[0001] Zu 1.: Sonnenschutz als Träger für Beleuchtungs- und/oder Energiegewinnungselemente, dadurch
gekennzeichnet, dass ein Sonnenschutz als Träger für energiesparende Beleuchtungsmittel
verwendet wird.
[0002] Wie allgemein bekannt werden in der Gebäudetechnik Sonnenschutzvorrichtungen zur
Beschattung der Räumlichkeiten eingesetzt. Wie ebenfalls allgemein bekannt besitzt
jeder Raum auch separate Beleuchtungseinheiten, welche meist an der Decke angebracht
werden. Wenn es dunkel wird, wird meist die Raumbeleuchtung eingeschalten und der
Sonnenschutz ganz geschlossen um den Einblick von aussen zu verhindern.
[0003] Um einen Raum in einem Gebäude einerseits beschatten und andererseits beleuchten
zu können, müssen im Moment zwangsläufig zwei unterschiedliche technische Einrichtungen
installiert werden.
[0004] Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, zwei getrennte
technische Einrichtungen durch eine technische Einrichtung zu ersetzen.
[0005] Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0006] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen nun darin, dass nur noch eine technische
Einrichtung nötig ist um einen Raum zu verdunkeln sowie um ihn zu beleuchten. Bestückt
man einen Sonnenschutz wie Rollladen, Jalousie oder ähnliches auf der Innenseite mit
modernen energiesparenden Leuchtmitteln, entfällt der komplette Installationsaufwand
für die herkömmliche Beleuchtung und das künstliche Licht kommt immer aus der selben
Richtung wie sonst das natürliche Licht.
[0007] Die Sonnenschutzvorrichtung könnte, dank moderner Technik wie z.B. OLED-Displays,
auch mit flachen Display-Modulen bestückt werden, was dazu führen würde, dass der
Sonnenschutz zusätzlich sogar noch als Bildschirm verwendet werden könnte.
[0008] Das Prinzip eine Sonnenschutzvorrichtung mit energiesparenden Leuchtmitteln oder
RGB-fähigen Displays zu bestücken lässt sich auf alle Arten von Sonnenschutzvorrichtungen
übertragen. Dies könnten Fensterläden Jalousien, Rollläden, Lamellen zur Beschattung,
Rollos, Plissee oder ähnliches sein wobei das Trägermaterial Holz, Aluminium, Kunststoff,
Textilien oder sonstiges sein kann.
[0009] Als Beispiel wird die Innenseite einer Jalousie mit RGB-fähigen stromsparenden Displaymodulen
bestückt. Jede Lamelle wird mit einem eigenen Display bestückt, welche über eine Zentraleinheit
miteinander verbunden sind. In der untersten Leiste der Jalousie befindet sich zusätzlich
eine Reihe mit superhellen LED's. Wird es draussen zu dunkel kann die Jalousie nur
einige Zentimeter heruntergelassen werden, so dass, zusätzlich zum Tageslicht, nur
die Reihe mit den LED's eingeschalten werden muss. Geht das Tageslicht vollends zur
Neige, kann die Jalousie ganz herunter gelassen werden, so dass die einzelnen Lamellen
der Jalousie geschlossen sind und nach innen eine geschlossene Fläche bilden. Wird
nun das Licht eingeschalten leuchtet die komplette Innenseite der Jalousie und der
Raum wird durch das Fenster, welches sonst auch das natürliche Licht in den Raum lässt,
beleuchtet.
[0010] Bei Verwendung von farbfähigen Display-Modulen zur Raumbeleuchtung könnte man sich
zur Beleuchtung jede beliebige Farbe auswählen, einen Sonnenuntergang simulieren oder
ein beliebiges Bild anzeigen lassen. Sogar die Verwendung als Bildschirm wäre auf
diese Weise möglich.
[0011] Dieser Lösungsansatz bietet folgende Vorteile:
1.1: Das künstliche Licht kommt aus derselben Richtung wie tagsüber das natürliche Sonnenlicht.
1.2: Bei Verwendung von grossflächigen Leuchtmitteln, welche ein gleichmässiges Licht
abgeben, kann die Raumausleuchtung annähernd wie bei Tageslicht sein.
1.3: Bei Verwendung von grossflächigen Leuchtmitteln, welche zugleich RGB-fähig sind,
(jede beliebige Farbe wiedergeben können) könnten unterschiedlichste Lichtszenarien
dargestellt werden.
1.4: Durch Verwendung RGB-fähiger Displays könnte die Sonnenschutzvorrichtung gleichzeitig
als Bildschirm dienen.
1.5: Die Installation von herkömmlichen Leuchtmitteln kann entfallen, was vor allem bei
neuen Objekten ein Einsparpotential bedeutet, da keine separaten Leerrohre, Kabel
und Leitungen verlegt werden müssen.
1.6: Je nach verwendeter Beleuchtungstechnik wie z.B. OLED oder ähnliches sind diese
auch dimmbar.
[0012] Zu 2. Sonnenschutz nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sonnenschutz
als Träger für Elemente welche Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln verwendet
wird.
[0013] Wie allgemein bekannt haben in der Gebäudetechnik Sonnenschutzvorrichtungen nur den
Nutzen der Beschattung und werden meist dann genutzt, wenn eine intensive Sonneneinwirkung
vorhanden ist.
[0014] Wie aus der Gebäudetechnik ebenfalls bekann, werden, um die Energie der Sonne in
elektrische Energie umzuwandeln, an Fassaden oder auf Dächern, meist Photovoltaikelemente
installiert welche in einem fixen Winkel montiert sind und sich nicht automatisch
nach der Sonne ausrichten.
[0015] Der Nachteil der bestehenden Lösungen ist auch hier, dass zwei getrennte technische
Einrichtungen nötig sind. Eine zur Beschattung der Räumlichkeiten und eine um die
Energie der Sonne in elektrische Energie umzuwandeln.
[0016] Der im Patentanspruch 2 angegebenen Erfindung liegt auch hier das Problem zugrunde,
zwei getrennte technische Einrichtungen durch eine technische Einrichtung zu ersetzen.
[0017] Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 2 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0018] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen nun darin, dass nur noch eine technische
Einrichtung nötig ist und somit der Sonnenschutz und die Energiegewinnung mittels
Photovoltaik kombiniert werden können.
[0019] Bestückt man eine Jalousie auf der Aussenseite mit modernen dünnschichtigen Photovoltaikelementen
zur Energiegewinnung hat dies noch den weiteren Vorteil, dass sich diese durch eine
elektronische Steuerung so ausrichten lässt, dass immer ein optimaler Wirkungsgrad
erzielt werden kann. Dies kann durch einen Sensor erreicht werden, welcher den Sonnenstand
erfasst und die Stellung der einzelnen Lamellen der Jalousie so ausrichtet, dass die
Sonne immer möglichst senkrecht auf diese auftrifft.
[0020] Das Prinzip einen Sonnenschutz als Träger für Photovoltaikelemente zu nutzen lässt
sich auf alle Arten von Sonnenschutz übertragen. Dies könnten Fensterläden Jalousien,
Rollläden, Lamellen zur Beschattung, Rollos, Plissee oder ähnliches sein wobei das
Trägermaterial Holz, Aluminium, Kunststoff, Textilien oder sonstiges sein kann.
[0021] Das Prinzip einen Sonnenschutz als Träger für Photovoltaikelemente zu nutzen welche
sich
zusätzlich noch automatisch nach dem Sonnenverlauf ausrichten lassen, lässt sich auf alle Arten
von Sonnenschutz übertragen welche eine Lamellenartige Struktur besitzen wie z.B.
Jalousien, Lamellen zur Beschattung, Rollos, Plissee oder ähnliches wobei auch hier
das Trägermaterial Holz, Aluminium, Kunststoff, Textilien oder sonstiges sein kann.
[0022] Als Beispiel wird die Aussenseite einer Jalousie mit Elementen zur Gewinnung elektrischer
Energie aus Sonnenenergie bestückt. Eine Steuereinheit dient zur elektrischen Verstellung
der Jalousie. Die Steuerung kann somit im Modus "Hand" oder "Automatik" erfolgen.
Im Handmodus lässt sich die Jalousie wie eine herkömmliche Jalousie bedienen und nach
Belieben einstellen. Im Automatikmodus aber richtet sich die Jalousie immer so aus,
dass die Sonne möglichst senkrecht auf die Photovoltaikelemente auftrifft. Dadurch
wird der optimale Wirkungsgrad erreicht und zugleich eine gute Beschattung des Innenraumes
erzielt.
[0023] Dieser Lösungsansatz bietet folgende Vorteile:
2.1: Immer dann wenn die Sonneneinstrahlung sehr intensiv ist und die Sonnenschutzvorrichtung
zum Einsatz kommt besteht somit ein guter Wirkungsgrad.
2.2: Bei allen lamellenartigen Sonnenschutzvorrichtungen kann durch eine Steuereinheit,
welche den Sonnenstand erfasst, eine elektrische Verstellung der Lamellen so stattfinden,
dass die Sonne immer möglichst senkrecht auf die Photovoltaikelemente auftrifft und
somit immer der optimale Wirkungsgrad gewährleistet ist.
2.3: Am Gebäude müssen keine separaten Photovoltaikelemente installiert werden, was optische
Vorteile haben kann und sich auch als Kostenvorteil der in Patentanspruch 2 angegebenen
Erfindung auswirken kann.
[0024] Zu 3. Sonnenschutz nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser ein optimaler
Träger für Beleuchtungs- und/oder Energiegewinnungselemente ist.
[0025] Bekannterweise besitzen die meisten in der Gebäudetechnik eingesetzten Sonnenschutzvorrichtungen
wie z.B. Jalousien oder Rollläden im geschlossenen Zustand keine glatte Oberfläche,
da die Lamellen einer Jalousie meist gebogen oder z-förmig sind und die einzelnen
Elemente eines Rollladens auch meist eine konkave oder konvexe Form haben. Dies hat
den Nachteil, dass, um diese als Träger für die in Patentanspruch 1 und 2 genannten
Elemente einzusetzen, ein erhöhter technischer Aufwand nötig ist.
[0026] Des Weiteren ist eine Reinigung von unebenen Flächen immer schwieriger als die einer
homogenen Oberfläche.
[0027] Zudem bieten nur Rollläden die Möglichkeit der kompletten Verdunkelung.
[0028] Der im Patentanspruch 3 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass sich
ebene Flächen besser eignen um zusätzliche Elemente aufzubringen und sich ebene Flächen
einfacher in einer bestimmten Richtung ausrichten lassen, was für die in Patentanspruch
1 und 2 genannten Erfindungen weitere Vorteile bringt.
[0029] Ein weiteres Problem bei Sonnenschutzvorrichtungen, welche nicht nach Patentanspruch
3 gestaltet sind, ist der erhöhte Reinigungsaufwand und, ausser bei Rollläden, die
relativ grosse Menge an Restlicht welche in komplett geschlossenem Zustand noch in
einen Raum eindringt.
[0030] Diese Probleme werden durch die in Patentanspruch 3 genannte Erfindung folgendermassen
gelöst:
Durch das Verwenden einer Jalousie, bei der die einzelnen Lamellen an der oberen sowie
an der unteren Kante, jeweils auf der gegenüberliegenden Seite, eine Vertiefung aufweisen
wird ermöglicht, dass die einzelnen Lamellen eine ebene Grundform besitzen und beim
kompletten Schliessen gegenseitig ineinandergreifen bzw. ein Stück überlappen können
um eine komplett geschlossene Oberfläche zu erhalten.
[0031] Als Beispiel soll eine Jalousie zur Raumbeleuchtung auf der Innenseite mit modernen
OLED-Displays bestückt werden und auf der Aussenseite der Jalousie sollen Photovoltaikelemente
zur Energiegewinnung aufgebracht werden.
[0032] Durch die gerade Grundform der einzelnen Lamellen lässt sich die Jalousie tagsüber
so ausrichten, dass die Sonne immer im optimalen Winkel auf die Lamellen auftrifft
und eine grosse Fläche der Jalousie ideal als Träger für Photovoltaikelemente dienen
kann.
[0033] Ist die Sonne untergegangen und der Raum soll durch eine künstliche Lichtquelle beleuchtet
werden kann durch die spezielle Gestaltung der Lamellen die Jalousie im geschlossenen
Zustand als einheitliche grosse ebene Fläche der Raumbeleuchtung dienen.
[0034] Dieser Lösungsansatz bietet folgende Vorteile:
3.1 Ein Aufbringen von Zusatzelementen wie Beleuchtungs- und/oder Photovoltaikelementen
wird wesentlich erleichtert. Durch die glatte Oberfläche wird beim Aufbringen von
Beleuchtungseinheiten die Effizienz der Raumausleuchtung verbessert. Der Wirkungsgrad
bei der Anwendung als Träger für Photovoltaikelementen wird ebenfalls erhöht.
3.2: Durch die Verwendung von Lamellen, welche im Gegensatz zu den gebräuchlichen Lamellen
nicht gebogen sind sondern eine gerade Grundform aufweisen, ergibt sich die Möglichkeit
im komplett geschlossenen Zustand eine ebene Fläche zu realisieren. Diese ebene Fläche
ist wesentlich leichter zu reinigen als die bekannten gebogenen Lamellen. Des Weiteren
bietet eine ebene Fläche auch weniger Angriffsfläche für starke Winde was dazu führt,
dass die Jalousie robuster wird.
3.3: Durch die Verwendung von Lamellen, welche an der oberen sowie an der unteren Kante
jeweils auf der gegenüberliegenden Seite eine Vertiefung aufweisen wird ermöglicht,
dass die einzelnen Lamellen beim kompletten Schliessen gegenseitig ineinandergreifen
bzw. ein Stück überlappen können. Durch diese Überlappung wird es ermöglicht, den
sonst üblichen Lichtspalt zu vermeiden, was im Gegensatz zur Verwendung herkömmlicher
Jalousien zu einer besseren Abdunkelung des Raumes führt und die Vorteile einer Jalousie
(Möglichkeit das einfallende Licht durch die Verstellung der Lamellen zu regulieren)
mit denen eines Rollladens (Möglichkeit den Raum ganz abzudunkeln) kombiniert.
[0035] Ein Ausführungsbeispiel, welches die Grundform der Lamellen nach Patentanspruch 3
zeigt, soll durch die Zeichnung näher beschrieben werden.
[0036] Es zeigen
Fig. 1 die Lamellen der Jalousie in geschlossenem Zustand
Fig. 2 die Lamellen der Jalousie in geöffnetem Zustand
[0037] Die beiden Zeichnungen sind nach der Projektionsmethode 1 dargestellt.
Fig. 1.1 und Fig. 2.1 sind jeweils die Darstellung in der Vorderansicht. Einmal in
geschlossenem Zustand und einmal in geöffnetem Zustand.
Fig. 1.2 und Fig. 2.2 sind die Darstellung in der Seitenansicht von rechts.
Fig. 1.3 und Fig. 2.3 sind die Darstellung in der Draufsicht