Beschreibung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Axiallüfter, wie er in einer Trocknungsanlage eines
Ziegelwerks eingesetzt werden kann. Die Figur 1 ist eine Draufsicht auf einen Ausschnitt
einer Trocknungsanlage für Ziegel nach dem Stand der Technik.
[0002] Die Trocknungsanlage ist, vereinfacht ausgedrückt, ein langer Kanal, der seitlich
von zwei Wänden 5 begrenzt wird. Zwischen den Wänden 5 werden die zu trocknenden Ziegel
1 auf Transportwagen (nicht sichtbar in Figur 1) hindurchgefahren. In der Trocknungsanlage
zirkuliert heiße Trocknungsluft, welche das in den Ziegeln befindliche Wasser aufnimmt.
Die Bewegungsrichtung der Ziegel 1 ist in Figur 1 durch einen Pfeil mit dem Bezugszeichen
3 angedeutet.
[0003] Die Trocknungsanlage ist so lang, dass die Ziegel 1 nach dem Durchfahren derselben
die gewünschte Trockenheit erreicht haben. Aufgrund der großen Verdampfungsenthalpie
und der hohen Siedetemperatur von Wasser, ist der Energiebedarf dieser Trocknungsanlagen
sehr groß. Um die Trocknung der Ziegel 1 zu intensivieren, sind in der Trocknungsanlage
mehrere als sogenannte Freiläufer ausgebildete Lüfter 6 mit vorgeschalteter Anschlusshaube
9 angeordnet.
[0004] Der Lüfter 6 saugt durch die Anschlusshaube 9 die Trocknungsluft durch die Ziegel
1 an und fördert sie durch einen radialen Ausblaskanal 11 zurück in die Trocknungsanlage.
Dadurch wird eine zwangsweise Zirkulation der Trocknungsluft durch die Ziegel 1 hindurch
erreicht, was Trocknung beschleunigt und den Energiebedarf reduziert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Lüfter bereitzustellen, der für den
Einsatz in Ziegelwerken geeignet ist, welcher im Vergleich mit den herkömmlichen Freiläufern
eine Energieeinsparung ermöglicht und gleichzeitig den Ausstoß der Trocknungsanlage
an getrockneten Ziegeln deutlich erhöht.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Axiallüfter, umfassend ein Lüfterrad,
einen dem Lüfterrad vorgeschalteten Anschlusshaube dadurch gelöst, dass dem Lüfterrad
ein Leitapparat nachgeschaltet ist, und dass das Lüfterrad und der Leitapparat in
einem Gehäuse angeordnet sind.
[0007] Durch den Einsatz eines Axiallüfters und eines Leitapparats mit einem Gehäuse wird
der Drall der aus dem Lüfterrad austretenden Trocknungsluft herausgenommen, was den
Energiebedarf für den Antrieb des Lüfterrads deutlich reduziert. Außerdem strömt die
Trocknungsluft wegen des Gehäuses kontrolliert und zwangsweise durch das Lüfterrad
und den Leitapparat, so dass sich der Antriebsleistungsbedarfs bei gleichem Volumenstrom
der Trocknungsluft um etwa 8% bis 12 % verringert. Alternativ kann bei gleicher Antriebsleistung
der Volumenstrom erhöht werden, dadurch ist es möglich, die Temperatur der Trocknungsluft
herabzusetzen und den Energiebedarf herabzusetzen.
[0008] Der erfindungsgemäße Axiallüfter baut vor allem in axialer Richtung kompakter als
ein Freiläufer, so dass die Nachrüstung bestehender Trocknungsanlagen problemlos möglich
ist. Diese Effekte verbessern die Wirtschaftlichkeit einer mit erfindungsgemäßen Axiallüftern
ausgerüsteten Trocknungsanlage und stellen einen erheblichen Beitrag zur Ressourcenschonung
bei der Herstellung von Mauerziegeln und anderen Ziegeln dar.
[0009] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn ein Verhältnis zwischen einer kreisförmigen
Eintrittsfläche F
E und einer Austrittsfläche (Zylindermantelfläche) F
A des radialen Ausblasdiffusors kleiner oder gleich 0,5 ist, so dass eine deutliche
Verzögerung der Trocknungsluft erreicht wird. In Folge dessen werden die Druckverluste
reduziert. Selbstverständlich ist bei der Gestaltung von erster und zweiter Leitwand
des Ausblasdiffusors darauf zu achten, dass sich die Strömung nicht von der zweiten
Leitwand ablöst. Solche Strömungsablösungen erhöhen den Strömungswiderstand und sind
daher unerwünscht.
[0010] Eine wichtige Voraussetzung zur Erzielung eines guten Wirkungsgrads des Axiallüfters
ist ein möglichst kleines Nabenverhältnis des Lüfterrads. Dies bedeutet, dass die
Nabe des Lüfterrads bezogen auf den Außendurchmesser des Lüfterrads möglichst klein
ist. Bei dem erfindungsgemäßen Axiallüfter lassen sich Nabenverhältnisse in einem
Bereich zwischen 0,2 und 0,5, bevorzugt zwischen 0,3 und 0,4, realisieren.
[0011] Solche kleinen Nabenverhältnisse lassen sich nur realisieren, wenn die Anströmung
des Lüfterrads nicht durch einen im Luftstrom liegenden Elektromotor gestört wird.
[0012] Eine weitere Verbesserung und Vergleichmäßigung der Strömungsgeschwindigkeit wird
erreicht, wenn die Leitschaufeln des Leitapparats an einer Eintrittskante konkav gekrümmt
sind. Dabei hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn eine Tiefe der Leitschaufeln
in einem Bereich zwischen 50% und 85% der Länge der Leitschaufeln ein Minimum aufweist.
Nähere Einzelheiten zur Gestaltung der Leitschaufeln des Leitapparats sind in der
Patentanmeldung
DE 10 2007 025 696.7 der gleichen Anmelderin beschrieben, auf die hiermit Bezug genommen wird.
[0013] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Lüfterrad
von einer Antriebswelle angetrieben wird und das Lüfterrad auf der Antriebswelle befestigt
ist. Dieser indirekte Antrieb über eine Antriebswelle hat den Vorteil, dass der doch
einen erheblichen Bauraum beanspruchende Elektromotor nicht in dem Ansaugbereich des
Lüfterrads vorhanden ist. Dadurch können kleinere Nabenverhältnisse realisiert werden.
In vielen ausgeführten Anlagen haben sich Längen einer Antriebswelle von mehr als
einem Meter und sogar teilweise von mehr als zwei Metern als vorteilhaft erwiesen.
[0014] Damit die zu trocknenden Ziegel bestmöglich über die gesamte Höhe der aufeinander
gestapelten Ziegel angeströmt wird, ist es vorteilhaft, wenn die Eintrittsfläche der
Anschlusshaube rechteckig oder quadratisch ist. Dabei ist die Höhe der Eintrittsfläche
auf die Höhe der aufeinander gestapelten Ziegel abzustimmen.
[0015] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung können an der Eintrittsfläche
der Anschlusshaube Mittel zur Vergleichmäßigung der Strömung, eine oder mehrere umlaufende
Dichtungen, die beispielsweise in Form einer Dichtlippe oder Bürstendichtung ausgebildet
ist, angebracht sein.
[0016] Dadurch wird eine gleichmäßige Durchströmung der zu trocknenden Ziegel sichergestellt,
was sich positiv auf die Qualität der Ziegel und den Energiebedarf der Trocknungsanlage
auswirkt.
[0017] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen entnehmbar. Alle in der Zeichnung
und deren Beschreibung offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger
Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
Zeichnungen
[0018] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Trocknungsanlage für Ziegel mit einem Lüfter und mit einem
vorgeschalteten Anschlusshaube nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- einen Horizontalschnitt durch den erfindungsgemäßen Axiallüfter und
- Fig. 3
- eine isometrische Darstellung eines erfindungsgemäßen Axiallüfters.
[0019] Die in den Figuren 2 und 3 verwendeten Bezugszeichen entsprechen den im Zusammenhang
mit der Figur 1 verwendeten.
[0020] In der Figur 2 ist der Strömungsweg der Trocknungsluft gut zu erkennen. Über die
Anschlusshaube 9 wird die Trocknungsluft von einem erfindungsgemäßen Axiallüfter 7
angesaugt.
[0021] Ein Lüfterrad 19 des Axiallüfters 7 ist von einem zylindrischen Gehäuse 18 umgeben.
Das Gehäuse 18 verhindert, dass die vom Lüfterrad 19 geförderte Trocknungsluft seitlich
ausweichen kann. Des Weiteren dient das Gehäuse 18 zur Befestigung der Leitschaufeln
21 eines nachgeschalteten Leitapparats 23. Der Leitapparat 23 bzw. dessen Leitschaufeln
21 dienen dazu, einen in der Trocknungsluft vorhandenen Drall am Austritt aus dem
Lüfterrad 19 herauszunehmen, um den statischen Druck zu erhöhen.
[0022] Am Übergang zwischen der Anschlusshaube 9 und dem Gehäuse 18 ist eine düsenförmige
Durchmesserverengung 31 im Gehäuse 18 ausgebildet.
[0023] In Figur 2 ist eine Nabe 25 des Lüfterrads 19 zu erkennen. Grundsätzlich ist es wünschenswert,
ein möglichst kleines Nabenverhältnis zu erreichen, da im Bereich der Nabe keine Luft
mit axialer Strömungsrichtung den Axiallüfter verlassen kann und somit der Wirkungsgrad
und die Leistungsfähigkeit des Axiallüfters mit zunehmendem Nabendurchmesser kleiner
werden. Das Nabenverhältnis ist das Verhältnis zwischen dem Durchmesser der Nabe 25
und dem Außendurchmesser des Lüfterrads 19.
[0024] In dem erfindungsgemäßen radialen Ausblasdiffusor 9 wird die aus dem Leitapparat
23 strömende Trocknungsluft um annähernd 90° umgelenkt Diese Umlenkung ist in Figur
2 durch zwei gekrümmte Pfeile (ohne Bezugszeichen) angedeutet.
[0025] Der Ansaugkanal 11 umfasst eine pilzförmige erste Leitwand 13 und eine trichterförmige
zweite Leitwand 15. Die erste Leitwand 13 und die zweite Leitwand 15 sind rotationssymmetrische
Gebilde. Sie begrenzen den Ausblasdiffusor 9 und lenken die angesaugte Trocknungsluft
um.
[0026] Eine Längsachse des erfindungsgemäßen Axiallüfters ist in der Figur 2 mit dem Bezugszeichen
17 versehen.
[0027] Wie aus der Figur 2 gut zu erkennen ist, ist das Lüfterrad 19 auf einer Antriebswelle
27 befestigt. Die Antriebswelle 27 kann vorteilhafter Weise in der zweiten Leitwand
13 drehbar gelagert sein, so dass im Ergebnis das Lüfterrad 19 fliegend auf der Antriebswelle
27 gelagert ist. Alternativ ist es natürlich auch möglich, dass im Zentrum des Leitapparats
23 ein Lager für die Antriebswelle 27 vorgesehen ist.
[0028] Die Antriebswelle 27 ist in Figur 2 geschnitten dargestellt. Sie ragt tatsächlich
aber durch die Wand 5 hinaus und ist an dem nicht dargestellten Ende hinter der Wand
5 mit einem Elektromotor gekoppelt.
[0029] Eine Eintrittsfläche 33 der Anschlusshaube 9 ist rechteckig und insbesondere auf
die Höhe des Stapels von Ziegeln 1 abgestimmt, so dass alle Ziegel 1, die an der Anschlusshaube
9 vorbeibewegt werden, gleichmäßig von Trocknungsluft durchströmt werden.
[0030] Das Verhältnis einer kreisförmigen Eintrittsfläche F
E und einer Austrittsfläche (Zylindermantelfläche) F
A des radiale Ausblasdiffusors 11 ist bevorzugt kleiner als 0,5, besonderes bevorzugt
zwischen 0,3 und 0,45.
In Figur 3 ist eine isometrische Darstellung des erfindungsgemäßen Axiallüfters 7
dargestellt.
1. Axiallüfter umfassend ein Lüfterrad (19) und einen dem Lüfterrad (19) vorgeschalteten
Anschlusshaube (9), dadurch gekennzeichnet, dass dem Lüfterrad (19) ein Leitapparat (23) nachgeschaltet ist, dass das Lüfterrad (19)
und der Leitapparat (23) in einem Gehäuse (18) mit dem Lüfterrad (19) angeordnet sind,
und dass dem Leitapparat (23) ein radialer Ausblasdiffusor (11) nachgeschaltet ist.
2. Axiallüfter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verhältnis (FE/FA) zwischen einer kreisförmigen Eintrittsfläche (FE) und einer Austrittsfläche (FA) des Ausblasdiffusors (11) kleiner oder gleich 0,5 ist.
3. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblasdiffusor (11) eine erste Leitwand (13) und eine zweite Leitwand (15) umfasst.
4. Axiallüfter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Leitwand (13) und die zweite Leitwand (15) rotationssymmetrisch sind.
5. Axiallüfter nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Leitwand (15) an das Gehäuse (18) anschließt.
6. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Nabenverhältnis (Di/Da) des Lüfterrads (19) in einem Bereich zwischen 0,2 und 0,5, bevorzugt zwischen 0,3
und 0,4, liegt.
7. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschaufeln (21) des Leitapparats (23) gekrümmte Eintrittskanten (29), bevorzugt
konkav gekrümmte Eintrittskanten (29), aufweisen.
8. Axiallüfter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Tiefe der Leitschaufeln (21) über eine Länge der Leitschaufeln (21) stetig
ändert.
9. Axiallüfter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Tiefe der Leitschaufeln (21) in einem Bereich zwischen 50% und 85% der Länge
der Leitschaufeln (21), besonders bevorzugt in einem Bereich zwischen 60% und 80%,
ein Minimum aufweist.
10. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüfterrad (19) von einer Antriebswelle (27) angetrieben wird.
11. Axiallüfter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüfterrad (19) auf der Antriebswelle (27) befestigt ist.
12. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (27) in dem Ausblasdiffusor (11), bevorzugt in der zweiten Leitwand
(15), gelagert ist.
13. Axiallüfter nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle (27) eine Länge von mindestens einem Meter (1 m), bevorzugt von
mehr als 2 Metern, hat.
14. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrittsfläche (FE) der Anschlusshaube (9) rechteckig oder quadratisch ist.
15. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Eintrittsfläche (FE) der Anschlusshaube (9) Mittel zur Vergleichmäßigung der Strömung, insbesondere ein
Gitter, ein Sieb und/oder ein Gewebe angeordnet sind.
16. Axiallüfter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Eintrittsfläche (FE) der Anschlusshaube (9) mindestens eine umlaufende Dichtung (37) angeordnet ist.