[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ansteuern eines Rollenwechselvorgangs
bei einem Warenbahn-Abwickler einer Verarbeitungsmaschine nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Obwohl nachfolgend hauptsächlich auf Druckmaschinen und deren Rollenwechsler sowie
Steuerungen Bezug genommen wird, ist die Erfindung nicht darauf beschränkt, sondern
vielmehr bei allen Arten von bahnverarbeitenden Maschinen verwendbar, bei denen ein
Rollenwechsel stattfindet. Die Erfmdung ist aber insbesondere bei Druckmaschinen,
wie z.B. Zeitungsdruckmaschinen, Akzidenzdruckmaschinen, Tiefdruckmaschinen, Verpackungsdruckmaschinen
oder Wertpapierdruckmaschinen, sowie bei Verarbeitungsmaschinen, wie z.B. Beutelmaschinen,
Briefumschlagsmaschinen oder Verpackungsmaschinen, einsetzbar. Die Warenbahn kann
aus Papier, Stoff, Pappe, Kunststoff, Metall, Gummi, in Folienform usw. ausgebildet
sein.
Stand der Technik
[0003] Im Stand der Technik sind warenbahnverarbeitende Maschinen, wie z.B. Druckmaschinen,
bekannt, bei denen die Abwickeleinrichtung einen Rollenwechsler aufweist, um eine
zur Neige gehende erste Rolle während des Betriebs durch eine frische zweite Rolle
zu ersetzen. Der Wechsel findet entweder "fliegend" statt, d.h. erste und zweite Rolle
rotieren und werden dabei verbunden, üblicherweise mittels eines auf der zweiten Rolle
vorgesehenen Klebestreifens verklebt, oder im Stillstand, d.h. erste und zweite Rolle
stehen, während sie verbunden werden. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist im zweiten
Fall ein Warenbahnspeicher vorhanden, der während des Verbindungsvorgangs geleert
wird.
[0004] Eine Abwickeleinrichtung für einen fliegenden Rollenwechsel ist bspw. in der
DE 26 19 236 A1 beschrieben. Der Rollenwechsel wird in Abhängigkeit vom Durchmesser der zur Neige
gehenden Rolle gesteuert. Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese Art der Ansteuerung
nicht immer zu einem optimalen Ergebnis führt.
[0005] Es ist daher wünschenswert, den Rollenwechsel so zu verbessern, dass er möglichst
wenig negativen Einfluss auf die Bahnverarbeitung hat.
Offenbarung der Erfmdung
[0006] Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Ansteuern eines Rollenwechselvorgangs bei
einem Warenbahn-Abwickler einer Verarbeitungsmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie
der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteile der Erfindung
[0007] Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass die Position der Verbindungs-, insbesondere
Klebestelle, auf der Warenbahn gezielt und automatisch vorgegeben werden kann, um
nachfolgende Verarbeitungsvorgänge nicht negativ zu beeinflussen. Die Verbindungsstelle
der beiden Warenbahnen ist sowohl dicker als eine einzelne Bahn als auch üblicherweise
mit einem Kleber verunreinigt. In der Folge können bestimmte Verarbeitungseinrichtungen
gestört werden, bspw. kann ein Schneidmesser mit Kleber verunreinigt werden, Druck-
oder Trocknungsvorgänge werden nicht richtig durchgeführt usw. Erfindungsgemäß kann
erreicht werden, dass die Verbindungsstelle der Warenbahnen die wenigstens eine Verarbeitungseinrichtung
zu einem erwünschten Zeitpunkt erreicht. Der erwünschte Zeitpunkt kann so vorgegeben
werden, dass die Verbindungsstelle der Warenbahnen nicht von dem wenigstens einem
Verarbeitungsvorgang betroffen wird oder dass die Verbindungsstelle der Warenbahnen
die wenigstens eine Verarbeitungseinrichtung zumindest nicht zu einem unerwünschten
Zeitpunkt erreicht.
[0008] Im Stand der Technik wird die Lage der Verbindungsstelle nicht relativ zu einer Verarbeitungseinrichtung
betrachtet bzw. beeinflusst, d.h. die Lage ist beliebig. Dies führt dazu, dass die
Verbindungsstelle zu jedem Zeitpunkt die Verarbeitungseinrichtung passieren kann,
was u.U. nachteilig für den Bearbeitungsprozess ist. Beispielsweise kann passieren,
dass der Klebestreifen durch Kleberablagerungen ein Schnittmesser verklebt. Es kann
ebenso durch eine dickere Warenbahn im Bereich des Klebestreifens zu Transportstörungen
kommen, wenn bspw. eine Verarbeitungseinrichtung in einem Bereich ihres Umfangs einen
größeren Durchmesser hat und dadurch eine stärkere Klemmung der Warenbahn auftritt.
[0009] Die Erfindung stellt ein Verfahren bereit, mit dem die Verbindungsstelle automatisch
so gesetzt wird, dass sie nachfolgende Verarbeitungsvorgänge nicht oder möglichst
wenig beeinflusst. Dies wird vorzugsweise durch eine Veränderung der Warenbahnlänge
zwischen dem Abwickler, hier meist einer Klebewalze, und der kritischen Verarbeitungseinrichtung
und/oder durch Veränderung des Verbindungszeitpunktes erreicht. Die Klebewalze bestimmt
den Klebeort, d.h. den Ort innerhalb des Abwicklers, an dem die Warenbahnen verklebt
werden. Die Kombination aus Veränderung der Warenbahnlänge und Veränderung des Verbindungszeitpunktes
ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Rollenumfang der neuen, zweiten Rolle
variabel ist. Ist der Umfang der neuen Rolle ein Vielfaches des Druckformates, kann
es passieren, dass man nach einer oder mehrerer Umdrehungen der neuen Rolle weiterhin
eine problematische Klebeposition erhält (Verschiebung ist nicht groß genug, da z.B.
die Umfänge von neuer Rolle und Bearbeitungsachse sich kaum unterscheiden). In diesem
Falle kann durch eine zusätzliche Änderung der Warenbahnlänge Abhilfe geschaffen werden.
[0010] Die Warenbahnlänge wird vorzugsweise durch eine Warenbahnverlängerungseinrichtung
verändert, insbesondere indem eine Tänzerposition (z.B. Tänzerlagesollwert) und/oder
der Füllungsgrad eines Warenspeichers verändert werden. Der Tänzer und/oder der Warenbahnspeicher
können einen oder mehrere Tänzer, Umschlingungseinrichtungen (bspw. S-Umschlingung)
u.ä. umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann eine vorhandene Klebewalze verschoben
werden, um dadurch eine Änderung des Aufsetzpunktes der Klebewalze und damit der Position
der Verbindungsstelle zu bewirken.
[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann der Zeitpunkt des Verbindens
in Abhängigkeit von dem wenigstens einen Verarbeitungsvorgang eingestellt werden,
wobei der Zeitpunkt des Verbindens zweckmäßigerweise durch eine Verzögerung des Verbindens
um eine oder mehrere Umdrehungen der zweiten Rolle eingestellt wird. Hierdurch kann
die Erfindung besonders einfach umgesetzt werden, ohne dass bspw. ein mechanischer
Umbau erforderlich wäre. Die Erfindung kann so auch in bereits bestehenden Anlagen
implementiert werden.
[0012] Als einzustellende Warenbahnlänge wird zweckmäßigerweise die Länge zwischen dem Abwickler
bzw. der Klebewalze und der ersten (formathaltigen) Verarbeitungseinrichtung betrachtet,
auch wenn diese nicht die kritische Verarbeitungseinrichtung ist, da dieser Abschnitt
einfach zu betrachten und aufgrund oftmals bereits vorhandener Einrichtungen, wie
z.B. Tänzer, auch einfach einzustellen ist. Weiterhin ändert sich bei einer Veränderung
dieser Warenbahnlänge auch die Warenbahnlänge zwischen Abwickler bzw. Klebewalze und
der kritischen Verarbeitungseinrichtung. Im Allgemeinen kann jedoch auch die Warenbahnlänge
zwischen Abwickler bzw. Klebewalze und einer beliebigen formathaltigen Bearbeitungsstation
betrachtet und eingestellt werden. Die Ermittlung der Warenbahnlänge muss nicht zwingend
zwischen der Klebewalze und einer kritischen Bearbeitungsachse bestimmt werden. In
dem Falle, dass weitere Verarbeitungseinrichtungen in einer festen bzw. bekannten
Winkelbeziehung zur kritischen Verarbeitungseinrichtung stehen, kann auch die Warenbahnlänge
zwischen der Klebewalze und der anderen Verarbeitungseinrichtung als Kriterium verwendet
werden. Beispielsweise ist die Längenermittlung zwischen Klebewalze und einem weit
entfernt liegendem Falz komplizierter als die Längenermittlung zwischen Klebewalze
und dem ersten Druckwerk. Dadurch, dass der Falz immer eine feste Winkelbeziehung
zum Druckwerk besitzt (er muss den Druck auf der Warenbahn an einer festen Position
schneiden), kann die leichter zu ermittelnde Warenbahnlänge zum Druckwerk verwendet
werden.
[0013] Die Position der Verbindungsstelle kann bei einem Rollenwechsel im Stillstand auch
dadurch verändert werden, dass die Geschwindigkeit der alten Rolle derart temporär
verändert wird, dass dadurch die Position der Tänzerwalze innerhalb des Bahnspeichers
verändert wird. Hierdurch werden der Füllungsgrad des Bahnspeichers und damit die
effektive Länge der Warenbahn zwischen Klebewalze und kritischer Verarbeitungseinrichtung
zum Zeitpunkt des Erreichens des Stillstandes der alten Rolle verändert. Anhand der
der dann vorhandenen Warenbahnlänge und z.B. der Winkelposition der kritischen Verarbeitungseinrichtung
kann bestimmt werden, ob sich ein kritischer Verarbeitungsvorgang ergeben würden.
[0014] Eine erfindungsgemäße Recheneinheit, z.B. ein Steuergerät einer Druckmaschine, ist,
insbesondere programmtechnisch, dazu eingerichtet, ein erfindungsgemäßes Verfahren
durchzuführen.
[0015] Auch die Implementierung der Erfmdung in Form von Software ist vorteilhaft, da dies
besonders geringe Kosten ermöglicht, insbesondere wenn eine ausführende Recheneinheit
noch für weitere Aufgaben genutzt wird und daher ohnehin vorhanden ist. Geeignete
Datenträger zur Bereitstellung des Computerprogramms sind insbesondere Disketten,
Festplatten, Flash-Speicher, EEPROMs, CD-ROMs, DVDs u.a.m. Auch ein Download eines
Programms über Computernetze (Internet, Intranet usw.) ist möglich.
[0016] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfmdung ergeben sich aus der Beschreibung
und der beiliegenden Zeichnung.
[0017] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfmdung zu verlassen.
[0018] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Figurenbeschreibung
[0019]
- Figur 1
- zeigt eine grob schematische Darstellung einer Verarbeitungsmaschine mit einem Rollenwechsler
zur Verwendung mit einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung; und
- Figur 2
- zeigt schematisch die geometrischen Größen zur Bestimmung eines geeigneten Verbindungszeitpunktes.
[0020] In den Figuren 1 und 2 sind gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen
und werden im Folgenden nur einmal erläutert.
[0021] In Figur 1 ist ein Ausschnitt einer Verarbeitungsmaschine für eine Warenbahn 113
grob schematisch dargestellt und insgesamt mit 100 bezeichnet. Die Verarbeitungsmaschine
100 umfasst u.a. einen Rollenwechsler 110, der an einem nicht gezeigten Schwenkarm
zwei rotierbare, antreibbare Rollen 111 und 112 trägt. Von der ersten Rolle 111 wird
die erste Warenbahn 113 abgewickelt und der Verarbeitung zugeführt. Die zweite Rolle
112 zweiten Rolle trägt eine aufgewickelte zweite Warenbahn als Ersatz und wird der
Verarbeitung zugeführt, rechtzeitig bevor die erste Rolle 111 leer ist.
[0022] Dazu wird die zweite Rolle 112 mit einem Klebestreifen 114 versehen und auf die Umfangsgeschwindigkeit
der ersten Rolle 111 gebracht. Zum Verbindungszeitpunkt wird eine Klebewalze 115 angestellt,
um die Warenbahn 113 auf die Rolle 112 zu drücken. Der Klebestreifen verbindet dann
beim darauffolgenden Erreichen der Klebewalzenposition die erste mit der zweiten Warenbahn,
so dass die zweite Warenbahn zusammen mit der ersten Warenbahn der Verarbeitung zugeführt
wird. Kurz danach wird die erste Warenbahn mittels eines ebenfalls vorgesehenen Schneidmessers
116 abgetrennt, so dass die erste Rolle 111 ersetzt werden kann.
[0023] Die Verarbeitungseinrichtung umfasst in ihrem Einzugsbereich weiterhin einen üblicherweise
vorgesehenen Tänzer 117 sowie in Ausgestaltung der Erfindung eine Warenbahnverlängerungseinrichtung
118, die hier als S-Umschlingung ausgebildet ist. Es sei bemerkt, dass auch der Tänzer
117 eine Warenbahnverlängerungseinrichtung darstellt.
[0024] Als Verarbeitungseinrichtungen sind rein beispielhaft ein Druckwerk 120 und eine
Falzeinrichtung 130 vorgesehen.
[0025] Alle Aggregate des Wicklers 110 und/oder der Verarbeitungsmaschine 100 werden zweckmäßigerweise
von einer erfindungsgemäß programmtechnisch dazu eingerichteten Steuerung 150 angesteuert.
[0026] Im Rahmen der Erfindung werden zwei prinzipielle Möglichkeiten offenbart, um die
Position der Verbindungstelle zwischen erster und zweiter Warenbahn so anzuordnen,
dass eine negative Beeinflussung eines oder mehrerer Verarbeitungseinrichtungen vermieden
wird.
[0027] Sei im vorliegenden Beispiel angenommen, dass der Klebevorgang so in Abhängigkeit
von dem Falzvorgang durchgeführt werden soll, dass das Falzmesser nicht in die Klebestelle
schneidet.
[0028] Betrachtet wird zunächst die Warenbahnlänge zwischen dem Aufsetzpunkt der Klebewalze
115 und der Falzposition (Winkelposition) der Falzeinrichtung 130. Eine Möglichkeit
ist, diese Länge so zu gestalten, dass sie nicht genau ein Vielfaches der Formatlänge
ist. Als Formatlänge wird die Länge zwischen zwei Falzmessereingriffen bezeichnet.
Weiterhin wird bei dieser Länge zweckmäßigerweise auch eine Longitudinalerstreckung
der Klebestelle berücksichtig.
[0029] Sind bspw. der Abstand der Klebewalze 115 von der Falzeinrichtung 130 zu dem Zeitpunkt,
zu dem das Falzmesser gerade in Eingriff mit der Warenbahn steht, 8 m, die Formatlänge
1 m und die Longitudinalerstreckung der Klebestelle 10 cm, würde bereits eine Längenänderung
von 20 cm verhindern, dass die Klebestelle vom Falzmesser getroffen wird.
[0030] Die Warenbahnlänge kann dabei in bevorzugter Ausgestaltung durch Veränderung des
Tänzerlageregler-Sollwertes, durch Verstellung der S-Umschlingung 118 und/oder durch
Verschiebung des Klebeortes durch Verschiebung der Klebewalze 115 verändert werden.
Diese Variante der Warenbahnlängenänderung ist besonders sinnvoll anwendbar, wenn
eine Stillstandsklebung verwendet wird, da dann die Warenbahnlänge zwischen Klebepunkt
und betroffener Verarbeitungseinrichtung einfach ermittelbar ist. Auch kann im Falle
der Stillstandsklebung der Zeitpunkt des Anhaltens verändert werden (z.B. durch eine
niedrigere Verzögerung der alten Rolle). Zusätzlich kann nach dem Anhalten ggfs. nochmals
eine kurze Bewegung der alten Rolle durchgeführt werden, wodurch sich dann ebenfalls
die effektive Warenbahnlänge zwischen Klebewalze und (Winkel-)Position der kritischen
Bearbeitungsachse verändert.
[0031] Für den Fall eines fliegenden Rollenwechsels bietet sich eine Veränderung des Klebezeitpunkts
an. Betrachtet wird hierbei die Warenbahnlänge zwischen Aufsetzpunkt der Klebewalze
115 und der Falzposition (Winkelposition) der Falzeinrichtung 130, Umfang U
1 der neuen Rolle 112, Winkelposition f
1 des Klebestreifens 114 auf der neuen Rolle 112, Umfang U
2 der Falzeinrichtung 130 und Winkelposition f
2 der Falzeinrichtung 130, wie es in Figur 2 ersichtlich ist.
[0032] Die effektive Warenbahnlänge L
eff ergibt sich dabei beispielsweise zu:

mit L: Warenbahnlänge zw. Aufsetzpunkt Klebewalze 115 und Falzeinrichtung 130
[0033] Sofern die effektive Warenbahnlänge L
eff ein Vielfaches des Druckformates ist (mit Berücksichtigung der Klebestellenbreite)
und dadurch die Klebung zu einem ungeeigneten Augenblick die Bearbeitungsachse passieren
würde, kann z.B. erst bei der nächsten oder einer späteren Umdrehung der neuen Rolle,
d.h. bei einem späteren möglichen Klebezeitpunkt die Klebung durchgeführt werden.
[0034] Da L
eff konstant ist, verschiebt sich durch Verzögerung des Klebezeitpunktes um n Umdrehungen
der neuen Rolle 112 der Winkel f
2 (f
2 wird zu f
2korr) für die Falzeinrichtung 130 (f
1 für die neue Rolle ist wieder an der gleichen Stelle)

und

[0035] Bei f
2korr wird sinnvollerweise zusätzlich noch eine Modulokorrektur auf 2p (360 Grad) durchgeführt,
d.h. f
2korr liegt zwischen 0 und 2p (360 Grad). Die Differenz zwischen f
2 und f
2korr entspricht der Verschiebung der Klebestelle an der Verarbeitungseinrichtung weiterer
Umdrehungen der neuen Rolle 112.
1. Verfahren zum Ansteuern eines Rollenwechselvorgangs bei einem Warenbahn-Abwickler
einer Verarbeitungsmaschine mit einer Anzahl von Verarbeitungseinrichtungen (120,
130) zur Verarbeitung einer Warenbahn (113), wobei für den Rollenwechsel eine auf
einer zweiten Rolle (112) aufgewickelte zweite Warenbahn mit einer sich in der Verarbeitung
befmdlichen ersten Warenbahn (113) verbunden, insbesondere verklebt, wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verbinden so in Abhängigkeit von wenigstens einem Verarbeitungsvorgang einer
(130) der Anzahl von Verarbeitungseinrichtungen automatisch durchgeführt wird, dass
die Verbindungsstelle der Warenbahnen die wenigstens eine Verarbeitungseinrichtung
(130) zu einem erwünschten Zeitpunkt erreicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der erwünschte Zeitpunkt so vorgegeben wird, dass
die Verbindungsstelle der Warenbahnen nicht von dem wenigstens einem Verarbeitungsvorgang
betroffen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Zeitpunkt des Verbindens in Abhängigkeit
von dem wenigstens einen Verarbeitungsvorgang eingestellt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Zeitpunkt des Verbindens durch eine Verzögerung
des Verbindens um eine oder mehrere Umdrehungen der zweiten Rolle (112) eingestellt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die effektive Warenbahnlänge
von dem Warenbahn-Abwickler (110; 116) bis zu der wenigstens einen Verarbeitungseinrichtung
(120, 130) in Abhängigkeit von dem wenigstens einen Verarbeitungsvorgang eingestellt
wird.
6. Verfahren nach Anspruch nach 5, wobei die Warenbahnlänge durch Verstellung einer Warenbahnverlängerungseinrichtung
(117, 118) eingestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch nach 5 oder 6, wobei die Warenbahnlänge durch Verstellung
der Position einer Klebewalze (115) eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die effektive Warenbahnlänge
unter Berücksichtigung einer Longitudinalerstreckung der Verbindungsstelle so eingestellt
wird, dass sie kein Vielfaches des Verarbeitungsformates ist.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei in die effektive Warenbahnlänge
die Warenbahnlänge zwischen Klebeort einer Klebewalze (115) und der Verarbeitungseinrichtung
(130) sowie eine Winkelposition (f2) des Verarbeitungsvorgangs der Verarbeitungseinrichtung (130) eingeht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei in die effektive Warenbahnlänge weiterhin ein Umfang
(U1) der zweiten Rolle (112), eine Winkelposition (f 1) eines Klebestreifens (114) auf der zweiten Rolle (112) und ein Umfang (U2) der Verarbeitungseinrichtung (130) eingehen.
11. Recheneinheit, die dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der vorstehenden
Ansprüche durchzuführen.