[0001] Die Erfindung betrifft eine Schwingungsvorrichtung für Fahrzeuge, insbesondere eine
Fahrzeugschwingungsvorrichtung für einen Fahrzeugsitz oder eine Fahrzeugkabine mit
einem Unterteil und einem gegenüber dem Unterteil mittels mindestens einer Dämpfereinrichtung
federnd gelagertem Oberteil gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Fahrzeugschwingungsvorrichtungen, insbesondere für Fahrzeugsitze sind derart ausgebildet,
dass sie eine schwingende und federnde Lagerung zwischen einem Oberteil und einem
Unterteil, in diesem Fall zwischen einem Fahrzeugsitzteil und einem Unterteil eines
Fahrzeugsitzunterbaus, darstellen. Beispielsweise kann ein Fahrzeugsitz mit einem
Sitzteil gegenüber einem Unterteil, welches an einem Fahrzeugkabinenboden oder einer
Karosserie des Fahrzeuges befestigt ist, mittels Scherenarme verbunden sein, wobei
zwischen dem Oberteil und dem Unterteil zusätzlich Federungseinrichtungen und/oder
Dämpfereinrichtungen angeordnet sind, um eine in vertikaler Richtung ausgerichtete
Schwingung, die von außen in das System des Fahrzeugsitzes eingeleitet wird, federnd
abzufangen.
[0003] Ebenso gibt es horizontale Schwingungsvorrichtungen, die dazu dienen, Schwingungen,
die in horizontaler Richtung in das System des Fahrzeugsitzes eingeleitet werden,
abzufedern bzw. abzudämpfen. Hierfür ist das Oberteil des Fahrzeugsitzes gegenüber
dem Unterteil des Fahrzeugsitzes in horizontaler Richtung federnd gelagert und kann
in horizontaler bzw. transversaler Richtung eingeleitete Schwingungen federnd abfangen.
[0004] Horizontale Schwingungseinleitungen in das System des gefederten Fahrzeugsitzes oder
einer gefederten Fahrzeugkabine treten häufig dann auf, wenn ein Nutzfahrzeug, in
dem dieser Fahrzeugsitz bzw. die Fahrzeugkabine angeordnet ist, mit seinen Vorderrädern
in eine Mulde oder über eine Kuppe fährt und hierdurch der Fahrzeugsitz bzw. die Fahrzeugkabine
kurzzeitig in Fahrzeuglängsrichtung eine Abbremsung oder eine Beschleunigung gegenüber
dem restlichen Fahrzeug erfährt. Dies liegt unter anderem daran, dass das Fahrergewicht
mit einer gewissen Trägheit relativ zu der Bewegung des Fahrzeugs zeitverzögert oder
beschleunigt verschoben wird. Eine reine horizontale Anregung tritt bevorzugt auf,
wenn man beispielsweise von einem steifen Unterbau (ungefedertes Fahrzeug) und einem
horizontalen Stoß, beispielsweise des Anhängers, z. B. durch die Auflaufbremse, ausgeht.
Das Überfahren von Mulden und Steinen mit dem Vorderrad führt bevorzugt zumindest
teilweise zu einer Rotationsbewegung um den Aufstandspunkt des Hinterrades mit einem
Abstand r (entspricht dem Abstand von dem Aufstandspunkt zur Sitzfläche). Rollt dann
das Hinterrad über die Unebenheit, führt dies ebenfalls zu einer rotatorischen Bewegung
um die Aufstandsfläche bzw. den Aufstandspunkt des Vorderrades. Diesen Stoß fängt
bevorzugt überwiegend die vertikale Federung ab, da diese nahezu über dem Anregungspunkt
bzw. der Aufstandsfläche des Hinterrads ist.
[0005] Häufig ergibt sich bei derartigen horizontal ausgerichteten Fahrzeugschwingungsvorrichtungen
das Problem, dass die in das System eines Fahrzeugsitzes oder einer Fahrzeugkabine
eingeleiteten Schwingungen lediglich in paralleler Richtung zu dem Fahrzeugboden,
auf dem der Fahrzeugsitz angeordnet ist, federnd abgefangen werden können. Allerdings
beschreibt dies ein Fahrzeug, welches beispielsweise mit seiner Vorderachse auf eine
Kuppe bzw. eine erhöhte Fahrbahnunebenheit, insbesondere einen oder mehrere Steine,
Äste oder ähnliches, oder in eine Mulde fährt, das nicht ausschließlich eine kurzzeitige
Veränderung seiner Geschwindigkeit nur in horizontaler Richtung erfährt. Vielmehr
wird eine Art Kippbewegung des gesamten Fahrzeuges, wenn auch mit einer geringen Auslenkung
verbunden, um eine in Fahrzeugbreitenrichtung sich erstreckende Achse stattfinden.
[0006] Bisherige Fahrzeugsitze haben bei einer derartigen Kippbewegung oder auch Nickbewegung
die Möglichkeit, die eingeleiteten Schwingungen wie folgt federnd abzufangen:
Für den ersten Freiheitsgrad von Schwingungen in vertikaler Richtung (Z-Achse) ist
eine, bezogen auf den Fahrzeugboden, sich vertikal erstreckende Fahrzeugschwingungsvorrichtung
zwischen einem Fahrzeugsitzoberteil und einem Fahrzeugsitzunterteil vorhanden. Zusätzlich
können Dämpfungseinrichtungen in vertikaler Richtung eingerichtet sein. Für die, bezogen
auf den Fahrzeugboden, in längshorizontaler Richtung eingeleiteten Schwingungen sind
gemäß dem zweiten Freiheitsgrad (X-Achse) in Fahrzeuglängsachsenrichtung die sogenannten
horizontalen Fahrzeugschwingungsvorrichtungen vorhanden. Für den dritten Freiheitsgrad
(Y-Achse) können in Fahrzeugbreitenrichtung in horizontaler Richtung wirkende Fahrzeugschwingungsvorrichtungen
vorhanden sein.
[0007] Somit bestehen bisher drei getrennt voneinander zu betrachtende Fahrzeugschwingungsvorrichtungen
für insgesamt drei Freiheitsgrade entlang der X-Achse, Y-Achse und Z-Achse eines Fahrzeuges.
Die für eine Schwingungsdämpfung von eingeleiteten Schwingungen erforderlichen Federwege
werden immer in Richtung der Fahrzeugebenenachsen geführt. Herkömmlicherweise sind
derartige Federwege in vertikaler Richtung auf ca. 100 mm in ihrer Ausdehnung begrenzt.
Bei längs- und seitenhorizontal wirkenden Federwegen hängt dies von der Konstruktion
und sicherheitstechnischen Erfordernissen der Umgebung ab, wie es durch die Erreichbarkeit
von Bedienelementen und Scherenelementenstellungen vorgegeben sein kann. Derartige
horizontal wirkende Federwege sind üblicherweise mit +/- 25 mm sowohl in Richtung
der X-Achse als auch in Richtung der Y-Achse beschränkt. Eine Kipp- oder Nickbewegung
des Fahrzeuges kann durch derartige getrennt voneinander angeordnete Fahrzeugschwingungsvorrichtungen
aufgrund der festgelegten Freiheitsgrade der einzelnen Fahrzeugschwingungsvorrichtungen
in ihren Federwegen nicht oder nur unzureichend ausgeglichen werden.
[0008] Die Druckschrift
WO 2007/058572 A1 zeigt eine Fahrzeugschwingungsvorrichtung, bei der das Fahrzeugoberteil mittels Anordnungen
aus jeweils zwei starr und einem schwenkbar angeordneten Hebelarmen hängend gegenüber
dem Fahrzeugunterteil gelagert ist. Eine Begrenzung der Schwenkbewegung ist dann gegeben,
wenn die Hebelarme miteinander kollidieren, was aber nachteilig ist, da Materialermüdung
auf Dauer nicht ausgeschlossen werden kann. Außer dass das eine Ende der schwenkbaren
Hebelarme sich jeweils auf einem definierten Kreisbogen bewegt, ist keine weitere
Führung oder Steuerung der Schwenkbewegungen möglich, da keine geeigneten Vorrichtungen
vorgesehen sind.
[0009] In der Druckschrift
DE 32 08 680 A1 ist eine Anordnung für Federaufhängungssysteme gezeigt, bei der eine vertikal angeordnete
hydropneumatische Feder an ihrem oberen Ende mittels eines Drehgelenks mit einer Fahrzeugkabine
verbunden ist. Gleichzeitig ist zwischen einem Fahrzeugkäfig und der Feder eine elastomere
Buchse angeordnet, um die Schwingung der Kabine gegenüber dem Käfig abzufedern. Jedoch
können mittels der gezeigten Anordnung keine großen Schwingungen aufgefangen werden.
Ferner ist keine präzise Steuerung der Schwingungen möglich.
[0010] Die Druckschrift
US 5,437,494 zeigt einen Fahrzeugsitz, bei dem dessen Schwingung gegenüber einem Fahrzeugsitzunterteil
mittels Anordnungen aus Kurvenbahnen und darin verlaufenden Bolzen oder Hebelmechaniken
steuerbar ist. Allerdings ist die Anordnung vornehmlich für die Aufnahme horizontal
eingeleiteter Schwingungen geeignet.
[0011] Demzufolge liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Fahrzeugschwingungsvorrichtung
für einen Fahrzeugsitz oder eine Fahrzeugkabine zur Verfügung zu stellen, welche einen
höheren Sitzkomfort der das fahrzeugfahrenden Person bei Durchfahren einer Mulde oder
einer Kuppe zur Verfügung stellt. Ferner soll die erfindungsgemäße Fahrzeugschwingungsvorrichtung
eine geführte und begrenzbare bzw. steuerbare Schwingung des Fahrzeugsitzes ermöglichen.
[0012] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0013] Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt darin, dass bei einer Fahrzeugschwingungsvorrichtung
für einen Fahrzeugsitz oder eine Fahrzeugkabine mit einem Unterteil und einem gegenüber
dem Unterteil mittels mindestens einer Dämpfereinrichtung federnd gelagerten Oberteil
das Oberteil an dem Unterteil hängend gelagert ist, sodass das Oberteil bei Auftreten
von Schwingungen zwischen dem Oberteil und dem Unterteil um eine fiktive oder reelle,
unterhalb des Oberteils angeordnete, sich in Fahrzeugbreitenrichtung oder Fahrzeuglängsrichtung
erstreckende Achse schwenkbar ist, wobei ein mittels einer zweiten Schwenkachse am
Oberteil angebrachtes zweites Ende jeweils mindestens eines Hebelarms einer ersten
und einer zweiten Schwenklagerung, mittels der das Unterteil und das Oberteil miteinander
verbunden sind, unterhalb eines mittels einer ersten Schwenkachse am Unterteil angebrachten
ersten Endes liegt und die Hebelarme nach unten betrachtet zueinander hingewandt ausgerichtet
sind, und wobei die zweite Schwenkachse der zweiten Schwenklagerung innerhalb einer
am Unterteil angebrachten Kurvenbahn verschiebbar ist.
[0014] Durch die hängende Lagerung des Oberteils an dem Unterteil und die mögliche Schwenkbewegung
um eine fiktive oder reelle sich in Fahrzeugbreitenrichtung oder Fahrzeuglängsrichtung
erstreckende Achse, welche unterhalb des Oberteils angeordnet ist, kann vorteilhaft
erreicht werden, dass bei einem Durchfahren eines Schlaglochs oder bei einem Überfahren
einer Kuppe die durch das Fahrzeug durchgeführte Nick- oder Kippbewegung bzw. eine
Art Rollbewegung von der Fahrzeugschwingungsvorrichtung ausgeglichen werden kann.
Denn sofern das Fahrzeug beispielsweise über eine Kuppe fährt und somit mit den Vorderrädern
nach oben ausgelenkt wird, wobei zugleich eine kurzzeitige Abbremsung in Fahrzeuglängsrichtung,
also in horizontaler Richtung, stattfindet, findet eine Art Kipp- oder Nickbewegung
des Fahrzeuges statt, die durch die Schwenkbewegung des Oberteils und Unterteils des
Fahrzeugsitzes oder einer Fahrzeugkabine entgegengesetzt ausgeglichen werden könnte.
Dies kann mittels der Dämpfungseinrichtung und ggf. einer weiteren Federungseinrichtung
dämpfend und federnd unterstützt werden, sodass die eingeleitete kippartige Bewegung
schwingend abgedämpft werden kann.
[0015] Beim Überfahren einer Erhöhung oder eines Steines wird das Vorderrad bzw. das Vorderteil
des Fahrzeuges somit bevorzugt nach oben gestoßen, woraus eine Drehbewegung des Fahrzeuges
um die Aufstandsfläche des Hinterreifens resultieren kann. Die Massenträgheit des
Fahrers möchte aber den Fahrzeugsitz und den Fahrer selber translatorisch weiterbewegen.
Hier ist ein rotatorischer Freiheitsgrad hilfreich, sodass dem Fahrer die Rotation
des Fahrzeuges durch das Steigen des Fahrzeugvorderteils nicht aufgezwungen wird.
[0016] Durch die Festlegung einer fiktiven oder reellen Achse, um die diese Schwenkbewegung
stattfindet und die zugleich diejenige gedachte Achse sein kann, um welche sich der
Fahr zeugrumpf bei Überfahren der Kuppe oder Durchfahren der Mulde rotatorisch bewegt,
können sogenannte rotative Freiheitsgrade geschaffen werden. Eine mechanische Kinematik
zur Durchführung einer Schwenkbewegung gemäß diesen rotativen Freiheitsgraden kann
sowohl fahrzeugseitig, also beispielsweise in dem Fahrzeugboden oder einem Fahrzeugkabinenboden,
als auch sitzseitig, also direkt in dem Fahrzeugsitz, untergebracht werden, sodass
eine reelle Achse oder auch eine fiktive Achse, um welche die Schwenkbewegung durchgeführt
wird, in diesen Teilen angeordnet ist.
[0017] Im vorliegenden Fall ist durch eine derartige hängende Aufhängung des Oberteils gegenüber
dem Unterteil, also eines Fahrzeugsitzoberteils gegenüber einem Fahrzeugkarosserieteil
oder einem Fahrzeugkarosserierahmen oder einem Fahrzeugsitzunterteil, welches mit
einem Fahrzeugkabinenteil verbunden ist, oder bei Anwendung auf Fahrzeugkabinen gegenüber
einem Fahrzeugrahmenteil, das Oberteil und das Unterteil erfindungsgemäß mittels mindestens
einer ersten und einer zweiten Schwenklagerung miteinander verbunden. Hierbei umfasst
die erste Schwenklagerung ebenso wie die zweite Schwenklagerung erfindungsgemäß jeweils
mindestens einen Hebelarm, dessen erstes Ende mittels einer ersten Schwenkachse am
Unterteil und dessen zweites Ende mittels einer zweiten Schwenkachse am Oberteil schwenkbar
angebracht ist, wobei das zweite Ende unterhalb des ersten Endes liegt. Dies bedeutet,
dass das Oberteil nach unten oder schräg nach unten weisenden Hebelarmen hängend an
dem Unterteil aufgehängt ist, welches sich beispielsweise seitlich links und rechtsseitig
von dem Oberteil nach oben erstreckt oder seitlich im vorderen und hinteren Bereich
des Oberteils sich nach oben erstreckt. Eine derartige Aufhängung kann - sofern sie
mit mindestens zwei Schwenklagern erzeugt worden ist - eine schwingende Bewegung im
Sinne einer Rotationsbewegung gegenüber der fiktiven bzw. reellen Achse durchführen,
wobei erfindungsgemäß die zweite Schwenkachse der zweiten Schwenklagerung innerhalb
einer am Unterteil angebrachten Kurvenbahn verschiebbar ist.
[0018] Diese Kurvenbahn ermöglicht durch ihre Bogenform die geführte Bewegung des Oberteils,
also des Fahrzeugsitzoberteiles bzw. der Fahrzeugkabine, auf einer Rotationsbewegungsbahn,
wobei die Bogenverlaufsform dieser Kurvenbahn die Lage des fiktiven oder reellen Drehpunktes,
um den sich der Fahrzeugsitz verschwenken soll, bestimmt. So kann z. B. durch das
Ende dieser bogenförmigen Kurvenbahn die maximal mögliche Schwenkbewegung des Fahrzeugsitzes
gegenüber dem restlichen Fahrzeug bei Durchfahren einer Mulde oder bei Überfahren
einer Kuppe bestimmen. Ebenso kann durch die bogenförmige Form der Kurvenbahn bestimmt
werden, wie leicht oder schwer sich das Oberteil gegenüber einer erzeugten Schwenkbewegung
des restlichen Fahrzeugs aufgrund des Durchfahrens durch eine Mulde oder des Überfahrens
über eine Kuppe in der Rotationsbewegung bewegen lässt. Das heißt, der Fahrzeugsitz
kann durchaus aufgrund der Bogenform dieser Kurvenbahn leichte Schwenkbewegungen des
Fahrzeuges nicht mit einer gegengesteuerten Rotationsbewegung ausgleichen, jedoch
bei einer starken Auslenkung bzw. Schwenkbewegung des Fahrzeugs oder Nickbewegung
des Fahrzeuges, bei der die zweite Schwenklagerung mehr in die Randbereiche der Kurvenbahn
gelangt, welche in diesem Bereich eine andere Bogenform aufweist, bereitwilliger eine
entgegengesetzte Rotationsbewegung zum Ausgleich für die Schwenkbewegung des restlichen
Fahrzeugs zulassen.
[0019] In seiner bevorzugten Ausführungsform ist jeweils eine erste Schwenklagerung an im
Fahrzeug vorderen Bereich des Oberteiles sich nach oben erstreckenden Seitenwandungen
des Unterteils einerseits und an zwischen den fahrzeuglinks- und fahrzeugrechtsseitigen
Seitenwandungen angeordneten Seitenbauteilen des Oberteils andererseits angeordnet.
[0020] Jeweils eine zweite Schwenklagerung ist an im fahrzeughinteren Bereich des Oberteils
sich nach oben erstreckenden Seitenwandungen des Unterteils einerseits und an zwischen
den fahrzeuglinks- und fahrzeugrechtsseitigen Seitenwandungen angeordneten Seitenbauteilen
des Oberteils angeordnet. Somit sind links- und rechtsseitig von einem Fahrzeugsitz
oder einer Fahrzeugkabine zwei vordere erste Schwenklagerungen und zwei hintere zweite
Schwenklagerungen angeordnet. Der Fahrzeugsitz oder die Fahrzeugkabine weisen somit
insgesamt vier Schwenklagerungen auf, die eine wippende Aufhängung des Fahrzeugsitzoberteils
gegenüber dem Fahrzeugsitzunterteil oder der Fahrzeugkabine gegenüber dem restlichen
Fahrzeug zur Herbeiführung einer Rotationsbewegung des Oberteils ermöglichen.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform, die in Kombination mit der soeben beschriebenen
hängenden Lagerung zum Durchführen einer Rotationsbewegung in Längsrichtung des Fahrzeuges
und des Fahrzeugsitzes bzw. der Fahrzeugkabine gesehen werden kann, sind die ersten
und zweiten Schwenklagerungen an fahrzeugvorderseitigen und fahrzeugrückseitigen Vorderseite-
und Rückseite-Wandungen des Unterteils und an vorderseitigen und rückseitigen Bauteilen
des Oberteils zur Durchführung einer Schwenkbewegung in Fahrzeugbreitenrichtung angeordnet.
Hierdurch kann eine Rotationsbewegung zum Ausgleich von Kippbewegungen in Fahrzeugbreitenrichtung
auch in Breitenrichtung des Fahrzeugsitzes und/oder der Fahrzeugkabine durchgeführt
werden. Somit ist sowohl in Fahrzeugbreitenrichtung als auch in Fahrzeuglängsrichtung
eine ausgleichende Rotationsbewegung des Fahrzeugsitzes und/oder der Fahrzeugkabine
möglich.
[0022] Die Schwenkbewegung des schwenkbaren Oberteils kann mittels der Dämpfereinrichtung
mit einer der Schwenkbewegung entgegenwirkenden Dämpfungskraft zur Schwingungsdämpfung
beaufschlagbar sein, wobei die Dämpfereinrichtung mit mindestens einem der Hebelarme
einerseits und dem Unterteil andererseits verbunden ist. Zusätzlich kann eine derartige
Dämpfereinrichtung mit einer Bewegungseinrichtung gekoppelt sein, die die entgegengesetzte
Rotationsbewegung des Fahrzeugsitzes bzw. der Fahrzeugkabine gegenüber der Rotationsbewegung
des Fahrzeuges fördert.
[0023] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0024] Vorteile und Zweckmäßigkeiten sind der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit
der Zeichnung zu entnehmen. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- in einer schematischen Darstellung einen Ausschnitt eines Nutzfahrzeuges mit einem
Fahrzeugsitz gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2a, 2b und 2c
- in einer schematischen Darstellung einen Fahrzeugsitz gemäß der ersten Ausführungsform
der Erfindung in verschiedenen Schwenkstellungen;
- Fig. 3a und 3b
- den Fahrzeugsitz gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung
mit technischen Details, auch in einer Ausschnittsdarstellung;
- Fig. 4
- in einer perspektivischen schematischen Darstellung den Fahrzeugsitz gemäß einer weiteren
zweiten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 5a, 5b und 5c
- den Fahrzeugsitz gemäß Fig. 4 in einer Seitendarstellung in verschiedenen Schwenkpositionen;
- Fig. 6
- den Fahrzeugsitz in einer teilweise wiedergegebenen Querschnittsdarstellung gemäß
der zweiten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 7a und 7b
- den Fahrzeugsitz gemäß der zweiten Ausführungsform der Erfindung in einer schematischen
hinteren Ansicht, und
- Fig. 8a, 8b und 8c
- den Fahrzeugsitz gemäß der zweiten Ausführungsform der Erfindung in schematischer
Ansicht von hinten in verschiedenen Schwenkpositionen, die sich in Fahrzeugbreitenrichtung
richten.
[0025] In Fig. 1 wird in einer schematischen Darstellung ein Ausschnitt eines Nutzfahrzeuges
mit einem Fahrzeugsitz gemäß der ersten Ausführungsform der Erfindung gezeigt. Der
Ausschnitt des Nutzfahrzeuges 1 zeigt eine angedeutete Karosserie 2 sowie eine Fahrzeugkabine
3, in der der erfindungsgemäße Fahrzeugsitz 4 gemäß seiner ersten Ausführungsform
der Erfindung angeordnet ist.
[0026] Der Fahrzeugsitz 4 ist auf einem Anteil 6 der Fahrzeugkarosserie angeordnet.
[0027] Das Fahrzeug weist ein Hinterrad 5 sowie eine Windschutzscheibe 7 auf.
[0028] Bisher war ein derartiger Fahrzeugsitz herkömmlicherweise ausschließlich mit einer
herkömmlichen Längshorizontalfederung als Fahrzeugschwingungsvorrichtung zusätzlich
zu der Vertikalfederung ausgestattet. Dies lässt lediglich einen Freiheitsgrad in
X-Richtung, also in Fahrzeuglängsrichtung, zum Verschieben und federnden Abklingen
der horizontal eingeleiteten Schwingung zu. Eine derartige herkömmliche Längshorizontalfederung
ermöglichte üblicherweise ein Verschieben des Fahrzeugsitzes nach hinten oder nach
vorne bei entsprechender kurzweiliger Stockung oder starkem Antriebsverhalten des
Fahrzeuges. Dies wird durch den Doppelpfeil 8 in Fahrzeuglängsrichtung wiedergegeben.
[0029] Eine Höhenverstellung des Fahrzeugsitzes sowie eine ausschließlich in vertikaler
Richtung ausgerichtete Schwingungsbewegung werden durch den Doppelpfeil gemäß Bezugszeichen
9 wiedergegeben.
[0030] Der erfindungsgemäße Fahrzeugsitz 4 weist eine Sitzfläche 4a und eine Rückenlehne
4b auf, die zusammen ein Fahrzeugsitzoberteil bilden und mittels zweier hier nicht
näher dargestellter Scherenarme, die sich innerhalb eines Faltenbalges 10 befinden,
mit einem Fahrzeugsitzunterteil 11 schwingend befestigt sind.
[0031] Das Fahrzeugsitzunterteil 11 weist Schwenklagerungen mit ersten Schwenkachsen 12,
13 auf, an denen das Fahrzeugsitzoberteil 4a, 4b mittels zweiter Schwenkachsen 14
und einer weiteren der ersten Schwenkachse 12 zugeordneten zweiten Schwenkachse, die
hier nicht dargestellt ist, wippend und schwenkbar aufgehängt ist.
[0032] Die zweite Schwenkachse 14 bewegt sich innerhalb einer bogenförmigen Kurvenbahn 15,
welche die Schwenkbewegung bzw. die Rotationsbewegung des Fahrzeugsitzoberteiles gegenüber
dem Fahrzeugsitzunterteil durch ihren Verlauf vorgibt.
[0033] In Fig. 2a, 2b und 2c sind in einer schematischen Seitendarstellung verschiedene
Schwenkpositionen des erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes gemäß der ersten Ausführungsform
wiedergegeben. In Fig. 2b ist der Fahrzeugsitz 4 mit seiner Sitzoberfläche 4a und
der Rückenlehne 4b in unverschwenkter Stellung, also weder nach vorne noch nach hinten
gekippt, dargestellt.
[0034] Der Fahrzeugsitz kann aufgrund der hängenden Lagerung mittels der Schwenklagerungen,
die mit den Schwenkachsen 12, 13, 14 und weiteren Elementen, die in Verbindung mit
Fig. 3a und 3b beschrieben werden, nach vorne oder nach hinten geschwenkt werden.
Diese Schwenkbewegung findet automatisch dann statt, wenn das restliche Fahrzeug eine
entgegengesetzte Schwenkbewegung aufgrund einer Fahrbahnunebenheit durchführt.
[0035] Beispielsweise würde gemäß Fig. 2a ein Fahrzeug mit den Vorderrädern über eine Kuppe
fahren, sodass das Fahrzeug sich im vorderen Bereich nach oben neigt. Gleichzeitig
wird der Fahrzeugsitz aufgrund der schwenkbaren Aufhängung eine Rotationsbewegung
seines Unterteils 11 gegenüber dem Fahrzeugsitzoberteil durchführen, sodass das Fahrzeugsitzoberteil
nahezu horizontal in seiner Position verbleibt. Dies wird durch den nach vorne geneigten
Kopf 19 eines Fahrzeugsitzbenutzers und die nach vorne verschwenkte Verbindungslinie
17 zwischen dem Kopf 19, einem Schwenkpunkt 16, um den die Schwenkbewegung stattfindet,
wobei dieser Schwenkpunkt bzw. diese Schwenkachse fiktiv sein kann, und einem SIP-Punkt
(Sitz-Index-Punkt) 18, dargestellt.
[0036] In Fig. 2a wird die Auslenkung des Fahrzeugsitzes nach vorne und in Fig. 2c die Auslenkung
des Fahrzeugsitzes nach hinten dargestellt. Eine Schwenkung des Fahrzeugsitzes findet
um die Schwenkachse 16, die als virtuelle Achse zu betrachten ist, statt.
[0037] Ein Kopf 19 ist über eine gemeinsame Linie 17 mit der Schwenkachse 16 und dem SIP-Punkt
18 verbunden und verdeutlicht, dass eine Abweichung der Stellung der Person, die sich
auf der Sitzfläche 4a befindet, in ihrem Winkel von einer Vertikalen 20 vorliegt.
Diese Abweichung besteht dann, wenn das Fahrzeug sich bei Durchfahren einer Mulde
im vorderen Bereich nach unten neigt oder beim Überfahren einer Kuppe im vorderen
Bereich nach oben neigt und hierdurch der Fahrzeugsitz gegenüber dem restlichen Fahrzeug
entweder nach hinten gemäß Fig. 2c oder nach vorne gemäß Fig. 2a schwenkt.
[0038] In Fig. 3a und 3b sind technische Details des Fahrzeugsitzes gemäß der ersten Ausführungsform
der Erfindung, der in einer Seitendarstellung zusammen mit einer Ausschnittsdarstellung
gemäß Fig. 3b wiedergegeben ist, dargestellt.
[0039] Wie diesen Darstellungen gemäß Fig. 3a und 3b zu entnehmen ist, weisen die Schwenklagerungen,
die vorder- und rückseitig in dargestellter trapezförmiger Form ausgerichtet angeordnet
sind und sowohl linksseitig als auch rechtsseitig an dem Sitz befestigt sind, erste
Schwenkachsen 12 und 13 und zweite Schwenkachsen 23, 14 auf.
[0040] Die erste Schwenklagerung im vorderen Bereich mit den Schwenkachsen 12 und 23 weist
einen Hebelarm 21 auf, der die beiden Schwenkachsen 12 und 23 miteinander verbindet.
Die Schwenkachse 12 ist in einem aufgrund der Querschnittsdarstellung nicht näher
dargestellten Abschnitt des Unterteils 11 des Fahrzeugsitzes schwenkbar gelagert und
mit einem Seitenbauteil des zwischen den Seitenrahmen des Unterteiles 11 angeordneten
Sitzoberteiles befestigt. Dies trifft ebenso auf die zweite Schwenklagerung mit den
Schwenkachsen 13, 14 und dem Hebelarm 23 zu. Auf diese Weise ist nahezu der gesamte
Sitz in dem Sitzunterteil wippend gelagert, insbesondere auch aufgrund der Tatsache,
dass die Hebelarme 21 und 22 nach unten betrachtet zueinander hingewandt ausgerichtet
sind. Somit findet ständig ein Zurückpendeln des Fahrzeugsitzes innerhalb des Unterteiles
11 statt.
[0041] Zusätzlich ist eine Dämpfereinrichtung 24 an der zweiten Schwenklagerung angeordnet,
wobei die zweite Schwenklagerung den Hebelarm 22 in gebogener Form aufweist.
[0042] Die Dämpfereinrichtung 24 ist vorteilhaft schwenkbar in einem Punkt 25 gelagert und
ermöglicht das Abdämpfen der Schwingungsbewegungen des Fahrzeugsitzes im Ausgleich
zu den Nickbewegungen des Fahrzeuges. Hierfür ist die Dämpfereinrichtung 24 mit einem
Kolben 26 an dem gebogenen Hebelarm 22 befestigt.
[0043] Die Hebelarme 21 und 22 weisen vorzugsweise an ihren ersten und zweiten Enden 21
a, 21 b, 22a und 22b die ersten und zweiten Schwenkachsen auf. Jedoch ist auch denkbar,
dass die Schwenkachsen mehr von den Enden 21 a, 21 b, 22a und 22b der Hebelarme 21
1 und 22 beabstandet sind.
[0044] Durch die Anordnung der Schwenkachse 14 innerhalb einer hier nicht näher dargestellten
Kurvenbahn, die in dem Fahrzeugsitzunterteil 11 angeordnet ist und beispielsweise
mit dem Bezugszeichen 15 der Fig. 1 entnehmbar ist, wird die Wippbewegung des Fahrzeugsitzes
als Ausgleich zu der Nickbewegung des Fahrzeuges auf einer vorgegebenen Kurve bzw.
Bogenform durchgeführt. Dies ermöglicht ein gezieltes Steuern der Schwenkbewegung
und somit auch ein Beeinflussen eines fiktiven Schwenkpunktes bzw. einer fiktiven
Schwenkachse, um welche der Fahrzeugsitz verschwenkt wird.
[0045] In Fig. 4 ist in einer perspektivischen Darstellung der Fahrzeugsitz gemäß einer
zweiten Ausführungsform der Erfindung gezeigt. Gleiche und gleichbedeutende Bauteile
werden mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0046] Dieser Darstellung ist zu entnehmen, dass der Fahrzeugsitz sich von dem Fahrzeugsitz
gemäß der ersten Ausführungsform darin unterscheidet, dass er zusätzlich zu den seitlichen
in längshorizontaler Richtung wirkenden Schwenklagerungen 12, 13, die an den Enden
11a und 11 b des Sitzunterteiles 11 angebracht sind, zusätzliche Schwenklagerungen
an vorderseitigen- und rückseitigen Wandungen 27, 29 des Unterteils angebracht sind,
die in Fahrzeugbreitenrichtung, also in Fahrzeugsitzbreitenrichtung, wirken. Dies
ermöglicht, dass auch Kippbewegungen des Fahrzeuges in Seitenrichtung durch einen
derartigen Fahrzeugsitz ausgeglichen werden können.
[0047] Die weiteren Schwenklagerungen sind ebenso mit Hebeln 28 und Schwenkachsen 30 und
30a ausgestattet und sind im rückwärtigen Bereich an Enden 29b und 29a der rückwärtigen
Wandung 29 des Unterteiles angeordnet.
[0048] Zusätzliche Schwenklagerungen, die in Horizontalrichtung wirken, sind mit einer Schwenkachse
33 und einem Hebelarm 34, welche ebenso an einem nach oben ausgerichteten Vorsprung
32 des Unterteiles 11 angeordnet sind, dargestellt.
[0049] In Fig. 5a, 5b und 5c ist wiederum in einer Seitendarstellung der Fahrzeugsitz gemäß
der zweiten Ausführungsform der Erfindung in verschiedenen Schwenkpositionen, die
in Längsrichtung des Fahrzeuges und des Fahrzeugsitzes wirken, dargestellt.
[0050] Diesen Darstellungen ist zu entnehmen, dass die Linie 17, welche eine Z-Achse des
Fahrzeugsitzes wiedergibt und einen Kopf 19 mit einem SIP-Punkt 18 (Schwerpunkt) und
einer Schwenkachse 16 verbindet, eine andere Ausrichtung in den Fig. 5a und 5c aufweist,
als die Linie 20, welche eine Z-Achse des Fahrzeuges wiedergibt. So ist in Fig. 5a
diejenige Schwenkbewegung des Fahrzeugsitzes gegenüber dem Fahrzeug wiedergegeben,
wenn das Fahrzeug mit seiner Vorderachse in eine Senke fährt und hierdurch eine Schwenkbewegung
nach vorne durchführt. Der Fahrzeugsitz 4 hingegen verbleibt mit seiner Sitzfläche
4a in der Horizontalen, sodass eine Abweichung zwischen den Linien 17 und 20 stattfindet.
[0051] In Fig. 5c hingegen findet ein Überfahren eines Buckels mit der Vorderachse des Fahrzeuges
statt. Gleichzeitig bleibt der Fahrzeugsitz in der Sitzfläche 4a in der Horizontalen,
wohingegen das Fahrzeugsitzunterteil 11 durch das Überfahren des Buckels eine Schwenkbewegung
nach hinten erfährt. Dies wird ebenso durch einen Vergleich der beiden Linien 17 und
20 verdeutlicht.
[0052] In Fig. 6 sind technische Details in einer teilweise dargestellten Querschnittsdarstellung
zusammen mit einer Seitendarstellung des Fahrzeugsitzes wiedergegeben. Dieser Darstellung
ist zu entnehmen, dass eine zweite Schwenkachse 30a, die zu der Schwenklagerung für
eine Schwenkbewegung, welche in Fahrzeugbreitenrichtung bzw. Fahrzeugsitzbreitenrichtung
wirkt, ebenso innerhalb einer bogenförmigen Kurvenbahn angeordnet ist. Dies trifft
auch auf die zweite Schwenkachse 30 im vorderen Bereich des Fahrzeugsitzes zu. Ansonsten
sind gleiche und gleichbedeutende Bauteile mit gleichen Bezugszeichen zu dem Fahrzeugsitz
gemäß der ersten Ausführungsform dargestellt.
[0053] In Fig. 7a ist der Fahrzeugsitz gemäß der zweiten Ausführungsform der Erfindung in
einer teilweisen Querschnittsdarstellung, insbesondere im unteren Bereich, wiedergegeben,
wie es durch eine Querschnittsdarstellung gemäß Linie C.-C. gem. Fig. 7b verdeutlicht
wird.
[0054] Der Darstellung gem. Fig. 7a ist zu entnehmen, dass im rückwärtigen Bereich des Fahrzeugsitzes
ebenso Hebelarme 39 und 40 in ähnlicher Weise vorhanden sind, wie bei den Schwenklagerungen,
welche in längshorizontaler Richtung wirken. Bei diesen dargestellten Schwenklagerungen,
welche in Seitenrichtung wirken bzw. Fahrzeugbreitenrichtung wirken, sind bekannterweise
die beiden Hebel 39 und 40 angeordnet, die mittels Schwenkachsen 45, 30 und 42, 41
an dem Unterteil und an Bauteilen des Fahrzeugsitzoberteiles angeordnet sind. Ebenso
ist eine Dämpfereinrichtung 43 mit einem Kolben 44 dargestellt, wobei der Kolben 44
mit dem bereits beschriebenen gekrümmten Hebelarm 39, der um die Schwenkachse 30 schwenkbar
ist, verbunden ist.
[0055] In den Fig. 8a, 8b und 8c ist der Fahrzeugsitz gemäß der zweiten Ausführungsform
der Erfindung in verschiedenen Schwenkpositionen, welche in Fahrzeugbreitenrichtung
wirken, dargestellt. Diesen Darstellungen ist wieder zu entnehmen, dass die Fahrzeugsitzachse
bzw. Fahrersitzachse 17 bei einer seitlichen Fahrzeugauslenkung nach links eine Abweichung
gegenüber der Fahrzeugachse 20 aufweist. Ebenso ist in Fig. 8c dargestellt, dass in
entgegengesetzter Richtung die Fahrzeugsitzachse 17 gegenüber der Fahrzeugachse 20
um einen Winkel nach links ausgerichtet ist, also die Fahrzeugachse 20 sich aufgrund
einer Bewegung des Fahrzeuges nach rechts auch nach rechts geneigt ist.
[0056] Sämtliche Hebelarme können auch beispielsweise durch Riemen oder dergleichen Teile
ersetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 3
- Fahrzeugkabine
- 4
- Fahrzeugsitz
- 4a
- Sitzoberfläche
- 4b
- Rückenlehne
- 8
- Fahrzeuglängsrichtung
- 9
- Doppelpfeil
- 10
- Faltenbalg
- 11
- Fahrzeugsitzunterteil
- 12
- Schwenkachse
- 13
- Schwenklagerung
- 14
- Schwenklagerung
- 15
- Kurvenbahn
- 16
- Schwenkpunkt
- 17
- Verbindungslinie
- 18
- SIP-Punkt
- 19
- Kopf
- 20
- Vertikale
- 21
- Hebelarm
- 21a
- Ende
- 21b
- Ende
- 22
- Hebelarm
- 22a
- Ende
- 22b
- Ende
- 23
- Schwenkachse
- 24
- Dämpfereinrichtung
- 25
- Punkt
- 26
- Kolben
- 27
- Wandung
- 28
- Hebel
- 29
- Wandung
- 29a
- Ende
- 29b
- Ende
- 30
- Schwenkachse
- 30a
- Schwenkachse
- 31
- Kurvenbahn
- 32
- Vorsprung
- 33
- Schwenkachse
- 34
- Hebelarm
- 36
- Schwenkachse
- 39
- Hebel
- 40
- Hebel
- 41
- Schwenklagerung
- 42
- Schwenklagerung
- 43
- Dämpfereinrichtung
- 44
- Dämpfereinrichtung
- 45
- Schwenklagerung
- 50
- Kurvenbahn
1. Fahrzeugschwingungsvorrichtung für einen Fahrzeugsitz (4, 4a, 4b) oder eine Fahrzeugkabine
(3) mit einem Unterteil (11, 29) und einem gegenüber dem Unterteil (11, 29) mittels
mindestens einer Dämpfereinrichtung (24 - 26, 43, 44), federngelagertem Oberteil (4a,
4b),
wobei das Oberteil (4a, 4b) an dem Unterteil (11, 29) hängend gelagert ist, sodass
das Oberteil (4a, 4b) bei Auftreten von Schwingungen zwischen dem Oberteil (4a, 4b)
und dem Unterteil (11, 29) um eine fiktive oder reelle, unterhalb des Oberteils (4a,
4b) angeordnete, sich in Fahrzeugbreitenrichtung oder Fahrzeuglängsrichtung (8) erstreckende
Achse (16) schwenkbar ist und
wobei ein mittels einer zweiten Schwenkachse (23, 14; 36, 41) am Oberteil (4a, 4b)
angebrachtes zweites Ende (21 b, 22b) jeweils mindestens eines Hebelarms (21, 22;
39, 40) einer ersten und einer zweiten Schwenklagerung (12, 21, 23; 13, 14, 22; 30,
39, 45; 40, 41, 42), mittels der das Unterteil (11, 29) und das Oberteil (4a, 4b)
miteinander verbunden sind, unterhalb eines mittels einer ersten Schwenkachse (42,
45; 12, 13) am Unterteil (11, 29) angebrachten ersten Endes (21 a, 22a) liegt und
die Hebelarme (21, 22; 39, 40) nach unten betrachtet zueinander hingewandt ausgerichtet
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Schwenkachse (14, 30) der zweiten Schwenklagerung innerhalb einer am Unterteil
(11, 29) angebrachten Kurvenbahn (15, 31) verschiebbar ist.
2. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils eine erste Schwenklagerung an im Fahrzeugvorderbereich des Oberteils (4a,
4b) sich nach oben erstreckenden Seitenwandungen des Unterteils (11) einerseits und
an zwischen den fahrzeuglinks- und fahrzeugrechtsseitigen Seitenwandungen (11) angeordneten
Seitenbauteilen des Oberteils (4a, 4b) andererseits angeordnet ist.
3. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils eine zweite Schwenklagerung an im Fahrzeug hinteren Bereich des Oberteils
(4a, 4b) sich nach oben erstreckenden Seitenwandungen des Unterteils (11) einerseits
und an zwischen den fahrzeuglinks- und fahrzeugrechtsseitigen Seitenwandungen (11)
angeordneten Seitenbauteilen des Oberteils (4a, 4b) angeordnet ist.
4. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die ersten und zweiten Schwenklagerungen an fahrzeugvorderseitigen und fahrzeugrückseitigen
Vorderseite- und Rückseite-Wandungen des Unterteils (28, 29) und an vorderseitigen
und rückseitigen Bauteilen des Oberteils (4a, 4b) zur Durchführung einer Schwenkbewegung
in Fahrzeugbreitenrichtung angeordnet sind.
5. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schwenkbewegung des schwenkbaren Oberteils (4a, 4b) mittels einer Dämpfereinrichtung
(24 - 26; 43, 44) mit einer der Schwenkbewegung entgegenwirkenden Dämpfungskraft zur
Schwingungsdämpfung beaufschlagbar ist, wobei die Dämpfereinrichtung (24 - 26; 43,
44) mit mindestens einem der Hebelarme (21, 22; 39, 40) einerseits und dem Unterteil
(11, 29) andererseits verbunden ist.
6. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Oberteil ein Fahrzeugsitzoberteil (4a, 4b) und das Unterteil ein mit einem Fahrzeugkarosserieteil
oder-rahmen und/oder mit einem Fahrzeugkabinenteil (3, 6) verbundenes Fahrzeugsitzunterteil
(11, 29) sind.
7. Fahrzeugschwingungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Oberteil eine Fahrzeugkabine (3) und das Unterteil ein Fahrzeugrahmenteil sind.
1. Vehicle oscillation device for a vehicle seat (4, 4a, 4b) or a vehicle cab (3), comprising
a lower part (11, 29) and an upper part (4a, 4b) which is spring mounted relative
to the lower part (11, 29) by means of at least one damper apparatus (24-26, 43, 44),
the upper part (4a, 4b) being suspended on the lower part (11, 29) so that, when oscillations
occur between the upper part (4a, 4b) and lower part (11, 29), the upper part (4a,
4b) can swivel about an imaginary or real axis (16) which is arranged below the upper
part (4a, 4b) and extends in the width direction or longitudinal direction (8) of
the vehicle, and a second end (21 b, 22b) of at least one lever arm (21, 22; 39, 40)
of a first and a second swivel bearing (12, 21, 23; 13, 14, 22; 30, 39, 45; 40, 41,
42), by means of which the lower part (11, 29) and the upper part (4a, 4b) are interconnected,
which end is attached to the upper part (4a, 4b) by means of a second swivel axis
(23, 14; 36, 41), being located below a first end (21 a, 22a) which is attached to
the lower part (11, 29) by means of a first swivel axis (42, 45; 12, 13), and the
lever arms (21, 22; 39, 40) being oriented pointing towards one another when viewed
downwardly, characterised in that the second swivel axis (14, 30) of the second swivel bearing can be moved within
a curved track (15, 31) which is attached to the lower part (11, 29).
2. Vehicle oscillation device according to claim 1, characterised in that in each case a first swivel bearing is arranged both on side walls of the lower part
(11) which extend upwards in the vehicle front region of the upper part (4a, 4b) and
on side components of the upper part (4a, 4b) which are arranged between the side
walls (11) on the left- and right-hand sides of the vehicle.
3. Vehicle oscillation device according to either claim 1 or claim 2, characterised in that in each case a second swivel bearing is arranged both on side walls of the lower
part (11) which extend upwards in the vehicle rear region of the upper part (4a, 4b)
and on side components of the upper part (4a, 4b) which are arranged between the side
walls (11) on the left- and right-hand sides of the vehicle.
4. Vehicle oscillation device according to any of claims 1 to 3, characterised in that the first and second swivel bearings are arranged on front and rear walls of the
lower part (28, 29) at the vehicle rear and front, and on front and rear components
of the upper part (4a, 4b), in order to carry out a swivelling movement in the width
direction of the vehicle.
5. Vehicle oscillation device according to any of claims 1 to 4, characterised in that the swivelling movement of the swivelling upper part (4a, 4b) can be subjected, by
means of a damper apparatus (24-26; 43, 44), to a damping force opposing the swivelling
movement in order to damp the oscillation, the damper apparatus (24-26; 43, 44) being
connected at one end to at least one of the lever arms (21, 22; 39, 40) and at the
other end to the lower part (11, 29).
6. Vehicle oscillation device according to any of the preceding claims, characterised in that the upper part is a vehicle seat upper part (4a, 4b) and the lower part is a vehicle
seat lower part (11, 29) which is connected to a vehicle body part or frame and/or
to a vehicle cab part (3, 6).
7. Vehicle oscillation device according to any of claims 1 to 5, characterised in that the upper part is a vehicle cab (3) and the lower part is a vehicle frame part.
1. Dispositif pour des vibrations de véhicule destiné à un siège de véhicule (4, 4a,
4b) ou une cabine de véhicule (3) comportant une partie inférieure (11, 29) et une
partie supérieure (4a, 4b) disposée de manière amortie par rapport à la partie inférieure
(11, 29) à l'aide d'au moins un dispositif d'amortissement (24-36, 43, 44),
la partie supérieure (4a, 4b) étant suspendue sur la partie inférieure (11, 29), de
façon à ce que la partie supérieure (4a, 4b) soit pivotante, lors de l'apparition
de vibrations entre la partie supérieure (4a, 4b) et la partie inférieure (11, 29),
autour d'un axe (16), fictif ou réel, situé en dessous de la partie supérieure (4a,
4b), s'étendant dans le sens de la largeur du véhicule ou dans le sens de la longueur
du véhicule (8) et
une deuxième extrémité (21 b, 22b), montée sur la partie supérieure (4a, 4b) à l'aide
d'un deuxième axe de pivotement (23, 14 ; 36, 41), d'au moins un bras de levier (21,
22 ; 39, 40) d'un premier et d'un deuxième logement pivotant (12, 21, 23 ; 13, 14,
22 ; 30, 39, 45 ; 40, 41, 42), à l'aide desquels la partie inférieure (11, 29) et
la partie supérieure (4a, 4b) sont reliées entre elles, se trouvant en dessous d'une
première extrémité (21 a, 22a) montée sur la partie inférieure (11, 29) à l'aide d'un
premier axe de pivotement (42, 45 ; 12, 13) et les bras de levier (21, 22 ; 39, 40)
étant orientés l'un vers l'autre en vue du dessus.
caractérisé en ce que
le deuxième axe de pivotement (14, 30) du deuxième logement de pivotement est coulissant
à l'intérieur d'une piste courbe (15, 31) disposée sur la partie inférieure (11, 29).
2. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'à chaque fois le premier logement de pivotement se trouve, d'une part, sur les parois
latérales, situées au niveau de la partie avant de la partie supérieure du véhicule
et s'étendant vers le haut, de la partie inférieure (11) et, d'autre part, sur les
composants latéraux de la partie supérieure (4a, 4b) situés entre les parois latérales
(11) côté gauche et côté droit du véhicule.
3. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon l'une des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'à chaque fois un deuxième logement de pivotement se trouve, d'une part, sur les parois
latérales de la partie inférieure (11), qui s'étendent vers le haut dans la partie
arrière de la partie supérieure (4a, 4b) du véhicule, et sur les composants latéraux
de la partie supérieure (4a, 4b) situés entre les parois latérales (11) côté gauche
et côté droit du véhicule.
4. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que les premier et deuxième logements de pivotement se trouvent sur les parois avant
et arrière, côté avant et côté arrière du véhicule, de la partie inférieure (28, 29)
et sur des composants avant et arrière de la partie supérieure (4a, 4b) pour la réalisation
d'un mouvement de pivotement dans le sens de la largeur du véhicule.
5. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que le mouvement de pivotement de la partie supérieure (4a, 4b) pivotante peut être réalisé
à l'aide d'un dispositif d'amortissement (24-26 ; 43, 44) avec une force d'amortissement
compensant le mouvement de pivotement afin d'amortir les vibrations, le dispositif
d'amortissement (24-26 ; 43, 44) étant relié avec au moins un des bras de levier (21,
22 ; 39, 40), d'une part, et la partie inférieure (11, 29), d'autre part.
6. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la partie supérieure est une partie supérieure de siège de véhicule (4a, 4b) et la
partie inférieure est une partie inférieure de siège de véhicule (11, 29) relié à
une partie de carrosserie ou de châssis de véhicule et/ou à une partie de cabine de
véhicule (3, 6).
7. Dispositif pour des vibrations de véhicule selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que la partie supérieure est une cabine de véhicule (3) et la partie inférieure est une
partie de châssis de véhicule.