[0001] Die Erfindung betrifft einen Brenner für das Wolfram-Inertgas-Schweißen sowie die
Verwendung einer Elektrode für einen solchen Brenner. Brenner für das Wolfram-Inertgas-Schweißen
unterscheiden sich von anderen dadurch, dass der Zusatzwerkstoff und der Brenner unabhängig
voneinander sind und keine elektrisch leitende Verbindung zwischen ihnen zwingend
erforderlich ist.
[0002] Bei den weit verbreiteten Wolfram-Inertgas-Schweißbrennern brennt ein Lichtbogen
zwischen einer sich nicht verbrauchenden Wolframelektrode und einem Werkstück. Die
Elektrode ist üblicherweise überwiegend als Kathode geschaltet. Da die Emission von
Elektronen als freie Ladungsträger im Wesentlichen durch hohe Temperaturen erreicht
wird, ist es gewünscht an der Elektrode lokal gezielt hohe Temperaturen zu erreichen.
Durch eine konische kegelförmige Gestalt kann dies erreicht werden. Außerdem ist es
gewünscht, dass der Lichtbogenansatzpunkt bzw. -ausgangsbereich stabil und der Lichtbogen
gleichmäßig ausgebildet bleibt, was durch die konische Gestalt der Elektrodenspitze
unterstützt werden kann.
[0003] Für die an der Elektrode auftretenden hohen Temperaturen ist eine Kühlung vorgesehen,
um den Verschleiß der Elektrode zu verhindern bzw. zumindest zu begrenzen.
[0004] Üblicherweise wird auch inertes Gas durch den Brenner in Richtung auf das Werkstück
geführt. Hierfür ist eine Inertgasdüse vorhanden, die als Ringdüse ausgebildet sein
kann. Dadurch kann das Inertgas als geschlossener Schleier um den Lichtbogen ausgebildet
werden. Die Inertgasdüse umgibt dabei die Elektrode, die in deren Mitte angeordnet
ist.
[0005] So sind aus
JP 2003170273 A und
JP 03142097 A solche Elektroden bekannt, die innen hohl sind, so dass ein Gas zusätzlich durch
die hohle Elektrode in Richtung eines Werkstücks strömen kann. Damit soll eine zusätzliche
Kühlung des Lichtbogens oder ein effizienteres Schweißen von Aluminium oder Magnesium
erreicht werden.
[0006] Wie bereits angesprochen, sollen für die Emission von Elektronen an der Elektrode
hohe Temperaturen erreicht werden, um den Lichtbogen sicher zünden zu können und beim
Schweißen den Lichtbogen aufrecht zu erhalten. Dabei sollen konstante Verhältnisse
beim Schweißen eingehalten werden und der Ansatz des Lichtbogens in einem lokal begrenzten
definierten Bereich an der Elektrode erfolgen. Die dadurch auftretenden hohen Temperaturen
beeinflussen aber die Lebensdauer der kostenintensiven Wolframelektroden, erfordern
deren häufigen Austausch und führen demzufolge zu entsprechenden Ausfallzeiten.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung einen Brenner für das Wolfram-Inertgas-Schweißen
zur Verfügung zu stellen, der verbesserte Eigenschaften beim Betrieb und eine verlängerte
Lebensdauer von Elektroden erreicht und ein stabiler gleichmäßiger und rotationssymmetrischer
Lichtbogen während der Schweißbearbeitung ausgebildet werden kann.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Brenner, der die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist, gelöst. Anspruch 15 betrifft die Verwendung einer Elektrode für einen
solchen Brenner. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen können mit in untergeordneten
Ansprüchen bezeichneten Merkmalen realisiert werden.
[0009] Am erfindungsgemäßen Brenner zum Wolfram-Inertgas-Schweißen ist eine sich in Richtung
eines Werkstücks konisch verjüngende, als Kathode elektrisch geschaltete Elektrode
vorhanden. Die bei einem solchen Brenner erfindungsgemäß verwendbare Elektrode ist
in Längsachsrichtung der Elektrode innen hohl und in einem Brennerkörper fixiert gehalten.
Der innerhalb der Elektrode ausgebildete Hohlraum weist in Richtung Werkstück eine
Öffnung und mindestens eine weitere Öffnung auf.
[0010] Ein Hohlraum kann kanalartig ausgebildet und in einer erfindungsgemäßen Alternative
in Längsachsrichtung durch die Elektrode hindurchgeführt sein. Die weitere Öffnung
ist dann an der entgegengesetzten Stirnseite der Elektrode, die vom Werkstück weg
weisend angeordnet ist, angeordnet.
[0011] An der Elektrode ist in einer Alternative in einem Abstand G zur in Richtung Werkstück
weisenden Spitze an der äußeren und/oder inneren Oberfläche der innen hohlen Elektrode
mindestens eine Vertiefung ausgebildet, mit der der elektrisch leitende Querschnitt
und die Wandstärke der Elektrode in diesem Bereich reduziert ist. Dies kann bei einer
zweiten erfindungsgemäßen Alternative auch dadurch erreicht werden, dass der durch
die Elektrode hindurch geführte Hohlraum Bereiche mit unterschiedlichen Innendurchmessern
aufweist, wobei ein Bereich mit größerem Innendurchmesser des Hohlraums bis in den
konisch verjüngten Bereich der Elektrode geführt sein kann. Der sich in Richtung eines
zu bearbeitenden Werkstücks anschließende Bereich des Hohlraums hat dann einen kleineren
Innendurchmesser.
[0012] Dadurch werden der elektrische Widerstand im Bereich der Vertiefung und/oder im Bereich
mit reduziertem elektrisch leitenden Querschnitt und reduzierter Wandstärke und die
Temperatur beim Betrieb des Brenners dort gezielt erhöht, was zu einer verbesserten,
lokal gezielten Emission von Elektronen für die Ausbildung des Lichtbogens führt,
die gleichmäßig über den Umfang der Elektrode erfolgen sollte. Im Bereich der Vertiefung
oder dem Bereich mit reduziertem elektrisch leitenden Querschnitt ist daher die elektrische
Leitfähigkeit und/oder die thermische Leitfähigkeit reduziert.
[0013] Die mindestens eine Vertiefung und/oder der Bereich mit reduziertem elektrisch leitenden
Querschnitt und reduzierter Wandstärke sollte dabei in einem Abstand G zum in Richtung
Werkstück weisenden Stirnrand der Spitze der Elektrode ausgebildet sein, der kleiner
als das 2-Fache des Außendurchmessers der Elektrode, bevorzugt kleiner als das 5-Fache
des Außendurchmessers der Elektrode ist.
[0014] Die mindestens eine Vertiefung und/oder der Bereich mit reduziertem elektrisch leitenden
Querschnitt und reduzierter Wandstärke kann dabei auch in unmittelbarer Nähe des sich
konisch verjüngenden Bereichs der Elektrode im sich noch nicht konisch verjüngtem
Bereich angeordnet sein. Der Konus kann sich in Richtung Werkstück an die Vertiefung
oder den Bereich mit reduziertem elektrisch leitenden Querschnitt und reduzierter
Wandstärke anschließen, so dass die Vertiefung oder der Bereich mit reduziertem elektrisch
leitenden Querschnitt und reduzierter Wandstärke eine "Grenze" zwischen konisch nicht
verjüngtem und konisch verjüngten Bereich bildet.
[0015] Bei einer oder mehreren Vertiefungen, die in einem Abstand zum konisch ausgebildeten
Teil der Elektrode angeordnet sind, besteht die Möglichkeit den konischen Teil bei
aufgetretenem Verschleiß nach zu schleifen und die Elektrode dadurch länger nutzen
zu können.
[0016] Der elektrisch leitende Querschnitt der Elektrode, sollte im Bereich der Vertiefung
und/oder im Bereich mit reduziertem elektrisch leitenden Querschnitt und reduzierter
Wandstärke um mindestens 30 %, bevorzugt mindestens 50 % reduziert sein.
[0017] Eine Vertiefung kann als rechteckige, trapezförmige, halbrunde oder keilförmige Nut
ausgebildet sein. Eine oder auch mehrere Vertiefung(en) können als nutenförmige Einschnitte
und auch radial umlaufend um die mittlere Längsachse der Elektrode ausgebildet sein.
Eine solche Vertiefung bildet dann einen Ring um die mittlere Längsachse an der Elektrode.
Mehrere Vertiefungen können in Winkelabständen zueinander, die bevorzugt gleich sind,
auf einem gemeinsamen Durchmesser in einer Ebenen ausgebildet und durch Stege voneinander
getrennt sein. Solche Vertiefungen können beispielsweise durch Ausfräsen von Nuten
hergestellt werden, wobei die Werkstofftiefe bei einer ansonsten rotationssymmetrischen
Elektrode dieser einzelnen Vertiefung(en) nicht gleich groß sein muss. So kann ein
Vieleckprofil im Bereich der Vertiefungen erhalten werden.
[0018] Im Bereich einer oder mehrerer Vertiefung(en) oder dem Bereich mit reduziertem elektrisch
leitenden Querschnitt, reduzierter elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer
Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke kann/können auch mindestens eine Durchbrechung
vorhanden sein, die eine weitere Öffnung zwischen Hohlraum und Umgebung bilden kann/können.
Durch eine oder mehrere solche Öffnung(en) kann eine Gasströmung geführt werden, so
dass beispielsweise eine Gasströmung ausgehend vom Inneren des Lichtbogens durch den
Hohlraum der Elektrode nach außen in die Umgebung erreicht werden kann. In diesem
Fall kann ggf. auf eine Öffnung am Stirnende der Elektrode, die vom Werkstück wegweisend
angeordnet ist, verzichtet werden.
[0019] Es besteht auch eine weitere Möglichkeit mehrere solcher Vertiefungen an einer Elektrode
auszubilden, diese können in Abständen zueinander radial umlaufend an der Elektrode
ausgebildet sein.
[0020] Der innere Hohlraum kann auch entlang der mittleren Längsachse der Elektrode unterschiedliche
Innendurchmesser oder freie Querschnittsflächen aufweisen. So kann beispielsweise
der Innendurchmesser oder der freie Querschnitt zumindest in einem sich konisch verjüngenden
Bereich an der zu einem Werkstück weisenden Spitze der Elektrode kleiner als in sich
daran anschließenden Bereichen der Elektrode sein. Mit einem so ausgebildeten Hohlraum
können die Strömungsverhältnisse und insbesondere die Strömungsgeschwindigkeit eines
durch den Hohlraum geführten Gases beeinflusst werden.
[0021] Die innere Mantelfläche der Elektrode kann auch mit einer dielektrischen Beschichtung
versehen oder eine innen hohle dielektrische Hülse in den Hohlraum der Elektrode eingeführt
sein. Hierfür kann ein keramisches den herrschenden Temperaturen angepasstes keramisches
Material eingesetzt sein. Dies erschließt die Möglichkeit der Zufuhr eines Zusatzwerkstoffs
zum Schweißen durch den Hohlraum der Elektrode hindurch.
[0022] Dabei kann es sich um einen Draht, Stab oder auch ein Pulver handeln. Dabei kann
neben dem Zusatzwerkstoff auch ein Gas durch den Hohlraum strömen.
[0023] Insbesondere wenn Zusatzwerkstoff durch die Elektrode zugeführt werden soll, ist
es günstig an der inneren Wand der Elektrode mindestens einen von einer Stirnseite
der Elektrode zu der gegenüberliegenden Stirnseite der Elektrode geführten Kanal vorzusehen.
Durch diesen kann zusätzlich ein Gas strömen. Ein oder mehrere Kanäle können parallel
zur mittleren Längsachse der Elektrode ausgerichtet sein. Ein oder mehrere Kanäle
können aber auch spiralförmig ausgebildet sein. Dadurch kann die Gasströmung durch
den Hohlraum der Elektrode in Richtung Werkstück günstig beeinflusst werden. Eine
so ausgebildete Gasströmung zirkuliert um ihre Längsachse.
[0024] Mit dem Gas, das durch den kanalförmigen Hohlraum der Elektrode geführt ist, kann
auch eine zusätzliche Kühlung der Elektrode erreicht werden. Dafür kann eine Gaszuführung
angeschlossen sein, so dass ein Gas durch den durch die Elektrode geführten Hohlraum
in Richtung Werkstück durch den ausgebildeten Lichtbogen strömt.
[0025] Bei einem erfindungsgemäßen Brenner kann durch die innen hohle Elektrode auch ein
anderes Gas strömen, das sich von einem anderen weiter außen zugeführten Gas, das
ein Schutzgas sein kann, unterscheidet.
[0026] Der durch die Elektrode geführte Hohlraum kann aber auch an der entgegengesetzt zum
Werkstück weisenden Seite offen oder dort eine Absaugung angeschlossen sein. Dadurch
ist es möglich, eine Gasströmung in entgegengesetzter Richtung also vom Werkstück
weg durch den Lichtbogen und die Elektrode auszubilden. Es hat sich heraus gestellt,
dass sich dadurch im unmittelbaren Bearbeitungsbereich für das Schweißen sehr günstige
Temperatur- und Druckverhältnisse einstellen lassen. Bereits bei einer lediglich offenen
Seite kann sich eine vorteilhaft wirkende Gasströmung durch den Hohlraum der Elektrode
in die Umgebung ausbilden, ohne dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind bzw.
ein zusätzlicher Aufwand betrieben werden muss. Es ist lediglich ein ausreichend großer
freier Querschnitt des Hohlraums erforderlich. Eine Elektrode, die so genutzt wird,
kann auch ohne die mindestens eine Vertiefung ausgebildet sein. Auch bei durch den
Hohlraum zurück strömender Gasströmung kann eine Kühlung des Brenners und ggf. eines
durch den Hohlraum zugeführten Zusatzwerkstoffs erreicht werden.
[0027] In einer Weiterbildung der Erfindung besteht die Möglichkeit durch den Hohlraum einen
Laserstrahl auf die Werkstückoberfläche zu richten. Damit erschließt sich die Möglichkeit
den Fußpunkt des Lichtbogens in seiner Position zu beeinflussen bzw. ihn zu führen.
[0028] Auch bei einer solchen Ausführungsform besteht die Möglichkeit eine Gasströmung durch
die Elektrode auf die Werkstückoberfläche zu richten oder eine Gasströmung mit entgegengesetzter
Strömungsrichtung durch bzw. in den Hohlraum der Elektrode zu führen.
[0029] Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft näher erläutert werden.
[0030] Dabei zeigen:
Figur 1 eine Schnittdarstellung durch ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Brenners;
Figur 2 eine Schnittdarstellung durch eine bei einem erfindungsgemäßen Brenner einsetzbaren
Elektrode;
Figur 3 drei Ausführungen für eine Elektrode sowie ein die Wärmeleitfähigkeit an einer
erfindungsgemäßen Elektrode verdeutlichendes Diagramm und
Figur 4 Einflüsse auf die Ausbildung des Lichtbogens an Elektroden.
[0031] Bei dem in Figur 1 gezeigten Beispiel eines Brenners für das Wolfram-Inertgas-Schweißen
ist in einem Brennerkörper 2 an einem Spannelement 3 eine als Kathode geschaltete
Elektrode 1 aus Wolfram fixiert gehalten. Auf die Darstellung des elektrischen Anschlusses
ist verzichtet worden. Am Brennerkörper 2 ist eine Zuführung für ein inertes Schutzgas
4 vorhanden, durch die Schutzgas durch den Brennerkörper 2, einen Gasverteiler 6 und
eine um die Elektrode 1 ausgebildete Schutzgasdüse 5 in Richtung eines nicht dargestellten
Werkstücks um den ausgebildeten Lichtbogen herum strömen kann.
[0032] An der der Elektrode 1 gegenüberliegenden Seite des Brennerkörpers 2 ist eine weitere
Gaszuführung 8 vorhanden. Über diese kann ebenfalls ein Schutzgas zugeführt werden.
Dieses strömt durch einen Kanal 3.1 im Spannelement 3 und den kanalförmigen Hohlraum
1.2 der Elektrode 1 in Richtung Werkstück durch den zwischen Elektrode 1 und Werkstück
ausgebildeten Lichtbogen.
[0033] An Stelle der Gaszuführung 8 kann auch eine Leitung angeschlossen sein, durch die
Gas ausgehend von der Elektrode 1 durch diese und den Kanal 3.1 des Spannelements
3 in die Umgebung strömen kann. Daran kann ein Verdichter mit seiner Saugseite oder
eine Venturidüse angeschlossen sein, um den Volumenstrom der so geführt wird, zu erhöhen.
Der Hohlraum 1.2 kann aber auch lediglich an beiden Stirnseiten offen sein und dann
ggf. an der dem Werkstück abgewandten Stirnseite eine Venturidüse vorhanden sein.
[0034] Das durch die Elektrode 1 abgesaugte Gas strömt vom Bearbeitungsbereich des Werkstücks
durch den Lichtbogen. Dadurch können die Temperatur an der Elektrode und die elektrische
Stromdichte im Lichtbogen erhöht werden, wodurch das Schmelzbad günstig beeinflusst
wird und ein tieferer Einbrand der Schweißnaht erreichbar ist. Außerdem kann die Bearbeitungsgeschwindigkeit
erhöht werden.
[0035] Auf die Darstellung einer Kühlung im Brennerkörper 2 ist ebenfalls verzichtet worden.
[0036] In der Darstellung von Figur 1 wird außerdem deutlich, dass an der Elektrode 1 an
der äußeren Mantelfläche eine radial umlaufende ringförmige Vertiefung 1.1 ausgebildet
ist. Dies soll an Hand der Figur 2 weiter erläutert werden.
[0037] Diese zeigt eine Schnittdarstellung einer Elektrode 1 mit einem durchgehenden kanalförmigen
Hohlraum 1.2. Dieser hat einen Durchmesser D von 1,5 mm.
[0038] An der äußeren Oberfläche der Elektrode 1 ist eine nutenförmige Vertiefung 1.1 ausgebildet,
die eine Breite B von 1 mm aufweist. Die Elektrode 1 hat einen Außendurchmesser E
von 3,2 mm, so dass sich eine Wandstärke im nicht konisch verjüngten Bereich von 0,85
mm ergibt. Diese ist im Bereich der Vertiefung 1.1 auf 0,35 mm reduziert. Die Vertiefung
1.1 ist bei diesem Beispiel in einem Abstand G vom vorderen Stirnrand der Elektrode
1 mit 3,7 mm im noch nicht konisch verjüngten Bereich angeordnet. Der Konus wurde
bei diesem Beispiel mit einem Winkel C von 75 ° ausgebildet.
[0039] Die hier rechteckige Vertiefung hatte eine Tiefe F von 0,5 mm. Dadurch konnte eine
Temperaturverteilung an der Spitze im konisch verjüngten Bereich erreicht werden,
die eine rotationssymmetrische Emission von Elektronen in einem kurzen Abstand vom
vorderen Stirnrand der Elektrode 1 an deren Spitze ermöglichte.
[0040] Ein mit einer solchen Elektrode 1 ausgebildete Brenner konnte ohne Weiteres mit elektrischen
Strömen oberhalb 200 A und weit darüber hinaus betrieben werden, ohne dass ein bemerkenswerter
Elektrodenverschleiss auftrat, der einen häufigen Austausch erforderlich macht.
[0041] In Figur 3 sind drei Beispiele einer bei der Erfindung einsetzbaren Elektrode 1 gezeigt,
bei dem in der linken Darstellung der drei Elektroden wieder eine Vertiefung 1.1 ausgebildet
ist und bei den beiden rechts daneben dargestellten Elektroden 1 ein durch die Elektrode
1 hindurch geführter Hohlraum 1.2 Bereiche mit unterschiedlichen Innendurchmessern
aufweist, bei der es sich um eine rotationssymmetrische Ausbildung handelt. In der
mittleren Darstellung ist eine Ausführung bei der der Bereich mit größerem Innendurchmesser
bis in den konisch verjüngten Bereich der Elektrode 1 geführt und von da an bis hin
zur Öffnung, die an der in Richtung Werkstück weisenden Stirnseite angeordnet ist,
ist der Innendurchmesser kleiner, was zu höheren Strömungsgeschwindigkeiten eines
durch den Hohlraum 1.2 geführten Gases in diesem Bereich führt. Die Herstellung kann
durch Bohren oder Erodieren erfolgen.
[0042] Bei der in der rechten Darstellung von Figur 3 gezeigten Ausführung ist der Hohlraum
1.2 ebenfalls mit zwei Bereichen, deren Innendurchmesser unterschiedlich sind, ausgebildet.
In diesem Fall bildet der Bereich des Hohlraums 1.2 mit dem größeren Innendurchmesser
eine Vertiefung 1.1, mit der der elektrisch leitende Querschnitt der Elektrode 1 in
diesem Bereich an der inneren Oberfläche der Elektrode 1 reduziert ist.
[0043] Diese Elektrode 1 kann aus zwei Teilen hergestellt werden, die beispielsweise durch
Schweißen miteinander verbunden sind. Ein Teil ist dabei die sich konisch verjüngende
Spitze der Elektrode 1 und das andere Teil ist eine Hülse mit einer Bohrung, die in
Richtung Werkstück einen breiteren Bereich aufweist. Der verbeiterte Bereich der Bohrung
könnte in nicht dargestellter Form auch am die Spitze bildenden Teil ausgebildet sein.
[0044] Mit dem in Figur 3 auch gezeigten Diagramm soll die thermische Leitfähigkeit der
Elektrode 1 in ihrer Längsachsrichtung verdeutlicht werden. Es wird deutlich, wie
sie im Bereich einer Vertiefung oder in einem Bereich mit reduzierter elektrischer
Leitfähigkeit und reduzierte Wandstärke sowie im sich konisch verjüngenden Bereich
an der Spitze der Elektrode 1 entsprechend verringert ist. Die elektrische Leitfähigkeit
kann sich analog zur im Diagramm gezeigten thermischen Leitfähigkeit in Längsachsrichtung
der Elektrode 1 verändern.
[0045] Mit Figur 4 soll der vorteilhafte Einfluss der Erfindung auf den Ansatz des Lichtbogens
an der Elektrode 1 verdeutlicht werden.
[0046] In der linken Darstellung ist eine Elektrode 1 ohne Hohlraum mit Öffnung gezeigt.
Der Lichtbogen 10 bildet sich zwar gleichmäßig aus, es können aber mit dieser herkömmlichen
Elektrodenform nicht die bei der Erfindung möglichen Vorteile ausgenutzt werden.
[0047] In der mittleren Darstellung ist die Ausbildung des Lichtbogens 10 an einer innen
hohlen Elektrode 1, nach dem Stand der Technik, ohne Wärmestaueffekt, gezeigt. In
diesem Fall kann es zu einem instabilen Ansatz des Lichtbogens 10 kommen, was zu instabilen
Verhältnissen bei der Bearbeitung und zu erhöhtem Elektrodenverschleiss führt. Außerdem
kann eine Aufweitung des Lichtbogens 10 durch Zuführung eines Sekundärgases durch
das Zentrum des Lichtbogens 10 oder eine Fokussierung des Lichtbogens 10 in Folge
einer Absaugung von Plasma aus dem Lichtbogenkern nicht erreicht werden. Da sich der
Lichtbogen 10 lediglich an einer Seite der Elektrode 1 ausbildet, können die genannten
Nachteile verschärft auftreten. Mit der gestrichelten Linie, an deren Spitze ein Pfeil
vorhanden ist, soll verdeutlicht werden, dass auch eine Gasströmung die durch den
Hohlraum 1.2 der Elektrode 1 zum Werkstück strömt, in ihrer Strömungsrichtung nachteilig
beeinflusst wird und in einen unerwünschten Bereich strömt. Die erfindungsgemäß gewünschten
Vorteile können so nicht erreicht werden.
[0048] In der rechten Darstellung wird deutlich, dass sowohl die Lichtbogenausbildung an
der Elektrode 1 nach der Erfindung, wie auch die Gasströmung ebenfalls mit gestrichelter
Linie dargestellt), die durch den Hohlraum 1.2 und den Lichtbogen 10 zum Werkstück
strömt gleichmäßig und homogen gehalten werden können.
[0049] Ein durch den Hohlraum 1.2 auf das Werkstück gerichteter Laserstrahl würde sich analog
zu einem durch den Hohlraum 1.2 geführten Gasstrom verhalten.
[0050] Durch die so erreichbare zentrale Gasströmung durch den rotationssymmetrischen Lichtbogen
kann ein gleichmäßiger Lichtbogenansatz erreicht werden. Durch die erfindungsgemäße
Ausbildung kann dabei vorteilhaft eine Verbreiterung des Lichtbogens 10 und des Energieeintrags
in ein Werkstück, eine homogene Zusammensetzung des Plasmas im Lichtbogen 10, eine
Verbesserung der Lichtbogeneigenschaften durch Zuführung eines sekundären inneren
Gases, mit einer vom primären Schutzgas abweichenden Gaszusammensetzung oder eines
anderen Sekundärgases sowie eine Erhöhung der Energiedichte im Lichtbogen 10 erreicht
werden.
1. Brenner zum Wolfram-Inertgas-Schweißen mit einer sich in Richtung eines Werkstücks
konisch verjüngenden als Kathode elektrisch geschalteten Elektrode, die innen hohl
und in einem Brennerkörper fixiert gehalten ist und ein so innerhalb der Elektrode
ausgebildeter Hohlraum in Richtung Werkstück eine Öffnung und mindestens eine weitere
Öffnung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem Abstand G zur in Richtung Werkstück weisenden Spitze an der äußeren und/oder
inneren Oberfläche der innen hohlen Elektrode (1) mindestens eine Vertiefung (1.1)
ausgebildet ist und/oder der durch die Elektrode (1) hindurch geführte Hohlraum (1.2)
Bereiche mit unterschiedlichen Innendurchmessern aufweist, so dass dort ein Bereich
mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und
reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) ausgebildet ist.
2. Brenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung(en) (1.1) und/oder der Bereich mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit
und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) in
einem Abstand G zum in Richtung Werkstück weisenden Stirnrand der Spitze der Elektrode
(1) ausgebildet ist/sind, der im Bereich, der kleiner als der Außendurchmesser der
Elektrode ist, liegt und/oder die Vertiefung(en) (1.1) und/oder der Bereich mit reduzierter
elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke
der Elektrode (1) in unmittelbarer Nähe des sich konisch verjüngenden Bereichs (1.3)
der Elektrode (1) im nicht konisch verjüngten Bereich angeordnet ist/sind.
3. Brenner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch leitende Querschnitt im Bereich der Vertiefung(en) (1.1) und/oder
im Bereich mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit
und reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) um mindestens 30 % reduziert ist.
4. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Hohlraum (1.2), der Bereiche mit unterschiedlichen Innendurchmessern aufweist,
ein Bereich mit größerem Innendurchmesser des Hohlraums (1.2) bis an und/oder in den
konisch verjüngten Bereich der Elektrode 1 geführt ist.
5. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung(en) (1.1) als rechteckige, trapezförmige oder keilförmige Nut ausgebildet
ist/sind.
6. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vertiefung (1.1) radial umlaufend ausgebildet ist.
7. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Vertiefung(en) (1.1) an der äußeren Oberfläche als nutenförmige(r)
Einschnitt(e) ausgebildet ist/sind.
8. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Vertiefung (1.1) und/oder im Bereich mit reduzierter elektrischer
Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke der Elektrode
(1) mindestens eine Durchbrechung ausgebildet ist, die eine Öffnung als Verbindung
zwischen Hohlraum (1.2) und Umgebung bildet.
9. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (1.2) entlang der Längsachse der Elektrode (1) unterschiedliche Innendurchmesser
oder freie Querschnittsflächen aufweist.
10. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Mantelfläche der Elektrode (1) mit einer dielektrischen Beschichtung versehen
oder eine innen hohle dielektrische Hülse eingeführt ist.
11. Brenner nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch den inneren Hohlraum (1.2) der Elektrode (1) ein Zusatzwerkstoff zuführbar
oder ein Laserstrahl durch den Hohlraum auf die Oberfläche eines Werkstücks geführt
ist.
12. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der inneren Wand der Elektrode (1) mindestens ein von einer Stirnseite der Elektrode
(1) zu der gegenüberliegenden Stirnseite der Elektrode (1) geführter Kanal ausgebildet
ist.
13. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an die Elektrode (1) eine Gaszuführung (8) angeschlossen ist, so dass ein Gas durch
den durch die Elektrode (1) geführten Hohlraum (1.2) in Richtung Werkstück strömt.
14. Brenner nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der durch die Elektrode (1) geführte Hohlraum (1.2) an der entgegengesetzt zum Werkstück
weisenden Seite offen oder dort eine Absaugung angeschlossen ist.
15. Elektrode zur Verwendung bei einem Brenner zum Wolfram-Inertgas-Schweißen, bei der
die Elektrode einen sich in Richtung eines Werkstücks konisch verjüngenden Bereich
aufweist und innen hohl ist und ein so innerhalb der Elektrode ausgebildeter Hohlraum
in Richtung Werkstück eine Öffnung und mindestens eine weitere Öffnung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem Abstand G zur in Richtung Werkstück weisenden Spitze an der äußeren und/oder
inneren Oberfläche der innen hohlen Elektrode (1) mindestens eine Vertiefung (1.1)
ausgebildet ist und/oder der durch die Elektrode (1) hindurch geführte Hohlraum (1.2)
Bereiche mit unterschiedlichen Innendurchmessern aufweist, so dass dort ein Bereich
mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und
reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) ausgebildet ist.
16. Elektrode nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung(en) (1.1) und/oder der Bereich mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit
und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) in
einem Abstand G zum in Richtung Werkstück weisenden Stirnrand der Spitze der Elektrode
(1) ausgebildet ist/sind, der im Bereich, der kleiner als der Außendurchmesser der
Elektrode ist, liegt und/oder die Vertiefung(en) (1.1) und/oder der Bereich mit reduzierter
elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke
der Elektrode (1) in unmittelbarer Nähe des sich konisch verjüngenden Bereichs (1.3)
der Elektrode (1) im nicht konisch verjüngten Bereich angeordnet ist/sind.
17. Elektrode nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch leitende Querschnitt im Bereich der Vertiefung(en) (1.1) und/oder
im Bereich mit reduzierter elektrischer Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit
und reduzierter Wandstärke der Elektrode (1) um mindestens 30 % reduziert ist.
18. Elektrode nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung(en) (1.1) als rechteckige, trapezförmige oder keilförmige Nut ausgebildet
ist/sind und/oder eine Vertiefung (1.1) radial umlaufend ausgebildet ist und/oder
eine oder mehrere Vertiefung(en) (1.1) an der äußeren Oberfläche als nutenförmige(r)
Einschnitt(e) ausgebildet ist/sind.
19. Elektrode nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Vertiefung (1.1) und/oder im Bereich mit reduzierter elektrischer
Leitfähigkeit und/oder thermischer Leitfähigkeit und reduzierter Wandstärke der Elektrode
(1) mindestens eine Durchbrechung ausgebildet ist, die eine Öffnung als Verbindung
zwischen Hohlraum (1.2) und Umgebung bildet.