[0001] Die Erfindung betrifft einen Arbeitswagen zur Erstellung und/oder zur Sanierung einer
Bahnstrecke nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bahnstrecken bestehen aus einem mehrschichtigen Unterbau, auf welchem sich die Gleise
befinden. Diese Gleise bestehen dabei aus den Schwellen sowie aus den Schienen. Der
mehrschichtige Unterbau besteht zunächst aus Bodenschichten. Hier handelt es sich
insbesondere um eine Planumsschutzschicht, um eine Frostschutzschicht sowie ggf. um
weitere Schichten. Auch kann ein zusätzliches Vlies vorgesehen sein. Auf diesen Bodenschichten
befindet sich dann eine Schotterschicht. Diese dient der Aufnahme des Gleises.
[0003] Bestehende Bahnstrecken müssen von Zeit zu Zeit saniert werden. Dies kann bedeuten,
daß der mehrschichtige Unterbau saniert wird. Das Gleis selbst wird dabei nicht notwendigerweise
mit erneuert. Es kann aber auch gleich miterneuert oder teilerneuert werden. Es gibt
dabei verschiedene Verfahren zum Sanieren und Erneuern von Unterbauschichten sowie
von Gleisanlagen.
[0004] Grundsätzlich werden hierfür mobile, gleisgebundene Arbeitswagen verwendet, welche
zum einen die notwendigen Baumaschinen aufnehmen und welche zum anderen für die Aufnahme
der notwendigen Materialien vorgesehen sind. Mehrere dieser Arbeitswagen werden zusammengekoppelt
und bilden insgesamt einen Arbeitszug. Dieser Arbeitszug kann dann sämtliche Arbeiten
einer aus Gleisen sowie aus einem Unterbau für die Gleise bestehenden Bahnstrecke
ausführen.
[0005] Die Erfindung geht von einem Arbeitswagen für die notwendigen Materialien aus. Benötigte
Materialien werden in diesen Arbeitswagen deponiert. Ausgebaute Materialien können
in diesen Arbeitswagen deponiert werden. Diese Arbeitswagen besitzen einen - containerartigen
- Wagenkörper, welcher auf Fahrgestellen ruht. Neben Transportbändern im Bodenbereich
können diese Arbeitswagen auch im Dachbereich in Längsrichtung sich erstreckende Bypaß-Transportbänder
aufweisen. Es kann dabei in diesem Dachbereich ein einziges Transportband oder aber
auch mehrere Transportbänder vorgesehen sein.
[0006] Das Problem bei diesen Bypaß-Förderbändern im Dachbereich besteht darin, daß diese
mit ihrem Dachgestell fest mit dem eigentlichen Wagenkörper verbunden sind. Sollte
es im Innern des Arbeitswagens zu irgendwelchen Problemen kommen, so daß beispielsweise
mittels entsprechender Maschinen der Zugang ins Innere des Wagenskörpers ermöglicht
werden muß, ist es bislang notwendig, daß die Gestellträger mit entsprechenden Schneidmaschinen
aufgetrennt, der entsprechende Bereich somit freigelegt und nach der Reparatur das
Dachgestell wieder zusammengeschweißt wird. Ein weiteres Problem besteht darin, daß
es länderspezifische Vorschriften für das Lichtraumprofil des Arbeitswagens gibt.
Dies bedeutet, daß für unterschiedliche Länder unterschiedliche Arbeitswagen zur Verfügung
gestellt werden müssen. Oder aber es wird nur ein Arbeitswagen mit dem geringsten
Lichtraumprofil zur Verfügung gestellt. Dann besteht aber der Nachteil, daß in Ländern,
wo das Lichtraumprofil eigentlich größer gestattet ist, Kapazitäten verloren gehen.
[0007] Davon ausgehend liegt der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten
Arbeitswagen zur Erstellung und/oder zur Sanierung von Bahnstrecken im Hinblick auf
die Transportmöglichkeiten im Dachbereich zu schaffen.
[0008] Die technische Lösung ist gekennzeichnet durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs
1.
[0009] Dadurch ist ein Arbeitswagen zur Erstellung und/oder zur Sanierung einer Bahnstrecke
geschaffen, welcher hinsichtlich des Dachaufbaus mit den dort befindlichen Transportbändern
sehr variabel ist. Die Grundidee besteht dabei in einer Art Modulsystem. Dies bedeutet,
daß auf einen Arbeitswagengrundkörper variabel die Dachbaueinheit bestehend aus Dachgestell
und keinem oder wenigstens einem Förderband auf einfache Weise entfernt und gegen
die gleiche Baueinheit oder durch eine andere Baueinheit ausgetauscht werden kann.
Konstruktionsmäßig sind dabei die Querträger der Dacheinheit über die gesamte Wagenlänge
als abnehmbare Querträger ausgebildet. Durch die erfindungsgemäße separate Ausbildung
der Querträgerkonstruktion des Daches bezüglich der seitlichen Bordwände oder Bordwandträgern
ist es möglich, Wechseleinheiten mit Bypaßförderbänder optional aufzubauen, und zwar
auf Standardwagen, welche in ihrer Grundversion ohne diese Bypaßförderbänder bestehen.
So kann je nach Einsatzzweck auf den Arbeitswagen eine Wechseleinheit mit 0, 1, 2
oder noch mehr Bypaßtransportbändern aufgesetzt werden. Darüber hinaus kann im Falle
einer erforderlichen Zwangsentladung die komplette Dachkonstruktion abgenommen werden.
Zur vereinfachten Anhebung der Querträgerkonstruktion (mit oder ohne Bypaß-Transportbänder)
können die Einzelquerträger mittels horizontaler Verbindungen oder über die Anbindung
an die Bypaß-Transportbänder statisch gemeinsam abgehoben und wieder aufgesetzt werden.
Vorzugsweise erfolgt die elektrische Verbindung zwischen dem eigentlichen Wagenkörper
und der Dachkonstruktion mittels automatischer Steckverbindungen. Dies bedeutet, daß
beim Abheben oder beim Aufsetzen der Baueinheit die elektrische Verbindung entweder
unterbrochen oder aber - beim Aufsetzen - hergestellt wird. Somit kann mittels einer
entkoppelbaren eingebauten Stromverbindung zwischen den Bordwänden und der Dachkonstruktion
die Anbindung von elektronischen Bauteilen (wie die Bypaß-Transportbänder, Leuchten,
Heizmodule etc.) beim Aufsetzen der Dachbaueinheit automatisiert werden.
[0010] Eine bevorzugte Weiterbildung schlägt Anspruch 2 vor, mit dem ein modulares Arbeitswagenkonzept
geschaffen wird. Es wird von einem Basis-Arbeitswagen ausgegangen, welcher mit unterschiedlichen
Dachbaueinheiten bestückt werden kann, und zwar in Abhängigkeit von unterschiedlich
vorgegebenen Lichtraumprofilen. Hierdurch ist es möglich, den eigentlichen Wagenkörper
des Arbeitswagens mit unterschiedlichen Bypaß-Transportbändern zu bestücken. Der Arbeitswagen
kann aber auch ohne die Bypaß-Transportbänder betrieben werden. Durch diesen möglichen
Wechsel mit verschiedenen Dachkonstruktionen ist gleichzeitig eine Anpassung an verschiedene
länderspezifische Lichtraumprofile oder Lademaße möglich. Es ist somit möglich, mit
dem Basis-Arbeitswagen die Wagenart auf länderspezifische Gegebenheiten anpassen zu
können, ohne daß an der Grundkonstruktion des Arbeitswagens etwas geändert werden
muß. Der Basis-Arbeitswagen wird hierbei nach dem kleinsten Länderprofil ausgelegt
und ist somit auf alle anderen Vorgabemaßnahme anpaßbar, und zwar durch einfachen
Austausch der Dachkonstruktion (mit oder ohne Bypaß-Transportbänder).
[0011] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 3 schlägt vor, daß die Baueinheit von oben her auf
den Wagenkörper aufsetzbar und anschließend fest mit dem Wagenkörper verbindbar ist.
Dies kann auf technisch einfache Weise mittels eines Krans erfolgen. Dies bedeutet,
daß der Kran nach Lösen der Befestigungseinrichtungen die Dachbaueinheit über ihre
gesamte Länge abheben kann. Nach erfolgter Reparatur oder nach einem Wechsel der Dachbaueinheit
ist es dann lediglich erforderlich, diese Dachbaueinheit wieder abzusenken und fest
mit dem eigentlichen Wagenkörper zu verbinden.
[0012] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 4 schlägt eine konstruktive Realisierung des Dachgestells
vor. Das Grundprinzip besteht darin, daß das Dachgestell hinsichtlich seines Querschnittsprofils
nach unten hin bogenförmig ausgebildet ist. Dies hat den Vorteil, daß dadurch eine
optimale Anpassung an vorgegebene Lichtraumprofile möglich ist und somit der zur Verfügung
stehende Platz optimal ausgenutzt wird. Für die Befestigung des Dachgestells am Wagenkörper
dienen schräg nach unten sich erstreckende Streben, welche über die gesamte Länge
des Dachgestells verteilt angeordnet sind. Diese Streben erfüllen zweierlei Aufgaben.
Zum einen sind auf ihnen die Aufbauten des Dachgestells befestigt, insbesondere die
Transportbänder. Zum anderen sind die bogenförmigen Streben ein wesentliches Element
für die Statik des gesamten Wagenkörpers. Denn diese bogenförmigen Streben verbinden
die eine Seitenwand des Wagenkörpers mit der anderen Seitenwand des Wagenkörpers.
Dies bedeutet, daß diese bogenförmigen Verbindungsstreben den Seitenwänden des Wagenkörpers
den notwendigen Halt geben. Diese Wirkung der Streben als eine Art Klammer ermöglicht
es in der Konsequenz, daß die Seitenwände des Wagenkörpers relativ schwach ausgebildet
werden können. Denn wird in den Wagenkörper Material eingefüllt, welches normalerweise
die Seitenwände nach außen drücken würde, wird die Spreizkraft durch die Verbindungsstreben
aufgenommen.
[0013] Eine weitere Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 5 vor, daß wenigstens eine Sensoreinrichtung
vorgesehen ist. Diese dient der Ermittlung der Füllstandshöhe von Materialien innerhalb
des Arbeitswagens.
[0014] Vorzugsweise handelt es sich dabei gemäß Anspruch 6 bei den Sensoreinrichtungen um
berührungslos arbeitende Sensoren.
[0015] Dabei kann gemäß der Weiterbildung in Anspruch 7 wenigstens eine Sensoreinrichtung
an der Unterseite des Dachgestells des Arbeitswagens angeordnet sein. Der Einbau derartiger
Sensoren, insbesondere von Ultraschallsensoren oder anderen Meßsensoren vorzugsweise
in den Querträgern der Dachkonstruktion schafft einen geschützten Einbau oberhalb
der Ladung und kann diese Ladung hinsichtlich ihrer Ladehöhe ermitteln. Dabei ist
es in einem weiteren Schritt denkbar, daß die Füllstandshöhe optisch auf der Bordwandaußenseite
beispielsweise mittels einer Lichtdarstellung oder auf einem Display angezeigt werden
kann. Die Datenübertragung erfolgt dabei entweder über eine Leitung oder aber per
Funk. Somit ist es möglich, die Füllmengen am maximalen Füllpunkt sowohl in horizontaler
Ebene als auch in relativer Höhe zu erfassen und auszuwerten. Dadurch kann die Auswertung
so gestaltet sein, daß eine direkte optische Füllstandsmessung durch entsprechendes
Bedienpersonal für die einzelnen Arbeitswagen entfallen kann.
[0016] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 8 schlägt eine spezielle Ausbildung des Bodenförderbandes
sowie des Übergabeförderbandes vor. Die Ausgangsidee besteht darin, daß das Übergabeförderband,
um Materialien von einem Arbeitswagen zum benachbarten Arbeitswagen übergeben zu können,
zweiteilig ausgebildet ist. Das Basisteil des Übergabeförderbandes verläuft horizontal
auf dem Wagenboden und kann aus- und eingefahren werden. An dieses Basisteil schließt
sich dann ein nach oben und nach unten verschwenkbarer Übergabearm an. Im Betriebszustand
ist dieses Übergabeförderband ausgefahren und der Übergabearm nach oben verschwenkt,
so daß er das Material in den benachbarten Arbeitswagen abwerfen kann. Im Nichtgebrauchszustand
(wenn beispielsweise in die umgekehrte Richtung transportiert werden soll) ist das
Übergabeförderband in den Arbeitswagen eingefahren. Zu diesem Zweck ist der Übergabearm
nach unten verschwenkt. Um dieses Einfahren des Übergabeförderbandes zu erleichtern
und platzmäßig zu realisieren, ist das Bodenförderband in diesem Endbereich des Arbeitswagens
nach oben abgeschrägt. Damit ist insgesamt eine stufenweise Steuerung des Übergabeförderbandes
im gekoppelten Zustand der Arbeitswagen ermöglicht. Hierdurch wird erreicht, daß die
Übergabeförderbänder im gekoppelten Zustand der Arbeitswagen aus- und eingefahren
werden können. Eine aufwendige Entkopplung mit Rangiertätigkeit entfällt dadurch.
Für die Bewegung des Übergabeförderbandes können ein oder mehrere Elektroteleskopzylinder
für eine exakte Kurvensteuerung des Übergabeförderbandes während der Ausfahr- und
Einfahrbewegung eingesetzt werden. Durch den Einsatz dieser Elektroteleskopzylinder
wird eine exakte Kurvensteuerung des Übergabeförderbandes ermöglicht, wobei hierbei
eine elektrische Abhängigkeit der Horizontal- und Vertikalbewegung geschaffen werden
kann.
[0017] Eine weitere Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 9 vor, daß an der Stirnseite des
Arbeitswagens ein vertikal verschiebbarer Absperrschieber für einen Container des
Arbeitswagens vorgesehen ist. Durch diesen Container-Absperrschieber wird eine öffen-
und schließbare Bordwandklappe geschaffen, mit der es möglich ist, sowohl eine Zuführung
als auch eine Abführung von Materialien (Bunkerung und Abgabe der Materialien) mit
dem Arbeitswagen möglich ist. Dies wird durch eine entsprechende Umschaltung (öffnen
oder schließen) der verschiebbaren Bordwand ermöglicht. Eine weitere Zusatzfunktion
dieses Absperrschiebers ist die Ablagemöglichkeit des Entladebandes des Übergabeförderbandes
des benachbarten Arbeitswagens.
[0018] Eine Weiterbildung hiervon schlägt gemäß Anspruch 10 vor, daß die Bewegungen des
zuvor beschriebenen Übergabeförderbandes sowie des zuvor beschriebenen Absperrschiebers
zwangsgekoppelt sind. Dadurch ist eine Kombination der Lageänderung des Container-Absperrschiebers
mit der gleichzeitigen Bewegung des Übergabeförderbandes realisiert. Hierzu werden
vorzugsweise die bereits beschriebenen Elektrozylinder verwendet. Durch diese Kombination
wird es möglich, mit den vorhandenen Stelleinheiten die Vertikalbewegung sowie Horizontalbewegung
des Übergabeförderbandes während des Ausfahrens oder während des Einfahrens mit der
Öffnungsbewegung oder Schließbewegung des Absperrschiebers zu kombinieren und zu nutzen.
Die Grundidee besteht somit darin, daß beim Ausfahren des Übergabeförderbandes gleichzeitig
der Absperrschieber geöffnet - und umgekehrt - beim Einfahren des Übergabeförderbandes
der Absperrschieber wieder in die Schließstellung zurückgeführt wird. Hierdurch sind
für sämtliche erforderlichen Schritte zur Änderung der Transportrichtung nur die Bewegungen
des Übergabeförderbandes mit den Bewegungen des Absperrschiebers zu koppeln. Eine
gesonderte Ansteuerung einerseits des Übergabeförderbandes und andererseits des Absperrschiebers
mittels zusätzlicher Stelleinrichtungen ist dadurch nicht erforderlich.
[0019] Eine weitere Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 11 vor, daß der Arbeitswagen an
allen vier Ecken Bedienstände aufweist. Somit werden zur Einsicht und zur Ansteuerung
der Arbeitswagen an allen vier Ecken des Arbeitswagens (und somit symmetrisch) Bedienstände
angebracht. Durch diese Bedienstände wird unabhängig von der logistischen Aufstellung
und dem Aufenthaltsort der Bedienungsperson eine Bedienung der entsprechenden Gerätschaften
ermöglicht. Gleichzeitig wird sowohl am abfördernden als auch am zu befüllenden Arbeitswagen
eine Bedienung und eine Einsicht ermöglicht. Dabei können diese Bedienstände in einer
Weiterbildung ausgeklappt und eingeklappt werden. Hierzu dienen entsprechende Bauteile
und Baugruppen. Dies hat den Vorteil, daß im Baustellenbereich erweiterte Lichtraumprofile
optimal genutzt werden können.
[0020] Schließlich schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 12 vor, daß in den endseitigen
Fahrgestellen Puffer vorgesehen sind. Dies hat bauliche Vorteile im Vergleich zu der
Anbrindung der Puffer bisher an der eigentlichen Wagenkonstruktion.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Arbeitswagens zur Erstellung und/oder
zur Sanierung einer Bahnstrecke wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben.
In diesen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht des Arbeitswagens;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Arbeitswagens in Fig. 1;
- Fig. 3a bis 3c
- eine Querschnittsdarstellung durch den Arbeitswagen in verschiedenen Varianten;
- Fig. 4a bis 4d
- die Situation zwischen zwei Arbeitswagen, wenn die Transportrichtung umgekehrt werden
soll;
- Fig. 5a und 5b
- der Basis-Arbeitswagen mit zwei unterschiedlichen Dachgestellen eines bestimmten Lichtraumprofils;
- Fig. 6a bis 6c
- der Basis-Arbeitswagen mit drei unterschiedlichen Dachgestellen eines anderen Lichtraumprofils;
- Fig. 7
- der Wagen in Fig. 5a mit abgehobenem Dachgestell;
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung eines Dachgestells mit einem einzigen Förderband.
[0022] Fig. 1 zeigt den Arbeitswagen mit vier Fahrgestellen 1 sowie einem darauf befindlichen
Aufbau in Form eines Wagenkörpers 2. Die endseitigen Fahrgestelle 1 des Arbeitswagens
weisen dabei jeweils Puffer 3 auf. Der Arbeitswagen ist auf dem Gleis einer Bahnstrecke
fahrbar.
[0023] Der containerartige Wagenkörper 2 weist im Bodenbereich ein in Längsrichtung sich
erstreckendes Bodenförderband 4 auf. Dieses Bodenförderband 4 ist am Ende nach oben
hin abgewinkelt.
[0024] In den beiden Endbereichen des Arbeitswagens befindet sich jeweils ein Übergabeförderband
5. Dieses Übergabeförderband 5 ist zweigeteilt, wobei die beiden Teile gegeneinander
verschwenkbar sind. Der erste Abschnitt des Übergabeförderbandes 5 ist dabei horizontal
auf dem Boden des Wagenkörpers 2 verschiebbar, während der zweite Abschnitt des Übergabeförderbandes
5 nach oben sowie nach unten verschwenkbar ist.
[0025] Weiterhin befindet sich in diesem Endbereich des Arbeitswagens jeweils ein vertikaler
Absperrschieber 6 als stirnseitige Bordwand des Containers.
[0026] Die Funktionsweise dieses Übergabeförderbandes 5 sowie des Absperrschiebers 6 ist
wie folgt:
[0027] Das Grundprinzip besteht darin, daß beim Ausfahren des Übergabeförderbandes 5 der
Absperrschieber 6 nach oben bewegt und somit die stirnseitige Öffnung des Containers
geöffnet wird. Umgekehrt, wenn das Übergabeförderband 5 eingefahren wird, wird gleichzeitig
der Absperrschieber 6 zwangsgekoppelt nach unten in die Schließstellung des Containers
übergeführt.
[0028] Fig. 4a zeigt die Situation, wenn Material von dem in der Zeichnung rechten Arbeitswagen
auf den in der Zeichnung linken Arbeitswagen transportiert wird. In dieser Situation
befindet sich der Absperrschieber 6 des rechten Arbeitswagens in der oberen Öffnungsposition
des Containers. Gleichzeitig befindet sich das Übergabeförderband 5 in der ausgefahrenen
Arbeitsstellung. Dabei liegt der zweite, nach oben abgewinkelte Abschnitt des Übergabeförderbandes
5 auf dem Absperrschieber 6 des linken Arbeitswagens auf.
[0029] Das Übergabeförderband 5 und der Absperrschieber 6 sind dabei bewegungsmäßig zwangsgekoppelt.
Zu diesem Zweck ist auf dem zweiten Abschnitt des Übergabeförderbandes 5 ein Schlitten
7 verfahrbar. Dieser steht über eine elektrische Teleskopeinrichtung 8 mit dem Absperrschieber
6 in Verbindung. Diese Teleskopeinrichtung 8 dient der Verschwenkbewegung des zweiten
Abschnittes des Übergabeförderbandes 5. Eine zweite Antriebseinrichtung ist dem Absperrschieber
6 zugeordnet.
[0030] Fig. 4b zeigt die Situation, wenn der erste Abschnitt des Übergabeförderbandes 5
ein gewisses Stück eingefahren ist, wenn weiterhin über die Teleskopeinrichtung 8
der zweite Abschnitt des Übergabeförderbandes 5 etwas nach unten verschwenkt ist und
wenn schließlich der Absperrschieber 6 sich ein kleines Stück nach unten bewegt hat.
Diese Bewegungen sind über die entsprechenden Antriebe computergesteuert miteinander
gekoppelt.
[0031] Fig. 4c zeigt die Situation, wenn sich der zweite Abschnitt des Übergabeförderbandes
5 in seiner horizontalen Endstellung befindet und gleichermaßen der Absperrschieber
6 an der Stirnseite des Containers seine untere Endstellung erreicht hat.
[0032] In Fig. 4d ist das Übergabeförderband 5 komplett in den rechten Arbeitswagen eingefahren.
In einem entsprechenden umgekehrten Bewegungsablauf ist beim linken Arbeitswagen das
Übergabeförderband 5 ausgefahren, und der zugehörige Absperrschieber 6 befindet sich
in der oberen Position.
[0033] Während somit in Fig. 4a die Situation dargestellt ist, wenn in der Zeichnung der
Materialfluß von rechts nach links erfolgt, ist in Fig. 4d dargestellt, wenn der Materialfluß
in der Zeichnung von links nach rechts erfolgt. Somit sind aufgrund der zwangsgekoppelten
Bewegungen einerseits des Übergabeförderbandes 5 und andererseits des Absperrschiebers
6 eine automatische Transportumkehr zwischen den Arbeitswagen möglich.
[0034] Fig. 3a zeigt, daß sich auf dem eigentlichen Wagenkörper 2 im Dachbereich eine baulich
separate Baueinheit 9 befindet. Diese Baueinheit 9 besitzt zunächst ein Dachgestell
10 mit Querträgern. Auf diesem Dachgestell 10 erstreckt sich in Längsrichtung des
Arbeitswagens ein Transportband 11.
[0035] Fig. 3b zeigt die gleiche Situation, jedoch mit dem Unterschied, daß hier zwei Transportbänder
11 nebeneinander vorgesehen sind.
[0036] Fig. 3c zeigt die modulartige Baueinheit 9 mit ihrem Dachgestell 10 sowie den beiden
Transportbändern 11, nachdem sie von dem eigentlichen Wagenkörper 2 abgehoben worden
ist. Zuvor sind die entsprechenden Befestigungseinrichtungen zwischen dem Dachgestell
10 und dem eigentlichen Wagenkörper 2 gelöst worden.
[0037] Diese Baueinheit 9 kann durch eine entsprechende Baueinheit 9 ersetzt werden. Es
ist aber auch möglich, daß eine modifizierte Baueinheit 9 statt der alten Baueinheit
9 aufgesetzt wird, wenn diese beispielsweise ein anderes Lichtraumprofil besitzt,
je nach länderspezifischen Vorgaben. Es ist lediglich notwendig, daß die neue Baueinheit
9 von oben auf das entsprechende Gestell des Wagenkörpers 2 aufgesetzt wird. Die Befestigung
erfolgt dann beispielsweise mittels Schrauben oder Spannverschlüssen oder auf andere
Art und Weise. Wesentlich dabei ist, daß es sich um eine lösbare Verbindung handelt,
so daß das Bauelement 9 problemlos entfernt werden kann.
[0038] Weiterhin ist in den Fig. 3a bis 3c erkennbar, daß an der Unterseite des Dachgestells
1 an den Querstreben Sensoreinrichtungen 12 in Form von Ultraschallsensoren oder anderen
Meßsensoren angeordnet sind. Diese Sensoreinrichtungen 12 ermitteln den Füllstand
innerhalb des Containers.
[0039] Ein weiteres Merkmal ist, daß sich an den vier Ecken des Arbeitswagens Bedienstände
befinden können.
[0040] Die Fig. 5a und 5b zeigen noch einmal das Prinzip des erfindungsgemäßen Arbeitswagens.
Es ist ein Basis-Arbeitswagen bestehend aus Fahrgestellen 1 sowie einem darauf angeordneten
containerartigen Wagenkörper 2 vorgesehen. Auf diesem Basis-Arbeitswagen ist ein Dachgestell
10 aufgesetzt, welches ein in Längsrichtung sich erstreckendes Transportband 11 aufweist.
[0041] Fig. 7 zeigt die Situation, wenn das Dachgestell 10 abgehoben ist. Dieses Dachgestell
10 ist noch einmal in Fig. 8 separat perspektivisch dargestellt.
[0042] Das Grundprinzip bei diesem Dachgestell 10 besteht darin, daß in Querrichtung verlaufende
Streben 13 vorgesehen sind, welche nach unten gebogen sind. Diese Streben 13 bilden
quasi die Fortsetzung der Wand des Wagenkörpers 2 hinsichtlich der Querschnittskontur.
Die Streben 13 des Dachgestells 10 werden auf entsprechende Gegenelemente des Wagenkörpers
2 aufgesetzt und mit diesen verbunden. Dabei bilden das Dachgestell 10 bzw. dessen
Streben 13 zusammen mit den seitlichen Wagenwänden des Wagenkörpers 2 eine statische
Einheit dahingehend, daß das Dachgestell 10 die beiden Seitenwände in der Art einer
Klammer miteinander verbindet und dadurch verhindert, daß beispielsweise bei einer
Beladung die Seitenwände des Wagenkörpers 2 nach außen gespreizt werden.
[0043] Fig. 5b geht von dem gleichen Basis-Arbeitswagen aus. Der Unterschied zu Fig. 5a
besteht darin, daß das Dachgestell 10 hier kein Transportband aufweist. Das Dachgestell
10 hat hier ebenfalls die Funktion der statischen Verbindung der beiden Seitenwände
des Wagenkörpers 2.
[0044] Die Fig. 6a bis 6c zeigen die Situation bei einem veränderten Lichtraumprofil. Hier
sind ebenfalls Dachgestelle 10 vorgesehen, welche jedoch vom Lichtraumprofil her anders
ausgebildet sind als die Dachgestelle 10 der Fig. 5a und 5b. Fig. 6a zeigt, daß das
Dachgestell zwei zueinander parallele Transportbänder 11 aufweist, wohingegen Fig.
6b ein Dachgestell 10 zeigt, welches nur ein einziges Transportband 11 aufweist. Fig.
6c schließlich zeigt ein Dachgestell 10 ohne Transportband.
[0045] Das Grundprinzip besteht somit darin, daß man dieses System mit den unterschiedlichen
Dachgestellen 10 an unterschiedliche Lichtraumprofile anpassen kann. Dabei lassen
die Zeichnungen auch die Stummel erkennen, die als Anbindungselemente für die verschiedenen
Dachgestelle 10 genutzt werden. Die Streben 13 bzw. Arme der Dachgestelle 12 legen
sich dabei um diese Stummel und können dann mit diesen verschraubt werden.
[0046] Es ist denkbar, daß es zu jedem Transportband noch Sonderausführungen wie beispielsweise
eingekürzte Bänder gibt, die über die Abwurfposition im Wagenkörper 2 enden, um den
Arbeitswagen direkt vom Bypaßband aus zu befüllen. Auch sind Transportbänder denkbar,
welche der Beschickung von Siebeinrichtungen im Wagen dienen.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Fahrgestell
- 2
- Wagenkörper
- 3
- Puffer
- 4
- Bodenförderband
- 5
- Übergabeförderband
- 6
- Absperrschieber
- 7
- Schlitten
- 8
- Teleskopeinrichtung
- 9
- Bauelement
- 10
- Dachgestell
- 11
- Transportband
- 12
- Sensoreinrichtung
- 13
- Strebe
1. Arbeitswagen zur Erstellung und/oder zur Sanierung einer Bahnstrecke,
mit einem, auf Fahrgestellen (1) ruhenden Wagenkörper (2),
dadurch gekennzeichnet,
daß ein, zum eigentlichen Wagenkörper (2) separates Dachgestell (10) vorgesehen ist,
welches als eigenständige Baueinheit (9) während des Betriebs des Arbeitswagens immer,
ansonsten jedoch lösbar am eigentlichen Wagenkörper (2) befestigt ist und welches
alternativ kein oder wenigstens ein in Längsrichtung des Arbeitswagens sich erstreckendes
Transportband (11) aufweist.
2. Arbeitswagen nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß entsprechend dem vorgesehenen länderspezifischen Einsatzgebiet des Arbeitswagens
der Wagenkörper (2) als standardmäßiger Basis-Arbeitswagen nach dem kleinsten zulässigen
länderspezifischen Lichtraumprofil ausgelegt ist und
daß in einem Modulsystem entsprechend den zulässigen länderspezifischen Lichtraumprofilen
variabel unterschiedliche Dachgestelle (10) mit entsprechenden Lichtraumprofilen vorgesehen
sind, welche bedarfsweise auf dem Wagenkörper (2) anordenbar sind.
3. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Baueinheit (9) von oben her auf den Wagenkörper (2) aufsetzbar und anschließend
fest, jedoch wieder lösbar mit dem Wagenkörper (2) verbindbar ist.
4. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dachgestell (10) in seinem Querschnittsprofil nach unten hin bogenförmig ausgebildet
ist,
wobei über die Länge des Dachgestells (10) verteilt quer zur Längserstreckung des
Dachgestells (10) schräg nach unten sich erstreckende Streben (13) vorgesehen sind,
welche lösbar mit dem Wagenkörper (2) verbindbar sind.
5. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Sensoreinrichtung (12) zum Ermitteln des Füllstandes von Materialien
im Arbeitswagen vorgesehen ist.
6. Arbeitswagen nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Sensoreinrichtung (12) berührungslos arbeitet.
7. Arbeitswagen nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Sensoreinrichtung (12) an der Unterseite des Dachgestells (10)
des Arbeitswagens angeordnet ist.
8. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen ein in Längsrichtung verlaufendes Bodenförderband (4) aufweist und
daß an wenigstens einem Ende des Bodenförderbandes (4) ein aus- und einfahrbares sowie
nach oben verschwenkbares Übergabeförderband (5) vorgesehen ist,
wobei in dem Bereich des Bodenförderbandes (4), wo das Übergabeförderband (5) eingefahren
wird, das Bodenförderband (4) nach oben hin geneigt ist.
9. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Stirnseite des Arbeitswagens ein vertikal verschiebbarer Absperrschieber (6)
für einen Container des Arbeitswagens vorgesehen ist.
10. Arbeitswagen nach den Ansprüchen 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung des Aus- und Einfahrens des Übergabeförderbandes (5) mit der Bewegung
des Schließens und Öffnens des Absperrschiebers (6) zwangsgekoppelt ist.
11. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitswagen an allen vier Ecken Bedienstände aufweist.
12. Arbeitswagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den endseitigen Fahrgestellen (1) Puffer (3) vorgesehen sind.