[0001] Die Erfindung betrifft einen Strukturkörper für ein Rigolensystem, der eine offene,
dreidimensionale Struktur aufweist, wobei ein Grundgitter vorgesehen ist, von dem
sich eine Mehrzahl von hohlen, sich nach oben verjüngenden, insbesondere eine senkrecht
zum Grundgitter stehende Symmetrieachse aufweisenden Trageelementen derart erhebt,
dass mehrere Strukturkörper durch bodenseitiges Einführen der Trageelemente eines
unteren Strukturkörpers in die Trageelemente des oberen Strukturkörpers schachtelbar
sind. Daneben betrifft die Erfindung ein Rigolensystem mit derartigen Strukturkörpern.
[0002] Unterirdische Anlagen, die der Versickerung, Rückhaltung und gegebenenfalls auch
Speicherung und Nutzung von Wasser, insbesondere Regenwasser, dienen, werden Rigolen
genannt. Rigolensysteme werden beispielsweise verwendet, wenn von einer nicht versickerfähigen
Fläche große Regenwassermengen abgeleitet werden, die möglichst verteilt unterhalb
der Fläche oder an einem anderen Ort zur Versickerung gebracht werden sollen.
[0003] Dabei sind modulare Rigolensysteme bekannt, die aus mehreren, insbesondere gleichen,
Strukturkörpern bzw. Versicker- / Speicherboxen in beliebiger Größe realisiert werden
können. Je nach Bedarf werden ein oder mehrere horizontale Ebenen von Strukturkörpern
in das Erdreich eingebracht und von einem Geotextil oder einer Geomembran umgeben,
welches das Eindringen von Erdreich in das Rigolensystem bzw. das Entweichen von Wasser
aus dem Rigolensystem verhindern soll. Je nach Anwendung weist das Rigolensystem zudem
wenigstens einen Zufluss und / oder wenigstens einen Abfluss auf, die der Einspeisung
oder der Ableitung von Wasser dienen.
[0004] Als Versicker- / Speicherboxen werden dabei meist als Spritzgussteile hergestellte
Kunststoff-Strukturkörper verwendet, die im Wesentlichen hohl, also zumindest teilweise
fluiddurchlässig (also durchströmbar), sind. Die Strukturkörper können beispielsweise
aus Polyethylen oder Polypropylen bestehen.
[0005] Ein großes Problem derartiger Strukturkörper ist, einen möglichst geringen Montageaufwand
auf der Baustelle bei gleichzeitig hoher Zuverlässigkeit und geringem Transportvolumen
zu erreichen. Insbesondere bei größeren Rigolensystemen bzw. -anlagen, bei denen viele
Strukturkörper benötigt werden, um das benötigte Volumen auszufüllen, ist ein geringes
Transportvolumen zur Senkung von Kosten und Aufwand wünschenswert.
[0006] Dabei wurden beispielsweise ineinander schachtelnd stapelbare (schachtelbare) Strukturkörper
derart vorgeschlagen, dass ausgehend von einem Bodenrahmen eine sich pyramidenstumpfartig
verjüngende kontinuierliche Wandstruktur mit einzelnen Streben vorgesehen wurde, die
durch ein Abdeckgitter abgeschlossen wurde. Von dem Abdeckgitter stehen nach unten
in vertikaler Richtung, also innerhalb der geformten Seitenwände, hohle Kegelstümpfe
ab, die versetzt angeordnet sind und sich ebenso verjüngen. Teilweise überlappend
mit den offenen Fußbereichen der Kegelstümpfe sind bei dem bekannten Strukturkörper
ebenso versetzt vorgesehene Aufnahmen in dem Abdeckgitter eingelassen.
[0007] Die Anordnung der Kegelstümpfe und der Aufnahmen ist nun wie bei Dreh-/Stapelbehältern
derart gewählt, dass es bei gleichsinniger Orientierung der Kegelstümpfe zwei Möglichkeiten
gibt, die Strukturkörper übereinander anzuordnen. Zum einen können die Kegelstümpfe
des oberen Strukturkörpers in die Öffnungen der Kegelstümpfe des unteren Strukturkörpers
eingreifen, so dass aufgrund der schräg gestellten Seitenwände ein zumindest einen
Teil des Volumens eines Strukturkörpers einsparendes Schachteln der Strukturkörper
möglich ist. Hebt man den oberen Strukturkörper ab und dreht ihn um 180° um eine vertikale
Achse, so können die Spitzen der Kegelstümpfe in die versetzt liegenden Aufnahmen
eingreifen, so dass die Strukturkörper ihr volles Volumen wiedergebend gestapelt werden
können. Ein derartiges System ist beispielsweise unter dem Namen "Waterloc 250" von
der Friatec AG, Mannheim, zu erhalten oder aus der
US 2009/0250369 A1 bekannt.
[0008] Diese im Stand der Technik vorgeschlagene Lösung hat jedoch einige massive Nachteile.
Zum einen ergeben sich aufgrund der schräg gestellten Seitenwände an den Randbegrenzungen
des Rigolensystems Lücken, in die das die Strukturkörper umgebende Geovlies eingepresst
werden kann, wobei zudem das Risiko besteht, dass das Geovlies bei diesem Vorgang
oder auch bei Kontakt mit den strukturierten Seitenwänden beschädigt wird und somit
Erdreich eindringen kann. Ein weiterer Nachteil der bekannten Strukturkörper ist,
dass die Kegelstümpfe nicht in vertikaler Richtung unmittelbar aufeinander folgen,
so dass nur eine niedrige Stabilität unter Last gegeben ist. Schließlich ist ein platzsparendes
Schachteln der Strukturkörper nur teilweise möglich, da, insbesondere aufgrund der
Winkelbeschränkung der Seitenwände, ein Strukturkörper nicht soweit in den anderen
versenkt werden kann, dass die Rahmen aufeinander aufliegen.
[0009] Der bekannte Strukturkörper weist zusammenfassend Einschränkungen im Hinblick auf
Stabilität und Einsparung von Transportvolumen auf. Aus
GB2417733A ist ein Strukturkörper für ein Entwässerungssystem offenbart, der die Merkmale des
Oberbegriffs des Anspruchs 1 umfasst.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Strukturkörper und ein Rigolensystem
anzugeben, das demgegenüber eine verbesserte Stabilität bei platzsparenderer Transportmöglichkeit
bietet.
[0011] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Strukturkörper für ein Rigolensystem gemäß Anspruch
1 vorgeschlagen.
[0012] Es wird also vorgeschlagen, einen Strukturkörper zu verwenden, der lediglich die
sich von einem Grundgitter vertikal erstreckenden Trageelemente aufweist, so dass
keinerlei Seitenwände oder ein weiterer Rahmen gegeben sind. Die Trageelemente können
dabei um eine vertikale Achse spiegelsymmetrische Teile sein, die eine erhöhte Stabilität
im Vergleich zu (aus Gründen der Schachtelbarkeit) schräg verlaufenden Seitenwänden
aufweisen und seitlich keine zwangsläufigen Lücken erzwingen, in die ein Geovlies
eingepresst werden würde. Mit besonderem Vorteil kann in dieser Ausgestaltung dabei
vorgesehen werden, dass die Trageelemente derart ausgebildet sind, dass mehrere Strukturkörper
gleichsinnig mit aneinander unmittelbar anschließendem Grundgitter schachtelnd stapelbar,
also schachtelbar, sind. Das bedeutet, dass es die vorliegende Erfindung ermöglicht,
Wandstärke und Winkel der Trageelemente so zu wählen, dass eine maximale Einsparung
von Raum beim Transport ermöglicht wird.
[0013] Zur Bildung eines Rigolensystems, worauf später noch näher eingegangen wer-den wird,
werden die Strukturkörper gegensinnig aufeinander gestapelt, das bedeutet, dass entweder
die Oberseiten der Trageelemente aneinander anliegen, so dass ein Grundgitter eine
Art Boden für eine Versickereinheit aus zwei Strukturkörpern bildet und ein anderes
Grundgitter eine Art Deckel / oberer Abschluss, oder dass die Grundgitter zweier Strukturkörper
aneinander anliegen, beispielsweise, wenn weitere Strukturkörper auf eine Versickereinheit
aufgestapelt werden sollen. Während also die Strukturkörper zum Transport platzsparend
gleichsinnig geschachtelt werden können, werden sie gegensinnig in ein Rigolensystem
aufgebaut. Dabei liegen die Trageelemente im Einsatz immer unmittelbar in einer Vertikalen
aufeinander folgend, woraus sich eine hervorragende Stabilität ergibt. Die Strukturkörper
sind also so ausgestaltet, dass bei gegensinnigem Aufeinanderstapeln die einander
gegenüberliegenden, kontaktierenden Trageelemente der beiden Strukturkörper gemeinsame
Mittelachsen aufweisen.
[0014] Zusammenfassend wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung also vorgeschlagen, dass
eine Mehrzahl von aneinander gereihten Trageelementen, beispielsweise Kegel- oder
Pyramidenstümpfen, welche mit der unten offenen Grundfläche in einer Ebene angeordnet
sind, die Last tragenden Säulen bilden. Zum Transport werden diese Säulen gleichsinnig
ineinander gesteckt und nehmen so wenig Volumen ein. Zur Herstellung des deutlich
größeren Speichervolumens werden die Säulen gegensinnig aufeinander gestellt. Hierdurch
wird ein wesentlich geringeres Transportvolumen bei höherer Belastbarkeit erzielt,
und selbstverständlich wird auch das Lagervolumen verringert. Es ergibt sich zudem
eine sehr einfache Handhabung beim Aufbau der Rigole, nachdem die Strukturkörper ineinander
geschachtelt angeliefert werden, lediglich auseinander gezogen werden müssen, worauf
zur Bildung beispielsweise einer Rigoleneinheit der obere Strukturkörper lediglich
um 180° um eine horizontale Achse gedreht werden muss, so dass die Strukturkörper
übereinander ihr großes Speichervolumen bilden.
[0015] Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Strukturkörper in anderer Benennung auch
als Versicker- / Speicherboxen bezeichnet werden können. Beispielsweise können solche
Versicker- / Speicherboxen eine Grundfläche, also Größe des Grundgitters, von 800
x 800 mm haben und eine Höhe von 165 mm.
[0016] Zweckmäßigerweise können die Trageelemente wenigstens teilweise einen runden und
/ oder einen rechteckigen und / oder einen sechseckigen und / oder einen achteckigen
Querschnitt aufweisen. Letztlich eignen sich also Kegel- und / oder Pyramidenstümpfe
am ehesten als Trageelemente. Kegelstümpfe, das bedeutet Trageelemente mit einem runden
Querschnitt, haben dabei den Vorteil, dass sie sowohl vertikal als auch seitlich am
stabilsten sind, jedoch weniger günstig mit dem Grundgitter verbindbar sind. Mithin
erweisen sich achteckige Querschnitte als bevorzugt, nachdem eine Ankopplung an Gitterstäbe
bei den üblichen Spritzgussverfahren problemlos möglich ist, zum anderen aber die
an den Ecken auftretenden Winkel recht groß gehalten werden können.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, dass entlang
der Seiten des Strukturkörpers Trageelemente in dichter Packung nebeneinander, die
seitliche Begrenzung des Strukturkörpers bildend, angeordnet sind. In dieser Ausführungsform
werden also in den Randbereichen eine Vielzahl von Säulen mit einem geringen Abstand
vorgesehen, deren nach außen gewandte Seite mithin eine Art "Wand" bildet, die es
ermöglichen kann, ein Geotextil bzw. eine Folie ohne ein zusätzliches Gitter direkt
unter / an / auf die Strukturkörper zu legen. Besonders vorteilhaft ist es dabei,
wenn die entlang der Seiten vorgesehenen Trageelemente eine seitlich abgeflachte,
nach außen gewandte Seite aufweisen. In dieser Ausführungsform kann ferner vorgesehen
sein, dass im Innenraum zwischen den die seitlichen Begrenzungen des Strukturkörpers
bildenden Trageelementen weitere, homogen verteilte Trageelemente vorgesehen sind.
[0018] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung hat es sich jedoch gezeigt, dass es vor-teilhafter
sein kann, ein zusätzliches Seitengitterelement zu verwenden, worauf bei der Diskussion
des erfindungsgemäßen Rigolensystems näher eingegangen werden wird. Wird ein solches
zusätzliches Seitengitterelement oder Seitengitter verwendet, kann insgesamt die Zahl
der Säulen etwas reduziert werden, so dass Material eingespart wird und das Speichervolumen
erhöht wird. Zudem liegen derartige mit Geotextil oder einer Geomembran bekleidete
Begrenzungen dann nur an den Orten vor, wo sie tatsächlich benötigt werden, nämlich
an den äußeren Grenzen der gestapelten Strukturkörper. Schließlich werden auch Nachteile
aufgrund der Verjüngung der Trageelemente vermieden.
[0019] Insbesondere kann dann mit besonderem Vorteil vorgesehen sein, dass die Trageelemente
zu einer vertikalen Mittelachse des Strukturkörpers achssymmetrisch und/oder homogen,
insbesondere matrixartig, verteilt sind. Das hat den Vorteil, dass es zum einen letztlich
irrelevant ist, in welche Richtung der Strukturkörper ausgerichtet ist, zum anderen
aber auch, dass es beim Bilden einer Rigole aus den Strukturkörpern möglich wird,
Strukturkörper zur Erhöhung der Stabilität auch versetzt aufeinander zu setzen, worauf
bezüglich des Rigolensystem noch näher eingegangen werden wird. Für einen matrixartigen,
homogenen Aufbau kann beispielsweise vorgesehen sein, dass vier bis sechs Trageelemente
in vier bis sechs Reihen auf dem insbesondere quadratischen Grundgitter angeordnet
sind, beispielsweise fünf auf fünf Trageelemente.
[0020] Eine solche symmetrische oder homogene Anordnung der Trageelemente hat den weiteren
Vorteil, dass es dann besonders einfach möglich wird, eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Strukturkörpers zu ermöglichen, nämlich dass der Strukturkörper
derart symmetrisch aufgebaut ist, dass er bei einem mittigen vertikalen Zerschneiden
in zwei oder vier bezüglich der Verteilung der Trageelemente gleichartige Unterstrukturkörper
zerteilbar ist. Beispielsweise kann also vorgesehen sein, dass der Strukturkörper
achssymmetrisch zu einer vertikalen Mittelachse des Grundgitters aufgebaut ist. Derartiges
ergibt sich beispielsweise bei der Verwendung von sechs Trageelementen in sechs Reihen,
denn dann können beispielsweise vier Unterstrukturkörper mit jeweils drei auf drei
Trageelementen realisiert werden. Es sei jedoch angemerkt, dass einer Teilbarkeit
auch bei einer ungeraden Anzahl von Trageelementen in einer Richtung möglich ist.
So ist es beispielsweise denkbar, bei einem fünf Reihen mit fünf Trageelementen aufweisenden
Strukturkörper diesen in einen zwei auf fünf und einen drei auf fünf Trageelemente
umfassenden Strukturkörpers zu zerlegen. Eine solche Gestaltung mit einem zerteilbaren
Strukturkörper erhöht die Flexibilität, insbesondere auch bezüglich einer versetzten
Anordnung im Rigolensystem und bezüglich des durch das Rigolensystem abzudeckenden
Volumens.
[0021] In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn wenigstens eine, insbesondere
zwei Schneidmarkierungen, insbesondere Schneidhilfen, zur Trennung eines Strukturkörpers
in Unterstrukturkörper vorgesehen sind. So kann beispielsweise zweckmäßigerweise vorgesehen
sein, auf der nach außen gerichteten Seite des Grundgitters zwei parallel verlaufende
Erhebungen oder Rillen vorzusehen, zwischen denen geschnitten werden soll. So wird
es noch einfacher möglich, Schnitte zur flexiblen Anpassung eines Rigolensystems vorzunehmen.
[0022] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen
sein, dass wenigstens eine Verbindungseinrichtung zum Verbinden benachbarter Strukturkörper
in einem Rigolensystem vorgesehen ist. Auf diese Weise wird der Zusammenbau bzw. die
Montage eines Rigolensystems aus mehreren Strukturkörpern deutlich vereinfacht, nachdem
geeignete Verbindungseinrichtungen bereits an den Strukturkörpern selber vorgesehen
sind, so dass diese lediglich noch aus ihrem geschachtelten Zustand befreit, wie beschrieben
in die gegensinnige Richtung gewendet und auf einen anderen Strukturkörper aufgesetzt
werden müssen, woraufhin bereits eine stabile Verbindung gegeben sein kann.
[0023] Erfindungsgemäß , werden an einer oberen Oberfläche wenigstens eines Trageelements
wenigstens eine Eingriffsnocke und wenigstens eine Eingriffsaufnahme vorgesehen, wobei
die Eingriffsnocke zum formschlüssigen Eingriff in eine Eingriffsaufnahme eines benachbarten
Strukturkörpers eines Rigolensystems ausgebildet ist.
[0024] Analog kann bezüglich des Grundgitters vorgesehen sein, dass auf der nach außen gewandten
Seite des Grundgitters in nicht durch Trageelemente belegten Bereichen wenigstens
eine Eingriffsnocke und wenigstens eine Eingriffsaufnahme vorgesehen sind, wobei die
Eingriffsnocke zum formschlüssigen Eingriff in eine Eingriffsaufnahme eines benachbarten
Strukturkörpers eines Rigolensystems ausgebildet ist.
[0025] Letztlich werden also Eingriffsnocken und Eingriffsaufnahmen vorgesehen, die beim
benachbarten Anordnen von Strukturkörpern in vertikaler Richtung im Rigolensystem,
also bei gegensinniger Anordnung der Strukturkörper, ein "Zusammenstecken" der Strukturkörper
erlauben. Dabei wird die Anordnung von Eingriffsnocken und Eingriffsaufnahmen auf
beiden Seiten mit besonderem Vorteil so gewählt, unabhängig von der konkreten Ausrichtung
eines Strukturkörpers immer eine Verbindung möglich ist, das bedeutet, dass eine Eingriffsnocke,
egal wie um die vertikale Achse der andere Strukturkörper gedreht ist, immer eine
Eingriffsaufnahme findet. Derartiges kann beispielsweise realisiert werden, wenn auf
der oberen Fläche eines Trageelements eine Eingriffsnocke und drei Eingriffsaufnahmen
angeordnet werden. Bevorzugt ist eine Anordnung von zwei oder vier Eingriffsnocken,
die jeweils einer Eingriffsaufnahme benachbart zugeordnet sind, so dass eine achssymmetrische
Verteilung von Eingriffsnocken und Eingriffsaufnahmen vorliegt. Bei zwei Eingriffsnocken
sind neben den benachbart zugeordneten Eingriffsaufnahmen noch zwei weitere Eingriffsaufnahmen
achssymmetrisch angeordnet.
[0026] Bei beliebigen Drehungen um ganzzahlige Vielfache von 90° bzw. seitliches Versetzen
um ein ganzzahliges Vielfaches eines Tragelementabstandes ist mit den vorgenannten
Anordnungen immer ein Eingriff der Eingriffsnocken in die entsprechenden Eingriffsaufnahmen
ermöglicht.
[0027] Auf dem Grundgitter kann vorgesehen sein, dass die Eingriffsnocken und Eingriffsaufnahmen
letztlich in zwischen den Trageelementen verlaufenden Reihen aufeinander folgen, wobei
vorgesehen sein kann, dass die mittleren oder andere bestimmte Reihen jeweils nockenfrei
bleiben, um das oben beschriebene Zerschneiden eines Strukturkörpers in mehrere Unterstrukturkörper
problemlos zu erlauben. Selbstverständlich können in beiden Fällen, also sowohl für
die Eingriffsnocken und Eingriffsaufnahmen der Trageelemente wie auch für die Eingriffsnocken
und Eingriffsaufnahmen des Grundgitters, kraftschlüssige Verbindungen möglich sein,
beispielsweise Klemmverbindungen, es ist jedoch auch denkbar, Rastvorsprünge oder
dergleichen vorzusehen, die eine feste, einrastende Verbindung zwischen vertikal benachbarten
Strukturkörpern erlauben.
[0028] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Eingriffsnocken
und die Eingriffsaufnahmen achssymmetrisch zu einer vertikalen Mittelachse des Strukturkörpers
angeordnet sind. Auf diese Weise wird die Symmetrie des Strukturkörpers sichergestellt,
welcher mithin in jeder (sinnvollen) horizontalen Ausrichtung in vertikaler Richtung
mit einem weiteren Strukturkörper über die Verbindungseinrichtung verbindbar ist.
Bei einer quadratischen Grundfläche bedeutet dies beispielsweise, dass bei Rotation
eines Strukturkörpers um 90°da-nach eine Verbindung möglich bleibt.
[0029] Bei mittig ein- oder zweimal teilbaren Strukturkörpern ist es besonders vorteilhaft,
wenn die Eingriffsnocken und die Eingriffsaufnahmen ferner achssymmetrisch bezüglich
einer vertikalen Mittelachse eines Viertels des Strukturkörpers angeordnet sind. Auf
diese Weise werden beim Zerteilen des Strukturkörpers wiederum vier letztlich symmetrische
Unterstrukturkörper erhalten, die bei einer Drehung um 90° gegen einen anderen Strukturkörper,
mit dem sie verbunden werden sollen, dennoch weiterhin in der Ausrichtung von Nocken
und Aufnahmen übereinstimmen. Auf diese Weise wird eine größtmögliche Flexibilität
und Einfachheit beim Zusammenbau des Rigolensystems aus den Strukturkörpern mit dem
quadratischen Grundgitter ermöglicht.
[0030] Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass selbstverständlich auch externe, beispielsweise
mit den Strukturkörpern mitzuliefernde und nachträglich anzubringende Verbindungseinrichtungen
verwendet werden können, dies jedoch weniger bevorzugt ist.
[0031] In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Strukturkörpers kann vorgesehen sein,
dass an wenigstens einer Seite, insbesondere zwei Seiten, des Grundgitters wenigstens
ein Haken und an wenigstens einer weiteren Seite, insbesondere zwei weiteren Seiten,
des Strukturkörpers Hakenaufnahmen vorgesehen sind, wobei die Haken zum formschlüssigen
Eingriff in die Hakenaufnahmen eines seitlich benachbarten Strukturkörpers ausgebildet
sind. Auf diese Weise kann auch eine seitliche Verbindung von Strukturkörpern auf
einfache Weise erreicht werden, ohne dass zusätzliche Verbindungsmittel erforderlich
sind. Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass selbstverständlich auch andere,
bereits aus dem Stand der Technik bekannte Verbindungsmöglichkeiten zwischen seitlich
benachbarten Strukturkörpern denkbar sind.
[0032] Zweckmäßigerweise kann vorgesehen sein, dass ein Trageelement mit wenigstens einem
Gittersteg des Grundgitters verbunden ist, insbesondere über Verbindungsrippen. Wie
bereits ausgeführt, ist eine besonders einfache Kopplung der Trageelemente mit den
auch stabilisierenden Gitterstegen dann möglich, wenn eine mehreckige Grundform des
Trageelements, insbesondere eine achteckige Grundform, gegeben ist. Dann kann der
Gittersteg letztlich an einer Seite an-schließen und beispielsweise über Verbindungsrippen
mit dem Trageelement kraftschlüssig gekoppelt sein, um so eine weitere Stabilisierung
des gesamten Strukturkörpers zu erreichen.
[0033] Mit besonderem Vorteil ist ferner vorgesehen, dass das Grundgitter einen geschlossenen
stabilisierenden Rahmen aufweist. Das Grundgitter ist also auf seiner Höhe mit stabilen
Rahmenwänden umgeben, die zur horizontalen Stabilität beitragen. Es sei an dieser
Stelle angemerkt, dass das Verhältnis der Höhe des Grundgitters zur Gesamthöhe des
Strukturkörpers etwa 1:4 oder etwas weniger betragen kann.
[0034] Neben dem Strukturkörper betrifft die Erfindung auch ein Rigolensystem, umfassend
wenigstens zwei benachbart anordenbare oder angeordnete erfindungsgemäße Strukturkörper.
Wie bereits erwähnt wurde, lassen sich in Stabilität und Montageaufwand deutlich verbesserte
Rigolensysteme aus den erfindungsgemäßen Strukturkörpern aufbauen. Sämtliche Ausführungen
bezüglich des erfindungsgemäßen Strukturkörpers lassen sich analog auf das erfindungsgemäße
Rigolensystem übertragen. Beispielsweise können die zu Transport und Lagerung gleichsinnig
ineinander verschachtelten Strukturkörper an eine Baustelle angeliefert werden und
zur Montage wie beschrieben gegensinnig aufeinander gestapelt werden. Die einzelnen
Strukturkörper werden nach dem Zusammenfügen auf der Baustelle dann üblicherweise
im Ganzen mit einem Geotextil und / oder einer Folie ummantelt, um so den gesamten
Speicher je nach Anforderung mediendicht oder mediendurchlässig zu gestalten.
[0035] Während es grundsätzlich denkbar ist, insbesondere bei einer Vielzahl von die äußere
Begrenzung der Strukturkörper bildenden Säulen das Geovlies bzw. die Folie ohne zusätzliche
Gitter direkt an die Strukturkörper anzulegen, ist es erfindungsgemäß bevorzugt, Seitengitterelemente
zu verwenden, die dann eine Art Seitengitter bilden. So kann vorgesehen sein, dass
ferner wenigstens ein an einem äußeren Rand des Rigolensystems angebrachtes oder anzubringendes,
insbesondere wenigstens zwei vertikal als Rigoleneinheit übereinander angeordnete
Strukturkörper überspannendes Seitengitterelement vorgesehen ist. Dieses wird dann
nach dem Stapeln der Strukturkörper in der gewünschten Form nur an den Außenseiten
des Gesamtvolumens angeordnet. Dabei haben sich Seitengitterelemente, die zwei vertikal
als Rigoleneinheit übereinander angeordnete Strukturkörper überspannen, als eine besonders
geeignete Größe erwiesen, jedoch sind selbstverständlich auch andere Einheiten von
Seitengitterelementen denkbar.
[0036] Hierbei kann vorgesehen sein, dass eine Verbindungseinrichtung zum Anbringen des
Seitengitterelements an wenigstens einem Grundgitter eines Strukturkörpers vorgesehen
ist, insbesondere an dem Seitengitterelement und / oder dem Strukturkörper vorgesehene
Rastnasen, die in Öffnungen des Strukturkörpers und / oder des Seitengitterelements
einrasten. Bevorzugt sind die Rastnasen an dem Seitengitter vorgesehen, um von dem
Strukturkörper hervorstehende Teile möglichst zu vermeiden. In einer derartigen Ausgestaltung
kann dann das Seitengitterelement einfach aufgesetzt und mit den Rastnasen bis zum
Einrasten in den Strukturkörper eingeführt werden, letztlich also bei einfacher Montage
"eingeclipst" werden. Auch an dieser Stelle sei angemerkt, dass selbstverständlich
auch andere Verbindungseinrichtungen, beispielsweise Klemmeinrichtungen oder externer
Verbindungsmittel, grundsätzlich denkbar sind.
[0037] Es kann ferner vorgesehen sein, dass das Seitengitterelement einen Rahmen aufweist,
der sich im Einbauzustand an wenigstens ein Grundgitter wenigstens eines Strukturkörpers
legt. Ein solcher Rahmen wirkt nicht nur führend, sondern weiter stabilisierend für
das gesamte Rigolensystem. Ein mittleres Gitter des Seitengitterelements kann dabei
höher als der Rahmen ausgebildet sein, so dass es zwischen den Grundgittern beispielsweise
einer Versickereinheit eingreift und der Rahmen außen an insbesondere einem Rahmen
des Grundgitters anliegt. Mit besonderem Vorteil können zur Realisierung der Verbindungseinrichtung
die Rastnasen am Rand dieses Rahmens vorgesehen sein, wobei die Öffnungen, in die
die Rastnasen einrasten, am unteren Rand des Rahmens des Grundgitters vorgesehen sind.
[0038] Es ist weiterhin denkbar, dass das Seitengitterelement in mittigen, Trageelementen
benachbarten Bereichen erhöht ausgebildet ist, so dass das Seitengitterelement zwischen
Grundgittern in die Strukturkörper hineinragt und an den Trageelementen wenigstens
teilweise anliegt. Insbesondere kann die Erhöhung dem sich verjüngenden Verlauf der
Trageelemente folgen, um so eine großflächige Anlage zu ermöglichen. Auf diese Weise
kann eine weitere Stabilisierung erreicht werden.
[0039] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das Seitengitterelement
wenigstens eine Schneidmarkierung für wenigstens einen Anschluss des Rigolensystems
an einen Zufluss und/oder Abfluss und / oder wenigstens eine Schneidmarkierung zum
mittigen (oder ggf. auch anderweitigen) Zerteilen des Seitengitterelements in zwei
oder vier Unterseitengitterelemente aufweist. Es kann also vorgesehen sein, dass bereits
eine vordefinierte Schneidmarkierung auf dem Seitengitterelement angebracht ist, die
es vereinfacht, eine Öffnung für eine Leitung, beispielsweise einen Zufluss oder einen
Abfluss, zu erzeugen. Besonders zweckmäßig ist es jedoch, wenn eine Schneidmarkierung,
insbesondere eine Schneidhilfe, zum insbesondere mittigen Zerteilen des Seitengitterelements
in zwei oder vier Unterseitengitterelemente vorgesehen ist, da dann auch bezüglich
der Seitengitterelemente eine Flexibilität vorhanden ist, wie sie bereits bezüglich
der Zerteilung der Strukturkörper in Unterstrukturkörper beschrieben wurde. Insbesondere
stehen dann auch Unterseitengitterelemente für Unterstrukturkörper, die durch Zerteilung
aus Strukturkörpern hervorgegangen sind, zur Verfügung. Konkret kann diese Schneidmarkierung
zum insbesondere mittigen Zerteilen des Seitengitterelements vorgesehen sein, wobei
zweckmäßigerweise das Seitenelement beidseitig benachbart einer Schneidmarkierung
das Unterseitenelement stabilisierende Stege aufweist. Selbst wenn also das Gitter
des Seitengitterelements an dieser Stelle keinen Schnitt begünstigen würde, so sorgen
solche Stabilisierungsstege dafür, dass dennoch problemlos eine Aufteilung in Unterseitengitterelemente
möglich ist.
[0040] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen
sein, dass wenigstens zwei homogen verteilte Trageelemente aufweisende Strukturkörper
versetzt zueinander angeordnet sind. Wie bereits oben beschrieben wurde, kann bei
einer homogen Verteilung der Trageelemente auch eine versetzte Anordnung der vertikal
aufeinander folgenden Strukturkörper vorgesehen werden, was insbesondere dann vorteilhaft
realisiert werden kann, wenn die Strukturkörper in Unterstrukturkörper aufgeteilt
werden können, so dass dann beispielsweise jeweils um die Hälfte versetzte Lagen von
Strukturkörpern realisiert werden können. Auf diese Weise wird die Stabilität des
Gesamtrigolensystems weiter erhöht, was für die vertikale Stabilität genauso wie für
die horizontale Stabilität gilt.
[0041] Weitere Vorteile und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den
im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnung. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht des Strukturkörpers aus einer ersten Blickrichtung,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des Strukturkörper aus einer zweiten Blickrichtung,
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf den Strukturkörper,
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Strukturkörpers,
- Fig. 5
- eine teilweise aufgeschnittene Ansicht des erfindungsgemäßen Strukturkörpers,
- Fig. 6
- mehrere gestapelte erfindungsgemäße Strukturkörper in einer per-spektivischen Ansicht,
- Fig. 7
- ein erfindungsgemäßes Rigolensystem,
- Fig. 8
- ein Seitengitter des Rigolensystems in einer Aufsicht,
- Fig. 9
- eine teilweise aufgeschnittene perspektivische Ansicht des Seitengitterelements der
Fig. 8,
- Fig. 10
- eine Skizze zur horizontalen Verbindung benachbarter Strukturkör-per,
- Fig. 11
- eine Schnittansicht zur vertikalen Verbindung gegenseitig aufeinander gestapelter
Strukturkörper,
- Fig. 12
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Strukturkör-pers in einer zweiten
Ausführungsform, und
- Fig. 13
- zum Transport und in einem Rigolensystem gestapelte erfindungs-gemäße Strukturkörper
nach Fig. 12.
[0042] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Strukturkörpers
1 zur Verwendung in einem Rigolensystem. Der Strukturkörper 1, der eine quadratische
Grundform hat, umfasst ein von rahmenartig stabilisierenden Seitenwänden 2 umgebenes
quadratisches Grundgitter 3, von dem 36 Trageelemente 4 mit einem achteckigen Querschnitt
emporragen, die sich pyramidenstumpfartig nach oben hin verjüngen. Die Trageelemente
4 sind hohl ausgebildet, vgl. auch Fig. 2 und Fig. 5, und homogen matrixartig in sechs
Reihen à sechs Trageelementen 4 verteilt. Der gesamte Strukturkörper 1 ist dabei ein
Spritzgusselement aus Kunststoff.
[0043] Wie am günstigsten aus Fig. 5 ersichtlich ist, weist das Grundgitter 3 Gitterstege
5 auf, an denen die säulenartige Trageelemente 4 über rippenartige Fortsätze 6 an
den Stellen verbunden sind, an denen eine Außenwand der achteckigen Trageelemente
4 parallel zu einem Gittersteg 5 verläuft.
[0044] Im Gebrauch können zwei Strukturkörper 1 gegensinnig miteinander verbunden werden,
um ein Aufnahmevolumen eines Rigolensystems zu definieren. Hierfür umfasst der Strukturkörper
1 Verbindungseinrichtungen sowohl an den Trageelementen 4 wie auch dem Grundgitter
3, welche vorliegend als Eingriffsnocken 7, 8 und korrespondierende Eingriffsaufnahmen
9, 10 ausgebildet sind. Ersichtlich weisen die oberen Flächen der Trageelemente 4
teilweise drei Eingriffsaufnahmen 9 und eine Eingriffsnocke 7 auf, teilweise lediglich
vier Eingriffsaufnahmen 9. Ebenso zeigt Fig. 3 am besten, dass die nicht vom Trageelementen
4 belegten Bereiche des Grundgitters 3 von den mittigen Reihen 11, 12 abgesehen, aufeinanderfolgende
Reihen von Eingriffsnocken 8 und Eingriffsaufnahmen 10 aufweisen, wobei immer zwei
Eingriffsaufnahmen 10 zwischen zwei Eingriffsnocken 8 befindlich sind.
[0045] Diese jeweilige Anordnung der Eingriffsnocken 7, 8 und der Eingriffsaufnahmen 9,
10 liegt in zwei Achssymmetrien begründet, nämlich zum einen eine Achssymmetrie um
die vertikale Mittelachse 13 (im Schnittpunkt der Reihen 11, 12). Diese Achssymmetrie
ermöglicht es, zwei Strukturkörper 1 auch dann aufeinander aufsetzen zu können, wenn
einer der Strukturkörper 1 um 90° verdreht wurde. Es liegt also eine Rotationssymmetrie
bei einer Rotation eines der beiden gegensinnig zu stapelnden Strukturkörper 1 um
90° vor.
[0046] Jedoch ist eine Symmetrie auch gegenüber den Symmetrieachsen 14 gegeben, die jeweils
das Zentrum eines Viertels des Strukturkörpers 1 bilden. Auch diese Symmetrien sind
am besten aus Fig. 3 ersichtlich.
[0047] Diese letztere Symmetrie liegt darin begründet, dass es möglich sein soll, den Strukturkörper
1 durch das Schneiden in bezüglich der Anordnung der Trageelemente und der Eingriffsnocken
gleiche Unterstrukturkörper zu zerschneiden, wofür entlang der mittleren Reihen 11,
12 Schneidmarkierungen 15 vorgesehen sind, die hier als zwei parallele Erhebungen
oder Rillen ausgebildet sind und auch als Schneidhilfe dienen können. Wird der Strukturkörper
1 entlang dieser Sollschneidlinien zerteilt, so entstehen zwei Halbe bzw. vier Viertel,
die aufgrund der beschriebenen Symmetrien problemlos in vertikaler Richtung gegensinnig
aufeinander stapelbar sind. Auf diese Weise können halbe oder viertel Strukturkörper
erzeugt werden, die in einem Rigolensystem ein versetztes Anordnen der Strukturkörper
1 in verschiedenen Lagen und somit eine höhere Stabilität ermöglichen.
[0048] Wie weiterhin aus den Fig. 1 - 5 ersichtlich ist, sind an zwei Seiten des Strukturkörpers
1 Haken 16 ausgebildet, an den anderen zwei Seiten des Strukturkörpers 1 mit den Haken
korrespondierende Hakenaufnahmen 17. Durch Einhaken der Haken 16 in die Hakenaufnahmen
17 können horizontal benachbarte Strukturkörper 1 verbunden werden.
[0049] Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass sowohl die Eingriffsnocken 7, 8 formschlüssig
in die Eingriffsaufnahmen 9, 10 einsteckbar sind wie auch die Haken 16 formschlüssig
in die Hakenaufnahmen 17. Es kann auch ein Kraftschluss hergestellt werden, beispielsweise
durch eine Klemmhalterung, oder es können Rastnasen oder dergleichen vorgesehen sein,
die in entsprechende Rastaufnehmungen in den Hakenaufnahmen 17 einrasten, um einen
festen, stabilen Halt zu erzielen.
[0050] Wie bereits erwähnt, können die Strukturkörper 1 im Einsatz in einem Rigolensystem
gegensinnig aufeinander gestapelt werden, wobei zwei über die Eingriffsnocken 7 und
die Eingriffsaufnahmen 9 verbundene Strukturkörper eine Versickereinheit bilden, auf
die aber selbstverständlich über die Eingriffsnocken 8 und die Eingriffsaufnahmen
10 weitere Strukturkörper aufgesetzt werden können. Zum Transport und zur Lagerung
jedoch können die Strukturkörper 1, wie durch Fig. 6 gezeigt, gleichsinnig ineinander
verschachtelt werden, wobei die innen ja hohlen Trageelemente 4 derart in die Trageelemente
4 des darüberliegenden Strukturkörpers 1 eingreifen, dass letztlich die Grundgitter
3 komplett aufeinander zu liegen kommen und ein maximaler Raumgewinn beim Transport
und bei der Lagerung erzielt wird.
[0051] Fig. 7 zeigt beispielhaft einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Rigolensystem
18. Ersichtlich sind darin eine Vielzahl von Strukturkörpern 1 gegensinnig aufeinander
gestapelt, um ein Rigolenvolumen zu bilden. Außen kann das Rigolenvolumen über Seitengitterelemente
19 abgeschlossen werden, die bezüglich der Fig. 8 und 9 näher erläutert werden sollen.
[0052] Ersichtlich weist das Seitengitterelement 19 ein zentrales, höheres Gitter 20 auf,
welches von einem niedrigeren Rahmen 21 umgeben ist. Der Rahmen 21 weist dabei Rastnasen
22 auf, die in entsprechende Öffnungen 23 (vgl. Fig. 1, 3 und 5) eingreifen und dort
verrasten, wenn das Seitengitterelement 19 an den Strukturkörpern 1 befestigt werden
soll. Dabei liegt der Rahmen 21 an dem Grundgitter 3 des Strukturkörpers 1 auf, wobei
Rastnasen 22 in die Öffnungen 23 eingreifen und dort über entsprechende Vorsprünge
verrasten. Das höhere Gitter 20 greift ein Stück weit in den Bereich ein, der aufgrund
der Trageelemente 4 zurückgesetzt ist.
[0053] Wie am besten aus Fig. 8 ersichtlich ist, weist das Gitter 20 ferner Schneidmarkierungen
24 auf, um Öffnungen in das Gitter 20 zu schneiden, die für einen Zufluss oder einen
Abfluss geeignet sind. Ferner sind Schneidmarkierungen 25 mittig vorgesehen, um das
Seitengitterelement 19 in zwei gleich große Hälften 26 zu schneiden, wie sie auch
in Fig. 7 verwendet werden. Um die Stabilität des Gitters 20 auch bei einem Zerschneiden
des Seitengitterelements 19 sicherzustellen, umfasst das Gitter 20 zusätzliche Stege
27 beidseitig der Sollschneidlinie.
[0054] Wie Fig. 7 zeigt, ermöglicht die Teilbarkeit der Strukturkörper 1 und der Seitengitterelemente
19 eine äußerst flexible Konstruktion des gesamten Rigolensystems, die für eine erhöhte
Stabilität sorgt, nachdem die Strukturkörper 1, wie in dem offenen Teil der Fig. 7
ersichtlich ist, versetzt zueinander angeordnet werden können. Ein bündiger Abschluss
ist dennoch immer möglich, nachdem die Strukturkörper 1 ja teilbar oder viertelbar
sind, wie oben bereits beschrieben.
[0055] Fig. 10 zeigt die Verbindung horizontal benachbarter Strukturkörper 1. Wie ersichtlich
ist, greifen die Haken 16 einer Seite eines Strukturkörpers 1 in die Öffnungen 17
einer anderen Seite eines weiteren Strukturkörpers 1 ein.
[0056] Fig. 11 zeigt nun im Detail die Grundgitterseitige Verbindung zweier gegensinnig
angeordneter Strukturkörper 1. Dabei greifen, wie bereits beschrieben, die Grund-gitterseitigen
Eingriffsnocken 8 jeweils in Grundgitterseitige Eingriffsaufnahmen 10 formschlüssig
ein. Gegebenenfalls können auch hier nicht näher gezeigte Rastelemente zur Verrastung
vorgesehen werden. Fig. 11 zeigt auch nochmals im Detail, wie die Trageelemente 4
über Rippen 6 mit den Stegen 5 des Grundgitters 3 verbunden sind.
[0057] Fig. 12 zeigt einen erfindungsgemäßen Strukturkörper 1' in einer zweiten Ausführungsform,
der sich von dem Strukturkörper 1 im Wesentlichen in der Form und Anordnung der nun
als Kegelstümpfe realisierten Trageelemente 4 unterscheidet. Die Trageelemente 4 sind
offensichtlich am Rand in dichterer Packung angeordnet als im Inneren des Strukturkörpers
1'. Dabei bilden die Trageelemente 4 eng stehend eine deutliche Begrenzung des Strukturkörpers
1' an den Seiten. Die in der Mitte angeordneten Trageelemente 4 können dabei homogen
in weniger dichter Packung vorgesehen werden.
[0058] Schließlich zeigt Fig. 13, wie die Strukturkörper 1' gleichsinnig zum Transport platzsparend
gestapelt werden können. Auf der rechten Seite sind die gegensinnig, beispielsweise
um ein Aufnahmevolumen in einem Rigolensystem zu bilden, gestapelten Strukturkörper
1' gezeigt.
[0059] Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die vorliegende Erfindung auch mit anderen
Zahlen von Trageelementen realisiert werden kann, beispielsweise mittels eines fünf
Reihen à fünf Trageelemente aufweisenden Strukturkörpers, bei dem insbesondere auch
eine Trennung anhand vorgesehener Schneidmarkierungen erfolgt, wobei dann ungleich
große Unterstrukturkörper erhalten werden.
1. Strukturkörper (1, 1') für ein Rigolensystem (18), der eine offene, dreidimensionale
Struktur aufweist, wobei ein Grundgitter (3) vorgesehen ist, von dem sich eine Mehrzahl
von hohlen, sich nach oben verjüngenden Trageelementen (4) derart erhebt, dass mehrere
Strukturkörper (1, 1') durch bodenseitiges Einführen der Trageelemente (4) eines unteren
Strukturkörpers (1, 1') in die Trageelemente (4) des oberen Strukturkörpers (1, 1')
schachtelbar sind, wobei die seitliche Begrenzung des Strukturkörpers (1, 1') von
wenigstens einem Teil der vertikalen Trageelemente (4) sowie von das Grundgitter (3)
rahmenartig stabilisierenden Seitenwänden (2) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass an einer oberen Oberfläche wenigstens eines Trageelements (4) wenigstens eine Eingriffsnocke
(7) und wenigstens eine Eingriffsaufnahme (9) vorgesehen sind, wobei die Eingriffsnocke
(7) zum formschlüssigen Eingriff in eine Eingriffsaufnahme (9) eines benachbarten
Strukturkörpers (1, 1') eines Rigolensystems (18) ausgebildet ist.
2. Strukturkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trageelemente (4) derart ausgebildet sind, dass mehrere Strukturkörper (1, 1')
mit aneinander unmittelbar anschliessenden Grundgittern (3) gleichsinnig schachtelbar
sind.
3. Strukturkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Strukturkörper (1, 1') derart symmetrisch aufgebaut ist, dass er bei mittigem
vertikalen Zerschneiden in zwei oder vier bezüglich der Verteilung der Trageelemente
(4) gleichartige Unterstrukturkörper zerteilbar ist.
4. Strukturkörper nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Verbindungseinrichtung zum Verbinden benachbarter Strukturkörper
(1, 1') in einem Rigolensystem (18) vorgesehen ist.
5. Strukturkörper nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf der nach aussen gewandten Seite des Grundgitters (3) in nicht durch Trageelemente
(4) belegten Bereichen wenigstens eine Eingriffsnocke (8) und wenigstens eine Eingriffsaufnahme
(10) vorgesehen sind, wobei die Eingriffsnocke (8) zum formschlüssigen Eingriff in
eine Eingriffsaufnahme (10) eines benachbarten Strukturkörpers (1, 1') eines Rigolensystems
(18) ausgebildet ist.
6. Strukturkörper nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingriffsnocken (7, 8) und die Eingriffsaufnahmen (9, 10) achssymmetrisch zu
einer vertikalen Mittelachse (13) des Strukturkörpers (1, 1') angeordnet sind.
7. Strukturkörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingriffsnocken (7, 8) und die Eingriffsaufnahmen (9, 10) ferner achssymmetrisch
bezüglich einer Mittelachse (14) eines Viertels des Strukturkörpers (1, 1') angeordnet
sind.
8. Rigolensystem (18), umfassend wenigstens zwei benachbart anordenbare oder angeordnete
Strukturkörper (1, 1') nach einem der vorangehenden Ansprüche.
9. Rigolensystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ferner wenigstens ein an einem äusseren Rand des Rigolensystems (18) angebrachtes
oder anzubringendes, insbesondere wenigstens zwei vertikal als Rigoleneinheit übereinander
angeordnete Strukturkörper (1, 1') überspannendes Seitengitterelement (19) vorgesehen
ist.
10. Rigolensystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbindungseinrichtung zum Anbringen des Seitengitterelements (19) an wenigstens
einem Grundgitter (3) eines Strukturkörpers (1, 1') vorgesehen ist, insbesondere an
dem Seitengitterelement (19) und/oder dem Strukturkörper (1, 1') vorgesehene Rastnasen
(22), die in Öffnungen (23) des Strukturkörpers (1, 1') und/oder des Seitengitterelements
(19) einrasten.
1. A structural body (1, 1') for an attenuation and infiltration system (18), having
an open, three-dimensional structure, wherein a base grid (3) is provided from which
a plurality of hollow, upwardly tapering support elements (4) rise in such a way that
multiple structural bodies (1, 1') can be nested by introducing the support elements
(4) of a lower structural body (1, 1') into the bottom of support elements (4) of
the upper structural body (1, 1'), the lateral limit of the structural body (1, 1')
being formed by at least part of the vertical support elements (4) and by side walls
(2) stabilising the base grid (3) in a frame-like manner, characterised in that on an upper surface of at least one support element (4) at least one engagement lobe
(7) and at least one engagement seat (9) are provided, the engagement lobe (7) being
designed for positive engagement in an engagement seat (9) of an adjacent structural
body (1, 1') of an attenuation and infiltration system (18).
2. The structural body according to claim 1, characterised in that the support elements (4) are designed such that multiple structural bodies (1, 1')
can be nested in the same direction with immediately consecutive base grids (3).
3. The structural body according to claim 1 or 2, characterised in that the structural body (1, 1') is designed symmetrically such that it can be divided
into two or four similar substructure bodies in terms of the distribution of the support
elements (4) when cut vertically through the middle.
4. The structural body according to one of the preceding claims, characterised in that at least one connection means is provided for connecting adjacent structural bodies
(1, 1') in an attenuation and infiltration system (18).
5. The structural body according to claim 4, characterised in that on the outwardly facing side of the base grid (3) in regions not occupied by support
elements (4) at least one engagement lobe (8) and at least one engagement seat (10)
are provided, the engagement lobe (8) being designed for positive engagement in an
engagement seat (10) of an adjacent structural body (1, 1') of an attenuation and
infiltration system (18).
6. The structural body according to claim 5, characterised in that the engagement lobes (7, 8) and the engagement seats (9, 10) are arranged axially
symmetrically to a vertical central axis (13) of the structural body (1, 1').
7. The structural body according to claim 6, characterised in that the engagement lobes (7, 8) and the engagement seats (9, 10) are furthermore arranged
axially symmetrically in relation to a central axis (14) of a quarter of the structural
body (1, 1').
8. An attenuation and infiltration system (18), comprising at least two structural bodies
(1, 1') according to one of the preceding claims which can be arranged adjacently
or are arranged adjacently.
9. The attenuation and infiltration system according to claim 8, characterised in that furthermore at least one side grid element (19) is provided, which in particular
spans at least two structural bodies (1, 1') arranged vertically one on top of the
other as an attenuation and infiltration unit, and which is mounted or is to be mounted
on an outer edge of the attenuation and infiltration system (18).
10. The attenuation and infiltration system according to claim 9, characterised in that a connection means is provided for mounting the side grid element (19) on at least
one base grid (3) of a structural body (1, 1'), in particular latching lugs (22) provided
on the side grid element (19) and/or the structural body (1, 1'), which latch into
apertures (23) of the structural body (1, 1') and/or of the side grid element (19).
1. Corps structural (1, 1') pour un système de rigoles (18) qui présente une structure
ouverte tridimensionnelle, une grille de base (3) étant prévue sur laquelle se dresse
une multitude d'éléments de support creux (4) se rétrécissant vers le haut de manière
à ce que plusieurs corps structuraux (1, 1') puissent s'emboîter par une insertion
côté fond des éléments de support (4) d'un corps structural (1, 1') inférieur dans
les éléments de support (4) du corps structural (1, 1') supérieur, la délimitation
latérale du corps structural (1, 1') étant formée par au moins une partie des éléments
de support (4) verticaux ainsi que par les cloisons latérales (2) qui stabilisent,
comme un cadre, la grille de base (3), caractérisé en ce qu'au moins une came d'engagement (7) et au moins un siège d'engagement (9) sont prévus
sur la surface supérieure d'au moins un élément de support (4), la came d'engagement
(7) étant conçue pour un engagement par complémentarité de forme dans un siège d'engagement
(9) d'un corps structural (1, 1') voisin d'un système de rigoles (18).
2. Corps structural selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments de support (4) sont réalisés de telle sorte que plusieurs corps structuraux
(1, 1') ayant des grilles de base (3) directement ensuite peuvent s'emboîter dans
le même sens.
3. Corps structural selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le corps structural (1, 1') est réalisé de manière symétrique de telle sorte qu'il
peut être divisé, lors d'une coupure verticale au centre, en deux ou quatre sous-corps
structuraux identiques par rapport à la répartition des éléments de support (4).
4. Corps structural selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un dispositif de raccord est prévu pour relier des corps structuraux (1,
1') voisins dans un système de rigoles (18).
5. Corps structural selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'au moins une came d'engagement (8) et au moins un réceptacle d'engagement (10) sont
prévus sur le côté tourné vers l'extérieur de la grille de base (3) dans les régions
exemptes d'éléments de support (4), la came d'engagement (8) étant conçue pour s'engager
par complémentarité de forme dans un réceptacle d'engagement (10) d'un corps structural
(1, 1') voisin d'un système de rigoles (18).
6. Corps structural selon la revendication 5, caractérisé en ce que les cames d'engagement (7, 8) et les sièges d'engagement (9, 10) sont disposés en
symétrie axiale par rapport à un axe central vertical (13) du corps structural (1,
1').
7. Corps structural selon la revendication 6, caractérisé en ce que les cames d'engagement (7, 8) et les sièges d'engagement (9, 10) est également disposé
en symétrie axiale par rapport à un axe central (14) d'un quart du corps structural
(1, 1').
8. Système de rigoles (18) comprenant au moins deux corps structuraux (1, 1') pouvant
être disposés ou étant disposés de manière adjacente selon l'une quelconque des revendications
précédentes.
9. Système de rigoles selon la revendication 8, caractérisé en ce que par ailleurs au moins un élément de grille latéral (19) disposé ou à disposer sur
un rebord extérieur du système de rigoles (18), en particulier enjambant au moins
deux corps structuraux (1, 1') verticaux placés l'un au-dessus de l'autre comme une
unité de rigoles, est prévu.
10. Système de rigoles selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un dispositif de liaison est prévu pour attacher l'élément de grille latéral (19)
sur au moins une grille de base (3) d'un corps structural (1, 1'), en particulier
des ergots (22) prévus sur l'élément de grille latéral (19) et/ou le corps structural
(1,1'), qui s'encliquettent dans des orifices (23) du corps structural (1, 1') et/ou
de l'élément de grille latéral (19).