(19)
(11) EP 2 455 188 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.05.2012  Patentblatt  2012/21

(21) Anmeldenummer: 10015216.4

(22) Anmeldetag:  02.12.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B24B 13/005(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 23.11.2010 EP 10014890

(71) Anmelder: Schneider GmbH & Co. KG
35112 Fronhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Schneider, Gunter
    35037 Marbug (DE)
  • Achenbach, Ferdinand
    35236 Breidenbach-Wolzhausen (DE)

(74) Vertreter: Gesthuysen, von Rohr & Eggert 
Patentanwälte Huyssenallee 100
45128 Essen
45128 Essen (DE)

   


(54) Vorrichtung und Verfahren zum Blocken einer Linse


(57) Es werden eine Vorrichtung (1) und ein Verfahren zum Blocken einer optischen Linse (2) vorgeschlagen, wobei zum Lösen der geblockten Linse (2) ein Ausstoßimpuls (A) außermittig auf einen der Linse zugeordneten Blockring (71) ausgeübt wird.
In einem Ausführungsbeispiel umfasst die Vorrichtung (1) zusätzlich eine Auswerfeinrichtung (10) zum Ausüben einer Auswerferkraft (K) auf das Blockstück (3).




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Blocken einer optischen Linse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Blocken einer optischen Linse gemäß dem Oberbegriff das Anspruchs 10.

[0002] Eine optische Linse, beispielsweise für eine Brille, soll bestimmte optische Eigenschaften aufweisen. Die damit einhergehenden gewünschten optischen Daten der Linse werden beispielsweise von einem Augenoptiker bestimmt. Diese Daten umfassen zum Beispiel die Angabe der Dioptrien, Daten zu Sphäre und Zylinder, zum pantoskopischen Winkel etc. Weiter können diese gewünschten optischen Daten auch den Abstand und/oder die Lage zu einem zugeordneten Auge, insbesondere bei Einbau in ein bestimmtes Brillengestell, also z. B. den pantoskopischen Winkel, Gesichtsformwinkel bzw. Fassungsscheibenwinkel, Pupillenabstand, etc. enthalten.

[0003] Früher wurden Linsen mit vorbestimmten optischen Daten, beispielsweise mit in verschiedenen Stufen erhältlichen Dioptrien, eingesetzt. Zunehmend werden jedoch Linsen eingesetzt, die die jeweils gewünschten, individualisierten optischen Daten bzw. die damit einhergehenden optischen Eigenschaften aufweisen. Derartige Linsen werden dann in Abhängigkeit von den jeweils gewünschten optischen Daten bearbeitet bzw. gefertigt, wobei die Linsen insbesondere spanend, vorzugsweise durch Drehen und/oder Fräsen, bearbeitet werden. Hierzu werden die Linsen eingespannt, wobei diese zunächst geblockt werden, wie nachfolgend erläutert.

[0004] Die DE 10 2008 022 660 A1 offenbart ein Verfahren zum Bearbeiten einer Linse, wobei die zu bearbeitende Linse auf einem so genannten Blockstück als Halter temporär befestigt (geblockt) wird. Beim Blocken wird die Linse insbesondere mittels eines Blockmaterials mit dem Blockstück verbunden. Anschließend wird das Blockstück mittels eines zentral angreifenden Ausstoßers ausgestoßen. Das Blockstück kann dann eingespannt werden, um die Linse zu bearbeiten.

[0005] Die vorliegende Erfindung betrifft das Blocken einer Linse. Unter dem "Blocken" ist das temporäre Verbinden der Linse mit einem zugeordneten Blockstück, insbesondere mittels eines Blockmaterials, zu verstehen. Das Blockstück bildet also insbesondere einen Halter, besonders bevorzugt für eine spätere Bearbeitung der Linse.

[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Blocken einer optischen Linse anzugeben, wobei das Ausgeben der geblockten Linse und insbesondere das Lösen von einem Blockmittel, wie einem Blockring, vereinfacht bzw. erleichtert werden.

[0007] Die obige Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder durch ein Verfahren gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

[0008] Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass eine Ausstoßeinrichtung außermittig an einer geblockten Linse mittelbar oder unmittelbar angreift bzw. mindestens ein Ausstoßimpuls außermittig auf die geblockte Linse mittelbar oder unmittelbar ausgeübt wird. Hierdurch kann ein Lösen der geblockten Linse zusammen mit dem zugeordneten Blockstück bzw. aus einer vorschlagsgemäβen Vorrichtung erreicht, erleichtert oder unterstützt werden.

[0009] Besonders bevorzugt wirkt die Ausstoßeinrichtung bzw. der Ausstoßimpuls nur mittelbar auf die Linse, besonders bevorzugt auf ein Begrenzungsmittel für die Linse mit dem Blockstück verbindendes Bloclanaterial. Bei dem Begrenzungsmittel handelt es sich insbesondere um einen Blockring oder dergleichen. Hierdurch kann ein Lösen des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings von der geblockten Linse bzw. dem Blockmaterial erreicht, erleichtert oder unterstützt werden.

[0010] Gemäß einem zweiten, auch unabhängig realisierbaren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise eine Folge von Ausstoßimpulsen erzeugt, die mittelbar oder unmittelbar auf die geblockte Linse wirken. Hierdurch wird insbesondere ein Vibrieren oder Schwingen erzeugt. So kann wiederum das Lösen der geblockten Linse von oder aus der Vorrichtung zum Blocken erreicht, erleichtert oder unterstützt werden. Insbesondere kann so das Lockern oder Lösen des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings von der geblockten Linse bzw. dem Blockmaterial erreicht oder unterstützt werden.

[0011] Gemäß einem dritten, auch unabhängig realisierbaren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise zusätzlich zu dem Ausstoßimpuls auch eine Auswerferkraft auf das Blockstück, insbesondere zentral, ausgeübt. Die Auswerferkraft wird vorzugsweise durch eine separat von der Ausstoßeinrichtung betätigbare Auswerfereinrichtung erzeugt. So wird ein Lösen und Entnehmen der geblockten Linse zusammen mit dem zugeordneten Blockstück wesentlich erleichtert oder unterstützt.

[0012] Gemäß einem weiteren Aspekt erfolgt das Lösen und/oder Auswerfen durch Angriff mindestens eines Ausstoßimpulses und/oder einer Auswerferkraft in verschiedenen Bereichen oder an verschiedenen Stellen. Besonders bevorzugt sind sowohl eine Ausstoßeinrichtung als auch eine Auswerfereinrichtung vorgesehen. So wird ein Lösen und Entnehmen der geblockten Linse zusammen mit dem zugeordneten Blockstück wesentlich erleichtert oder unterstützt.

[0013] Die vorschlagsgemäße Lösung sowie die genannten und nachfolgenden Aspekte der vorliegenden Erfindung gestatten jeweils ein verbessertes Lösen und/oder Entnehmen der geblockten Linse, insbesondere auch wenn zum Blocken ein Blockmaterial eingesetzt wird, das besonders gut klebt oder haftet, insbesondere stärker als bisher üblicherweise verwendete Legierungen.

[0014] Einzelne der vorgenannten und nachfolgenden Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung können beliebig miteinander kombiniert, aber auch unabhängig voneinander realisiert werden.

[0015] Weitere Aspekte, Merkmale, Vorteile und Eigenschaften der vorliegenden Erfmdung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Die einzige Figur zeigt:

eine schematische Ansicht einer vorschlagsgemäßen Vorrichtung mit einer geblockten Linse.



[0016] Die Figur zeigt in einem sehr schematischen Schnitt eine vorschlagsgemäße Vorrichtung 1 zum Blocken einer optischen Linse 2. Das Blocken (temporäres Verbinden oder Befestigen) der Linse 2 erfolgt insbesondere, um eine (spätere) Bearbeitung der Line 2 zu ermöglichen.

[0017] Ausgangspunkt für die Entstehung bzw. Bearbeitung einer optischen Linse 2 ist ein Linsenrohling. Dieser wird spanend oder in einer sonstigen formgebenden Bearbeitung und in weiteren Bearbeitungsschritten so bearbeitet, dass am Ende eine fertige optische Linse 2 mit den gewünschten optischen Eigenschaften steht. Der Begriff "Linse" bezeichnet im Rahmen der vorliegenden Beschreibung vorzugsweise sowohl den Linsenrohling vor Durchführung der notwendigen Bearbeitungsschritte, als auch am Ende die fertige Linse 2.

[0018] Die Linse 2 bzw. der Linsenrohling besteht vorzugsweise aus Kunststoff. Jedoch kann grundsätzlich auch ein sonstiger in geeigneter Weise zu bearbeitender Werkstoff, ggf. auch Glas bzw. Mineralglas, verwendet werden. Wenn die fertige Linse 2 für eine Brille (nicht dargestellt) eingesetzt bzw. verwendet werden soll, was vorzugsweise der Fall ist, wird die Linse 2 bei der vorliegenden Erfindung auch als Brillenglas bezeichnet, selbst wenn die Linse 2 gegebenenfalls nicht aus Glas besteht.

[0019] Die Vorrichtung 1 ist zum Blocken bzw. zum Verbinden der Linse 2 mit einem zugeordneten Blockstücks 3 augebildet,

[0020] In dem schematischen Schnitt ist die Linse 2 bereits mit dem Blockstück 3 verbunden. Dieser mit dem Blockstück 3 verbundene Zustand wird auch als "geblockt" bezeichnet. Das Blocken, also temporäre Befestigen, der Linse 2 am Blockstück 3 erfolgt vorzugsweise durch ein Blockmaterial 4, insbesondere eine vorzugsweise bei niedriger Temperatur schmelzende Legierung, wie sogenanntes Alloy-Blockmaterial, ein Harz, einen Klebstoff, einen Kunststoff, einen Klebestreifen oder dergleichen.

[0021] Die Vorrichtung 1 zum Blocken der Linse 2 weist beim Darstellungsbeispiel vorzugsweise ein Lagerteil 5 zur Aufnahme bzw. Lagerung des Blockstücks 3 auf. Das Lagerteil 5 ist vorzugsweise kalottenartig schwenkbar gelagert, beim Darstellungsbeispiel insbesondere in oder an einer vorzugsweise kalottenartigen Lagerung 6 der Vorrichtung 1. Jedoch sind auch andere konstruktive Lösungen möglich.

[0022] Die mit dem Blockstück 3 zu verblockende Linse 2 wird zumindest bereichsweise beabstandet zu dem Blockstück 3 von der Vorrichtung 1 gehalten, so dass das Blockmaterial 4 eine Zwischenraum zwischen der Linse 2 und dem Blockstück 3 ausfüllen und dadurch diese beiden miteinander verbinden kann. Vorzugsweise ist dieser Zwischenraum für das Blockmaterial 4 von einem Begrenzungsmittel der Vorrichtung 1 umgeben, insbesondere um ein unerwünschtes Abfließen des zunächst flüssigen Blockmaterials 4 aus dem Zwischenraum zu verhindern. Das genannte Begrenzungsmittel ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen ringartig ausgebildet und insbesondere durch einen Blockring 7 gebildet. Der Blockring 7 ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen ringscheibenartig oder flanschartig ausgebildet.

[0023] Das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 bildet vorzugsweise ein Auflager für die Linse 2. Insbesondere liegt das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 umlaufend an der Linse 2 an und/oder auf der Vorrichtung 1 bzw. Lagerung 6 bzw, einem sich anschließenden Plattenbereich auf.

[0024] Das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 dichtet vorzugsweise zwischen der Linse 2 einerseits und der Vorrichtung 1 andererseits ab, so dass das zumindest beim Einfüllen vorzugsweise zunächst flüssige Blockmaterial 4 nicht entweichen kann.

[0025] Zum Einfüllen weist beim Darstellungsbeispiel die Vorrichtung 1 bzw. das Begrenzungsmittel bzw, der Blockring 7 vorzugsweise eine entsprechende Einfüllöffnung 7A für das Blockmaterial 4 auf. Diese Einfüllöffnung 7A kann jedoch beispielsweise auch im Blockstück 3 oder durch das Blockstück 3 hindurch gebildet sein.

[0026] Beim Darstellungsbeispiel liegt die Einfüllöffnung 7A vorzugsweise oben oder in einem oberen Bereich, so dass beim Einfüllen des Blockmaterials 4 die Luft entweichen kann.

[0027] Die Vorrichtung 1 bzw. das Lagerteil 5, die Lagerung 6 und/oder das Blockstück 3 kann bzw. können bedarfsweise gekühlt werden, um ein vorzugsweise schnelles oder schnelleres Abkühlen und damit Verfestigen des Blockmaterials 4 zu erreichen.

[0028] Das Blockstück 3 dient insbesondere als Halter der Linse 2 für eine spätere Bearbeitung der Linse 2. Für die spätere Bearbeitung der Linse 2 wird das Blockstück 3 in eine nicht dargestellte Aufnahme, wie ein Futter oder dergleichen, eingespannt, beispielsweise in eine Werkstückspindel. Anschließend kann die spanende bzw. sonstige formgebende Bearbeitung der Linse 2, insbesondere durch Drehen und/oder Fräsen, erfolgen.

[0029] Die geblockte Linse 2, also mit dem Blockstück 3 verbundene Linse 2 bildet eine Einheit, die nachfolgend auch kurz als "Block" bezeichnet wird.

[0030] Nach dem Blocken muss der Block bzw. die geblockte Linse 2 entnommen werden. Hierzu muss das Blockstück 3 von der Vorrichtung 1 bzw. deren Lagerteil 5 gelöst und auch die geblockte Linse 2 bzw. das Blockmaterial 4 bzw. der Block von dem Begrenzungsmittel bzw. Blockring 7 gelöst werden. Das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 kann lose auf der Vorrichtung 1 bzw. um die Lagerung 6 herum aufgelegt sein, wobei die Vorrichtung 1 bzw. Lagerung 6 einerseits und das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 andererseits vorzugsweise derart ausgebildet sind, das eine entsprechende koaxiale Positionierung insbesondere durch entsprechenden axialen Eingriff und/oder radialen Hintergriff oder auf sonstige Art und Weise erreicht oder sichergestellt wird. In dem Fall des vorzugsweise nur lose aufliegenden Begrenzungsmittels bzw. Blockrings 7 muss auch ein Trennen des Blockrings 7 insbesondere von dem Blockmaterial 4 nach dem Verfestigen des Blockmaterials 4 sichergestellt werden. Dies ist grundsätzlich möglich, da das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 eine vorzugsweise entsprechend geneigte, beispielsweise im Wesentlichen konische oder konkave Innenfläche aufweist, die ein Trennen von dem anliegenden Blockmaterial 4 ermöglicht bzw. erleichtert. Nichtsdestotrotz kann dieses Trennen bzw. Lösen jedoch relativ schwierig sein.

[0031] Die Vorrichtung 1 weist vorschlagsgemäß eine Ausstoßeinrichtung 8 zum Lösen oder Unterstützen des Lösens der mit dem Blockstück 3 geblockten Linse 2 von der Vorrichtung 1 und/oder des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings 7 auf. Die Ausstoßeinrichtung 8 greift vorzugsweise außermittig an der Linse 2 mittelbar oder unmittelbar an. Insbesondere wird mindestens ein Ausstoßimpuls, wie durch Pfeil A angedeutet, erzeugt, der außermittig an der geblockten Linse 2 mittelbar oder unmittelbar angreift.

[0032] Zur Erzeugung des Ausstoßimpulses A weist die Ausstoßeinrichtung 8 vorzugsweise einen Stößel 9 auf, der entsprechend bewegbar ist, vorzugsweise pneumatisch bzw. durch Druckluft, insbesondere gegen die Kraft einer Rückstellfeder, durch eine doppeltwirkende Zylinderanordnung oder dergleichen. Die Ausstoßeinrichtung 8 ist also vorzugsweise pneumatisch antreibbar oder betätigbar.

[0033] Vorzugsweise greift die Ausstoßeinrichtung 8 bzw. der Ausstoßimpuls A, wie bereits erwähnt, außermittig an der Linse 2 mittelbar oder unmittelbar an. Besonders bevorzugt erfolgt ein mittelbares Angreifen über das Begrenzungsmittel bzw. den Blockring 7. Besonders bevorzugt greift die Ausstoßeinrichtung 8 bzw. deren Stößel 9 bzw. der Ausstoßimpuls A unmittelbar an dem Begrenzungsmittel bzw. dem Blockring 7 an, und zwar besonders bevorzugt auf der der Linse 2 abgewandten Seite bzw. in die Ausstoß- und/oder Entnahmerichtung.

[0034] Die Ausstoß-, Impuls- und/oder Entnahmerichtung verläuft vorzugsweise quer, insbesondere senkrecht, zu der der Linse 2 zugewandten Stirnfläche des Blockstücks 3 und/oder zu der dem Blockstück 3 zugewandten Seite der Linse 2 oder einer Hauptebene der Linse 2. Alternativ oder zusätzlich verläuft die genannte Richtung vorzugsweise zumindest im Wesentlichen parallel zu einer Einspann- oder Rotationsachse des Blockstücks 3 bei einer späteren Bearbeitung der Linse 2. Diese Achse entspricht der in der Figur angedeuteten Bearbeitungsachse B.

[0035] Die Ausstoßeinrichtung 8 greift also vorzugsweise an dem Begrenzungsmittel für die Linse 2 bzw. dem Blockring 7 unmittelbar an, insbesondere um das Begrenzungsmittel bzw. den Blockring 7 von der mit dem Blockstück 3 geblockten Linse 2 bzw. von dem Blockmaterial 4 zu lockern oder zu lösen.

[0036] Beim Darstellungsbeispiel greift die Ausstoßeinrichtung 8 bzw. der Ausstoßimpuls A vorzugsweise radial außerhalb der Linse 2 an dem sich radial entsprechend weit nach außen erstreckenden Begrenzungsmittel bzw. Blockring 7 an. Insbesondere können so in sehr vorteilhafter Weise Vibrationen oder Schwingungen erzeugt werden, die das gewünschte Lösen der Linse 2 bzw. des Blocks von der Vorrichtung 1 und/oder des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings 7 von dem Block bzw. Blockmaterial 4 bewirken oder zumindest unterstützen.

[0037] Das Begrenzungsmittel bzw. der Blockring 7 ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen formstabil oder steif ausgebildet und/oder besonders bevorzugt aus Metall hergestellt.

[0038] Die Ausstoßeinrichtung 8 bzw, deren Stößel 9 bzw. der Ausstoßimpuls A übt vorzugsweise ein Kippmoment auf die Linse 2, den Block, das Blockstück 3 und/oder das Begrenzungsmittel bzw. den Blockring 7 aus.

[0039] Die Ausstoßeinrichtung 8 bzw. der Ausstoßimpuls A bewirkt vorzugsweise ein Anheben der geblockten Linse 2 bzw, des Blocks.

[0040] Gemäß einem auch unabhängig realisierbaren Aspekt der vorliegenden Erfindung können vorzugsweise mehrere Ausstoßimpulse A bzw. eine Folge von Ausstoßimpulsen A und/oder ein Vibrieren oder Schwingen, insbesondere des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings 7, erzeugt werden. Vorzugsweise ist die Ausstoßeinrichtung 8 zur Erzeugung mehrerer Ausstoßimpulse A bzw, einer Folge von Ausstoßimpulsen A ausgebildet und/oder betätigbar. So kann das Lösen des Blocks bzw. der geblockten Linse 2 von der Vorrichtung 1 bzw. deren Lagerteil 5 und/oder das Lösen des Begrenzungsmittels bzw. Blockrings 7 von der geblockten Linse 2 bzw. dem Block bzw. dem Blockmaterial 4 erreicht oder zumindest unterstützt werden.

[0041] Die mehreren Ausstoßimpulse A oder Folge von Ausstoßimpulsen A kann grundsätzlich im Sinne der Erfindung beliebig auf die geblockte Linse 2 bzw. den Block mittelbar oder unmittelbar einwirken oder ausgeübt werden, besonders bevorzugt erfolgt dies jedoch wieder außermittig und/oder mittelbar über das Begrenzungsmittel bzw. den Blockring 7.

[0042] Die Vorrichtung 1 weist vorzugsweise zusätzlich zu der Ausstoßeinrichtung 8 eine Auswerfereinrichtung 10 auf, um zusätzlich eine Auswerferkraft, wie durch Pfeil K in der Figur angedeutet, auf das Blockstück 3 und/oder zentral auf die geblockte Linse 2 bzw, den Block auszuüben. Die Auswerfereinrichtung 10 weist zur Erzeugung der Auswerferkraft K vorzugsweise einen Stößel 11 auf, der entsprechend, insbesondere linear bzw. hin- und herbewegbar ist. Besonders bevorzugt ist die Auswerfereinrichtung 10 bzw. deren Stößel 11 pneumatisch bewegbar bzw. betätigbar, beispielsweise gegen die Kraft einer Rückstellfeder und/oder durch einen doppeltwirkenden Zylinder oder dergleichen.

[0043] Es ist anzumerken, dass die Ausstoßeinrichtung 8 und/oder die Auswerfereinrichtung 10 bedarfsweise auch elektrisch oder elektromagnetisch angetrieben oder betätigt werden kann bzw. können.

[0044] Die Richtung der Auswerferkraft K bzw. Bewegungsrichtung des Stößels 11 verläuft vorzugsweise zumindest im Wesentlichen parallel zu dem Ausstoßimpuls A und/oder zumindest im Wesentlichen parallel zu oder entlang der Bearbeitungsachse B.

[0045] Die Auswerfereinrichtung 10 bzw. Auswerferkraft K wird vorzugsweise von der der Linse 2 abgewandten Seite auf die geblockte Linse 2 bzw. den Block bzw. das Blockstück 3, insbesondere durch eine zentrale Ausnehmung in der Vorrichtung 1 bzw. in deren Lagerteil 5 hindurch ausgeübt. Jedoch sind auch andere konstruktive Lösungen möglich.

[0046] Besonders bevorzugt wird zunächst mindestens ein Ausstoßimpuls A und dann nachfolgend die Auswerferkraft K ausgeübt. Die Ausstoßeinrichtung 8 wird vorzugsweise also zuerst oder vor der Auswerfereinrichtung 10 betätigt.

[0047] Jedoch können die beiden Einrichtungen 8 und 10 bedarfsweise auch gleichzeitig betätigt oder betrieben werden.

[0048] Beispielsweise ist es aber auch möglich, dass zunächst eine Folge von Ausstoßimpulsen A außermittig auf die geblockte Linse 2 bzw. das Begrenzungsmittel bzw. den Blockring 7 ausgeübt wird und dann während dessen zusätzlich die Auswerferkraft K, insbesondere zentral, ausgeübt wird, um damit dann den Block bzw. die geblockte Linse endgültig von der Vorrichtung 1 abzuheben.

Bezugszeichenliste



[0049] 
1
Vorrichtung
2
Linse
3
Blockstück
4
Blockmaterial
5
Lagerteil
6
Lagerung
7
Blockring
7A
Einfüllöffnung
8
Ausstoßeinrichtung
9
Stößel
10
Auswerfereinrichtung
11
Stößel
A
Ausstoßimpuls
B
Bearbeitungsachse
K
Auswerferkraft



Ansprüche

1. Vorrichtung (1) zum Blocken einer optischen Linse (2) mit einem Blockstück (3),
mit einer Ausstoßeinrichtung (8) zum Lösen oder Unterstützen des Lösens der mit dem Blockstück (3) geblockten Linse (2) von der Vorrichtung (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausstoßeinrichtung (8) außermittig an der Linse (2) mittelbar oder unmittelbar angreift.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstoßeinrichtung (8) an einem Begrenzungsmittel für die Linse (2) mit dem Blockstück (3) verbindendes Blockmaterial (4) angreift, insbesondere um das Begrenzungsmittel von der mit dem Blockstück (3) geblockten Linse (2) bzw. von dem Blockmaterial (4) zu lockern oder zu lösen.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsmittel zumindest im wesentlichen formstabil oder steif ausgebildet ist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsmittel ein Auflager der Linse (2) beim Blocken bildet und/oder zumindest im wesentlichen ringartig ausgebildet ist, insbesondere einen Blockring (7) bildet.
 
5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstoßeinrichtung (8) ein Kippmoment auf die Linse (2) und/oder das Blockstück (3) ausübt.
 
6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstoßeinrichtung (8) zur Erzeugung eines Ausstoßimpulses (A) oder mehrer Ausstoßimpulse (A) ausgebildet und/oder betätigbar ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstoßeinrichtung (8) pneumatisch betätigbar ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine Auswerfereinrichtung (10) zum Ausüben einer Auswerferkraft (K) auf das Blockstück (3) aufweist.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausstoßeinrichtung (8) vor oder gleichzeitig mit der Auswerfereinrichtung (10) betätigbar ist.
 
10. Verfahren zum Blocken einer optischen Linse (2), wobei ein Blockstück (3) mit der Linse (2) mittels eines Blockmaterials (4) in einer Vorrichtung (1) verbunden wird, wodurch die Linse (2) geblockt wird, und anschließend mittels eines Ausstoßimpulses (A) von oder aus der Vorrichtung (1) gelöst wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausstoßimpuls (A) außermittig an der geblockten Linse (2) mittelbar oder unmittelbar angreift und/oder dass eine Folge von Ausstoßimpulsen (A) erzeugt wird.
 
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Austoßimpuls (A) an einem Begrenzungsmittel für das Blockmaterial (4) angreift und über das Begrenzungsmittel auf die geblockte Linse (2) übertragen wird.
 
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Ausstoßimpulses (A) das Begrenzungsmittel gelockert oder gelöst wird.
 
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsmittel die Linse (2) während des Blockens abstützt und/oder eine seitliche Begrenzung für das Blockmaterial (4) bis zu dessen Verfestigung bildet.
 
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die geblockte Linse (2) mittels des Ausstoßimpulses (A) gekippt und/oder angehoben wird.
 
15. Verfahren nach einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu dem Ausstoßimpuls (A) eine Auswerferkraft (K) auf das Blockstück (3) insbesondere zentral ausgeübt wird.
 




Zeichnung







Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente