[0001] Die Erfindung betrifft einen passiven Eigenschutz in Form einer Schutzausrüstung
für Sicherheitskräfte, insbesondere Bekleidungsstücke, Helme, Schutzschilde und dgl.,
der dadurch gebildet wird, die üblicherweise verwendete Schutzausrüstung der Sicherheitskräfte,
wie die Kleidung, die Helme, die Schutzschilde und dgl., mindestens auf der dem Gegner
zugewandten Seite mit einem retroreflektierenden Material zu versehen, welches das
auf sie auftreffende Laserlicht zu dem/ den Verwender(n) bzw. Aussender(n) des Laserlichtes
bevorzugt zurückreflektiert. Von dem zurückreflektierten Laserlicht wird /werden die
entsprechenden Personen dann selbst geblendet, zumindest aber irritiert, was zu einem
höheren Eigenschutz der Sicherheitskräfte führt.
[0002] Relativ kleine und kompakte Laser, wie Laserpointer, Leuchtmittel etc. (
DE 10 2005 034 600 A1), werden neuerdings immer mehr von Personen zum Blenden von Polizisten und anderen
Sicherheitskräften verwendet. Da unterschiedliche Laserpointer teilweise Laserlicht
unterschiedlicher Wellenlänge emittieren, müssten die Sicherheitskräfte, etwa bei
Demonstrationen, als Schutzausrüstung gegen die Bestrahlung mit Laserlicht in der
Regel mehrere, auf die Wellenlänge des jeweiligen Laserlichtes angepasste Laserschutzbrillen
oder dergleichen mit sich tragen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Sicherheitskräfte auf möglichst einfache
Weise vor einem Blenden mit Laserlicht zu schützen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere,
besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
[0005] Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, die Person vor dem Blenden
dadurch zu schützen, dass das Licht aufgesogen bzw. aufgefangen oder in der bevorzugten
Ausführung von der Person weg reflektiert wird.
[0007] In einer bevorzugten Umsetzung dieser Idee ist vorgesehen, die üblicherweise verwendete
Schutzausrüstung der Sicherheitskräfte, wie die Kleidung, die Helme, die Schutzschilde
und dgl., mindestens auf der dem Gewalttäter zugewandten Seite beispielswiese mit
einem retroreflektierenden Material zu versehen, welches das auf sie auftreffende
Laserlicht reflektieren kann. In einer weiteren Variante ist vorgesehen, dass das
Licht zu dem/ den Verwender(n) bzw. Aussender(n) des Laserlichtes zurückreflektiert
wird (Retro-Reflexion). Von dem zurückreflektierten Laserlicht wird /werden die entsprechenden
Personen dann selbst geblendet und können dadurch irritiert werden, was zu einem höheren
Eigenschutz der Sicherheitskräfte führt. Die Folie kann selbstverständlich auch auf
einfache Bekleidungsstücke etc. ausgebracht werden.
[0008] Bevorzugt sollte das retroreflektierende Material im Bereich um den Kopf der Sicherheitskraft
herum angeordnet sein.
[0009] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn es sich bei dem retroreflektierenden Material
um eine flexible Reflektorfolie handelt, die einen spiegelnden Untergrund besitzt,
in den Glaskugeln mit einer Größe von etwa 10 - 200 µm eingelassen sind, da die Glaskugeln
im sichtbaren Wellenlängenbereich eine optimale Strahlrückführung bei unterschiedlichen
Wellenlängen bewirken. Eine derartige Schicht ist beispielsweise aus der
DE 198 59 126 A1 bekannt.
[0010] Es kann sich bei dem retroreflektierenden Material aber auch um eine flexible Kunststofffolie
mit retroreflektierenden Pigmenten handeln. Dabei kann die Folie aus einer Vielzahl
von Bereichen bestehen, wobei die einzelnen Bereiche retroreflektierende Pigmente
enthalten, deren optimale Strahlrückführung wellenlängenabhängig ist. Dadurch erhält
man ein retroreflektierendes Material, welches bei den üblicherweise von Laserpointern
verwendeten Wellenlängen eine optimale Strahlrückführung besitzt.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Fig.1
- die schematische Darstellung einer Sicherheitskraft mit einem Helm und einem Schutzschild,
wobei sowohl an dem Helm als auch an dem Schutzschild vorderseitig ein retroreflektierendes
Material angeordnet ist;
- Fig.2
- eine schematische Draufsicht auf einen Teil eines retroreflektierenden Materials mit
Reflexionsbereichen, deren Strahlrückführung für unterschiedliche Wellenlänge optimiert
ist.
[0012] In Fig.1 ist mit 1 eine Sicherheitskraft bezeichnet, welche beispielsweise bei einer
Demonstration zur Abwehr gegen Personen unter anderem einen Helm 2 und ein Schutzschild
3 trägt. Bevorzugt am Helm 2 als auch am Schutzschild 3 ist vorderseitig zumindest
eine Reflexionsfolie 4, 5 mit einem retroreflektierenden Material befestigt.
[0013] Sobald daher eine Person (nicht dargestellt), etwa mittels eines Laser Pointers,
(Laser-) Licht 6 auf die Sicherheitskraft 1 richtet, wird dieses durch die Reflexionsfolien
4, 5 bevorzugt zurückgestrahlt und trifft wieder auf die Person, von der das Licht
6 ausgesendet worden ist. Dieser wird dadurch seinerseits durch das zurückreflektierte
Laserlicht 7 geblendet und in der Regel den Laser Pointer abschalten oder in eine
die Sicherheitskraft 1 nicht mehr blendende Richtung halten.
[0014] Bei dem retroreflektierenden Material kann es sich um eine flexible Reflektor- bzw.
Reflexionsfolie handeln, die einen spiegelnden Untergrund aufweist, in dem Glaskugeln
mit einer Größe von etwa 10 - 200 µm eingelassen sind. Derartige Folien weisen den
Vorteil auf, dass eine Retroreflexion bei Laserlicht unterschiedlicher Wellenlängen
erfolgt, sodass sie bei Verwendung unterschiedlicher Laserpointer (Laserpointer, die
jeweils Laserlicht unterschiedlicher Wellenlängen erzeugen) wirksam sind.
[0015] Sofern gewünscht, kann es sich bei dem retroreflektierenden Material aber auch um
flexible Kunststoffolien mit retroreflektierenden Pigmenten handeln, welche jeweils
nur für bestimmte Wellenlängen eine optimale Retroreflexion erlauben. Dieses wird
dadurch erreicht, dass die Kunststofffolie in Vielzahl von Bereichen aufgeteilt ist,
wobei jeweils benachbarte Bereiche retroreflektierende Pigmente enthalten, deren Strahlrückführung
für vorgegebene unterschiedliche Wellenlängenbereiche optimiert sind.
[0016] Die Draufsicht auf eine derartige mit 8 bezeichnete Reflextionsfolie mit unterschiedlichen
wellenlängenabhängigen Reflexionsbereichen 9 - 12 ist in Fig.2 schematisch dargestellt.
Dabei sind beispielsweise die mit 9 bezeichneten Reflexionsbereiche für Laserlicht
mit der Wellenlänge 532 nm, die mit 10 bezeichneten Reflexionsbereiche für Laserlicht
mit der Wellenlänge 633 nm, die mit 11 bezeichneten Reflexionsbereiche für Laserlicht
mit der Wellenlänge 680 nm und die mit 12 bezeichneten Reflexionsbereiche für Laserlicht
mit der Wellenlänge 695 nm optimal ausgelegt.
[0017] Selbstverständlich können die einzelnen Reflexionsbereiche der Reflektorfolie 8 auch
in anderer Reihenfolge angeordnet werden.
[0018] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. So kann das retroreflektierende Material auch an anderen Schutzausrüstungen
der Sicherheitskräfte befestigt werden. Hierzu eignet sich beispielsweise die Kleidung
der Sicherheitskräfte, aber auch der Rand einer von der jeweiligen Sicherheitskraft
getragenen Brille.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Sicherheitskraft
- 2
- Helm, Schutzausrüstung
- 3
- Schutzschild, Schutzausrüstung
- 4,5
- Reflektorfolien, retroreflektierendes Material
- 6
- Laserlicht
- 7
- reflektiertes Laserlicht
- 8
- Reflextionsfolie
- 9-12
- Reflexionsbereiche
1. Schutzausrüstung für Sicherheitskräfte (1), wie einfache und als auch Schutzbekleidung,
Helme (2), Schutzschilde (3) und dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitskraft (1) mindestens vorderseitig mit wenigstens einem retroreflektierenden
Material (4, 5) versehen ist, das das auf sie auftreffendes Laserlicht (6) durchlässt
und diffus macht oder bevorzugten zu dem Verwender des Laserlichtes (6) zurückreflektiert.
2. Schutzausrüstung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem retroreflektierenden Material (4, 5) um eine flexible Reflektorfolie
handelt.
3. Schutzausrüstung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflektorfolie (4, 5) einen spiegelnden Untergrund aufweist.
4. Schutzausrüstung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im spiegelnden Untergrund Glaskugeln mit einer Größe von etwa 10 - 200 µm eingelassen
sind.
5. Schutzausrüstung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem retroreflektierenden Material (8) um eine flexible Kunststoffolie
mit retroreflektierenden Pigmenten handelt.
6. Schutzausrüstung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die flexible Kunststofffolie (8) in eine Vielzahl von Bereichen (9-12) aufgeteilt
ist.
7. Schutzausrüstung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweils benachbarte Reflektionsbereiche (9-12) retroreflektierende Pigmente enthalten,
deren Strahlrückführung für vorgegebene unterschiedliche Wellenlängenbereiche optimiert
sind.
8. Schutzausrüstung Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Reflektionsbereiche (9) für Laserlicht mit der Wellenlänge von 532 nm, die Reflektionsbereiche
(10) für Laserlicht mit der Wellenlänge von 633 nm, die Reflektionsbereiche (11) für
Laserlicht mit der Wellenlänge von 680 nm und die Reflektionsbereiche (12) für Laserlicht
mit der Wellenlänge von 695 nm ausgelegt ist.
9. Schutzausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das retroreflektierende Material im Bereich um den Kopf der Sicherheitskraft herum
angeordnet ist.
10. Schutzausrüstung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das retroreflektierende Material an den Schutzausrüstungen der Sicherheitskräfte
befestigt ist.
11. Schutzausrüstung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um die Kleidung der Sicherheitskräfte handelt.
12. Schutzausrüstung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um den Rand einer von der jeweiligen Sicherheitskraft getragenen Brille handelt.