[0001] Die Erfindung betrifft einen Kapselbecher zum Einsatz in einen Spülkasten einer Waschmaschine.
[0002] Aus dem Stand der Technik gemäß der
US 2005/0229652 A1 ist eine Waschmaschine bekannt, die über einen Spülkasten verfügt, in dem unterschiedliche
Waschmittel vorgehalten werden können. So sind in einem Schubkasten mehrere Einsätze
vorhanden, in denen das Waschmittel in pulverförmiger oder flüssiger Form bevorratet
werden kann. Zur Befüllung dieser Einsätze ist es erforderlich, dass das Waschmittel
entweder in flüssiger Form oder in Pulverform in diese einsetzbaren Kästchen eingefüllt
werden muss. Auch ist es aus dem Stand der Technik bekannt, dass für bestimmte Textilarten
bzw. Gewebearten Waschmittel in Form von Waschmittelkapseln angeboten werden, die
vom Benutzer ausgepackt werden müssen und unmittelbar in die Trommel für eine spezielle
Wäschebehandlung gegeben werden. Weiterhin existieren so genannte Liquidpacks, die
direkt in die Wäsche gegeben werden können. Nachteilig bei dieser Art der Waschmittelbevorratung
ist es, dass ein Hautkontakt mit dem Waschmittel gegeben ist, und eine Verschmutzung
durch den Gebrauch nicht unterbunden werden kann. Zudem haben diese Sonderformen von
Spezialwaschmitteln eine lokale hohe Konzentration auf die einzelnen Wäscheteile in
der Trommel. Eine wirksame Vermischung mit der Waschflüssigkeit ist nicht immer gegeben.
[0003] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, einen Kapselbecher zum Einsatz in einen
Spülkasten einer Waschmaschine derart weiterzubilden, dass er geeignet ist, so genannte
vorportionierte spezielle Waschmittel im Spülkammerbereich vorzuhalten und zu benutzen.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem mit einer Waschmaschine mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0005] Die mit der Erfindung erreichten Vorteile bestehen darin, dass die Verwendung eines
Einwegbehältnisses mit den bevorrateten portionierten Waschmitteln in Form eines Kapselbechers
erfolgt. Dieser kann leicht und einfach in den Spülkasten eingesetzt werden, wobei
durch die Ausbildung des Kapselbechers dieser von der zugeführten Waschflüssigkeit
effektiv mit einem hohen Durchmischungsgrad von Waschflüssigkeit und Waschmittel entleert
wird. Somit ergibt sich für ein Sonderwaschmittel ein guter Durchmischungsgrad für
den Waschgang. Hohe Konzentrationen im Bereich der Waschtrommel werden dadurch vermieden.
Auch wird vermieden, dass der Benutzer mit dem Sonderwaschmittel in Berührung kommt.
Ist das Sonderwaschmittel entleert, lässt sich der Kapselbecher leicht und einfach
aus dem Spülkasten nehmen und entsorgen.
[0006] Gemäß der Erfindung ist die Kammer für das flüssige Waschmittel als Einwegbehältnis
zum Einsetzen eines bevorrateten portionierten Waschmittels ausgebildet, welches als
geschlossener Kapselbecher mit einer am Boden angeordneten Entnahmeeinrichtung ausgestattet
ist, die mittels einer auf den Kapselbecher schwenkbaren Deckelklappe aktivierbar
ist. Durch einfaches Einsetzen wird die Entnahme des Kapselbechers bereit gestellt,
wobei durch das Aufschwenken der Deckelklappe hier die Zuführung der Waschflüssigkeit
zur Entleerung bereit gestellt wird. Dabei wirkt die am Boden des Kapselbechers angeordnete
Entnahmeeinrichtung mit einem am Boden der Kammer angeordneten Saugheberrohr korrespondierend
zusammen. Die Entnahmeeinrichtung des Kapselbechers umfasst hierbei selbst ein Saugheberrohr,
welches im eingesetzten Zustand des Kapselbechers dichtend auf das Saugheberrohr der
Kammer bündig aufsteckbar ist. Somit wird erreicht, dass in einfacher Weise durch
Einsetzen bereits die Verbindung zum Saugheberrohr der Einspülkammer mit dem in dem
Kapselbecher integrierten Saugheberrohr erreicht wird. Dabei ist die Öffnung des Saugheberrohrs
am Boden des Kapselbechers mit einem abreißbaren Siegelverschluss versehen, der, bevor
der Kapselbecher in die Kammer eingesetzt wird, zunächst abgerissen bzw. entfernt
wird.
[0007] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des Kapselbechers ist auf dem Saugheberrohr
des Kapselbechers ein Saugheberhütchen angeordnet. Das Saugheberhütchen wird durch
den Aufsetzvorgang des Kapselbechers aus einer verrasteten festgelegten Lage im Kapselbecher
in eine Betriebslage gedrückt. Dadurch, dass der Kapselbecher im Spritzguss oder im
Tiefziehverfahren hergestellt wird, wird bereits das Saugheberhütchen mit im Kapselkammerbereich
integriert, wobei dies zunächst in einer festen, dichten und gesicherten Lage im noch
nicht eingesetzten Zustand des Kapselbechers verbleibt. Erst durch das Aufsetzen des
Kapselbechers auf das Saugheberrohr der Spülkammer, welches das Saugherberrohr des
Kapselbechers durchdringt, wird das angesetzte Saugheberhütchen aus der Verankerung,
die als umlaufende Sollbruchstelle ausgebildet ist, gedrückt, so dass es sich dann
in einer Betriebslage in dem verschlossenen Kapselbecher befindet.
[0008] Der Kapselbecher als solches ist mit einer folienartigen, beispielsweise einer aluminiumfolienartigen
Abdeckung versehen, die ähnlich wie bei einem Joghurtbecher mit einem Wärmestempel
auf den Plastikrand des Becher mittels Wärme aufgepresst sein kann. Die Abdeckung
ist hierbei von an der Unterseite der Deckelklappe angeordneten hohlen Anstechdomen
durchdringbar. Somit gibt es eine saubere und einfache Durchdringung der Wasserzuführung,
die die Ausspülung des eingesetzten Kapselbechers ermöglicht und somit einen hohen
Durchmischungsgrad der Flüssigkeiten oder des Pulvers für den Laugenbehälter bereit
stellt. In Weiterbildung der Erfindung wird über wenigstens einen hohlen Anstechdom
die Waschflüssigkeit in den Kapselbecher eingeleitet, wodurch die Aktivierung der
beschriebenen Entnahmeeinrichtung vorgenommen wird. Ist für einen Waschgang oder Sonderwaschgang
der Kapselbecher entleert, so kann dieser als ein Teil aus der Kammer heraus genommen
werden, um ihn der Entsorgung zuzuführen. Ist der Kapselbecher entfernt, kann auf
das Saugheberrohr in der Kammer das originale Saugheberhütchen wieder aufgesetzt werden,
so dass die Kammer wieder für in Flaschen abgefülltes Flüssigwaschmittel oder Weichspüler
verwendet werden kann.
[0009] Die Erfindung betrifft in gleicher Weise auch einen Kapselbecher nach den beschriebenen
Merkmalen zum Einsetzen in einen Spülkasten einer Waschmaschine, wobei dieser ein
Einwegbehältnis umfasst, in dem portioniertes Behandlungsmittel, wie Waschmittel,
Bleichmittel oder Weichspüler bevorratet ist. An dem Boden des Einwegbehältnisses
ist eine Entnahmeeinrichtung vorgesehen, die mittels einer auf das Einwegbehältnis
schwenkbaren Deckelklappe am Spülkasten aktivierbar ist.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine geschnittene Seitenansicht einer Waschmaschine;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung des Spülkastens mit aufgeschwenkter Deckelklappe,
sowie einem Kapselbecher in unbenutzter Darstellung;
- Figur 3
- eine weitere perspektivische Darstellung des Spülkastens mit herunter geschwenkter
Deckelklappe;
- Figur 4
- eine weitere Ansicht des unbenutzten Kapselbechers;
- Figur 5
- eine Draufsicht auf einen geöffneten Kapselbecher;
- Figur 6
- eine weitere geöffnete perspektivische Darstellung des Kapselbechers und
- Figur 7
- eine weitere perspektivische Darstellung des Kapselbechers mit integriertem Saugheberhütchen.
[0011] Die Figur 1 zeigt in der geschnittenen Seitenansicht eine Waschmaschine 1 mit einem
in einem Gehäuse 2 angeordneten Laugenbehälter 3, in dem eine Trommel 3a drehbar gelagert
ist. In dem Gehäuse 2 der Waschmaschine 1 ist eine Wasserzuführvorrichtung 4a, ein
Spülkasten 4 mit Kammern 5.1 und 5.2 zur Vorhaltung von pulverförmigem Waschmittel
vorgesehen, welche von eingeleiteter Waschflüssigkeit aus den jeweiligen Kammern 5.1
und 5.2 in den Laugenbehälter 3 einspülbar sind. Dabei weist der Spülkasten 4 eine
Kammer 6 für flüssiges Behandlungsmittel auf, die zum Einsetzen eines in einem Einwegbehältnis
7 bevorrateten und portionierten Behandlungsmittels oder Waschmittels ausgebildet
ist. Dabei ist das Einwegbehältnis als ein geschlossener Kapselbecher 7 ausgebildet,
der mit einer am Boden 8 ausgestatteten Entnahmeeinrichtung 9 versehen ist. Wie insbesondere
in der Zusammenschau der Figuren 2 und 3 zu erkennen ist, wird die Entnahmeeinrichtung
9 in dem Kapselbecher 7 durch das Aufschwenken einer Deckelklappe 10 am Spülkasten
4 vollzogen. Die Entnahmeeinrichtung 9 des Kapselbechers 7 ist näher in den Figuren
5, 6 und 7 dargestellt, wobei diese am Boden 8 mit einem am Boden 11 der Kammer 6
angeordneten Saugheberrohr 12 korrespondierend zusammenwirkt. In einer zweckmäßigen
Ausführung ist der Boden im umlauffenden Bereich 11 des angesetzten Saugheberrohrs
12 vertieft ausgebildet, so dass eine optimale Entleerung des Kapselbechers 7 und
des unteren Bodenbereichs der Kammer 6 aufgrund der Saugheberwirkung erreicht wird.
Die Entnahmeeinrichtung 9 des Kapselbechers 7 umfasst hier selbst ein Saugheberrohr
13, welches im eingesetzten Zustand des Kapselbechers 7 dichtend auf das Saugrohr
12 der Kammer 6 bündig aufsteckbar ist. Es versteht sich nun von selbst, dass, wenn
man die Figur 2 betrachtet, wo der Kapselbecher 7 in den Kammerhohlraum 6 eingesetzt
wird, das Saugheberrohr 12 von unten her in das Saugheberrohr 13 des Kapselbechers
7 wie ein Spieß oder Dorn eindringt. Damit der Kapselbecher 7 im unbenutzten bevorrateten
Zustand auch dicht verschlossen ist, ist die Öffnung 14 des Saugheberrohrs 13 am Boden
8 des Kapselbechers 7 mit einem abreißbaren Siegelverschluss 15 versehen. Es versteht
sich von selbst, dass, wenn der Kapselbecher 7 zum Einsatz kommen soll, zunächst an
der Lasche 16 der Siegelverschlusses 15 abgezogen wird, so dass dann die Öffnung 14
am Saugheberrohr 13 des Kapselbechers 8 frei wird, und der Kapselbecher 7 auf das
Saugheberrohr 12 der Kammer 6 aufgesetzt wird. Somit erhält der Kapselbecher 7 in
der Kammer 6 eine Formschlussverbindung, wobei die Wände des Kapselbechers 7 zumindest
nahezu in Formschluss mit den Kammerwandungen kommt.
[0012] Wie insbesondere aus der Figur 7 zu erkennen ist, ist auf dem Saugheberrohr 13 des
Kapselbechers 8 ein Saugheberhütchen 17 angeordnet. Das Saugheberhütchen 17 wird hierbei
durch den Einsetzvorgang des Kapselbechers 7 aus einer verrasteten Festlage in eine
Betriebslage gedrückt. Denn das Saugheberhütchen 17 ist während des Spritz- oder Tiefziehverfahrens
aus dem vollen Material im Innenraum des Kapselbechers 7 heraus geformt worden. Es
bildet somit insbesondere ein einteiliges Gebilde mit dem Behältnis. Dadurch dass
das Saugheberrohr 12 der Kammer 6 hier in seiner Erstreckung länger ausfällt, wird
das Saugheberhütchen 17 beim Einstecken des Kapselbechers 7 in die Kammer 6 nach oben
gedrückt, so dass dieses seine Betriebslage für die Entleerung einnimmt.
[0013] Wie aus der Figur 2 aber auch aus der Figur 4 zu erkennen ist, ist der Kapselbecher
7 mit einer folienartigen Abdeckung 18 versehen, die hierbei aus einer Aluminiumfolie
bestehen kann, die ähnlich wie bei einem Joghurtbecher auf dem Rand 7a des Kapselbechers
7 durch Wärme verschweißt sein kann. Aus der Figur 2 ist weiter zu erkennen, dass
die Abdeckung 18 von an der Unterseite der Deckelklappe 10 angeordneten hohlen Anstechdornen
19 durchdringbar ausgebildet ist. Es versteht sich von selbst, dass, wenn der Kapselbecher
7 in Kammer 6 eingesetzt ist, und die Deckelklappe 10, wie in der Figur 3 dargestellt
ist, herunter geschwenkt ist, die Anstechdornen 19 durch die Abdeckung 18 stoßen,
so dass diese dann das Wasser bzw. die Waschflüssigkeit in den Kapselbecher 7 einleiten
können. Dabei kann über wenigstens eine Öffnung 19a und einen auf der Innenseite des
Deckels 10 angesetzten hohlen Anstechdorn 19 die Waschflüssigkeit in den Kapselbecher
7 eingeleitet werden, so dass über die Einleitung dann die Entnahmeeinrichtung 9 aktiviert
wird, und es somit zu einer effektiven Durchmischung des Waschmittels mit der Waschflüssigkeit
kommt. Will man beispielsweise die Kammer 6 wieder für herkömmliches Waschmittel nutzbar
machen, so kann ein nicht näher dargestelltes, der Kammer 6 zugehöriges Saugheberhütchen
wieder eingesetzt werden, wobei dann auf das Saugheberrohr 12 in der Kammer 6 dieses
originale Saugheberhütchen wieder aufgesetzt wird.
[0014] Die Erfindung betrifft ebenfalls auch die Ausgestaltung eines Kapselbechers 7 nach
den beschriebenen Merkmalen zum Einsetzen in einen Spülkasten 4 einer Waschmaschine
1, wobei dieser ein Einwegbehältnis umfasst, in dem portioniertes Waschmittel bevorratet
ist, welches mit einer am Boden 8 angeordneten Entnahmeeinrichtung 9 ausgestattet
ist, die mittels einer auf das Einwegbehältnis schwenkbaren Deckelklappe 10 im Spülkasten
4 aktivierbar ist. Bei dieser Ausführung der Kapseldosierung wird Waschmittel in einer
Kapsel, die der Form der Weichspülkammer 6 angepasst ist, gespeichert. Die Deckelklappe
10 der Weichspülkammer 6 wird durch einen anderen ersetzt, der das Wasser, das ins
Spülfach eingeleitet wird, auffängt und durch Öffnungen 19a, die in den hohlen Anstechdornen
19 an der Unterseite der Deckelklappe 10 münden, in den Kapselbecher 7 leiten. Das
Wasser wird hierbei durch die Düsen bzw. Düsenanordnung 4b in die entsprechende Kammer
6, 5 (Fig. 1) gesprüht. Aus der Weichspülkammer 6 wird zunächst das originale Saugheberhütchen
entfernt, und von dem Kapselbecher 7 wird der untere Siegelverschluss 15 entfernt,
bevor dann der Kapselbecher 7 auf das stehende Saugheberrohr 12 in die Weichspülkammer
6 eingesetzt wird. Dabei wird das Saugheberrohr 12 quasi dichtend auf sein Pondon
in dem Kapselbecher 7 geschoben. Mit dem letzten Teil dieser Bewegung wird das sich
in dem Kapselbecher 7 befindliche Saugheberhütchen 17 ausgerastet und thront dann
an Stelle des originalen Saugheberhütchens auf dem Saugheberrohr 12 der Weichspülkammer
6. Wird jetzt die Deckelklappe 10 der Kammer 6 geschlossen, so stechen die oben erwähnten
Anstechdome 19 durch die Abdeckung 18. Das Wasser kann eingeleitet werden. Der Kapselbecher
7 wird durch die Entnahmeeinrichtung 9 entleert. Nach dem Waschvorgang wird der leere
Kapselbecher 7 entfernt und entsorgt.