0,1-0,2 Nb
0,11-0,15 Si
0,1-0,7 Hf
0,02-0,17 C
50-400 ppm B
le reste étant constitué de nickel et des impuretés dues au mode de fabrication.
2. Superalliage à base de nickel selon la revendication 1, caractérisé par 1,0-1,5 % en poids de Re.
3. Superalliage à base de nickel selon la revendication 2, caractérisé par 1,5 % en poids de Re.
4. Superalliage à base de nickel selon la revendication 1, caractérisé par 0,1 % en poids de Nb.
5. Superalliage à base de nickel selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé par 0,1-0,6 % en poids de Hf.
6. Superalliage à base de nickel selon la revendication 5, caractérisé par 0,1 % en poids de Hf.
7. Superalliage à base de nickel selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par 0,02-0,095, de préférence 0,02-0,03 % en poids de C.
8. Superalliage à base de nickel selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé par 50-100 ppm, de préférence 90 ppm de B.
9. Superalliage à base de nickel selon la revendication 1,
caractérisé par la composition chimique suivante (indications en % en poids) :
8,2 Cr
5,2 Co
2,1 Mo
8,1 W
6,1 Ta
5,0 Al
1,4 Ti
1,5 Re
0,1-0,2 Nb
0,12 Si
0,1-0,6 Hf
0,095-0,17 C
240-290 ppm B
le reste étant constitué de nickel et des impuretés dues au mode de fabrication.
10. Superalliage à base de nickel selon la revendication 1,
caractérisé par la composition chimique suivante (indications en % en poids)
8,2 Cr
5,2 Co
2,1 Mo
8,1 W
6,1 Ta
5,0 Al
1,4 Ti
1,5 Re
0,1 Nb
0,12 Si
0,1 Hf
200 ppm C
90 ppm B
le reste étant constitué de nickel et des impuretés dues au mode de fabrication.