[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verpackungsmodul für mit Verpackungsfolie
zu umhüllende Gebinde oder Artikelgruppen. Sie betrifft zudem ein entsprechendes Verfahren
zum Umhüllen von Gebinden oder Artikelgruppen mit Folie.
[0002] Bei der Verpackung von Artikeln oder Artikelgruppen, insbesondere Gebinden, werden
häufig Verpackungsmaschinen verwendet, bei denen die Verpackungsmaterialien mithilfe
von Einschlagmodulen um die Artikelgruppen gewickelt werden. Diese Verpackungsmaschinen
weisen Ketten oder Kragträger mit Einschlagstäben bzw. Mitnehmern auf, welche die
vorgeschnittenen Verpackungsmaterialien transportieren und auf das zu verpackende
Gut aufbringen. Beispielsweise werden auf die Packgüterabmessungen und Verarbeitungsleistungen
zugeschnittene starre Kurvenprofile verwendet, in denen so genannte Mitnehmerketten
geführt werden. Je nach Produkt und Leistung werden unterschiedliche Konturen verwendet,
die entsprechend ausgewechselt oder umgestellt werden müssen. Weiterhin sind höhenverstellbare
Konturen oder die Möglichkeit über frei einstellbare Kettenstützpunkte eine optimale
Verarbeitungskurve zu erzeugen bekannt.
[0003] DE 296 08 434 U1 offenbart eine Vorrichtung zum Umwickeln einer Folie um eine Gruppe von Gegenständen,
bei der ein Mitnehmerstab entlang einer Führung bewegt wird, die in ihrer Höhe einstellbar
ist.
[0004] EP 93 830 324 beschreibt ein Folieneinschlagmodul, das mit Hilfe einer Anzahl von Zahnrädern und
einer Anzahl von quer zur Bewegungsrichtung angeordneten Schienen verschiedene Positionen
einnehmen kann und somit eine Anpassung an die zu umhüllenden Artikel ermöglicht.
[0005] DE 100 37 714 C1 beschreibt ein Folieneinschlagmodul mit mindestens einem auf einer geschlossenen
Bahn umlaufenden Folien- Mitnehmerstab, wobei vorgesehen ist, dass die Bahnform, die
der Folien- Mitnehmerstab beschreibt, frei programmierbar und somit einfach auf die
zu verpackenden Gegenstände einstellbar ist.
[0006] Eine aus dem Stand der Technik bekannte Folieneinschlagvorrichtung 1 ist in Figur
1 dargestellt. Die zu verpackende Artikelgruppe 5 wird der Folieneinschlagvorrichtung
1 über ein Fördermittel 10, beispielsweise einem Endlosförderer 11, zugeführt. Die
Einschlagkette 12 wird über Kettenumlenkungen 14, 14* in einer Kulisse 15 über Kettenstützpunkte
16 geführt.
[0007] Das Verpackungsmaterial, insbesondere die Folie 6 wird über einen Mitnehmer 18 geführt
und um die Artikelgruppe 5 herum gewickelt. Die umhüllte Artikelgruppe 7 wird anschließend
weiteren Verarbeitungsvorrichtungen, beispielsweise einem Schrumpftunnel 2, zugeführt.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zur Verpackung von Gebinden
oder Artikelgruppen mit Verpackungsfolie zu entwickeln, die einfach, schnell und kostengünstig
auf verschiedene Packgüterabmessungen und Verarbeitungsleistungen anpassbar bzw. einstellbar
ist.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gelöst, die
die Merkmale in den Patentansprüchen 1 und 12 umfassen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
werden durch die Unteransprüche beschrieben.
[0010] Das Ziel der Erfindung wird mit einem Verpackungsmodul mit den nachfolgend definierten
Merkmalen erreicht. Das Verpackungsmodul dient zur Umhüllung von Gebinden oder Artikelgruppen
mit Verpackungsfolie, beispielsweise mit unter Erwärmung schrumpfbarer Schrumpffolie.
Die Verpackungsmaterialien werden in einer Folieneinschlagvorrichtung mit Einschlagstäben
oder Mitnehmern befördert und um die zu verpackenden Artikel geschlagen.
[0011] Die zu umhüllenden bzw. zu verpackenden Artikelgruppen oder Gebinde werden dabei
auf einer Horizontalfördereinrichtung stehend in Richtung einer Verpackungsstation,
beispielsweise einer Schrumpfstation, transportiert und in Transportrichtung mittels
einer Folieneinschlagvorrichtung mit einem Folienabschnitt definierter Länge umhüllt
und / oder eingeschlagen. Die Folieneinschlagvorrichtung umfasst wenigstens einen
an beiden Längsseiten der Horizontalfördereinrichtung mittels Endloszugmitteln geführten,
sich quer zur Transportrichtung erstreckenden Einschlagstab, an dem der Folienabschnitt
während des Umhüllungs- und Einschlagvorgangs klemmend gehalten und / oder geführt
ist. Die Endloszugmittel bilden die Führungskulisse für den Einschlagstab. Die Endloszugmittel
weisen jeweils Führungsabschnitte auf, welche die Position und Umlenkung der Endloszugmittel
definieren. Die Führungsabschnitte können beispielsweise eine definierte Länge aufweisen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform sind die Führungsabschnitte jedoch längenvariabel
einstellbar.
[0012] Gemäß der Erfindung sind die korrespondierenden Führungsabschnitte der beiden parallel
zueinander angeordneten Endloszugmittel paarweise gleichsinnig in ihrer vertikalen
und / oder horizontalen Lage und / oder um einen Drehpunkt in ihrer Winkellage verstellbar.
[0013] Durch variable Einstellung der Führungsabschnitte kann die Höhe und / oder die Länge
der sich oberhalb der Transportebene befindlichen Einschlagkettenlänge und somit die
Führungskulisse für den Einschlagstab flexibel eingestellt und an die zu verpackende
Artikelgruppe und / oder die Verarbeitungsleistung angepasst werden. Die die Führungskulisse
stellt insbesondere den zu verfahrenden Weg der Einschlagkette sowohl horizontal als
auch vertikal dar. Es ist somit durch einfaches Verstellen der Führungsabschnitte,
die beispielsweise auch elektronisch angesteuert werden können, möglich, die Folieneinschlagvorrichtung
auf unterschiedliche Artikelgrößen und / oder Verarbeitungsleistungen anzupassen.
[0014] Die Führungsabschnitte können in Transportrichtung sowohl gleich- als auch gegensinnig
zueinander angeordnet sein. Weiterhin können die Führungsabschnitte in Transportrichtung
sowohl gleich- als auch gegensinnig zueinander verstellbar sein.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Endloszugmittel Rollen- oder Gliederketten
o.ä.
[0016] Die Führungsabschnitte sind als Führungskulissen für die Endloszugmittel ausgebildet,
die wiederum die Führungskulisse für den Einschlagstab bilden. Gemäß einer weiteren
Ausführungsform sind die Führungsabschnitte insbesondere als längliche Auflagen für
die Zugmittel ausgebildet. Die Form der Führungsabschnitte kann dabei je nach Anwendung
unterschiedlich ausgebildet sein. Die Führungsabschnitte bestehen aus geeigneten Materialien,
die eine störungsfreie Bewegung der Endloszugmittel ermöglichen, und können beispielsweise
als Kunststoff-Gleitelemente o.ä. ausgebildet sein.
[0017] Die oberhalb der Transportebene angeordneten Führungsabschnitte sind vorzugsweise
schwenkbar und können um einen Drehpunkt in ihrer Winkellage verstellt werden. Das
Verschwenken der auf jeweils einer Seite angeordneten Führungsabschnitte kann insbesondere
gleichsinnig, gegensinnig etc. erfolgen. Dadurch kann die Kettenlänge oberhalb der
Transportebene und die relative Position der Artikelgruppe zum Zeitpunkt des Auf-
und Abtauchens der Mitnehmer ober- und unterhalb der Transportebene beeinflusst werden.
[0018] Weiterhin kann unterhalb der Transportebene mindestens ein Kettenspanner zur Regulierung
der Spannung der Einschlagkette vorgesehen sein. D.h. eine erste Funktion des Kettenspanners
besteht in der Erzeugung der notwendigen Spannung des Endloszugmittels. Weiterhin
dient der Kettenspanner dazu, die durch die Änderung der Einschlagverfahrkurve bedingte
überschüssige Kette oberhalb der Transportebene zu kompensieren.
[0019] Dies ist insbesondere wichtig um zu verhindern, dass die Einschlagketten durchhängen,
da dann keine korrekte Führung des Mitnehmerstabes möglich ist.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können die Führungsabschnitte während des
Betriebs des Folieneinschlagmoduls zyklisch verstellt werden. D.h. je nach ankommender
Artikelgruppe erfolgt eine entsprechende Einstellung der Führungsabschnitte, um eine
Kollision zwischen den Artikeln und dem Mitnehmerstab zu vermeiden.
[0021] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die auf dem Horizontalfördermittel herankommenden
Artikel sensorisch erfasst werden. Bei dem Sensor kann es sich beispielsweise um ein
bilderkennendes System handeln, das die ermittelten Daten, insbesondere die Anzahl,
Höhe und Breite der ankommenden Artikelgruppe an eine Recheneinheit weiter gibt. Anhand
der übermittelten Daten wird die optimale Führungskulisse für den Einschlagstab berechnet.
Die Recheneinheit steuert dann die entsprechende Einstellung der Führungsabschnitte
und gegebenenfalls des Kettenspanners, so dass die optimale Führungskulisse für den
Einschlag- bzw. Mitnehmerstab vorzugsweise automatisiert eingestellt wird und insbesondere
eine Kollision des Einschlagstabes mit den Artikeln vermieden wird.
[0022] Die sensorisch ermittelten Daten können weiterhin dazu verwendet werden, die benötigte
Länge an Schrumpffolie zu errechnen und einen entsprechend in der Länge abgestimmten
Folienabschnitt zuzuführen. Insbesondere kann die Recheneinheit zusätzlich eine Folienschneidvorrichtung
ansteuern und die benötigten Folienabschnitte in entsprechender Größe ablängen.
[0023] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Umhüllen von Gebinden oder Artikelgruppen
mit Verpackungsfolie, insbesondere mit unter Erwärmung schrumpfbarer Schrumpffolie.
Hierbei werden die zu umhüllenden Gebinde oder Artikelgruppen auf einer Horizontalfördereinrichtung
stehend in Richtung einer Verpackungsstation, beispielsweise einer Schrumpfstation,
transportiert und in Transportrichtung mittels einer Folieneinschlagvorrichtung mit
einem Folienabschnitt definierter Länge umhüllt und / oder eingeschlagen. Die Folieneinschlagvorrichtung
umfasst Endloszugmittel für einen Einschlagstab, wobei die Endloszugmittel jeweils
Führungsabschnitte aufweisen, welche die Position und Umlenkung der Endloszugmittel
definieren. Erfindungsgemäß wird die durch die Endloszugemittel gebildete Führungskontur
an die zu verpackenden Artikelgruppen angepasst, indem korrespondierende Führungsabschnitte
der beiden parallel zueinander angeordneten Endloszugmittel paarweise gleichsinnig
in ihrer vertikalen und / oder horizontalen Lage und / oder um einen Drehpunkt in
ihrer Winkellage verstellt werden. Insbesondere kann der sich über der Transportebene
befindliche Anteil der Endloszugmittel in ihrer Länge und in ihrer Führungskontur
entsprechend den zu verpackenden Artikelgruppen eingestellt werden.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden die auf der Horizontalfördereinrichtung
heran transportierten Artikelgruppen sensorisch erfasst. Die Daten werden an eine
Recheneinheit übermittelt, die benötigte Führungskulisse für den Einschlagstab des
Folieneinschlagmoduls berechnet. Anhand dieser Daten werden die korrespondierenden
Führungsabschnitte der beiden parallel zueinander angeordneten Endloszugmittel entsprechend
angesteuert und eingestellt. Insbesondere werden die korrespondierenden Führungsabschnitte
paarweise gleichsinnig in ihrer vertikalen und / oder horizontalen Lage und / oder
um einen Drehpunkt in ihrer Winkellage angepasst. Weiterhin kann die Spannung der
Endloszugmittel beispielsweise durch einen Kettenspanner angepasst werden.
[0025] Entscheidend für die Verarbeitung der Verpackungsfolie in der Folieneinschlagvorrichtung
sind also allgemein die Kettenlängen der Einschlagketten, in denen der Einschlagstab
geführt ist. Durch die beschriebene gezielte Einstellung, insbesondere auch aufgrund
der variablen Längeneinstellung der Einschlagketten bezogen auf die Transportebene,
können verschiedenste Packgüterabmessungen und Verarbeitungsleistungen realisiert
werden.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist in einer Trägerkonstruktion mindestens
eine Kettenführung vorgesehen, welche um einen Drehpunkt im Winkel einstellbar ist
und ergänzend auch in der Führungslänge einstellbar sein kann.
[0027] Die Position der Kettenführungsdrehpunkte kann frei innerhalb des Trägers verstellbar
oder fest ausgeführt sein, weiterhin können auch mindestens zwei Führungssysteme miteinander
verbunden sein. Alternativ können einzelne winkel- und längenverstellbare Punkte ausgelassen
werden, sofern es das zu verarbeitende Produkt in Kombination mit der benötigten Verarbeitungsleistung
erfordert.
[0028] An den Einschlagketten ist mindestens ein Mitnehmer befestigt, welche das Verpackungsmaterial
befördert und auf das Packgut aufbringt. Durch die Möglichkeit die Führungsabschnitte
im Winkel einzustellen, ändert sich die Länge der Einschlagkette über der Transportebene
und der Verlauf der Einschlagkette selbst.
[0029] Die Kurvenverläufe nehmen Einfluss auf das möglich zu verarbeitende Produktspektrum
und die Verarbeitungssicherheit des Einschlagvorganges mit einem Verpackungsmaterial.
Durch einen höher liegenden einlaufseitigen Umlenkpunkt wird der Kettenverlauf über
der Transportebene länger und somit der Folienabzug mittels Einschlagstab relativ
zur Gebindeposition verändert.
[0030] Bei kleineren Gebinden mit kürzeren benötigten Folienzuschnitten kann durch gezielte
Winkeleinstellung der Kettenverlauf über der Transportebene verkürzt werden und ein
Verlieren der Folie aufgrund eines zu kurz werdenden Folienrestes hinter der Mitnehmerumlenkung
vermieden werden.
[0031] Ergänzend kann durch eine Verkürzung der Führungselemente die Kettenlänge über der
Transportebene zusätzlich beeinflusst werden und der Kettenverlauf auf unterschiedliche
Packguthöhen angepasst werden.
[0032] Durch die Erfindung ist es möglich verschiedenste Verpackungsgeometrien sicher zu
verarbeiten. Beispielsweise können Kombinationen aus großen und kleinen Packgütern
mit gleichen Einschlagkettenlängen oder gleichen Stabteilungen der Kette verarbeitet
werden.
[0033] Weiterhin ließe sich durch gezieltes Verzögern der Einschlagkette in Transportrichtung
die Position des Einschlagstabes relativ zum Packgut beeinflussen, um beispielsweise
das Umwickeln des Gebindes zu optimieren.
[0034] Durch die Winkeleinstellbarkeit in Kombination mit der Längeneinstellbarkeit der
Kettenführung kann der Winkel der Einschlagkette zur Transportebene variiert werden.
Dadurch ist es möglich bei kritischen Einschlagvorgängen die Gefahr einer Kollision
des Gebindes mit dem Einschlagstab zu verhindern.
[0035] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechend nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
Figur 1 stellt schematisch ein Folieneinschlagmodul gemäß dem bekannten Stand der
Technik dar.
Figur 2 bis Figur 6 stellen jeweils ein Folieneinschlagmodul in verschiedenen Konfigurationen
gemäß vorliegender Erfindung dar.
[0036] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die
dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die erfindungsgemäße
Vorrichtung oder das erfindungsgemäße Verfahren ausgestaltet sein können und stellen
keine abschließende Begrenzung dar.
[0037] Figur 2 zeigt eine erste Ausführungsform einer Folieneinschlagvorrichtung 20.
[0038] Die zu verpackenden Artikel 5 werden zuerst in einer Gruppierstation (nicht dargestellt)
in gewünschter Anzahl und / oder Kombination zusammengestellt. Anschließend werden
die gebildeten Artikelgruppen 5 über ein Horizontalfördermittel 10, beispielsweise
ein Endlosförderband 11 in Transportrichtung TR zu der Folieneinschlagvorrichtung
20 transportiert und dort mit Schrumpffolie 6 umhüllt und anschließend einer weiterverarbeitenden
Verpackungsvorrichtung, insbesondere einem Schrumpftunnel 2, zugeführt.
[0039] Die Folieneinschlagvorrichtung 20 umfasst einen Träger 22, an dem mindestens eine
Kettenführung bzw. ein Führungsabschnitt 24 vorgesehen ist. Insbesondere umfasst die
Folieneinschlagvorrichtung 20 wenigstens einen an beiden Längsseiten der Horizontalfördereinrichtung
10, 11 mittels Einschlagketten 12 geführten, sich quer zur Transportrichtung TR erstreckenden
Mitnehmer 18, der auch als Einschlagstab bezeichnet wird. Die um die Artikelgruppe
zu hüllende Folie 6 wird während des Umhüllungs- und Einschlagvorgangs durch den Einschlagstab
18 geführt bzw. gehalten und auf die Artikelgruppe 5 aufgebracht.
[0040] Weiterhin umfasst die Folieneinschlagvorrichtung 20 wenigstens einen Führungsabschnitt
24, welcher um einen Drehpunkt D im Winkel einstellbar ist und ergänzend auch in der
Führungslänge einstellbar sein kann.
[0041] In allen hier gezeigten Beispielen sind jeweils zwei Führungsabschnitte 24 je Einschlagkette
12 vorgesehen, d.h. es handelt sich eigentlich um vier Führungsabschnitte 24, da jeweils
zwei parallel zueinander an beiden Längsseiten der Horizontalfördereinrichtung angeordnet
sind und mit der jeweiligen Einschlagkette 12 die Führungskulisse für den Folienmitnehmer
18 bilden.
[0042] Durch die Möglichkeit die Führungsabschnitte 24 im Winkel einzustellen, ändert sich
die Länge der Einschlagkette 12 über der Transportebene TE und der Verlauf der Kette
12 selbst. Die Kurvenverläufe nehmen Einfluss auf das möglich zu verarbeitende Produktspektrum
und die Verarbeitungssicherheit des Einschlagvorganges mit einem Verpackungsmaterial
6. Durch einen höher liegenden einlaufseitigen Umlenkpunkt (vgl. auch Fig.3) wird
der Verlauf der Einschlagkette 12 über der Transportebene TE länger und somit der
Folienabzug mittels Mitnehmer- bzw. Einschlagstab 18 relativ zur Position der Artikelgruppe
5 verändert.
[0043] Figuren 3 bis 5 zeigen verschiedene Möglichkeiten der Einstellung der Führungsabschnitte
24. Bei kleineren Artikelgruppen 5 mit kürzeren Folienzuschnitten 6 kann durch gezielte
Winkeleinstellung der Verlauf der Einschlagkette 12 über der Transportebene TE verkürzt
werden und ein Verlieren der Folie 6 aufgrund eines zu kurz werdenden Folienrestes
hinter der Mitnehmerumlenkung 18 vermieden werden (Fig.4; Folienrest nicht dargestellt).
[0044] Ergänzend kann durch eine Verkürzung der Führungselemente die Kettenlänge über der
Transportebene TE zusätzlich beeinflusst werden und der Kettenverlauf auf unterschiedliche
Packguthöhen angepasst werden (Fig.5).
[0045] Durch die Erfindung ist es möglich verschiedenste Verpackungsgeometrien sicher zu
verarbeiten. Beispielsweise können auch Kombinationen aus großen und kleinen Artikelgruppen
5 mit gleichen Längen der Einschlagkette 12 und / oder gleichen Mitnehmerabteilungen
der Einschlagkette 12 verarbeitet werden (unter Mitnehmerabteilungen versteht man
die Aufteilungszahl der Einschlagkette durch die Mitnehmer).
[0046] Beispielsweise ließe sich durch gezieltes Verzögern der zurückgelegten Strecke der
Einschlagkette 12 mit Mitnehmern 18 in Transportrichtung TR (Verfahren einer Umlenkung
siehe Figur 3) die Position des Einschlagstabes 18 relativ zur zu verpackenden Artikelgruppe
5 beeinflussen, um beispielsweise das Umwickeln der Artikelgruppe 5 zu optimieren.
[0047] Figur 6a/b stellt die Möglichkeit dar, die Führungsabschnitte 24 im Winkel zu verstellen.
In Kombination mit der Längeneinstellbarkeit der Kettenführung kann der Winkel der
Kette 12 zur Transportebene TE variiert werden. Dadurch ist es möglich bei kritischen
Einschlagvorgängen die Gefahr einer Kollision der Artikelgruppe 5 mit dem Einschlagstab
18 zu verhindern (vgl. Fig. 6a mit 6b speziell in Hinblick auf den Mitnehmer 18).
[0048] Figur 7 zeigt die sensorische Erfassung der herantransportierten zu verpackenden
Artikelgruppe 5 mittels eines Sensors 30. Bei dem Sensor 30 kann es sich beispielsweise
um ein bilderkennendes System handeln, das die ermittelten Daten, insbesondere die
Anzahl, Höhe und Breite der ankommenden Artikelgruppe 5 an eine Recheneinheit 32 weiterleitet.
Anhand der übermittelten Daten wird die optimale Führungskulisse für den Einschlag-
bzw. Mitnehmerstab 18 berechnet. Die Recheneinheit 32 steuert dann die entsprechende
Einstellung der Führungsabschnitte 24 und gegebenenfalls eines unterhalb der Transportebene
TE angeordneten Kettenspanners (nicht dargestellt), so dass die optimale Führungskulisse
für den Einschlagstab 18 eingestellt wird und insbesondere eine Kollision des Einschlagstabes
18 mit Artikeln der Artikelgruppe 5 vermieden wird.
[0049] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der
Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste:
[0050]
- 1
- Folieneinschlagvorrichtung
- 2
- Schrumpftunnel
- 5
- Artikelgruppe
- 6
- Folie
- 7
- umhüllte Artikelgruppe
- 10
- Fördermittel
- 11
- Endlosförderer
- 12
- Einschlagkette
- 14, 14*
- Kettenumlenkung
- 15
- Kulisse
- 16
- Kettenstützpunkt
- 18
- Mitnehmer
- 20
- Folieneinschlagmodul
- 22
- Träger
- 24
- Führungsabschnitt
- 30
- Sensor
- 32
- Recheneinheit
- D
- Drehpunkt
- TE
- Transportebene
- TR
- Transportrichtung
1. Verpackungsmodul für mit Verpackungsfolie (6) zu umhüllende Gebinde oder Artikelgruppen
(5), die auf einer Horizontalfördereinrichtung (10, 11) stehend in Richtung einer
Verpackungsstation (2) transportiert und in Transportrichtung (TR) mittels einer Folieneinschlagvorrichtung
(1, 20) mit einem Folienabschnitt (6) definierter Länge umhüllt werden, wobei die
Folieneinschlagvorrichtung (1, 20) wenigstens einen an beiden Längsseiten der Horizontalfördereinrichtung
(10, 11) mittels Endloszugmitteln (12) geführten, sich quer zur Transportrichtung
(TR) erstreckenden Einschlagstab (18) umfasst, an dem der Folienabschnitt (6) während
des Umhüllungs- und Einschlagvorgangs klemmend gehalten und / oder geführt ist und
wobei die Endloszugmittel (12) jeweils Führungsabschnitte (24) aufweisen, welche die
Position und Umlenkung der Endloszugmittel (12) definieren, dadurch gekennzeichnet, dass die korrespondierenden Führungsabschnitte (24) der beiden parallel zueinander angeordneten
Endloszugmittel (12) paarweise gleichsinnig in ihrer vertikalen und / oder horizontalen
Lage und / oder um einen Drehpunkt (D) in ihrer Winkellage verstellbar sind.
2. Verpackungsmodul nach Anspruch 1, wobei die Führungsabschnitte (24) in Transportrichtung
(TR) sowohl gleich- als auch gegensinnig zueinander angeordnet sind.
3. Verpackungsmodul nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Führungsabschnitte (24) in Transportrichtung
(TR) sowohl gleich- als auch gegensinnig verstellbar sind.
4. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Verpackungsfolie
(6) unter Erwärmung schrumpfbare Schrumpffolie ist.
5. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Endloszugmittel
(12) Rollen- oder Gliederketten sind.
6. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Führungsabschnitte
(24) Führungskulissen oder längliche Auflagen sind.
7. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Führungsabschnitte
(24) in der Länge einstellbar sind.
8. Verpackungsmodul nach Anspruch 7, wobei die verstellbaren Führungsabschnitte (24)
oberhalb der Transportebene (TE) angeordnet sind.
9. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei unterhalb der Transportebene
(TE) ein Kettenspanner angeordnet ist.
10. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Führungsabschnitte
(24) im Betrieb zyklisch verstellbar sind.
11. Verpackungsmodul nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Führungsabschnitte
(24) Kunststoff-Gleitelemente sind.
12. Verfahren zum Umhüllen von Gebinde oder Artikelgruppen (5) mit Verpackungsfolie (6),
wobei die zu umhüllenden Gebinde oder Artikelgruppen (5) auf einer Horizontalfördereinrichtung
(10, 11) stehend in Richtung einer Verpackungsstation (2) transportiert werden und
in Transportrichtung (TR) mittels einer Folieneinschlagvorrichtung (1, 20) mit einem
Folienabschnitt (6) definierter Länge umhüllt werden, wobei die Folieneinschlagvorrichtung
(1, 20) Endloszugmittel (12) für einen Einschlagstab (18) umfasst und wobei die Endloszugmittel
(12) jeweils Führungsabschnitte (24) aufweisen, welche die Position und Umlenkung
der Endloszugmittel (12) definieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Endloszugmittel (12) in ihrer Länge und in ihrer Führungskontur entsprechend
den zu verpackenden Artikelgruppen (5) eingestellt werden, indem korrespondierende
Führungsabschnitte (24) der beiden parallel zueinander angeordneten Endloszugmittel
(12) paarweise gleichsinnig in ihrer vertikalen und / oder horizontalen Lage und /
oder um einen Drehpunkt (D) in ihrer Winkellage verstellt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Führungsabschnitte (24) in Transportrichtung
sowohl gleich- als auch gegensinnig zueinander verstellt werden.
14. Verfahren zum Umhüllen von Gebinde oder Artikelgruppen (5) mit Verpackungsfolie (6),
wobei die zu umhüllenden Gebinde oder Artikelgruppen (5) auf einer Horizontalfördereinrichtung
(10, 11) stehend in Richtung einer Verpackungsstation (2) transportiert werden und
in Transportrichtung (TR) mittels einer Folieneinschlagvorrichtung (1, 20) mit einem
Folienabschnitt (6) definierter Länge umhüllt werden, wobei die Folieneinschlagvorrichtung
(1, 20) Endloszugmittel (12) für einen Einschlagstab (18) umfasst und wobei die Endloszugmittel
(12) jeweils Führungsabschnitte (24) aufweisen, welche die Position und Umlenkung
der Endloszugmittel (12) definieren,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
● sensorische Erfassung der zu verpackenden Gebinde oder Artikelgruppe (5);
● Übermittlung der erfassten Daten an eine Recheneinheit (32);
● Berechnung der benötigten Führungskulisse für den Einschlagstab (18) des Folieneinschlagmoduls;
● Einstellung der Führungskulisse durch Einstellung der korrespondierenden Führungsabschnitte (24) der beiden parallel zueinander
angeordneten Endloszugmittel (12) paarweise gleichsinnig in ihrer vertikalen und /
oder horizontalen Lage und / oder um einen Drehpunkt (D) in ihrer Winkellage und /
oder Einstellung der Länge der Führungsabschnitte (24).