[0001] Die Erfindung betrifft ein Induktionskochfeld mit einer Kochplatte und einem unter
der Kochplatte angeordneten Induktor.
[0002] Induktionskochfelder sind in vielfältiger Weise bekannt. Sie weisen üblicherweise
eine Kochplatte auf, die aus Glaskeramik oder einem Glasmaterial ausgebildet ist.
Unter dieser Kochplatte sind in der Regel mehrere Induktoren angeordnet. Zur elektrischen
Isolation ist zwischen der Kochplatte und einem Induktor eine elektrisch isolierende
Platte aus einem Mikamaterial angeordnet. Diese ist üblicherweise als separates Bauteil
vorgesehen und nicht direkt an der Unterseite der Kochplatte befestigt. Vielmehr stellt
diese Platte aus dem Mikamaterial ein separates Bauteil dar.
[0003] Des Weiteren ist aus der
DE 100 17 175 A1 ein Hochfrequenzstrom gespeistes Heiz/Kochelement bekannt. Dieses weist zwei jeweils
in einem Rechteck gewickelte elektrische Leiter als Induktoren auf. Zwischen diesen
Leitern ist ein Isoliermaterial ausgebildet. Die obere Fläche des Induktors ist des
Weiteren mit einem temperaturbeständigen elektrischen Isolierelement, das aus Mika
ist, abgedeckt.
[0004] Die Anbringung eines derartigen Mika-Elements, insbesondere als separate Platte,
ist sehr aufwändig und kostenintensiv.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Induktionskochfeld zu schaffen welches
eine ausreichende elektrische Isolierung des Induktors zur Kochplatte hin gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Induktionskochfeld, welches die Merkmale nach Anspruch
1 aufweist, gelöst.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Induktionskochfeld umfasst eine Kochplatte und zumindest einen
unter der Kochplatte angeordneten Induktor. An der Unterseite der Kochplatte und somit
an der dem Induktor zugewandten Seite der Kochplatte ist eine elektrisch isolierende
Schicht als Mika-Ersatz ausgebildet. Es wird somit ein Induktionskochfeld bereitgestellt,
welches keine derartige Mikaschicht oder eine Mika-Platte aufweist.
[0008] Diese aus dem Stand der Technik bekannte Ausführung mit einer Mikaschicht oder einer
Mika-Platte ist beim erfindungsgemäßen Induktionskochfeld somit nicht mehr vorhanden
und ersetzt, wobei dies durch eine ganz spezifische Anbringung, nämlich eine feste
Anbringung an der Unterseite der Kochplatte in Form einer elektrisch isolierenden
Schicht gewährleistet ist. Durch eine derartige Ausgestaltung ist eine elektrisch
isolierende Mika-Ersatzschicht praktisch fest mit der Unterseite verbunden und daran
ausgebildet.
[0009] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die elektrisch isolierende Schicht aus einem dielektrischen
Material ausgebildet ist.
[0010] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Material der elektrisch isolierenden Schicht
Oxide umfassen kann bzw. aus Oxiden ausgebildet ist. Beispielhafte Oxide sind hier
derartige aus der Gruppe, die aus Zinnoxiden, Zinkoxiden, Aluminiumoxiden, Titanoxiden,
Siliziumoxiden, Nickeloxiden, Chromoxiden, Nioboxiden, Tantaloxiden oder Mischungen
davon besteht. Zusätzlich und anstatt dazu kann vorgesehen sein, dass das dielektrische
Material Nitride aus metallischen Elementen aufweist, welche aus der Gruppe, die aus
Siliziumnitriden, Titannitriden, Chromnitriden und Aluminiumnitriden oder Mischungen
davon besteht, ausgewählt sind. Ebenso können Mischungen aus keramischen Oxiden mit
Magnesiumoxid, Siliziumoxid, Kalziumoxid, Aluminiumoxid, Zirkoniumoxid oder Yttriumoxid,
Natriumoxid oder Kaliumoxid vorgesehen sein.
[0011] Vorzugsweise ist die elektrisch isolierende Mika-Ersatzschicht in einem Schichtenverbund
an der Unterseite der Kochplatte ausgebildet. Dieser Schichtenverbund ist direkt an
der Unterseite der Kochplatte ausgebildet.
[0012] Der Schichtenverbund kann auch eine von der Mika-Ersatzschicht verschiedene dielektrische
Schicht aufweisen, die eine dielektrische Materialkomponente aufweist, und Mika Bestandteil
der Materialkomponente ist. Diese Schicht kann beispielsweise als Blatt oder Folie
ausgebildet sein.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die elektrisch isolierende Schicht, die als Mika-Ersatzschicht
ausgebildet ist, die unterste Schicht in diesem Schichtenverbund ist.
[0014] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass diese elektrisch isolierende Schicht als unterste
Schicht in dem Schichtenverbund auch eine Schutzschicht für den Schichtenverbund ist.
Diesbezüglich kann sie den Schichtenverbund vor Beschädigung, beispielsweise verkratzen
oder dergleichen schützen.
[0015] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Schichtenverbund eine Mehrzahl von elektrisch
isolierenden Schichten und eine Mehrzahl von elektrisch leitenden Schichten, insbesondere
Metallschichten, aufweist, die vorzugsweise alternierend angeordnet sind. Dies bedeutet,
dass abwechselnd eine elektrisch isolierende Schicht und dann wieder eine Metallschicht
in dem Schichtverbund ausgebildet sind.
[0016] Vorzugsweise beträgt die Dicke der elektrisch isolierenden Schicht mehr als 30 nm,
insbesondere zwischen 100 µm und 500 µm.
[0017] Es kann vorgesehen sein, dass diese elektrisch isolierende Mika-Ersatzschicht auf
die Unterseite der Kochplatte aufgesputtert ist.
[0018] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die elektrisch isolierende Schicht als Mika-Ersatzschicht
durch eine Druckverfahren, insbesondere ein Siebdruckverfahren, oder eine sonstiges
Farbdrucktechnik aufgebracht wird.
[0019] Durch diese elektrisch isolierende Schicht wird im Hinblick auf deren Funktionalität
vollumfänglich die Funktionalität der sonst üblichen Mika-Platte übernommen. Diese
Funktion liegt insbesondere darin, dass bei Bruch der Kochfeldplatte der Nutzer nicht
mit elektrischen Strömen der Induktoren in Berührung kommt.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt eine schematische Schnittdarstellung
durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Induktionskochfelds.
[0021] Das Induktionskochfeld 1 umfasst eine Kochplatte bzw. eine Kochfeldplatte 2, welche
beispielsweise aus Glaskeramik ausgebildet ist. Auf einer Oberseite 3 der Kochfeldplatte
2 können Zubereitungsgefäße, wie Pfannen, Töpfe oder dergleichen aufgestellt werden
und die darin eingebrachten Lebensmittel erwärmt werden.
[0022] Dazu ist unter der Kochfeldplatte 2 zumindest ein Induktor 4 angeordnet. Dieser erzeugt
in elektromagnetischer Wechselwirkung mit dem Zubereitungsgefäß Wärme, durch welches
das Gargut in dem Zubereitungsgefäß gegart wird.
[0023] Das Induktionskochfeld 1 ist ohne ein Mika-Element (beispielsweise in Form einer
Mika-Platte oder dergleichen) ausgebildet. Dies bedeutet, dass zwischen der Kochfeldplatte
2 und dem Induktor 4 kein derartiges Mika-Element angeordnet ist.
[0024] Das Induktionskochfeld 1 ist somit mika-elementfrei bzw. mikamaterialfrei ausgebildet.
[0025] An einer Unterseite 5 der Kochfeldplatte 2 ist insbesondere auch im Bereich über
dem Induktor 4 eine Beschichtung aus einer Mehrzahl von Schichten als Schichtenverbund
6 ausgebildet. Dazu ist im gezeigten Ausführungsbeispiel direkt an der Unterseite
5 eine dielektrische Schicht 7 ausgebildet. Nach unten folgend ist dann eine elektrisch
leitende Schicht, insbesondere eine Metallschicht 8, aufgebracht. Der Schichtenverbund
6 wird nach unten hin und somit zum Induktor 4 hin durch eine elektrisch isolierende
Schicht 9 abgeschlossen, wobei diese elektrisch isolierende Schicht 9 als dielektrische
und mikamaterialfreie Schicht und als Mika-Ersatz ausgebildet ist. Somit weist diese
an der Unterseite 5 aufgebrachte Schicht 9 die Funktionalität auf, die sonst das separate
Mika-Element bei Induktionskochfeldern gemäß dem Stand der Technik übernimmt.
[0026] Diese Schicht 9 weist vorzugsweise eine Schichtdicke zwischen 100 µm und 500 µm auf.
Sie ist darüber hinaus auf die Unterseite 5 durch ein Druckverfahren aufgebracht.
Im Ausführungsbeispiel ist darüber hinaus vorgesehen, dass diese Schicht 9 gleichzeitig
eine Schutzschicht für den Schichtenverbund 6 darstellt und somit ein Verkratzen oder
sonstiges Beschädigen insbesondere der Schichten 7 und 8 vermieden werden kann.
[0027] Es kann auch vorgesehen sein, dass der Schichtenverbund 6 zumindest eine Farbschicht
aufweist. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die direkt an die Unterseite 5 anschließende
Schicht nicht die dielektrische Schicht 7 sondern eine weitere metallische Schicht
ist oder eine Farbschicht ist. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die direkt an der
Unterseite 5 aufgebrachte Schicht zumindest bereichsweise eine Farbschicht und/oder
zumindest bereichsweise eine elektrisch leitende Schicht ist. Insbesondere ist die
Farbschicht dann auch als elektrisch isolierte Schicht ausgebildet.
[0028] Es kann auch vorgesehen sein, dass an der Unterseite 5 kein Schichtenverbund 6 ausgebildet
ist, sondern lediglich einzig die Schicht 9 direkt an der Unterseite 5 aufgebracht
ist.
[0029] Der Schichtenverbund 6 und insbesondere die Schicht 9 sind durch das spezifische
Aufbringen und Ausbilden an der Unterseite 5 somit unlösbar an der Unterseite 5 angebracht.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Induktionskochfeld
- 2
- Kochfeldplatte
- 3
- Oberseite
- 4
- Induktor
- 5
- Unterseite
- 6
- Schichtenverbund
- 7
- dielektrische Schicht
- 8
- Metallschicht
- 9
- elektrisch isolierende Schicht
1. Induktionskochfeld mit einer Kochplatte (2) und zumindest einem unter der Kochplatte
(2) angeordneten Induktor (4), dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite (5) der Kochplatte (2) eine elektrisch isolierende Schicht (9)
als Mika-Ersatz ausgebildet ist.
2. Induktionskochfeld nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) aus einem dielektrischen Material ausgebildet ist.
3. Induktionskochfeld nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) in einem Schichtenverbund (6) an der Unterseite (5) der Kochplatte
(2) ausgebildet ist.
4. Induktionskochfeld nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) die unterste Schicht in dem Schichtenverbund (6) ist.
5. Induktionskochfeld nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) eine Schutzschicht für den Schichtenverbund (6) ist.
6. Induktionskochfeld nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schichtenverbund (6) zumindest eine elektrisch isolierende Schicht (7) und zumindest
eine elektrisch leitende Schicht (8), insbesondere Metallschicht, aufweist.
7. Induktionskochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Schicht (9) größer 30 nm, insbesondere zwischen 100 µm und 500 µm,
ist.
8. Induktionskochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht (9) auf die Unterseite (5) aufgesputtert ist.