[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Förderung einer Flüssigkeit,
die als Einsatzstoff in ein chemisches Verfahren eingesetzt wird. Die Erfindung betrifft
weiterhin ein Verfahren zur Hydrierung von aromatischen Verbindungen, insbesondere
von aromatischen Aminen, sowie ein Verfahren zur Herstellung von Estern, wobei die
Einsatzstoffe mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum kontinuierlichen Fördern
von Flüssigkeiten dem Reaktor zugeführt werden. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden
Erfindung ist die Verwendung eines durch Hydrierung entstandenen Produkts einer aromatischen
Verbindung als Hilfsflüssigkeit zum Fördern einer aromatischen Verbindung sowie die
Verwendung eines Alkohols oder eines Esters aus Alkohol und Carbonsäure als Hilfsflüssigkeit
zum Fördern von Carbonsäuren oder Carbonsäurederivaten.
[0002] Zur kontinuierlichen Förderung heißer und insbesondere schmelzflüssiger Stoffe in
ein Drucksystem werden in der Fachliteratur, wie beispielsweise in Ullmann's Encyclopedia
of Industrial Chemistry, High-Pressure Technology (Electronic Release DOI: 10.1002/14356007.b04_587),
verschiedene Möglichkeiten genannt.
Beim Einsatz von Zentrifugalpumpen und Kreiselpumpen müssen zur Erzielung des benötigten
hohen Differenzdruckes entweder zahlreiche Pumpenstufen hintereinander geschaltet
werden oder aber es muss eine sehr hohe Drehzahl verwendet werden. Um ein Festwerden
des Produktes in der Pumpe zu verhindern, müssen sehr aufwändige und damit kostenintensive
Konstruktionen zur vollständigen Beheizung aller produktberührten Bauteile eingesetzt
werden. Deshalb wird diese Pumpenbauart in der Regel nur für Anwendungen eingesetzt,
bei denen vor allem große Volumenströme zu fördern sind.
Zur Förderung kleinerer Volumenströme können beispielsweise beheizbare Zahnradpumpen
verwendet werden. Ein Nachteil bei diesem Pumpentyp ist aber, dass zum Antrieb der
Zahnräder eine nach außen geführte und abgedichtete Antriebswelle eingesetzt werden
muss und es damit zur Verunreinigung des Fördermediums mit Dicht- und Schmiermitteln
oder zum Austreten des Fördermediums nach außen kommen kann.
Mit einer Hochdruck-Membranpumpe wird dieser Nachteil behoben, da der Antrieb mittels
einer hermetisch dichten Membran erfolgt und es somit weder zu einer Kontamination
mit Dicht- und Schmiermitteln noch zum Austreten des Fördermediums nach außen kommen
kann. Jedoch können Membranpumpen aufgrund der geringen Temperaturstabilität der Membranmaterialien
(z.B. Polyethylen (PE) oder Polytetrafluor-ethylen (PTFE)) und der nicht vollständig
zu realisierenden Beheizung nicht zur Förderung von heißen Flüssigkeiten bzw. Schmelzen
eingesetzt werden. Hierfür müssen dann entweder metallische Membranen mit vollständig
beheizbaren Pumpenköpfen oder sogenannte "Pendel-Pumpsysteme" verwendet werden.
[0004] DE-A-1453576 beschreibt eine Vorrichtung zum Pumpen einer korrosiv wirkenden Flüssigkeit, beispielsweise
Ammoniumcarbamatlösung, mittels eines Pendel-Pumpenaggregates, das in zwei Elemente
unterteilt ist. Das erste Element ("Hauptpumpe") versetzt eine nicht korrosive Hilfsflüssigkeit,
beispielsweise Wasser, in eine Hubbewegung und treibt damit über eine Verbindungsleitung
("Pendelleitung") das zweite Pumpenelement mit zwei Rückschlagklappen zum Fördern
der korrosiven Flüssigkeit an. Die Hilfsflüssigkeit wird über eine kleine Hilfspumpe
ständig der Verbindungsleitung zugeführt.
[0005] DE-A-1528547 beschreibt ein nahezu identisches Pumpenkonzept mit ständiger Zudosierung von neutraler
Hilfsflüssigkeit zur Pendelleitung.
[0006] EP-A1-048535 beschreibt ein Pendel-Pumpensystem zum Fördern einer heißen Kohlesuspension, wobei
ein mit der Kohlesuspension mischbares Öl als Hilfsflüssigkeit eingesetzt wird.
[0007] In
DE-A1-3021851 wird ein Pendel-Pumpensystem beschrieben, wobei die Hilfsflüssigkeit vorzugsweise
nicht mit der zu fördernden Flüssigkeit mischbar ist und bei der die Pendelleitung
räumlich sehr kompakt angeordnet ist.
[0008] In
DE-T5-19782185 wird ein Pendel-Pumpensystem zur Verpumpung heißer Medien sowie von Fest/Flüssigmischungen
("Slurries") mit einer ähnlichen Pumpe wie in
DE-A-1453576 beschrieben, wobei die Pendelleitung im waagerechten Teil gekühlt ist, um eine Überhitzung
der Hauptpumpe zu verhindern. Auf die Zugabe einer Hilfsflüssigkeit wird hierbei verzichtet.
[0009] WO-A-80/01706 beschreibt ebenfalls ein Pendel-Pumpensystem zur Verpumpung heißer Flüssigkeiten,
wobei die Verbindungsleitung aus einem waagerechten und einem senkrechten Teil besteht
und ebenfalls gekühlt wird.
Ein ähnliches System wird in
DE-A-4124 290 beschrieben.
[0010] DE-A-2553794 offenbart ein Pendel-Pumpensystem mit senkrecht angebrachter Pendelleitung, wobei
durch Kühlung ein Temperaturgefälle zwischen heißer Flüssigkeit und Hauptpumpe aufrecht
erhalten wird.
[0011] EP-B1-36945 beschreibt eine ähnliche Pumpenvorrichtung, wobei dabei ein beweglicher Kolben zwischen
Förderflüssigkeit und Hilfsflüssigkeit deren Vermischung verhindern soll.
[0012] Bei der Förderung von heißen Flüssigkeiten weisen die im Stand der Technik beschriebenen
Pumpensysteme Nachteile auf.
[0013] Bei Hochdruck-Membranpumpen ist die maximal zulässige Temperatur des Fördermediums
im Allgemeinen durch die Beständigkeit des Membranmaterials begrenzt, beispielsweise
bei der Verwendung von Kunststoffmembranen, wie PE- oder PTFE-Membranen.
Die Verwendung von Metallmembranen würde aufgrund ihrer sehr geringen Flexibilität
zu sehr großen und damit teueren Pumpenköpfen führen.
Weiterhin sind die Pumpenköpfe von Membranpumpen, speziell am Membranantrieb und an
der Membran selbst, nicht vollständig beheizbar, so dass es bei der Verpumpung von
Schmelzen zu Feststoffbildung (Kristallisation) und damit zur mechanischen Zerstörung
der Membran kommen kann.
[0014] Bei der Verwendung von Kolben-Hochdruckpumpen wird in der Regel zur Schmierung des
Kolbens ein Schmieröl oder eine ähnliche Flüssigkeit benötigt. Diese kann sich mit
der zu fördernden Flüssigkeit vermischen und diese damit verunreinigen. Die Beheizung
von Kolbenpumpen ist im Allgemeinen ebenfalls nicht vollständig möglich, so dass sich
hier ebenfalls Ablagerungen an nicht beheizten Stellen der Pumpe bilden können.
[0015] Hochdruck-Membranpumpen mit Pendelleitung zu einem räumlich davon getrennten Pumpenkörper
mit Saug- und Förderventil sind prinzipiell zur Förderung heißer Schmelzen geeignet.
Jedoch ist für eine derartige Pumpenanordnung die Verwendung einer Hilfsflüssigkeit
zur Übertragung der Pumpbewegung von der Membranpumpe auf die zu fördernde Schmelze
notwendig. Ein Teil der Hilfsflüssigkeit kann sich mit der zu fördernden Schmelze
vermischen. Dies führt zur Kontamination der zu fördernden Flüssigkeit mit der Hilfsflüssigkeit.
[0016] Eine Kühlung der Pendelleitung führt in der Regel nach kurzer Zeit dazu, dass Teile
der Schmelze durch die Pendelleitung in Richtung Hauptpumpe diffundieren, dort erstarren
und zum Blockieren der Pumpe führen. Ebenso würde die Verwendung von Hilfskolben in
der Pendelleitung zur raschen Blockierung des Kolbens durch erstarrende Schmelze führen.
[0017] In
US 4961688, das als nächstliegender Stand der Technik betrachtet wird, wird ebenfalls ein Verfahren
zur kontinuierlichen Förderung von Flüssigkeiten mittels Verdrängerpumpe und räumlich
getrennten Förderventilen und einer flüssigkeitsgefüllten Pendelleitung beschrieben,
wobei auch hier die Pendelleitung eine Hilfsflüssigkeit enthält deren Schmelzpunkt
unterhalb des Schmelzpunkts der zu fördernden Flüssigkeit liegt.
US 4961688 offenbart jedoch nicht, dass die zu fördernde Flüssigkeit als Einsatzstoff in einer
chemischen Reaktion eingesetzt wird und die Hilfsflüssigkeit ein Produkt oder ein
Edukt der chemischen Reaktion ist. Dies offenbaren auch die Dokumente
FR 608718 und
FR 877570, deren Hilfsflüssigkeit ein Gas und keine Flüssigkeit ist, nicht.
[0018] Es lag deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Flüssigkeit bei hoher Temperatur ohne Kontamination
durch beispielsweise Lösungsmittel oder Dichtmittel in einen chemischen Hochdruckreaktor
zu fördern. Insbesondere bestand die Aufgabe darin, die Bildung von Ablagerungen und
Rückständen im Pumpensystem bei der Förderung von Flüssigkeiten, die zur Bildung von
Ablagerung neigen, zu verringern. Flüssigkeiten, die Ablagerungen und Rückstände bilden
können sind beispielsweise Flüssigkeiten, die selber oder deren Inhaltsstoffe beim
Unterschreiten einer Mindesttemperatur erstarren, kristallisieren oder ausfallen können.
Insbesondere bestand die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin ein Verfahren zur
Förderung von organischen Schmelzen und konzentrierten Lösungen von organischen Verbindungen,
speziell von organischen Schmelzen, zu entwickeln, wobei auf kostenintensive Konstruktionen
zur vollständigen Beheizung aller produktberührten Bauteile, insbesondere der Membran
einer Membranpumpe, verzichtet werden sollte, um die Investitions- und Betriebskosten
so gering wie möglich zu halten.
[0019] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wurde durch ein Verfahren zur kontinuierlichen
Förderung einer Flüssigkeit, die als Einsatzstoff in eine chemische Reaktion eingesetzt
wird, mittels Verdrängerpumpe mit räumlich getrennten Förderventilen und einer flüssigkeitsgefüllten
Pendelleitung zwischen Verdrängerpumpe und Förderventilen, dadurch gekennzeichnet,
dass sich in der Pendelleitung eine Hilfsflüssigkeit befindet, die ein Produkt oder
ein Edukt der chemischen Reaktion ist und einen Schmelzpunkt aufweist, der unterhalb
des Schmelzpunkts bzw. unterhalb der Sättigungstemperatur der zur fördernden Flüssigkeit
liegt, gelöst.
[0020] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Pumpensystem verwendet,
das eine Verdrängerpumpe ("Hauptpumpe") mit räumlich getrennten Förder ventilen und
eine Pendelleitung zwischen Verdrängerpumpe und Förderventilen umfasst.
Die Förderventile sind im Allgemeinen in einem Gehäuse untergebracht. Das Gehäuse
zusammen mit den darin befindlichen Förderventilen wird nachfolgend als "Ventilkörper"
bezeichnet.
Der Ventilkörper weist im Allgemeinen jeweils einen Einlass auf der Saugseite und
einen Auslass auf der Druckseite auf. Der Einlass bzw. der Auslass sind üblicherweise
mit einer Zuleitung auf der Saugseite bzw. einer Ableitung auf der Druckseite, durch
die die zu fördernde Flüssigkeit gefördert wird, verbunden.
Die Förderventile sind üblicherweise am Einlass und am Auslass im Ventilkörper angebracht,
so dass die zu fördernde Flüssigkeit durch die Ventile geleitet wird.
Die Ventile sind im Allgemeinen so konstruiert, dass die zu fördernde Flüssigkeit
die Ventile nur von der Saugseite in Richtung der Druckseite passieren kann. Der Fluss
in die Gegenrichtung (von der Druckseite zur Saugseite) wird im Allgemeinen blockiert.
Beispielsweise können die Ventile als Rückschlagventile, vorzugsweise Kugelrückschlagsventile,
ausgeführt werden.
Zwischen den Ventilen befindet sich im Ventilköper üblicherweise ein Hohlraum, durch
den die zu fördernde Flüssigkeit hindurchströmt. Dieser Raum ist üblicherweise als
Rohrleitung mit vorzugsweise zylinderförmiger Geometrie ausgestaltet, wobei die Geometrie
auch von der zylindrischen Geometrie abweichen kann und beispielsweise auch kugelförmig
ausgestaltet sein kann.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Ventilkörper vertikal bzw. senkrecht
angeordnet, d.h. die Achse, die durch die Förderventile und dem Raum zwischen den
Förderventilen gelegt werden kann, verläuft senkrecht.
[0022] Die Förderventile sind durch eine Pendelleitung von der Verdrängerpumpe räumlich
getrennt.
Die Pendelleitung weist bevorzugt eine "L"-förmige Geometrie auf, d.h. die Pendelleitung
weist in dieser Geometrie einen Bereich auf, der waagerecht verläuft und einen Teil,
der senkrecht verläuft. Abweichungen von dieser Geometrie sind möglich, beispielsweise
um eine Verbindung zwischen Verdrängerpumpe und Ventilkörper zu ermöglichen, wenn
die Anordnung von Verdrängerpumpe und Ventilkörper aufgrund von baulichen Gegebenheiten
eine streng "L"'-förmige Geometrie nicht zulässt.
Ist der Ventilkörper vertikal angeordnet, so mündet üblicherweise der waagerechte
Teil der Pendelleitung in das Ventilgehäuse in den Hohlraum zwischen den beiden Förderventilen.
Der sich an den waagerechten Teil der Pendelleitung anschließende senkrechte Bereich
der Pendelleitung ist in der Regel direkt oder über ein weiteren Bereich der Pendelleitung,
die nicht notwendigerweise senkrecht angeordnet sein muss, mit dem Pumpenraum der
Verdrängerpumpe verbunden.
Ist der Ventilkörper horizontal angeordnet, so mündet üblicherweise der senkrechteTeil
der Pendelleitung in den Hohlraum des Ventilkörpers zwischen den beiden Förderventilen.
Der sich an den senkrechten Teil der Pendelleitung anschließende waagerechte Bereich
der Pendelleitung ist in der Regel direkt oder über ein weiteren Bereich der Pendelleitung,
die nicht notwendigerweise waagerecht angeordnet sein muss, mit dem Pumpenraum der
Verdrängerpumpe verbunden.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform werden der Teil der Pendelleitung, der mit dem
Ventilkörper verbunden ist, und der Ventilkörper selber auf eine Temperatur oberhalb
der Schmelztemperatur bzw. oberhalb der Sättigungstemperatur der zu fördernden Flüssigkeit
beheizt. Die Beheizung des beheizten Teils der Pendelleitung und des Ventilgehäuses
kann üblicherweise mit Dampf oder Wärmeträgeröl erfolgen.
Der beheizte Teil der Pendelleitung ist bevorzugt so groß, dass zusammen mit dem Hohlraum
im Ventilkörper zwischen den beiden Förderventilen mindestens ein Volumen umfasst
wird, das in etwa dem 3 bis 20 fachen, bevorzugt dem 5 bis 15 fachen und besonders
bevorzugt dem 7 bis 12 fachen des Hubvolumen der Verdrängerpumpe entspricht. Somit
wird im Allgemeinen gewährleistet, dass die zur fördernde Flüssigkeit nur mit dem
beheizten Teil der Pendelleitung in Kontakt kommt.
Die Pendelleitung ist mit der Druckseite einer Verdrängerpumpe ("Hauptpumpe") verbunden.
Vorzugsweise ist die Verdrängerpumpe ("Hauptpumpe") eine Kolbenpumpe oder eine Membranpumpe,
wobei eine Membranpumpe besonders bevorzugt ist, da sie keine Dicht- und Schmierstoffe
benötigt, die die zu fördernde Flüssigkeit kontaminieren könnten.
Als Membranmaterial eignen sich Elastomer-Materialien wie bespielsweise Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Silikon-Kautschuk (MVO, VMO), Fluor-SilikonKautschuk (MFO, FVMO), Fluor-Kautschuk
(FPM, FKM), Perfluor-Kautschuk (FFKM, FFPM), Polychlorpren-Kautschuk (CR), Nitril-Butadien-Kautschuk
(NBR), Polyester-Urethan-Kautschuk (AU, EU), Butyl-Kautschuk (IIR) und Naturkautschuk
(NR). Es können auch Polymemembranen aus Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyethylen
(PE) und Polypropylen (PP) oder andere Kunststoffmembranen eingesetzt werden, die
gegenüber der verwendeten Hilfsflüssigkeit chemisch beständig sind. Dabei ist es auch
möglich, beschichtete Membranen wie beispielsweise PTFE-beschichtete Elastomermembranen
oder mehrlagig ausgeführte Membranen aus verschiedenen Materialien einzusetzen.
Bevorzugte Membranmaterialien sind Polytetrafluorethylen (PTFE) und Polyethylen (PE),
wobei die Verwendung von PTFE und PTFE-beschichteten Elastomermembranen als Membranmaterial
zur Förderung von aromatischen Verbindungen und Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten
besonders bevorzugt sind.
[0024] Die Hauptpumpe ist auf der Saugseite mit einer Rohrleitung ("Verbindungsleitung")
verbunden, durch die Hilfsflüssigkeit zugeführt werden kann.
Die Zuführung der Hilfsflüssigkeit durch die Verbindungsleitung erfolgt bevorzugt
durch eine weitere Verdrängerpumpe ("Hilfspumpe").
Die Hilfspumpe ist eine Verdrängerpumpe, welche vorzugsweise als Kolben- oder Membranpumpe,
besonders bevorzugt als Membranpumpe, ausgestaltet ist. Als Membranmaterial eignen
sich die voranstehend genannten Materialien, wie beispielsweise PTFE und PTFE-beschichtete
Membranen, die gegenüber der jeweiligen Hilfsflüssigkeit beständig sind.
[0025] In der Verbindungsleitung ist vorzugsweise ein Rückschlagsventil angebracht, welches
verhindert, dass Flüssigkeit von der Hauptpumpe in Richtung Hilfspumpe strömen kann.
Zwischen Rückschlagventil und Hauptpumpe befindet sich in der Regel ein Ventil zum
Entlüften des Pumpenraums der Hauptpumpe. Dieses Ventil ist im Allgemeinen am höchsten
Punkt des Pumpensystems angebracht, um ein vollständiges Entlüften zu ermöglichen.
Im Allgemeinen werden direkt am Pumpenkopf der Hilfspumpe Förderventile an der Saug-
und Druckseite angebracht.
Die Förderventile sind im Allgemeinen so konstruiert, dass die zu fördernde Flüssigkeit
die Ventile nur von der Saugseite in Richtung der Druckseite passieren kann. Der Fluss
in die Gegenrichtung (von der Druckseite zur Saugseite) wird im Allgemeinen blockiert.
Beispielsweise können die Ventile als Rückschlagventile, vorzugsweise Kugelrückschlagsventile,
ausgeführt werden.
[0026] An der höchsten Stelle zwischen dem Förderventil auf der Druckseite und dem Rückschlagsventil
in der Verbindungsleitung ist in der Regel ein weiteres Ventil angebracht, das der
Entlüftung dieses Teils der Rohrleitung dient.
Die Saugseite der Hilfspumpe ist mit einem Reservoir verbunden, beispielsweise einem
Behälter oder einem Tank, in dem sich die Hilfsflüssigkeit befindet.
Die Hilfsflüssigkeit kann vor Einleitung in den Pumpenraum der Hilfspumpe erwärmt
werden, beispielsweise durch einen Wärmeaustauscher oder durch Beheizen des Vorlagebehälters,
wobei die Temperatur nicht so hoch sein sollte, dass weder die Hauptnoch die Hilfspumpe,
insbesondere das Membranmaterial einer Membranpumpe, geschädigt wird.
[0027] Die Pendelleitung ist in der Regel mit Flüssigkeit gefüllt.
Bevorzugt ist die Pendelleitung und der Raum innerhalb des Ventilkörpers, der sich
zwischen den Förderventilen befindet, vor Beginn des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Förderung von Flüssigkeiten - d.h. vor Beginn des Pumpvorgangs - vollständig oder
nahezu vollständig mit Hilfsflüssigkeit gefüllt. Es ist vorteilhaft, wenn zumindest
der nicht beheizte Teil der Pendelleitung mit Hilfsflüssigkeit gefüllt ist, da die
Hilfsflüssigkeit einen niedrigeren Schmelzpunkt als die zu fördernde Flüssigkeit aufweist
und nicht bzw. nicht so stark erwärmt werden muss, um flüssig zu bleiben. Somit kann
die Bildung von Ablagerungen von Feststoffen im Pumpensystem weiter verringert werden.
[0028] Zur Einleitung des Fördervorgangs wird in der Regel zunächst die Hilfsflüssigkeit
in der Hauptpumpe und dem Ventilkörper durch eine Hubbewegung der Hauptpumpe (Förderhub)
aus dem Pumpensystem herausgepumpt. Das Förderventil im Ventilkörper auf der Saugseite
verhindert eine Rückströmung in Richtung des Vorlagetanks der zu fördernden Flüssigkeit
und das Rückschlagventil in der Verbindungsleitung verhindert, dass aus der Hauptpumpe
heraus gepumpte Hilfsflüssigkeit zur Hilfspumpe zurückfließen kann.
[0029] Durch einen Saughub der Hauptpumpe wird die zu fördernde Flüssigkeit durch die Zuleitung
auf der Saugseite in den Ventilkörper und zum Teil in die Pendelleitung gefördert.
Dabei gelangt die zu fördernde Flüssigkeit in der Regel nicht in den gesamten Teil
der Pendelleitung, da die Hilfsflüssigkeit in der Regel näherungsweise eine Flüssigkeitssperre
bildet, der die Ausbreitung der zu fördernden Flüssigkeit in der Pendelleitung behindert.
So wird im Allgemeinen gewährleistet, dass die Verdrängerpumpe, insbesondere auch
die Membran einer Membranpumpe, nicht mit der zu fördernden Flüssigkeit in Kontakt
kommt, sondern im Allgemeinen von der Hilfsflüssigkeit umgegeben ist.
[0030] In der Regel bildet die Hilfsflüssigkeit jedoch keine ideale Flüssigkeitssperre aus,
so dass ein Teil der zu fördernden Flüssigkeit sich mit der Hilfsflüssigkeit vermischt
und in Richtung der Hauptpumpe diffundiert, zum Beispiel wenn ein hoher Temperaturgradient
zwischen dem beheizten Ventilkörper und dem Pumpenkopf der Hauptpumpe besteht. Durch
die Diffusion der zu fördernden Flüssigkeit kann es zu Ablagerung im Bereich der Hauptpumpe
und des unbeheizten Teils der Teils der Pendelleitung kommen.
[0031] Um das Ausbilden dieser Ablagerungen im Bereich der unbeheizten Teile des Pumpensystems
zu verringern, wird erfindungsgemäß Hilfsflüssigkeit in die Pendelleitung eingeleitet.
Die Einleitung der Hilfsflüssigkeit bewirkt eine Strömung in Richtung Ventilkörper
der Hauptpumpe, die im Allgemeinen der Ausbreitung der zur fördernden Flüssigkeit
durch Konvektion oder Diffusion entgegenwirkt.
Die Einleitung erfolgt bevorzugt kontinuierlich.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Hilfsflüssigkeit mittels einer Verdrängerpumpe
("Hilfspumpe") durch die Verbindungsleitung in den Pumpenraum der Hauptpumpe eingeleitet.
Ein Rückschlagventil in der Verbindungsleitung bewirkt im Allgemeinen, dass die Flüssigkeit
nur in Richtung der Hauptpumpe fließen kann.
Der Volumenstrom der Hilfsflüssigkeit zum Volumenstrom der zu fördernden Flüssigkeit
liegt vorzugsweise im Bereich von 1:100 bis 1:10, besonders bevorzugt im Bereich von
1:80 bis 2:10, insbesondere bevorzugt 1:50 bis 5:10.
[0032] Durch oszillierende Bewegungen der Hauptpumpe werden die Förder- und Saughübe wiederholt
ausgeführt, wobei die Pumpbewegung durch die Hilfsflüssigkeit auf die zu fördernde
Flüssigkeit übertragen wird, so dass die zu fördernde Flüssigkeit kontinuierlich durch
den Einlass des Ventilkörpers in Richtung Auslass gefördert werden kann.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform sind das Hubgestänge der Hauptpumpe und der
Hilfspumpe mechanisch miteinander gekoppelt. Die mechanische Koppelung ist dabei so
ausgeführt, dass die Hilfspumpe sich genau dann im Förderhub befindet, wenn sich die
Hauptpumpe im Saughub befindet und umgekehrt. Es ist jedoch auch möglich, die beiden
Pumpen mittels separaten Antrieben anzutreiben und die Synchronisation der Hubbewegungen
auf elektronischem Weg, wie beispielsweise mittels variablen Frequenzumrichtern, durchzuführen.
[0034] Da der Pumpenkopf der Hauptpumpe, insbesondere die Membran einer Membranpumpe, und
der Grossteil der Pendelleitung zumeist nur mit der Hilfsflüssigkeit in Kontakt kommt,
kann die Temperatur in diesem Bereich niedriger eingestellt werden, da es lediglich
erforderlich ist, dass die Temperatur im Bereich des Pumpenkopfs und im nicht beheizten
Teil der Pendelleitung so hoch ist, dass die Hilfsflüssigkeit in einem flüssigen Zustand
verbleibt und die Bildung von Ablagerungen weitestgehend vermieden wird. In einer
bevorzugten Ausführungsform wird der Pumpenkopf der Hauptpumpe und der nicht beheizte
Teil der Pendelleitung nicht zusätzlich beheizt und eine Hilfsflüssigkeit verwendet,
die einen Schmelzpunkt unterhalb der Umgebungstemperatur aufweist. Diese Ausführungsform
ermöglicht eine besonders ökonomische Ausgestaltung des Pumpensystems. Um den Temperaturunterschied
zwischen Hilfsflüssigkeit und der zur fördernden Flüssigkeit zu verringern, um beispielsweise
die Diffusion der zur fördernden Flüssigkeit in die Hilfsflüssigkeit zu vermindern,
kann die Hilfsflüssigkeit aber vor Einleitung in den Pumpenraum der Hilfspumpe, wie
voranstehend beschrieben, erwärmt werden.
[0035] Die geometrische Anordnung des Pumpensystems wird im Allgemeinen in Abhängigkeit
von den zu fördernden Stoffen ausgeführt. Wenn die Dichte der zu fördernden Flüssigkeit
höher ist als die Dichte der Hilfsflüssigkeit, jeweils bei den Betriebstemperaturen,
wird der Ventilkörper üblicherweise tiefer als die Hauptpumpe angeordnet. Entsprechend
wird der Ventilkörper in der Regel oberhalb der Hauptpumpe angeordnet, wenn die zu
fördernde Flüssigkeit eine geringere Dichte als die Hilfsflüssigkeit aufweist.
[0036] Unter Bezugnahme auf die beiliegende schematische Zeichnung (Figur 1), jedoch nicht
im Sinne einer Einschränkung hierauf, wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Förderung von Flüssigkeiten nachstehend beschrieben:
In Fig. 1 ist das erfindungsgemäße Pendel-Pumpensystem für Schmelzen schematisch dargestellt.
Dabei ist (1) der Zulauf der Schmelze (Saugseite) und (2) stellt den Abzug der Schmelze
(Druckseite) zum chemischen Verfahren dar. Der Ventilkörper (6) besitzt Ventile auf
der Saugseite (10) und auf der Druckseite (11) der Schmelze, welche nur in Strömungsrichtung
von (1) nach (2) Flüssigkeit passieren lassen, in Gegenrichtung jedoch blockieren.
Zwischen den Ventilen (10) und (11) ist eine Rohrleitung angebracht, die so genannte
Pendelleitung (7), welche vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist. Der Ventilkörper
(6) sowie der untere Teil der Pendelleitung (7) sind mit einem Heizmedium wie beispielsweise
Dampf oder Wärmeträgeröl beheizt, um ein Festwerden der Schmelze im Ventilkörper oder
in der Pendelleitung zu verhindern. Die Positionen (8) und (9) zeigen Zugang sowie
Abgang des Heizmediums.
Die Pendelleitung (7) ist mit der Haupt-Membranpumpe (12) verbunden. Die Membran wird
über einen Motor mit Getriebe (17) über ein Hubgestänge angetrieben. Die Membranpumpe
(12) ist mit einer zweiten Rohrleitung (Verbindungsleitung) (5) zur Dosierung von
Hilfsflüssigkeit verbunden. In dieser Zuführung für die Hilfsflüssigkeit ist ein Rückschlagventil
(14) angebracht, mit welcher verhindert wird, dass Flüssigkeit von der Hauptpumpe
(12) in Richtung Hilfspumpe (16) strömen dann. Zwischen Rückschlagventil (14) und
Membranpumpe (12) befindet sich am höchsten Punkt ein Ventil (13) zum vollständigen
Entlüften des Pumpenraumes (5), (12), (7).
Die Hilfsflüssigkeit wird mittels einer kleinen Membran-Dosierpumpe, der Hilfspumpe
(16), der Hauptpumpe (12) zugeführt. Dabei ist (3) die Zuführung der Hilfsflüssigkeit
(Saugseite) zur Hilfspumpe (16) und Anschluss (4) stellt die Druckseite der Hilfspumpe
dar. Bei dieser Hilfspumpe (16) sind die Förderventile (18) und (19) direkt am Membranpumpenkopf
an Saug- und Druckseite angebracht. An der höchsten Stelle der Verbindungsleitung
zwischen Druckseite der Hilfsflüssigkeit und dem Rückschlagventil (14) befindet sich
ein Ventil (15) zum vollständigen Entlüften dieser Rohrleitung. Die Hilfspumpe (16)
wird mechanisch mittels Elektromotor und Getriebe (17) über ein Hubgestänge angetrieben.
In dieser bevorzugten Ausführungsform sind das Hubgestänge der Hauptpumpe (12) und
der Hilfspumpe (16) mechanisch miteinander gekoppelt. Die mechanische Koppelung ist
dabei so ausgeführt, dass die Hilfspumpe (16) sich genau dann im Förderhub befindet,
wenn sich die Hauptpumpe (12) im Saughub befindet und umgekehrt.
[0037] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können Flüssigkeiten, die als Einsatzstoffe in
eine chemische Reaktion eingesetzt werden, gefördert werden.
[0038] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können beispielsweise Einsatzstoffe für Umsetzungen
wie Hydrierungen, Oxidationen, Veresterungen und Polymerisationen in einen chemischen
Reaktor gefördert werden.
[0039] Der Einsatzstoff kann dabei als Schmelze oder als konzentrierte Lösung des Einsatzstoffes
eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt wird die zu fördernde Flüssigkeit als Schmelze, besonders bevorzugt
als Schmelze des kommerziell erhältlichen Reinstoffes, eingesetzt.
Der Einsatz einer Schmelze hat im Allgemeinen den Vorteil, dass die zu fördernde Verbindung
nicht in einem separaten Verfahrensschritt gelöst werden muss, um eine förderbare
Flüssigkeit zu erhalten. Der Einsatzstoff wird zudem nicht durch ein Lösungsmittel
verdünnt, so dass der Reaktor in der Regel mit einer höheren Menge Edukt beschickt
werden kann und ein aufwendiges Abtrennen des Lösungsmittels nach Beendigung der Reaktion
ist im Allgemeinen nicht erforderlich.
Der Einsatzstoff kann aber auch als Lösung des Einsatzstoffes eingesetzt werden.
Als Lösungsmittel für den Einsatzstoff wird im Allgemeinen das Lösungsmittel verwendet,
was vorzugsweise in das entsprechende Verfahren bzw. in die jeweilige Reaktion eingesetzt
wird. Diese Ausführungsform ist beispielsweise von Vorteil, wenn die Einsatzstoffe
beim Aufschmelzen zur Verfärbung oder zu Nebenreaktionen neigen. Durch die Herstellung
einer konzentrierten Lösung des Einsatzstoffes kann die Temperatur zum Überführen
des Einsatzstoffes in den flüssigen Zustand gesenkt werden. Um eine möglichst hohe
Reaktorauslastung zu erzielen wird im Allgemeinen eine möglichst konzentrierte Lösung
hergestellt. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Förderung von konzentrierten
Lösungen mit einer hohen Sättigungstemperatur möglich, da durch kontinuierliches Zuführen
von Hilfsflüssigkeit weitestgehend verhindert werden kann, dass die konzentrierte
Lösung in den Bereich des Pumpenkopfs der Hauptpumpe gelangen.
[0040] Aus diesem Grund ist es auch möglich, den Einsatzstoff als Slurry in der Hilfsflüssigkeit
einzusetzen. Somit ist das erfindungsgemäße Verfahren auch zur Förderung von nichtschmelzbaren
Einsatzstoffen, wie Terephthalsäure geeignet, beispielsweise zur Förderung eines Slurries
des Einsatzstoffes Terephthalsäure in Ethylenglykol.
[0041] Besonders bevorzugt können mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens Schmelzen gefördert
werden, die einen Schmelzpunkt von 20°C oder mehr, vorzugsweise 50°C oder mehr, besonders
bevorzugt 75°C oder mehr und ganz besonders bevorzugt 100°C oder mehr, aufweisen.
Weiterhin können bevorzugt Lösungen eines Einsatzstoffes gefördert werden, wobei die
Sättigungstemperatur der Lösung bei einer Temperatur von 20°C oder mehr, bevorzugt
50°C oder mehr, besonders bevorzugt bei 75°C oder mehr und ganz besonders bevorzugt
100°C oder mehr, beträgt.
Als Sättigungstemperatur wird die Temperatur verstanden, bei der eine Lösung eines
Einsatzstoffes, mit einer bestimmten Konzentration, den Sättigungszustand erreicht
und der Einsatzstoff aus der Lösung auszufallen beginnt.
[0042] Die Temperatur bei der die zu fördernde Flüssigkeit gefördert wird liegt oberhalb
deren Schmelztemperatur bzw. oberhalb deren Sättigungstemperatur.
Vorzugsweise liegt die Fördertemperatur 1°C bis 100°C, vorzugsweise 5°C bis 80°C und
besonders bevorzugt 10° bis 50°C oberhalb der Schmelztemperatur bzw. der Sättigungstemperatur
der zur fördernden Flüssigkeit.
[0043] In der Regel sollte die Temperatur der zur fördernden Flüssigkeit nicht mehr als
300°C, bevorzugt nicht mehr als 250°C und besonders bevorzugt nicht mehr als 200°C
betragen. Da die Temperatur der Hilfsflüssigkeit im Bereich des Pumpenkopfs in der
Regel, wie nachfolgend beschrieben, durch die Temperaturbeständigkeit der Membran
begrenzt ist, kann ein hoher Temperaturgradient zwischen Ventilkörper und Pumpenraum
zu einer verstärkten Durchmischung zwischen der zur fördernden Flüssigkeit und der
Hilfsflüssigkeit führen. In der Regel sollte das Verhältnis des Volumenstroms der
Hilfsflüssigkeit zum Volumenstrom der zur fördernden Flüssigkeit umso höher gewählt
werden, je höher der Temperaturgradient zwischen Ventilkörper und Pumpenraum ist.
[0044] Die Hilfsflüssigkeit ist erfindungsgemäß ein Produkt der chemischen Reaktion oder
ein Edukt der chemischen Reaktion.
Wenn als Hilfsflüssigkeit ein Produkt der chemischen Reaktion eingesetzt wird, so
wird vorzugsweise das Hauptprodukt als Hilfsflüssigkeit eingesetzt, das unter den
Bedingungen der jeweiligen chemischen Reaktion bevorzugt entsteht.
Dadurch, dass als Hilfsflüssigkeit entweder ein Edukt oder ein Produkt der chemischen
Reaktion verwendet wird, wird verhindert, dass die zu fördernde Flüssigkeit durch
Fremdstoffe kontaminiert wird.
[0045] Der Schmelzpunkt der Hilfsflüssigkeit liegt erfindungsgemäß unterhalb der Schmelztemperatur
bzw. unterhalb der Sättigungstemperatur der zur fördernden Flüssigkeit.
In einer besonderen Ausführungsform liegt der Schmelzpunkt der Hilfsflüssigkeit unterhalb
der Temperatur, bei der die Membran einer Membranpumpe stabil ist, so dass die Membran
nicht thermisch geschädigt wird.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt die Schmelztemperatur der Hilfsflüssigkeit
150°C oder weniger, besonders bevorzugt 100°C oder weniger, ganz besonders 50°C oder
weniger und insbesondere bevorzugt 25°C oder weniger. Bei diesen Temperaturen ist
in der Regel ein sicherer Betrieb von Membranpumpen möglich.
[0046] Die Temperatur bei der die Hilfsflüssigkeit in die Verbindungsleitung eingeleitet
wird, liegt oberhalb deren Schmelztemperatur.
Vorzugsweise liegt die Temperatur bei der die Hilfsflüssigkeit in die Verbindungsleitung
eingeleitet wird 1 °C bis 100°C, vorzugsweise 5°C bis 80°C und besonders bevorzugt
10° bis 50°C oberhalb der Schmelztemperatur der Hilfsflüssigkeit.
Ganz besonders bevorzugt liegt die Temperatur bei der die Hilfsflüssigkeit in die
Verbindungsleitung eingeleitet wird im Bereich von 0°C bis 150°C, vorzugsweise im
Bereich von 10°C bis 100°C, besonders bevorzugt im Bereich von 20°C bis 80°C uns insbesondere
bevorzugt im Bereich von 20°C bis 50°C.
[0047] Die Siedetemperatur der Hilfsflüssigkeit sollte vorzugsweise über der Fördertemperatur
der zur fördernden Flüssigkeit liegen, da es ansonsten an der Grenzfläche von Hilfsflüssigkeit
und zur fördernden Flüssigkeit im Bereich der Pendelleitung zur unerwünschten Gasbildung
kommen kann.
[0048] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Hilfsflüssigkeit ein Produkt der chemischen
Reaktion.
Diese besonders bevorzugte Ausführungsform eignet sich bevorzugt zur Förderung einer
aromatischen Verbindung, die als Einsatzstoff für eine Hydrierung eingesetzt wird.
Bevorzugt eingesetzte Einsatzstoffe sind:
aromatische Amine, wie Anilin, Benzidin, die isomeren Touidine, die isomeren Xylidine,
die isomeren Xylylendiamine, 1- bzw. 2-Aminonaphthalin, TDA-Isomere (2,4/2,6/2,3/3,4-Toluoldiamin)
oder MDA-Isomere (4,4'- Methylendianilin, 2,4'- Methylendianilin, 2,2'- Methylendianilin,
polymer-MDA) sowie von Mischungen derselben;
substituierte MDA-Verbindungen, wie 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan, 3,3',5,5'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan
und 2,2',3,3'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan;
aromatische Dinitrile, wie die isomeren Phthalodinitrile;
aromatische Hydroxyverbindungen, wie Bisphenol-A, Bisphenol-F oder substituierte Bisphenole;
aromatische Säureanhydride, wie Phthalsäureanhydrid; oder
aromatischen Säuren, wie Benzoesäure.
Besonders bevorzugt werden aromatische Amine als Einsatzstoffe in eine Hydrierung
gefördert.
Zur Förderung von aromatischen Einsatzstoffen wird gemäß der hier beschriebenen Ausführungsform
das Produkt der Hydrierung des aromatischen Einsatzstoffes als Hilfsflüssigkeit eingesetzt.
Für den Fall, dass bei der Hydrierung der aromatischen Einsatzstoffe mehrere Hydrierungsprodukte
entstehen können, wird bevorzugt das Hydrierungsprodukte eingesetzt, das bei den jeweiligen
Reaktionsbedingungen das Hauptprodukt darstellt. Beispielsweise kann zur Förderung
von 2,4-Toluoldiamin 2,4Diamino-1-methyl-cyclohexan als Hilfsflüssigkeit eingesetzt
werden.
[0049] Die besonders bevorzugte Ausführungsform, in der als Hilfsflüssigkeit ein Produkt
der chemischen Reaktion eingesetzt wird, ist auch für die Förderung von Carbonsäuren
oder Carbonsäurederivaten bei der Herstellung von Estern bzw. Polyestern geeignet.
[0050] Bevorzugt eingesetzte Carbonsäuren sind:
aromatische Carbonsäuren, wie Benzoesäure, insbesondere aromatische Dicarbonsäuren,
wie Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure oder die isomeren Naphthalindicarbonsäuren;
oder
aliphatische Carbonsäuren, insbesondere aliphatische Dicarbonsäuren, wie Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure,
Maleinsäure oder Fumarsäure
Die Carbonsäuren können dabei sowohl einzeln als auch im Gemisch untereinander verwendet
werden.
[0051] In dieser bevorzugten Ausführungsform können auch die entsprechenden Carbonsäurederivate
von Carbonsäuren, beispielsweise die entsprechenden Carbonsäureanhydride oder deren
Ester, beispielsweise die C
1-C
4-Ester der oben genannten Carbonsäuren, als Einsatzstoffe eingesetzt werden. Vorzugsweise
werden die entsprechenden Carbonsäureanhydride der obengenannten Carbonsäuren, insbesondere
Phthalsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid oder Bernsteinsäureanhydrid, eingesetzt.
Bei der Veresterung von Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten mit Alkoholen, wird
gemäß der hier beschriebenen Ausführungsform ein Ester aus Carbonsäure und Alkohol
als Hilfsflüssigkeit zur Förderung der Carbonsäure bzw. des Carbonsäurederivats eingesetzt.
Beispielsweise kann Benzoesäuremethylester als Hilfsflüssigkeit zur Förderung von
Benzoesäure bei der Herstellung von Benzoesäuremethylester aus Benzoesäure und Methanol
eingesetzt werden.
[0052] Durch Verwendung des bei der chemischen Umsetzung des Einsatzstoffes gewonnenen Produktes
als Hilfsflüssigkeit zur Förderung des Einsatzstoffes kommt es zu keiner unerwünschten
Verunreinigung der zu fördernden Flüssigkeit mit Fremdstoffen. Des Weiteren fallen
keine zusätzlichen Kosten zur Reinigung des Endproduktes von beispielsweise einem
Lösungsmittel an.
[0053] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Hilfsflüssigkeit in dem erfindungsgemäßen
Verfahren zur Förderung einer Flüssigkeit ein Edukt der chemischen Reaktion.
Mittels dieser besonders bevorzugten Ausführungsform werden bevorzugt Carbonsäuren
bzw. Carbonsäurederivate, die als Einsatzstoffe für eine Veresterung eingesetzt werden,
gefördert.
[0054] Bevorzugt eingesetzte Carbonsäuren sind:
aromatische Carbonsäuren, wie Benzoesäure, insbesondere aromatische Dicarbonsäuren,
wie Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure oder die isomeren Naphthalindicarbonsäuren;
oder
aliphatische Carbonsäuren, insbesondere aliphatische Dicarbonsäuren, wie Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure,
Maleinsäure oder Fumarsäure.
Die Carbonsäuren können dabei sowohl einzeln als auch im Gemisch untereinander verwendet
werden.
[0055] In dieser Ausführungsform können auch die entsprechenden Carbonsäurederivate von
Carbonsäuren, beispielsweise die entsprechenden Carbonsäureanhydride oder deren Ester,
beispielsweise die C
1-C
4-Ester der oben genannten Carbonsäuren, als Einsatzstoffe eingesetzt werden. Vorzugsweise
werden die entsprechenden Carbonsäureanhydride der obengenannten Carbonsäuren, insbesondere
Phthalsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid oder Bernsteinsäureanhydrid, eingesetzt.
In dieser Ausführungsform wird als Hilfsflüssigkeit ein Edukt der chemischen Reaktion
eingesetzt.
Bei der Förderung von Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten, die als Einsatzstoffe
in eine Veresterung eingesetzt werden, ist die Hilfsflüssigkeit erfindungsgemäß ein
Alkohol, mit dem die Carbonsäure bzw. das Carbonsäurederivat umgesetzt werden soll.
[0056] Als Alkohol können beispielsweise eingesetzt werden:
aliphatische Alkohole, wie C1- bis C20-Alkohole, bevorzugt C1- bis C4-Alkohole, wie Methanol, Ethanol, die isomeren Propanole oder die isomeren Butanole;
2-Ethylhexanol,
aliphatische Diole, wie C2- bis C20-Diole, vorzugsweise 1,2-Ethandiol, 1,3-Propandiol, 1,2-Propandiol, 1,4-Butandiol,
1,5-Pentandiol, 1,6-Hexandiol, Cyclohexandiol oder Neopentylglykol;
aliphatische Polyole, wie Trimethylolpropan, Trimethylolethan, Pentaerythrit, Glycerin
und Poly-Tetrahydrofuran;
cycloaliphatische Polyole wie Mono- und Di- und Oligosaccharide und deren wässrige
Lösungen; oder
Zuckeralkohole, wie Sorbitol, Glucitol oder Hexanhexol und deren wässrige Lösungen.
Die Alkohole können dabei sowohl einzeln als auch im Gemisch untereinander verwendet
werden, in Abhängigkeit davon welcher Ester bzw. Polyester hergestellt werden soll.
[0057] Wie voranstehend beschrieben, wird das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt zur Förderung
von aromatischen Verbindungen eingesetzt werden, die in eine Hydrierung eingesetzt
werden.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Hydrierung von aromatischen
Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass man eine aromatische Verbindung oder eine
Lösung einer aromatischen Verbindung mittels einer Verdrängerpumpe mit räumlich getrennten
Förderventilen und einer flüssigkeitsgefüllten Pendelleitung zwischen Verdrängerpumpe
und Förderventilen dem Reaktor zuführt, wobei sich in der Pendelleitung eine Hilfsflüssigkeit
befindet, die das Produkt der Hydrierung der aromatischen Verbindung ist und wobei
die Hilfsflüssigkeit einen Schmelzpunkt aufweist, der unterhalb des Schmelzpunkts
der aromatischen Verbindung bzw. unterhalb der Sättigungstemperatur der Lösung der
aromatischen Verbindung liegt.
Die Hydrierung wird üblicherweise bei geeigneten Drücken und Temperaturen durchgeführt.
Die Temperatur liegt im Allgemeinen im Bereich von 50 und 300°C, wobei der Temperaturbereich
von 120 bis 280°C bevorzugt wird, und der Druck beträgt üblicherweise von 1 bis 500
bar, vorzugsweise von 50 bis 325 bar, besonders bevorzugt von 150 bis 250 bar.
Das Hydrierungsverfahren kann kontinuierlich oder in Art eines Batch-Verfahrens durchgeführt
werden.
Bei kontinuierlicher Prozessführung beträgt die Menge der zur Hydrierung vorgesehenen
Verbindung bzw. Verbindungen vorzugsweise ungefähr 0,01 bis ungefähr 3 kg pro Liter
Katalysator pro Stunde, weiter bevorzugt ungefähr 0,05 bis ungefähr 1 kg pro Liter
Katalysator pro Stunde.
Als Hydriergase können beliebige Gase verwendet werden, die Wasserstoff enthalten
und keine schädlichen Mengen an Katalysatorgiften, wie beispielsweise CO, aufweisen.
Beispielsweise können Reformerabgase verwendet werden. Vorzugsweise wird reiner Wasserstoff
als Hydriergas verwendet.
Die Hydrierung erfolgt in der Regel in Gegenwart eines homogenen oder heterogenen
Katalysators, der für Hydrierungen geeignet ist. Vorzugsweise wird die Hydrierung
in Gegenwart eines heterogenen Katalysators durchgeführt.
Als homogene Katalysatoren kommen flüssige und/oder lösliche Hydrierkatalysatoren
in Betracht, beispielsweise Wilkinson-Katalysatoren, Crabtree-Katalysatoren oder Lindlar-Katalysatoren.
Als heterogene Katalysatoren werden beispielsweise Edelmetalle wie Platin, Palladium,
Ruthenium, Osmium, Iridium und Rhodium oder andere Übergangsmetalle wie Molybdän,
Wolfram, Chrom, besonders aber Eisen, Cobalt und Nickel verwendet, entweder einzeln
oder im Gemisch. Die Katalysatormetalle können dabei direkt in Form des Metalls oder
einer anorganischen Metallverbindung eingesetzt werden oder die Katalysatormetalle
werden auf einem inerten, anorganischen Trägermaterial wie beispielsweise Aluminumoxid,
SiO
2, TiO
2 und Aktivkohle aufgebracht.
Die Hydrierung kann ohne Lösungsmittel oder in Gegenwart eines Lösungsmittels durchgeführt
werden. Als Lösungsmittel können Alkohole, wie Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol,
Isobutanol oder t-Butanol, oder Ether, wie Diethylether, Glykoldimethylether, Dioxan
oder Tetrahydrofuran, verwendet werden. Als Lösungsmittel kann aber auch das bei der
Reaktion entstehende Endprodukt eingesetzt werden. Als Lösungsmittel kommen auch Mischungen
der voranstehend genannten Lösungsmittel in Betracht.
In das erfindungsgemäße Verfahren zur Hydrierung von aromatischen Verbindungen werden
bevorzugt die nachstehend genannten aromatischen Verbindungen eingesetzt.
[0058] Bevorzugt eingesetzte Einsatzstoffe sind:
aromatische Amine, wie Anilin, Benzidin, die isomeren Touidine, die isomeren Xylidine,
die isomeren Xylylendiamine, 1- bzw. 2-Aminonaphthalin, TDA-Isomere (2,4/2,6/2,3/3,4-Toluoldiamin)
oder MDA-Isomere (4,4'- Methylendianilin, 2,4'- Methylendianilin, 2,2'- Methylendianilin,
polymer-MDA) sowie von Mischungen derselben;
substituierte MDA-Verbindungen, wie 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan, 3,3',5,5'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan
und 2,2',3,3'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan;
aromatische Dinitrile, wie die isomeren Phthalodinitrile;
aromatische Hydroxyverbindungen, wie Bisphenol-A, Bisphenol-F oder substituierte Bisphenole;
aromatische Säureanhydride, wie Phthalsäureanhydrid; oder
aromatischen Säuren, wie Benzoesäure.
Besonders bevorzugt werden aromatische Amine als Einsatzstoffe in eine Hydrierung
gefördert. Ein Verfahren zur Hydrierung von aromatischen Aminen ist beispielsweise
in der DE-A1-2132547 offenbart.
Als Hilfsflüssigkeit wird erfindungsgemäß das Produkt der Hydrierung der aromatischen
Verbindung eingesetzt. Vorzugsweise wird das Hauptprodukt als Hilfsflüssigkeit eingesetzt,
das unter den Bedingungen der Hydrierung bevorzugt entsteht.
[0059] Das erfindungsgemäße Verfahren ist, wie voranstehend erläutert, auch bevorzugt zur
Förderung von Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivaten geeignet, die in ein Verfahren
zur Herstellung von Estern bzw. Polyestern eingesetzt werden, beispielsweise durch
Veresterung oder Umesterung.
[0060] Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Estern,
dadurch gekennzeichnet, dass man eine Carbonsäure oder ein Carbonsäurederivat oder
eine Lösung einer Carbonsäure oder eines Carbonsäurederivats mittels einer Verdrängerpumpe
mit räumlich getrennten Förderventilen und einer flüssigkeitsgefüllten Pendelleitung
zwischen Verdrängerpumpe und Förderventilen dem Reaktor zuführt, wobei sich in der
Pendelleitung eine Hilfsflüssigkeit befindet, die das Produkt der Esterherstellung
oder ein als Edukt verwendeter Alkohol ist und wobei die Hilfsflüssigkeit einen Schmelzpunkt
aufweist, der unterhalb des Schmelzpunkts der Carbonsäure bzw. des Carbonsäurederivats
bzw. unterhalb der Sättigungstemperatur der Lösung der Carbonsäure bzw. des Carbonsäurederivats
liegt.
Zur Herstellung der Ester können, wie beispielsweise in
Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Polyesters (Electronic Release DOI: 10.1002/14356007.a21_227), die voranstehend genannten Carbonsäuren bzw. Carbonsäurederivate
und die voranstehend genannten Alkohole katalysatorfrei oder vorzugsweise in Gegenwart
von Veresterungskatalysatoren, zweckmäßigerweise in einer Atmosphäre aus Inertgasen,
wie z. B. Stickstoff, Kohlenmonoxid, Helium, Argon u. a. in der Schmelze bei Temperaturen
von 150 bis 250°C, vorzugsweise 180 bis 220°C gegebenenfalls unter vermindertem Druck
bis zu der gewünschten Säurezahl, die vorteilhafterweise kleiner als 10, vorzugsweise
kleiner als 2 ist, kondensiert werden.
Zur Herstellung von Polyesterpolyolen werden die organischen Polycarbonsäuren und/oder
-derivate und mehrwertigen Alkohole vorteilhafterweise im Molverhältnis von 1 : 1
bis 1,8, vorzugsweise 1 : 1,05 bis 1,2 eingesetzt.
Als Katalysatoren können basische oder saure Katalysatoren, bevorzugt saure Katalysatoren,
wie Toluolsulfonsäuren, vorzugsweise metallorganische Verbindungen, insbesondere solche
auf Basis von Titan oder Zinn, wie Titantetrabutylat oder Zinn-(II)-octoat, eingesetzt
werden.
[0061] Bevorzugt eingesetzte Carbonsäuren sind:
aromatische Carbonsäuren, wie Benzoesäure, insbesondere aromatische Dicarbonsäuren,
wie Phthalsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure oder die isomeren Naphthalindicarbonsäuren;
oder
aliphatische Carbonsäuren, insbesondere aliphatische Dicarbonsäuren, wie Adipinsäure,
Bernsteinsäure, Glutarsäure, Korksäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Decandicarbonsäure,
Maleinsäure oder Fumarsäure.
Die Carbonsäuren können dabei sowohl einzeln als auch im Gemisch untereinander verwendet
werden.
In dieser Ausführungsform können auch die entsprechenden Carbonsäurederivate von Carbonsäuren,
beispielsweise die entsprechenden Carbonsäureanhydride oder deren Ester, beispielsweise
die C
1-C
4-Ester der oben genannten Carbonsäuren, als Einsatzstoffe eingesetzt werden. Vorzugsweise
werden die entsprechenden Carbonsäureanhydride der obengenannten Carbonsäuren, insbesondere
Phthalsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid oder Bernsteinsäureanhydrid, eingesetzt.
[0062] Als Hilfsflüssigkeit wird erfindungsgemäß das Produkt der Esterherstellung oder ein
Alkohol eingesetzt, der als Edukt in der Herstellung des Esters verwendet wird.
[0063] Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders zur Förderung von Verbindung geeignet,
die einen hohen Schmelzpunkt aufweisen, oder die in Form von konzentrierten Lösungen
vorliegen und eine hohe Sättigungstemperatur aufweisen. Solche Substanzen können -
bedingt durch den hohen Schmelzpunkt bzw. ihre hohe Sättigungstemperatur - Ablagerungen
an nicht ausreichend beheizten Stellen der Förderpumpe bilden. Allerdings erweist
sich die Beheizung von Förderpumpen als technisch aufwendig, da zum einen nicht alle
herkömmlichen Materialien, die für den Bau von Pumpen verwendet werden, thermisch
beständig sind, insbesondere Membranen und Dichtungen. Somit ist die Herstellung von
Hochtemperaturpumpen vergleichsweise teuer, trotz Abstrichen in der Leistung im Vergleich
zu konventionellen Pumpen, die bei Umgebungstemperatur betrieben werden können.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens können mit herkömmlichen Pumpen hoch schmelzende
Verbindungen bzw. hochkonzentrierte Lösungen gefördert werden, wobei die Tendenz zur
Bildung von Ablagerungen im Bereich des Pumpensystems verringert wird. Dies ermöglicht
eine lange Betriebsdauer mit langen Abständen zwischen den Wartungsintervallen. Weiterhin
wird der Verschleiß der Pumpen verringert, so dass die Lebensdauer erhöht wird.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Reaktionsmischung nicht durch reaktionsfremde
Stoffe verunreinigt wird, die ansonsten in aufwendigen Schritten von dem Wertprodukt
abgetrennt werden müssten.
[0064] Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele näher erläutert.
Beispiele
Beispiel 1: Hydrierung von Toluoldiamin zu cycloaliphatischen Diaminen
[0065]
| Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| 2,4-Toluoldiamin (TDA) |
97 |
2,4-Diamino-1-methyl-cyclohexan |
< 0 |
| 2,6-Toluoldiamin (TDA) |
104 |
2,6-Diamino-1-methyl-cyclohexan |
< 0 |
Beispiel 2: Hydrierung von ggf. substituiertem MDA zu cycloaliphatischen Aminen
[0066]
| R1 |
R2 |
Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| H |
H |
4,4'-Methylendianilin (MDA) |
89 |
4,4'-Diaminodicyclohexylmethan (PACM50) |
45 |
| |
|
|
|
4,4'-Diaminodicyclohexylmethan (PACM20) |
15 |
| CH3 |
H |
3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan |
159 |
3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan |
< 0 |
| CH3 |
CH3 |
3,3',5,5'-Tetramethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan |
121 |
3,3',5,5'-Tetramethyl-4,4'-diaminodicyclohexylmethan |
< 0 |
Beispiel 3: Hydrierung von aromatischen Dinitrilen zu cycloaliphatischen Diaminen
[0067]
| Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| m-Phthalodintril |
163 |
1,3-Bis-(aminomethyl)-cyclohexan |
< 0 |
| o-Phthalodintril |
140 |
1,2-Bis-(aminomethyl)-cyclohexan |
< 0 |
| p-Phthalodintril |
224 |
1,4-Bis-(aminomethyl)-cyclohexan |
< 0 |
Beispiel 4: Hydrierung von ggf. substituiertem Bisphenolen zu cycloaliphatischen Diolen
[0068]
| R1 |
Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| CH3 |
Bisphenol-A |
158 |
2,2-Bis-(4-hydroxycyclohexyl)-propan |
< 50 |
| H |
Bisphenyl-F |
162 |
Bis-(4-hydroxycyclohexyl)-methan |
< 50 |
Beispiel 5: Hydrierung von Säureanhydriden und aromatischen Säuren zu den entsprechenden
cycloaliphatischen Verbindungen
[0069]
| Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| Phthalsäureanhydrid |
131 |
Cyclohexan-1,2-dicarbonsäureanhydrid |
32 |
| Benzoesäure |
121 |
Cyclohexancarbonsäure |
28 |
Beispiel 6: Veresterung von Benzoesäure mit verschiedenen Alkoholen zu den entsprechenden
Estern der Benzoesäure
[0070]
| Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| Benzoesäure |
121 |
Benzoesäuremethylester |
-12 |
| |
121 |
Benzoesäureethylester |
-34 |
| |
121 |
Benzoesäurebutylester |
-20 |
Beispiel 7: Veresterung von Dicarbonsäuren mit verschiedenen Alkoholen zu den entsprechenden
Estern der Adipinsäure
[0071]
| Einsatzstoff (zu pumpende Flüssigkeit) |
Schmelzpunkt °C |
Reaktionsprodukt "Hilfsflüssigkeit" |
Schmelzpunkt °C |
| Adipinsäure (n=4) |
151 |
Dimethyladipat |
10 |
| |
151 |
Diethyladipat |
-20 |
| |
151 |
Dibutyladipat |
-25 |
| Glutarsäure (n=3) |
98 |
Dimethylglutarat |
-40 |
| |
98 |
Diethylglutarat |
-24 |
| Bernsteinsäure (n=2) |
184 |
Dimethylsuccinat |
19 |
| |
184 |
Diethylsuccinat |
-21 |
Beispiel 8: Herstellung von Polyestern aus Dicarbonsäuren und Diolen
[0072]
| Einsatzstoff * |
Schmelzpunkt °C |
"Hilfsflüssigkeit" = Diol |
Schmelzpunkt °C |
| Adipinsäure (n=4) |
151 |
Ethylenglykol |
-16 |
| Glutarsäure (n=3) |
98 |
Diethylenglykol |
-6 |
| Bernsteinsäure (n=2) |
184 |
1,4-Butandiol |
20 |
| Phthalsäureanhydrid |
131 |
1,3-Propandiol |
-26 |
| Terephthalsäure |
Sublimation bei >300°C |
Ethylenglykol |
-16 |
| *als Einsatzstoff kann beispielsweise eine Schmelze des Einsatzstoffes, eine konzentrierte
Lösung des Einsatzstoffes oder suspendierter feinteiliger Feststoff des Einsatzstoffes
("Slurry-Fahrweise") mit einer der in der rechten Spalte genannten Hilfsflüssigkeiten
oder einem Prozesslösungsmittel eingesetzt werden. |