[0001] Die Erfindung betrifft einerseits einen Axialkolbenmotor. Andererseits betrifft die
Erfindung ein Verfahren zum Betrieb eines Axialkolbenmotors sowie ein Verfahren zur
Herstellung eines Wärmeübertragers eines Axialkolbenmotors.
[0002] Axialkolbenmotoren sind hinlänglich aus dem Stand der Technik bekannt und kennzeichnen
sich als energiewandelnde Maschinen, welche ausgangsseitig mechanische Rotationsenergie
unter Zuhilfenahme wenigstens eines Kolbens bereitstellen, wobei der Kolben eine lineare
Schwingbewegung durchführt, deren Ausrichtung im Wesentlichen koaxial zu der Drehachse
der Rotationsenergie ausgerichtet ist.
[0003] Neben Axialkolbenmotoren, die beispielsweise nur mit Druckluft betrieben werden,
sind auch Axialkolbenmotoren bekannt, denen Brennmittel zugeführt wird. Dieses Brennmittel
kann mehrkomponentig, beispielsweise aus einem Kraftstoff und aus Luft, ausgebildet
sein, wobei die Komponenten gemeinsam oder getrennt einer oder mehreren Brennkammern
zugeführt werden. In vorliegendem Fall bezeichnet somit der Begriff "Brennmittel"
jegliches Material, welches an der Verbrennung teilnimmt oder mit den an der Verbrennung
teilnehmenden Komponenten mitgeführt wird und den Axialkolbenmotor durchströmt. Das
Brennmittel umfasst dann zumindest Brenn- bzw. Kraftstoff, wobei der Begriff "Kraftstoff"
in vorliegendem Zusammenhang Brennstoff also jegliches Material beschreibt, welches
über eine chemische oder sonstige Reaktion, insbesondere über eine Redoxreaktion,
exotherm reagiert. Das Brennmittel kann darüber hinaus noch Komponenten, wie beispielsweise
Luft aufweisen, die Materialien für die Reaktion des Kraftstoffs bereitstellen.
[0004] Insbesondere können Axialkolbenmotoren auch unter dem Prinzip der inneren kontinuierlichen
Verbrennung (ikV) betrieben werden, nach welchem Brennmittel, also beispielsweise
Kraftstoff und Luft, kontinuierlich einer Brennkammer oder mehreren Brennkammern zugeführt
werden.
[0005] Axialkolbenmotoren können darüber hinaus einerseits mit rotierenden Kolben, und entsprechend
rotierenden Zylindern, arbeiten, die sukzessive an einer Brennkammer vorbeigeführt
werden. Andererseits können Axialkolbenmotoren stationäre Zylinder aufweisen, wobei
das Arbeitsmedium dann sukzessive auf die Zylinder entsprechend der gewünschten Belastungsreihenfolge
verteilt wird.
[0006] Beispielsweise sind derartige stationäre Zylinder aufweisende ikV-Axialkolbenmotoren
aus der
EP 1 035 310 A2 und der
WO 2009/062473 A2 bekannt, wobei in der
EP 1 035 310 A2 ein Axialkolbenmotor offenbart ist, bei welchem die Brennmittelzufuhr und die Abgasabfuhr
wärmetauschend miteinander gekoppelt sind.
[0007] Die in der
EP 1 035 310 A2 und der
WO 2009/062473 A2 offenbarten Axialkolbenmotoren weisen darüber hinaus eine Trennung zwischen Arbeitszylindern
und den entsprechenden Arbeitskolben und Verdichterzylindern und den entsprechenden
Verdichterkolben auf, wobei die Verdichterzylinder auf der den Arbeitszylindern abgewandten
Seite des Axialkolbenmotors vorgesehen sind. Insofern kann derartigen Axialkolbenmotoren
eine Verdichter- und eine Arbeitsseite zugeordnet werden.
[0008] Es versteht sich, dass die Begriffe "Arbeitszylinder", "Arbeitskolben" und "Arbeitsseite"
synonym verwendet werden zu den Begriffen "Expansionszylinder", "Expansionskolben"
und "Expansionsseite" bzw. "Expanderzylinder", "Expanderkolben" und "Expanderseite"
sowie zu den Begriffen "Expansionsstufe" bzw. "Expanderstufe", wobei eine "Expanderstufe"
bzw. "Expansionsstufe" die Gesamtheit aller hierin befindlicher "Expansionszylinder"
bzw. "Expanderzylinder" bezeichnet.
[0009] Es ist Aufgabe vorliegender Erfindung, den Wirkungsgrad eines Axialkolbenmotors zu
verbessern.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung wird von einem Axialkolbenmotor mit wenigstens einem Verdichterzylinder,
mit wenigstens einem Arbeitszylinder und mit wenigstens einer Druckleitung, durch
welche verdichtetes Brennmittel von dem Verdichterzylinder über eine Brennkammer zu
dem Arbeitszylinder geleitet wird, gelöst, wobei der Brennmittelstrom von der Brennkammer
zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen Steuerkolben gesteuert wird, der von
einem Steuerantrieb angetrieben wird, und wobei sich der Axialkolbenmotor dadurch
auszeichnet, dass der Steuerkolben zusätzlich zu der vom Steuertrieb aufgebrachten
Kraft an seiner der Brennkammer abgewandten Seite mit einer dem Brennkammerdruck entgegen
gerichteten Kompensationskraft beaufschlagt wird.
[0011] Vorteilhafter Weise kann an der Brennkammer mittels einer derartigen zusätzlichen
Kompressionskraft eine Abdichtung hinsichtlich des Steuerkolbens wesentlich verbessert
werden, wobei zur Abdichtung zu der Brennkammer hin bzw. zu einem den Brennmittelstrom
führenden Schusskanal hin dann idealerweise lediglich eine reine Ölabstreifung ausreicht,
sodass eine aus der internationalen Patentanmeldung
WO 2009/062473 A2 bekannte diesbezügliche Abdichtung wesentlich vereinfacht ist.
[0012] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass speziell der Steuertrieb vielseitig
ausgelegt sein kann.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, dass die vom Steuertrieb aufgebrachte Kraft von der
erfindungsgemäß dem Brennkammerdruck entgegengerichteten Kompensationskraft verschieden
ist.
[0014] Im Allgemeinen kann der gesamte Steuertrieb wesentlich kompakter gebaut werden, da
er im Wesentlichen lediglich Führungskräfte aufnehmen muss. Darüber hinausgehende
erforderliche Kräfte können erfindungsgemäß von der Kompensationskraft aufgebracht
werden, sodass der Steuertrieb durch Kräfte zum Abdichten am Steuerkolben nicht oder
nur in einem zu vernachlässigenden Maße belastet ist. Insbesondere ermöglicht diese
Kompensationskraft kürzere Steuerzeiten, da sowohl die Steuerkolben als der Steuertrieb
wesentlich leichter aufgebaut werden können, da sie weniger belastet werden.
[0015] Es versteht sich, dass eine derartige Kompensationskraft konstruktiv auf verschiedene
Weise aufgebracht werden kann. Eine bevorzugte Ausführungsvariante sieht hierzu vor,
dass die Kompensationskraft mechanisch, beispielsweise über Federn, aufgebracht wird,
da eine mechanische Anordnung baulich sehr einfach an dem Axialkolbenmotor umgesetzt
werden kann.
[0016] Alternativ bzw. kumulativ hierzu ist es vorteilhaft, wenn die Kompensationskraft
hydraulisch, beispielsweise über einen Öldruck, aufgebracht wird. Ein derartiger Öldruck
kann beispielsweise über eine Ölpumpe, insbesondere auch über eine separate Ölpumpe,
bereitgestellt werden. Der erforderliche Öldruck kann derart gewählt, dass ein üblicherweise
am Axialkolbenmotor vorhandener Öldruck zum Erzeugen der Kompensationskraft ausreicht
und für diese genutzt werden kann. Allerdings kann auch eine separate Ölpumpe vorgesehen
sein.
[0017] Hinsichtlich einer weiteren Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die Kompensationskraft
kumulativ oder alternativ hierzu pneumatisch, insbesondere über den Verdichterdruck,
aufgebracht wird. Diese pneumatische Variante hat besonders den Vorteil, dass der
Druck zum Erzeugen der Kompensationskraft ohnehin am Axialkolbenmotor vorliegt und
zudem vorteilhafter Weise in etwa dem Brennkammerdruck entspricht, da die eigentliche
Arbeit zum Erzeugen des Drucks bereits im Arbeitskolben ausgeführt wird. Insofern
braucht lediglich eine kleine Abdichtung vorgesehen sein, die lediglich einen geringen
Druckunterschied abdichten braucht. Ergänzend hierzu kann eine Ölpumpe einen entsprechenden
Ölfilm erzeugen, wobei diese dann vorteilhaft das Öl in einem separaten Kreislauf
führt, damit diese Ölpumpe lediglich einen besonders geringen Gegendruck ausgesetzt
ist. Insofern braucht die Ölpumpe dann nicht gegen den Verdichterdruck anzuarbeiten,
was nachfolgend noch im Detail erläutert wird.
[0018] Vorteilhafter Weise kann die pneumatisch erzeugte Kompensationskraft mittels eines
vorgesehenen Brennmitteldrucks von ca. 30 bar erzeugt werden. Hierzu sollte insbesondere
der Steuerraum entsprechend gegen die Atmosphäre oder gegen die übrigen Räume des
Axialkolbenmotors abgedichtet werden, sodass lediglich eine Ölabstreifung zur Abdichtung
zwischen Brennkammer bzw. einem entsprechenden Schusskanal und dem Steuerraum erforderlich
ist. Ggf. kann noch eine ergänzende, aber entsprechend schwach dimensionierte Zusatzdichtung
vorgesehen sein.
[0019] Insofern sieht eine weitere Lösung vorliegender Aufgabe einen Axialkolbenmotor mit
wenigstens einem Verdichterzylinder, mit wenigstens einem Arbeitszylinder und mit
wenigstens einer Druckleitung, durch welche verdichtetes Brennmittel von dem Verdichterzylinder
über eine Brennkammer zu dem Arbeitszylinder geleitet wird, vor, wobei der Brennmittelstrom
von der Brennkammer zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen Steuerkolben gesteuert
wird, der von einem Steuertrieb angetrieben wird und wobei sich der Axialkolbenmotor
dadurch auszeichnet, dass der Steuerkolben in einem Druckraum angeordnet ist. Dieses
kann insbesondere dadurch umgesetzt werden, dass der Steuerraum bzw. die Steuerkammer,
also der Raum, in welchem die Steuerkolben und zumindest ein Teil, vorzugsweise die
wesentlichen Teile, der Baugruppen des Steuertriebes angeordnet sind, als Druckraum
ausgebildet ist.
[0020] In diesem Zusammenhang bezeichnet der Begriff "Druckraum" jeden umschlossenen Raum
des Axialkolbenmotors, der gegenüber der Umgebung einen deutlichen Überdruck, vorzugsweise
von mindestens 10 bar, aufweist.
[0021] Auf Grund der Tatsache, dass der Steuerkolben an sich in einem Druckraum angeordnet
ist, ist vorteilhafter Weise keine aufwändige Abdichtung erforderlich, sodass mit
weniger Verlusten am Axialkolbenmotor gearbeitet werden kann, wodurch wiederum der
Wirkungsgrad des Axialkolbenmotors verbessert werden kann. Aus dem Stand der Technik
ist bisher nur bekannt, dass die Brennkammerseite in einem Druckraum vorgesehen ist,
jedoch nicht der Steuerkolben.
[0022] Darüber hinaus wird die Aufgabe der Erfindung auch von einem Axialkolbenmotor mit
wenigstens einem Verdichterzylinder, mit wenigstens einem Arbeitszylinder und mit
wenigstens einer Druckleitung, durch welche verdichtetes Brennmittel von dem Verdichterzylinder
über eine Brennkammer zu dem Arbeitszylinder geleitet wird, gelöst, wobei der Brennmittelstrom
von der Brennkammer zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen Steuerkolben gesteuert
wird, der von einem Steuertrieb angetrieben wird, und wobei sich der Axialkolbenmotor
speziell dadurch auszeichnet, dass der Steuertrieb eine Steuerwelle umfasst, welche
den Steuerkolben antreibt und mit einer Wellendichtung zusammenwirkt, welche einerseits
mit Verdichterdruck beaufschlagt ist.
[0023] Ist die Wellendichtung einerseits mit Verdichterdruck beaufschlagt, ist im Idealfall
keine weitere Abdichtung erforderlich, und der Axialkolbenmotor kann vorteilhafter
Weise mit einem geringeren Verlust betrieben werden. Die Wellendichtung dient dann
vorzugsweise als Dichtung für einen Druckraum des Axialkolbenmotors, der insbesondere
den Verdichterdruck aufweisen kann.
[0024] Es kann bei einer entsprechend ausgestalteten Wellendichtung jedoch auch mit Atmosphärendruck
oder mit einem sonstigen Motorendruck, welcher niedriger als der Verdichterdruck ist,
gearbeitet werden.
[0025] Des Weiteren wird die Aufgabe der Erfindung von einem Axialkolbenmotor mit wenigstens
einem Verdichterzylinder, mit wenigstens einem Arbeitszylinder und mit wenigstens
einer Druckleitung, durch welche verdichtetes Brennmittel von dem Verdichterzylinder
über eine Brennkammer zu dem Arbeitszylinder geleitet wird, gelöst, wobei der Brennmittelstrom
von der Brennkammer zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen Steuerkolben gesteuert
wird, der von einem Steuertrieb angetrieben wird, und wobei sich der Axialkolbenmotor
dadurch auszeichnet, dass der Steuerkolben mit Öl benetzt und das den Steuerkolben
benetzende Öl in einem separaten Ölkreislauf geführt wird.
[0026] Zwar sind zwei Ölpumpen erforderlich, um das den Steuerkolben benetzende Öl in einem
separaten Ölkreislauf führen zu können. Jedoch können die Ölpumpen gegen unterschiedliche
Drücke arbeiten. Insofern können sie sehr verlustarm betrieben werden.
[0027] Der Begriff "separat" bedeutet im vorliegenden Zusammenhang, dass mindestens ein
weiterer Ölkreislauf für weitere Bauteile und/oder Bauteilgruppen an dem Axialkolbenmotor
existiert.
[0028] Insofern ist es vorteilhaft, wenn der Axialkolbenmotor einen Hauptölkreislauf zur
Schmierung und/oder Kühlung von Baugruppen des Axialkolbenmotors umfasst, der von
dem separaten Ölkreislauf getrennt ist.
[0029] Um komfortabel und präzise einen Abgleich bzw. eine Kontrolle der Ölstände der beiden
Ölkreisläufe vornehmen zu können, ist es von Vorteil, wenn sich der Axialkolbenmotor
durch eine öffen- und schließbare Verbindung zwischen dem Hauptölkreislauf und dem
separaten Ölkreislauf auszeichnet.
[0030] Je nach konkreter Umsetzung vorliegender Erfindung können der separate Ölkreislauf
und der Verdichterdruck derart aufeinander abgestimmt sein, dass diese gemeinsam den
vorstehend beschriebenen Kompensationsdruck zum Aufbau der Kompensationskraft bereitstellen.
[0031] Der Axialkolbenmotor kann noch verlustärmer betrieben werden, wenn der Steuerkolben
spritzgekühlt ist. Hierdurch kann der Wirkungsgrad des Axialkolbenmotors weiter verbessert
werden.
[0032] Eine Kühlung insbesondere des Steuerkolbens gelingt selbst bei extrem hohen Arbeitstemperaturen
hervorragend, wenn die Spritzkühlung über Öl erfolgt.
[0033] Um einen kritischen Verlust von Öl am Steuerkolben verhindern zu können, ist es vorteilhaft,
wenn an dem Steuerkolben ein Ölabstreifer vorgesehen ist. Insbesondere kann hierdurch
ein Abwandern von Öl in die Schusskanäle und in die Arbeitszylinder verhindert werden.
[0034] Des Weiteren wird, um die Aufgabe der Erfindung zu lösen, alternativ oder kumulativ
ein Axialkolbenmotor mit einer wenigstens einen Zylinder umfassenden Verdichterstufe,
mit einer wenigstens einen Zylinder umfassenden Expanderstufe, mit wenigstens einer
Brennkammer zwischen der Verdichterstufe und der Expanderstufe, mit wenigstens einem
mit Brennkammerdruck beaufschlagten Bauteil und mit einem Ölkreislauf zur Schmierung
vorgeschlagen, wobei der Ölkreislauf einen Motorölkreislauf und einen Druckölkreislauf
mit einem vom Motorölkreislauf verschiedenen Druckniveau aufweist. Hierdurch wird,
auch entsprechend der vorstehend erläuterten Lösungen zur Aufgabe der Erfindung, der
Vorteil umgesetzt, dass in einem jeweiligen Ölkreislauf mit einem verschiedenen Druckniveau
die Ölpumpe dieses Kreislaufes, beispielsweise eine Druckölpumpe des Druckölkreislaufes,
lediglich den zur Förderung des Öles erforderlichen Gegendruck aufbringen muss und
der zur Erreichung eines in diesem Kreislauf aus sonstigen Gründen möglicherweise
erforderlichen, den zur Förderung des Öles übersteigenden, höheren Druck nicht durch
die Druckölpumpe aufgebracht werden muss.
[0035] Dadurch, dass der Druckölkreislauf Bauteile aufweisen kann, welche gegen einen in
der Brennkammer befindlichen Brennkammerdruck arbeiten, ist es entsprechend vorteilhaft,
wenn das Druckniveau des Druckölkreislaufes dem Brennkammerdruck entspricht. Alternativ
bzw. kumulativ hierzu kann es auch von Vorteil sein, dass das Druckniveau des Druckölkreislaufes
einem Verdichterdruck entspricht. Durch ein dem Brennkammerdruck bzw. dem Verdichterdruck
entsprechendes Druckniveau des Druckölkreislaufes kann eine an einem mit Brennkammerdruck
beaufschlagten Bauteil, beispielsweise an einem Steuerkolben, wirkende Gaskraft pneumatisch
weitgehend kompensiert werden. Die Aufgabe, einen Axialkolbenmotor hinsichtlich seines
Wirkungsgrades weiter zu verbessern, wird insofern dadurch gelöst, dass eine am Steuerkolben
wirkende Kolbenarbeit minimiert und somit die am Axialkolbenmotor abgegebene Arbeit
bzw. Leistung bei gleichem Brennstoffeinsatz maximiert wird.
[0036] In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung, "das Druckniveau
entspricht einem Druck", auch einen Druckunterschied bis zu 40% zwischen dem Druckniveau
und dem Druck, sei es der Verdichterdruck oder sei es der Brennkammerdruck, tolerierend
erlaubt. Vorzugsweise jedoch soll eine Druckdifferenz von maximal 7 bar durch die
Bezeichnung, "das Druckniveau entspricht einem Druck" erfasst werden. Derartige Druckunterschiede
können noch ohne zu große Wirkungsgradverluste von Dichtungen abgefangen werden, die
auch höheren Temperaturen standhalten.
[0037] Um bei einer variablen Leistungsabgabe des Axialkolbenmotors diesem wirkungsgradverbessernden
Vorteil nicht entgegen zu stehen, wird weiterhin vorgeschlagen, dass der Druckölkreislauf
bei einer Volllast des Axialkolbenmotors ein Druckniveau größer als 20 bar aufweist.
Kumulativ bzw. alternativ wird vorgeschlagen, dass der Druckölkreislauf bei einer
Teillast des Axialkolbenmotors ein Druckniveau zwischen 5 bar und 20 bar aufweist.
Dieses gewährleistet bei einem großen Teil aller Betriebssituationen ein ausgewogenes
Druckverhältnis, durch welches der Wirkungsgrad optimiert wird. Alternativ bzw. kumulativ
hierzu wird weiterhin vorgeschlagen, dass der Druckölkreislauf bei einem Leerlauf
des Axialkolbenmotors und/oder bei einem Stillstand des Axialkolbenmotors ein Druckniveau
unter 5 bar aufweist. Dieses ermöglicht insbesondere bei diesen Betriebszuständen
eine geringe Belastung der entsprechenden Dichtungen, so dass insbesondere auch etwaige
Leckströme, die über einen längeren Zeitraum wirksam werden könnten, keine wesentlichen
störenden Einflüsse haben. Die Aufrechterhaltung eines Druckes im Druckölkreislauf
kann insbesondere vorteilhaft sein, wenn ein Stop-Start-System einen kurzzeitigen
Stillstand des Axialkolbenmotors bewirkt und somit nach einem Starten des Axialkolbenmotors
ein Druck im Druckölkreislauf nicht erneut aufgebaut werden muss, da dieser Druck
auch bei einem kurzfristigen Stillstand aufrecht erhalten werden kann. In einem lastabhängigen
und instationären Betrieb des Axialkolbenmotors kann durch die vorstehend erläuterten
Maßnahmen insbesondere der Vorteil umgesetzt werden, dass eine Kompensation des Brennkammerdruckes
an einem mit Brennkammerdruck beaufschlagten Bauteil stets dem Brennkammerdruck bzw.
dem Lastpunkt des Axialkolbenmotors entspricht. Ein unter verschiedenen Betriebsbedingungen
optimierter Wirkungsgrad wird sichergestellt, indem die zur Kompensation des Brennkammerdrucks
benötigte Gaskraft an den mit Brennkammerdruck beaufschlagten Bauteilen bedarfsgerecht
zur Verfügung gestellt wird. Eine stets höher ausfallende Gaskraft kann ggf. zu einer
Überkompensation des Brennkammerdruckes führen, wodurch wiederum eine nicht oder schwächer
wirkungsgradgünstige Verdichterleistung zur Erzeugung des Kompensationsdruckes an
der Verdichterstufe abgerufen werden würde.
[0038] Mit "Leerlauf" ist an dieser Stelle der Betriebszustand gemeint, bei welchem die
indizierte Leistung des Axialkolbenmotors im Wesentlichen der Reibleistung des Axialkolbenmotors
entspricht, also sich die effektive Leistung zu null ergibt.
[0039] Die Aufgabe der Erfindung, einen Axialkolbenmotor hinsichtlich seines Wirkungsgrades,
durch die Trennung des Ölkreislaufes in einen Motorölkreislauf und einen Druckölkreislauf,
zu verbessern, wird insbesondere ergänzend dadurch gelöst, dass der Motorölkreislauf
einen Motorölsumpf und eine Motorölpumpe aufweist und der Druckölkreislauf einen Druckölsumpf
und eine Druckölpumpe aufweist. Dies hat den wirkungsgradsteigernden Vorteil, dass
die Motorölpumpe und die Druckölpumpe einen für den Motorölkreislauf und den Druckölkreislauf
unabhängigen Ölvolumenstrom zur Verfügung stellen kann, und somit der Leistungsbedarf
der Motorölpumpe und der Druckölpumpe den Erfordernissen des Motorölkreislaufes und
des Druckölkreislaufes entspricht.
[0040] Um das Benetzen der mit Brennkammerdruck beaufschlagten Bauteile, wie etwa des Steuerkolbens
und anderer mit dem Steuerkolben in Wechselwirkung stehender Bauteile, sicherzustellen,
wird darüber hinaus vorgeschlagen, dass der Druckölsumpf Mittel zum Erfassen eines
Ölstandes aufweist. Vorteilhafterweise sind diese Mittel zum Erfassen eines Ölstandes
dadurch ausgezeichnet, dass der durch die Mittel zum Erfassen eines Ölstandes ermittelte
Ölstand des Druckölsumpfes ein minimaler und/oder ein maximaler Ölstand ist. Dieser
Vorteil trägt dazu bei, dass nicht nur eine Mangelschmierung betriebssicher verhindert
wird sondern auch dass ein Überfüllen des Druckölkreislaufes und damit einhergehende
Effekte wie Ölschäumung, Ölwerfen oder ein anderweitig nicht gewünschter Ölaustritt
aus dem Druckölkreislauf verhindert werden.
[0041] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass wenigstens ein als Steuerkammer ausgebildeter
Druckraum Bestandteil des Druckölkreislaufes ist. Der Vorteil dieser Anordnung ergibt
sich daraus, dass die Steuerkammer, welche an der der Brennkammer abgewandten Seite
des Steuerkolbens gebildet wird, den auf den Steuerkolben wirkenden Brennkammerdruck,
durch das dem Brennkammerdruckniveau entsprechende Druckniveau des Druckölkreislaufes,
kompensieren kann.
[0042] Mit "Steuerkammer" wird hierbei ein entsprechender Hohlraum beschrieben, der auf
einer der Brennkammer abgewandten Seite des Steuerkolbens oder der Steuerkolben angeordnet
ist. Die der Brennkammer abgewandte Seite definiert sich zusätzlich hierzu durch die
Bewegungsrichtung des Steuerkolbens. Somit entspricht die der Brennkammer abgewandte
Seite der Seite des Steuerkolbens, auf welcher ein aufgebrachter Gasdruck in seiner
Resultierenden dem auf den Steuerkolben wirkenden Brennkammerdruck entgegensteht.
In der Steuerkammer können auch weitere Baugruppen, die mit dem oder den Steuerkolben
wechselwirken, wie beispielsweise steuernd wirksame Kurvenscheiben oder Lageranordnungen,
vorgesehen sein. Insofern beinhaltet der Druckölkreislauf des Ölkreislaufes ggf. auch
Teile des oder der Steuerkolben, wobei das zur Schmierung des Steuerkolbens umlaufende
Öl nach Benetzen der an dem Steuerkolben befindlichen Reibpaarungen in diese Steuerkammer
fließen und von hier aus in einem Ölsumpf gesammelt werden kann.
[0043] Um den wirkungsgradoptimierenden Vorteil der Kompensation eines an verschiedenen
Bauteilen wirkenden Brennkammerdrucks umzusetzen, wird weiterhin vorgeschlagen, dass
der Druckölkreislauf über eine Ladeleitung mit wenigstens einem Zylinder der Verdichterstufe
verbunden ist. Die Verwendung einer derartigen Ladeleitung bringt den Vorteil, dass
stets ein Druckniveau im Druckölkreislauf betriebssicher und einfach bedarfsgerecht
zur Verfügung gestellt werden kann, welcher in ähnlicher Höhe auch in der Brennkammer
vorliegt. Zweckmäßig und vorteilhaft wird ein über diese Ladeleitung betriebspunktabhängig
gesteuerter bzw. geregelter Druckaufbau zur Verfügung gestellt.
[0044] Um den Erfordernissen wechselnder Lastpunkte des Axialkolbenmotors gerecht zu werden,
wird vorgeschlagen, dass zwischen wenigstens einem Zylinder der Verdichterstufe und
dem Druckölkreislauf ein Ladeventil angeordnet ist, um einen betriebspunktabhängig
gesteuerten bzw. geregelten Druckaufbau zur Verfügung zu stellen. Dieses Ladeventil
kann insbesondere in der vorstehend bereits beschriebenen Ladeleitung vorgesehen sein.
[0045] Dem regelungstechnischen Aufwand wird das Ladeventil vorzugsweise dadurch gerecht,
dass das Ladeventil schaltbar ausgeführt ist, insbesondere dadurch dass das Ladeventil
über den Verdichterdruck schaltbar ausgeführt ist. Hierzu kann das Ladeventil mit
der Verdichterstufe wirkverbunden sein und eine entsprechende Steuereinrichtung mit
Mitteln zum Schalten aufweisen.
[0046] In einer geeigneten Ausführungsform kann das Ladeventil beispielsweise ein elektrisch
oder elektronisch betätigtes oder aber auch ein pneumatisch betätigtes Ventil sein.
So kann das Ladeventil mittelbar durch ein Steuergerät bzw. durch die Steuereinrichtung
betätigt werden oder aber auch unmittelbar durch den am Ventil anliegenden Verdichterdruck.
Übersteigt der Verdichterdruck beispielsweise einen bestimmten Wert, kann das Ladeventil
öffnen und die Verdichterstufe mit dem Druckölkreislauf verbunden werden, wodurch
es zu einer Aufladung des Druckölkreislaufes mit verdichteter Luft oder einem sonstigen
in der Verdichterstufe vorhandenen Medium kommt.
[0047] Entsprechend den im Betrieb des Axialkolbenmotors vorliegenden Lastpunkten kennzeichnet
sich das Ladeventil vorteilhaft dadurch aus, dass das Ladeventil bei einem Ladedruck
von 5 bar, bevorzugter bei 10 bar, am bevorzugtesten bei 30 bar schaltet. Dies hat
den Vorteil, dass im Druckölkreislauf ein Druck zur Verfügung gestellt werden kann,
welcher zur Kompensation eines an einem Bauteil wirkenden Brennkammerdruckes erforderlich
ist oder diesem weitestgehend entspricht. Ferner wird durch das oben beschriebene
Ladeventil wirksam ein Entweichen des Druckes aus dem Druckölkreislauf verhindert,
sofern der Verdichterdruck unter ein Druckniveau fällt, welches im Druckölkreislauf
vorliegt. Vorteilhaft kann ein Ladeventil als ein pneumatisches, druckgesteuertes
Mehrwegeventil ausgeführt sein, so dass eine aktive Steuerung des Ladeventils möglich
ist.
[0048] Es ist darüber hinaus auch denkbar, dass das Ladeventil ein Rückschlagventil, insbesondere
ein druckgesteuertes Rückschlagventil, ist. Dieses ermöglicht eine baulich besonders
einfache Schaltung des Ladeventils, ohne dass weitere Maßnahmen notwendig sind.
[0049] Die Verwendung eines durch eine Verdichterstufe das Axialkolbenmotors bereitgestellten
Druckes, wobei eine zur Aufbringung dieses Druckes bereitgestellte Luft oder ein bereitgestelltes
Brennmittel bei einer Verdichtung aus Umgebungsbedingungen heraus in der Regel ein
über den Umgebungsbedingungen stehendes Temperaturniveau aufweist, kann zur Folge
haben, dass ein Druckabfall nach einer Drosselstelle, wie sie ein Ventil darstellt,
oder eine Kühlung an einer Wandung der Ladeleitung eine Kondensation eines Fluides
zur Folge haben kann. Als weitere Ausgestaltung des Druckölkreislaufes wird daher
vorgeschlagen, dass zwischen dem Ladeventil und dem Druckölkreislauf ein Ölabscheider
angeordnet ist.
[0050] Da sich ein an diesem Ölabscheider abgeschiedenes Öl bereits auf hohem Druckniveau
befindet, wird ferner vorgeschlagen, dass ein Ablauf des Ölabscheiders mit dem Druckölsumpf
verbunden ist.
[0051] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass zwischen dem Ladeventil und dem Druckölkreislauf
ein Wasserabscheider angeordnet ist. Hierdurch kann möglicherweise in der verdichteten
Luft befindlicher Wasserdampf bereits vor Einleiten dieser Druckluft wirkungsvoll
ausgeschieden werden, so dass ein Auskondensieren des Wasserdampfes im Druckölkreislauf
verhindert wird und hierüber die Lebensdauer des Axialkolbenmotors nicht durch auftretende
Korrosion begrenzt wird. Auch kann für den Fall eines Rückströmens von der Druckölleitung
zur Verdichterstufe hin ein Verlust von Öl aus dem Druckölkreislauf wirksam verhindert
werden, wenn, wie vorgeschlagen, ein Ölabscheider verwendet wird und ein Ablauf des
Ölabscheiders das abgeschiedene Öl dem Druckölkreislauf wieder zuführt. Mittels des
Ölabscheiders können insbesondere auch Schäden am Axialkolbenmotor verhindert werden,
welche in der Verdichterstufe durch Selbstzündung von ölhaltiger Luft hervorgerufen
werden könnten.
[0052] Eine wirkungsgradgünstige Verwendung eines gegenüber dem Motorölkreislauf höheren
Druckniveaus im Druckölkreislauf kann durch das bestehende Druckgefälle zu einer höheren
Ölleckage aus dem Druckölkreislauf in den Motorölkreislauf führen. Um den wirkungsgradsteigernden
Vorteil eines Druckölkreislaufes dauerhaft während des ganzen Betriebes des Axialkolbenmotors
aufrecht zu erhalten, ist es daher zweckmäßig, dass zwischen dem Druckölsumpf und
der Druckölpumpe sowie zwischen dem Motorölsumpf bzw. der Motorölpumpe und der Druckölpumpe
ein Ausgleichsventil angeordnet ist. Dies hat den Vorteil, dass ein Unterschreiten
eines minimalen notwendigen Ölstandes im Druckölsumpf dadurch verhindert werden kann,
dass die Druckölpumpe Öl aus dem Motorölsumpf bezieht, so lange bis der Ölstand des
Druckölsumpfes ein Maximum erreicht, mindestens aber ein Minimum überschreitet. Diese
wirkungsgraderhaltende Ausgestaltung des Ölkreislaufes wird ferner dadurch umgesetzt,
dass das Ausgleichsventil den Mitteln zum Erfassen eines Ölstandes wirkverbunden ist.
[0053] Weiterhin wird vorgeschlagen, dass das Ausgleichventil mit einer Steuereinrichtung
wirkverbunden ist. Eine derartige Steuereinrichtung kann beispielsweise ein Steuergerät
des Axialkolbenmotors sein, in welchem Kennfelder oder Algorithmen abgelegt sind,
nach welchen ebenfalls ein Verbinden des Druckölkreislaufes mit dem Motorölkreislauf
erfolgen soll, um ein Ausgleich des Ölstandes im Druckölkreislauf zu erreichen. Folglich
kann das Ausgleichsventil unmittelbar mit den Mitteln zum Erfassen eines Ölstandes
oder aber mittelbar über eine Steuereinrichtung mit den Mitteln zum Erfassen eines
Ölstandes verbunden sein.
[0054] Denkbar ist auch, dass die Steuereinrichtung das Ausgleichsventil nicht nur über
den Ölstand im Druckölkreislauf, sondern auch über die Temperatur oder eine andere
Kenngröße, wie etwa einem Notlaufsignal oder einem Wartungssignal, ansteuert, um beispielsweise
ein Austauschen des im Druckölkreislauf befindlichen Öls zu erreichen.
[0055] Die Verwendung eines gegenüber dem Motorölkreislauf höheren Druckniveaus im Druckölkreislauf
ist dann energetisch besonders vorteilhaft, wenn das Ausgleichsventil vorzugsweise
in einem ersten Betriebszustand den Druckölsumpf mit der Druckölpumpe verbindet und
in einem zweiten Betriebszustand den Motorölsumpf oder die Motorölpumpe mit der Druckölpumpe
verbindet. Dies hat den Vorteil, den Wirkungsgrad durch Verwendung des Druckölkreislaufes
dahingehend sicherzustellen, dass lediglich bei geringen Druckdifferenzen zwischen
dem Motorölkreislauf und dem Druckölkreislauf diese beiden Teilkreisläufe verbunden
werden, sodass die Leistungsaufnahme der Druckölpumpe durch eine Überwindung eines
hohen Druckunterschiedes nicht zu Wirkungsgradeinbußen führt.
[0056] Für eine wirkungsgraderhaltende Ausgestaltung des Ausgleichsventils wird kumulativ
hierzu vorgeschlagen, dass der erste Betriebszustand der Teillast und/oder der Volllast
des Axialkolbenmotors entspricht und der zweite Betriebszustand dem Leerlauf und/oder
einem Stillstand des Axialkolbenmotors entspricht. Diese Ausgestaltung des Ausgleichsventils
stellt sicher, dass das Ausgleichsventil nur bei geringen Druckunterschieden zwischen
dem Motorölkreislauf und dem Druckölkreislauf geschaltet wird, um ein Rücklaufen des
Öls aus dem Druckölkreislauf in den Motorölkreislauf wegen eines negativen Druckgefälles
wirksam zu verhindern. Eine Entleerung des Druckölkreislaufes könnte ggf. durch Mangelschmierung
den Wirkungsgrad des Axialkolbenmotors erheblich verschlechtern.
[0057] Alternativ bzw. kumulativ wird daher darüber hinaus vorgeschlagen, dass zwischen
dem Motorölsumpf und dem Ausgleichsventil oder zwischen der Motorölpumpe und dem Ausgleichsventil
ein als Rückschlagventil ausgebildetes Rücklaufventil angeordnet ist. Mittels dieses
Rücklaufventils kann weiterhin vorteilhaft ein unbeabsichtigtes Entleeren des Druckölkreislaufes
bei einer Fehlfunktion des Ausgleichsventils verhindert werden.
[0058] Insbesondere wird dementsprechend vorgeschlagen, dass das Rücklaufventil eine Strömungsrichtung
vom Motorölkreislauf zum Druckölkreislauf aufweist.
[0059] Die Sicherungsfunktion des Rückschlagventils wird in dieser Anordnung vorteilhaft
dadurch umgesetzt, dass hierdurch ein weiteres Befüllen des Druckölkreislaufes bei
einem positiven Druckgefälle möglich ist, ein Entleeren bei negativem Druckgefälle
jedoch unterbunden wird.
[0060] Für die Umsetzung eines wirkungsgradverbesserten Axialkolbenmotors wird zudem dementsprechend
ein Verfahren zum Betrieb eines Axialkolbenmotors mit einer wenigstens einen Zylinder
umfassenden Verdichterstufe, mit einer wenigstens einen Zylinder umfassenden Expanderstufe
und mit wenigstens einer Brennkammer zwischen der Verdichterstufe und der Expanderstufe
vorgeschlagen, wobei ein Brennmittelstrom von der Brennkammer unter Brennkammerdruck
zum Zylinder der Expanderstufe über wenigstens einen Steuerkolben gesteuert wird und
der Axialkolbenmotor einen Ölkreislauf zur Schmierung aufweist und wobei sich das
Verfahren dadurch auszeichnet, dass der Ölkreislauf in einen Motorölkreislauf und
in einen Druckölkreislauf aufgeteilt wird und mit Brennkammerdruck beaufschlagte Bauteile
des Axialkolbenmotors durch den Druckölkreislauf geschmiert werden.
[0061] Zusätzlich hierzu wird vorgeschlagen, dass der auf den Steuerkolben wirkende Brennkammerdruck
durch ein in einer Steuerkammer bestehendes und dem Brennkammerdruck entsprechenden
Druckniveau kompensiert wird.
[0062] Diese vorgeschlagenen Verfahren für einen Axialkolbenmotor tragen wiederum zu einer
Wirkungsgradverbesserung des Axialkolbenmotors bei, indem einerseits die beiden Teilkreisläufe
des Ölkreislaufes jeweils für sich genommen auf einem minimal erforderlichen Druckniveau
arbeiten und somit die Leistungsaufnahme der in diesen Teilkreisläufen befindlichen
Ölpumpen bedarfsgerecht, minimal und damit wirkungsgradoptimiert ist. Andererseits
wird durch die Kompensation eines Brennkammerdruckes an den mit Brennkammerdruck beaufschlagten
Bauteilen insbesondere an dem mit Brennkammerdruck beaufschlagten Steuerkolben eine
nicht dem Wirkungsgrad des Kreisprozesses dienliche Kolbenarbeit an dem Steuerkolben
verhindert bzw. minimiert, sodass der thermodynamische Wirkungsgrad des Axialkolbenmotors
maximiert wird.
[0063] Vorteilhaft kann das dem Brennkammerdruck entsprechende Druckniveau in der Steuerkammer
durch die Verdichterstufe bereitgestellt werden. Dies bringt den Vorteil, dass ein
zusätzliches Aggregat bzw. eine zusätzliche Baugruppe zur Erzeugung eines entsprechenden
Druckniveaus nicht erforderlich ist und weiterhin hat dies den Vorteil, dass der durch
die Verdichterstufe bereitgestellte Druck bzw. das Druckniveau auch in einer Größenordnung
liegt, welche dem zu kompensierenden Brennkammerdruck entspricht.
[0064] Vorzugsweise wird bei Unterschreiten eines minimalen Ölstandes in einem Druckölsumpf
der Druckölkreislauf mit Öl aus dem Motorölkreislauf befüllt. Dies hat den Vorteil,
dass stets ausreichend Öl zur Schmierung der durch Brennkammerdruck beaufschlagten
Bauteile zur Verfügung steht, indem durch den erhöhten Druck aus dem Druckölkreislauf
austretendes Öl durch Öl aus dem Motorölkreislauf ersetzt wird. Hierfür kann der Druckölkreislauf
mit dem Motorölkreislauf insbesondere bei Leerlauf und/oder bei Stillstand des Axialkolbenmotors
verbunden werden, da dann die Druckunterschiede verhältnismäßig gering sind. Eine
hohe, zu überbrückende Druckdifferenz zwischen dem Druckölkreislauf und dem Motorölkreislauf
kann durch dieses vorgeschlagene Verfahren vorteilhaft umgangen werden, indem die
Entnahme von Öl aus dem Motorölkreislauf insbesondere dann erfolgt, wenn die Druckdifferenz
zwischen dem Motorölkreislauf und dem Druckölkreislauf minimal ist, so dass die durch
diese Druckdifferenz bewirkte Leistungsaufnahme der zwei Druckölpumpen minimal ist
und hierüber der Gesamtwirkungsgrad des Axialkolbenmotors maximiert wird.
[0065] Alternativ oder ergänzend zu dem letztgenannten Verfahren kann der Druckölkreislauf
mit dem Motorölkreislauf bei einem Druckunterschied kleiner als 5 bar zwischen dem
Druckölkreislauf und dem Motorölkreislauf verbunden werden. Diese Vorgehensweise bietet
den Vorteil, dass der Druckölkreislauf mit Öl aus dem Motorölkreislauf befüllt werden
kann, wenn ein Druckunterschied zwischen dem Motorölkreislauf und dem Druckölkreislauf,
unabhängig von der Drehzahl des Axialkolbenmotors, einen Wert angenommen hat, bei
welchem die Überwindung des zum Befüllen des Druckölkreislaufes nötigen Druckunterschiedes
eine minimale Leistungsaufnahme der dazu verwendeten Ölpumpe erfordert. Somit kann
der Druckölkreislauf auch während des Betriebes des Axialkolbenmotors betriebssicher
bei günstigen Wirkungsgraden befüllt werden.
[0066] Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand nachfolgender
Beschreibung anliegender Zeichnung erläutert, in welcher beispielhaft verschiedene
Axialkolbenmotoren und deren Baugruppen dargestellt sind.
[0067] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Schnittdarstellung eines ersten Axialkolbenmotors zur Erläuterung
des allgemeinen technologischen Hintergrunds der Erfindung;
- Figur 2
- eine schematische Aufsicht auf den Axialkolbenmotor nach Fig. 1;
- Figur 3
- eine schematische Aufsicht auf einen zweiten Axialkolbenmotor in ähnlicher Darstellung
wie Fig. 2 zur Erläuterung des allgemeinen technologischen Hintergrunds der Erfindung;
- Figur 4
- eine schematische Schnittdarstellung eines dritten Axialkolbenmotors in ähnlicher
Darstellung wie Fig. 1 zur Erläuterung des allgemeinen technologischen Hintergrunds
der Erfindung;
- Figur 5
- eine schematische Schnittdarstellung eines weiteren Axialkolbenmotors mit einem Vorbrennertemperatursensor
und zwei Abgastemperatursensoren zur Erläuterung des allgemeinen technologischen Hintergrunds
der Erfindung;
- Figur 6
- eine schematische Schnittdarstellung eines weiteren Axialkolbenmotors mit einer als
Druckraum ausgebildeten Steuerkammer, einem Ausschnitt des Ölkreislaufes und eine
alternative Ausgestaltung der Steuerkolben;
- Figur 7
- eine schematische Schnittdarstellung eines weiteren Axialkolbenmotors mit einer als
Druckraum ausgebildeten Steuerkammer, einem Ausschnitt des Ölkreislaufes und eine
alternative Ausgestaltung der Steuerkolben;
- Figur 8
- eine schematische Darstellung eines Ölkreislaufes für einen Axialkolbenmotor mit einem
Druckölkreislauf;
- Figur 9
- eine schematische Darstellung eines Flansches für einen Wärmeübertrager mit einer
hierin angeordneten Matrize zur Aufnahme für Rohre eines Wärmeübertragers;
- Figur 10
- eine schematische Schnittdarstellung eines Gaswechselventils mit einer Ventilfeder
und einer Prallfeder; und
- Figur 11
- eine weitere schematische Schnittdarstellung eines Gaswechselventils mit einer Ventilfeder
und einer Prallfeder.
[0068] Der in Figuren 1 und 2 dargestellte Axialkolbenmotor 201 weist eine kontinuierlich
arbeitende Brennkammer 210 auf, aus welcher sukzessive Arbeitsmedium über Schusskanäle
215 (exemplarisch beziffert) Arbeitszylindern 220 (exemplarisch beziffert) zugeführt
wird.
[0069] Die Brennkammer 210 weist zwei voneinander verschiedene Verbrennungslufteingänge
(hier nicht dargestellt) auf, um das Aufgeben von Verbrennungsluft in die Brennkammer
210 besonders gut variieren und einstellen zu können. Insbesondere kann hierdurch
der LambdaWert außerordentlich gut an dem Axialkolbenmotor 201 eingestellt werden,
wodurch die Verbrennung innerhalb der Brennkammer 210 sehr exakt und schnell an Echtzeit-Leistungsanforderungen
des Axialkolbenmotors 201 angeglichen werden kann. Vorteilhafter Weise kann über die
zwei Verbrennungslufteingänge auch unterschiedlich temperierte Verbrennungsluft in
die Brennkammer 210 eingeleitet werden, wodurch die Verbrennung einfacher kontrolliert
werden kann.
[0070] Ein Arbeitsmediumstrom bzw. Brennmittelstrom innerhalb eines der Schusskanäle 215
von der Brennkammer 210 zu dem jeweiligen Arbeitszylinder 220 hin wird mittels eines
Steuerkolbens (hier nicht explizit gezeigt) gesteuert, der von einem Steuertrieb (hier
nicht explizit gezeigt) angetrieben wird.
[0071] Vorteilhafter Weise wird der Steuerkolben neben der vom Steuertrieb aufgebrachten
Kraft zusätzlich noch mit einer einem Brennkammerdruck entgegen gerichteten Kompensationskraft
beaufschlagt, sodass der Steuertrieb konstruktiv besonders einfach ausgeführt werden
kann. Die Kompensationskraft kann pneumatisch anhand des vorliegenden Verdichterzylinderdrucks
konstruktiv mit besonders geringem Aufwand erzeugt werden.
[0072] Insbesondere die Abdichtung an dem jeweiligen Steuerkolben kann außergewöhnlich einfach
vorgenommen werden, wenn sich der Steuerkolben in einem Druckraum befindet, in welchem
ähnliche Druckverhältnisse vorliegen wie in der Brennkammer 210. Idealerweise wird
hierbei eine ausreichende Dichtigkeit bereits mittels einer reinen Ölabstreifung erzielt.
[0073] Der Steuerkolben wird auch hierzu stets mit Öl benetzt, wodurch er zugleich geschmiert
und gekühlt wird, wobei der Steuerkolben hierbei vorzugsweise spritzgekühlt wird.
Zum Abstreifen des Öls ist der Steuerkolben mit einem hier nicht näher gezeigten Ölabstreifer
versehen, mittels welchem das Öl in einen separaten Ölkreislauf zurückgeführt werden
kann.
[0074] Um die bewegten Massen auch hinsichtlich des vorliegenden Steuerkolbens vorteilhaft
reduzieren zu können, ist der Steuerkolben zumindest hinsichtlich seines Kolbenschaftes
aus Aluminium hergestellt. Im Bereich des Kolbenbodens besteht der Steuerkolben brennkammerseitig
jedoch aus einer Eisenlegierung, um selbst sehr hohen Brennmitteltemperaturen besser
standhalten zu können.
[0075] Alternativ kann der Steuerkolben auch aus einer Stahllegierung hergestellt sein,
sodass Festigkeits- und/oder Steifigkeitsprobleme sowie thermische Schwierigkeiten
noch unwahrscheinlicher auftreten können als hinsichtlich einer Aluminiumlegierung.
[0076] In den Arbeitszylindern 220 sind jeweils Arbeitskolben 230 (exemplarisch beziffert)
angeordnet, welche über eine geradlinige Pleuelstange 235 einerseits mit einem Abtrieb,
welcher bei diesem Aufführungsbeispiel als ein eine Kurvenbahn 240 tragender, auf
einer Abtriebswelle 241 angeordneten Abstandhalter 242 realisiert ist, und andererseits
mit einem Verdichterkolben 250 verbunden sind, welcher jeweils in weiter unten näher
erläuterter Art und Weise in dem Verdichterzylinder 260 läuft.
[0077] Nachdem das Arbeitsmedium in dem Arbeitszylinder 220 seine Arbeit geleistet und den
Arbeitskolben 230 entsprechend belastet hat, wird das Arbeitsmedium aus dem Arbeitszylinder
220 über Abgaskanäle 225 ausgestoßen. An den Abgaskanälen 225 sind nicht dargestellte
Temperatursensoren vorgesehen, welche die Temperatur des Abgases messen.
[0078] Die Abgaskanäle 225 münden jeweils in Wärmeübertrager 270 und verlassen anschließend
den Axialkolbenmotor 201 an entsprechenden Auslässen 227 in an sich bekannter Weise.
Die Auslässe 227 können insbesondere ihrerseits wieder mit einem nicht dargestellten
Ringkanal verbunden werden, so dass das Abgas letztlich den Motor 201 lediglich an
einer oder zwei Stellen verlässt. Je nach konkreter Ausgestaltung insbesondere der
Wärmeübertrager 270 kann gegebenenfalls auch auf einen Schalldämpfer verzichtet werden,
da die Wärmeübertrager 270 selbst bereits eine schalldämpfende Wirkung haben.
[0079] Die Wärmeübertrager 270 dienen dazu Brennmittel, welches in den Verdichterzylindern
260 durch die Verdichterkolben 250 verdichtet und durch eine Druckleitung 255 zu der
Brennkammer 210 geleitet wird, vorzuwärmen. Die Verdichtung erfolgt dabei in an sich
bekannter Weise, indem Zuluft über Zuleitungen 257 (exemplarisch beziffert) von den
Verdichterkolben 250 angesaugt und in den Verdichterzylindern 260 verdichtet wird.
Hierzu finden an sich bekannte und ohne Weiteres entsprechend einsetzbare Ventilsysteme
Anwendung.
[0080] Wie unmittelbar aus Figur 2 ersichtlich, weist der Axialkolbenmotor 201 zwei Wärmeübertrager
270 auf, die jeweils axial im Bezug auf den Axialkolbenmotor 201 angeordnet sind.
Durch diese Anordnung lassen sich die Wege, welche das Abgas durch die Abgaskanäle
225 bis zu den Wärmeübertragern 270 jeweils durchlaufen muss, gegenüber Axialkolbenmotoren
aus dem Stand der Technik erheblich reduzieren. Dieses hat zur Folge, dass letztlich
das Abgas mit einer wesentlich höheren Temperatur den jeweiligen Wärmeübertrager 270
erreicht, so dass letztlich auch das Brennmittel auf entsprechend höhere Temperaturen
vorgewärmt werden kann. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass durch eine derartige
Ausgestaltung mindestens 20 % Kraftstoff eingespart werden können. Hierbei wird davon
ausgegangen, dass durch eine optimierte Auslegung sogar Einsparungen bis zu 30 % oder
darüber möglich sind.
[0081] In diesem Zusammenhang versteht es sich, dass der Wirkungsgrad des Axialkolbenmotors
201 durch weitere Maßnahmen erhöht werden kann. So kann das Brennmittel beispielsweise
in an sich bekannter Weise zur Kühlung bzw. thermischen Isolierung der Brennkammer
210 genutzt werden, wodurch es noch weiter in seiner Temperatur erhöht werden kann,
bevor es in die Brennkammer 210 gelangt. Hierbei sei betont, dass die entsprechende
Temperierung einerseits lediglich auf Komponenten des Brennmittels beschränkt sein
kann, wie dieses bei vorliegendem Ausführungsbeispiel in Bezug auf Verbrennungsluft
der Fall ist. Auch ist es denkbar, der Verbrennungsluft bereits vor oder während der
Verdichtung Wasser aufzugeben, dieses ist jedoch ohne Weiteres auch im Nachhinein,
beispielsweise in der Druckleitung 255 möglich.
[0082] Besonders bevorzugt erfolgt die Aufgabe von Wasser in den Verdichterzylinder 260
während eines Saughubes des entsprechenden Verdichterkolbens 250, was eine isotherme
Verdichtung bzw. eine einer isothermen Verdichtung möglichst angenäherte Verdichtung
bedingt. Wie unmittelbar ersichtlich umfasst ein Arbeitszyklus des Verdichterkolbens
250 jeweils einen Saughub und einen Verdichtungshub, wobei während des Saughubs Brennmittel
in den Verdichterzylinder 260 gelangt, welcher dann während des Verdichtungshubes
komprimiert, also verdichtet, und in die Druckleitung 255 gefördert wird. Durch die
Aufgabe von Wasser während des Saughubes kann eine gleichförmige Verteilung des Wassers
auf betrieblich einfache Weise gewährleistet werden.
[0083] Ebenso ist es denkbar, bereits den Kraftstoff entsprechend zu temperieren, wobei
dieses nicht zwingend notwendig ist, da die Kraftstoffmenge im Bezug auf die Verbrennungsluft
in der Regel verhältnismäßig gering ist und somit sehr schnell auf hohe Temperaturen
gebracht werden kann.
[0084] Ebenso kann die Aufgabe von Wasser in dieser Ausgestaltung in die Druckleitung 255
erfolgen, wobei innerhalb des Wärmetauschers durch eine geschickte Umlenkung der Strömung
sich das Wasser gleichmäßig mit dem Brennmittel vermischt. Auch kann der Abgaskanal
225 für die Aufgabe von Wasser oder einem anderen Fluid, wie Kraftstoff oder Mittel
zur Abgasnachbehandlung, gewählt werden, um eine homogene Durchmischung innerhalb
des Wärmeübertragers 270 zu gewährleisten. Die Ausgestaltung des gezeigten Wärmeübertragers
270 erlaubt weiterhin die Nachbehandlung des Abgases im Wärmeübertrager selbst, wobei
durch die Nachbehandlung freigesetzte Wärme unmittelbar dem in der Druckleitung 255
befindlichen Brennmittel zugeführt wird. Im Auslass 227 ist ein nicht dargestellter
Wasserabscheider angeordnet, welcher das im Abgas befindliche kondensierte Wasser
dem Axialkolbenmotor 201 für eine erneute Aufgabe zurückführt. Der Wasserabscheider
kann in Verbindung mit einem Kondensator ausgeführt werden. Weiterhin ist die Verwendung
bei ähnlich ausgeführten Axialkolbenmotoren möglich, wobei die übrigen vorteilhaften
Merkmale an dem Axialkolbenmotor 201 oder an ähnlichen Axialkolbenmotoren auch ohne
Verwendung eines Wasserabscheiders im Auslass 227 vorteilhaft sind.
[0085] Der in Figur 3 dargestellte Axialkolbenmotor 301 entspricht in seinem Aufbau und
in seiner Funktionsweise im Wesentlichen dem Axialkolbenmotor 201 nach Figuren 1 und
2. Aus diesem Grunde wird auf eine Detailbeschreibung verzichtet, wobei in Figur 3
ähnlich wirkende Baugruppen auch mit ähnlichem Bezugszeichen versehen sind und lediglich
in der ersten Ziffer voneinander abweichen. Auch der Axialkolbenmotor 301 weist eine
zentrale Brennkammer 310 auf, aus welcher über Schusskanäle 315 (exemplarisch beziffert)
Arbeitsmedium im Arbeitszylinder 320 entsprechend der Arbeitsfolge des Axialkolbenmotors
301 geleitet werden kann. Das Arbeitsmedium wird, nachdem es seine Arbeit geleistet
hat, über Abgaskanäle 325 jeweils Wärmeübertragern 370 zugeführt.
[0086] Hierbei weist der Axialkolbenmotor 301 in Abweichung von dem Axialkolbenmotor 201
je einen Wärmeübertrager 370 für genau zwei Arbeitszylinder 320 auf, wodurch sich
die Länge der Kanäle 325 auf ein Minimum reduzieren lässt. Wie unmittelbar ersichtlich,
sind bei diesem Ausführungsbeispiel die Wärmeübertrager 370 teilweise in den Gehäusekörper
305 des Axialkolbenmotors 301 eingelassen, was zu einer noch kompakteren Bauweise
als die Bauweise des Axialkolbenmotors 201 nach Figuren 1 und 2 führt. Hierbei ist
das Maß, wie weit die Wärmeübertrager 370 in den Gehäusekörper 305 eingelassen werden
können, durch die Möglichkeit der Anordnung weiterer Baugruppen, wie beispielsweise
einer Wasserkühlung für die Arbeitszylinder 220 begrenzt.
[0087] Auch der in Figur 4 dargestellte Axialkolbenmotor 401 entspricht im Wesentlichen
den Axialkolbenmotoren 201 und 301 nach Figuren 1 bis 3. Dementsprechend sind auch
identisch bzw. ähnlich wirkende Baugruppen ähnlich beziffert und unterscheiden sich
lediglich durch die erste Stelle. Im Übrigen wird dementsprechend auch bei diesem
Ausführungsbeispiel auf eine Detailerläuterung der Wirkungsweise verzichtet, da dieses
bereits im Bezug auf den Axialkolbenmotor 201 nach Figuren 1 und 2 geschehen ist.
[0088] Der Axialkolbenmotor 401 umfasst ebenfalls einen Gehäusekörper 405, an welchem eine
kontinuierlich arbeitende Brennkammer 410 mit zwei Verbrennungslufteingängen (hier
nicht abgebildet), sechs Arbeitszylinder 420 sowie sechs Verdichterzylinder 460 vorgesehen
sind. Hierbei ist die Brennkammer 410 jeweils über Schusskanäle 415 mit den Arbeitszylindern
420 verbunden, so dass letzteren entsprechend der Taktfolge des Axialkolbenmotors
401 Arbeitsmedium den Arbeitszylindern 420 zugeführt werden kann.
[0089] Die Schusskanäle 415 können mittels hier nicht weiter gezeigten Steuerkolben geöffnet
oder verschlossen werden. Angetrieben und gesteuert werden die Steuerkolben durch
jeweils einen Steuertrieb, wobei auf jeden der Steuerkolben zusätzlich noch eine Kompensationskraft
wirkt, welche einem Brennkammerdruck entgegen gerichtet ist. Die Steuerkolben sind
zudem in einem Druckraum angeordnet, in welchem ein Druck eingestellt ist, der im
Wesentlichen dem Brennkammerdruck entspricht. Hierdurch gelingt eine besonders einfache
Abdichtung an dem jeweiligen Steuerkolben in Gestalt einer Ölabstreifung. Eine ausreichende
Menge an Öl wird an den Steuerkolben gewährleistet, indem jeder der Steuerkolben ständig
mit Öl spritzgekühlt wird. Somit ist neben der Kühlung stets für eine gute Schmierung
und Abdichtung an dem jeweiligen Steuerkolben gesorgt. Die Steuerkolben sind in Leichtbauweise
aus Aluminium ausgebildet und weisen zumindest brennkammerseitig einen Brennschutz
aus Eisen auf, wodurch sie sehr temperaturstabil ausgelegt sind.
[0090] Nach getaner Arbeit verlässt das Arbeitsmedium die Arbeitszylinder 420 jeweils durch
Abgaskanäle 425, welche zu Wärmeübertragern 470 führen, wobei diese Wärmeübertrager
470 identisch den Wärmeübertragern 270 des Axialkolbenmotors 201 nach Figuren 1 und
2 (siehe insbesondere Figur 2) angeordnet sind. Das Arbeitsmedium verlässt die Wärmeübertrager
470 durch Auslässe 427 (exemplarisch beziffert).
[0091] In den Arbeitszylindern 420 bzw. den Verdichterzylindern 460 sind jeweils Arbeitskolben
430 bzw. Verdichterkolben 450 angeordnet, welche über eine starre Pleuelstange 435
mit einander verbunden sind. Die Pleuelstange 435 umfasst in an sich bekannter Weise
eine Kurvenbahn 440, welche auf einem Abstandhalter 424 vorgesehen ist, welcher letztlich
eine Abtriebswelle 441 antreibt.
[0092] Auch bei diesem Ausführungsbeispiel wird Verbrennungsluft über Zuleitungen 457 angesaugt
und in den Verdichterzylindern 460 verdichtet, um über Druckleitungen 455 der Brennkammer
410 aufgegeben zu werden, wobei die bei den vorgenannten Ausführungsbeispielen genannten
Maßnahmen je nach konkreter Umsetzung ebenfalls vorgesehen sein können.
[0093] Ergänzend sind bei dem Axialkolbenmotor 401 die Druckleitungen 455 über einen Ringkanal
456 miteinander verbunden, wodurch sich in an sich bekannter Weise ein gleichförmiger
Druck in sämtlichen Druckleitungen 455 gewährleisten lässt. Zwischen dem Ringkanal
456 und den Druckleitungen 455 sind jeweils Ventile 485 vorgesehen, wodurch sich der
Zufluss an Brennmittel durch die Druckleitungen 455 regeln bzw. einstellen lässt.
Darüber hinaus ist an dem Ringkanal 456 ein Brennmittelspeicher 480 über eine Speicherleitung
481 angeschlossen, in welcher ebenfalls ein Ventil 482 angeordnet ist.
[0094] Die Ventile 482 und 485 können je nach Betriebszustand des Axialkolbenmotors 401
geöffnet oder geschlossen werden. So ist es beispielsweise denkbar, eines der Ventile
485 zu schließen, wenn der Axialkolbenmotor 401 weniger Brennmittel benötigt. Ebenso
ist es denkbar, sämtliche Ventile 485 in derartigen Betriebssituationen teilweise
zu schließen und diese als Drossel wirken zu lassen. Der Überschuss an Brennmittel
kann dann dem Brennmittelspeicher 480 bei geöffnetem Ventil 482 zugeführt werden.
Letzteres ist insbesondere auch dann möglich, wenn der Axialkolbenmotor 401 im Schubbetrieb
läuft, d. h. überhaupt kein Brennmittel benötigt sondern über die Abtriebswelle 441
angetrieben wird. Der durch die in einer derartigen Betriebssituation auftretende
Bewegung der Verdichterkolben 450 bedingte Überschuss an Brennmittel kann dann ebenfalls
ohne Weiteres in den Brennmittelspeicher 480 gespeichert werden.
[0095] Das auf diese Weise gespeicherte Brennmittel kann dem Axialkolbenmotor 401 bei Bedarf,
insbesondere also bei Anfahr- oder Beschleunigungssituationen sowie zum Starten, ergänzend
zugeführt werden, so dass ohne zusätzliche oder schnellere Bewegungen der Verdichterkolben
450 ein Überschuss an Brennmittel bereitgestellt wird.
[0096] Ggf. kann, um letzteres zu gewährleisten, auch auf die Ventile 482 und 485 verzichtet
werden. Durch unvermeidliche Leckagen scheint ein Verzicht auf derartige Ventile für
eine dauerhafte Speicherung verdichteten Brennmittels wenig geeignet.
[0097] In einer dem Axialkolbenmotor 401 alternativen Ausführungsform kann auf den Ringkanal
456 verzichtet werden, wobei dann - ggf. über ein Ringkanalteilstück - die Auslässe
der Verdichterzylinder 460 entsprechend der Zahl der Druckleitungen 455 zusammengefasst
werden. Bei einer derartigen Ausgestaltung kann es ggf. sinnvoll sein, lediglich eine
der Druckleitungen 455 bzw. nicht sämtliche Druckleitungen 455 mit dem Brennmittelspeicher
480 zu verbinden bzw. verbindbar vorzusehen. Eine derartige Ausgestaltung bedingt
zwar, dass im Schubbetrieb nicht sämtliche Verdichterkolben 450 den Brennmittelspeicher
480 befüllen können. Andererseits steht dann für die Brennkammer 410 ohne weitere
regelungs- bzw. steuerungstechnische Maßnahmen ausreichend Brennmittel zur Verfügung,
dass eine Verbrennung aufrecht erhalten werden kann. Parallel hierzu wird der Brennmittelspeicher
480 über die übrigen Verdichterkolben 450 befüllt, so dass entsprechend Brennmittel
bevorratet und insbesondere für Start- bzw. Anfahr- oder Beschleunigungsphasen unmittelbar
zur Verfügung steht.
[0098] Es versteht sich, dass der Axialkolbenmotor 401 in einer anderen hier nicht explizit
gezeigten Ausführungsvarianten mit zwei Brennmittelspeichern 480 ausgerüstet werden
kann, wobei die zwei Brennmittelspeicher 480 dann auch mit unterschiedlichen Drücken
beladen werden können, sodass mit den zwei Brennmittelspeichern 480 in Echtzeit immer
mit unterschiedlichen Druckintervallen gearbeitet werden kann. Vorzugsweise ist hierbei
eine Druckregelung vorgesehen, die für den ersten Brennmittelspeicher 480 eine erste
Druckuntergrenze und eine erste Druckobergrenze und für den zweiten Brennmittelspeicher
(hier nicht gezeigt) eine zweite Druckuntergrenze und eine zweite Druckobergrenze
festlegt, innerhalb derer ein Brennmittelspeicher 480 mit Drücken beladen wird, wobei
die erste Druckobergrenze unter der zweiten Druckobergrenze und die erste Druckuntergrenze
unter der zweiten Druckuntergrenze liegt. Speziell kann die erste Druckobergrenze
kleiner oder gleich der zweiten Druckuntergrenze eingestellt werden.
[0099] In den Figuren 1 bis 4 nicht dargestellt sind Temperatursensoren zur Temperaturmessung
des Abgases bzw. in der Brennkammer. Als derartige Temperatursensoren kommen alle
Temperatursensoren in Frage, die betriebssicher Temperaturen zwischen 800 °C und 1.100
°C messen können. Insbesondere wenn die Brennkammer eine Vorbrennkammer und eine Hauptbrennkammer
umfasst, kann über derartige Temperatursensoren auch die Temperatur der Vorbrennkammer
gemessen werden. Insoweit können die vorstehend beschriebenen Axialkolbenmotoren 201,
301 und 401 jeweils über die Temperatursensoren derart geregelt werden, dass die Abgastemperatur
bei Verlassen der Arbeitszylinder 220, 320, 420 ungefähr 900 °C und - falls vorhanden
- die Temperatur in der Vorbrennkammer ungefähr 1.000 °C beträgt.
[0100] Bei dem gemäß der Darstellung nach der Figur 5 gezeigten weiteren Axialkolbenmotor
501 sind derartige Temperatursensoren jeweils als Eingangssensoren in Gestalt eines
Vorkammertemperatursensors 592 und zweier Abgastemperatursensoren 593 einer Brennkammerregelung
(hier nicht explizit gezeigt) vorhanden und entsprechend schematisch dargestellt.
[0101] Insbesondere mittels des Vorkammertemperatursensors 592 - welcher in diesem Ausführungsbeispiel
auf Grund seiner Nähe zu einem Vorbrenner 517 des weiteren Axialkolbenmotors 501 auch
als Vorbrennertemperatursensor 592 bezeichnet werden kann - wird ein aussagekräftiger
Wert über die Qualität der Verbrennung bzw. hinsichtlich der Laufstabilität des weiteren
Axialkolbenmotors 501 ermittelt. Beispielsweise kann eine Flammtemperatur im Vorbrenner
517 gemessen werden, um mittels einer Brennkammerregelung unterschiedliche Betriebszustände
an dem weiteren Axialkolbenmotor 501 regeln zu können.
[0102] Mittels der Abgastemperatursensoren 593, welche an Auslässen bzw. Abgaskanälen 525
des jeweiligen Arbeitszylinders 520 sitzen, kann kumulativ speziell der Betriebszustand
der Brennkammer 510 geprüft und gegebenenfalls geregelt werden, sodass stets eine
optimale Verbrennung der Brennmittel gewährleistet ist.
[0103] Ansonsten entsprechen der Aufbau und die Funktionsweise des weiteren Axialkolbenmotors
501 denen der zuvor beschriebenen Axialkolbenmotoren. Insofern weist der weitere Axialkolbenmotor
501 einen Gehäusekörper 505 auf, an welchem eine kontinuierlich arbeitende Brennkammer
510, sechs Arbeitszylinder 520 sowie sechs Verdichterzylinder 560 vorgesehen sind.
[0104] Die Brennkammer 510 hat zwei hier nicht näher gezeigte Verbrennungslufteingänge.
Unterschiedlich temperierte Verbrennungsluft für diese zwei Verbrennungslufteingänge
können mittels entsprechend vorgeschalteter Wärmeübertrager (hier nicht explizit dargestellt)
bereitgestellt werden, beispielsweise indem eine erste Verbrennungsluft im Kreuz-
und/oder Gegenstrom zu einem Abgas durch den Wärmeübertrager geführt wird, eine zweite
Verbrennungsluft für den zweiten Verbrennungslufteingang jedoch nicht.
[0105] Innerhalb der Brennkammer 510 können Brennmittel sowohl gezündet als auch verbrannt
werden, wobei die Brennkammer 510 mit Brennmitteln in der vorstehend beschriebenen
Weise beschickt werden kann. Vorteilhafterweise arbeitet der weitere Axialkolbenmotor
501 mit einer Zweistufenverbrennung, wozu die Brennkammer 510 den vorstehend schon
erwähnten Vorbrenner 517 und einen Hauptbrenner 518 aufweist. In den Vorbrenner 517
und in den Hauptbrenner 518 können Brennmittel eingespritzt werden, wobei insbesondere
in den Vorbrenner 517 auch ein Anteil einer Verbrennungsluft des Axialkolbenmotors
501 eingeleitet werden kann, der speziell in diesem Ausführungsbeispiel kleiner als
15% der gesamten Verbrennungsluft betragen kann.
[0106] Der Vorbrenner 517 weist einen kleineren Durchmesser als der Hauptbrenner 518 auf,
wobei die Brennkammer 510 einen Übergansbereich aufweist, der eine konische Kammer
513 und eine zylindrische Kammer 514 umfasst.
[0107] Zum Zuleiten von Brennmitteln bzw. von Verbrennungsluft münden in die Brennkammer
510, insbesondere in die diesbezügliche konische Kammer 513, einerseits eine Hauptdüse
511 und andererseits eine Aufbereitungsdüse 512. Mittels der Hauptdüse 511 und der
Aufbereitungsdüse 512 können Brennmittel bzw. Brennstoff in die Brennkammer 510 eingedüst
werden, wobei bei diesem Ausführungseispiel die mittels der Aufbereitungsdüse 512
eingedüsten Brennmittel bereits mit Verbrennungsluft vermischt werden bzw. sind.
[0108] Die Hauptdüse 511 ist im Wesentlichen parallel zu einer Hauptbrennrichtung 502 der
Brennkammer 510 ausgerichtet. Darüber hinaus ist die Hauptdüse 511 koaxial zu einer
Symmetrieachse 503 der Brennkammer 510 ausgerichtet, wobei die Symmetrieachse 503
parallel zur Hauptbrennrichtung 502 liegt.
[0109] Die Aufbereitungsdüse 512 ist des Weiteren gegenüber der Hauptdüse 511 in einem Winkel
(der Übersichtlichkeit halber hier nicht explizit eingezeichnet) angeordnet, sodass
sich eine Strahlrichtung 516 der Hauptdüse 511 und eine Strahlenrichtung 519 der Aufbereitungsdüse
512 in einem gemeinsamen Schnittpunkt innerhalb der konischen Kammer 513 schneiden.
[0110] In den Hauptbrenner 518 wird bei diesem Ausführungsbeispiel ohne weitere Luftzufuhr
Brennstoff bzw. Kraftstoff aus der Hauptdüse 511 eingespritzt, wobei der Brennstoff
in dem Hauptbrenner 518 bereits vorerhitzt und idealerweise thermisch zerlegt werden
kann. Hierzu wird die der die Hauptdüse 511 durchströmenden Brennstoffmenge entsprechende
Verbrennungsluftmenge in einen Brennraum 526 hinter dem Vorbrenner 517 bzw. dem Hauptbrenner
518 eingeleitet, wozu eine separate Verbrennungsluftzufuhr 504 vorgesehen ist, die
in den Brennraum 526 mündet.
[0111] Die separate Verbrennungsluftzufuhr 504 ist hierzu an eine Prozessluftzufuhr 521
angeschlossen, wobei von der separaten Verbrennungsluftzufuhr 504 eine weitere Verbrennungsluftzufuhr
522 mit Verbrennungsluft versorgt werden kann, welche hierbei einen Löcherkranz 523
mit Verbrennungsluft versorgt. Der Löcherkranz 523 ist hierbei der Aufbereitungsdüse
512 zugeordnet. Insofern kann der mit der Aufbereitungsdüse 512 eingespritzte Brennstoff
zusätzlich mit Prozessluft vermischt in den Vorbrenner 517 bzw. in die konische Kammer
513 des Hauptbrenners 518 eingespritzt werden.
[0112] Des Weiteren umfasst die Brennkammer 510, insbesondere der Brennraum 526, eine keramische
Baugruppe 506, welche vorteilhafter Weise luftgekühlt ist. Die keramische Baugruppe
506 umfasst hierbei eine keramische Brennkammerwand 507, welche wiederum von einem
profilierten Rohr 508 umgeben ist. Um dieses profilierte Rohr 508 erstreckt sich eine
Kühlluftkammer 509, die über eine Kühlluftkammerzufuhr 524 mit der Prozessluftzufuhr
521 verbunden ist.
[0113] Die an sich bekannten Arbeitszylinder 520 führen entsprechende Arbeitskolben 530,
die jeweils mittels Pleuelstangen 535 mit Verdichterkolben 550 mechanisch verbunden
sind.
[0114] Die Pleuelstangen 535 umfassen in diesem Ausführungsbeispiel Pleuellaufräder 536,
welche entlang einer Kurvenbahn 540 laufen, während die Arbeitskolben 530 bzw. die
Verdichterkolben 550 bewegt werden. Hierdurch wird eine Abtriebswelle 541 in Rotation
versetzt, welche mit der Kurvenbahn 540 mittels eines Antriebskurvenbahnträgers 537
verbunden ist. Über die Abtriebswelle 541 kann eine durch den Axialkolbenmotor 501
erzeugte Leistung abgegeben werden.
[0115] In an sich bekannter Weise erfolgt mittels der Verdichterkolben 550 eine Verdichtung
der Prozessluft, gegebenenfalls auch einschließlich eines eingespritzten Wassers,
welches gegebenenfalls zu einer zusätzlichen Abkühlung genutzt werden kann. Erfolgt
die Aufgabe des Wassers oder von Wasserdampf während eines Saughubs des entsprechenden
Verdichterkolbens 550, kann speziell eine isotherme Verdichtung des Brennmittels begünstigt
werden. Eine mit dem Saughub einhergehende Wasseraufgabe kann eine besonders gleichförmige
Verteilung des Wassers innerhalb der Brennmittel auf betrieblich einfache Weise gewährleisten.
[0116] Hierdurch können gegebenenfalls Abgase in einem oder mehreren hier nicht dargestellten
Wärmeübertragern wesentlich tiefer abgekühlt werden, wenn die Prozessluft über einen
oder mehrerer derartiger Wärmeübertrager vorgewärmt und als Brennmittel zur Brennkammer
510 geführt werden soll, wie dies beispielsweise bereits in den vorstehend erläuternden
Ausführungsbeispielen hinsichtlich der Figuren 1 bis 4 bereits ausführlich beschrieben
ist. Die Abgase können dem oder den Wärmeübertragern über die vorstehend genannten
Abgaskanäle 525 zugeführt werden, wobei die Wärmeübertrager axial im Bezug auf den
weiteren Axialkolbenmotor 501 angeordnet sind.
[0117] Zusätzlich kann die Prozessluft durch einen Kontakt mit weiteren Baugruppen des Axialkolbenmotors
501, welche gekühlt werden müssen, weiter vorgewärmt bzw. erhitzt werden, wie dies
ebenfalls bereits erläutert ist. Die auf diese Weise verdichtete und erhitzte Prozessluft
wird dann der Brennkammer 510 in bereits erläuterter Weise aufgegeben, wodurch der
Wirkungsgrad des weiteren Axialkolbenmotors 501 weiter erhöht werden kann.
[0118] Jeder der Arbeitszylinder 520 des Axialkolbenmotors 501 ist über einen Schusskanal
515 mit der Brennkammer 510 verbunden, sodass ein gezündetes Kraftstoff-Luft-Gemisch
aus der Brennkammer 510 heraus über die Schusskanäle 515 in den jeweiligen Arbeitszylinder
520 gelangen und als Arbeitsmedium an den Arbeitskolben 530 Arbeit verrichten kann.
[0119] Insofern kann das aus der Brennkammer 510 ausströmende Arbeitsmedium über wenigstens
einen Schusskanal 515 sukzessive wenigstens zwei Arbeitszylindern 520 zugeführt werden,
wobei je Arbeitszylinder 520 ein Schusskanal 515 vorgesehen ist, der über einen Steuerkolben
531 geschlossen und geöffnet werden kann. Vorteilhafter Weise hat der Steuerkolben
531 voneinander abweichende Öffen- und Schließzeiten, wobei der Steuerkolben 531 idealerweise
schneller geschlossen als geöffnet werden kann. Insofern kann der Betrieb des Axialkolbenmotors
501 außerordentlich flexibel an unterschiedliche Erfordernisse angepasst werden.
[0120] Die Anzahl der Steuerkolben 531 des weiteren Axialkolbenmotors 501 ist von der Anzahl
der Arbeitszylinder 520 vorgegeben. Ein Verschließen des Schusskanals 515 geschieht
hierbei über den Steuerkolben 531 auch mit seinem Steuerkolbendeckel 532. Angetrieben
wird der Steuerkolben 531 mittels eines Steuertriebs mit einer Steuerkolbenkurvenbahn
533, wobei ein Abstandhalter 534 für die Steuerkolbenkurvenbahn 533 zu der Antriebwelle
541 vorgesehen ist, der insbesondere auch einer thermischen Entkopplung dient. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel des weiteren Axialkolbenmotors 501 kann der Steuerkolben
531 eine im Wesentlichen axial gerichtete Hubbewegung 543 durchführen. Jeder der Steuerkolben
531 ist hierzu mittels nicht weiter bezifferter Gleitsteine, die in der Steuerkolbenkurvenbahn
533 gelagert sind, geführt, wobei die Gleitsteine jeweils einen Sicherungsnocken aufweisen,
der in einer nicht weiter bezifferten Führungsnut hin und her läuft und ein Drehen
in dem Steuerkolben 531 verhindert.
[0121] Vorteilhafter Weise wird der Steuerkolben 531 neben der vom Steuertrieb aufgebrachten
Kraft zusätzlich noch mit einer einem Brennkammerdruck entgegen gerichteten Kompensationskraft
beaufschlagt, sodass der Steuertrieb konstruktiv besonders einfach ausgeführt werden
kann. Die Kompensationskraft wird pneumatisch anhand des vorliegenden Verdichterzylinderdrucks
konstruktiv mit besonders geringem Aufwand erzeugt.
[0122] Insbesondere die Abdichtung an dem jeweiligen Steuerkolben 531 kann außergewöhnlich
einfach vorgenommen werden, wenn sich der Steuerkolben 531 in einem Druckraum befindet,
in welchem ähnliche Druckverhältnisse vorliegen wie in der Brennkammer 510. Idealerweise
wird hierbei eine ausreichende Dichtigkeit bereits mittels einer reinen Ölabstreifung
erzielt.
[0123] Um die bewegten Massen auch hinsichtlich des vorliegenden Steuerkolbens 531 vorteilhaft
reduzieren zu können, weist der Steuerkolben 531 ebenfalls Querverstrebungen auf und
ist zumindest hinsichtlich seines Kolbenschaftes aus Aluminium hergestellt. Im Bereich
des Kolbenbodens besteht der Steuerkolben 531 brennkammerseitig jedoch aus einer Eisenlegierung,
um selbst sehr hohen Brennmitteltemperaturen besser standhalten zu können.
[0124] Alternativ kann der Steuerkolben 531 auch aus einer Stahllegierung hergestellt sein,
sodass Festigkeits- und/oder Steifigkeitsprobleme sowie thermische Schwierigkeiten
noch unwahrscheinlicher auftreten können als hinsichtlich einer Aluminiumlegierung.
[0125] Da der Steuerkolben 531 im Bereich des Schusskanals 515 mit dem heißen Arbeitsmedium
aus der Brennkammer 510 in Kontakt kommt, ist es vorteilhaft, wenn der Steuerkolben
531 wassergekühlt ist. Hierzu weist der weitere Axialkolbenmotor 501 insbesondere
im Bereich des Steuerkolbens 531, eine Wasserkühlung 538 auf, wobei die Wasserkühlung
538 innere Kühlkanäle 545, mittlere Kühlkanäle 546 und äußere Kühlkanäle 547 umfasst.
Derart gut gekühlt kann der Steuerkolben 531 betriebssicher in einem entsprechenden
Steuerkolbenzylinder bewegt werden.
[0126] Weiterhin sind die mit Brennmittel in Kontakt stehenden Oberflächen des Steuerkolbens
531 verspiegelt bzw. mit einer spiegelnden Beschichtung versehen, so dass ein über
Wärmestrahlung auftretender Wärmeeintrag in die Steuerkolben 531 minimiert wird. Auch
die weiteren mit Brennmittel in Kontakt stehenden Oberflächen der Schusskanäle 515
und der Brennkammer 510 sind in diesem Ausführungsbeispiel (ebenfalls nicht dargestellt)
mit einer Beschichtung mit erhöhtem spektralen Reflexionsgrad versehen. Dieses gilt
insbesondere für den Brennkammerboden (nicht explizit beziffert) aber auch für die
keramische Brennkammerwand 507. Es versteht sich, dass diese Ausgestaltung der mit
Brennmittel in Kontakt stehenden Oberflächen auch unabhängig von der übrigen Ausgestaltungsmerkmalen
in einem Axialkolbenmotor vorliegen können. Es versteht sich, dass in abgewandelten
Ausführungsformen auch weitere Baugruppen verspiegelt sein können oder aber auf die
vorgenannten Verspiegelungen zumindest teilweise verzichtet werden kann.
[0127] Die Schusskanäle 515 und die Steuerkolben 531 können konstruktiv besonders einfach
bereitgestellt werden, wenn der weitere Axialkolbenmotor 501 einen Schusskanalring
539 aufweist. Der Schusskanalring 539 weist hierbei eine Mittelachse auf, um welche
konzentrisch herum insbesondere die Teile der Arbeitszylinder 520 und der Steuerkolbenzylinder
angeordnet sind. Zwischen jedem Arbeitszylinder 520 und Steuerkolbenzylinder ist ein
Schusskanal 515 vorgesehen, wobei jeder Schusskanal 515 räumlich mit einer Ausnehmung
(hier nicht beziffert) eines Brennkammerbodens 548 der Brennkammer 510 verbunden ist.
Insofern kann das Arbeitsmedium aus der Brennkammer 510 heraus über die Schusskanäle
515 in die Arbeitszylinder 520 hinein gelangen und dort Arbeit verrichten, mittels
welcher auch die Verdichterkolben 550 bewegt werden können. Es versteht sich, dass
je nach konkreter Ausgestaltung noch Beschichtungen und Einsätze vorgesehen sein können,
um insbesondere den Schusskanalring 539 bzw. sein Material vor einem direkten Kontakt
mit korrosiven Verbrennungsprodukten oder mit zu hohen Temperaturen zu schützen. Der
Brennkammerboden 548 wiederum kann auch mit einer weiteren keramischen oder metallischen
Beschichtung, insbesondere einer Verspiegelung, auf seiner Oberfläche behaftet sein,
welche einerseits die aus der Brennkammer 510 auftretende Wärmestrahlung durch Erhöhung
des Reflexionsgrades und andererseits die Wärmeleitung durch Verringerung der Wärmeleitfähigkeit
vermindert.
[0128] Es versteht sich, dass der weitere Axialkolbenmotor 501 beispielsweise ebenfalls
mit wenigstens einem Brennmittelspeicher und entsprechenden Ventilen ausgerüstet werden
kann, wobei dies in dem konkreten Ausführungsbeispiel nach der Figur 6 jedoch nicht
explizit gezeigt ist. Auch bei dem weiteren Axialkolbenmotor kann der Brennmittelspeicher
in doppelter Ausführung vorgesehen werden, um komprimierte Brennmittel mit unterschiedlichen
Drücken speichern zu können. Die zwei vorhandenen Brennmittelspeicher können hierbei
an entsprechenden Druckleitungen der Brennkammer 510 angeschlossen sein, wobei die
Brennmittelspeicher über Ventile mit den Druckleitungen fluidisch verbindbar oder
trennbar sind. Insbesondere können zwischen den Arbeitszylindern 520 bzw. Verdichterzylindern
560 und dem Brennmittelspeicher Absperrventile oder Drosselventile bzw. Regel- oder
Steuerventile vorgesehen sein. Beispielsweise können die vorgenannten Ventile bei
Anfahr- oder Beschleunigungssituationen sowie zum Starten entsprechend geöffnet oder
geschlossen werden, wodurch der Brennkammer 510, zumindest für einen begrenzten Zeitraum,
ein Brennmittelüberschuss zur Verfügung gestellt werden kann. Die Brennmittelspeicher
sind fluidisch vorzugsweise zwischen einem der Verdichterzylinder und einem der Wärmeübertrager
zwischengeschaltet. Die beiden Brennmittelspeicher werden idealerweise mit unterschiedlichen
Drücken betrieben, um hierdurch die von dem weiteren Axialkolbenmotor 501 in Form
von Druck bereitgestellte Energie sehr gut nutzen zu können. Hierzu können die vorgesehenen
Druckobergrenze und Druckuntergrenze am ersten Brennmittelspeicher mittels einer entsprechenden
Druckregelung unterhalb der Druckobergrenzen und Druckuntergrenzen des zweiten Brennmittelspeichers
eingestellt sein. Es versteht sich, dass hierbei an den Brennmittelspeichern mit unterschiedlichen
Druckintervallen gearbeitet werden kann.
[0129] Abschließend sei noch angemerkt, dass eine Wasseraufgabe in den Brennmittelkreislauf
des Axialkolbenmotors 501 auch an anderen Bereichen des Axialkolbenmotors 501 erfolgen
kann, beispielsweise in die vorliegende Brennkammer 510 hinein, speziell in die Vorbrennkammer
und/oder Hauptbrennkammer der Brennkammer 510 hinein. Idealerweise wird eine solche
Wasseraufgabe mittels einer Brennkammerregelung geregelt, etwa wenn hierdurch die
Abgastemperatur geregelt werden soll.
[0130] Die in Figuren 6 und 7 dargestellten weiteren Axialkolbenmotoren entsprechen im Wesentlichen
dem Axialkolbenmotor 501, so dass diesbezüglich auf eine erneute Erläuterung der Wirkungs-
und Arbeitsweise verzichtet wird. Wesentlicher Unterschied zwischen den Axialkolbenmotoren
aus den Figuren 6 und 7 einerseits und dem Axialkolbenmotor 501 andererseits ist die
Kühlung des über die zylindrische Kammer 1314 mit Brennmittel beschickten Brennraumes
1326, die bei den dargestellten Axialkolbenmotoren ergänzend über Wasser erfolgt.
Es versteht sich, dass eine derartige oder ähnliche Wasserkühlung auch bei dem Axialkolbenmotor
501 bzw. den anderen hier dargestellten Axialkolbenmotoren vorgesehen sein kann. Hierzu
weisen beide Axialkolbenmotoren jeweils eine Wasserkammer 1309A auf, welche den Brennraum
1326 umgibt und über eine Zufuhrleitung mit flüssigem Wasser gespeist wird. Hierzu
wird über die nicht bezifferte Zufuhrleitung jeweils Wasser mit Brennkammerdruck zugeführt.
[0131] Dieses Wasser wird über Stichkanäle jeweils einem Ringkanal 1309D aufgegeben, der
mit einem Stahlrohr (nicht beziffert) in Kontakt steht, das seinerseits das profilierte
Rohr 1308 des jeweiligen Brennraumes 1326 umgibt und derart dimensioniert ist, dass
sowohl zwischen dem profilierten Rohr 1308 und dem Stahlrohr einerseits als auch zwischen
dem Stahlrohr und dem die Stichkanäle aufweisenden Gehäuseteil andererseits jeweils
ein Ringspalt (nicht beziffert) verbleibt und dass die beiden Ringspalten über das
dem Ringkanal 1309D abgewandte Ende des Stahlrohres miteinander verbunden sind. Es
versteht sich hierbei, dass die Rohre auch aus einem anderen Material als aus Stahl
gebildet sein können.
[0132] Oberhalb der profilierten Rohre 1308 sind bei den dargestellten Axialkolbenmotoren
jeweils weitere Ringkanäle 1309E vorgesehen, die einerseits mit dem jeweilig radial
innen liegenden Ringspalt verbunden sind und andererseits sich über Kanäle 1309F zu
einer Ringdüse (nicht beziffert) öffnen, die in den jeweiligen Brennraum 1326 führt.
Die Ringdüse ist hierbei axial zur Brennkammerwand bzw. zur keramischen Brennkammerwand
1307 ausgerichtet, so dass das Wasser die keramische Brennkammerwand 1307 auch brennkammerseitig
schützen kann.
[0133] Es versteht sich, dass das Wasser auf seinem Weg von der Zufuhrleitung zu der Brennkammer
1326 jeweils verdampfen und dass das Wasser ggf. mit weiteren Zusätzen versehen sein
kann. Auch versteht es sich, dass das Wasser ggf. aus dem Abgas des jeweiligen Axialkolbenmotors
wiedergewonnen und wiederverwendet werden kann.
[0134] Der im Übrigen im Wesentlichen den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen
entsprechende Axialkolbenmotor umfasst einem Brennraum 1326, Steuerkolben 1331, Schusskanälen
1315 und Arbeitskolben 1330. Der um die Symmetrieachse 1303 rotationssymmetrisch angeordnete
Brennraum 1326 weist, wie vorstehend beschrieben, eine keramische Baugruppe 1306 mit
einer keramischen Brennkammerwand 1307 und einem profilierten Stahlrohr 1308 auf.
Entlang der Symmetrieachse 1303 ergibt sich die Hauptbrennrichtung 1302 in welcher
Brennmittel in Richtung der Schusskanäle 1315 und Arbeitszylinder 1320 strömt. Der
Brennraum 1326 ist zum Arbeitszylinder 1320 durch die parallel zur Symmetrieachse
1303 angeordneten Steuerkolben 1331 abgegrenzt. Durch die oszillierende Bewegung der
Steuerkolben 1331 entlang ihrer Längsachsen 1315B wird periodisch jeweils ein zu einem
Steuerkolben gehöriger Schusskanal 1315 freigegeben, sobald der in dem Arbeitszylinder
1320 befindliche Arbeitskolben 1330 eine Bewegung in Richtung seines oberen Totpunktes
ausführt oder bereits im oberen Totpunkt steht. Der Schusskanal 1315 weist die Symmetrieachse
1315A auf, entlang welcher eine Leitfläche 1332A ausgerichtet ist. Die zu dieser Symmetrieachse
1315A parallel ausgerichtete Leitfläche 1332A fluchtet somit mit einer Wandung des
Schusskanals 1315, sobald der Steuerkolben 1331 sich in seinem unteren Totpunkt befindet,
und ermöglicht hierdurch eine umlenkungsfreie Strömung des Brennmittels in Richtung
des Arbeitszylinders 1320. Eine Leitflächendichtfläche 1332E ist wiederum parallel
zur Leitfläche 1332A ausgerichtet, so dass diese Leitflächendichtfläche 1332E annähernd
mit der Leitfläche 1332A abschließt, sobald der Steuerkolben 1331 seinen oberen Totpunkt
erreicht hat. Die zylindrische Mantelfläche des Steuerkolbens 1331 schließt weiterhin
mit einer Schaftdichtfläche 1332D ab und vergrößert hiermit die Dichtwirkung zwischen
dem Brennraum 1326 und dem Arbeitszylinder 1320. Der Steuerkolben 1331 weist zudem
eine Prallfläche 1332B auf, welche annähernd rechtwinklig zur Symmetrieachse des Schusskanals
1315A ausgerichtet ist. Diese Ausrichtung erfolgt somit annähernd normal zur Strömungsrichtung
des Brennmittels, wenn dieses aus dem Brennraum 1326 austritt und in den Schusskanal
1315 eintritt. Folglich wird dieser Teil des Steuerkolbens 1331 möglichst gering durch
einen Wärmestrom belastet, da die Prallfläche 1332B eine minimale Oberfläche zum Brennraum
1326 aufweist.
[0135] Der Steuerkolben 1331 wird über die Steuerkolbenkurvenbahn 1333 gesteuert. Diese
Steuerkolbenkurvenbahn 1333 beinhaltet nicht notwendiger Weise ein sinusförmig ausgeprägtes
Profil. Eine von einer Sinusform abweichende Steuerkolbenkurvenbahn 1333 erlaubt es,
den Steuerkolben 1331 für eine definierte Zeitspanne im jeweiligen oberen oder unteren
Totpunkt zu halten und hierdurch einerseits bei geöffnetem Schusskanal 1315 den Öffnungsquerschnitt
möglichst maximal zu halten und andererseits die thermische Beanspruchung der Steuerkolbenoberflächen
während des Öffnens und des Schließens des Schusskanals in Folge einer kritischen
Strömungsgeschwindigkeit des Brennmittels möglichst niedrig zu halten, indem zum Zeitpunkt
des Öffnens eine maximal mögliche Öffnungsgeschwindigkeit über die Ausgestaltung der
Steuerkolbenkurvenbahn 1333 gewählt wird.
[0136] Auch weist das in die Figur 6 dargestellte Ausführungsbeispiel einen im Steuerkolben
1331 befindlichen Steuerkolbenölraum 1362, welcher die Steuerkolbendichtung 1363 mit
Öl bedient bzw. aus der Steuerkolbendichtung 1363 zurücldließendes Öl wieder aufnimmt.
Der Steuerkolbenölraum 1362 wird gespeist über den
Druckölkreislauf 1361. Die Unterseite des Steuerkolbens 1331 zeigt in Richtung der als Druckraum
ausgebildeten Steuerkammer 1364. Zugleich sammelt die Steuerkammer 1364 aus dem Steuerkolben
1331 und dem Druckölkreislauf 1361 austretendes Öl. Auch können optional die inneren
Kühlkanäle 1345 über den Druckölkreislauf 1361 anstatt über einen Wasserkreislauf
mit Öl beschickt werden, um die Unterseite des Brennraumes 1326 zu kühlen.
[0137] Bei dem in Figur 7 dargestellten Ausführungsbeispiel sind eine erste Steuerkammerdichtung
1365 und eine zweite als Radialwellendichtring ausgeführte Steuerkammerdichtung 1366
vorgesehen, welche die möglicherweise unter höherem Druck befindliche Steuerkammer
1364 gegenüber dem unter annäherndem Umgebungsdruck befindlichen Rest des Axialkolbenmotors
abdichten. Die erste Steuerkammerdichtung 1365 und zweite Steuerkammerdichtung 1366
dichten die Steuerkammer 1364 über eine Dichthülse 1367 ab. Diese Dichthülse 1367
sitzt mittels eines Pressverbandes auf einer rotierenden zentralen Welle des Axialkolbenmotors,
welche teilweise den Druckölkreislauf 1361 beinhaltet. Wie unmittelbar ersichtlich
kann die Dichthülse 1367 auch in einer anderen Art und Weise mit der rotierenden Welle
verbunden werden. Denkbar ist auch eine stoffschlüssige Verbindung oder eine zusätzliche
Dichtung zwischen der Welle und der Dichthülse 1367. Wie weiterhin unmittelbar ersichtlich
sitzen diese Dichtungen auf einem verhältnismäßig geringen Radius, so dass Wirkungsgradverluste
minimiert werden können. Ebenso befinden sich diese Dichtungen in einem verhältnismäßig
kühlen Bereich des Axialkolbenmotors, so dass hier konventionelle Dichtungen zur Anwendung
kommen können.
[0138] Die Figur 7 zeigt auch eine weitere Ausgestaltung der zur Abdichtung der Schusskanäle
1315 dienenden Steuerkolbenoberflächen. Hierin wird deutlich, dass die Prallfläche
1332B nicht zwangsläufig eine ebene Fläche sein muss, sondern auch einen Ausschnitt
aus einer Kugel-, Zylinder- oder Kegeloberfläche und somit beispielsweise rotationssymmetrisch
zur Symmetrieachse 1303 ausgebildet sein kann. Auch die Leitfläche 1332A und die Leitflächendichtfläche
1332E können abweichend von einer Ebene ausgebildet sein. Die Figur 7 zeigt hierbei
eine Ausgestaltung der Leitfläche 1332A und der Leitflächendichtfläche 1332E, wobei
diese Flächen zumindest in einer Schnittebene eine abgewinkelte Gerade darstellen.
[0139] Auch sind die in dieser Ausführungsform dargestellten Oberflächen des Steuerkolbens
1331, wie etwa die Leitfläche 1332A oder die Prallfläche 1332E, sowie die Dichtflächen,
wie die Leitflächendichtfläche 1332E oder die Schaftdichtfläche 1332D, verspiegelt,
um durch Wärmestrahlung auftretende Wärmeverluste über den Steuerkolben zu unterbinden
bzw. zu minimieren. Die aufgebrachte Verspiegelung dieser Oberflächen kann darüber
hinaus auch aus einer keramischen Beschichtung bestehen, welche die Wärmeleitfähigkeit
bzw. den Wandwärmeübergang zum Steuerkolben herabsetzt. Ebenso wie die Oberflächen
des Steuerkolbens 1331 ist die Oberfläche des Brennkammerbodens 1348 (exemplarisch
gezeigt in Figur 6) verspiegelt, um einen Wandwärmeverlust zu minimieren. An der Unterseite
des Brennkammerbodens 1348 befindet sich zusätzlich zur Kühlung innere Kühlkanäle,
welche optional mit Wasser oder Öl Wärme aus dem Brennraum 1326 abführen.
[0140] Die in der Figur 7 dargestellte Kühlkammer 1334 des Steuerkolbens 1331 ist teilweise
mit einem bei Betriebstemperatur des Axialkolbenmotors flüssig vorliegenden Metall,
bei diesem Ausführungsbeispiel Natrium, gefüllt, welches durch Konvektion und Wärmeleitung
Wärme von den Oberflächen des Steuerkolbens abführen und an das im Druckölkreislauf
1361 befindliche Öl weitergeben kann.
[0141] Der den Steuerkolben 1331 mit Öl versorgende Druckölkreislauf 1361 ist schematisch
in Figur 8 dargestellt. Hierin wird die Verschaltung des Motorölkreislaufes 2002 mit
dem Druckölkreislauf 2003 und der Verdichterstufe 2011 innerhalb des Ölkreislaufes
2001 dargestellt. Der über das Ladeventil 2016 und Ausgleichsventil 2026 abschließbare
Druckölkreislauf 2003 beinhaltet im Wesentlichen einen Druckölsumpf 2022, aus welchem
die Druckölpumpe 2021 über den zweiten Zulauf 2033 und dem gemeinsamen Zulauf 2034
Öl ansaugen und über die zweite Zuleitung 2025 der Steuerkammer 2023 zur Verfügung
stellen kann. Durch den Ölrücklauf 2031wird sodann der Ölkreislauf geschlossen, indem
das rücklaufende Öl durch diesen Ölrücklauf 2031 dem Druckölsumpf 2022 wieder zugeführt
wird. Sofern der Druckölkreislauf 2003 gegenüber seiner Umgebung abgeschlossen ist,
benötigt die Druckölpumpe 2021 lediglich eine minimale Leistungsaufnahme zur Förderung
des Öls. Es werden hierbei lediglich die durch das Umwälzen des Öls im Druckölkreislauf
2003 hervorgerufenen Strömungsverluste über die Pumpenleistung aufgebracht. Die zur
Kompensation eines auf den Steuerkolben 1331 wirkenden Brennkammerdruckes benötigte
Kraft wird über einen durch die Verdichterstufe 2011 aufgebrachten Druck kompensiert.
Die Verdichterstufe 2011 ist hierzu über den Zulauf 2035 und die Druckleitungen 2015
und 2030 ebenfalls mit der Steuerkammer 2023 verbunden. Das Ladeventil 2016 befindet
sich zwischen der Zuleitung 2035 und der Druckleitung 2015, um den Druckölkreislauf
2003 gegenüber der Verdichterstufe 2011 abzugrenzen, sobald keine weitere Aufladung
des Druckölkreislaufes 2003 erforderlich ist. Das Ladeventil 2016 ist hierbei als
Mehrwegeventil ausgeführt. Die Ansteuerung des Ladeventils 2016 erfolgt zudem über
die Steuerleitung 2036, welche ebenfalls mit der Verdichterstufe 2011 über den Zulauf
2035 verbunden ist. Die Steuerung erfolgt in einer Ausführungsform derart, dass das
Ladeventil 2016 den Zulauf 2036 mit der Druckleitung 2015 dann verbindet, wenn der
durch die Verdichterstufe aufgebrachte Verdichterdruck dem in der Steuerkammer 2023
befindlichen Druck entspricht oder diesen übersteigt. Möglich ist auch eine Ausgestaltung
des Ladeventils 2016 mit einem definierten Öffnungsdruck. So kann beispielswiese das
Ventil auch derart eingestellt werden, dass dieses erst bei etwa 30 bar Verdichterdruck
öffnet. Auch ist es möglich, dass das Ladeventil 2016 über ein im Steuergerät des
Axialkolbenmotors befindliches Kennfeld angesteuert wird und somit Last- oder Drehzahlabhängig
öffnet. Mit Last- oder Drehzahlabhängigkeit ist in diesem Falle der Betriebszustand
des Axialkolbenmotors gemeint.
[0142] Das Befüllen des Druckölkreislaufes 2003 erfolgt in dieser Ausführungsform durch
Schalten des Ausgleichsventils 2026, welches über die Steuerleitung 2024 mit dem Druckölsumpf
2022 verbunden ist, so dass wenigstens bei minimalem Ölstand im Druckölsumpf 2022,
solange es der Betriebspunkt des Axialkolbenmotors zulässt, Öl aus dem Motorölsumpf
2012 über die den ersten Zulauf 2032 dem Druckölkreislauf 2003 zugeführt werden kann.
Das im ersten Zulauf 2032 befindliche Rücklaufventil 2027 verhindert ein unbeabsichtigtes
Entleeren des Druckölkreislaufes 2003 in den Motorölkreislauf 2002, sofern die Druckölpumpe
2021 kein ausreichendes Druckgefälle zwischen dem Druckölkreislauf 2003 und dem Motorölkreislauf
2002 erzeugen kann.
[0143] In die Druckleitungen 2015 und 2030 ist ebenfalls ein Ölabscheider 2028 zwischengeschaltet.
Einerseits dient dieser Ölabscheider 2028 dazu, die Steuerkammer 2023 mit ölfreier,
komprimierter Luft zu versorgen, andererseits ist es auch möglich, dass über das Ladeventil
2016 eine Druckentladung des zweiten Teilkreislaufes 2003 möglich ist und somit der
Verdichterstufe 2011 ölfreie Luft zurückgeführt wird. Im Falle eines Rückströmens
aus dem Druckölkreislauf 2003 in die Verdichterstufe 2011 kann somit wirksam das selbstständige
Zünden des mit Öl angereicherten Brennmittels während der Verdichtung oder nach der
Verdichtung verhindert werden. Der Rücklauf 2029 verbindet hierbei den Ölabscheider
2028 mit dem Druckölsumpf 2022.
[0144] Der Druckölsumpf 2022 verfügt zudem über Mittel zur Ermittlung eines Ölstandes, welche
über eine Steuerleitung 2024 mit dem Ausgleichsventil 2026 verbunden sind. Dem Ausgleichsventil
2026 fällt hierbei die Aufgabe zu, den Motorölkreislauf 2002 mit dem Druckölkreislauf
2002 bzw. mit dem Motorölsumpf 2012 des Motorölkreislaufes 2002 zu verbinden. Dem
Ausgleichsventil 2026 fällt somit weiterhin die Aufgabe zu, den Druckölkreislauf 2003
mit einer ausreichend großen Menge Öl zu versorgen, indem die Druckölpumpe 2021 über
den ersten Zulauf 2032 fehlendes Öl aus dem Motorölsumpf 2012 beziehen kann. Vorzugsweise
erfolgt die Verbindung des Motorölkreislaufes 2002 mit dem Druckölkreislauf 2003 über
das Ausgleichsventil 2026 erst dann, wenn das Druckniveau im Druckölkreislauf 2003
besonders gering ist, um eine erhöhte Leistungsaufnahme der Druckölpumpe 2021 wegen
eines höheren Druckunterschiedes zu vermeiden.
[0145] Figur 9 zeigt eine Wärmeübertragerkopfplatte 3020, welche für die Verwendung für
einen Wärmeübertrager für einen Axialkolbenmotor geeignet ist. Die Wärmeübertragerkopfplatte
3020 umfasst zwecks Montage und Anschluss an einem Auslasskrümmer eines Axialkolbenmotors
einen Flansch 3021 mit entsprechenden in einem Lochkreis angeordneten Bohrungen 3022
im radial außen liegenden Bereich der Wärmeübertragerkopfplatte 3020. Im radial innen
liegenden Bereich des Flansches 3021 befindet sich die Matrize 3023, welche zahlreiche
als Rohrsitze 3024 ausgeführte Bohrungen zur Aufnahme von Rohren aufweist.
[0146] Die gesamte Wärmeübertragerkopfplatte 3020 ist vorzugsweise aus demselben Werkstoff
gefertigt, aus welchem auch die Rohre gebildet sind, um zu gewährleisten, dass der
thermische Ausdehnungskoeffizient im gesamten Wärmeübertrager möglichst homogen ist
und hiermit thermische Wärmespannungen im Wärmeübertrager minimiert werden. Kumulativ
hierzu kann das Mantelgehäuse des Wärmeübertragers ebenfalls aus einem der Wärmeübertragerkopfplatte
3020 oder den Rohren entsprechenden Werkstoff hergestellt werden. Die Rohrsitze 3024
können beispielsweise mit einer Passung ausgeführt werden, sodass die in diesen Rohrsitzen
3024 montierten Rohre mittels einer Presspassung eingesetzt werden.
[0147] Alternativ hierzu können die Rohrsitze 3024 auch derart ausgeführt werden, dass eine
Spielpassung oder eine Übergangspassung realisiert wird. Somit kann auch eine Montage
der Rohre in den Rohrsitzen 3024 durch eine stoffschlüssige statt einer kraftschlüssigen
Verbindung erfolgen. Der Stoffschluss wird hierbei vorzugsweise durch Schweißen oder
Löten bewerkstelligt, wobei als Lot oder Schweißwerkstoff ein der Wärmeübertragerkopfplatte
3020 oder den Rohren entsprechender Werkstoff verwendet wird. Dies hat ebenfalls den
Vorteil, dass Wärmespannungen in den Rohrsitzen 3024 durch homogene Wärmeausdehnungskoeffizienten
minimiert werden können.
[0148] Es ist bei dieser Lösung auch möglich, Rohre in den Rohrsitzen 3024 per Presssitz
zu montieren und zusätzlich hierzu zu verlöten oder zu verschweißen. Durch diese Art
der Montage kann auch eine Dichtigkeit des Wärmeübertragers gewährleistet werden,
sofern unterschiedliche Werkstoffe für die Rohre und die Wärmeübertragerkopfplatte
3020 verwendet werden, da die Möglichkeit besteht, dass durch die sehr hohen auftretenden
Temperaturen von über 1000°C eine alleinige Verwendung einer Presspassung wegen unterschiedlicher
Wärmeausdehnungskoeffizienten unter Umständen versagen kann.
[0149] Figur 10 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines Gaswechselventils 1401
mit einer Ventilfeder 1411 und einer Prallfeder 1412. Das Gaswechselventil 1401 ist
hierbei als selbsttätig öffnendes Ventil ohne Nockensteuerung ausgeführt, welches
bei einem gegebenen Druckunterschied öffnet, wobei der Zylinderinnendruck bei einem
Ansaugvorgang des Zylinders geringer ist als der Druck im Einlasskanal, aus welchem
der entsprechende Zylinder ein Brennmittel ansaugt. Das Gaswechselventil 1401 findet
vorzugsweise als Einlassventil in der Verdichterstufe Verwendung. Die Ventilfeder
1411 stellt hierbei eine Schließkraft am Gaswechselventil 1401 zur Verfügung, mittels
welcher der Öffnungszeitpunkt über die Ausgestaltung der Ventilfeder 1411 bestimmt
werden kann. Die Ventilfeder 1411, welche den Ventilschaft 1404 des Gaswechselventils
1401 umgreift, sitzt hierbei in einer Ventilführung 1405 und stützt sich an dem Ventilfederteller
1413 ab.
[0150] Der Ventilfederteller 1413 wiederum ist mit wenigstens zwei Keilstücken 1414 formschlüssig
am Ventilschaft 1404 des Gaswechselventils 1401 befestigt.
[0151] Die Ausgestaltung der Ventilfeder 1411, wobei diese Ventilfeder 1411 gerade so ausgelegt
ist, dass ein Öffnen des Gaswechselventils 1401 bereits bei geringen Druckunterschieden
stattfindet, kann bei bestimmten Betriebsbedingungen dazu führen, dass das Gaswechselventil
1401 eine derart hohe Beschleunigung durch die an dem Ventilteller 1402 anliegenden
Druckunterschied erfolgt, welche zu einem übermäßigen Öffnen des Gaswechselventils
1401 über den festgelegten Ventilhub hinaus führt.
[0152] Der Ventilteller 1402 gibt bei einem Öffnen des Gaswechselventils 1402 an seinem
Ventilsitz 1403 einen Strömungsquerschnitt frei, welcher ab einem gewissen Ventilhub
geometrisch nicht wesentlich weiter ansteigt. Der maximale Strömungsquerschnitt am
Ventilsitz 1403 wird üblicherweise über den Durchmesser des Ventiltellers 1402 definiert.
Der Hub des Gaswechselventils 1401 bei maximalem Strömungsquerschnitt entspricht in
etwa einem Viertel des Durchmessers des Ventiltellers 1402 an seinem inneren Ventilsitz.
Bei Überschreiten des Ventilhubes bzw. des rechnerischen Ventilhubes bei maximalem
Strömungsquerschnitt, erfolgt einerseits kein weiterer wesentlicher Zuwachs des Luftmassenstroms
am Strömungsquerschnitt zwischen dem Ventilsitz 1403 und den Ventilteller 1402 und
andererseits ist es möglich, dass der Ventilfederteller 1413 mit einem feststehenden
Bauteil des Zylinderkopfes, hier beispielsweise die Ventilfederführung 1406, in Kontakt
gerät und somit der Ventilfederteller 1413 oder die Ventilfederführung 1406 zerstört
werden.
[0153] Um dieses übermäßige Öffnen des Gaswechselventils 1401 zu verhindern bzw. zu begrenzen,
kommt der Ventilfederteller 1403 auf der Prallfeder 1412 zu liegen, wodurch sprunghaft
die Gesamtfederkraft, bestehend aus der Ventilfeder 1411 und der Prallfeder 1412,
ansteigt und das Gaswechselventil 1402 einer starken Verzögerung unterliegt. Die Steifigkeit
der Prallfeder 1412 ist in diesem Ausführungsbeispiel so gewählt, dass bei einer maximalen
Öffnungsgeschwindigkeit des Gaswechselventils 1401 das Gaswechselventil 1401 durch
Aufliegen auf der Prallfeder 1412 gerade so stark verzögert wird, dass kein Kontakt
zwischen bewegten Bauteilen der Ventilgruppe, wie etwa dem Ventilfederteller 1413,
und feststehenden Bauteilen, wie etwa der Ventilfederführung 1406, zustande kommt.
[0154] Die zweistufig aufgebrachte Federkraft in dieser Ausführungsform bringt weiterhin
den Vorteil, dass während des Schließvorgangs des Gaswechselventils 1401 dieses Gaswechselventil
1401 nicht im Übermaß in die Gegenrichtung beschleunigt wird und im Ventilteller 1402
nicht mit einer übermäßigen Geschwindigkeit in den Ventilsitz 1403 prallt, da die
zum Öffnen und Schließen des Gaswechselventils 1401 zuständige Ventilfeder 1411 gerade
so ausgelegt ist, dass sie keine übermäßig hohen Federkräfte bereitstellt.
[0155] Eine weitere schematische Schnittdarstellung eines Gaswechselventils 1401 mit einer
Ventilfeder 1411 und einer Prallfeder 1412 zeigt die Figur 11, in welcher ein zwei
stückiger Ventilfederteller 1413 in Verbindung mit einem Stützring 1415 verwendet
wird. In dieser Ausführungsform wird der geteilte Ventilfederteller 1413 ohne Verwendung
von Kegelstücken 1414 mit dem Ventilschaft 1404 in Kontakt gebracht und nimmt dort
formschlüssig die Federkräfte der Ventilfeder 1411 und der Prallfeder 1412 auf. Der
Stützring 1415 stellt hierbei einerseits eine Verliersicherung dar und andererseits
nimmt der Stützring 1415 Kräfte in radialer Richtung, gesehen von der Achse des Ventilschaftes,
auf. Ein Sicherungsring 1416 wiederum sichert den Stützring 1415 vor einem Herausfallen.
[0156] Um weiterhin ein zügiges Öffnen und Schließen des Gaswechselventils zu erreichen,
sind Gaswechselventile 1401 nach dieser Ausführungsform, also bei Verwendung in der
Verdichterstufe und als selbsttätig öffnendes Ventil, aus einem Leichtmetall gefertigt.
Die geringere Massenträgheit eines Gaswechselventils 1402 aus Leichtmetall begünstigt
hierbei das schnelle Öffnen aber auch das schnelle und sanfte Schließen des Gaswechselventils
1401. Auch wird durch die geringe Massenträgheit der Ventilsitz 1403 geschont, da
das Gaswechselventil 1401 in dieser Ausführungsform keine übermäßig hohen kinetischen
Energien beim Aufsetzen in den Ventilsitz 1403 freisetzt. Das gezeigte Gaswechselventil
1401 ist vorzugsweise aus Dural, einer hochfesten Aluminiumlegierung, gefertigt, wodurch
das Gaswechselventil 1401 trotz seiner geringen Dichte eine ausreichend hohe Festigkeit
aufweist.
Bezugszeichenliste:
| 201 |
Axialkolbenmotor |
420 |
Arbeitszylinder |
| 205 |
Gehäusekörper |
425 |
Abgaskanal |
| 210 |
Brennkammer |
427 |
Auslass |
| 215 |
Schusskanal |
430 |
Arbeitskolben |
| 220 |
Arbeitszylinder |
435 |
Pleuelstange |
| 225 |
Abgaskanal |
440 |
Kurvenbahn |
| 227 |
Auslass |
441 |
Abtriebswelle |
| 230 |
Arbeitskolben |
442 |
Abstandhalter |
| 235 |
Pleuelstange |
450 |
Verdichterkolben |
| 240 |
Kurvenbahn |
455 |
Druckleitung |
| 241 |
Abtriebswelle |
456 |
Ringkanal |
| 242 |
Abstandhalter |
457 |
Zuleitung |
| 250 |
Verdichterkolben |
460 |
Verdichterzylinder |
| 255 |
Druckleitung |
470 |
Wärmeübertrager |
| 257 |
Zuleitung |
480 |
Brennmittelspeicher |
| 260 |
Verdichterzylinder |
481 |
Speicherleitung |
| 270 |
Wärmeübertrager |
485 |
Ventil |
| |
|
|
|
| 301 |
Axialkolbenmotor |
501 |
Axialkolbenmotor |
| 305 |
Gehäusekörper |
502 |
Hauptbrennrichtung |
| 310 |
Brennkammer |
503 |
Symmetrieachse |
| 315 |
Schusskanal |
504 |
Verbrennungsluftzufuhr |
| 320 |
Arbeitszylinder |
505 |
Gehäusekörper |
| 325 |
Abgaskanal |
506 |
keramische Baugruppe |
| 370 |
Wärmeübertrager |
507 |
keramische Brennkammerwand |
| |
|
508 |
profiliertes Rohr |
| 401 |
Axialkolbenmotor |
509 |
Kühlluftkammer |
| 405 |
Gehäusekörper |
510 |
Brennkammer |
| 410 |
Brennkammer |
511 |
Hauptdüse |
| 415 |
Schusskanal |
512 |
Aufbereitungsdüse |
| 513 |
konische Kammer |
560 |
Verdichterzylinder |
| 514 |
zylindrische Kammer |
592 |
Vorkammertemperatursensor |
| 515 |
Schusskanal |
593 |
Abgastemperatursensor |
| 516 |
erste Strahlrichtung |
|
|
| 517 |
Vorbrenner |
1302 |
Hauptbrennrichtung |
| 518 |
Hauptbrenner |
1303 |
Symmetrieachse |
| 519 |
weitere Strahlrichtung |
1306 |
keramische Baugruppe |
| 520 |
Arbeitszylinder |
1307 |
keramische Brennkammerwand |
| 521 |
Prozessluftzufuhr |
1308 |
profiliertes Stahlrohr |
| 522 |
weitere Verbrennungsluftzufuhr |
1309A |
Wasserkammer |
| 523 |
Löcherkranz |
1309D |
Ringkanal |
| 524 |
Kühlluftkammerzufuhr |
1309E |
Ringkanal |
| 525 |
Abgaskanal |
1309F |
Kanal |
| 526 |
Brennraum |
1314 |
zylindrische Kammer |
| 530 |
Arbeitskolben |
1315 |
Schusskanal |
| 531 |
Steuerkolben |
1315A |
Symmetrieachse des Schusskanal |
| 532 |
Steuerkolbendeckel |
1315B |
Längsachse des Steuerkolbens |
| 533 |
Steuerkolbenkurvenbahn |
1320 |
Arbeitszylinder |
| 534 |
Abstandhalter |
1326 |
Brennraum |
| 535 |
Pleuelstange |
1330 |
Arbeitskolben |
| 536 |
Pleuellaufräder |
1331 |
Steuerkolben |
| 537 |
Antriebskurvenbahnträger |
1332A |
Leitfläche |
| 538 |
Wasserkühlung |
1332B |
Prallfläche |
| 539 |
Schusskanalring |
1332D |
Schaftdichtfläche |
| 540 |
Kurvenbahn |
1332E |
Leitflächendichtfläche |
| 541 |
Abtriebswelle |
1333 |
Steuerkolbenkurvenbahn |
| 543 |
Hubbewegung |
1334 |
Kühlkammer |
| 545 |
innere Kühlkanäle |
1345 |
innere Kühlkanäle |
| 546 |
mittlere Kühlkanäle |
1348 |
Brennkammerboden |
| 547 |
äußere Kühlkanäle |
1361 |
Druckölkreislauf |
| 548 |
Brennkammerboden |
1362 |
Steuerkolbenölraum |
| 550 |
Verdichterkolben |
1363 |
Steuerkolbendichtung |
| 1364 |
Steuerkammer |
2021 |
Druckölpumpe |
| 1365 |
erste Steuerkammerdichtung |
2022 |
Druckölsumpf |
| 1366 |
zweite Steuerkammerdichtung |
2023 |
Steuerkammer |
| 1367 |
Dichthülse |
2024 |
Steuerleitung Ölstand |
| |
|
2025 |
zweite Zuleitung |
| 1401 |
Gaswechselventil |
2026 |
Ausgleichsventil |
| 1402 |
Ventilteller |
2027 |
Rücklaufventil |
| 1403 |
Ventilsitz |
2028 |
Ölabscheider |
| 1404 |
Ventilschaft |
2029 |
Rücklauf |
| 1405 |
Ventilführung |
2030 |
Druckleitung |
| 1406 |
Ventilfederführung |
2031 |
Ölrücklauf |
| 1411 |
Ventilfeder |
2032 |
erster Zulauf |
| 1412 |
Prallfeder |
2033 |
zweiter Zulauf |
| 1413 |
Ventilfederteller |
2034 |
gemeinsamer Zulauf |
| 1414 |
Kegelstück |
2035 |
Zulauf |
| 1415 |
Stützring |
2036 |
Steuerleitung |
| 1416 |
Sicherungsring |
3020 |
Wärmeübertragerkopfplatte |
| |
|
3021 |
Flansch |
| 2001 |
Ölkreislauf |
3022 |
Montagebohrung |
| 2002 |
Motorölkreislauf |
3023 |
Matrize |
| 2003 |
Druckölkreislauf |
3024 |
Rohrsitz |
| 2011 |
Verdichterstufe |
|
|
| 2012 |
Motorölsumpf |
|
|
| 2015 |
Druckleitung |
|
|
| 2016 |
Ladeventil |
|
|
1. Axialkolbenmotor mit wenigstens einem Verdichterzylinder, mit wenigstens einem Arbeitszylinder
und mit wenigstens einer Druckleitung, durch welche verdichtetes Brennmittel von dem
Verdichterzylinder über eine Brennkammer zu dem Arbeitszylinder geleitet wird, wobei
der Brennmittelstrom von der Brennkammer zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen
Steuerkolben gesteuert wird, der von einem eine Steuerwelle umfassenden Steuertrieb
angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben zusätzlich zu der vom Steuertrieb aufgebrachten Kraft an seiner
der Brennkammer abgewandten Seite mit einer dem Brennkammerdruck entgegen gerichteten
Kompensationskraft beaufschlagt wird.
2. Axialkolbenmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationskraft mechanisch aufgebracht wird.
3. Axialkolbenmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationskraft hydraulisch aufgebracht wird.
4. Axialkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationskraft pneumatisch aufgebracht wird.
5. Axialkolbenmotor mit wenigstens einem Verdichterzylinder, mit wenigstens einem Arbeitszylinder
und mit wenigstens einer Druckleitung, durch welche verdichtetes Brennmittel von dem
Verdichterzylinder über eine Brennkammer zu dem Arbeitszylinder geleitet wird, wobei
der Brennmittelstrom von der Brennkammer zu dem Arbeitszylinder über wenigstens einen
Steuerkolben gesteuert wird, der von einem Steuertrieb angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben in einer als Druckraum ausgebildeten Steuerkammer angeordnet ist
und der Steuertrieb eine Steuerwelle umfasst, welche den Steuerkolben antreibt und
mit einer Wellendichtung zusammenwirkt, welche einerseits mit Verdichterdruck beaufschlagt
ist.
6. Axialkolbenmotor nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben mit Öl benetzt wird, wobei das den Steuerkolben benetzende Öl in
einem separaten Ölkreislauf geführt wird.
7. Axialkolbenmotor nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen Hauptölkreislauf zur Schmierung und/oder Kühlung von Baugruppen des Axialkolbenmotors,
der von dem separaten Ölkreislauf getrennt ist.
8. Axialkolbenmotor nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch eine öffen- und schließbare Verbindung zwischen dem Hauptölkreislauf und dem separaten
Ölkreislauf.
9. Axialkolbenmotor mit einer wenigstens einen Zylinder umfassenden Verdichterstufe,
mit einer wenigstens einen Zylinder umfassenden Expanderstufe, mit wenigstens einer
Brennkammer zwischen der Verdichterstufe und der Expanderstufe, mit wenigstens einem
mit Brennkammerdruck beaufschlagten Bauteil und mit einem Ölkreislauf zur Schmierung
nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ölkreislauf einen Motorkreislauf und einen Druckölkreislauf mit einem vom Motorölkreislauf
verschiedenen Druckniveau aufweist.
10. Axialkolbenmotor nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckniveau des Druckölkreislaufes dem Brennkammerdruck entspricht.
11. Axialkolbenmotor nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckniveau des Druckölkreislaufes einem Verdichterdruck entspricht.
12. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckölkreislauf bei einer Volllast des Axialkolbenmotors ein Druckniveau größer
als 20 bar aufweist.
13. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckölkreislauf bei einer Teillast des Axialkolbenmotors ein Druckniveau zwischen
5 bar und 20 bar aufweist.
14. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckölkreislauf bei einem Leerlauf des Axialkolbenmotors und/oder bei einem
Stillstand des Axialkolbenmotors ein Druckniveau unter 5 bar aufweist.
15. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Motorölkreislauf einen Motorölsumpf und eine Motorölpumpe aufweist und der Druckölkreislauf
einen Druckölsumpf und eine Druckölpumpe aufweist.
16. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Steuerkammer Bestandteil des Druckölkreislaufes ist.
17. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckölkreislauf über eine Ladeleitung mit wenigstens einem Zylinder der Verdichterstufe
verbunden ist.
18. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen wenigstens einem Zylinder der Verdichterstufe und dem Druckölkreislauf ein
Ladeventil angeordnet ist.
19. Axialkolbenmotor nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Ladeventil ein Rückschlagventil ist.
20. Axialkolbenmotor nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Ladeventil und dem Druckölkreislauf ein Wasserabscheider angeordnet
ist.
21. Axialkolbenmotor nach einem der Ansprüche 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Druckölsumpf und der Druckölpumpe sowie zwischen der Motorölpumpe und
der Druckölpumpe ein Ausgleichsventil angeordnet ist.
22. Axialkolbenmotor nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgleichsventil in einem ersten Betriebszustand den Druckölsumpf mit der Druckölpumpe
verbindet und in einem zweiten Betriebszustand den Motorölsumpf oder die Motorölpumpe
mit der Druckölpumpe verbindet, wobei der erste Betriebszustand der Teillast und/oder
der Volllast des Axialkolbenmotors entspricht und der zweite Betriebszustand dem Leerlauf
und/oder einem Stillstand des Axialkolbenmotors entspricht.