[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein Verfahren zum
Befüllen von Behältnissen mit Flüssigkeiten. Derartige Vorrichtungen und Verfahren
sind aus dem Stand der Technik seit langem bekannt. So sind beispielsweise Fülleinrichtungen
bekannt, welche eine Vielzahl von Füllelementen aufweisen, die beispielsweise an einem
Füllrad angeordnet sind und die jeweils die an ihnen angeordneten Behältnisse mit
Flüssigkeit befüllen. Dabei sind auch Verfahren zur Steuerung der jeweiligen Füllelemente
aus dem Stand der Technik bekannt. So ist es beispielsweise bekannt, dass die einzelnen
Füllelemente zeitgesteuert die Dosierung der flüssigen Produkte vornehmen. Auch wäre
eine beispielsweise gewichtsabhängige Steuerung in Abhängigkeit von einem bereits
erreichten Füllgewicht möglich.
[0002] Bei Abfüllprozessen ist es nicht möglich, die Einflussgrößen auf den Füllvorgang
konstant zu halten. Während des Füllvorgangs treten Schwankungen des Kesselniveaus,
Temperaturschwankungen des Produktes, Arbeitsdruckeinbrüche und verschiedene Füllerdrehzahlen
auf.
[0003] Aus der
WO 97/00224 ist ein Verfahren zum Befüllen von Behältern mit einer unter Druck stehenden Flüssigkeit
bekannt. Dabei wird der Druck einer Flüssigkeit gemessen und einer Steuereinrichtung
zugeleitet, welche aus dem gemessenen Druck der Flüssigkeit und der abzufüllenden
Sollfüllmenge das Füllventil mittels eines Ansteuersignales ansteuert. Weiterhin berechnet
die Steuereinrichtung die tatsächlich abgefüllte Füllmenge aus einer Aufsummierung
von Teilvolumina, welche sich unter Berücksichtig des jeweils gemessenen Drucks der
Flüssigkeit, den Zeitabständen zwischen den einzelnen Druckmessungen und einer Druck/Durchflusskenncharakteristik
des Füllventils ergeben.
[0004] Die
WO 2005/080202 A1 beschreibt eine Füllmaschine mit zeitgesteuerten Dosierventilen. Dabei ist wenigstens
ein Leitventil vorgesehen, welches eine Durchflussmesseinrichtung aufweist, welche
mit einer Computereinheit verbunden ist, welche die Zeit für die Befüllung berechnet.
Auf Basis dieser Durchflussmesseinrichtung bzw. der von dieser ausgegebenen Daten
werden die weiteren Füllventile der Anlage gesteuert.
[0005] Bei dieser Vorgehensweise hat es sich als problematisch erwiesen, dass die einzelnen
Füllventile oft voneinander abweichen und daher die aus dem Stand der Technik bekannten
Steuerungsverfahren eine derartige Abweichung der Ventile untereinander nicht berücksichtigen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur zeitgesteuerten
Dosierung von flüssigen Produkten zur Verfügung zu stellen, welches auch Unterschiedlichkeiten
der einzelnen Füllelemente bzw. Ventile berücksichtigt. Dies wird erfindungsgemäß
durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung nach Anspruch 9 erreicht.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Befüllen von Behältnissen mit Flüssigkeiten,
werden die Behältnisse mittels einer Vielzahl von steuerbaren Füllelementen befüllt
und die Flüssigkeit wird diesen Füllelementen ausgehend von einem für die Füllelemente
gemeinsamen Reservoir zum Vorhalten der Flüssigkeit zugeführt. Dabei werden die Behältnisse
während der Befüllung wenigstens abschnittsweise entlang einer kreisförmigen Bahn
transportiert und die Befüllung der Behältnisse durch wenigstens ein Füllelement in
Abhängigkeit von wenigstens einem für die in dem Reservoir befindliche Flüssigkeit
charakteristischen ersten Parameter gesteuert. Dieser Parameter wird dabei während
des Füllvorgangs in vorgegebenen Zeitabständen wiederholt bestimmt.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Befüllung der Behältnisse durch wenigstens ein zweites Füllelement
ebenfalls in Abhängigkeit von dem für die in dem Reservoir befindliche Flüssigkeit
charakteristischen Parameter gesteuert, wobei für die Steuerung wenigstens eines Füllelements
zusätzlich wenigstens ein für dieses Füllelement charakteristischer Parameter berücksichtigt
wird. Insgesamt wird daher bevorzugt ein Zeitfüllverfahren durchgeführt.
[0009] Es wird daher zunächst vorgeschlagen, dass bei der Abfüllung der flüssigen Produkte
eine inkrementelle Abfrage der Einflussgrößen des Abfüllvorgangs durchgeführt wird.
Da jedoch die einzelnen Füllelemente untereinander nicht vollständig identisch sind
und auch nicht ein vollständig identisches Füllverhalten zeigen, wird erfindungsgemäß
vorgeschlagen, dass auch diese Unterschiedlichkeit der einzelnen Füllelemente berücksichtigt
wird. Auf diese Weise ist es möglich, jedoch nicht zwingend notwendig, dass ein Leitventil
für die Steuerung herangezogen wird, aber die übrigen Ventile bzw. deren Unterschiede
ebenfalls berücksichtigt werden.
[0010] Vorteilhaft dreht sich das Reservoir für die Flüssigkeit mit den einzelnen Füllelementen
mit.
[0011] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren weist das Füllelement und weisen bevorzugt
alle Füllelemente jeweils steuerbare Füllventile auf, welche den Füllvorgang der Flüssigkeit
in die Behältnisse steuern.
[0012] Um ständig auf die Einflussgrößen des Füllvorgangs, beispielsweise Größen, die von
der Flüssigkeit in dem Reservoir abhängen, reagieren zu können, wird vorteilhaft eine
Steuerung verwendet, die den Verlauf des Füllvorgangs inkrementell berechnet und so
die Füllzeit steuert.
[0013] Vorteilhaft wird zur Steuerung einer Vielzahl von Füllelementen wenigstens ein für
diese Füllelemente jeweils charakteristischer Parameter berücksichtigt. Vorteilhaft
wird zur Steuerung aller Füllelemente wenigstens ein für diese Füllelemente jeweils
charakteristischer Parameter berücksichtigt. Dieser jeweilige charakteristische Parameter
kann dabei beispielsweise im Rahmen eines Kalibrierbetriebs für jedes einzelne Füllelement
ermittelt werden.
[0014] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird die Befüllung der Behältnisse in
Abhängigkeit von einer Vielzahl von für die in dem Reservoir befindliche Flüssigkeit
charakteristischen Parametern gesteuert. Dabei ist es möglich, dass die besagten Parameter
regelmäßig erfasst werden.
[0015] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren ist der Parameter aus einer Gruppe von
Parametern ausgewählt, welche eine Temperatur der in dem Reservoir befindlichen Flüssigkeit,
eine geodätische Höhe der in dem Reservoir befindlichen Flüssigkeit, eine Kreisfrequenz
einer Drehung des Reservoirs, eines Füllstands der in dem Reservoir befindlichen Flüssigkeit,
einer Dichte der in dem Reservoir befindlichen Flüssigkeit, einem pneumatischen Arbeitsdruck,
Kombinationen hieraus und dergleichen enthält.
[0016] Vorteilhaft wird in jedem Zeitinkrement der pneumatische Arbeitsdruck, die Füllerdrehzahl,
die Produkttemperatur und der aktuelle Kesselfüllstand abgefragt und daraus die Füllmenge
dieses Zeitintervalls berechnet. Die einzelnen Füllmengen der Zeitinkremente werden
im Verlauf der Füllung aufaddiert und mit der Abschaltfüllmenge verglichen. Vorteilhaft
wird bei Erreichen der Abschaltfüllmenge ein Abschaltsignal ausgegeben und somit das
betreffende Füllventil geschlossen.
[0017] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird der für das Füllelement charakteristische
Parameter in Abhängigkeit von einer Durchflussmenge der durch dieses Füllelement tretenden
Flüssigkeit bestimmt. Insbesondere wird dabei das besagte Füllelement in einer geöffneten
Stellung gehalten und der durch dieses geöffnete Ventil tretende Durchfluss bestimmt.
[0018] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird eine Höhe des Füllstandes der Flüssigkeit
in dem Reservoir in Abhängigkeit von einem Abstand zu einer geometrischen Drehachse
des Reservoirs bestimmt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Füllstand, insbesondere
bei schnelleren Umdrehungen, in Abhängigkeit von diesem Abstand nicht konstant ist,
sondern sich beispielsweise trichterartige Formationen ergeben können, welche bewirken,
dass näher an der Drehachse der Füllstand niedriger ist und weiter außen der Füllstand
höher ist.
[0019] Bei einem weiteren vorteilhaften Verfahren wird wenigstens ein charakteristischer
Parameter in einem Kalibierbetrieb der Anlage ermittelt und in einer Speichereinrichtung
abgelegt. Hierbei können beispielsweise die jeweiligen Füllmengen oder auch die Durchflussmengen
durch die einzelnen geöffneten Füllventile gemessen werden und anhand dieser Füllmengen
und/oder Durchflussmengen tatsächliche Abweichungen der Füllelemente untereinander
oder auch in Bezug auf einen Referenzwert ermittelt werden.
[0020] Vorteilhaft wird der für das Füllelement charakteristische Parameter durch Befüllung
von Behältnissen mit wenigstens zwei unterschiedlichen Füllmengen bestimmt. Die einzelnen
Füllelemente weichen untereinander insbesondere während des Öffnungsvorgangs der Ventile
und während des Schließvorgangs der Ventile, jedoch auch während des Füllvorganges
mit konstanter Fließgeschwindigkeit, ab. Durch die Kalibrierung mit zwei unterschiedlichen
Füllmengen können auf diese Weise sehr genau diejenigen Unterschiede bestimmt werden,
die insbesondere während des Öffnens und des Schließens des jeweiligen Ventils auftreten.
[0021] Die vorliegende Erfindung ist weiterhin auf eine Vorrichtung zum Befüllen von Behältnissen
mit Flüssigkeiten gerichtet. Diese Vorrichtung weist dabei einen um eine vorgegebene
Drehachse drehbaren Träger auf, an dem eine Vielzahl von steuerbaren Füllelementen
zum Befüllen der Behältnisse angeordnet ist. Weiterhin weist die Vorrichtung ein Reservoir
zum Aufbewahren der abzufüllenden Flüssigkeit und zum Versorgen der Füllelemente mit
der Flüssigkeit auf. Dabei ist auch dieses Reservoir um die vorgegebene Drehachse
drehbar und mit wenigstens einer ersten Sensoreinrichtung ausgestattet, welche wenigstens
einen für die in dem Reservoir befindliche Flüssigkeit charakteristischen ersten Parameter
erfasst.
[0022] Weiterhin ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, welche die Befüllung der Behältnisse
durch die einzelnen Füllelemente auf Basis des ersten Parameters steuert.
[0023] Erfindungsgemäß sind die Füllverläufe durch die einzelnen Füllelemente unabhängig
voneinander steuerbar und die Steuereinrichtung berücksichtigt für die Steuerung wenigstens
eines Füllelements zusätzlich wenigstens einen für dieses zweite Füllelement bzw.
einen Füllvorgang mittels dieses Füllelements charakteristischen Parameter.
[0024] Daher wird auch vorrichtungsseitig vorgeschlagen, dass die Unterschiedlichkeit der
einzelnen Füllelemente bzw. die spezielle Charakteristik der einzelnen Füllelemente
bei deren Steuerung berücksichtigt werden.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Vorrichtung eine Speichereinrichtung
auf, in der für jedes einzelne Füllelement charakteristische Parameter abgelegt sind.
[0026] Weitere Vorteile und Ausführungsformen ergeben sich aus den beigefügten Zeichnungen:
[0027] Darin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Befüllen von Behältnissen;
Fig. 2 eine Darstellung eines Füllverlauf für ein Füllelement; und
Fig. 3 eine weitere Darstellung zur Aufteilung des Füllverlaufs.
[0028] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung 1 zum Befüllen von Behältnissen.
Diese Vorrichtung weist dabei ein Reservoir 4 auf, in dem eine Flüssigkeit 5 angeordnet
ist. Dieses Reservoir dreht sich hier um eine Drehachse D. Das Bezugszeichen 8 kennzeichnet
grob schematisch einen Träger, - wie etwa ein Füllrad - an dem eine Vielzahl von Füllelementen
2 angeordnet ist, welche jeweils zum Befüllen der Behältnisse 10 dienen. Zu diesem
Zweck weisen die Füllelemente 2 Füllventile auf, wobei diese Füllventile hier Füllkegel
22 aufweisen, welche entlang des Doppelpfeils P bewegbar sind. Das Bezugszeichen 24
kennzeichnet einen Träger für das Behältnis und Bezugszeichen 26 eine sogenannte CIP-Kappe,
die zum Reinigen des Füllelements auf die Abgabeöffnung 28 des Füllelements 2 aufsetzbar
ist. Das Bezugszeichen 36 bezieht sich auf eine Rückführleitung zum Rückführen eines
Reinigungsmediums. Der Träger ist ebenfalls drehbar um die Drehachse D angeordnet,
wobei er sich synchron zum Reservoir 4 mit derselben Kreisfrequenz dreht.
[0029] Das Bezugszeichen 30 kennzeichnet in seiner Gesamtheit einen Antrieb für das Füllelement
2, d.h. den Antrieb, der die Befüllung der Behältnisse 10 steuert. Das Bezugszeichen
34 kennzeichnet die Produktleitung, die von dem Reservoir 4 aus zu den einzelnen Füllelementen
2 führt. Mittels eines Membranventils 16 können Füllgeschwindigkeiten gesteuert werden,
genauer gesagt kann hier die Umschaltung auf eine zweite Füllgeschwindigkeit erfolgen.
Das Bezugszeichen 32 kennzeichnet eine Drossel, die am Auslauf des Reservoirs 4 angeordnet
ist.
[0030] Das Bezugszeichen 12 kennzeichnet grob schematisch eine Sensoreinrichtung, die wenigstens
eine charakteristische Eigenschaft der Flüssigkeit 5 in dem Reservoir 4 misst. Dabei
kann es sich, wie oben erwähnt, beispielsweise um eine Temperatur oder auch um einen
Füllstand dieser Flüssigkeit handeln. Es können jedoch auch mehrere Sensoreinrichtungen
vorgesehen sein.
[0031] Eine Steuerungseinrichtung 20 steuert in Abhängigkeit von dem gemessenen Parameter
die Befüllung der Behältnisse 10 mit dem Füllgut.
[0032] Figur 2 zeigt eine Fließkurve K, welche die Befüllung der Behältnisse mit einem bestimmten
Füllventil veranschaulicht. Dabei ist auf der Ordinate die Zeit in Sekunden aufgetragen
und auf der Koordinate der Durchfluss Q in ml/s. Man erkennt, dass in einem Anfangsabschnitt
A zunächst der Durchfluss Q stark ansteigt, dann über einen bestimmten Zeitraum im
Wesentlichen konstant bleibt (Abschnitt B) und schließlich in einem Abschnitt C wieder
auf Null zurückgeht. Dabei kennzeichnet die schwarze Linie K den tatsächlichen Durchfluss
und die Linie K1 eine Näherung des Durchflusses.
[0033] Man erkennt, dass der Füllvorgang in eine Vielzahl von Zeitinkrementen Z eingeteilt
ist, während denen die einzelnen Messparameter gemessen werden.
[0034] Eine bedeutende Komponente bei der Berechnung dieser Fließkurve K1 ist die maximale
Fließgeschwindigkeit Qmax. Diese wird in jedem Zeitinkrement Z neu berechnet und ist
abhängig beispielsweise von der geodätischen Höhe z des abzufüllenden Produktes (wobei
sich diese geodätische Höhe aus der Grundhöhe des Reservoirs zzgl. dem Kesselfüllstand
ergibt.) Ein weiterer Parameter für die Ermittlung der Fließgeschwindigkeit ist die
die Zentrifugalbeschleunigung a
z (bei einer Kreisfrequenz w) und die Produkttemperatur T. Unter Berücksichtigung dieser
Parameter berechnet sich die Fließgeschwindigkeit Qmax nach folgender Formel:

[0035] Allerdings sind die einzelnen Füllelemente mechanische Bauteile, die wegen Ihrer
Fertigungstoleranzen unterschiedliche Totzeiten und Fließwiderstände mit sich bringen.
Daher wird erfindungsgemäß ein Korrekturverfahren für die anderen Füllventile vorgeschlagen.
[0036] Fig. 3 zeigt eine Darstellung, welche dieses Verfahren veranschaulicht. Dabei wird
der Fließvorgang in fünf zeitliche Abschnitte t1, t2, t3, t4 und t5 aufgeteilt. Bei
dem Zeitpunkt t1 handelt es sich um die Totzeit des Ventils, welche abhängig vom Arbeitsdruck
der pneumatischen Ventilansteuerung ist. Der Zeitraum t2 kennzeichnet den Anstiegsbereich
der Fließkurve, wobei dieser Zeitraum abhängig vom Füllstand des Reservoirs, dessen
Drehzahl und der Produkttemperatur ist. Der Zeitraum t3 kennzeichnet den konstanten
Füllbereich bis zum Abschaltzeitpunkt der in Abhängigkeit von der einzufüllenden Füllmenge
berechnet werden kann.
[0037] Die Zeiträume t4 und t5 bezeichnen die Nachlaufzeit ab dem Abschaltzeitpunkt, wobei
diese Nachlaufzeit wiederum abhängig vom Füllstand, der Drehzahl und der Produkttemperatur
ist.
[0038] Im Folgenden wird die Kalibrierung der einzelnen Füllelemente im Detail beschrieben.
Beim Abfüllen von zwei unterschiedlichen Füllmengen ändert sich ausschließlich die
Länge der Zeitspanne t3. Es wird eine Füllung mit einer ersten Füllmenge beispielsweise
500 ml und eine Füllung mit einer zweiten Füllmenge beispielsweise 1000 ml zu Grunde
gelegt. Das Verhältnis der berechneten Zeitspannen t3 zu den Füllmengen beträgt dabei
beispielsweise wie experimentell bestätigt wurde 1:2,24. Das Sollvolumen wird an der
Vorrichtung 1 zunächst auf 500 ml und anschließend auf 1000 ml eingestellt und anschließend
wird jeweils ein Füllvorgang durchgeführt. Die tatsächlichen Füllmengen werden abgewogen,
um das tatsächlich abgefüllte Volumen zu ermitteln. Die Abweichung von Ist- zu Sollvolumen
wird für die 500 ml Füllung mit ΔV
500 und für die 1000 ml Füllung mit ΔV
1000 bezeichnet. Im Anschluss werden diese Werte ΔV
500 und ΔV
1000 jeweils in eine Abweichung im konstanten Füllbereich X1 und in eine Abweichung im
Anstiegsbereich X2 aufgeteilt. Das Verhältnis der Laufzeiten des konstanten Füllbereichs
einer 1000 ml und einer 500 ml Füllung beträgt 2,24. Auf diese Weise ergeben sich
für die beiden Füllmengen folgenden Zusammenhänge:
[0039] Für die Füllmengenabweichung bei der 500 ml Füllung gilt:

[0040] Für die Füllmengenabweichung bei der 1000 ml Füllung gilt:

[0041] Auf diese Weise ergeben sich für die Abweichungen folgende Zusammenhänge:

[0042] Auf diese Weise können die genauen Abweichungen der Füllmenge in den jeweiligen Bereichen
festgestellt werden. Für die Ermittlung der Durchflusskorrekturen ΔQ1 und ΔQ2 wird
die Füllmenge im Anstiegsbereich durch die Anstiegszeit und die Füllmenge im konstanten
Füllbereich durch die Zeitspanne dieses Füllbereichs geteilt:

[0043] Die parallele Verschiebung vom Durchflussverlauf um ΔQ1 und ΔQ2 im Bereich von t2
und t3 wird in Abbildung 3 durch die Linien V
1 und V
2 dargestellt.
[0044] Auf diese Weise ist es insgesamt möglich, auf Basis der tatsächlichen durch die einzelnen
Füllelemente abgefüllten Füllmengen Korrekturfaktoren zu ermitteln bzw. Durchflusskorrekturen
ΔQ1 und ΔQ2, die für die einzelnen Füllelemente charakteristisch sind. Für jedes einzelne
Ventil können dabei diese Korrekturen ΔQ1 und ΔQ2 in einer Speichereinrichtung abgelegt
und im eigentlichen Arbeitsbetrieb jeweils für die betreffenden Füllelemente berücksichtigt
werden.
[0045] Es empfiehlt sich dabei, in bestimmten Zeitabständen, beispielsweise einmal im Monat,
diese hier vorgesehene Kalibrierung erneut durchzuführen um auf diese Weise die jeweiligen
Durchflusskorrekturen ΔQ1 und ΔQ2 für die einzelnen Füllelemente zu bestimmen.
[0046] Die Anmelderin behält sich vor, sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten
Merkmale als erfindungswesentlich zu beanspruchen, sofern sie einzeln oder in Kombination
gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Füllelemente
- 4
- Reservoir
- 5
- Flüssigkeit
- 8
- Träger
- 10
- Behältnisse
- 12
- Sensoreinrichtung
- 16
- Membranventil
- 20
- Steuerungseinrichtung
- 22
- Füllkegel
- 24
- Träger
- 26
- CIP-Kappe
- 30
- Antrieb
- 32
- Drossel
- 34
- Produktleitung
- 36
- Rückführleitung
- A
- Anfangsabschnitt
- az
- Zentrifugalbeschleunigung
- B
- Abschnitt
- C
- Abschnitt
- D
- Drehachse
- K
- Fließkurve, tatsächlicher Durchfluss
- K1
- Näherung des Durchflusses
- P
- Doppelpfeil
- Q
- Durchfluss
- Qmax
- Fließgeschwindigkeit
- T
- Produkttemperatur
- Z
- Zeitinkrement
- t1
- Totzeit des Ventils
- t2
- Anstiegsbereich der Fließkurve
- t3
- konstanter Füllbereich
- t4, t5
- Nachlaufzeit ab dem Abschaltzeitpunkt
- X1
- konstanter Füllbereich
- X2
- Anstiegsbereich
- ΔQ1, ΔQ2
- Durchflusskorrekturen
- ω
- Kreisfrequenz
1. Verfahren zum Befüllen von Behältnissen (10) mit Flüssigkeiten, wobei die Behältnisse
(10) mittels einer Vielzahl von steuerbaren Füllelementen (2) befüllt werden und die
Flüssigkeit diesen Füllelementen (2) ausgehend von einem für die Füllelemente (2)
gemeinsamen Reservoir (4) zum Vorhalten der Flüssigkeit zugeführt wird, wobei die
Behältnisse (10) während der Befüllung wenigstens abschnittsweise entlang einer kreisförmigen
Bahn transportiert werden und wobei die Befüllung der Behältnisse (10) durch wenigstens
ein Füllelement (2) in Abhängigkeit von wenigstens einem für die in dem Reservoir
(4) befindliche Flüssigkeit charakteristischen ersten Parameter gesteuert wird und
dieser Parameter während des Füllvorgangs in vorgegebenen Zeitabständen wiederholt
bestimmt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Befüllung der Behältnisse durch wenigstens ein zweites Füllelement ebenfalls in
Abhängigkeit von dem für die in dem Reservoir (4) befindlichen Flüssigkeit charakteristischen
Parameter gesteuert wird, wobei für die Steuerung wenigstens eines Füllelements (2)
zusätzlich wenigstens ein für dieses Füllelement (2) charakteristischer Parameter
(ΔQ1, ΔQ2) berücksichtigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Steuerung einer Vielzahl von Füllelementen (2) wenigstens ein für diese Füllelemente
(2) jeweils charakteristischer Parameter (ΔQ1, ΔQ2) berücksichtigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Befüllung der Behältnisse (10) in Abhängigkeit von einer Vielzahl von für die
in dem Reservoir (4) befindliche Flüssigkeit charakteristischen Parametern gesteuert
wird.
4. Verfahren nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Parameter aus einer Gruppe von Parametern ausgewählt ist, welche eine Temperatur
der in dem Reservoir (4) befindlichen Flüssigkeit, eine geodätische Höhe der in dem
Reservoir (4) befindlichen Flüssigkeit, eine Kreisfrequenz einer Drehung des Reservoirs
(4), eine Dichte der in dem Reservoir (4) befindlichen Flüssigkeit, einen pneumatischen
Arbeitsdruck, Kombinationen hieraus und dergleichen enthält.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der für das Füllelement (2) charakteristische Parameter (ΔQ1, ΔQ2) in Abhängigkeit
von einer Durchflussmenge der durch dieses Füllelement (2) tretenden Flüssigkeit bestimmt
wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Höhe des Füllstandes der Flüssigkeit in dem Reservoir (4) in Abhängigkeit von
einem Abstand zu einer geometrischen Drehachse (D) des Reservoirs (4) bestimmt wird.
7. Verfahren nach wenigstens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein charakteristischer Parameter (ΔQ1, ΔQ2) in einem Kalibrierbetrieb der
Anlage ermittelt und in einer Speichereinrichtung abgelegt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der für das Füllelement (2) charakteristische Parameter (ΔQ1, ΔQ2) durch Befüllung
von Behältnissen mit wenigstens zwei unterschiedlichen Füllmengen bestimmt wird
9. Vorrichtung (1) zum Befüllen von Behältnissen (10) mit Flüssigkeiten mit einem um
eine vorgegebene Drehachse (D) drehbaren Träger (8), an dem eine Vielzahl von steuerbaren
Füllelementen (2) zum Befüllen der Behältnisse (10) angeordnet ist, mit einem Reservoir
(4) zum Aufbewahren der Flüssigkeit (5) und zum Versorgen der Füllelemente (2) mit
der Flüssigkeit, wobei dieses Reservoir (4) um die vorgegebene Drehachse (D) drehbar
ist und mit wenigstens einer ersten Sensoreinrichtung (12), welche wenigstens einen
für die in dem Reservoir (4) befindliche Flüssigkeit charakteristischen ersten Parameter
erfasst und mit wenigstens einer Steuereinrichtung (20) welche die Befüllung der Behältnisse
(10) durch die einzelnen Füllelemente (2) auf Basis des ersten Parameters steuert,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Füllverläufe durch die einzelnen Füllelemente (2) unabhängig voneinander steuerbar
sind und die Steuereinrichtung (20) für die Steuerung wenigstens eines Füllelements
(2) zusätzlich wenigstens einen für dieses zweite Füllelement (2) charakteristischen
Parameter (ΔQ1, ΔQ2) berücksichtigt.
10. Vorrichtung (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung eine Speichereinrichtung aufweist, in der für jedes einzelne Füllelement
charakteristische Parameter (ΔQ1, ΔQ2) abgelegt sind.