[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verstellung der Drehwinkelposition einer
Nockenwelle relativ zu einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine und spezieller einen
Nockenwellen-Phasensteller in Kombination mit einer Druckspeichereinrichtung. Die
Druckspeichereinrichtung ist vorzugsweise nur dem Nockenwellen-Phasensteller oder
optional mehreren Nockenwellen-Phasenstellern gemeinsam zugeordnet.
[0002] Zur Erhöhung von Leistung und Drehmoment, aber auch zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs
und der Abgasschadstoffemission von Verbrennungsmotoren für Straßenfahrzeuge haben
Nockenwellen-Phasensteller zur Variation der Einlass- und auch Auslasssteuerzeiten
Verbreitung gefunden. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit, aber auch im Hinblick auf
eine günstige Kosten-Nutzen-Relation haben sich hydraulische, durch das Schmieröl
für die Brennkraftmaschine betätigte Phasensteller nach dem Prinzip des hydraulischen
Schwenkmotors bewährt. Verschärfte Anforderungen an den Kraftstoffverbrauch und die
Schadstoffemission erfordern hohe Stellgeschwindigkeiten. Zur Steigerung der Stellgeschwindigkeit,
insbesondere bei niedrigem Schmieröldruck und niedriger Öltemperatur und entsprechend
hoher Viskosität, sieht die
EP 1 985 813 A2 in der Schmierölversorgung des Phasenstellers eine Druckspeichereinrichtung vor,
die auch in bezüglich der Hydraulikversorgung problematischen Betriebssituationen
der Brennkraftmaschine einen ausreichend hohen Stelldruck für den Phasensteller gewährleistet.
[0003] Die
EP 0 931 912 B1 sieht eine Ventilsteuerung mit einer Nockenwelle und hydraulischer Kraftübertragung
und für die Kraftübertragung eine Druckspeichereinrichtung mit einer Speicherkammer
und einem in der Speicherkammer angeordneten Federglied vor, das im Betrieb der Brennkraftmaschine
durch den Öldruck gespannt und mittels einer Sperrschaltung formschlüssig im gespannten
Zustand arretiert wird. Beim Start der Brennkraftmaschine wird die Arretierung der
Druckspeichereinrichtung automatisch gelöst, und das Federglied entspannt sich, wodurch
sich die Druckspeichereinrichtung in Richtung auf die Nockenwellen-hydraulische Kraftübertragung
entlädt, bis sie wieder den entladenen Zustand erreicht hat. Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass auch beim Starten der Brennkraftmaschine ein für die Ventilsteuerung
erforderlicher Fluiddruck bereitsteht. Nach der
WO 2009/027178 A1 hingegen wird eine Druckspeichereinrichtung auf den im Schmierölsystem herrschenden
Druck so abgestimmt, dass sie bereits bei Erreichen des Heißleerlaufdrucks vollständig
mit dem Öl gefüllt ist. Als Heißleerlaufdruck wird üblicherweise derjenige Öldruck
bezeichnet, der im warmen Betriebszustand der Brennkraftmaschine bei der Leerlaufdrehzahl
im Ölsystem herrscht. Durch diese Auslegung soll sichergestellt werden, dass ein Verriegelungseingriff,
der eine Verstellung der Drehwinkelposition der Nockenwelle relativ zur Kurbelwelle
blockiert, bereits im Leerlauf der Brennkraftmaschine gelöst werden kann. Die
WO 2009/089984 A1 schlägt demgegenüber vor, einen minimalen Ansprechdruck der Verriegelungseinrichtung
größer als einen minimalen Ansprechdruck der Druckspeichereinrichtung zu wählen. Allerdings
soll die Druckspeichereinrichtung bei Heißleerlaufdruck dennoch vollständig mit dem
Öl gefüllt sein. Es soll verhindert werden, dass die Verriegelungseinrichtung während
der Startphase und in Leerlaufphasen der Brennkraftmaschine entriegelt.
[0004] Während die aus der
EP 0 931 912 B2 bekannte Druckspeichereinrichtung auf die hydraulische Versorgung unmittelbar beim
Start der Brennkraftmaschine ausgelegt ist, indem sie einen hohen Druck aus dem Betrieb
mit hoher Drehzahl aus einer früheren Betriebsphase der Brennkraftmaschine konserviert,
sind die Druckspeichereinrichtungen der
WO 2009/027178 A1 und
WO 2009/089984 A1 nur zur Aufnahme von Druckspitzen in der Startphase und allenfalls in Leerlaufphasen
der Brennkraftmaschine geeignet.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Nockenwellen-Phasensteller mit Druckspeichereinrichtung
zu schaffen, die den sicheren Betrieb des Phasenstellers auch bei Druckschwankungen
mit ausreichender Stellgeschwindigkeit gewährleistet.
[0006] Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zur Verstellung der Drehwinkelposition einer
Nockenwelle relativ zu einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine aus, die einen Nockenwellen-Phasensteller
mit einem in fester Drehzahlbeziehung von der Kurbelwelle drehantreibbaren Stator
und einem vom Stator drehantreibbaren und zum Drehantreiben der Nockenwelle mit dieser
koppelbaren Rotor. Im montierten Zustand wird der Stator von der Kurbelwelle drehangetrieben
und treibt auf den Rotor ab, der wiederum mit der Nockenwelle gekoppelt ist und dadurch
die Nockenwelle drehantreibt. Der Stator kann insbesondere mit einem Antriebsrad eines
Zugmitteltriebs, beispielsweise Ketten-, Zahnriemen- oder Zahnradtriebs, drehmomentfest
verbunden sein, wobei das Antriebsrad vorzugsweise ein fester Bestandteil des Stators
ist. Der Rotor ist im montierten Zustand drehmomentfest mit der Nockenwelle verbunden,
also für solch eine Montage eingerichtet.
[0007] Der Nockenwellen-Phasensteller weist wenigstens eine Frühstellkammer zur Erzeugung
eines auf den Rotor relativ zum Stator in Richtung Voreilung wirkenden Drehmoments
und wenigstens eine Spätstellkammer zur Erzeugung eines auf den Rotor in die Gegendrehrichtung
relativ zum Stator in Richtung Nacheilung wirkenden Drehmoments auf. Vorzugsweise
umfasst der Phasensteller mehrere Frühstellkammern und mehrere Spätstellkammern, um
die zur Erzeugung des jeweiligen Drehmoments erforderliche Kraft um die Drehachse
des Rotors gleichmäßig und auf eine größere Druckfläche zu verteilen. Für die Verstellung
der Drehwinkelposition des Rotors in Richtung Frühstellung bzw. Voreilung ist die
wenigstens eine Frühstellkammer oder sind die bevorzugt mehreren Frühstellkammern
gemeinsam mit dem Druckfluid beaufschlagbar und die wenigstens eine Spätstellkammer
oder die bevorzugt mehreren Spätstellkammern in Bezug auf den Druck entlastbar. Das
Umgekehrte gilt für eine Verstellung des Rotors in Richtung Spätstellung bzw. Nacheilung.
In bevorzugten Ausführungen sind die Früh- und Spätstellkammer(n) mittels einer Regelungseinrichtung
auch derart wechselseitig mit dem Druckfluid beaufschlagbar, dass der Rotor nicht
nur in einer der beiden oder in den beiden Endpositionen, der Frühstellung oder der
Spätstellung, sondern auch in einer Drehwinkelzwischenposition, von beiden Endpositionen
beabstandet, geregelt eingestellt werden kann.
[0008] Das Druckfluid wird in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle gefördert, so
dass sein Druck mit der Drehzahl der Kurbelwelle steigt. Die Abhängigkeit kann beispielsweise
derart sein, dass der Druck des Druckfluids der Drehzahl quasi ständig folgt, im Extremfall
kontinuierlich, die Abhängigkeit kann aber auch so gestaltet sein, dass der Druck
des Druckfluids bei steigender Drehzahl der Kurbelwelle nur in diskreten Schritten,
in Stufen, gegebenenfalls auch nur in einer einzigen Stufe steigt. Das Druckfluid
wird in bevorzugten Ausführungen mittels einer Verdrängerpumpe gefördert, die von
der Brennkraftmaschine in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle angetrieben
wird. Die Vorrichtung umfasst einen an eine Hochdruckseite eines Druckfluidversorgungssystems
angeschlossenen oder anschließbaren Zufüllrzweig für die Zuführung und einen an eine
Niederdruckseite des Druckfluidsystems anschließbaren oder angeschlossenen Abführzweig
für die Abführung des Druckfluids zu und aus den Stellkammern.
[0009] Bei dem Druckfluid kann es sich insbesondere um ein der Schmierung der Brennkraftmaschine
dienendes Schmieröl handeln. Die Vorrichtung kann entsprechend in einem Schmierölversorgungssystem
der Brennkraftmaschine angeordnet sein.
[0010] Dem Phasensteller ist eine im Zuführzweig der Vorrichtung angeordnete Druckspeichereinrichtung
zugeordnet, um die Druckfluidversorgung und somit eine dem Betrieb der Brennkraftmaschine
angemessene Stellgeschwindigkeit des Phasenstellers auch bei kurzzeitigen Druckschwankungen
im Druckfluidsystem zu gewährleisten. Druckschwankungen können beispielsweise bei
Lastwechseln, beim Starten der Brennkraftmaschine oder bei Stellvorgängen des Phasenstellers
oder mit dem Druckfluid zu versorgender weiterer Aggregate auftreten. Fällt der Systemdruck
in der Druckfluidversorgung stromauf vom Phasensteller und der Druckspeichereinrichtung
bei einer derartigen Druckschwankung ab, versorgt die Druckspeichereinrichtung den
Phasensteller bis entweder der Systemdruck stromauf von Phasensteller und Druckspeichereinrichtung
wieder über den Druck der Druckspeichereinrichtung angestiegen oder die Druckspeichereinrichtung
entleert ist. Das Speichervolumen der Druckspeichereinrichtung ist vorteilhafterweise
wenigstens so groß, dass im Falle eines Druckabfalls gewährleistet ist, dass der Phasensteller
wenigstens einen kompletten Stellvorgang, bevorzugt wenigstens zwei komplette Stellvorgänge,
aus einer in die andere Endposition ausführen kann.
[0011] Die Druckspeichereinrichtung umfasst eine Federeinrichtung und wenigstens eine Speicherkammer,
die gegen eine rückstellende Federkraft der Federeinrichtung mit dem Druckfluid befüllbar
ist. Die Federeinrichtung kann von einem einzigen Federglied gebildet werden oder
auch mehrere Federglieder in einer geeigneten Federschaltung umfassen. Das Federglied
oder die mehreren Federglieder kann oder können Gasdruckfeder(n), insbesondere pneumatische
Feder(n), oder bevorzugt eine oder mehrere mechanische Feder(n) sein. Besonders geeignet
sind auf Druck gespannte Schraubenfedern.
[0012] Die Druckspeichereinrichtung weist eine die Speicherkammer begrenzende Wandstruktur
auf, die zum Laden der Druckspeichereinrichtung gegen die Federkraft und zum Entladen
durch die Federkraft beweglich ist. Das gefüllte Volumen der Speicherkammer entspricht
vorzugsweise stets dem Gleichgewicht von Fluiddruck und Federkraft, so dass die Druckspeichereinrichtung
während des Betriebs der Brennkraftmaschine jederzeit verzuglos ihre Ausgleichsfunktion
erfüllen kann. Die bewegliche Wandstruktur kann eine elastisch flexible, aber fluiddichte
Wandstruktur oder vorzugsweise ein in der Druckkammer hin und her beweglicher Kolben
sein. Im ersten Fall kann die Wandstruktur an einer Kammerwand der Speicherkammer
befestigt sein. Sie kann selbst die Federeinrichtung bilden. Der Druckspeicher wäre
in einer derartigen Ausführung ein Membranspeicher mit einer elastischen oder gegebenenfalls
nur flexiblen Membran, die im letzteren Fall von einem zusätzlichen Federglied gespannt
wird. In bevorzugten Ausführungen als Kolben stützt sich der Kolben an der Federeinrichtung
ab.
[0013] Ist die Wandstruktur als hin und her beweglicher Kolben gebildet, kann die Speicherkammer
in ersten Ausführungen über den Umfang des Kolbens allein durch einen entsprechend
engen Spalt, dichtringlos, oder aber mit einem Dichtring, vorzugsweise Kolbenring,
oder gegebenenfalls auch mehreren in Richtung der hin und hergehenden Beweglichkeit
des Kolbens voneinander beabstandeten Dichtringen abgedichtet sein. Ein Kolbenring
ist vorteilhafterweise aus einem der Wärmedehnung nach artgleichen Material wie der
Kolben geformt. So kann der Kolben insbesondere aus Aluminium oder einer Aluminiuinbasistegierung
und ein als Kolbenring gebildeter Dichtring oder gegebenenfalls mehrere solcher Dichtringe
jeweils ebenfalls aus Aluminium oder einer Aluminiumbasislegierung gefertigt sein,
wobei im Falle von chemisch nicht exakt gleichen Materialien die unterschiedlichen
Materialien den gleichen oder nahezu gleiche Wärmedehnungskoeffizienten aufweisen.
Der Dichtring kann an zumindest seiner den Spalt dichtenden Dichtfläche reibungsvermindernd
beschichtet sein, beispielsweise eine Hardcoat
®-Glatt-Gleitschicht (HC-GL-Gleitschicht) aufweisen. Eine solche Gleitschicht kann
insbesondere durch Eloxieren hergestellt werden, wobei Hardcoat
®-Glatt-Elelctrolyte aus einer Mischung von Oxalsäure und Additiven bestehen können.
In der Regel wird Schwefelsäure verwendet
[0014] Nach der Erfindung ist die Druckspeichereinrichtung so ausgelegt, dass sich die Speicherkammer
gegen die Federkraft der Federeinrichtung einerseits bereits bei einem Füllbeginndruck
zu füllen beginnt, der höchstens so groß wie ein Heißleerlaufdruck im Zuführzweig
der Druckfluidversorgung ist, sich andererseits aber bei Überschreiten des Heißleerlaufdrucks
gegen die Federkraft weiter füllt. In bevorzugten Ausführungen liegt der Füllbeginndruck
unter dem Heißleerlaufdruck, so dass der Füllvorgang bereits unterhalb des Heißleerlaufdrucks
beginnt und die Speicherkammer bei im Zuführzweig herrschendem Heißleerlaufdruck bereits
teilweise gefüllt ist und ihre Ausgleichsfunktion erfüllen kann, um in diesem kritischen
Zustand der Brennkraftmaschine erforderüchenfalls Druckfluid für den Phasensteller
bereit zu stellen. Wäre die Druckspeichereinrichtung entsprechend der eingangs genannten
WO 2009/027178 A1 bereits dann vollständig gefüllt, wenn der Zuführzweig unter Heißleerlaufdruck steht,
könnte bei einer Erhöhung der Drehzahl der Kurbelwelle eine an die erhöhte Drehzahl
angepasste Verstellgeschwindigkeit durch den Phasensteller nicht erzielt werden, da
die Speicherkammer Druckfluid nur mit Heißleerlaufdruck nachlieferte. Die erfingdungsgemäß
ausgelegte Druckspeichereinrichtung hingegen liefert in solch einem Bedarfsfall das
Druckfluid mit einem über dem Heißleerlaufdruck liegenden Druck nach und gewährleistet
daher auch noch bei höheren Drehzahlen der Kurbelwelle eine ausreichend schnelle Verstellung
der Phasenlage der Nockenwelle, bei denen bezogen auf die Anzahl der Verbrennungszyklen
pro Zeiteinheit absolut nur eine kürzere Zeitspanne für die Verstellung zur Verfügung
steht. Ist die Druckspeichereinrichtung wie bevorzugt stromabwärts von einer Rücksperreinrichtung,
also zwischen der Sperreinrichtung und dem Phasensteller angeordnet, kann sie sich
sogar im Heißleerlauf der Brennkraftmaschine dann teilweise aufladen, wenn ihr Füllbeginndruck
dem Heißleerlaufdruck entspricht, insbesondere bei Druckpulsationen in der oder den
beaufschlagten Stellkammern. Die Druckspeichereinrichtung kann derartige Druckpulsationen
bei niedriger Drehzahl und insbesondere auch bei über der Leerlaufdrehzahl liegenden
Drehzahlen ausgleichen, so dass der Phasensteller auch dann noch mit angepasster Stellgeschwindigkeit
arbeitet.
[0015] Von Vorteil ist, wenn die Druckspeichereinrichtung so ausgelegt ist, insbesondere
nach Volumen und Querschnittsfläche der Speicherkammer und Federkraft, dass die in
Bogengrad pro Sekunde gemessene Stellgeschwindigkeit, mit der die Drehwinkelposition
des Rotors relativ zum Stator verstellt wird, bis wenigstens zur 1,5-fachen oder bevorzugt
bis wenigstens zur doppelten, noch bevorzugter bis wenigstens zur dreifachen Leerlaufdrehzahl
der Brennkraftmaschine bei Druckabfall im Zuführzweig durch Nachlieferung aus der
Druckspeichereinrichtung der Frequenz der Verbrennungszyklen der Brennkraftmaschine
angepasst ist. Das Verhältnis von Phasensteller-Stellgeschwindigkeit und Kurbelwellendrehzahl
ist in derartigen Ausführungen wenigstens bis zur 1,5-fachen oder doppelten, vorzugsweise
bis wenigstens zur dreifachen Leerlaufdrehzahl auch bei Druckschwankungen zumindest
im Wesentlichen konstant.
[0016] Der Heißleerlaufdruck kann im Zuführzweig des Druckfluidsystems unmittelbar stromauf
vom Phasensteller oder der Druckspeichereinrichtung gemessen werden. Sind der Phasensteller
und die Druckspeichereinrichtung wie bevorzugt mittels einer Rücksperreinrichtung
von anderen mit dem Druckfluid zu versorgenden Verbrauchern getrennt, so dass Druckfluid
nicht von der die Druckspeichereinrichtung und den Phasensteller, gegebenenfalls einen
oder mehrere weitere Phasensteller umfassenden Vorrichtung im Zuführzweig zurückströmen
kann, wird der als Bezugsgröße dienende Heißleerlaufdruck vorzugsweise unmittelbar
stromauf von einer Absperrstelle der Rücksperreinrichtung gemessen, sonst vorteilhafterweise
stromauf vom Speicher und möglichst nahe bei diesem. Unter Heißleerlaufdruck wird
wie üblich der Druck bei Leerlauf im betriebswarmen Zustand der Brennkraftmaschine
verstanden, in dem die Temperatur des Druckfluids, falls es sich hierbei um das Schmieröl
handelt, beispielsweise im Bereich von etwa 80° bis 120°C liegt. Da höherfrequente
Druckschwankungen im Zuführzweig unvermeidbar sind, nämlich Druckschwankungen mit
einer höheren Frequenz als mittels der Druckspeichereinrichtung auszugleichenden Druckschwankungen,
wird als die Bezugsgröße der sich unter solch höherfrequenten Druckschwankungen ergebende
Mittelwert des Drucks verstanden. Höherfrequente Druckschwankungen können beispielsweise
durch Förderpulsationen einer das Druckfluid fordernden Pumpe oder Rohrleitungsschwingungen
entstehen. Die Frequenz dieser Schwankungen ist so hoch, dass der Druck für die praktischen
Belange, auch die Versorgung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, durch den Mittelwert
repräsentiert wird. In Bezug auf Druckpulsationen aufgrund Schleppmomentschwankungen,
die von der Nockenwelle herrühren und auf den Phasensteller wirken, kann dies für
den oberen Drehzahlbereich der Kurbelwelle ebenfalls gelten, während im unteren und
vorzugsweise auch noch bis wenigstens in den mittleren Drehzahlbereich solche Druckpulsationen
vorteilhafterweise zumindest teilweise von der Druckspeichereinrichtung ausgeglichen
werden.
[0017] Die Vorrichtung umfasst in bevorzugten Ausführungen auch eine Verriegelungseinrichtung
für den Phasensteller. Die Verriegelungseinrichtung kann zwischen einem Verriegelungszustand
und einem Freigabezustand wechseln. Im Verriegelungszustand fixiert sie den Rotor
in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator mechanisch, vorzugsweise
formschlüssig. Sie ist im Verriegelungszustand mit dem Druckfluid beaufschlagbar,
derart, dass sie durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid in den die Verstellung der
Drehwinkelposition des Rotors zulassenden Freigabezustand wechselt, wenn der Druck
des Druckfluids einen Entriegelungsmindestdruck erreicht hat.
[0018] In bevorzugten Ausführungen ist die Verriegelungseinrichtung so ausgelegt, dass der
Entriegeiungsmindestdruck höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck oder der Füllbeginndruck
ist. Das Wort "oder" wird hier wie auch sonst von der Erfindung im üblichen logischen
Sinne eines "inklusiv oder" verstanden, umfasst also sowohl die Bedeutung von "entweder...
oder" als auch die Bedeutung von "und", soweit sich aus dem jeweils konkreten Zusammenhang
nicht ausschließlich nur eine dieser beiden Bedeutungen ergeben kann. Bezogen auf
den Entriegelungsmindestdruck bedeutet dies, dass dieser in einer ersten Variante
höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck, vorzugsweise kleiner als der Heißleerlaufdruck,
und in einer zweiten Variante höchstens so groß wie der Füllbeginndruck, vorzugsweise
kleiner als der Füllbeginndruck, ist. Die zweite Variante beinhaltet aufgrund der
erfindungsgemäßen Auslegung der Druckspeichereinrichtung auch die "und"-Bedeutung
des Worts "oder", da der Entriegelungsmindestdruck bei Verwirklichung der zweiten
Variante von Hause aus höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck ist.
[0019] Umfasst der Phasensteller die Verriegelungseinrichtung, ist diese vorzugsweise ebenfalls
mit der Druckspeichereinrichtung verbunden, so dass im Falle von Druckschwankungen
eine frühzeitige Entriegelung des Phasenstellers mittels der Druckspeichereinrichtung
sicherer gewährleistet werden kann. Ist der Entriegelungsmindestdruck kleiner als
der Füllbeginndruck, setzt vor dem Entriegeln der Verriegelungseinrichtung auch nicht
zuerst das Befüllen der Druckspeichereinrichtung ein, was zu einer Verzögerung der
Entriegelung führen würde. Stellt die Verriegelungseinrichtung im Verriegelungseingriff
die Fixierung des Rotors wie bevorzugt formschlüssig her, so wirken im Verriegelungseingriff
nicht nur die aus dem Verriegelungseingriff führende Druckkraft des Druckfluids, sondern
auch eine quer zu dieser Druckkraft weisende Scherkraft. Die Scherkraft hängt vom
Schleppmoment der Nockenwelle ab, die bei bestehendem Verriegelungseingriff über den
Stator, den Verriegelutagseingriff und den Rotor drehangetriegen wird, und ferner
von den Druckverhältnissen in den Stellkammern. Entsprechend ist insbesondere bei
in Frühstellung verriegeltem Rotor eine frühzeitige Entriegelung, bei niedriger Drehzahl,
auch im Hinblick auf eine vorteilhaft niedrige Scherkraft erstrebenswert. Die erläuterte
Abstimmung von Druckspeicher- und Verriegelungseinrichtung gewährleistet eine frühzeitige,
dennoch sichere Entriegelung des Phasenstellers und eine ausreichende Stellgeschwindigkeit
auch im Lastbetrieb der Brennkraftmaschine, oberhalb der Heißleerlaufdrehzahl, in
Kombination.
[0020] In der Praxis können der Entriegelungsmindestdruck beispielsweise 0,4-0,8 bar, der
Füllbeginndruck entsprechend höher, beispielsweise 0,5-1,0 bar, und ein Mindestfülldruck,
bei dessen Erreichen die Speicherkammer vollständig gefüllt ist, beispielsweise 1,5-2,5
bar betragen. Der Heißleerlaufdruck liegt entsprechend zwischen dem Füllbeginndruck
und dem für die vollständige Befüllung der Speicherkammer erforderlichen Mindestfülldruck.
Wie bereits zum Heißleerlaufdruck erläutert, werden als repräsentative Maßzahlen für
die unterschiedlichen Kenndrücke die sich aus den höherfrequenten Druckschwankungen
ergebenden Druckmittelwerte verwendet. Die miteinander zu vergleichenden Drücke werden
zweckmäßigerweise in stationären Betriebszuständen der Brennkraftmaschine gemessen,
in denen auch keine zusätzlichen Aggregate, die optional an das Druckfluidversorgungssystem
angeschlossen sein können, zu- oder abgeschaltet werden. Während der Messung führt
der Phasensteller zweckmäßigarweise auch keinen Stellvorgang aus.
[0021] Der Rotor wird relativ zum Stator mittels der Verriegelungseinrichtung vorzugsweise
in einer Frühstellung fixiert. Die Verriegelungseinrichtung könnte stattdessen aber
auch dafür eingerichtet sein, den Rotor in der Spätstellung im Verriegelungseingriff
zu fixieren oder aber in einer zwischen diesen beiden Extrempositionen liegenden Zwischenstellung.
Die Verriegelungseinrichtung kann in noch einer Variante dafür eingerichtet sein,
den Rotor in mehr als nur einer einzigen der genannten Stellungen relativ zum Stator
in jeweils einem Verriegelungseingriff zu fixieren.
[0022] Für das Entriegeln ist eine Beaufschlagung der Verriegelungseinrichtung durch das
Druckfluid der Frühstellkammer von Vorteil. Die Druckbeaufschlagung der Frühstellkammer
entlastet die Verriegelungseinrichtung zumindest zu einem Teil vom Schleppmoment der
Nockenwelle, so dass dem Entriegeln entgegenwirkende Quer- bzw. Scherkräfte im Vergleich
zu einer Beaufschlagung der Verriegelungseinrichtung aus der Spätstellkammer verringert
werden. Es gibt Anlass zu der Vermutung, dass die von Schleppmomentschwankungen herrührenden
Druckpulsationen in der Frühstellkammer bei im Verriegelungseingriff bestehendem Verriegelungsspiel
den Verriegelungseingriff von Quer- bzw. Scherkräften entlasten und die Entriegelung
erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Eine Erhöhung des Schleppmoments bewirkt
über ein Verriegelungsspiel eine geringfügige Verkleinerung der Frühstellkammer, so
dass der Druck sich in der Frühstellkammer erhöht und die Verriegelungseinrichtung
im Verriegelungseingriff entlastet. In bevorzugten Ausführungen ist die Verriegelungseinrichtung
zum Lösen des Verriegelungseingriffs nur mit der Frühstellkammer verbunden.
[0023] Obwohl die Druckbeaufschlagung der Spätstellkammer die Verriegelungseinrichtung zusätzlich
zu dem Schleppmoment der Nockenwelle mit Quer- bzw. Scherkräften belastet, hat eine
Beaufschlagung der Verriegelungseinrichtung durch das Druckfluid der Spätstellkammer
für das Entriegeln einen anderen Vorteil. Soll eine Spätstellung stattfinden, d.h.
wird die Spätstellkammer mit Druck bzw. Druckfluid beaufschlagt, sinkt gleichzeitig
der Druck in der Frühstellkammer durch deren Entlastung. Wäre die Beaufschlagung der
Verriegelungseinrichtung mit Druck unmittelbar von dem Druck aus der Frühstellkammer
abhängig, könnte es vorkommen, dass die Verriegelungseinrichtung verriegelt, noch
bevor eine Drehwinkelverstellung des Rotors in Bezug auf den Stator stattgefunden
hat, wodurch eine Drehwinkelverstellung verhindert werden würde. Die Druckbeaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung durch das Druckfluid der Spätstellkammer hat somit den
Vorteil, dass der Verriegelungseinrichtung genügend Druck zur Verfügung steht, damit
diese sicher entriegeln kann. In bevorzugten Ausführungen ist die Verriegelungseinrichtung
zum Lösen des Verriegelungseingriffs nur mit der Spätstellkammer verbunden.
[0024] Wenn die Verriegelungseinrichtung, insbesondere nur mit der Frühstellkammer verbunden
ist, kann durch eine konstruktive Maßnahme, die bewirkt, dass der Druck in der Frühstellkammer
oder in der Verriegelungseinrichtung bei Beaufschlagung der Spätstellkammer nicht
schlagartig abfällt, beispielsweise erreicht werden, dass die Verriegelungseinrichtung
noch entriegelt ist, wenn der Rotor durch Bedrucken der Spätstellkammer relativ zu
dem Stator verstellt wird.
[0025] Wenn die Verriegelungseinrichtung, insbesondere nur mit der Spätstellkammer verbunden
ist, kann erreicht werden, dass, wenn der Rotor bei niedrigen Drehzahlen z.B. beim
Motorstart oder im Motorleerlauf die Frühstellposition einnimmt, die Verriegelungseinrichtung
verriegelt, aufgrund des Druckabfalls in der Spätstellkammer. Wird der Motor ausgeschaltet,
ist sichergestellt, dass die Verriegelungseinrichtung verriegelt ist, so dass beim
erneuten Anlassen des Motors sichergestellt ist, dass der Rotor in der Frühstellposition
verriegelt ist.
[0026] Beispielsweise sind folgende Kombinationen möglich:
- 1. Verriegelung der Verriegelungseinrichtung in der Frühstellung und Druckbeaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung aus der Frühstellkammer.
- 2. Verriegelung der Verriegelungseinrichtung in der Frühstellung und Druckbeaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung aus der Spätstellkammer.
- 3. Verriegelung der Verriegelungseinrichtung in der Spätstellung und Druckbeaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung aus der Spätstellkammer.
- 4. Verriegelung der Verriegelungseinrichtung in der Spätstellung und Druckbeaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung aus der Frühstellkammer.
[0027] Welche dieser Kombinationen besonders vorteilhaft ist, hängt von einer Vielzahl Parametern
ab, wie z. B. ob der Nockenwellen-Phasensteller mit der Eingangsnockenwelle, welche
die Eingangsventile steuert, oder der Ausgangsnockenwelle, welche die Ausgangsventile
steuert, verbunden ist, welche Leistungs-Drehmoment-Charakteristik der Motor im Leerlauf
oder bei hohen Drehzahlen haben soll, von Druckpulsationen, Kraftstoffart usw.. Grundsätzlich
ist jede dieser Kombinationen für die Eingangsnockenwelle und für die Ausgangsnockenwelle
denkbar.
[0028] Die Verriegelungseinrichtung umfasst in bevorzugten Ausführungen eine Verriegelungsfeder,
vorzugsweise eine mechanische Feder, und ein hin und her bewegliches Verriegelungselement,
das gegen eine rückstellende Federkraft der Verriegelungsfeder aus dem Verriegelungseingriff
und entsprechend mittels der Federkraft in den Verriegelungseingriff beweglich ist.
Das Verriegelungselement weist wenigstens eine Druckfläche auf, an der es mit dem
Druckfluid beaufschlagbar ist, um das Verriegelungselement aus dem Verriegelungseingriff
in eine Freigabeposition zu bewegen und die Verriegelungseinrichtung dadurch in die
Freigabezustand zu überführen. Das Verriegelungselement kann über die Verriegelungsfeder
insbesondere am Rotor abgestützt sein und vom Rotor zwischen dem Verriegelungseingriff
und der Freigabeposition hin und her beweglich geführt werden. Grundsätzlich wäre
eine Abstützung am Stator und Führung durch den Stator aber stattdessen ebenfalls
möglich. Das Verriegelungselement ist in und aus dem Verriegelungseingriff vorzugsweise
in eine über eine Stirnseite des Rotors oder des Stators hinausführende Richtung beweglich
abgestützt, bevorzugt wie gesagt am Rotor, grundsätzlich wäre aber auch eine radiale
Beweglichkeit des Verriegelungselements denkbar. Besonders bevorzugt wird eine axiale
Beweglichkeit.
[0029] Das Verriegelungselement kann als ein einfacher Kolben mit nur einer einzigen Druckfläche
für die Beaufschlagung mit dem Druckfluid gebildet sein. In bevorzugten Ausführungen
ist das Verriegelungselement als Stufenkolben ausgeführt und weist einen Eingriffsabschnitt
und einen Führungsabschnitt auf. Mit dem Eingriffsabschnitt greift es im Verriegelungseingriff
in eine Aufnahme ein. Ist das Verriegelungselement wie bevorzugt am Rotor abgestützt,
weist der Stator die Aufnahme auf. Ist das Verriegelungselement stattdessen beweglich
am Stator abgestützt, bildet der Rotor die Aufnahme. Das Verriegelungselement weist
eine erste Druckfläche in einem Übergangsbereich zwischen dem Eingriffsabschnitt und
dem Führungsabschnitt auf. Eine zweite Druckfläche ist am Eingriffsabschnitt vorgesehen.
Die Druckflächen sind jeweils mit dem Druckfluid beaufschlagbar, um den Verriegelungseingriff
zu lösen. Die erste und die zweite Druckfläche können fluidisch voneinander getrennt
und die eine der Druckflächen mit der Frühstellkammer und die andere mit der Spätstellkammer
verbunden sein, wie dies bei Phasenstellern mit stufigem Verriegelungselement üblich
ist, um sowohl bei Druckbeaufschlagung der Frühstellkammer als auch bei Druckbeaufschlagung
der Spätstellkammer entriegeln zu können. In bevorzugten Ausführungen der Erfindung
sind die erste Druckfläche und die zweite Druckfläche hingegen miteinander verbunden,
so dass das Druckfluid zum Lösen des Verriegelungseingriffs zu einer der Druckflächen
und von dort zu der anderen der Druckflächen gelangt. Eine kombinierte Beaufschlagung
findet in derartigen Ausführungen nicht statt. Die Verriegelungseinrichtung ist nur
entweder mit der Spätstellkammer oder, bevorzugter, nur mit der Frühstellkammer verbunden,
allerdings werden entsprechend dem Druck in der betreffenden Stellkammer beide Druckflächen
zugleich beaufschlagt. Es ergibt sich eine im Vergleich zum Stand der Technik große
Druckgesamtfläche und hierdurch eine auch bei kleinem Druck im Vergleich größere für
das Entriegeln zur Verfügung stehende Kraft. Daher kann die Verriegelungsfeder eine
größere Federsteifigkeit als sonst bei Stufenkolben üblich aufweisen oder mit höherer
Vorspannung eingebaut sein. Entsprechend sicher hält die Verriegelungsfeder das Verriegelungselement
bis zum Erreichen des Entriegelungsmindestdrucks im Verriegelungseingriff. Die Druckflächen
werden vorzugsweise über einen bezüglich der Verriegelungseinrichtung inneren Verbindungskanal
miteinander verbunden, so dass Strömungswiderstand innerhalb der Verbindung gering
ist. Der Verbindungskanal ist vorzugsweise ein geometrisch gesehen innerer Kanal des
Rotors.
[0030] In vorteilhaften Ausführungen, in denen der Rotor das Verriegelungselement beweglich
lagert, weist dieser einen in Bezug auf die Verriegelungseinrichtung äußeren Verbindungskanal
auf, der in eine der Stellkammern, wie z.B. die Frühstellkammer oder vorzugsweise
die Spätstellkammer, mündet und die Verriegelungseinrichtung zum Lösen des Verriegelungseingriffs
mit dieser Stellkammer verbindet, vorzugsweise kurzschließt. Bevorzugt ist die Verriegelungseinrichtung
nur über den Rotor mit der betreffenden Stellkammer verbunden. Der äußere Verbindungskanal
mündet an einer äußeren Fläche des Rotors, die die betreffende Stellkammer begrenzt.
Hierdurch entsteht eine kurze, konstruktiv einfache, hydraulisch verlustarme Verbindung
zwischen dieser Stellkammer, die im Folgenden auch als Entriegelungsstellkammer bezeichnet
wird, und der Druckfläche oder der bevorzugt mehreren Druckflächen des Verriegelungselements.
[0031] Das Verriegelungselement ist vorzugsweise in einem radial abragenden Flügel des Rotors
beweglich angeordnet. Der Verbindungskanal zwischen Verriegelungseinrichtung und Entriegelungsstellkammer
kann auf kurzem Wege aus einer inneren Kammer des Rotorflügels, die von besagter Druckfläche
des Verriegelungselements an einer Seite begrenzt wird, bis zur Mündung an der Seitenfläche
des Rotorflügels direkt in die Entriegelungsstellkammer, wie z.B. die Frühstellkammer
oder vorzugsweise die Spätstellkammer, geführt sein, bevorzugt als nur gerader Kanal
ohne Richtungsänderung. Die Mündung des äußeren Verbindungskanals weist von beiden
Stirnseiten des Rotors vorzugsweise jeweils einen Abstand auf, so dass die Mündung
vollständig in der Rotorflügelfläche liegt.
[0032] Bei Anordnung des Verriegelungselements in einem Rotorflügel ist es von Vorteil,
wenn das Verriegelungselement in einer Stirnansicht des Rotors gesehen in Umfangsrichtung
exzentrisch angeordnet ist. Bezogen auf eine Radiale zur Drehachse des Rotors, die
den Rotorflügel in der Stirnansicht gesehen mittig teilt, ist das Verriegelungselement
zumindest mit seinem Zentrum nicht auf der Radialen angeordnet, sondern in Umfangsrichtung
daneben. Vorzugsweise ist das Verriegelungselement in der Stirnansicht gesehen in
Umfangsrichtung näher bei der Entriegelungsstellkammer, wie z.B. der Frühstellkammer
oder vorzugsweise der Spätstellkammer, als der zur anderen Seite des Rotorflügels
befindlichen Stellkammer, vorzugsweise Spätstellkammer, angeordnet. Dies ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn die Verriegelungseinrichtung zum Lösen des Verriegelungseingriffs
uzamittelbar mit der Entriegelungsstellkammer verbunden ist. An der Stirnseite des
Rotorflügels wird in Umfangsrichtung ein vorteilhaft langer Dichtsteg zwischen der
Führung für das Verriegelungselement und der gegenüberliegenden Stellkammer erhalten.
[0033] Ein Merkmal, das mit der in Umfangsrichtung exzentrischen Anordnung vorteilhafterweise
gemeinsam, grundsätzlich aber auch stattdessen verwirklicht sein kann, ist eine Anordnung
des Verriegelungselements näher einem radialen Ende des Rotorflügels als der Drehachse.
Eine Anordnung nahe dem radialen Ende trägt ebenfalls zur Reduzierung der bereits
diskutierten Scherkraft bei, die das Entriegeln erschwert.
[0034] Zur Anordnung des Verriegelungselements im Rotorflügel ist noch zu bemerken, dass
in den bevorzugten mehrflügligen Ausführungen des Rotors derjenige Flügel, in dem
das Verriegelungselement beweglich angeordnet ist, in Umfangsrichtung gemessen vorzugsweise
breiter ist als der wenigstens eine andere oder die mehreren anderen Flügel des Rotors.
Dies schafft Bauraum für die Verriegelungseinrichtung und ermöglicht an der Rotorstirnseite
die Ausbildung eines langen Dichtstegs an der in Bezug auf die Umfangsrichtung von
der Entriegelungsstellkammer abgewandten Seite der Verriegelungseinrichtung. Der Abstand
der beiden Statorflügel, zwischen die der breitere Rotorflügel ragt, ist vorteilhafterweise
der größeren Flügelbreite angepasst ebenfalls größer als zwischen dem oder den anderen
einander benachbarten Paar(en) von Statorflügeln, vorzugsweise um zumindest im Wesentlichen
die Differenz in der Rotorflügelbreite.
[0035] Der Phasensteller und die Druckspeichereinrichtung sind in bevorzugten Ausführungen
gemeinsam in einem Anbaugehäuse angeordnet, das an einem Maschinengehäuse der Brennkraftmaschine,
beispielsweise einem Hauptgehäuse oder einem Zylinderkopfgehäuse des Maschinengehäuses
montiert werden kann. Auf diese Weise können der Phasensteller und die Druckspeichereinrichtung
durch Montage des Anbaugehäuses als Einheit an der Brennkraftmaschine montiert werden.
Falls der Phasensteller und die Druckspeichereinrichtung mittels einer Rücksperreinrichtung
vom restlichen Druckfluidversorgungsystem getrennt sind, nämlich in Bezug auf ein
Zurückströmen durch den Zuführzweig, kann auch die Rücksperreinrichtung vorteilhafterweise
im Anbaugehäuse angeordnet sein. Ungeachtet der Anordnung des Phasenstellers und der
Druckspeichereinrichtung in einem gemeinsamen Anbaugehäuse oder überhaupt in einem
Anbaugehäuse, ist die Rücksperreinrichtung vorzugsweise nur dem Phasensteller oder
gegebenenfalls mehreren Phasenstellern für mehrere Nockenwellen zugeordnet, sichert
also speziell nur den Phasensteller oder gegebenenfalls mehrere Phasensteller gegen
ein Zurückströmen von Druckfluid durch den Zuführzweig ab, sollte der Druck unmittelbar
stromauf von der Rücksperreinrichtung kleiner als der stromabwärtige Druck sein. Die
Druckspeichereinrichtung ist vorzugsweise zusammen mit dem Phasensteller und diesem
unmittelbar zugeordnet ebenfalls stromabwärts von der Rücksperreinrichtung, also im
Fluidstrom zwischen der Rücksperreinrichtung und dem Phasensteller angeordnet.
[0036] In einer Weiterbildung ist an einer Montageseite des Anbaugehäuses, mit dem dieses
an der Brennkraftmaschine, vorzugsweise dem Maschinengehäuse, befestigt wird, eine
separat vom Anbaugehäuse gefertigte Dichtung angeordnet, die mittels wenigstens eines
Zentrierelements, das bei der Montage des Anbaugehäuses für eine einfache korrekte
Positionierung des Anbaugehäuses relativ zur Brennkraftmaschine dient, am Anbaugehäuse
gehalten wird. Vorzugsweise ist die Dichtung an mehreren derartigen Zentrierelementen
des Anbaugehäuses an diesem gehalten. Die Halterung am Anbaugehäuse kann reibschlüssig
sein, ist aber vorzugsweise formschlüssig oder beinhaltet zumindest einen Formschluss,
indem die Dichtung in einem Hintergriff mit dem wenigstens einen Zentrierelement oder
bevorzugt im Hintergriff mit jeweils einem von mehreren Zentrierelementen ist. Das
oder die Zentrierelement(e) können an einer an der Montageseite gelegenen Fügefläche
des Anbaugehäuses insbesondere vorragen. Die Fügefläche des Anbaugehäuses, an der
das oder die Zentrierelement(e) abragt oder abragen oder alternativ als Vertiefung(en)
geformt ist oder sind, ist eine Fläche, mit der im montierten Zustand das Anbaugehäuse
gegen die Brennkraftmaschine gespannt wird, vorzugsweise mittels einer Schraubverbindung.
Es kann sich insbesondere um eine Stirnfläche handeln, die eine Drehachse der Stator-Rotor-Anordnung
umgibt. Die Halterung der Dichtung ist vorzugsweise verliersicher, also derart ausgebildet,
dass die Dichtung in der für die Montage geeigneten Position relativ zum Anbaugehäuse
auch dann verbleibt, wenn das Anbaugehäuse mit der Montageseite frei nach unten weisend
gehalten wird. Das wenigstens eine der Halterung der Dichtung dienende Zentrierelement
oder wenigstens eines von mehreren der Halterung der Dichtung dienenden Zentrierelemente
kann einen Durchgang aufweisen, beispielsweise als Hülse geformt sein, wobei der Durchgang
ausreichend groß ist, um durch solch ein hohles Zentrierelement eine Schraube für
eine Schraubverbindung mit der Brennkraftmaschine oder ein bolzenförmiges Spannelement
einer anderen Fügeverbindung führen zu können. Die Anmelderin behält es sich vor,
auf ein Anbaugehäuse für den Phasensteller oder die Druckspeichereinrichtung, insbesondere
ein Anbaugehäuse für den Phasensteller und die Druckspeichereinrichtung, mit einer
derart gehaltenen Dichtung einen eigenen Anspruch zu richten. Ganz allgemein ist die
Halterung der Dichtung aber auch für die Verbindung eines anderen Zwecken dienenden
Gehäuses an der Brennkraftmaschine oder einem anderen Aggregat von Vorteil.
[0037] Der Rotor und der Stator bilden wie bereits erwähnt in bevorzugten Ausführungen einen
hydraulischen Schwenkmotor. In solch einer Ausbildung können der Rotor und der Stator
zueinander innenachsig angeordnet sein und jeweils wenigstens einen radial abragenden
Flügel aufweisen. Grundsätzlich kann zwar der Rotor ein Hohlrad und mit wenigstens
einem nach innen abragenden Flügel und der Stator ein Innenrad mit wenigstens einem
nach radial außen abragenden Flügel sein.
[0038] Bevorzugt bildet jedoch der Stator das Hohlrad und weist wenigstens einen, vorzugsweise
mehrere nach innen vorragende Flügel auf, und der Rotor bildet das Innenrad mit wenigstens
einem, vorzugsweise mehreren nach außen vorragenden Flügel(n). Der oder die Rotorflügel
und der oder die Statorflügel begrenzen in Umfangsrichtung die Stellkammern. Wird
die Frühstellkammer mit Druckfluid beaufschlagt, erzeugt dies eine in Umfangsrichtung
wirkende Kraft und somit ein Drehmoment, das relativ zum Stator gesehen in Richtung
Frühstellung bzw. Voreilung auf den Rotor wirkt. Umgekehrt liegen die Verhältnisse,
wenn die Spätstellkammer mit dem Druckfluid beaufschlagt und die Frühstellkammer entlastet
wird.
[0039] Wird der Phasensteller wie bevorzugt mit dem Schmieröl für die Brennkraftmaschine
betrieben, kann das Schmieröl von der Nockenwelle zum Phasensteller und der Druckspeichereinrichtung
oder über die Druckspeichereinrichtung zur Nockenwelle und von dieser zum Phasensteller
geführt werden. Grundsätzlich muss das Schmieröl aber nicht über die Nockenwelle zum
Phasensteller geführt, sondern kann diesem auch auf anderem Wege zugeführt werden.
In ersten Ausführungen wird das Druckfluid über die Druckspeichereinrichtung zum Phasensteller
geführt, d.h. das Druckfluid strömt in die Speicherkammer und wird nur über diese
dem Phasensteller bzw. den Stellkammern zugeführt. Die Druckspeichereinrichtung ist
in den ersten Ausführungen im Hauptstrom angeordnet. In zweiten Ausführungen sind
die Stellkammern und die Druckspeichereinrichtung in Bezug auf die Fluidströmung parallel
angeordnet, wobei auf dem Strömungsweg des Druckfluids zu der oder den Stellkammern
eine Abzweigung zur Druckspeichereinrichtung führt. Die Druckspeichereinrichtung ist
in den zweiten Ausführungen im Nebenstrom angeordnet, bezogen auf den zum Phasensteller
führenden Hauptstrom. Der Hauptstrom zur erfindungsgemäßen Vorrichtung ist zum Versorgungsstrom
beispielsweise zu Zylindern der Brennkraftmaschine oder Lagern der Nockenwelle und
dergleichen vorzugsweise parallel angeordnet, so dass der Vorrichtung das Druckfluid
verlustarm zuströmt.
[0040] Als besonders vorteilhaft haben sich Ausführungen erwiesen, in denen der Phasensteller
ein Steuerventil für die Steuerung des Drucks in den Stellkammern aufweist, das in
Bezug zur Stator-Rotor-Anordnung zentral, vorzugsweise an einem Ende der Nockenwelle,
und vorzugsweise auch in Bezug auf deren Drehachse zentral angeordnet ist, beispielsweise
ganz oder teilweise in einem hohlen Nockenwellenende. Das Druckfluid wird in derartigen
Ausführungen vorzugsweise über die Nockenwelle zum Steuerventil geführt und von diesem
entsprechend der gewünschten relativen Drehwinkelposition der oder den Früh- oder
Spätstellkammern(n) zugeführt.
[0041] Die vorliegende Anmeldung ist auf die Abstimmung der Druckspeichereinrichtung zum
Heißleerlaufdruck gerichtet, derart, dass der Füllbeginndruck höchstens so groß wie
der Heißleerlaufdruck und der Mindestfülldruck für ein vollständiges Laden größer
als der Heißleerlaufdruck ist. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang
mit diesem Erfindungsgedanken beschriebene weitere Erfindungsgedanken auch ohne diesen
Grundgedanken mit Vorteil zur Anwendung gelangen können. Die Anmelderin behält es
sich beispielsweise vor, auf eine Vorrichtung gemäß den Merkmalen (a) bis (e) eine
eigene Anmeldung zu richten, die anstelle der Merkmale (f) und (g) die Merkmale des
Anspruchs 2 enthält, also auf die Abstimmung von Entriegelungsmindestdruck und Füllbeginndruck
gerichtet ist. Gegenstand einer Teilungsanmeldung kann des weiteren auch eine Vorrichtung
nur mit den Merkmalen (a) bis (d) und den Merkmalen des Anspruchs 4 sein, nämlich
die Verbindung der Verriegelungseinrichtung mit vorzugsweise der Spätstellkammer oder
der Frühstellkammer. Noch ein eigenständiger Gegenstand, der nicht unumgänglich mit
den Merkmalen (e) bis (g) des Anspruchs 1 verbunden sein muss, ist die Ausbildung
des Verriegelungselements als Stufenkolben und Beaufschlagung der sich hieraus ergebenden
mehreren Druckflächen, wenigstens zwei Druckflächen, mit dem gleichen Druckfluid,
bevorzugt dem Druckfluid aus der Frühstellkammer oder dem für die Frühstellkammer(n)
bestimmten Druckfluid. Noch einen weiteren, eigenständigen Gegenstand bildet die in
Bezug auf die Umfangsrichtung exzentrische Anordnung des Verriegelungselements in
einem Rotorflügel. Auch dieser Erfindungsgedanke kann grundsätzlich ohne die Anspruchsmerkmale
(e) bis (g) verwirklicht werden. Allerdings ist vorzugsweise auch in solchen Ausführungen
jeweils eine Druckspeichereinrichtung vorgesehen, die in Bezug auf die Druckniveaus
wie Füllbeginndruck, Heißleerlaufdruck, Mindestfülldruck der vollständigen Befüllung
und Entriegelungsmindestdruck mit Vorteil wie unter wenigstens einem Aspekt der hier
beanspruchten Erfindung ausgebildet sein kann.
[0042] Vorteilhafte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen
offenbart.
[0043] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden jeweils einzeln und
in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Nockenwellen-Phasensteller in einem verriegelten Zustand,
- Figur 2
- den Nockenwellen-Phasenstellers in einem entriegelten Zustand,
- Figur 3a
- den Phasensteller in einem Querschnitt,
- Figur 3b
- eine Abwandlung des Phasenstellers aus Figur 3a in einem Querschnitt,
- Figur 4
- eine Verriegelungseinrichtung des Phasensteller im Querschnittsdetail X der Figur
3a,
- Figur 5
- die Verriegelungseinrichtung in einem Längsschnitt,
- Figur 6
- den Phasensteller und eine zugeordnete Druckspeichereinrichtung in einem Schnitt,
- Figur 7
- ein Anbaugehäuse, in dem der Nockenwellen-Phasensteller gemeinsam mit der Druckspeichereinrichtung
angeordnet ist,
- Figur 8
- das Anbaugehäuse mit an einer Montageseite angeordneter Dichtung und
- Figur 9
- ein Detail der Dichtung.
[0044] Figur 1 zeigt einen Nockenwellen-Phasensteller in einem Längsschnitt. Der Nockenwellen-Phasensteller
ist an einem stirnseitigen Ende einer Nockenwelle 1 angeordnet und dient der Verstellung
der Phasenlage, also der Drehwinkelposition der Nockenwelle 1 relativ zu einer Kurbelwelle
einer Brennkraftmaschine, beispielsweise eines Antriebsmotors eines Kraftfahrzeugs.
Die Nockenwelle 1 ist um eine Drehachse R drehbar in einem Maschinengehäuse 2 der
Brennkraftmaschine, beispielsweise in einem Zylinderkopfgehäuse, gelagert.
[0045] Der Nockenwellen-Phasensteller umfasst einen Stator 3, der von der Kurbelwelle drehangetrieben
werden kann, und einen Rotor 7, der drehfest mit der Nockenwelle 1 verbunden werden
kann. Der Stator 3 setzt sich aus einem Antriebsrad 4, beispielsweise ein Kettenrad,
einem Deckel 6 und einem axial zwischen dem Antriebsrad 4 und dem Deckel 6 angeordneten
Flügelrad 5 zusammen. Das Antriebsrad 4, das Flügelrad 5 und der Deckel 6 sind drehfest
miteinander verbunden. Der Zusammenbau des Stators 3 ist nur beispielhaft. Der Stator
3 kann alternativ auch aus mehr oder anstatt aus den drei Teilen 4, 5 und 6 auch aus
nur zwei Teilen gefügt sein, etwa aus einem einstückigen Teil 4, 5 und dem Teil 6
oder aber dem Teil 4 und einem einstückigen Teil 5, 6. Grundsätzlich kann er auch
in einem einzigen Stück urgeformt werden. Das Antriebsrad 4 kann am Flügelrad 5 außen
umlaufend geformt und der Deckelbereich des Antriebsrads 4, der die Stator-Rotor-Anordnung
seitlich abdichtet, Bestandteil des Rotors 7 sein. Zusätzlich zu dem oder statt des
vom Antriebsrad 4 gebildeten Deckelbereichs kann der Deckel 6 Bestandteil des Rotors
7 sein. Der Stator 3 und der Rotor 7 bilden einen hydraulischen Schwenkmotor.
[0046] Die Figuren 3a und 3b zeigen die Stator-Rotor-Anordnung 3, 7 in einem Querschnitt.
Das Flügelrad 5 bildet eine Außenkomponente und der Rotor 7 eine Innenkomponente des
Schwenkmotors. Das hohle Flügelrad 5 weist an seinem inneren Umfang nach radial innen
abragende Flügel 5a auf. Der Rotor 7 weist nach radial außen abragende Flügel 7a auf,
die mit den Flügeln 5a des Stators 3 erste Stellkammern 8 und zweite Stellkammern
9 bilden. Die Stellkammern 8 sind in Umfangsrichtung jeweils zur einen Seite und die
Stellkammern 9 jeweils zur anderen Seite der Flügel 7a des Rotors 7 angeordnet. Werden
die Stellkammern 8 unter Druck gesetzt und die Stellkammern 9 entlastet, dreht der
Rotor 7 relativ zum Stator 3 in den Figuren 3a und 3b im Uhrzeigersinn bis maximal
in die in den Figuren 3a und 3b eingenommene Endposition. Werden die Stellkammern
9 unter Druck gesetzt und die Stellkammern 8 im Druck entlastet, dreht der Rotor 7
gegen den Uhrzeigersinn. Die relativ zum Stator 3 stattfindende Drehbewegung in die
eine Drehrichtung entspricht einer Voreilung und die relative Drehbewegung in die
andere Richtung einer Nacheilung der Nockenwelle 1 relativ zur Kurbelwelle.
[0047] Im Ausführungsbeispiel sind die Stellkammern 8 Frühstellkammern und die Stellkammern
9 Spätstellkammern. In den Figuren 3a und 3b nimmt der Rotor 7 relativ zum Stator
3 die Frühstellung ein, in der die Nockenwelle relativ zu 1 der Kurbelwelle voreilt.
Werden stattdessen die Spätstellkammern 9 mit dem Druckfluid beaufschlagt und die
Frühstellkammern 8 entlastet, dreht der Rotor 7 in Richtung Nacheilung bis maximal
in eine Spätstellung. Die Frühstellung und die Spätstellung werden jeweils durch einen
Anschlagkontakt vorgegeben. In den beiden End- oder Extremstellungen ist jeweils wenigstens
einer der Rotorflügel 7a in einem Anschlagkontakt mit einem der Statorflügel 5a. In
bevorzugten Ausführungen kann der Rotor 7 nicht nur zwischen diesen beiden Drehwinkelendpositionen
relativ zum Stator 3 hin und her drehverstellt werden, sondern durch entsprechende
Druckbeaufschlagung sowohl der Frühstellkammern 8 als auch der Spätstellkammern 9
in einer beliebigen Zwischenposition hydraulisch fixiert werden.
[0048] Der Nockenwellen-Phasensteller weist ein in Bezug auf die Stator-Rotor-Anordnung
3, 7 zentral angeordnetes Steuerventil mit einem Ventilgehäuse 10 und einem im Ventilgehäuse
10 axial hin und her verstellbar angeordneten Ventilkolben 20 auf (Fig. 1). Der Ventilkolben
20 ist hohl mit einem axial erstreckten Hohlraum 21, einem Kolbeneinlass 22 an einem
axialen Ende und einem Kolbenauslass 23, der radial durch einen den Hohlraum 21 umgebenden
Mantel des Ventilkolbens 20 führt. Der Ventilkolben 20 weist an seinem vom Kolbeneinlass
22 abgewandten anderen axialen Ende ein Kopplungsorgan 25 auf für eine Kopplung mit
einem Stellglied 15, das die axiale Verstellung des Ventilkolbens 20 bewirkt. Das
Kopplungsorgan 25 wirkt als Betätigungsstößel des Ventilkolbens 20. Das Kopplungsorgan
25 kann mit dem den Hohlraum 21 umgebenden Kolbenmantel in einem Stück geformt oder
gegebenenfalls mit diesem axial fest gefügt sein. Es ragt an dem Stirnende des Ventilkolbens
20 ab, das dem Stellglied 15 axial zugewandt ist. Das Kopplungsorgan 25 durchragt
eine Stirnverschlusswand 11 des Ventilgehäuses 10. Die Stirnverschlusswand 11 umgibt
das Kopplungsorgan 25 in enger Passung und sorgt so trotz des hin und her beweglichen
Kopplungsorgans 25 für den fluiddichten Verschluss des Ventilgehäuses 10.
[0049] Das Stellglied 15 ist ein elektromagnetisches Stellglied, im Ausführungsbeispiel
ein Axialhub-Elektromagnet, mit einer bestrombaren Spule 16 und einem Anker 17, den
die Spule 16 umgibt. Die Spule 16 ist drehfest mit dem Maschinengehäuse 2 der Brennkraftmaschine
verbunden. Im Ausführungsbeispiel ist die Spule 16 drehfest mit einem Deckel 2b verbunden,
der wiederum mit einem am Maschinengehäuse 2 montierten Anbaugehäuseteil 2a fest verbunden
ist. Der Anker 17 ist relativ zur Spule 16 axial beweglich. Er ist mit dem Kopplungsorgan
25 unmittelbar in einem Kopplungseingriff, der als axialer Druckkontakt gebildet ist.
Bei Bestromung der Spule 16 wirkt auf den Anker 17 eine axial in Richtung auf das
Kopplungsorgan 25 gerichtete Stellkraft, die im Kopplungseingriff, einem reinen axialen
Druckkontakt, auf das Kopplungsorgan 25 und somit auf den Ventilkolben 20 wirkt. An
der Trennstelle zwischen mit der Nockenwelle 1 im Betrieb drehendem Ventilkolben 20
und dem nicht drehenden Stellglied 15 herrscht vorzugsweise nur Punktbertihrung. Der
Anker 17 weist an seinem das Kopplungsorgan 25 kontaktierenden Ende vorzugsweise eine
Kugeloberfläche auf. Alternativ könnte das Kopplungsorgan 25 an seinem Stirnende eine
kugelförmige Oberfläche aufweisen. In einer Weiterbildung ist das Kontaktende des
Ankers 17 als Kugelgleitlager gebildet, indem dort eine Kugel in einer Pfanne des
Ankers 17 frei sphärisch drehbar gelagert ist.
[0050] Das Steuerventil umfasst ein Federglied 14, dessen Federkraft der Stellkraft des
Stellglieds 15 entgegenwirkt. Das Federglied 14 ist unmittelbar am Ventilgehäuse 10
und in Richtung auf das Stellglied 15 am Ventilkolben 20 abgestützt. Das Stellglied
15 wird von einer Steuerung der Brennkraftmaschine angesteuert, nämlich bestromt.
Die Ansteuerung erfolgt vorzugsweise über ein in einem Speicher der Maschinensteuerung
abgelegtes Kennfeld, beispielsweise in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle,
der Last oder anderer bzw. weiterer für den Betrieb der Brennkraftmaschine relevanter
Parameter.
[0051] Der Ventilkolben 20 ist in einem zentralen axialen Hohlraum des Ventilgehäuses 10
in der erläuterten Weise hin und her bewegbar angeordnet. Es weist an seinem von der
Stirnversclalusswand 11 abgewandten axialen Ende einen axial, zentral in den Gehäusehohlraum
führenden Gehäuseeinlass P
a auf, dem über die Nockenwelle 1, nämlich einen Druckeinlass P der Nockenwelle 1,
unter Druck stehendes Fluid zuführbar ist. Bei dem Fluid kann es sich insbesondere
um ein der Schmierung der Brennkraftmaschine dienendes Schmieröl handeln, das auch
zur Schmierung beispielsweise des Spurlagers der Nockenwelle 1 dient. Das Druckfluid
wird dem Steuerventil beispielhaft wie bevorzugt durch das Spurlager der Nockenwelle
1 zugeführt, das heißt der Druckanschluss P ist an die Schmierölversorgung für das
Spurlager angeschlossen. Dieses Druckfluid strömt bei P in die Nockenwelle 1, durch
den axialen Gehäuseeinlass P
a in das Ventilgehäuse 10 und durch den zum Gehäuseeinlass P
a in axialer Flucht liegenden Kolbeneinlass 22 in den Hohlraum 21. Vom Hohlraum 21
zweigt seitlich, beispielhaft wie bevorzugt in radialer Richtung, ein Kolbenauslass
23 ab, durch den das Druckfluid in Abhängigkeit von der axialen Position des Ventilkolbens
20 entweder den Frühstellkammern 8 oder Spätstellkammern 9 zugeführt wird, um die
Phasenlage des Rotors 7 relativ zum Stator 3 und somit die Phasenlage der Nockenwelle
1 relativ zur Kurbelwelle einzustellen. Der Kolbenauslass 23 wird von über den Umfang
des Ventilkolbens 20 verteilt angeordneten radialen Durchgängen durch den Mantel des
Ventilkolbens 20 gebildet. Der Kolbenauslass 23 ist in einem axial mittleren Abschnitt
des Ventilkolbens 20 angeordnet.
[0052] Das Ventilgehäuse 10 weist durch seinen Mantel führende Anschlüsse für die Zu- und
Abführung des Fluids zu und von den Stellkammern 8 und 9 auf. Hierbei handelt es sich
um einen Arbeitsanschluss A und einen Arbeitsanschluss B, einen dem Arbeitsanschluss
A zugeordneten Reservoiranschluss T
a und einen dem Arbeitsanschluss B zugeordneten Reservoiranschluss T
B, Die Anschlüsse A bis T
B sind jeweils gerade Durchgänge durch den Mantel des Ventilgehäuses 10. Die Anschlüsse
A, B und T
A erstrecken sich auf kürzestem Wege radial durch den Mantel. Der Reservoiranschluss
T
B erstreckt sich schräg nach außen in das Phasenstellergehäuse 2a. Der Arbeitsanschluss
B des Ventilgehäuses 10 wird von über den Umfang des Ventilgehäuses 10 verteilt angeordneten,
radial erstreckten und daher kurzen Durchgängen durch den Mantel des Ventilgehäuses
10 gebildet. Die Anschlüsse A, T
A und T
B werden ebenfalls jeweils von einer Mehrzahl von um die zentrale Achse R verteilt
angeordneten Durchgangskanälen gebildet.
[0053] Figur 1 zeigt den Ventilkolben 20 in einer ersten axialen Kolbenposition, in der
ihn das Federglied 14 hält. In der ersten Kolbenposition ist der Kolbenauslass 23
mit dem Arbeitsanschluss B verbunden. Das über den Druckanschluss P der Nockenwelle
1 zugeführte Druckfluid strömt in axialer Richtung durch den axialen Gehäuseeinlass
P
a und den Kolbeneinlass 22 in den Hohlraum 21 des Ventilkolbens 20 und von dort durch
den abzweigenden Kolbenauslass 23 zu den entsprechend der Darstellung der Figur 1
dem Arbeitsanschluss B zugeordneten Stellkammern 8. Die mit dem Arbeitsanschluss A
verbundenen Stellkammern 9 sind über den Arbeitsanschluss A sowie eine am äußeren
Umfang des Ventilkolbens 20 geformte Vertiefung 26 mit dem Reservoiranschluss T
A und über diesen sowie eine mit der Nockenwelle 1 drehende Rückführung 4' mit dem
Reservoir verbunden und somit im Druck entlastet. Die Vertiefung 26 erstreckt sich
360° umlaufend über den äußeren Umfang des Ventilkolbens 20. Von der Vertiefung 26
aus in axialer Richtung gesehen hinter dem Kolbenauslass 23 ist am äußeren Umfang
des Ventilkolbens 20 eine weitere axial erstreckte Vertiefung 27 geformt, die sich
ebenfalls über den äußeren Umfang des Ventilkolbens 20 umlaufend erstreckt. Die Vertiefung
27 ist in der ersten Kolbenposition mit dem Reservoiranschluss T
B verbunden. Der Reservoiranschluss T
B ist dem Arbeitsanschluss B zugeordnet. Allerdings ist er in der ersten Kolbenposition
mittels eines zwischen dem Kolbenauslass 23 und der Vertiefung 27 geformten Dichtsteg
des Ventilkolbens 20 von dem Arbeitsanschluss B fluidisch getrennt.
[0054] Wird der Anker 17 durch entsprechende Bestromung des Stellglieds 15 mit einer die
Federkraft des Federglieds 14 übersteigenden Stellkraft beaufschlagt, schiebt das
Stellglied 15 den Ventilkolben 20 aus der dargestellten ersten Kolbenposition axial
in Richtung auf den Gehäuseeinlass P
A und bei entsprechend großer Stellkraft bis in eine axial zweite Kolbenposition, in
der nicht mehr der Arbeitsanschluss B, sondern der weitere Arbeitsanschluss A mit
dem Kolbenauslass 23 verbunden ist. In der zweiten Kolbenposition trennt ein zwischen
dem Kolbenauslass 23 und der Vertiefung 26 geformter Dichtsteg des Ventilkolbens 20
den Arbeitsanschluss A vom zugeordneten Reservoiranschluss T
A, so dass in der zweiten Kolbenposition die Stellkammern 9 mit dem Druckfluid beaufschlagt
werden. In der zweiten Kolbenposition verbindet ferner die Vertiefung 27 den Arbeitsanschluss
B mit dem Reservoiranschluss T
B, so dass das Fluid aus den Stellkammern 8 abströmen kann und diese im Druck entlastet
werden. Der Rotor 7 bewegt sich dementsprechend in der Darstellung der Figur 2 gegen
den Uhrzeigersinn relativ zum Flügelrad 5 und somit zum Stator 3. Die drehfest mit
dem Rotor 7 verbundene Nockenwelle 1 wird in ihrer Phasenlage relativ zur Kurbelwelle
um den gleichen Drehwinkel verstellt.
[0055] Das durch den Gehäuseeinlass P
a in das Steuerventil strömende Fluid der Hochdruckseite beaufschlagt den Ventilkolben
20 mit einer in Richtung auf das Stellglied 15 wirkenden ersten Axialkraft. Zur Kompensation
dieser ersten Axialkraft ist der Ventilkolben 20 in Richtung auf das Stellglied 15
durchströmbar, so dass sich an seiner dem Stellglied 15 zugewandten Rückseite zwischen
dieser Rückseite und der Stirnverschlusswand 11 ein Fluiddruck aufbaut, der auf die
Rückseite des Ventilkolbens 20 eine Gegenkraft, eine zweite Axialkraft ausübt. Da
die mit dem Druckfluid beaufschlagbare Projektionsfläche um die Querschnittsfläche
verringert ist, mit der das Kopplungsorgan 25 durch die Stirnverschlusswand 11 ragt,
wäre die axiale Gegenkraft, die zweite Axialkraft, entsprechend der Querschnittsfläche
des Kopplungsorgans 25 geringer als die erste Axialkraft. Es entstünde ein resultierender
Axialschub, der sich entsprechend der Differenz der Projektionsflächen in Abhängigkeit
vom Druck des Fluids ändern würde. Die Kennlinie des Steuerventils würde sich entsprechend
ändern, was zu erheblichen Verzerrungen führen kann, da der Druck des Fluids im Betrieb
der Brennkraftmaschine schwanken kann.
[0056] Um die zweite Axialkraft zu vergrößern, weisen der Ventilkolben 20 einen radial aufgeweiteten
Kolbenabschnitt 28 auf, im folgenden Aufweitung 28, und das Ventilgehäuse 10 einen
angepasst aufgeweiteten Gehäuseabschnitt 18, der die Aufweitung 28 in enger Passung
umgibt. Soweit das Ventilgehäuse 10 und der Ventilkolben 20 dichtend zusammenwirken,
weist der Ventilkolben 20 an seinem äußeren Umfang mit Ausnahme der Aufweitung 28
beispielhaft überall den gleichen zylindrischen Querschnitt auf. Um das Druckfluid
an die Rückseite des Ventilkolbens 20 zu führen, weist der Ventilkolben 20 vom Gehäuseeinlass
22 gesehen axial hinter dem Kolbenauslass 23 eine Zuführung 24 auf, die durch mehrere
um die zentrale Achse R verteilte Durchgangskanäle in einem Ventilkolbenboden geformt
sind. Die Aufweitung 28 und entsprechend der Gehäuseabschrtitt 18 sind so bemessen,
dass die durch die Aufweitung 28 erhaltende Vergrößerung der dem Stellglied 15 zugewandten
Projektionsfläche F
28 zumindest einen überwiegenden Teil der für die Kompensation "verlorenen" Querschnittsfläche
F
25 des Kopplungsorgans 25 ausgleicht. Die Kompensationsfläche ist eine äußere Ringfläche
der Projektionsfläche F
28. Bevorzugterweise ist die zusätzliche, der Stirnverschlusswand 11 axial zugewandte
Projektionsfläche, die Kompensationsfläche der Aufweitung 28, genau so groß, wie die
Querschnittsfläche F
25, mit der das Kupplungsorgan 25 durch die Stirnverschlusswand 11 ragt. Auf diese Weise
wird erreicht, dass die in Richtung auf das Stellglied 15 wirkende erste Axialkraft
durch die entgegengerichtete zweite Axialkraft kompensiert wird und resultierender
Axialschub nicht entstehen kann. Die Projektionsflächen, die bei Durchströmung des
Ventilkolbens 20 jeweils eine Axialkraft erzeugen, sind in beide axiale Richtungen
gleichgroß.
[0057] Die Aufweitung 28 ist wie bevorzugt am dem Stellglied 15 zugewandten stirnseitigen
Ende des Ventilkolbens 20 gebildet. Der aufgeweitete Gehäuseabschnitt 18 weist eine
ausreichende axiale Erstreckung auf, um die Verstellbewegungen des Ventilkolbens 20
zu ermöglichen. Die Aufweitung 28 bildet das dem Stellglied 15 zugewandte Ende der
Vertiefung 27. Der aufgeweitete Gehäuseabschnitt 18 verjüngt sich bei 13 auf den im
weiteren axialen Verlauf konstanten engeren Querschnitt. Die Verjüngung 13 ist innerhalb
der Vertiefung 27, axial beispielhaft im Bereich des Reservoiranschlusses T
B gebildet.
[0058] Der Phasensteller umfasst eine Verriegelungseinrichtung 30, die in einem Verriegelungseingriff
den Rotor 7 in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator 3 mechanisch
fixiert. Beispielhaft fixiert sie den Rotor 7 wie bevorzugt in der Frühstellung. Es
ist aber auch möglich, den Rotor 7 in der Spätstellung oder in einer Stellung zwischen
der Spät- und der Frühstellung mechanisch zu fixieren. Durch Beaufschlagung mit dem
Druckfluid kann die Verriegelungseinrichtung 30 aus dem Verriegelungseingriff in einen
Freigabezustand gebracht werden. Befindet sich die Verriegelungseinrichtung 30 im
Freigabezustand, kann sich der Rotor 7 bei Druckbeaufschlagung entweder der Stellkammern
8 oder der Stellkammern 9 und entsprechender Druckentlastung der jeweils anderen Stellkammern
9 oder 8 relativ zum Stator 3 drehen, also die Drehwinkelposition des Rotors 7 relativ
zum Stator 3 verändert werden. Für die Entriegelung gegen eine Federkraft ist ein
Entriegelungsmindestdruck P
E erforderlich. Der Entriegelungsmindestdruck P
E ist in bevorzugten Ausführungen höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL in der Druckfluidzuführung zum Phasensteller. Der Heißleerlaufdruck P
HL kann insbesondere an einer Rücksperreinrichtung gemessen werden, die in der Druckfluidzuführung
in der Nähe des Phasenstellers angeordnet ist, um ein Rückströmen des Druckfluids
vom Phasensteller weg dann zu verhindern, wenn der Druck in den mit dem Druckfluid
beaufschlagten Stellkammern 8 oder 9 höher ist als der Zufuhrdruck unmittelbar stromauf
von der Rücksperreinrichtung. Die Rücksperreinrichtung kann insbesondere von einem
Rückschlagventil gebildet werden.
[0059] Die Verriegelungseinrichtung 30 umfasst ein relativ zum Stator 3 und Rotor 7 axial
hin und her bewegliches Verriegelungselement 31 und eine Verriegelungsfeder 32, die
mit ihrer Federkraft das Verriegelungselement 31 in eine axiale Richtung in den Verriegelungseingriff
spannt. Das Verriegelungselement 31 ist über die Verriegelungsfeder 32 am Rotor 7
abgestützt und in einer Führung 36 in einem der Rotorflügel 7a axial hin und her beweglich
geführt. Im Verriegelungseingriff ragt es axial über eine Stirnseite des betreffenden
Rotorflügels 7a in eine axial gegenüberliegende Aufnahme 33 des Stators 3. Die Aufnahme
33 ist als Vertiefung an einer dem Rotor 7 zugewandten Stirnseite des Stators 3 geformt,
beispielhaft im Deckelbereich des Antriebsrads 4. Die Verriegelungseinrichtung 30
ist mit entweder einer der Stellkammern 8 oder der Stellkammern 9, vorzugsweise nur
mit einer der Frühstellkammern 8, verbunden, so dass bei Druckbeaufschlagung der entsprechenden
Stellkammern das Verriegelungselement 31 gegen die Federkraft der Verriegelungsfeder
32 aus dem Verriegelungseingriff bewegt und die mechanische Fixierung des Rotors 7
gelöst wird. Der Raum im Rotor 7, in dem die Verriegelungsfeder 32 angeordnet ist,
ist über eine Ableitung 39 mit der Niederdruckseite des Druckfluidsystems verbunden,
so dass sich am Verriegelungselement 31 der Aufnahme 33 axial gegenüberliegend kein
das Entriegeln verhindernder Gegendruck aufbauen kann.
[0060] Figur 2 zeigt den Phasensteller im entriegelten Zustand. Der Entriegelungsmindestdruck
P
E ist erreicht oder überschritten, so dass der Rotor 7 mittels des Steuerventils hydraulisch
verstellt werden kann. Der Rotor 7 nimmt bereits nicht mehr die Frühstellung ein.
[0061] Aus den Figuren 3 bis 5 sind Details der Verriegelungseinrichtung 30 erkennbar. Das
Verriegelungselement 31 bildet einen Stufenkolben mit einem Führungsabschnitt 31a,
der stets im Rotorflügel 7a geführt ist, und einem demgegenüber schlankeren Eingriffsabschnitt
31b, der in dem in Figur 5 dargestellten Verriegelungseingriff in die Aufnahme 33
des Stators 3 eingreift. Das Verriegelungselement 31 weist eine im Verriegelungseingriff
in der Aufnahme 33 befindliche Druckfläche 31d und eine hiervon abgesetzte ringförmige
weitere Druckfläche 31c auf. Die Druckflächen 31c und 31d wirken in die gleiche Richtung.
Die Druckfläche 31c schließt einen ringförmigen Druckraum 37, der innerhalb des Rotors
7a gebildet ist, an einer Stirnseite ab. Die Aufnahme 33, genauer gesagt der von der
Druckfläche 31d begrenzte Raum innerhalb der Aufnahme 33, ist über einen in Bezug
auf die Verriegelungseinrichtung 30 inneren Verbindungskanal 38 mit dem Druckraum
37 verbunden, quasi kurzgeschlossen. Der Verbindungskanal 38 erstreckt sich im Rotorflügel
7a bis zur Stirnseite des Rotors 7 durch einen engeren Führungsabschnitt der Führung
36, die den Eingriffsabschnitt 31b des Verriegelungselements 31 eng umfasst, so dass
das Verriegelungselement 31 nicht nur in seinem breiteren Abschnitt 31a, sondern auch
im Eingriffsabschnitt 31 b geführt ist.
[0062] Der von der Führung 36 umfänglich begrenzte Raum ist an seinem im Verriegelungseingriff
der Aufnahme 33 gegenüberliegenden Ende mittels eines eingesetzten Stützelements 35
verschlossen. Die Verriegelungsfeder 32 stützt sich mit einem Federende an dem Stützelement
35 und mit ihrem anderen Federende am Verriegelungselement 31 ab. Im Stützelement
35 ist ein Entlüftungsdurchgang 39a geformt, der den Raum zwischen Stützelement 35
und Verriegelungselement 31 mit der weiterführenden Ableitung 39 verbindet, die an
die Niederdruckseite des Druckfluidversorgungsystems angeschlossen ist, so dass sich
kein die Entriegelung maßgeblich behindernde Gegendruck aufbauen kann. Zur Aufnahme
33 sei noch angemerkt, dass deren dem Rotorflügel 7a zugewandter Öffnungsrand 33a
umlaufend gefast ist, um das Einfahren in den Verriegelungseingriff zu erleichtern,
zumal das Verriegelungselement 31 vorzugsweise auch im Eingriffsabschnitt 31b zylindrisch
ist. Desweiteren ist vorzugsweise für eine gewisse Freistellung gesorgt, vorzugsweise
in Verlängerung des Verbindungskanals 38, um eine möglichst verlustarme Verbindung
zwischen dem Druckraum 37 und dem von der Druckfläche 31d begrenzten weiteren Druckraum
in der Aufnahme 33 zu schaffen. In der Aufnahme 33 ist wie bevorzugt, aber nur optional
eine flache, erhabene Abragung geformt, an der im Verriegelungseingriff die Druckfläche
31d auf Anschlag liegt, so dass um die Abragung ein gewisses Restvolumen für das Druckfluid
auch im Verriegelungseingriff vorhanden ist.
[0063] Nach der Ausführung aus den Figuren 3a und 4 ist die Verriegelungseinrichtung 30
zum Entriegeln mit der nächstliegenden Frühstellkammer 8 durch einen Verbindungskanal
34 verbunden. Der Verbindungskanal 34 führt vom Druckraum 37 durch den Rotorflügel
7a unmittelbar in die Frühstellkammer 8 und schließt diese mit der Verriegelungseinrichtung
30 vorteilhafterweise kurz. Die Druckkammer 37 ist daher besonders widerstandsarm
mit der Frühstellkammer 8 verbunden, so dass sich deren Druck bei Druckänderungen
nahezu verlust- und verzugsfrei auch im Druckraum 37 und über den inneren Verbindungskanal
38 auch in der Aufnahme 33 einstellt. Sobald der Druck in der Frühstellkammer 8 den
Entriegelungsmindestdruck P
E erreicht hat, liegt dieser Druck praktisch verzögerungsfrei auch an den Druckflächen
31c und 31d an, so dass sich das Verriegelungselement 31 aus dem Verriegelungseingriff
bewegt und der Rotor 7 durch Erhöhung des Drucks in den Spätstellkammern 9 über den
Druck in den Frühstellkammern 8 in Richtung auf die Spätstellung verstellt werden
kann. Etwaige Druckschwankungen in der mit der Verriegelungseinrichtung 30 direkt
verbundenen Frühstellkammer 8 sind für das Lösen des Verriegelungseingriffs sogar
hilfreich, da das Verriegelungselement 31 hierdurch freigerüttelt wird, so dass es
bei diesen Vibrationen des Rotors 7 kurzzeitig von der aufgrund des Schleppmoments
der Nockenwelle im Verriegelungseingriff wirkenden Quer- bzw. Scherkraft entlastet
wird. In Figur 3 ist die Drehrichtung des Stators 3 mit einem Drehrichtungspfeil D
eingezeichnet. Der Rotor 7 und die damit drehsteif verbundene Nockenwelle 1 werden
im Schlepp mitgenommen. Ein Teil des Drehmoments wird auch im Verriegelungseingriff
übertragen, wodurch die erwähnte Querkraft in die eingezeichnete Drehrichtung auf
den Eingriffsabschnitt 31b des Verriegelungselements 31 wirkt.
[0064] Nach der abgewandelten Ausführung aus Figur 3b ist die Verriegelungseinrichtung 30
zum Entriegeln mit der nächstliegenden Spätstellkammer 9 durch einen Verbindungskanal
34 verbunden. Der Verbindungskanal 34 führt vom Druckraum 37 durch den Rotorflügel
7a unmittelbar in die Spätstellkammer 9 und schließt diese mit der Verriegelungseinrichtung
30 vorteilhafterweise kurz. Die Druckkammer 37 ist daher besonders widerstandsarm
mit der Spätstellkammer 9 verbunden, so dass sich deren Druck bei Druckänderungen
nahezu verlust- und verzugsfrei auch im Druckraum 37 und über den inneren Verbindungskanal
38 auch in der Aufnahme 33 einstellt. Sobald der Druck in der Spätstellkammer 9 den
Entriegelungsmindestdruck P
E erreicht hat, liegt dieser Druck praktisch verzögerungsfrei auch an den Druckflächen
31c und 31d an, so dass sich das Verriegelungselement 31 aus dem Verriegelungseingriff
bewegt und der Rotor 7 durch den Druck oder durch Erhöhung des Drucks in den Spätstellkammern
9 und Senkung des Drucks in den Frühstellkammern 8 in Richtung auf die Spätstellung
verstellt werden kann. Etwaige Druckschwankungen in der mit der Verriegelungseinrichtung
30 direkt verbundenen Spätstellkammer, 9 sind für das Lösen des Verriegelungseingriffs
hilfreich, da das Verriegelungselement 31 hierdurch freigerüttelt wird, so dass es
bei diesen Vibrationen des Rotors 7 kurzzeitig von dem aufgrund des Schleppmoments
der Nockenwelle und des Drucks in den Spätstellkammern 9 im Verriegelungseingriff
wirkenden Quer- bzw. Scherkraft entlastet wird. In Figur 3 ist die Drehrichtung des
Stators 3 mit einem Drehrichtungspfeil D eingezeichnet. Der Rotor 7 und die damit
drehsteif verbundene Nockenwelle 1 werden im Schlepp mitgenommen. Ein Teil des Drehmoments
wird auch im Verriegelungseingriff übertragen, wodurch die erwähnte Querkraft in die
eingezeichnete Drehrichtung auf den Eingriffsabschnitt 31b des Verriegelungselements
31 wirkt.
[0065] Der innere Verbindungskanal 38 ist, wie in den Figuren 3a, 3b und 4 zu erkennen ist,
vorteilhafterweise nutförmig in der Führung 36 in einem in Bezug auf die Drehachse
R radialen Bereich, beispielhaft außen, angeordnet. Hierdurch wird die für die Aufnahme
der Querkraft erforderliche Umfangsfläche der Führung 36 geringstmöglich verringert.
Vorteilhaft ist auch die Anordnung der Verriegelungseinrichtung 30 nahe dem radialen
Ende des Rotorflügels 7a, da dies zur Reduzierung der aufzunehmenden Querkraft beiträgt.
Bei gleichem Schleppmoment würde eine zentralere Anordnung, näher bei der Drehachse
des Rotors 7, der Verkleinerung des Hebels entsprechend eine größere Querkraft bedingen.
[0066] Von Vorteil ist eine in Bezug auf die Umfangsrichtung exzentrische Anordnung der
Verriegelungseinrichtung 30 im Rotorflügel 7a. Die Verriegelungseinrichtung 30 aus
Figur 3a ist in dieser exzentrischen Anordnung in Umfangsrichtung näher bei der die
Frühstellkammer 8 begrenzenden Seitenfläche des Rotorflügels 7a als bei der in Umfangsrichtung
gegenüberliegenden, die Spätstellkammer 9 begrenzenden Seitenfläche angeordnet. Die
Verriegelungseinrichtung 30 aus Figur 3b ist in dieser exzentrischen Anordnung in
Umfangsrichtung näher bei der die Spätstellkammer 9 begrenzenden Seitenfläche des
Rotorflügels 7a als bei der in Umfangsrichtung gegenüberliegenden, die Frühstellkammer
9 begrenzenden Seitenfläche angeordnet. Optional kann die Verriegelungseinrichtung
aus Figur 3b näher bei der die Frühstellkammer 8 begrenzenden Seitenfläche des Rotorflügels
7a, d.h. wie in Figur 3a allerdings mit dem Verbindungskanal 34 zur Spätstellkammer
9 angeordnet sein. In einer weiteren Option kann die Verriegelungseinrichtung aus
Figur 3a näher bei der die Spätstellkammer 9 begrenzenden Seitenfläche des Rotorflügels
7a, d.h. wie in Figur 3b allerdings mit dem Verbindungskanal 34 zur Frühstellkammer
8 angeordnet sein.
[0067] Wird die Spätstellkamner 9 zur Verstellung des Rotors 7 in Richtung Spätstellung
mit Druck beaufschlagt, steht ein in Umfangsrichtung vergleichsweise langer Dichtsteg
zwischen der Spätstellkammer 9 und der Verriegelungseinrichtung 30 zur Verfügung (Figur
3a), insbesondere an der Seite des Stators 3, an der die Aufnahme 33 angeordnet ist.
Wird die Frühstellkammer 8 zur Verstellung des Rotors 7 in Richtung Frühstellung mit
Druck beaufschlagt, steht ein in Umfangsrichtung vergleichsweise langer Dichtsteg
zwischen der Frühstellkammer 8 und der Verriegelungseinrichtung 30 zur Verfügung (Figur
3b), insbesondere an der Seite des Stators 3, an der die Aufnahme 33 angeordnet ist.
Da die Spätstellkammer 9 bevorzugt bei hohen Motordrehzahlen und somit mit höheren
Fluiddrücken als die Frühstellkammer 8 beaufschlagt wird, ist es bevorzugt, vergleichsweise
langen Dichtstege zwischen der Spätstellkammer 9 und der Verriegelungseinrichtung
30 auszubilden oder die Verriegelungseinrichtung 30 näher an die Frühstellkammer 8
anzuordnen.
[0068] Der Rotorflügel 7a, der das Verriegelungselement 31 aufnimmt, ist in Umfangsrichtung
gemessen breiter als die anderen Rotorflügel 7a. Dies schafft Bauraum für die Verriegelungseinrichtung
30 und in Verbindung mit der in Umfangsrichtung exzentrischen Anordnung einen nochmals
zur Spätstellkammer 9 (Figur 3a) oder zur Frühstellkammer 8 (Figur 3b) hin verlängerten
Dichtsteg an den Rotorflügelstirnseiten, Der in Umfangsrichtung gemessene Abstand
zwischen den links und rechts benachbarten Statorflügeln 5a ist um die vergrößerte
Breite des breiteren Rotorflügels 5a ebenfalls vergrößert. Schließlich sei auch noch
bemerkt, dass der Rotorflügels 7a, in dem die Verriegelungseinrichtung 30 gebildet
ist, in der in den Figuren 3a und 3b dargestellten Frühstellung im Bereich der Spätstellkammer
9 einen gewissen Abstand zu dem nächstgelegenen nach innen ragenden Flügel des Flügelrads
5 aufweist, so dass auch in der Frühstellung dort ein gewisses Kammervolumen verbleibt
und bei Druckbeaufschlagung nicht erst nennenwert Spaltwiderstände überwunden werden
müssen.
[0069] Die Figuren 3a und 3b lassen auch die kurzen und direkten Fluidverbindungen 7b erkennen,
die vom zentralen Steuerventil 10, 20 durch den Rotor 7 zu den Stellkammern 8 bzw.
9 führen. Im Schnitt der Figuren 3a und 3b handelt es sich um die Fluidverbindungen
7b zu den Arbeitsanschlüssen A für die Spätstellkammern 9. Die vom Ventil zu den Frühstellkammern
8 führenden Fluidverbindungen sind axial und in Umfangsrichtung zu den Fluidverbindungen
7b versetzt angeordnet und erstreckt. Die Fluidverbindungen 7b und auch die Fluidverbindungen
für die Frühstellkammern 8 sind gerade, zumindest im Wesentlichen radial erstreckte
Bohrungen, die an ihren radial inneren Enden zum Ventilgehäuse 20 und an ihren äußeren
Enden in den Wurzelbereichen der Rotorflügel 7a in die jeweilige Stellkammer 8 bzw.
9 münden.
[0070] Figur 6 zeigt den Phasensteller mit einer zugeordneten Druckspeichereinrichtung 40.
Die Druckspeichereinrichtung 40 weist eine Speicherkammer 41 und eine bewegliche Wandstruktur
42 auf, die die Speicherkammer 41 an einer Seite begrenzt. Ferner weist sie eine Federeinrichtung
43 auf, gegen deren rückstellende Federkraft die Wandstruktur 42 zum Füllen der Speicherkammer
41 beweglich ist. Die Wandstruktur 42 ist als Kolben gebildet. Die Federeinrichtung
43 besteht aus einer einzigen mechanischen Feder, beispielhaft wie bevorzugt einer
beim Laden der Speicherkammer 41 auf Druck beanspruchten Schraubenfeder. Die Wandstruktur
42 ist frei hin und her beweglich, so dass ihr Kammerdruck im zumindest teilweise
gefüllten Zustand stets verzugsfrei zur Verfügung steht.
[0071] Die Druckspeichereinrichtung 40 ist im Strömungsweg des Druckfluids zum Phasensteller
stromauf vom Steuerventil 10, 20 angeordnet. Der Phasenstellers ist über einen Zuführkanal
50 an das Druckfluidversorgungssystem angeschlossen. Im Zuführkanal 50 ist eine Rücksperreinrichtung
51, beispielhaft ein Rückschlagventil, stromauf von dem Phasensteller und der Druckspeichereinrichtung
40 angeordnet, die eine Rückströmung von Druckfluid verhindert. Im Zuführkanal 50
ist zwischen der Rücksperreinrichtung 51 und der Speicherkammer 41 auch noch ein Filterelement
52 angeordnet. Übersteigt im Versorgungssystem der Fluiddruck unmittelbar stromauf
von der Rücksperreinrichtung 51 den Druck zwischen der Rücksperreinrichtung 51 und
dem Phasensteller, in der gewählten Anordnung den Druck in der Speicherkammer 41,
öffnet die Rücksperreinrichtung 51 in Richtung auf die Druckspeichereinrichtung 40,
so dass sich diese entsprechend dem Druck und der rückstellenden Federkraft der Federeinrichtung
43 teilweise oder gänzlich füllen kann. Das maximale Füllvolumen ist erreicht, wenn
die Wandstruktur 42 gegen einen Anschlag der Druckspeichereinrichtung 40 stößt. Die
Speicherkammer 41 ist auf kurzem Wege über einen weiterführenden stromabwärtigen Zuführkanal
53 mit dem Phasensteller verbunden. Im Ausführungsbeispiel wird die Verbindung über
die Nockenwelle 1 hergestellt. Über einen Abführkanal 46 wird sichergestellt, dass
sich die Speicherkammer 41 ohne nennenswertem Gegendruck füllen kann. Der Abführkanal
46 verbindet den Raum an der Rückseite der beweglichen Wandstruktur 42 mit der Niederdruckseite
des Druckfluidversorgungsystems.
[0072] Die Speicherkammer 41 wird an einer offenen Seite von einem Deckel 2c abgedeckt.
Der Deckel 2c bildet zum einen wie bevorzugt, aber nur beispielhaft einen Anschlag
für den Kolben 42 und zum anderen wie bevorzugt, aber ebenfalls nur beispielhaft,
einen unmittelbar in die Speicherkammer 41 führenden Einlass 2d und einen unmittelbar
aus der Speicherkammer 41 führenden Auslass 2e. Die Speicherkammer 41 ist über den
Einlass 2d mit dem Zuführkanal 50 und über den Auslass 2e mit dem stromabwärtigen,
zum Phasensteller führenden Zuführkanal 53 verbunden. Die Druckspeichereinrichtung
40 ist in einem zum Phasensteller führenden Hauptstrom des Druckfluids angeordnet,
indem das beispielhaft über das Maschinengehäuse 2 und den angeschlossenen Zufuhrkanal
50 zugeführte Druckfluid nur über die Druckspeichereinrichtung 40 unter Durchströmen
der Speicherkammer 41 in den zum Phasensteller weiterführenden Zuführkanal 53 und
von diesem beispielhaft wieder über das Maschinengehäuse 2 zum Druckanschluss P gelangt.
[0073] Die vom Druckfluid in der Speicherkammer 41 beaufschlagte Fläche der Wandstruktur
42 und die Federsteifigkeit sowie optional eine ohne Druckbeaufschlagung bestehende
Federvorspannung der Federeinrichtung 43 sind auf den Systemdruck im Druckfluidversorgungssystem
so abgestimmt, dass sich die Speicherkammer 41 spätestens dann zu füllen beginnt,
wenn im Druckfluidversorgungssystem der Heißleerlaufdruck P
HL erreicht ist. Der Füllbeginndruck P
FB ist der Druck, bei dem der Füllvorgang beginnt, bei dem also die Wandstruktur 42
gegen die rückstellende Federkraft der Federeinrichtung 43 bewegt wird und eine Vergrößerung
des Füllvolumens gegenüber einem minimalen Volumen der Speicherkammer 41 einsetzt.
Das minimale Volumen kann Null sein, in der Praxis wird die Speicherkammer 41 im Ausgangszustand
jedoch ein gewisses Restvolumen aufweisen. Der Füllbeginndruck P
FB ist höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL, vorzugsweise ist er kleiner. Die Druckspeichereinrichtung 40 wird somit bereits
bei niedrigen Systemdrücken wirksam.
[0074] Die Druckspeichereinrichtung 40 ist ferner so ausgelegt, dass der Füllvorgang der
Speicherkammer 41 nicht bereits abgeschlossen ist, wenn der Druck in der Speicherkammer
41 dem Heißleerlaufdruck P
HL entspricht, also bei Leerlaufdrehzahl, sondern erst bei einem höheren Fülldruck.
Die Druckspeichereinrichtung 40 arbeitet somit aus dem Heißleerlauf heraus, vorzugsweise
sogar schon bei einer niedrigeren Drehzahl als der Leerlaufdrehzahl, bis zu einer
über der Leerlaufdrehzahl liegenden Drehzahl stets mit angepasstem Ausgleichs- bzw.
Speicherdruck. Bevorzugt ist die Druckspeichereinrichtung 40 so abgestimmt, dass die
Speicherkammer 41 ihr maximales Füllvolumen frühestens bei doppelter Leerlaufdrehzahl,
bevorzugter frühestens bei dreifacher Leerlaufdrehzahl erreicht. Das maximale Füllvolumen
kann wie im Ausführungsbeispiel durch einen Anschlagkontakt absolut begrenzt sein,
grundsätzlich bedarf es einer Anschlagbegrenzung jedoch nicht. In alternativen Ausführungen
kann die Druckspeichereinrichtung 40 sich auch über den gesamten Drehzahlbereich der
Brennkraftmaschine dem jeweiligen Systemdruck entsprechend füllen oder leeren. Ein
Füllen über den gesamten Drehzahlbereich hinweg ist jedoch nicht erforderlich und
auch nicht immer erwünscht, da die Federeinrichtung 43 hinsichtlich ihrer Federsteifigkeit
Begrenzungen unterliegt. Derartigen Begrenzungen kann durch eine Serien- oder Parallelschaltung
mehrerer Federglieder entgegengewirkt werden, beispielsweise eines Federglieds geringer
Federsteifigkeit und eines demgegenüber steiferen Federglieds, wobei sich im unteren
Drehzahlbereich in erster Linie das weichere Federglied und bei höherer Drehzahl das
steifere Federglied erst in einem relevanten Ausmaß oder überhaupt erst spannen würde.
[0075] Die Verriegelungseinrichtung 30 ist durch entsprechende Auslegung der Druckflächen
31c und 31d des Verriegelungselements 31 und der Federsteifigkeit oder einer Federvorspannung
der Verriegelungsfeder 32 auf den Systemdruck so abgestimmt, dass der Entriegelungsmindestdruck
P
E ebenfalls höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL, vorzugsweise kleiner als dieser ist. Noch bevorzugter ist der Entriegelungsmindestdruck
P
E höchstens so groß wie der Füllbeginndruck P
FB, vorzugsweise kleiner als dieser. Der vergleichsweise niedrige Entriegelungsmindestdruck
P
E gewährleistet ein frühzeitiges Entriegeln, bei niedrigen Drehzahlen der Brennkraftmaschine,
und somit auch bereits eine Verstellbarkeit des Rotors bei entsprechend kleiner Drehzahl.
Solch einer feinfühlige Entriegelung kommt entgegen, wenn die Verriegelungseinrichtung
30 mit dem in der Frühstellkammer 8 (Figur 3a) herrschenden Druck entriegelt wird,
wobei die Beaufschlagung beider Druckflächen 31c und 31d zur gleichen Zeit weiter
begünstigend wirkt, da hierdurch die Federkraft der Verriegelungsfeder 32 entsprechend
hoch gewählt werden kann, was einen sicheren Verriegelungseingriff zur Folge hat.
[0076] Zu den für die Abstimmung maßgeblichen Drücken sei noch nachgetragen, dass der Heißleerlaufdruck
P
HL insbesondere nahe bei der Rücksperreinrichtung 51, insbesondere stromauf von dieser,
gemessen werden kann. Der Füllbeginndruck P
FB und der Mindestfülldruck für eine vollständige Befüllung, falls eine vollständige
Befüllung durch Anschlagkontakt vorgegeben wird, können an der gleichen Stelle gemessen
werden, wobei natürlich vorausgesetzt wird, dass der Druck in der Speicherkammer 41
zum Zeitpunkt der Messung nicht gerade größer ist als der Druck vor der Rücksperreinrichtung
51. Schließlich kann auch der Entriegelungsmindestdruck P
E dort gemessen werden. Der Verriegelungseingriff sollte sich lösen, wenn an besagter
Stelle der Entriegelungsmindestdruck P
E erreicht ist. Bei der Messung der miteinander zu vergleichenden Drücke soll allerdings
darauf geachtet werden, dass der Druck am Ort der Messung zumindest im Wesentlichen
konstant ist, also nicht gerade von der Druckspeichereinrichtung 40 zu kompensierende
Druckschwankungen stattfinden. Die Brennkraftmaschine sollte daher während der Messung
in einem stationären Betriebszustand betrieben werden. Unvermeidbare höherfrequente
Druckschwankungen, wie sie durch Förderpulsationen der Druckfluidpumpe und Leitungsschwingungen
im Druckfluidsystem auch im stationären Betriebszustand auftreten, sind hiermit nicht
gemeint. Diese höherfrequenten Druckschwankungen ergeben einen für die Vergleichszwecke
jeweils repräsentativen Druckmittelwert und beeinflussen die Stellgeschwindigkeit
des Phasenstellers für die praktischen Belange nicht nennenswert.
[0077] Figur 7 zeigt das Anbaugehäuse mit dem Anbaugehäuseteil 2a und den Deckeln 2b und
2c, das den Phasensteller, im Wesentlichen der Stator 3, den Rotor 7 und das zentrale
Steuerventil aufnimmt, von dem das Ventilgehäuse 10 an der Montageseite des Anbaugehäuses
2a, 2b, 2c vorsteht. Das Anbaugehäuse, beispielhaft das Anbaugehäuseteil 2a, beinhaltet
auch gleich die Druckspeichereinrichtung 40, fasst also den Phasensteller und die
Druckspeichereinrichtung 40 zu einer Montageeinheit zusammen. Diese Montageeinheit
wird am Maschinengehäuse der Brennkraftmaschine, beispielsweise an einem Zylinderkopfgehäuse,
montiert, bei abgenommenem Deckel 2b, der nach der Montage am Gehäuseteil 2a angebracht
wird. Die Rücksperreinrichtung 51 ist vorteilhafterweise ebenfalls im Anbaugehäuse
2a, 2b, 2c angeordnet.
[0078] Figur 8 zeigt das Anbaugehäuse 2a, 2b, 2c in einer Stirnansicht auf die Montageseite.
An der Montageseite ist eine Dichtung 56 angeordnet, die im montierten Zustand für
die Abdichtung zwischen dem Maschinengehäuse und dem Anbaugehäuse 2a, 2b sorgt. An
der Montageseite ragen Zentrierelemente 57 über die Dichtung 56, bezogen auf den montierten
Zustand in Richtung auf das Maschinengehäuse vor und im montierten Zustand in angepasste
Zentriergegenstrukturen des Maschinengehäuses hinein. Die Zentrierelemente 57 sind
beispielhaft stiftförmig und können im Querschnitt hohl und in solchen Ausführungen
als Zentrierhülsen gebildet sein. Die Zentrierelemente 57 dienen nicht nur der Zentrierung
und dadurch Erleichterung der Montage, sondern halten auch die Dichtung 56 an der
Montageseite des Anbaugehäuses 2a, 2b in einer für die Montage unmittelbar geeigneten
Lage, indem die Dichtung 56 mit wenigstens einem der Zentrierelemente 57, vorzugsweise
mit mehreren oder allen Zentrierelementen 57, in einem Halteeingriff, beispielhaft
in einem Hintergriff ist. Im Halteeingriff ist die Dichtung verliersicher mit dem
Anbaugehäuse verbunden.
[0079] Figur 9 zeigt solch einen Hintergriff stellvertretend für bevorzugt einen oder mehrere
weitere. Das dargestellte Zentrierelement 57 durchragt eine Öffnung der Dichtung 56.
Das Zentrierelement 57 ist in das Anbaugehäuse 2a, 2b eingesetzt, wird in einer entsprechenden
Aufnahme fest gehalten und ragt wie gesagt über die Stirnfläche des Anbaugehäuses
2a, 2b ein Stück weit vor. Nahe bei der Stirnfläche ist es im vorragenden Abschnitt
tailliert, so dass die Dichtung 56 mit ihrem das Zentrierelement 57 umgebenden Öffnungsrand
58 in die Taillierung eingreift und so der die Dichtung 56 haltende Hintergriff gebildet
ist. Die Taillierung kann durch ein anderes Formelement für den Halteeingriff ersetzt
werden, beispielsweise eine Abragung wie etwa ein Flansch. Im Ausführungsbeispiel
sind die Funktionen der Zentrierung des Anbaugehäuses 2a, 2b und der Halterung der
Dichtung 56 sowie die Schaffung der eigentlichen Fügeverbindung von Anbaugehäuse 2a,
2b und Maschinengehäuse auf engstem Raum konzentriert, indem durch das hohle Zentrierelement
57 ein Spannelement 59 der Fügeverbindung, beispielhaft eine Schraube, geführt ist.
Im montierten Zustand durchragt das Spannelement 59 das Zentrierelement 57 und ist
in seinem darüber hinausragenden Abschnitt mit dem Maschinengehäuse verbunden, beispielhaft
in einem Schraubeingriff 2f.
Bezugszeichenliste:
[0080]
- 1
- Nockenwelle
- 1a
- Aufnahmeraum
- 2
- Spurlager, Maschinengehäuse
- 2a
- Gehäuseteil
- 2b
- Deckel
- 2c
- Speicherkammerdeckel
- 2d
- Speicherkammereinlass
- 2e
- Speicherkammerauslass
- 2f
- Schraubeingriff
- 3
- Stator
- 4
- Antriebsrad
- 4'
- Rückführung
- 5
- Flügelrad
- 5a
- Flügel
- 6
- Deckel
- 7
- Rotor
- 7a
- Flügel
- 8
- Frühstellkammer
- 9
- Spätstellkammer
- 10
- Ventilgehäuse
- 11
- Stirnverschlusswand
- 12
- Schraubverbindung
- 13
- -
- 14
- Federglied
- 15
- Stellglied
- 16
- Spule
- 17
- Anker
- 18
- aufgeweiteter Gehäuseabschnitt
- 19
- -
- 20
- Ventilkolben
- 21
- Hohlraum
- 22
- Kolbeneinlass
- 23
- Kolbenauslass
- 24
- Kompensations-Zuführung
- 25
- Kopplungsorgan
- 26
- Vertiefung
- 27
- Vertiefung
- 28
- Aufweitung, aufgeweiteter Kolbenabschnitt
- 29
- -
- 30
- Verriegelungseinrichtung
- 31
- Verriegelungselement
- 31 a
- Führungsabschnitt 31b Eingriffsabschnitt
- 31 c
- erste Druckfläche
- 31 d
- zweite Druckflächen
- 32
- Verriegelungsfeder
- 33
- Aufnahme
- 33a
- Aufnahmerand
- 34
- äußerer Verbindungskanal
- 35
- Stützelement
- 36
- Führung
- 37
- Druckraum
- 38
- innerer Verbindungskanal
- 39
- Ableitung
- 39a
- Durchgang
- 40
- Druckspeichereinrichtung
- 41
- Speicherkammer
- 42
- Wandstruktur, Kolben
- 43
- Federeinrichtung
- 44
- Stirnwand
- 45
- Umfangswand
- 46
- Abführkanal
- 47
- -
- 48
- -
- 49
- -
- 50
- Zuführkanal
- 51
- Rücksperreinrichtung
- 52
- Filterelement
- 53
- Zuführkanal
- 54
- -
- 55
- -
- 56
- Dichtung
- 57
- Zentrierelement
- 58
- Öffnungsrand
- 59
- Spannmittel
- A
- Arbeitsanschluss
- B
- Arbeitsanschluss
- D
- Drehrichtung
- P
- Druckanschluss
- Pa
- axialer Gehäuseeinlass
- Pr
- radialer Gehäuseeinlass
- PE
- Entriegelungsmindestdruck
- PFB
- Füllbeginndruck
- PHL
- Heißleerlaufdruck
- R
- Drehachse, zentrale Achse
- TA
- Reservoiranschluss
- TB
- Reservoiranschluss
1. Vorrichtung zur Verstellung der Drehwinkelposition einer Nockenwelle relativ zu einer
Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, die Vorrichtung umfassend:
(a) eine mit in fester Drehzahlbeziehung von der Kurbelwelle drehantreibbaren Stator
(3),
(b) einen vom Stator (3) drehantreibbaren und zum Drehantreiben der Nockenwelle (1)
mit dieser koppelbaren Rotor (7),
(c) eine Frühstellkammer (8) zur Erzeugung eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator
(3) in Richtung Voreilung wirkenden Drehmoments und eine Spätstellkammer (9) zur Erzeugung
eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator (3) in Richtung Nacheilung wirkenden Drehmoments,
die zur Erzeugung des jeweiligen Drehmoments mit einem Druckfluid, dessen Druck bei
steigender Drehzahl der Kurbelwelle ebenfalls steigt, beaufschlagbar sind, um die
Drehwinkelposition des Rotors (7) relativ zum Stator (3) verstellen zu können,
(d) einen Zuführzweig (50-53) für die Zuführung und einen Abführzweig (4') für die
Abführung des Druckfluids zu und aus den Stellkammern (8, 9)
(e) und eine im Zuführzweig (50-53) angeordnete Druckspeichereinrichtung (40) mit
einer Federeinrichtung (43) und einer Speicherkammer (41), die gegen eine rückstellende
Federkraft der Federeinrichtung (43) mit dem Druckfluid befüllbar ist,
(f) wobei die Speicherkammer (41) sich gegen die Federkraft bei einem Füllbeginndruck
(PFB) zu füllen beginnt, der höchstens so groß wie ein Heißleerlaufdruck (PHL) ist, den das Druckfluid im betriebswarmen Zustand im Leerlauf der Brennkraftmaschine
aufweist,
(g) und die Speicherkammer (41) sich bei Überschreiten des Heißleerlaufdrucks (PHL) gegen die Federkraft weiter füllt.
2. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30), die in einem Verriegelungseingriff den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition
relativ zum Stator (3) mechanisch fixiert und durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid
in einen die Verstellung der Drehwinkelposition des Rotors (7) zulassenden Freigabezustand
wechselt, wenn der Druck des Druckfluids einen Entriegelungsmindestdruck (PE) erreicht hat, der höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck (PHL) oder der Füllbeginndruck (PFB) ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckspeichereinrichtung (40) nach Volumen und Querschnittsfläche der Speicherkammer
(41) und Federkraft so ausgelegt ist, dass die Stellgeschwindigkeit (ϕ/s), mit der
die Drehwinkelposition des Rotors (7) relativ zum Stator (3) verstellt wird, bis wenigstens
zur 1.5-fachen, vorzugsweise bis wenigstens zur doppelten Leerlaufdrehzahl der Brennkraftmaschine
auch bei momentanem Druckabfall im stromauf der Druckspeichereinrichtung (40) gelegenen
Teil des Zuführzweigs (50-53) für das Druckfluid durch Nachlieferung aus der Druckspeichereinrichtung
(40) der Frequenz der Verbrennungszyklen der Brennkraftmaschine angepasst ist, derart,
dass das Verhältnis von Stellgeschwindigkeit und Kurbelwellendrehzahl bis wenigstens
zur 1.5-fachen, vorzugsweise bis wenigstens zur zweifachen Leerlaufdrehzahl zumindest
im Wesentlichen konstant ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30), die in einem Verriegelungseingriff den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition
relativ zum Stator (3) mechanisch fixiert und durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid
in einen die Verstellung der Drehwinkelposition des Rotors (7) zulassenden Freigabezustand
wechselt, wobei die Verriegelungseinrichtung (30) zum Lösen des Verriegelungseingriffs
mit der Spätstellkammer (9), vorzugsweise nur mit der Spätstellkammer (9), oder mit
der Frühstellkammer (8), vorzugsweise nur mit der Frühstellkammer (8) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30) mit einer Verriegelungsfeder (32) und einem Verriegelungselement (31), das gegen
eine rückstellende Federkraft der Verriegelungsfeder (32) aus einem Verriegelungseingriff,
in der es den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator
(3) mechanisch fixiert, durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid in eine Freigabeposition
bewegbar ist, in der es die Verstellung der relativen Drehwinkelposition des Rotors
(7) zulässt.
6. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (31) über die Verriegelungsfeder (32) an einem aus Rotor
(7) und Stator (3) abgestützt ist und von dem einen aus Rotor (7) und Stator (3) zwischen
dem Verriegelungseingriff und der Freigabeposition hin und her beweglich, vorzugsweise
axial beweglich geführt wird.
7. Vorrichtung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (31) mit einem Eingriffsabschnitt (31b) im Verriegelungseingriff
in eine Aufnahme (33) eingreift, die in einem aus Stator (3) und Rotor (7) geformt
ist, und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff außerhalb der Aufnahme (33) in
dem anderen aus Stator (3) und Rotor (7) befindliche ringförmige erste Druckfläche
(31 c) und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff in der Aufnahme (33) befindliche
zweite Druckfläche (31d) aufweist, die zum Lösen des Verriegelungseingriffs jeweils
mit dem Druckfluid beauschlagbar sind, und die Druckflächen (31 c, 31d) miteinander
verbunden sind, vorzugsweise über einen in Bezug auf die Verriegelungseinrichtung
(30) inneren Verbindungskanal (38), so dass das Druckfluid zum Lösen des Verriegelungseingriffs
zu einer (31 c) der Druckflächen und von dort auch zu der anderen (31d) der Druckflächen
gelangt, vorzugsweise über den inneren Verbindungskanal (38).
8. Vorrichtung nach einem der drei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (7) das Verriegelungselement (31) beweglich lagert und einen in Bezug auf
die Verriegelungseinrichtung (30) äußeren Verbindungskanal (34) aufweist, der in eine
der Stellkammern (8, 9), vorzugsweise in die Spätstellkammer (9) oder in die Frühstellkammer
(8), mündet und die Verriegelungseinrichtung (30) zum Lösen des Verriegelungseingriffs
mit dieser Stellkammer (8) verbindet.
9. Vorrichtung nach einem der vier vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (31) in einem Flügel (7a) des Rotors (7) beweglich und in
einer Stirnansicht des Rotors (7) gesehen in Umfangsrichtung exzentrisch oder näher
bei der Spätstellkammer (9) oder näher bei der Frühstellkammer (8) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der fünf vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement (31) in einem Flügel (7a) des Rotors (7) axial beweglich
und einem radialen Ende des Flügels (7a) näher als der Drehachse (R) des Rotors (7)
angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der sechs vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Rücksperreinrichtung
(51), die im Zuführzweig (50-53) stromaufwärts von der Druckspeichereinrichtung (40)
angeordnet ist und die Zuführung des Druckfluids zu den Stellkammern (8, 9) und der
Druckspeichereinrichtung (40) zulässt, ein Rückströmen aber verhindert, wobei zwischen
der Druckspeichereinrichtung (40) und den Stellkammern (8, 9) vorzugsweise kein weiteres
mit dem Druckfluid zu versorgendes Aggregat angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Phasensteller für eine Montage an einem axialen Ende der Nockenwelle (1) eingerichtet
ist und ein im montierten Zustand in Bezug auf die Drehachse (R) der Nockenwelle (1)
oder die Anordnung aus Stator (3) und Rotor (7) zentrales Steuerventil (10, 20) mit
einem axialen Einlass (Pa, 22) für eine axiale Beaufschlagung eines hin und her beweglichen Ventilkolbens (20)
des Steuerventils (10, 20) mit dem Druckfluid aufweist, dass das Druckfluid dem Steuerventil
(10, 20) im montierten Zustand vorzugsweise über die Nockenwelle (1) zuführbar ist
und dass die Druckspeichereinrichtung (40) einen an den Zuführzweig (50-53) anschließbaren
Einlass (2d) für das Druckfluid und einen mit dem Steuerventil (10, 20) verbundenen
oder verbindbaren, vorzugsweise an die Nockenwelle (1) anschließbaren Auslass (2e)
für die Versorgung des Phasenstellers, vorzugsweise über die Nockenwelle (1) aufweist,
wobei der Einlass (2d) für eine Anordnung der Druckspeichereinrichtung (40) in einem
Hauptstrom (50-53) zum Steuerventil (10, 20) zusätzlich zum Auslass (2e) vorgesehen
ist oder für eine vom Hauptstrom abgezweigte Anordnung der Druckspeichereinrichtung
(40) in einem Nebenstrom auch den Auslass bilden kann.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (3), und der Rotor (7) und die Druckspeichereirichtung (40) in einem an
der Brennkraftmaschine montierbaren oder bereits montierten Anbaugehäuse (2a, 2b,
2c) angeordnet sind, wobei das Anbaugehäuse (2a, 2b, 2c) vorzugsweise wenigstens eine
Kammerwand (44, 2c) der Speicherkammer (41) bildet, und der Phasensteller vorzugsweise
ein bezüglich des Stators (3) und des Rotors (7) zentrales Steuerventil (10, 20) mit
einem vorzugsweise axial mit dem Druckfluid beaufschlagbaren Ventilkolben (20) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Phasensteller ein bezüglich des Stators (3) und des Rotors (7) zentrales Steuerventil
(10, 20) mit einem drehmomentfest mit dem Rotor (7) verbundenen Ventilgehäuse (10)
und einem im Ventilgehäuse (10) axial hin und her beweglichen, vorzugsweise axial
mit dem Druckfluid beaufschlagbaren Ventilkolben (20) aufweist, dass der Stator (3),
der Rotor (7) und das Steuerventil (10, 20) zu einer Montageeinheit zusammengefasst,
vorzugsweise in einem an der Brennkraftmaschine montierbaren oder bereits montierten
Anbaugehäuse (2a, 2b, 2c) angeordnet sind und dass das Ventil gehäuse (10) an einem
axialen Ende der Nockenwelle (1) mit dieser drehmomentfest verbunden ist oder für
eine drehmomentfeste Montage in, an oder auf dieser eingerichtet ist.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung an der Brennkraftmaschine montiert und mit dem Zuführzweig (50-53)
und dem Abführzweig (4') an ein Schmierölsystem der Brennkraftmaschine angeschlossen
ist.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in Kombination mit einem der
Ansprüche 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Montageseite des Anbaugehäuses (2a, 2b, 2c) eine Dichtung (56), die eine
Drehachse (R) des Stators (3) und des Rotors (7) umgibt, mittels wenigstens eines
Zentrierelements (57), das von einer die Drehachse (R) umgebenden Fügefläche des Anbaugehäuses
(2a, 2b, 2c) vorzugsweise vorragt, form- oder reibschlüssig verliersicher gehalten
wird.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federeinrichtung mehrere Federglieder aufweist, die gemeinsam die zum Füllen
der Speicherkammer (41) zu überwindende, rückstellende Federkraft erzeugen, wobei
die Federglieder vorzugsweise in Parallelschaltung angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) die Federeinrichtung (43) weist eine progressive Federkennlinie auf;
(ii) die Federkennlinie der Federeinrichtung (43) steigt unterhalb des Heißleerlaufdrucks
(PHL) mit einer geringeren Steigung an als nach Überschreiten des Heißleerlaufdrucks (PHL), so dass ein mit dem Druckfluid gefülltes Teilvolumen der Speicherkammer (41) bei
einer Erhöhung des Drucks des Druckfluids unterhalb des Heißleerlaufdrucks (PHL) stärker als nach dem Überschreiten des Heißleerlaufdrucks (PHL) wächst;
(iii) die Druckspeichereinrichtung (40) ist so ausgelegt, dass die Speicherkammer
(41) bei Heißleerlaufdruck (PHL) zu einem überwiegenden Teil ihres maximalen Volumens mit dem Druckfluid befüllt
ist;
(iv) die Federeinrichtung (43) weist eine lineare Federkennlinie auf;
(v) die Federeinrichtung (43) weist eine progressive Federkennlinie auf;
(vi) die Federkennlinie der Federeinrichtung (43) steigt unterhalb des Heißleerlaufdrucks
mit einer größeren Steigung an als nach Überschreiten des Heißleerlaufdrucks, so dass
ein mit dem Druckfluid gefülltes Teilvolumen der Speicherkammer (41) bei einer Erhöhung
des Drucks des Druckfluids nach dem Überschreiten des Heißleerlaufdrucks stärker als
unterhalb des Heißleerlaufdrucks wächst;
(vii) die Druckspeichereinrichtung (40) ist so ausgelegt, dass die Speicherkammer
erst nach Überschreiten des Heißleerlaufdrucks zu einem überwiegenden Teil ihres maximalen
Volumens mit dem Druckfluid befüllt wird.