[0001] Die Erfindung betrifft ein Eintreibgerät, insbesondere ein handgeführtes Eintreibgerät,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] DE 102 60 703 A1 beschreibt ein mit Flüssiggas angetriebenes Eintreibgerät, das eine Dosierkammer
mit einem verstellbaren Dosiervolumen aufweist. Das Dosiervolumen ist über einen elektromotorischen
Antrieb veränderbar, und ein Ausstoss von Flüssiggas in eine Brennkammer wird durch
einen pneumatischen Antrieb mittels Druckluft eingeleitet.
[0003] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein brennstoffgetriebenes Eintreibgerät anzugeben,
das einfach und zuverlässig arbeitet.
[0004] Diese Aufgabe wird für ein eingangs genanntes Eintreibgerät erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Verwendung des Brennstoffdrucks
als Energiequelle zum Antrieb des Verdrängerglieds ermöglicht auf einfache Weise einen
effektiven und schnellen Transport des dosierten Brennstoffs zu der Brennkammer.
[0005] Hierdurch kann kostengünstig auf zusätzliche Antriebe, zum Beispiel elektrische oder
pneumatische Antriebe, für das Verdrängerglied verzichtet werden. Letztlich wird die
in dem Brennstofftank gespeicherte mechanische Energie sinnvoll genutzt, um die Dosierung
des Brennstoffs in die Brennkammer schnell und genau zu ermöglichen.
[0006] Unter einem Verdrängerglied im Sinne der Erfindung ist jedes bewegliche Bauteil zu
verstehen, mittels dessen Brennstoff aus dem Dosiervolumen ausgetrieben werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann das Verdrängerglied zum Beispiel als linear
verschieblicher Hubkolben ausgebildet sein, der in einem das Dosiervolumen zumindest
teilweise ausbildenden Zylinder geführt ist. Hierbei würde der Brennstoff unmittelbar
durch das Verdrängerglied aus dem Dosiervolumen verdrängt. Alternativ kann aber auch
das Dosiervolumen selbst veränderbar ausgebildet sein, zum Beispiel als zusammenschiebbarer
Faltenbalg oder als Volumen mit einer elastischen Wand. Bei solchen Ausgestaltungen
kann das Verdrängerglied zum Beispiel als ein das Dosiervolumen verformender Betätigungsstempel
ausgeführt sein. Bei einer bevorzugten Ausführungsform bildet die elastische Wand
selbst das Verdrängerglied, insbesondere mittels Druckbeaufschlagung von der dem Dosiervolumen
gegenüberliegenden Seite.
[0007] Bevorzugt wird im Sinne der vorliegenden Erfindung angenommen, dass die Dosierung
des Brennstoffs überwiegend oder ausschließlich in flüssiger Phase erfolgt, wodurch
die in die Brennkammer verbrachte Brennstoffmenge besonders genau definiert ist. Im
Fall von Flüssiggas als Brennstoff kann eine solche ausschließliche Dosierung von
flüssiger Phase zum Beispiel dadurch sichergestellt werden, dass in dem Brennstofftank
eine Membran angeordnet ist, wobei in der Membran das Flüssiggas in ausschließlich
flüssiger Phase gehalten ist und außerhalb der Membran zum Beispiel ein Inertgas unter
definiertem Überdruck vorgesehen ist. Im Zuge des Verbrauchs des Brennstoffs dehnt
sich dabei das Intergas aus und hält auf Grund seines Überdrucks das Flüssiggas jederzeit
in der flüssigen Phase. Eine solche, an sich bekannte Ausgestaltung eines Brennstofftanks
geht in der Praxis grundsätzlich mit einer gewissen Veränderung des Drucks in dem
Brennstofftank im Zuge seiner Entleerung einher. Dies bildet einen Unterschied zu
herkömmlichen Vorratsbehältern für Flüssiggas, bei denen Flüssiggas in Koexistenz
von gasförmiger und flüssiger Phase in einem konstanten Volumen gespeichert ist somit
einen konstanten Druck bereitstellt.
[0008] Bei einer möglichen Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass ein Antrieb
des Verdrängerglieds einen aufladbaren mechanischen Energiespeicher umfasst, wobei
die Aufladung des Energiespeichers durch den Druck des Brennstoffs erfolgt. In bevorzugter
Detailgestaltung kann der mechanische Energiespeicher eine mechanische Feder, eine
Gasfeder oder eine magnetische Feder umfassen. Hierdurch ist ein besonders definierter
Ausstoßvorgang des flüssigen Brennstoffs in die Brennkammer gewährleistet. Bevorzugt
kann der Ausstoß durch einfaches Öffnen eines Ventils eingeleitet werden. Alternativ
oder ergänzend kann der mechanische Energiespeicher aber auch eine zusätzliche Haltvorrichtung
aufweisen, mittels derer er auslösbar ist.
[0009] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Verdrängerglied unmittelbar
über einen Druck des Brennstoffs, bevorzugt über eine Verbindung mit dem Tank, antreibbar.
Hierdurch wird ein mechanisch einfacher Antrieb des Verdrängerglieds bereitgestellt.
Wie auch im Fall der Verwendung eines mechanischen Zwischenspeichers für die Antriebsenergie
kann ein Ausstoßen des Brennstoffs aus dem Dosiervolumen auf einfache Weise durch
Öffnen eines Ventils erfolgen.
[0010] In zweckmäßiger Weiterbildung kann dabei das Verdrängerglied kraftbeaufschlagt in
einer Ausgangsposition gehalten sein, bevorzugt, aber nicht notwendig, mittels einer
Feder. Hierdurch ist wird auf einfache Weise eine definierte Ausgangsposition des
Verdrängerglieds vor einer Einleitung des Dosiervorgangs sichergestellt.
[0011] In allgemein vorteilhafter Detailgestaltung umfasst die Dosiervorrichtung zumindest
ein Ventilglied, wobei das Ventilglied besonders bevorzugt elektrisch betrieben ist.
Bevorzugt kann durch das Ventilglied das Dosiervolumen von der Brennkammer absperrbar
sein, wobei zum Beispiel durch Öffnen dieser Absperrung der Austreibvorgang des Brennstoffs
eingeleitet werden kann.
[0012] Weiterhin vorteilhaft kann das Ventilglied im Interesse einer einfachen und effektiven
Realisierung als Drei-Wege-Ventil, insbesondere mit zwei Schaltstellungen, ausgebildet
sein. Insgesamt wird hierdurch eine einfache und zuverlässige Ansteuerung der Dosiervorrichtung
ermöglicht. Weiterhin vorteilhaft können die zwei Schaltstellungen des Drei-Wege-Ventils
als bistabile Stellungen ausgebildet sein, wodurch ein besonders niedriger Verbrauch
an elektrischer Energie für das Ventilglied ermöglicht ist.
[0013] In bevorzugter Weiterbildung kann die definierte Brennstoffmenge einstellbar veränderbar
sein, zum Beispiel mittels eines veränderlichen Anschlags des Verdrängerglieds. Hierdurch
kann gezielt auf veränderte Randbedingungen wie der Umgebungstemperatur reagiert werden.
Insbesondere kann bei abnehmender Umgebungstemperatur die definierte Brennstoffmenge
vergrößert werden, um auch bei verlangsamter Verdampfung des Flüssiggases in der Brennkammer
ausreichend schnell ein zündfähiges Gemisch bereit zu stellen. Der Anschlag kann je
nach Anforderungen zum Beispiel mittels eines thermomechanischen Elements, z.B. Bimetall-Element
oder Dehnstoff-Element, verstellt werden oder auch mittels eines elektrischen Verstellantriebs,
bevorzugt einem Schrittmotor. Allgemein vorteilhaft ist es dabei vorgesehen, dass
eine Kennlinie der definierten Brennstoffmenge in Abhängigkeit von einer Umgebungstemperatur
einen im Wesentlichen bilinearen Verlauf aufweist.
[0014] Dies kann vorteilhaft dazu genutzt werden, dass zum Beispiel eine Veränderung der
dosierten Brennstoffmenge nur im Bereich von niedrigen Temperaturen erfolgt, wobei
ab Erreichen einer gewissen Grenztemperatur, zum Beispiel im Bereich einer Umgebungstemperatur
von 20°C, eine konstante Menge an Brennstoff dosiert wird.
[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend beschriebenen
Ausführungsbeispielen sowie aus den abhängigen Ansprüchen.
[0016] Nachfolgend werden mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben und anhand
der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Gesamtansicht eines erfindungsgemäßen Eintreibgerätes.
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der Erfindung mit
einem mechanischen Energiespeicher.
- Fig. 3
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem Bereitschaftszustand
der Dosiervorrichtung.
- Fig. 4
- zeigt das Ausführungsbeispiel aus Fig. 3 während einer Dosierung des Brennstoffs.
[0017] Das in Fig. 1 schematisch gezeigte Eintreibgerät umfasst ein Gehäuse 1, in dem eine
Brennkammer 2 angeordnet ist. Flüssiggas ist als Brennstoff in einem Brennstofftank
5 gespeichert und kann über eine Leitung 3 in die Brennkammer 2 eingespritzt werden.
Die Leitung 3 verbindet eine Dosiervorrichtung 4 mit der Brennkammer 2, wobei die
Dosiervorrichtung 4 ihrerseits mit dem in oder an dem Gehäuse 1 angeordneten Brennstofftank
5 verbunden ist. Der Brennstofftank kann insbesondere als auswechselbare Kartusche
ausgebildet sein.
[0018] Das Eintreibgerät umfasst zudem eine elektronische Steuerung 6 mit einem elektrischen
Akkumulator als Energiespeicher. Über die elektronische Steuerung 6 wird eine Zündkerze
7 in der Brennkammer 2 angesteuert sowie gegebenenfalls die Dosiervorrichtung 4, sofern
diese über elektrische Ventile oder andere elektrisch gesteuerte Komponenten verfügt.
In einem vorderen Bereich des Eintreibgeräts ist ein Magazin 8 zur Speicherung von
Befestigungsmitteln, wie zum Beispiel Nägeln, angeordnet. Ein Anpressglied 9 kann
gegen ein Werkstück gedrückt werden, um ein Auslösen des Eintreibgeräts freizugeben.
[0019] Das Eintreiben eines Befestigungsglieds aus dem Magazin 8 erfolgt über die Zündung
eines Flüssiggas-Luft-Gemisches in der Brennkammer 2 mittels der Zündkerze 7, wonach
ein Kolben (nicht dargestellt) nach vorne getrieben wird und über einen Eintreibstößel
(nicht dargestellt) das Befestigungsglied bzw. den Nagel in das Werkstück eintreibt.
Dieser Eintreibvorgang wird von einer Bedienperson über einen Schalter 10 ausgelöst,
der vorliegend in einem Griffbereich 11 des Gehäuses 1 angeordnet ist.
[0020] Fig. 2 zeigt eine erste Ausführungsform der Dosiervorrichtung 4. Die Dosiervorrichtung
4 umfasst ein Dosiervolumen 12, das über ein 3-Wege-Ventil mit zwei Schaltstellungen
18 einerseits über eine Zuleitung 18a mit dem Brennstofftank 5 und andererseits über
eine Zuleitung 18b mit der Brennkammer 2 verbunden ist. Ein Ventilschieber 19 ist
in einer Schieberkammer angeordnet, welche Teil des Dosiervolumens 12 ist. Eine dritte
Zuleitung 18c verbindet die Schieberkammer 12 mit einem zylindrischen Raum 17, in
dem ein Verdrängerglied 16 in Form eines Hubkolbens geführt ist. Der Raum 17 bildet
einen weiteren Teil des Dosiervolumens 12, wobei ein Einfahren des Verdrängerglieds
16 in den Raum 17 den darin befindlichen Brennstoff ausstoßen kann. Fig. 2 zeigt das
Verdrängerglied 16 in maximal in den Zylinder 17 eingefahrener Stellung.
[0021] Der Ventilschieber 19 ist elektrisch betätigt und kann zwei definierte Positionen
annehmen. In der ersten, in Fig. 2 gezeigten Position ist die Zuleitung 18a geschlossen
und die Zuleitung 18b geöffnet. In der anderen, nicht dargestellten Stellung ist die
Zuleitung 18a geöffnet und die Zuleitung 18b geschlossen. Die Verbindung 18c zwischen
der Schieberkammer und dem Zylinder 17 ist permanent geöffnet.
[0022] Je nach Anforderungen kann es sich bei den Stellungen des Ventilschiebers 19 um jeweils
stabile Positionen (bistabiler Ventilschieber) handeln, so dass lediglich ein kurzer,
wenig Energie benötigender elektrischer Impuls zum Umschalten des Ventils erforderlich
ist. Bei einer anderen Ausführungsform ist der Ventilschieber 19 in einer stromfreien
Ruheposition immer unter Verschluss der Verbindung 18b mit der Brennkammer 2 angeordnet
(monostabiler Ventilschieber). Durch Anlegen einer elektrischen Spannung wird der
Ventilschieber in die entgegen gesetzte Position (siehe Fig. 2) verbracht, in der
er die Verbindung 18a mit dem Brennstofftank 5 verschließt.
[0023] Der Hubkolben bzw. das Verdrängerglied 16 ist mittels einer Feder 21, vorliegend
einer Schraubenfeder, in der Ausstoßrichtung kraftbeaufschlagt.
[0024] Entgegen der Ausstoßrichtung bzw. der Kraft der Feder 21 wird der Weg des Hubkolbens
16 durch einen verstellbaren Anschlag 15 begrenzt. Der Anschlag 15 ist als linear
verstellbarer Stift ausgebildet, der zum Beispiel mit einem thermomechanischen Element
oder einer elektrischen Verstellvorrichtung verbunden sein kann. So kann der Anschlag
15 zum Beispiel bei höheren Umgebungstemperaturen weiter vorragen und somit den möglichen
Hub des Hubkolbens 16 verringern, bei niedrigen Temperaturen dagegen vergrößern. Hierdurch
kann eine definierte Menge des Brennstoffs, die durch den Hub des Verdrängerglieds
16 in dem Zylinder 17 bestimmt ist, gezielt verändert werden.
[0025] Der Hubkolben 16 ist in einer Dichtung 16a gleitend geführt, so dass sein der Feder
21 zugewandtes Ende unter Umgebungsdruck steht, wobei die Dichtung 16a eine Sperre
zwischen dem Flüssiggas und der Umgebung ausbildet. Alternativ zu einer Gleitdichtung
kann auch eine andere Dichtungsform, zum Beispiel über einen geschlossenen Faltenbalg,
gewählt werden.
[0026] Die Dosiervorrichtung gemäß Fig. 2 funktioniert nun wie folgt:
[0027] Zunächst wird mittels der Steuerung 6 das Ventilglied 18 in die nicht dargestellte
Position verbracht, bei der die Schieberkammer 12 mit dem Brennstofftank verbunden
ist und die Brennkammer von dem Dosiervolumen 12 getrennt ist. Hierbei kann Flüssiggas
in flüssiger Phase in das mit dem Anschlag 15 eingestellte Dosiervolumen 12 einströmen.
[0028] Dabei liegt das Flüssiggas in dem Tank 5 ausschließlich in flüssiger Phase vor. Dies
wird auf an sich bekannte Weise dadurch erreicht, dass das Flüssiggas in dem Tank
in eine Membran eingeschlossen ist und der Raum außerhalb der Membran mit einem Inertgas
unter höherem Druck als dem Dampfdruck des Flüssiggases gefüllt ist. Aufgrund dieses
Überdrucks findet kein Verdampfungsvorgang im Zuge des Einströmens des Flüssiggases
in das Dosiervolumen 12 statt, so dass im Wesentlichen keine Temperaturänderung im
Zuge des Einströmens des Flüssiggases erfolgt.
[0029] Das einströmende Flüssiggas drückt den Hubkolben 16 bis zu dem Anschlag 15 gegen
die Kraft der Feder 21 nach oben (in der Darstellung nach Fig. 2) bzw. aus dem Zylinder
17 heraus, wobei es den frei gewordenen Teil des Zylinders 17 als Dosiervolumen 12
ausfüllt. In dieser oberen Position ist die Dosiervorrichtung in Bereitschaft, den
Brennstoff in die Brennkammer auszustoßen. Die Feder 21 ist gespannt, wobei sie mechanische
Energie zwischenspeichert, die im Zuge der Bewegung des Hubkolbens 17 dem druckbeaufschlagten
Brennstofftank entnommen wurde.
[0030] Wird nun das Eintreibgerät durch Betätigung des Schalters 10 ausgelöst, so wird der
Ventilschieber 19 mittels der Steuerung 6 umgestellt. Hierbei werden die Zuleitung
18a verschlossen und die Zuleitung 18b geöffnet (siehe Stellung in Fig. 2). Somit
strömt das Flüssiggas in die Brennkammer 2 ein, wobei es neben seinem eigenen Dampfdruck
durch die Federkraft der Feder 21 getrieben wird, welche das Verdrängerglied 16 schnell
nach unten in den mit Flüssiggas gefüllten Zylinder 17 schiebt.
[0031] Dabei ist die in die Brennkammer 2 dosierte Menge an Flüssigkeit je nach Einstellung
des Anschlags 15 bei niedrigen Temperaturen größer, so dass auch bei einer langsameren
Verdampfung und/oder einer höheren Sauerstoffkonzentration in der Brennkammer ein
ausrechend schnelles Bereitstellen eines zündfähigen Gemisches in der Brennkammer
2 erfolgt.
[0032] Nachfolgend kann das Flüssiggas-Luft-Gemisch auf bekannte Weise in der Brennkammer
gezündet werden.
[0033] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Ein wesentlicher
Unterschied zum vorhergehenden Ausführungsbeispiel besteht darin, dass das Flüssiggas
aus dem Dosiervolumen 12 nicht mittels eines aufladbaren Energiespeichers (Feder 21),
sondern unmittelbar durch den Druck des Brennstoffs ausgestoßen wird.
[0034] Ebenso wie im vorhergehenden Beispiel ist das Verdrängerglied 16 als linear verschiebbarer
Kolben ausgeformt, der sich in einem Zylinder 17 befindet, welcher Teil des Dosiervolumens
12 ist. Der Zylinder 17 schließt an ein fixes Volumen 12 an, das jeweils absperrbar
über diskrete Ventilglieder 13, 14 mit dem Brennstofftank 5 und mit der Brennkammer
2 verbunden ist. In der Bereitschaftsstellung nach Fig. 3 ist das Ventil 13 zur Verbindung
mit dem Brennstofftank geöffnet und das Ventil 14 zur Verbindung mit der Brennkammer
ist geschlossen.
[0035] Von der Verbindung des Brennstofftanks 5 mit dem Ventilglied 13 führt eine Zweigleitung
20 zu einem den Ventilgliedern 13, 14 entgegen gesetzten Ende des Zylinders 17. Die
Zweigleitung 20 verbindet ein oberes Ende des kolbenförmigen Verdrängerglieds 16 mit
dem Brennstofftank 5.
[0036] In diesem oberen Endbereich des Zylinders 17 ist zudem eine Verstellmechanik 15a
mit angeordnet, durch welchen der obere Anschlag 15 für das Verdrängerglied 16 insbesondere
abhängig von der Temperatur, dem Luftdruck, dem Gasdruck und/oder dem Gasdosenfüllstand
verstellbar ist.
[0037] Der Kolben 16 ist zudem mittels einer Feder (nicht dargestellt) in Richtung der Kraft
FV in seine obere Anschlagposition vorgespannt, was durch den nach oben gerichteten
Pfeil in Fig. 3 symbolisiert wird. Bei dieser Ausgangsposition nach Fig. 3 liegt sowohl
oberhalb als auch unterhalb des Kolbens 16 der Druck des Brennstofftanks 5 in dem
Zylinder 17 an. Die Federkraft dient lediglich einer definierten Positionierung des
Kolbens 16 in eine Ausgangsposition. Entsprechend kann die Kraft der Positionierfeder
relativ klein ausgelegt sein.
[0038] Ein Auslösevorgang des Eintreibgeräts erfolgt nun durch Umschalten der Ventile 13,
14 in die jeweils umgekehrte Position. Hierdurch werden der untere Teil des Zylinders
17 und der fixe Teil des Dosiervolumens 12, der mit dem Ventil 14 verbunden ist, mit
der Brennkammer 2 verbunden, in der ein erheblich geringerer Druck (Umgebungsdruck)
vorliegt. Oberhalb des Kolbens 16 bleibt der Zylinder 17 über die Leitung 20 mit dem
Druck in dem Brennstofftank 5 beaufschlagt. Hierdurch wird der Kolben 16 gemäß der
Zeichnungen nach unten bzw. in Richtung des fixen Volumens 12 beschleunigt, wobei
er das Flüssiggas aus dem unteren Teil des Zylinders 17 in die Brennkammer 2 drückt.
Nach diesem Vorgang hat der Kolben 16 eine untere Anschlagposition eingenommen, die
in Fig. 4 dargestellt ist. Diesem Ablauf gemäß erfolgt der Antrieb des Verdrängerglieds
16 unmittelbar über den Druck des Brennstoffs in den Tank 5.
[0039] Zur Verdeutlichung sind in Fig. 3 und Fig. 4 jeweils diejenigen Volumenbereiche,
in denen Flüssiggas im Gleichgewicht in flüssiger Phase bzw. unter hohem Druck vorliegt,
mit einer Schraffur dargestellt.
[0040] Es versteht sich, dass in jedem der vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
je nach Anforderungen entweder eine diskrete Anordnung von zwei Ventilen (13, 14 in
Fig. 3) oder auch die Anordnung eines Drei-Wege-Ventils (18 in Fig. 2) mit zwei Schaltstellungen
vorgesehen sein kann.
1. Eintreibgerät, umfassend
einen Tank (5) zur Speicherung eines Brennstoffs, insbesondere Flüssiggas,
eine mit dem Tank (5) verbundene Brennkammer (2), wobei die Brennkammer (2) einen
beweglichen Kolben zum Antrieb eines Eintreibstößels aufweist, und
eine zwischen dem Tank (5) und der Brennkammer (2) angeordnete Dosiervorrichtung (4),
wobei mittels der Dosiervorrichtung (4) eine definierte Menge des Brennstoffs aus
einem Dosiervolumen (12) in die Brennkammer (2) verbracht werden kann, und
wobei die Dosiervorrichtung (4) ein bewegbares Verdrängerglied (16) zum Ausstoßen
des Brennstoffs aus dem Dosiervolumen (12) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegung des Verdrängerglieds (16) von einem Druck des Brennstoffs als Energiequelle
antreibbar ist.
2. Eintreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrängerglied (16) als linear verschieblicher Hubkolben ausgebildet ist, der
in einem das Dosiervolumen (12) zumindest teilweise ausbildenden Zylinder (17) geführt
ist.
3. Eintreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrängerglied als Betätigungsstempel ausgebildet ist.
4. Eintreibgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrängerglied als elastische Wand ausgebildet ist.
5. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Antrieb des Verdrängerglieds (16) einen insbesondere mechanischen Energiespeicher
(21) umfasst, wobei die Aufladung des Energiespeichers (21) durch einen Druck des
Brennstoffs erfolgt.
6. Eintreibgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Energiespeicher (21) eine mechanische Feder, eine Gasfeder oder eine magnetische
Feder umfasst.
7. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Verdrängerglieds (16) unmittelbar über einen Druck des Brennstoffs,
insbesondere über eine Verbindung (20) mit dem Tank (5), antreibbar ist.
8. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrängerglied (16) kraftbeaufschlagt in einer Ausgangsposition gehalten ist,
insbesondere mittels einer Feder.
9. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosiervorrichtung (4) zumindest ein insbesondere elektrisch betriebenes Ventilglied
(14, 18) umfasst, wobei durch das Ventilglied (14, 18) das Dosiervolumen von der Brennkammer
absperrbar ist.
10. Eintreibgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilglied (18) als 3-Wege-Ventil, insbesondere mit zwei Schaltstellungen, ausgebildet
ist.
11. Eintreibgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die definierte Brennstoffmenge mittels eines verstellbaren Anschlags (15) des Verdrängerglieds
(16) einstellbar ist.