(57) Die Erfindung betrifft ein flächiges Verbundmaterial für eine Wickelverpackung für
insbesondere stückiges Gut in Form eines länglichen Quaders mit zwei Stirnflächen
an den Enden, umfassend zumindest zwei der folgenden drei flächigen Bestandteile:
Papier und/oder Kunststoff und/oder Aluminium, passend miteinander verbunden, gegebenenfalls
mit weiteren Schichten, wie Haftvermittler, Druckvorlack, Druckschicht, Druckschutzlack
versehen und gegebenenfalls ihrerseits mehrlagig und/oder metallisiert.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundmaterial eine Schwächungslinie
aufweist, die im Abstand einer der Stirnflächen über mehr als 50 %, bevorzugt über
mehr als 70 % der Länge des Umfanges des Quaders reicht. So kann die Verpackung mit
nur einer Hand mittels des Daumens geöffnet werden.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Wickelverpackung entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1. Sie besteht somit im Wesentlichen aus einer aus Verbundmaterial bestehenden Folie,
bei der zumindest zwei der folgenden drei Bestandteile: Papier und/oder Kunststoff
und/oder Aluminium miteinander verbunden sind. Dabei können noch weitere Schichten,
wie Haftvermittler, Druckvorlacke, Druckschichten, Lackschichten zum Schutz des Druckes,
etc., vorgesehen sein und es können insbesondere die Kunststoffschichten mehrlagig
ausgebildet sein. Die Weiteren Schichten tragen aber zur mechanischen Festigkeit des
Verbundmaterials im technischen Sinn nichts bei.
[0002] Gattungsgemäße Folien werden insbesondere zum Verpacken von Kaugummistreifen, Pastillen,
Münzstapeln, und ähnlichem verwendet. Insbesondere sind Querschnitte von Materialstapeln
von 8 x 8 mm bis 20 x 40 mm und einer Höhe bzw. Länge von 40 bis 150 mm ins Auge gefasst,
wobei bei Querschnittsformen, die von rechteckigen Formen (mit abgerundeten Ecken)
abweichen, die entsprechenden Flächen gleicher Größe zu nehmen sind. Allgemein weist
die Packung somit die Form eines länglichen Quaders oder Zylinders, sei er schief
oder aufrecht, mit oder ohne abgerundeten Ecken oder auch mit ovalem Querschnitt,
auf.
[0003] Vorbekannte Verpackungsfolien werden in die entsprechende Größe gebracht, um den
Stapel gewickelt und an beiden Enden durch Einschlagen eines Übermaßes abgeschlossen.
Die innerste Schicht der verwendeten Folie, darunter wird in der Beschreibung und
den Ansprüchen stets die dem verpackten Gut am nächsten liegende Schicht verstanden,
ist passend siegelfähig gewählt, wobei die Siegelfähigkeit mit der obersten Schichte
der Folie (im Allgemeinen Druckschicht oder Schutzlack für den Druck) gegeben sein
muss. Dabei wird eine Längsnaht gesiegelt und es werden die eingeschlagenen Enden
an den beiden Stirnflächen durch Siegeln verbunden.
[0004] Derartige Verpackungen werden vielfach, wenn auch nicht ausschließlich, für Pastillen
oder Kaugummis verwendet und dabei sind üblicherweise Aufreißfäden in der Nachbarschaft
einer der Stirnflächen vorgesehen, um die Packung passend öffnen zu können. Dazu ist
es notwendig, zwei Hände zu verwenden: Mit einer Hand wird die eigentliche Packung
gehalten, mit der anderen Hand wird eine Lasche bzw. der Aufreißfaden direkt gehalten
und die Packung aufgerissen.
[0005] Es ist das Ziel der Erfindung eine derartige Packung anzugeben, die mit nur einer
Hand geöffnet werden kann, da dies in vielen Fällen, beispielsweise während des Lenkens
eines Kraftfahrzeugs, beim Halten eines Gegenstandes in einer Hand, beispielsweise
beim Telefonieren, und bei vielen anderen Verrichtungen praktisch ist, sodass ein
Bedarf an einer solchen Verpackung besteht.
[0006] Die Erfindung erreicht dieses Ziel durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale. Mit anderen Worten, es wird auf der Folie eine Schwächungslinie
vorgesehen, deren Verlauf, nach erfolgter Verpackung des Gutes, nahe einer der beiden
Stirnflächen liegt und dabei, in Richtung der Längsachse der Verpackung gesehen, im
Wesentlichen U-Form aufweist. Bei rechteckigem Querschnitt beginnt die Schwächungslinie
im Abstand von einer der Rechteckskanten auf einer Schmalseite, reicht über den restlichen
Teil der Schmalseite bis zu deren anderem Ende, geht von dort über die gesamte Länge
der Längsseite weiter, von der nächsten Ecke des Rechteckes entlang der zweiten Schmalseite
und endet im Abstand von der ersten Längsseite. Bevorzugt erstreckt sich die Schwächungslinie
dabei über 75% bis 95% der Länge der jeweiligen Schmalseite.
[0007] Bevorzugt ist, dass die Schwächungslinie in einer Ebene verläuft, die um nicht mehr
als 25° gegen die Quaderachse geneigt ist und dass der Durchdringungspunkt der Quaderachse
und der Ebene näher als 30 % der Quaderlänge, bevorzugt näher als 20 % der Quaderlänge
und besonders bevorzugt näher als 10 % der Quaderlänge an einer der beiden Stirnflächen
liegt. Die Achse wird somit 30:70 bzw. 20:80 oder, besonders bevorzugt, 10:90 geteilt.
[0008] Die Schwächungslinie wird entweder mittels eines rollenden Messers oder eines nach
Art einer Stanze geführten Messers auf der Innenseite der Folie angebracht, bevorzugt
wird sie aber mittels eines Laserstrahls geschaffen. Die Schwächung reicht von der
inneren Oberfläche der Folie bis zur inneren Oberfläche der Aluminiumfolie.
[0009] Auf diese Weise ist es möglich, die Verpackung in einer Hand zu halten, den mittleren
Abschnitt der Schwächungslinie dem Daumen zugewandt, und die der Schwächungslinie
benachbarte Stirnfläche aus der geschlossenen Hand ragend. Durch Ausüben von Kraft
auf die Verpackung im Bereich der Schwächungslinie in Richtung der Längsachse der
Verpackung zur nahe liegenden Stirnfläche hin durch den Daumen reißt die Packung entlang
der Schwächungslinie auf, bleibt aber im Bereich der nicht geschwächten Langseite
und über die Kanten etwas hinaus zusammenhängend. Nun kann einer der verpackten Gegenstände
entnommen werden, bevorzugt ist es der, der sich im abgeknickten Bereich der Verpackung
befmdet, und sodann kann durch Zurückklappen dieses Endbereiches der Verpackung, einhergehend
mit einer gewissen plastischen Deformation der Folie in diesem Bereich, die Verpackung
wieder geschlossen werden. Beim wiederholten Öffnen ist es möglich, durch den Daumen
jeweils einen neuen verpackten Gegenstand, nämlich den, der der schon geöffneten Schwächungslinie
am nächsten liegt, in diesen Bereich zu schieben und dort aus der Verpackung zu entnehmen.
Dies alles ist, wie unmittelbar einsichtig, mit nur einer Hand zu bewerkstelligen.
Ob dabei der verpackte und aus der Verpackung entnommene Gegenstand zwischen Daumen
und Zeigefinger genommen oder, wenn es sich um einen Kaugummi oder ähnliches handelt,
die aufgedrückte Verpackung mit dem offenen Bereich in den Mund gesteckt wird, bleibt
der Ess- und Lebensphilosophie des Benutzers überlassen.
[0010] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einiger, rein beschreibender Folienaufbauten
näher erläutert:
Erstes Beispiel
Eine erfindungsgemäß verwendbare Folie kann, von außen nach innen bezüglich des zu
verpackenden Gutes gesehen, folgenden Aufbau aufweisen:
| Überlack |
1 g/m2 |
| Hotmelt |
10-20 g/m2 |
| |
Holtmelt wird nur partiell an den Stellen (Streifen, Punkte) aufgetragen, bevorzugt
aufgedruckt, an denen er nach dem Wickelvorgang zum Verkleben der Verpackung im gewickelten
Zustand notwendig ist. Dies hängt von der Art der Verpackung ab und ist aus dem Stand
der Technik bekannt. |
| Druck |
NC basierend |
| Druckvorlack |
1 g/m2 |
| Aluminium |
6-12 µm stark |
| Kleber |
1-4 g/m2 |
| Papier |
50-80 g/m2 |
[0011] Der Überlack über dem nur partiell aufgetragenen Hotmelt stört das Verkleben an den
dafür vorgesehenen Stellen nicht, die Schwächung entlang der oben beschriebenen Schwächungslinie
erfolgt von der Papierseite her, entweder mechanisch mittels eines Werkzeuges ähnlich
einem Stanzwerkzeug oder einem rollenden Werkzeug oder auch mittels eines Laserstrahls.
[0012] In einer Variante der Erfindung ist es auch möglich statt des Aluminiums eine Folie
bzw. einen Folienverbund auf Polypropylenbasis zu verwenden, wobei dieses eine Grammatur
zwischen 5 g/m
2 und 30 g/m
2 aufweist und gegebenenfalls metallisiert sein kann. Gleichermaßen kann statt einer
solchen Polypropylenschicht eine Polyesterschicht vorgesehen sein. Da in beiden Varianten
die mechanische Festigkeit der Kunststoffschicht die der wegfallenden Aluminiumschicht
und auch die mechanische Festigkeit der Papierschicht übersteigt, ist es angeraten
in diesen Fällen die Papierschichte dünner zu gestalten und nur zwischen 30 g/m
2 und 50 g/m
2, nur in Ausnahmefällen bis 80 g/m
2 zu wählen.
[0013] In diesen beiden Varianten ist es zur Erreichung des erfindungsgemäßen Zieles, eine
Verpackung zu schaffen, die durch Ausüben von Schubkräften mit dem Daumen entlang
der Oberfläche quer zu einer Schwächungslinie geöffnet werden kann, notwendig, die
jeweilige Kunststoffschicht zu schwächen, sodass der Laser von außen durch Überlack,
gegebenenfalls Hotmelt, die Druckschicht und den Druckvorlack gelenkt werden muss.
Mit stark fokussierten Laserstrahlen mit einem Durchmesser des Strahls von einem Zehntel
Millimeter und darunter ist dies möglich, ohne das Druckbild zu beeinträchtigen. Es
kann sogar die wünschenswerte optische Erkennbarkeit der Stelle, an der das Öffnen
erfolgen soll, verbessert werden. Im Falle des mechanischen Anbringens der Schwächungslinie
ist es durch Verwenden von besonders schmalen mechanischen Instrumenten möglich, diese
Schwächungslinie von der Außenseite her anzubringen.
[0014] In einer Variante der ersten Ausführungsform, somit wiederum mit einer Aluminiumfolie,
ist auch folgender Aufbau möglich, wiederum von außen nach innen:
Überlack, Hotmelt und Druck so wie im ersten Beispiel, sodann, in diesem Falle bevorzugt
ohne Druckvorlack, Papier in einer Grammatur zwischen 30 g/m2 und 80 g/m2, Kleber und die Aluminiumschicht in einer Dicke zwischen 6 µm und 12 µm. Als innerste
Schichte, insbesondere beim Einwickeln von Lebensmitteln, folgt ein Schutzlack, NC
basierend, mit einer Stärke von etwa 1 g/m2, um den direkten Kontakt Aluminium-Lebensmittel zu verhindern. In diesem Fall erfolgt
das Lasern bzw. das Aufbringen der Schwächungslinie auf mechanischem Wege von außen
und, wie im ersten Beispiel, bleibt das Aluminium durchgehend erhalten, um die Verpackung
zu beiden Seiten der Schwächungslinie nach dem Öffnen zusammenzuhalten.
[0015] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern
kann verschiedentlich abgewandelt werden. So ist insbesondere der Schichtenaufbau
nur beispielhaft zu verstehen und kann dem Aufbau und der Stärke nach an das Volumen,
die Dichte und die Eigenschaften der verpackten Gegenstände angepasst werden.
[0016] Als wesentlicher Kern kann gesehen werden, dass zumindest zwei Schichten, gewählt
aus Papier, Kunststofffolie und Aluminiumfolie vorhanden sind, dass eine dieser Schichten
eine merklich höhere mechanische Festigkeit aufweist als die andere bzw. jeder der
anderen Schichten, und dass in der mechanisch widerstandsfähigsten Schichte eine Schwächungslinie
im eingangs genannten geometrischen Bereich vorgesehen ist. Wenn alle drei Materialschichten
vorhanden sind, hängt es vom Verwendungszweck und Anwendungsfall ab, ob die mechanisch
schwächste oder die mechanisch mittlere Schichte oder ob diese beiden Schichten ungestört
durch die Schwächungslinie verbleiben. Der Begriff Schwächungslinie ist weit aufzufassen
und bedeutet jedwede lineare Ausbildung einer Störung des Gefüges in der betrachteten
Schicht und damit der werkzeugseitig davon liegenden Schichten des Verbundmaterials.
1. Flächiges Verbundmaterial für eine Wickelverpackung für insbesondere stückiges Gut
in Form eines länglichen Quaders mit zwei Stirnflächen an den Enden, umfassend zumindest
zwei der folgenden drei flächigen Bestandteile: Papier und/oder Kunststofffolie und/oder
Aluminiumfolie, passend miteinander verbunden, gegebenenfalls mit weiteren Schichten,
wie Haftvermittler, Druckvorlack, Druckschicht, Druckschutzlack, Kleber, versehen
und gegebenenfalls jeweils mehrlagig und/oder metallisiert ausgebildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundmaterial eine Schwächungslinie aufweist, die nahe, aber im Abstand einer
der Stirnflächen über mehr als 50 %, bevorzugt über mehr als 70 % der Länge des Umfanges
des Epipeds reicht.
2. Verbundmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Quader einen rechteckigen Querschnitt aufweist und dass die Schwächungslinie
über eine Längsseite und über mehr als 75 % der Länge jeder der beiden Schmalseiten
reicht.
3. Verbundmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie in einer Ebene verläuft, die um nicht mehr als 25° gegen die
Quaderachse geneigt ist und dass der Durchdringungspunkt der Quaderachse und der Ebene
näher als 30 % der Quaderlänge, bevorzugt näher als 20 % der Quaderlänge und besonders
bevorzugt näher als 10 % der Quaderlänge an einer der beiden Stirnflächen liegt.
4. Verbundmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie zumindest den mechanisch widerstandsfähigsten flächigen Bestandteil
durchtrennt.
5. Verbundmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass, bei einem Verbund aus Papier und Aluminiumfolie die Schwächungslinie das Papier
durchtrennt.
6. Verbundmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass, bei einem Verbund aus Kunststofffolie und Aluminiumfolie die Schwächungslinie die
Kunststofffolie durchtrennt.
7. Verbundmaterial nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass, bei einem Verbund aus Kunststofffolie und Papier die Schwächungslinie die Kunststofffolie
durchtrennt.
8. Verbundmaterial nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie mechanisch durch ein Roll- oder Stanzwerkzeug geschaffen wird.
9. Verbundmaterial nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächungslinie durch Bearbeiten mit einem Laserstrahl geschaffen wird.