[0001] Die Erfindung betrifft ein Unterseeboot mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmalen.
[0002] Aus
DE 10 2009 019 539 ist ein Unterseeboot bekannt, das neben einem Propellerhauptantrieb zusätzlich einen
Hilfsantrieb mit einem Inline-Thruster aufweist. Der Hilfsantrieb dient dazu, das
Unterseeboot bei Nichtbetrieb oder sehr geringen Drehzahlen des Propellerhauptantriebs
auf möglichst engem Raum zu manövrieren. Wenn der Hilfsantrieb nicht benötigt wird,
ist er in einem Zwischenraum zwischen dem Druckkörper des Unterseeboots und einer
davon beabstandeten Außenhaut angeordnet. Soll der Hilfsantrieb eingesetzt werden,
wird sein Inline-Thruster von dort mittels einer Schwenkmechanik in eine Betriebsstellung
außenseitig der Außenhaut verbracht. Hierzu ist der Inline-Thruster in einem Gestell
angeordnet, das um einen Winkel von etwa 90° von einer Lagerungsposition des Inline-Thrusters
zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut des Unterseeboots in eine Arbeitsposition
außerhalb der Außenhaut schwenkbar ist. In der Arbeitsposition kann die Achsrichtung
des in dem Gestell drehbar gelagerten Inline-Thrusters und damit einhergehend seine
Schubrichtung mit einem Drehantrieb in eine Ebene parallel zu einer Längsachse des
Unterseeboots in einem Winkelbereich von 180° eingestellt werden.
[0003] Als nachteilig erweist es sich bei dem bekannten Unterseeboot, dass der Hilfsantrieb
einen verhältnismäßig komplizierten konstruktiven Aufbau aufweist und in der Lagerungsposition
einen vergleichsweise gro-βen Raum zwischen Druckkörper und Außenhaut einnimmt. Des
Weiteren ist die Öffnung, durch die der Inline-Thruster von der Lagerungsposition
in die Arbeitsposition bewegt wird, verhältnismäßig groß. Dementsprechend ist an der
Außenhaut des Unterseeboots zwischen einer Verkleidung, mit der die Öffnung bei Nichtbetrieb
des Hilfsantriebs verschlossen wird, und der diese Verkleidung umgebenden Außenhaut
ein vergleichsweise langer Spalt ausgebildet. Dieser Spalt ist insofern ungünstig,
als er zu bei militärischen Unterseebooten unerwünschten Strömungsgeräuschen führen
kann.
[0004] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde ein Unterseeboot
zu schaffen, das einen Hilfsantrieb mit einem Inline-Thruster aufweist, der in einer
Lagerungsposition zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut des Unterseeboots weniger
Raum als bislang in Unterseebooten eingesetzte Hilfsantriebe einnimmt, wobei der Inline-Thruster
über eine möglichst kleine Öffnung an der Außenhaut in seine Arbeitsposition außenseitig
der Außenhaut verbracht werden soll.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Unterseeboot mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Unterseeboots ergeben sich aus den
Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung. Hierbei können
gemäß der Erfindung die in den Unteransprüchen angegebenen Merkmale jeweils für sich,
aber auch in technisch sinnvoller Kombination die erfindungsgemäße Lösung gemäß Anspruch
1 weiter ausgestalten.
[0006] Das erfindungsgemäße Unterseeboot, bei dem es sich typischerweise aber nicht notwendigerweise
um ein bemanntes Unterseeboot und vorzugsweise um ein militärisches Unterseeboot handelt,
weist einen Inline-Thruster auf. Dieser Inline-Thruster bildet eine Antriebsvorrichtung
und bevorzugt einen Hilfsantrieb, der beispielsweise zum Manövrieren des Unterseeboots
dient oder dazu benutzt werden kann, das Unterseeboot beim Aussetzen von Spezialeinsatzkräften
ruhig in der Strömung zu halten. Als Hauptantrieb kann bei dem erfindungsgemäßen Unterseeboot
ein Propellerantrieb vorgesehen sein, der in üblicher Weise am Heck des Unterseeboots
angeordnet ist. Der Inline-Thruster ist bei Nichtbenutzung in einem Zwischenraum zwischen
einem Druckkörper und einer an der Außenseite des Druckkörpers beabstandet von dem
Druckkörper angeordneten Außenhaut des Unterseeboots gelagert. Bevorzugt ist dieser
Zwischenraum an einer Unterseite bzw. im Bereich des Kiels am Vorschiff des Unterseeboots
ausgebildet.
[0007] Gemäß der Erfindung ist der Inline-Thruster mit einem außerhalb des Druckkörpers
angeordneten Linearantrieb von einer Lagerungsposition in dem Zwischenraum zwischen
dem Druckkörper und der Außenhaut in eine lineare Endposition verfahrbar und in der
Endposition in einer Ebene normal zu seiner linearen Verfahrrichtung mit einem Drehantrieb
drehbar. D.h., in der Lagerungsposition ist der Inline-Thruster bereits so ausgerichtet,
dass die Ausrichtung einer Rotordrehachse des Inline-Thrusters mit derjenigen in der
Endposition, d.h. der Arbeitsposition des Inline-Thrusters außerhalb der Außenhaut
des Unterseeboots übereinstimmt. Von der Lagerungsposition ist der Inline-Thruster
translatorisch bzw. gradlinig in seine definierte, d.h. vorher festgelegte Endposition
bewegbar, in der er einen Abstand von dem Bootskörper des Unterseeboots hat. Dort
ist die Achsrichtung und damit einhergehend die Schubrichtung des Inline-Thruster
mittels des Drehantriebs in einer Ebene normal zu seiner translatorischen Ausfahrrichtung
einstellbar. Indem der Inline-Thruster linear von seiner Lagerungsposition in seine
Endposition verfahrbar ist, wird sein maximaler Raumbedarf quer zu seiner Ausfahrrichtung
in der Lagerungsposition im Wesentlich allein durch seinen maximalen Querschnitt in
einer Ebene normal zur Ausfahrrichtung bestimmt. Insofern benötigt der Inline-Thruster
des erfindungsgemäßen Unterseeboots einen deutlich geringeren Raum in dem Zwischenraum
zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut des Unterseeboots als der bislang bekannte
ausschwenkbare Inline-Thruster. Darüber hinaus kann eine Öffnung an der Außenhaut,
über die der Inline-Thruster von der Lagerungsposition in die Endposition und umgekehrt
verfahren wird, und damit einhergehend eine die Öffnung verschließende Verkleidung
strömungsgünstig deutlich kleiner als bislang erforderlich ausgebildet sein.
[0008] Bei dem Linearantrieb für den Inline-Thruster kann es sich grundsätzlich um einen
hydraulischen oder pneumatischen Linearantrieb handeln. Der Inline-Thruster kann mit
einem solchen Linearantrieb direkt oder indirekt über ein Getriebe gekoppelt sein.
Allerdings haben hydraulische und pneumatische Antriebe den Nachteil, dass bei Undichtigkeiten
Seewasser in die Antriebe und von dort in das Hydraulik- bzw. Pneumatiksystem des
Unterseeboots gelangen kann. Daher ist der Linearantrieb für den Inline-Thruster bevorzugt
elektrisch betätigbar ausgebildet. Demzufolge handelt es sich bei dem Linearantrieb
vorzugsweise um einen elektromechanischen Antrieb, was gegenüber pneumatischen und
hydraulischen Antrieben den weiteren Vorteil hat, dass lediglich elektrische Leitungen
durch die Wandung des Druckkörpers des Unterseeboots geführt werden müssen, die deutlich
einfacher als durch die Druckkörperwandung geführte Druckluft- oder Hydraulikleitungen
druckdicht abgedichtet werden können.
[0009] Mit dem elektrisch betätigten Antrieb kann der Inline-Thruster direkt bewegungsgekoppelt
sein. So kann beispielsweise ein elektrisch betätigter Linearmotor vorgesehen sein,
mit dem der Inline-Thruster von seiner Lagerungsposition zu seiner Endposition außerhalb
der Außenhaut und umgekehrt bewegt werden kann. Bevorzugt wird der Linearantrieb α-ber
von einem Elektromotor und einem damit gekoppelten Getriebe gebildet. Dies hat den
Vorteil, dass auch rotatorische Antriebsmotoren verwendet werden können, wobei die
Drehbewegung des Rotors des Antriebsmotors von dem Getriebe in eine Linearbewegung
umgewandelt wird.
[0010] In diesem Zusammenhang ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Inline-Thruster mit
einer Spindelmutter eines elektrisch betätigten Spindeltriebs bewegungsgekoppelt ist.
Mit dem Spindeltrieb lässt sich ein besonders raumsparender, schmaler Linearantrieb
für den Inline-Thruster verwirklichen. Hierbei ist die Gewindespindel des Spindeltriebs
direkt mit dem Rotor eines Elektromotors bewegungsgekoppelt, d.h. drehbeweglich verbunden.
Die Längsachse der Gewindespindel ist typischerweise in Ausfahrrichtung des Inline-Thrusters
ausgerichtet. Die auf der Gewindespindel aufgeschraubte Spindelmutter, mit der der
Inline-Thruster verbunden ist, ist zweckmäßigerweise gegen ein Verdrehen gesichert,
sodass sie sich bei Rotation der Gewindespindel in Richtung der Längsachse der Gewindespindel,
also in Aus- bzw. Einfahrrichtung des Inline-Thrusters bewegt.
[0011] Obwohl der Drehantrieb, mit dem der Inline-Thruster in der Endposition außerhalb
der Außenhaut des Unterseeboots in einer Ebene normal zur linearen Ausfahrrichtung
drehbar ist, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar ausgebildet sein kann, ist eine
Ausgestaltung des Drehantriebs bevorzugt, bei der dieser elektrisch betätigt ausgebildet
ist. So kann ein die Drehachse des Inline-Thrusters bildendes Bauteil direkt mit dem
Rotor eines Elektromotors drehbeweglich verbunden sein oder ggf. selbst den Rotor
des Elektromotors bilden. Mit dem Elektromotor ist der Drehwinkel des Inline-Thrusters
stufenlos einstellbar. Die Verwendung eines elektrisch betätigten Drehantriebs für
den Inline-Thruster ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn auch dessen Linearantrieb
elektrisch betätigbar ausgebildet ist, da in diesem Fall nur eine durch die Druckkörperwandung
geführte gemeinsame elektrische Versorgungsleitung für den Linearantrieb und den Drehantrieb
erforderlich ist.
[0012] Besonders vorteilhaft ist der Inline-Thruster mit dem Drehantrieb in einem Winkelbereich
von 360° drehbar. D.h., der Inline-Thruster ist in einer Ebene normal zu seiner linearen
Ausfahrrichtung zumindest einmal vollständig um seine Drehachse drehbar und kann demnach
in jede beliebige Winkelstellung gedreht werden und so ohne eine Schubumkehrung einen
Schub in jede Richtung parallel, quer oder schräg zur Längsachse des erfindungsgemäßen
Unterseeboots erzeugen.
[0013] Bevorzugt bildet ein mit dem Linearantrieb des Inline-Thrusters bewegungsgekoppelter
Ausfahrmast die Drehachse, um die der Inline-Thruster in einer Ebene normal zu seiner
linearen Ausfahrrichtung drehbar ist. Vorteilhaft kann dann der Ausfahrmast den Rotor
des hierzu erforderlichen Drehantriebs bilden oder mit dem Rotor des Drehantriebs
starr verbunden sein. Um bei einer solchen Ausgestaltung den Inline-Thruster in einem
Winkelbereich von 360° drehen zu können, kann der Linearantrieb vorteilhafterweise
mit dem Drehantrieb bewegungsgekoppelt sein. Dies bedeutet, dass bei dieser Weiterbildung
der Linearantrieb des Inline-Thrusters bei Drehung des Inline-Thrusters ebenfalls
in einer Ebene normal zur linearen Ausfahrrichtung des Inline-Thruster um denselben
Winkel wie der Inline-Thruster verdreht wird. Bei der Bewegungskopplung von Drehantrieb
und Linearantrieb ist der Drehantrieb vorzugsweise ortsfest in dem Zwischenraum zwischen
Druckkörper und Außenhaut des Unterseeboots angeordnet. Bei einer Ausgestaltung, bei
der ein elektrisch betätigter Spindeltrieb den Linearantrieb des Inline-Thrusters
bildet, ist zweckmäßigerweise der gesamte Linearantrieb, d.h., die Gewindespindel
und die Spindelmutter des Spindeltriebs sowie ein mit der Gewindespindel bewegungsgekoppelter
Elektromotor in dem Zwischenraum zwischen Druckkörper und Außenhaut des Unterseeboots
drehbar gelagert.
[0014] Wenn sowohl der Linearantrieb als auch der Drehantrieb elektrisch betätigbar ausgebildet
sind, ist vorzugsweise weiter vorgesehen, dass der Linearantrieb mit dem Drehantrieb
oder umgekehrt, der Drehantrieb mit dem Linearantrieb spannungsverbindbar ist. Hierbei
können der Linearantrieb und der Drehantrieb über eine elektrische Versorgungsleitung
miteinander verbunden sein. Allerdings muss diese Versorgungsleitung bei einer Ausgestaltung,
bei der der Drehantrieb und der Linearantrieb des Inline-Thrusters miteinander bewegungsgekoppelt
sind, sehr lang ausgebildet sein, um einen Drehwinkelbereich von 360° zu ermöglichen.
Daher ist in diesem Fall eine Ausgestaltung bevorzugt, bei der der Linearantrieb über
Gleitkontakte, beispielsweise über ein Schleifringsystem, mit einer elektrischen Energieversorgung
des Drehantriebs spannungsverbindbar ist. Auf diese Weise ist auch bei beliebiger
Verdrehung des Linearantriebs gegenüber dem feststehenden Drehantrieb die Spannungsversorgung
des Linearantriebs über den Drehantrieb sichergestellt.
[0015] In weiterer vorteilhafter Weiterbildung ist zur Spannungsversorgung des Inline-Thrusters
eine Steckverbindung aus einem mit dem Inline-Thruster leitungsverbundenen feststehenden
Steckverbindungselement und einem mit der Spindelmutter des Linearantriebs bewegungsgekoppelten
Steckverbindungselement vorgesehen. Zweckmäßigerweise ist das mit dem Inline-Thruster
leitungsverbundene Steckverbindungselement derart ortsfest angeordnet, dass es von
dem mit der Spindelmutter bewegungsgekoppelten Steckverbindungselement dann kontaktiert
wird, wenn sich der Inline-Thruster in seiner End- bzw. Arbeitsposition außerhalb
der Außenhaut des Unterseeboots befindet. Bevorzugt ist das mit der Spindelmutter
bewegungsgekoppelte Steckverbindungselement über Gleitkontakte mit der Stromversorgung
des Drehantriebs leitungsverbunden.
[0016] Der Zwischenraum zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut des Unterseeboots, in
dem der Inline-Thruster gelagert ist, ist wasserdurchflutet. Um den Inline-Thruster
und dessen Antriebe, insbesondere bei gro-βer Tauchtiefe vor dem dort herrschenden
Wasserdruck zu schützen, ist der Inline-Thruster bevorzugt in seiner Lagerungsposition
in einem druckdicht verschließbaren Gehäuse angeordnet. Demzufolge ist in dem Zwischenraum
zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut ein Gehäuse angeordnet, das den Inline-Thruster
mitsamt seinem Linear- und Drehantrieb aufnimmt und von der Wasserumgebung druckdicht
abkapselt. Typischerweise weist das Gehäuse eine Öffnung auf, durch die der Inline-Thruster
in seine End- bzw. Arbeitsposition außerhalb der Außenhaut verfahren wird. Diese Öffnung
wird dann, wenn sich der Inline-Thruster in seiner Lagerungsposition in dem Gehäuse
befindet vorteilhaft von einem Deckel druckdicht verschlossen.
[0017] In diesem Zusammenhang ist eine Ausgestaltung vorteilhaft, bei der an einer Außenseite
eines Statorgehäuses des Inline-Thrusters ein Verkleidungselement angeordnet ist,
welches in der Lagerungsposition des Inline-Thrusters das Gehäuse, in dem der Inline-Thruster
in der Lagerungsposition angeordnet ist, druckdicht verschließt. Zweckmäßigerweise
ist dieses Verkleidungselement derart an dem Inline-Thruster angeordnet, dass es eine
an der Außenhaut ausgebildete Ausfahröffnung für den Inline-Thruster mit verschließt
und somit auch einen Teil der Außenhaut des Unterseeboots bildet.
[0018] Um zu verhindern, dass bei einem ausgefahrenen Inline-Thruster an der Öffnung des
Gehäuses zur Lagerung des Inline-Thrusters Strömungsverwirbelungen und damit einhergehende
Strömungsgeräusche entstehen und Fremdkörper eindringen, ist an der Außenseite des
Statorgehäuses des Inline-Thrusters weiter vorteilhaft auch ein Verkleidungselement
angeordnet, das in der Ausfahrposition des Inline-Thrusters das Gehäuse, in dem der
Inline-Thruster in der Lagerungsposition angeordnet ist, verschließt.
[0019] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- schematisch stark vereinfacht in einer geschnittenen Seitenansicht ein Unterseeboot,
- Fig. 2
- schematisch vereinfacht, ein Gehäuse mit einem darin gelagerten Inline-Thruster in
einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- das Gehäuse nach Fig. 2 in einer zweiten Seitenansicht,
- Fig. 4
- das Gehäuse nach Fig. 2 in einer Schnittansicht entlang der Schnittlinie 111-111 in
Fig. 2,
- Fig. 5
- das Gehäuse nach Fig. 2 in perspektivischer Darstellung,
- Fix. 6
- die Darstellung nach Fig. 2 mit einem ausgefahrenen Inline-Thruster,
- Fig. 7
- die Darstellung nach Fig. 3 mit einem ausgefahrenen Inline-Thruster,
- Fig. 8
- eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie VIII-VIII in Fig. 6,
- Fig. 9
- das Gehäuse nach Fig. 6 in perspektivischer Darstellung,
- Fig. 10
- vergrößert eine Einzelheit A aus Fig. 3 und
- Fig. 11
- vergrößert eine Einzelheit B aus Fig. 8
[0020] Das in Fig. 1 dargestellte Unterseeboot weist einen Druckkörper 2 auf, der teilweise
von einer Außenhaut 4 umgeben ist. Der Zwischenraum zwischen dem Druckkörper 2 und
der Außenhaut 4 ist wasserdurchflutet. Am Heck des Unterseeboots ist ein Propellerantrieb
6 angeordnet, der das Unterseeboot bei normalem Fahrbetrieb antreibt. Im Vorschiff
8 des Unterseeboots ist direkt bugseitig des Druckkörpers 2 ein Hilfsantrieb in Form
eines Inline-Thrusters 10 angeordnet. Der Inline-Thruster 10 ist in dem Zwischenraum
zwischen Druckkörper 2 und Außenhaut 4 in einem druckdichten Gehäuse 12 gelagert und
von dort am Kiel des Unterseeboots in eine Arbeitsstellung außenseitig der Außenhaut
4 verfahrbar.
[0021] Das Gehäuse 12 weist einen quaderförmigen Grundkörper 14 auf, der den Inline-Thruster
10 in der Lagerungsposition aufnimmt. An der Außenseite des Grundkörpers 14 sind Versteifungsrippen
16 angeordnet. Der Inline-Thruster 10 ist mittels eines Linearantriebs aus dem Grundkörper
14 des Gehäuses 12 ausfahrbar. Dieser Linearantrieb ist im Wesentlichen in einem Gehäuseteil
18 angeordnet, das sich an den Grundkörper 14 an einer von einer an dem Grundkörper
14 ausgebildeten Ausfahröffnung für den Inline-Thruster 10 abgewandeten Seite anschließt.
[0022] Die Ausfahröffnung des Gehäuses 12 wird bei in dem Grundkörper 14 eingefahrenem Inline-Thruster
10 von einem Verkleidungselement 20 druckdicht verschlossen, das bei aus dem Grundkörper
14 ausgefahrenem Inline-Thruster 10 an einem von der Ausfahröffnung abgewandten Außenbereich
eines Statorgehäuses 22 des Inline-Thrusters 10 angeordnet ist. Bei in dem Grundkörper
14 eingefahrenem Inline-Thruster 10 bildet das Verkleidungselement 20 einen Teil der
Außenhaut 4 des Unterseeboots. Zum Verschließen der Ausfahröffnung des Gehäuses 12
im ausgefahrenen Zustand des Inline-Thrusters 10 ist ein zweites Verkleidungselement
24 vorgesehen, das an der Außenseite des Statorgehäuses 22 dem Verkleidungselement
20 direkt diametral gegenüberliegend angeordnet ist (Fig. 8 und 9).
[0023] Wie aus den Fig. 10 und 11 deutlich wird, bildet ein Spindeltrieb den Linearantrieb
des Inline-Thrusters 10. Dieser Spindeltrieb weist eine Gewindespindel 26 auf, die
von einem Elektromotor 28 drehend angetrieben wird. Der Elektromotor 28 ist in einem
Fundament 30 angeordnet, das in einem von dem Grundkörper 14 abgewandten Endbereich
des Gehäuseteils 18 angeordnet ist. Über das Fundament 30 ist das Gehäuse 12 mit dem
Inline-Thruster 10 an der Bootsstruktur des Unterseeboots befestigt. Auf der Gewindespindel
28 ist eine Spindelmutter 32 aufgeschraubt. Die Spindelmutter 32 ist gegen ein Verdrehen
gesichert und kann sich so je nach Drehrichtung des Rotors des Elektromotors 28 auf
der Gewindespindel 26 von dem Elektromotor 28 weg oder in Richtung des Elektromotors
28 bewegen. An der von dem Elektromotor 28 abgewandten Seite ist an der Spindelmutter
32 ein mit dem Inline-Thruster 10 verbundener Ausfahrmast 34 befestigt. Indem die
Spindelmutter 32 auf der Gewindespindel 26 von dem Elektromotor 28 wegbewegt wird,
wird der Inline-Thruster 10 aus dem Gehäuse 12 in seine End- bzw. Arbeitsposition
außerhalb der Außenhaut des Unterseeboots ausgefahren.
[0024] Um den Inline-Thruster 10 in der End- bzw. Arbeitsposition in einer Ebene normal
zu seiner linearen Ausfahrrichtung bzw. normal zur Längsachse der Gewindespindel 28
drehen zu können, ist ein zweiter Elektromotor 36 vorgesehen. Dieser Elektromotor
36 ist in dem Gehäuseteil 18 in einem von dem Elektromotor 28 abgewandten Endbereich
angeordnet. In üblicher Weise weist der Elektromotor 36 einen Stator 38 auf, in dem
ein Rotor 40 drehbar gelagert angeordnet ist. Der Rotor 40 ist mit dem Ausfahrmast
34 des Inline-Thrusters 10 bewegungsgekoppelt. Mit dem Elektromotor 36 ist der Inline-Thruster
10 in einem Winkelbereich von 360° und größer um eine von der Längsachse des Ausfahrmastes
34 gebildete Drehachse drehbar.
[0025] Wie der Inline-Thruster 10 ist auch dessen gesamter Linearantrieb drehbar. Hierzu
ist der Linearantrieb in dem Gehäuseteil 18 in einem Innengehäuse 42 angeordnet. Das
Innengehäuse 42 ist im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet und um seine Mittelachse
drehbar. An einem von dem Inline-Thruster 10 abgewandten Ende wird das Innengehäuse
42 von einer Lagerbuchse 44 verschlossen. Die Lagerbuchse 44 greift mit gewissem Spiel
in eine Öffnung des Fundaments 30 ein. In der Lagerbuchse 44 ist der Elektromotor
28 zum Antrieb der Gewindespindel 26 angeordnet.
[0026] Über eine in der Zeichnung nicht dargestellte elektrische Versorgungsleitung ist
der Elektromotor 36 mit einer in dem Druckkörper 2 des Unterseeboots angeordneten,
ebenfalls nicht in der Zeichnung dargestellten Spannungsquelle leitungverbunden. Die
Spannungsversorgung des Elektromotors 28 erfolgt über den Elektromotor 36. Hierzu
ist in dem Gehäuseteil 18 ein Schleifring 46 angeordnet. Aus den Fig. 10 und 1 nicht
ersichtlich, ist der Schleifring 46 in radialer Richtung zweigeteilt und bildet auf
diese Weise einen rohrförmigen äußeren Gleitkontakt, der feststehend in dem Gehäuseteil
48 angeordnet ist und einen in dem äußeren Gleitkontakt angeordneten rohrförmigen
inneren Gleitkontakt, der an dem Innengehäuse 42 befestigt ist und mit dem Innengehäuse
42 relativ zu dem äußeren Gleitkontakt drehbar ist. Mit dem inneren Gleitkontakt ist,
in der Zeichnung nicht dargestellt, der ebenfalls drehbare Elektromotor 28 leitungsverbunden.
[0027] Auch die Spannungsversorgung des Inline Thrusters 10 erfolgt über den Elektromotor
36. In dem Gehäuseteil 18 ist ein Steckverbindungselement 48 an den Elektromotor 36
angrenzend angeordnet. Der Inline-Thruster 10 ist über eine nicht dargestellte elektrische
Versorgungsleitung mit dem Steckverbindungselement 48 verbunden. An der Spindelmutter
32 ist an der dem Elektromotor 36 zugewandten Seite ein zweites Steckverbindungselement
50 angeordnet. Beim Ausfahren des Inline-Thrusters 10 in seine End- bzw. Arbeitsstellung
wird das zweite Steckverbindungselement 50 mit der Spindelmutter 32 in Richtung des
ersten Steckverbindungselements 48 bewegt, bis ein an dem Steckverbindungselement
50 ausgebildeter ringförmiger Vorsprung in eine an dem Steckverbindungselement 48
ausgebildete Ringnut eingreift. In dieser Stellung ist das Steckverbindungselement
50 über Schleifkontakte mit dem Schleifring 46 und so mit der Spannungsversorgung
des Elektromotors 36 elektrisch leitungsverbunden.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 2
- - Druckkörper
- 4
- - Außenhaut
- 6
- - Propellerantrieb
- 8
- - Vorschiff
- 10
- - Inline-Thruster
- 12
- - Gehäuse
- 14
- - Grundkörper
- 16
- - Versteifungsrippe
- 18
- - Gehäuseteil
- 20
- - Verkleidungselement
- 22
- - Statorgehäuse
- 24
- - Verkleidungselement
- 26
- - Gewindespindel
- 28
- - Elektromotor
- 30
- - Fundament
- 32
- - Spindelmutter
- 34
- - Ausfahrmast
- 36
- - Elektromotor
- 38
- - Stator
- 40
- - Rotor
- 42
- - Innengehäuse
- 44
- - Lagerbuchse
- 46
- - Schleifring
- 48
- - Steckverbindungselement
- 50
- - Steckverbindungselement
- A
- - Einzelheit
- B
- - Einzelheit
1. Unterseeboot mit einem Inline-Thruster (10) als Antriebsvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) von einer Lagerungsposition in einem Zwischenraum zwischen
einem Druckkörper (2) des Unterseeboots und einer den Druckkörper (2) umgebenden Außenhaut
(4) mit einem außerhalb des Druckkörpers (2) angeordneten Linearantrieb in eine lineare
Endposition außerhalb der Außenhaut (4) verfahrbar ist und in der Endposition in einer
Ebene normal zu seiner linearen Verfahrrichtung mit einem Drehantrieb drehbar ist.
2. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb elektrisch betätigbar ausgebildet ist.
3. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) mit einer Spindelmutter (32) eines elektrisch betätigten
Spindeltriebs bewegungsgekoppelt ist.
4. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehantrieb elektrisch betätigbar ausgebildet ist.
5. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) mit dem Drehantrieb in einem Winkelbereich von 360° um seine
Achse in Ausfahrrichtung drehbar ist.
6. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb mit dem Drehantrieb bewegungsgekoppelt ist.
7. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb über Gleitkontakte mit einer elektrischen Energieversorgung des
Drehantriebs spannungsverbunden ist.
8. Unterseeboot nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) über Gleitkontakte mit der elektrischen Energieversorgung
des Drehantriebs spannungsverbunden ist.
9. Unterseeboot nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Spannungsversorgung des Inline-Thrusters eine Steckverbindung aus einem mit dem
Inline-Thruster (10) leitungsverbundenen feststehenden Steckverbindungselement (48)
und einem mit der Spindelmutter (32) des Linearantriebs bewegungsgekoppelten Steckverbindungselement
(50) vorgesehen ist.
10. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) in seiner Lagerungsposition in einem druckdicht verschließbaren
Gehäuse (12) angeordnet ist.
11. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Außenseite eines Statorgehäuses (22) des Inline-Thrusters (10) ein Verkleidungselement
(20) angeordnet ist, welches in der Lagerungsposition des Inline-Thrusters (10) das
Gehäuse (12), in dem der Inline-Thruster (10) in der Lagerungsposition angeordnet
ist, druckdicht verschließt.
12. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite des Statorgehäuses (22) des Inline-Thrusters (10) ein Verkleidungselement
(24) angeordnet ist, welches in der Ausfahrposition des Inline-Thrusters (10) das
Gehäuse (12), in dem der Inline-Thruster (10) in der Lagerungsposition angeordnet
ist, verschließt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ für folgende(n) Vertragsstaat(en):
1. Unterseeboot mit einem Inline-Thruster (10) als Antriebsvorrichtung, welcher von
einer Lagerungsposition in einem Zwischenraum zwischen einem Druckkörper (2) des Unterseeboots
und einer den Druckkörper (2) umgebenden Außenhaut (4) mit einem außerhalb des Druckkörpers
(2) angeordneten Linearantrieb in eine lineare Endposition außerhalb der Außenhaut
(4) verfahrbar ist und in der Endposition in einer Ebene normal zu seiner linearen
Verfahrrichtung mit einem Drehantrieb drehbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) mit dem Drehantrieb in einem Winkelbereich von 360° um seine
Achse in Ausfahrrichtung drehbar ist, und wobei der Linearantrieb mit dem Drehantrieb
bewegungsgekoppelt ist.
2. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb elektrisch betätigbar ausgebildet ist.
3. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) mit einer Spindelmutter (32) eines elektrisch betätigten
Spindeltriebs bewegungsgekoppelt ist.
4. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehantrieb elektrisch betätigbar ausgebildet ist.
5. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb über Gleitkontakte mit einer elektrischen Energieversorgung des
Drehantriebs spannungsverbunden ist.
6. Unterseeboot nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) über Gleitkontakte mit der elektrischen Energieversorgung
des Drehantriebs spannungsverbunden ist.
7. Unterseeboot nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Spannungsversorgung des Inline-Thrusters eine Steckverbindung aus einem mit dem
Inline-Thruster (10) leitungsverbundenen feststehenden Steckverbindungselement (48)
und einem mit der Spindelmutter (32) des Linearantriebs bewegungsgekoppelten Steckverbindungselement
(50) vorgesehen ist.
8. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Inline-Thruster (10) in seiner Lagerungsposition in einem druckdicht verschließbaren
Gehäuse (12) angeordnet ist.
9. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Außenseite eines Statorgehäuses (22) des Inline-Thrusters (10) ein Verkleidungselement
(20) angeordnet ist, welches in der Lagerungsposition des Inline-Thrusters (10) das
Gehäuse (12), in dem der Inline-Thruster (10) in der Lagerungsposition angeordnet
ist, druckdicht verschließt.
10. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenseite des Statorgehäuses (22) des Inline-Thrusters (10) ein Verkleidungselement
(24) angeordnet ist, welches in der Ausfahrposition des Inline-Thrusters (10) das
Gehäuse (12), in dem der Inline-Thruster (10) in der Lagerungsposition angeordnet
ist, verschließt.