[0001] Die Erfindung betrifft eine Galetteneinheit zum Führen eines multifilen Fadens gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0003] Die bekannte Galetteneinheit weist eine Galette und eine in der Galette zugeordnete
Beilaufrolle auf, um einen Faden mit einer Mehrfachumschlingung zu führen. Zwischen
der Galette und der Beilaufrolle ist eine Verwirbelungseinrichtung angeordnet. Die
Verwirbelungseinrichtung ist eine zwischen der Galette und der Beilaufrolle gespannten
Fadenstück zugeordnet, um an dem laufenden Faden eine Verwirbelung zu erzeugen. Bei
dem Verwirbeln, das auch unter der Bezeichnung Tangeln bekannt ist, wird ein Druckluftstrom
auf den Faden gerichtet, so dass eine Verschlingung der einzelnen Filamente des Fadens
entsteht und somit ein Fadenschluss an dem Faden hergestellt wird. Dabei bilden sich
je nach Intensität der Druckluft mehr oder weniger ausgeprägte Verwirbelungsknoten
aus, die in regelmäßigen Abständen den Fadenschluss des Fadens für eine Weiterbearbeitung
erzeugen. Hierbei wird eine Mindestanzahl an Knoten pro Längeneinheit des Fadens gewünscht,
um ein Aufspreizen des Filamentbündels bei der Weiterverarbeitung zu vermeiden. Insbesondere
bei Fäden, die eine endgültigen Weiterverarbeitung zugeführt werden, wie beispielsweise
Teppichgarne ist eine hohe Gleichmäßigkeit und eine relativ hohe Anzahl der Verflechtungsknoten
pro Fadenmenge gewünscht.
[0004] Bei der bekannten Vorrichtung wird eine stationäre Verwirbelungseinrichtung verwendet,
bei welcher der Faden nach Ablauf von der Galette durch einen Behandlungskanal der
Verwirbelungseinrichtung geführt wird, in welcher eine Düsenbohrung mit einem Luftstrom
mündet. Derartige stationäre Vorrichtungen haben den Nachteil, dass bei höheren Fadengeschwindigkeiten
Lücken ohne Verflechtungsknoten bzw. unzureichende Anzahl von Verflechtungsknoten
in dem Faden erzeugt werden. Desweiteren behindert eine in einer Galetteneinheit integrierte
Verwirbelungseinrichtung, die üblicherweise zwischen einer Galette und einer Beilaufrolle
oder zwischen zwei Galetten angeordnet ist, den Fadenlauf der benachbarten Fadenumschlingungen.
Insoweit müssen Mindestabstände zwischen den Fadenumschlingungen in der Galetteneinheit
eingehalten werden, um durch die aus der Verwirbelungseinrichtung austretenden Luft
benachbarter Fadenläufe nicht zu behindern.
[0005] Es ist nun Aufgabe der Erfindung, die gattungsgemäße Galetteneinheit zum Führen eines
multifilen Fadens derart auszubilden, dass benachbarte Umschlingungen des Fadens an
der Galetteneinheit selbst bei relativ dichten Fadenabständen von der Verwirbelungseinrichtung
nicht beeinträchtigt werden.
[0006] Ein weiteres Ziel der Erfindung liegt darin, eine Galetteneinheit mit einer Verwirbelungseinrichtung
bereitzustellen, die auch bei Fadengeschwindigkeiten oberhalb von 3.000 m/min. eine
ausreichende Anzahl von Verflechtungsknoten erzeugt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß für eine Galetteneinheit dadurch gelöst, dass
die Verwirbelungseinrichtung unmittelbar der Galette zugeordnet ist und mit der Galette
ein Kombinationsaggregat bildet.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen
der jeweiligen Unteransprüche definiert.
[0009] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Zwischenraum zwischen der Galette
und der Beilaufrolle frei zur Führung des Fadens genutzt werden kann. Die Verwirbelungseinrichtung
ist unmittelbar in der Galette integriert, so dass der Faden bei Auflauf oder bei
Ablauf von der Galette eine Luftbehandlung durch die Verwirbelungseinrichtung erhält.
[0010] Das derart gebildete Kombinationsaggregat weist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung bevorzugt einen drehend angetriebenen Führungsmantel mit mehreren axial
hintereinander liegenden Führungsabschnitten auf, wobei an einem der Führungsabschnitte
des Führungsmantels eine umlaufende Führungsnut mit zumindest einer den Führungsmantel
durchdringenden Düsenbohrung ausgebildet ist und wobei dem Führungsabschnitt im Innern
des Führungsmantels eine Druckluftzuführeinrichtung zugeordnet ist. Damit lässt sich
der Faden ohne zusätzliche Hilfsführungsmittel vorteilhaft in mehreren Umschlingungen
an den Führungsmantel des Kombinationsaggregates führen. In einem der Führungsabschnitte
wird der Faden in der Führungsnut geführt, in welcher in einer Winkellage des Führungsmantels
eine Luftbehandlung an dem Faden zur Erzeugung von Verflechtungsknoten ausführbar
ist.
[0011] In Abhängigkeit von den Verfahrensparametern und dem Fadentyp lässt sich der Führungsabschnitt
mit der Führungsnut gemäß einer vorteilhaften Variante der erfindungsgemäßen Galetteneinheit
an einer Randzone des Führungsmantels oder in einem mittleren Bereich des Führungsmantels
ausbilden.
[0012] Um unabhängig von der Lage in der Führungsnut an dem Führungsmantel eine für die
Verwirbelung optimale Fadenspannung zwischen den Fadenumschlingungen einstellen zu
können, ist die Galetteneinheit bevorzugt derart ausgeführt, dass der Führungsabschnitt
mit der Führungsnut an einer Durchmesserstufe des Führungsmantels ausgebildet ist.
[0013] Je nach Anforderung, ob eine Erhöhung der Fadenspannung oder eine Absenkung der Fadenspannung
gewünscht ist, lässt sich der zur Führungsnut benachbarte Führungsabschnitt des Führungsmantels
im Durchmesser gleichgroß oder ungleichgroß der Durchmesserstufe ausbilden. Somit
ist eine hohe Flexibilität sowohl in der Führung als auch in der Verwirbelung des
Fadens gegeben. Insbesondere lassen sich damit auch Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen
der Umfangsgeschwindigkeit der Führungsnut und des Fadens realisieren, um weitere
Parameter zur Erzeugung von möglichst stabilen Verflechtungsknoten zu erhalten.
[0014] Die Führungsabschnitte des Führungsmantels können hierbei zylindrisch oder auch konisch
ausgebildet sein.
[0015] Um die Fadenführung und die Fadenverwirbelung an dem Kombinationsaggregat unabhängig
voneinander ausführen zu können, ist das Kombinationsaggregat gemäß einer besonders
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung derart ausgebildet, dass das Kombinationsaggregat
einen drehend angetriebenen Führungsmantel und ein dem Führungsmantel zugeordneten
drehenden Düsenring aufweist, der am Umfang an eine umlaufende Führungsnut und zumindest
eine in die Führungsnut mündende Düsenbohrung aufweist, wobei der Düsenring mit einer
im Innern des Düsenringes angeordneten Druckluftzuführeinrichtung zusammenwirkt. Hierbei
wird der Düsenring koaxial zu dem Führungsmantel angeordnet, wobei der Düsenring entweder
den zulaufenden Faden oder aber auch den ablaufenden Faden aufnehmen kann. Grundsätzlich
besteht dabei auch die Möglichkeit, dass der Führungsmantel des Kombinationsaggregates
und der Düsenring unabhängig voneinander angetrieben werden. Somit lässt sich der
Führungsmantel als beheizte Galette oder unbeheizte Galette ausbilden.
[0016] Bevorzugt ist jedoch die Ausführung der Galetteneinheit, bei welcher der Führungsmantel
und der Düsenring des Kombinationsaggregates mit einer Antriebswelle verbunden sind
und synchron durch einen Elektroantrieb antreibbar ausgebildet sind. Der Düsenring
und der Führungsmantel können hierbei gleichgroße oder ungleich große Durchmesser
aufweisen, so dass ebenfalls die Fadenspannung oder eine Relativgeschwindigkeit zwischen
dem Faden und der Führungsnut des Düsenringes einstellbar sind.
[0017] Unabhängig davon, ob das Kombinationsaggregat aus einem Führungsmantel oder aus einem
Führungsmantel und einem separaten Düsenring gebildet ist, lässt sich die Druckluftzuführeinrichtung
bevorzugt durch einen Stator mit einer Druckkammer und einer Kammeröffnung ausbilden,
der mit der Kammeröffnung an einer Innenseite des Führungsmantels oder an einer Innenseite
des Düsenringes gegenüberliegend zu der Führungsnut angeordnet ist. Der Stator ist
ortsfest und wird mit seiner Kammeröffnung bevorzugt in einen mittleren Bereich einer
durch die Teilumschlingung des Fadens gebildete Kontaktstrecke zwischen Faden und
Führungsnut angeordnet.
[0018] Um bei dem Übergang von dem stationären Stator auf die in der Führungsnut ausgebildete
Düsenbohrung ohne größere Druckverluste zu ermöglichen, ist gemäß einer vorteilhaften
Weiterbildung der Stator mit einer Gleitfläche ausgebildet, in welcher die Kammeröffnung
mündet und welche gegenüber der Innenseite des Führungsmantels oder gegenüber der
Innenseite des Düsenringes einen Dichtspalt bildet. Somit lässt sich der Stator an
eine innere Kontur des Führungsmantels oder an einer innere Kontur des Düsenringes
optimal anpassen.
[0019] Besonders vorteilhaft und für die Gleichmäßigkeit der erzeugten Verflechtungsknoten
ist die Galetteneinheit gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung derart ausgeführt,
dass der Führungsnut auf einer Außenseite gegenüberliegend zum Stator eine ortsfeste
Abdeckung zugeordnet ist, die sich radial über einen Teilbereich der Führungsnut erstreckt.
Damit ist der Faden während der Verwirbelung in einer abgedeckten Führungsnut geführt.
[0020] Um ebenfalls nach Möglichkeit keine höheren Luftverluste in die Umgebung zu behalten,
weist die Abdeckung eine an dem Umfang der Führungsnut angepasste Dichtfläche auf,
die mit einem Spalt oberhalb zum Führungsabschnitt oder zum Düsenring angeordnet ist.
Insoweit wird die Druckluft im Wesentlichen zu beiden Seiten der Abdeckung durch die
Führungsnut abgeleitet.
[0021] Für den Fall, dass bei dem Kombinationsaggregat der Führungsmantel mehrere Führungsabschnitte
aufweist, wobei zumindest eine der Führungsabschnitte eine Führungsnut zumindest einer
Düsenbohrung im Nutgrund enthält, lässt sich vorteilhaft unmittelbar eine derart ausgebildete
Galette verwenden. Insoweit ist eine erfindungsgemäße Galette mit einem drehend angetriebenen
Führungsmantel besonders bevorzugt in einer derartigen Galetteneinheit verwendet.
Die Führungsabschnitte der Führungsmäntel, die benachbart zu dem Führungsabschnitt
mit der umlaufenden Führungsnut ausgebildet sind, können alternativ auch zusätzlich
beheizt werden.
[0022] Die erfindungsgemäße Galetteneinheit ist insbesondere in Schmelzspinnprozessen, in
welchen multifile Fäden erzeugt werden, zum Führen und Verwirbeln der Fäden geeignet.
Grundsätzlich können dabei auch mehrere Fäden parallel nebeneinander im Führungsmantel
geführt werden. Hierbei würde jedem der Fäden eine separate Führungsnut zur Verwirbelung
zugeordnet.
[0023] Die erfindungsgemäße Galetteneinheit wird nachfolgend anhand einiger Ausführungsbeispiele
unter Bezug auf die beigefügten Figuren nachfolgend näher erläutert.
[0024] Es stelle dar:
- Fig. 1
- schematisch eine Längsschnittansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Galetteneinheit
- Fig. 2
- schematisch eine Querschnittansicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1
- Fig. 3
- schematisch eine Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Kombinationsaggregates
für eine Galetteneinheit gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1
- Fig. 4
- schematisch eine weiteres Ausführungsbeispiel eines Kombinationsaggregates zum Einsatz
in dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1
- Fig. 5
- schematisch eine Längsschnittansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Galetteneinheit
[0025] In den Fig. 1 und 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Galetteneinheit
in mehreren Ansichten dargestellt. Fig. 1 zeigt das Ausführungsbeispiel ein Kombinationsaggregat
in einer Längsschnittansicht und in Fig. 2 in einer Querschnittansicht. Insoweit kein
ausdrücklicher Bezug zu einer der Figuren gemacht ist, gilt die nachfolgende Beschreibung
für beide Figuren.
[0026] Das Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Galetteneinheit zum Führen von einem
multifilen Faden weist ein Kombinationsaggregat 1 und eine in Abstand dem Kombinationsaggregat
1 zugeordnete Beilaufrolle 17 auf. Das Kombinationsaggregat 1 ist derart ausgebildet,
dass es innerhalb der Galetteneinheit die Funktion einer Galette 30 und die Funktion
einer Verwirbelungseinrichtung 21 übernimmt. Das Kombinationsaggregat 1 weist hierzu
einen antreibbaren Führungsmantel 2 auf, der über einen mittleren Steg 26 und eine
Nabe 11 mit einer Antriebswelle 6 drehfest verbunden ist. Der Steg 26 und die Nabe
5 sind innerhalb des zylindrischen Führungsmantels 2 ausgebildet.
[0027] Am Umfang des Führungsmantels 2 sind mehrere axial hintereinander liegende Führungsabschnitte
4.1 und 4.2 ausgebildet. An einem ersten Führungsabschnitt 4.1, der in diesem Ausführungsbeispiel
eine rechte Randzone des Führungsmantels 2 bildet, ist eine umlaufende Führungsnut
7 ausgebildet. Im Nutgrund der Führungsnut 7 mündet eine Düsenbohrung 8. In diesem
Ausführungsbeispiel sind in der Führungsnut 7 zwei um 180° versetzt angeordnete Düsenbohrungen
8 ausgebildet. Die Düsenbohrungen 8 durchdringen den Führungsmantel 2 bis zu seiner
Innenseite. Im Innern des Führungsmantels 2 ragt von einer Antriebsseite her eine
Druckluftzuführeinrichtung 9 in das Innere des Führungsmantels 2. Die Druckluftzuführeinrichtung
9 ist in diesem Ausführungsbeispiel durch einen zylindrischen Stator 10 gebildet,
der im Zentrum eine Lagerbohrung 24 aufweist, in welcher die Antriebswelle 6 durch
mehrere Lager 23 drehbar gelagert ist. Innerhalb des Führungsmantels 2 erweist der
Stator 10 einen Führungskragen 12 mit einer äußeren Gleitfläche 28 auf, die an den
Innendurchmesser des Führungsmantels 2 angepasst ist. Der Stator 10 ist ortsfest und
wird über einen Galettenträger 3 gehalten.
[0028] Auf einer zur Beilaufrolle 17 gegenüberliegenden Seite des Führungsmantels 2 weist
der Stator eine Druckkammer 15 auf, die über einen Druckluftanschluss 11 mit einer
hier nicht dargestellten Druckluftquelle gekoppelt ist. Die Druckkammer 15 weist im
Bereich des Führungskragens 12 eine Kammeröffnung 16 auf, die mit der umlaufenden
Führungsnut 7 in einer gemeinesamen Ebene angeordnet ist. Die Kammeröffnung 16 mündet
in die Gleitflächen 28, so dass die in der Führungsnut 7 angeordneten Düsenbohrungen
8 bei Drehung des Führungsmantels 2 abwechselnd in den Öffnungsbereich der Kammeröffnung
16 gelangen. Die Kammeröffnung 16 ist in radialer Richtung als ein Langloch ausgebildet,
so dass sich eine definierte Öffnungszeit an der jeweiligen Düsenbohrung 8 einstellt,
in welcher eine aus der Druckkammer 15 austretender Druckluftstrom impulsartig über
die Düsenbohrung 8 in die Führungsnut 7 gelangt.
[0029] Wie aus der Darstellung in Fig. 2 hervorgeht, ist die Kammeröffnung 16 im mittleren
Bereich einer Fadenumschlingung ausgebildet, in welcher der Faden mit Kontakt in der
Führungsnut 7 geführt ist.
[0030] Gegenüberliegend zur Kammeröffnung 16 im Stator 10 ist der Führungsnut 7 an dem Führungsabschnitt
4.1 eine Abdeckung 13 zugeordnet. Die Abdeckung 13 ist über eine Schwenkachse 14 beweglich
an dem Galettenträger 3 gehalten, so dass die Abdeckung 13 zu Prozessbeginn zum Einfädeln
des Fadens von der Führungsnut 7 wegbewegt werden kann.
[0031] Die Abdeckung 13 erstreckt sich in radialer Richtung über einen Teilbereich der Führungsnut
7, wobei die Abdeckung 13 eine an den Umfang der Führungsnut 7 angepasste Dichtfläche
31 aufweist, die mit einem Dichtspalt 29 oberhalb zum Führungsabschnitt 4.1 angeordnet
ist.
[0032] Am Umfang des Führungsmantels 2 ist im ersten Führungsabschnitt 4.1 unmittelbar ein
zweiter Führungsabschnitt 4.2 zugeordnet. Der zweite Führungsabschnitt 4.2 und der
erste Führungsabschnitt 4.1 weisen einen identischen Aussendurchmesser auf, so dass
die Führungsnut 7 am Umfang des Führungsabschnittes 4.1 eine Vertiefung bildet. Der
zweite Führungsabschnitt 4.2 erstreckt sich über den gesamten Bereich des Führungsmantels
2 bis hin zu einem frei hin auskragenden Stirnende. Die Länge des Führungsabschnittes
4.2 ist derart ausgebildet, dass ein Faden 20 gemeinsam mit der Beilaufrolle 17 in
mehreren Umschlingungen führbar ist.
[0033] Die Antriebswelle 6 wird in diesem Ausführungsbeispiel durch einen Elektromotor 19
angetrieben. Im Betrieb wird der Führungsmantel 2 mit einer vordefinierten Umfangsgeschwindigkeit
angetrieben, so dass ein Faden von einem vorgeordneten Behandlungsaggregat abgezogen
werden kann. In dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Beilaufrolle
17 gegenüber dem Führungsmantel 2 derart angeordnet, dass der zulaufende Faden 20
zunächst in die Führungsnut 7 in den Führungsabschnitt 4.1 des Führungsmantels 2 geführt
wird. Somit wird der zulaufende Faden zu der Galetteneinheit zunächst verwirbelt,
in dem über die Düsenbohrungen 8 in Abständen ein Druckluftimpuls in der Führungsnut
7 erzeugt wird, so dass eine Verwirbelung bzw. eine Verflechtung des Fadens eintritt.
Anschließend wird der Faden von der Beilaufrolle 17 und dem Führungsabschnitt 4.2
des Führungsmantels 2 aufgenommen und in mehreren Umschlingungen abgeführt.
[0034] Das in Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel ist somit besonders geeignet,
um durch Druckimpulse erzeugte Verflechtungsknoten reproduzierbar herzustellen. Die
Anzahl der pro Fadenlänge erzeugten Verflechtungsknoten lässt sich hierbei in einfacher
Art dadurch erhöhen, in dem die Anzahl der Düsenbohrungen 8 im Grund der Führungsnut
7 erhöht werden, so dass pro Umdrehung des Führungsmantels 2 eine Mehrzahl von Verflechtungsknoten
an dem Faden herstellbar sind.
[0035] Bei dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist an dem Führungsmantel
2 des Kombinationsaggregates 1 die zum Verwirbeln vorgesehene Führungsnut 7 im Bereich
einer Randzone auf der Antriebsseite ausgebildet, so dass ein zulaufender Faden zunächst
verwirbelt wird.
[0036] In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist ein Führungsmantel 2 gezeigt, bei welcher
die Führungsabschnitte 4.1 und 4.2 in umgekehrter axialer Reihenfolge ausgebildet
sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel eines Kombinationsaggregates ist der zum Führen
des Fadens vorgesehene Führungsabschnitt 4.2 an der Antriebsseite und der Führungsabschnitt
4.1 mit der Führungsnut 7 an der Randzone ausgebildet, die am freien Stirnende des
Führungsmantels 2 liegt. Zudem ist der Führungsabschnitt 4.1 an einer Durchmesserstufe
22 ausgebildet. Die Durchmesserstufe 22 ist in diesem Fall im Durchmesser kleiner
ausgebildet, als der Außendurchmesser des Führungsabschnittes 4.2. Insoweit ergibt
sich zwischen den am Umfang des Führungsabschnittes 4.2 geführten Fadens eine Relativgeschwindigkeit
zu dem Führungsabschnitt 4.1, so dass zwischen der Führungsnut 7 und dem Faden 20
ein Schlupf entsteht. Derartige Relativgeschwindigkeiten haben sich positiv bei der
Ausbildung von Verflechtungsknoten derart ausgebildet, dass besonders stabile Verflechtungsknoten
erzeugt werden konnten.
[0037] Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Führungsnut 7 in einem mittleren
Führungsabschnitt 4.1 auszubilden, der zwischen einem ersten Führungsabschnitt 4.2
und einem dritten Führungsabschnitt 4.3 angeordnet ist. Dieses Ausführungsbeispiel
ist in Fig. 4 schematisch in einer Ansicht dargestellt. Das Kombinationsaggregat weist
hierbei einen Führungsmantel 2 auf, der durch einen konischen Führungsabschnitt 4.2,
und zwei zylindrischen Führungsabschnitten 4.1 und 4.3 gebildet ist. Der mittlere
Führungsabschnitt 4.1 mit der Führungsnut 7 ist in diesem Ausführungsbeispiel ebenfalls
an einer Durchmesserstufe 22 ausgebildet, die im Durchmesser größer ist als die Außendurchmesser
der Führungsabschnitte 4.2 und 4.3. Damit lassen sich neben Relativgeschwindigkeiten
auch zusätzlich noch Fadenspannungsveränderungen einstellen, um neben der Führung
eine verbesserte Verwirbelung des Fadens zu erhalten.
[0038] Das in Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsbeispiel der Galetteneinheit basiert
auf ein Kombinationsaggregat 1, bei welchem der Führungsmantel 2 mehrere Führungsabschnitte
aufweist. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, in dem Kombinationsaggregat
die Führung und die Verwirbelung des Fadens durch unterschiedliche Mittel auszuführen.
So geht aus dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 eine weitere Variante des Kombinationsaggregates
1 hervor, das alternativ in dem in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
einsetzbar wäre. In Fig. 5 ist das Kombinationsaggregat 1 ein in einer Längsschnittansicht
dargestellt. Das Kombinationsaggregat 1 weist einen Führungsmantel 2 auf, der topfförmig
ausgebildet ist und über eine Stirnwand 27 mit einem Antriebsende einer Antriebswelle
6 gekoppelt ist. Der Führungsmantel 2 weist eine zylindrische Umfangsfläche auf, um
einen Faden mit Teilumschlingung führen zu können und bildet im Wesentlichen eine
angetriebene Galette 30.
[0039] In dem Führungsmantel 2 ist eine Düsenring 25 vorgeordnet, der über eine Nabe 5 drehfest
mit der Antriebswelle 6 gekoppelt ist. Der Düsenring 25 ist ebenfalls topfförmig ausgebildet,
wobei die offene Seite des Düsenringes 25 der Antriebsseite zugewandt ist. Demgegenüber
ist der Führungsmantel 2 mit seiner offenen Seite dem Antriebsende abgewandt.
[0040] Der Düsenring 25 weist an seinem Umfang eine Führungsnut 7 auf, die ein oder mehrere
Düsenbohrungen 8 enthält. Dem Düsenring 25 ist eine Druckluftzufuhreinrichtung 9 zugeordnet,
die in diesem Ausführungsbeispiel identisch zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1
und 2 ausgebildet ist. Insoweit wird der Düsenring 25 am Führungskragen 12 des Stators
10 geführt, so dass die Düsenbohrungen 8 in der Führungsnut 7 abwechselnd mit der
Kammeröffnung 16 am Stator 10 kommunizieren. Der Düsenring 25 und die Druckluftzufuhreinrichtung
9 bilden somit im Wesentlichen die Verwirbelungseinrichtung 21.
[0041] Dem Düsenring 25 ist auf der zur Kammeröffnung 16 des Stators 10 gegenüberliegenden
Seite eine Abdeckung 13 zugeordnet. Die Abdeckung 13 ist in diesem Ausführungsbeispiel
ebenfalls identisch zu dem vorgenannten Ausführungsbeispiel, so dass an dieser Stelle
keine weitere Erläuterung erfolgt und zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2
Bezug genommen wird.
[0042] Bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel des Kombinationsaggregates 1
wird die Antriebswelle 6 durch den Elektromotor 19 angetrieben. Die Antriebswelle
6 ist über die Lager 23 in der Lagerbohrung 24 des Stators 10 gelagert. Hierbei wird
der Düsenring 25 und der Führungsmantel 2 synchron angetrieben. Der Düsenring 25 weist
gegenüber dem Führungsmantel 2 einen kleineren Durchmesser auf, so dass eine kleinere
Umfangsgeschwindigkeit an dem Düsenring 25 vorherrscht. Je nachdem ob ein zulaufender
Faden oder ein ablaufender Faden verwirbelt wird, können Relativgeschwindigkeiten
und Fadenspannungen entsprechend der Durchmesserunterschiede bestimmt werden. Es ist
jedoch auch möglich, dass der Düsenring 25 im Durchmesser größer ist als der Führungsmantel
2.
[0043] Der Führungsmantel 2 kann in diesem Ausführungsbeispiel beheizt oder unbeheizt ausgebildet
sein, so dass die Funktionen einer Galette losgelöst von der Verwirbelungseinrichtung
ausführbar sind. Innerhalb des Kombinationsaggregates 1 übernimmt der Düsenring 25
die Funktion der Verwirbelungseinrichtung, die somit unabhängig von der Führung des
Fadens an dem Führungsmantel 2 ausführbar ist.
[0044] Die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft, um die
Verwirbelungseinrichtung und die Galette zu einem Aggregat zu verbinden. So könnte
bei Einsatz eines Düsenringes dieser auch durch einen separaten Antrieb oder auch
ohne einen Antrieb ausgeführt sein.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Kombinationsaggregat
- 2
- Führungsmantel
- 3
- Galettenträger
- 4.1,4.2
- Führungsabschnitt
- 5
- Nabe
- 6
- Antriebswelle
- 7
- Führungsnut
- 8
- Düsenbohrung
- 9
- Druckluftzuführeinrichtung
- 10
- Stator
- 11
- Druckluftanschluss
- 12
- Führungskragen
- 13
- Abdeckung
- 14
- Schwenkachse
- 15
- Druckkammer
- 16
- Kammeröffnung
- 17
- Beilaufrolle
- 18
- Galette
- 19
- Elektromotor
- 20
- Faden
- 21
- Verwirbelungseinrichtung
- 22
- Durchmesserstufe
- 23
- Lager
- 24
- Lagerbohrung
- 2 5
- Düsenring
- 26
- Steg
- 2 7
- Stirnwand
- 28
- Gleitfläche
- 29
- Spalt
- 30
- Galette
- 31
- Dichtfläche
1. Galetteneinheit zum Führen eines multifilen Fadens mit einer angetrieben Galette (30),
einer Beilaufrolle (17) oder einer zweiten Galette, von denen der Faden (20) mit mehreren
Umschlingungen führbar ist, und mit einer Verwirbelungseinrichtung (21) zum Luftverwirbeln
des Fadens,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verwirbelungseinrichtung (21) unmittelbar der Galette (30) zugeordnet ist und
mit der Galette (30) ein Kombinationsaggregat (1) bildet.
2. Galetteneinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kombinationsaggregat (1) einen drehend angetrieben Führungsmantel (2) mit mehreren
axial hintereinander liegenden Führungsabschnitten (4.1, 4.2) aufweist, dass an einem
der Führungsabschnitte (4.1) des Führungsmantels (2) eine umlaufende Führungsnut (7)
mit zumindest einer den Führungsmantel (2) durchdringenden Düsenbohrung (8) ausgebildet
ist und das dem Führungsabschnitt (4.1) im Innern des Führungsmantels (2) eine Druckluftzufuhreinrichtung
(9) zugeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungsabschnitt (4.1) mit der Führungsnut (7) an einer Randzone des Führungsmantels
(2) oder in einem mittleren Bereich des Führungsmantels (2) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungsabschnitt (4.1) mit der Führungsnut (7) an einer Durchmesserstufe (22)
des Führungsmantels (2) ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zur Führungsnut (7) benachbarten Führungsabschnitte (4.2) im Durchmesser gleich
groß oder ungleich groß der Durchmesserstufe (22) sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungsabschnitte (4.1, 4.2, 4.3) des Führungsmantels (2) zylindrisch oder konisch
ausgebildet sind.
7. Galetteneinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kombinationsaggregat (1) einen drehend angetriebenen Führungsmantel (2) und ein
dem Führungsmantel (2) zugeordneten drehenden Düsenring (25) aufweist, der am Umfang
eine umlaufende Führungsnut (7) und zumindest eine in die Führungsnut (7) mündende
Düsenbohrung (8) aufweist, und dass der Düsenring (25) mit einer im Innern des Düsenringes
(25) angeordneten Druckluftzufuhreinrichtung (9) zusammenwirkt.
8. Galetteneinheit nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungsmantel (1) und der Düsenring (25) mit einer Antriebswelle (6) verbunden
sind und synchron durch einen Elektroantrieb (19) antreibbar ausgebildet sind.
9. Galetteneinheit nach einem der Ansprüche 2 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckluftzufuhreinrichtung (9) einen Stator (12) mit einer Druckkammer (15) und
einer Kammeröffnung (16) aufweist, wobei der Stator (12) mit der Kammeröffnung (16)
an einer Innenseite des Führungsmantels (2) oder an einer Innenseite des Düsenringes
(25) gegenüberliegend zur Führungsnut (7) angeordnet ist.
10. Galetteneinheit nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Stator eine Gleitfläche aufweist, in welcher die Kammeröffnung mündet und welche
gegenüber der Innenseite des Führungsmantels (2) oder gegenüber der Innenseite des
Düsenringes (25) einen Dichtspalt (29) bildet.
11. Galetteneinheit nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungsnut (7) auf einer Außenseite gegenüberliegend zum Stator (12) eine ortsfeste
Abdeckung (13) zugeordnet ist, die sich radial über einen Teilbereich der Führungsnut
(7) erstreckt.
12. Galetteneinheit nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckung (13) eine an den Umfang der Führungsnut angepasste Dichtfläche (31)
aufweist, die mit einem Dichtspalt (29) oberhalb zum Führungsabschnitt (4.1) oder
zum Düsenring (25) angeordnet ist.
13. Galette zur Verwendung in einer Galetteneinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 12
mit einem drehend angetriebenen Führungsmantel,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Führungsmantel mehrere Führungsabschnitte aufweist und dass zumindest einer der
Führungsabschnitte eine umlaufende Führungsnut mit zumindest einer Düsenbohrung im
Nutgrund der Führungsnut aufweist.