[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gehäusekomponente für ein Kältegerät, insbesondere
für ein Haushaltskältegerät, die wenigstens ein Vakuumisolationspaneel umfasst. Eine
solche Gehäusekomponente ist aus
DE 103 42 859 A1 bekannt.
[0002] Ein Vakuumisolationspaneel ist im Allgemeinen aufgebaut aus einer hochgradig diffusionsdichten
Kunststofffolie und einem porösen Füllmaterial wie etwa Kieselerde, Zeolith, Glasfaser,
Polyurethanschaum oder dergleichen, das von der Folie luftdicht ummantelt ist und
unter einem Unterdruck gehalten ist. Vakuumisolationspaneele weisen bei geringer Wandstärke
ausgezeichnete Isolationseigenschaften auf, sind allerdings aufgrund ihrer aufwendigen
Herstellung teuer, und sie sind bei der Kältegerätefertigung schwierig zu handhaben,
da sie sich im Gegensatz zu dem herkömmlicherweise verwendeten Polyurethanschaum nicht
lückenlos in ein vorgefertigtes hohlwandiges Gehäuse einfügen.
[0003] Wenn ein Vakuumisolationspaneel in einem Kältegerätegehäuse verbaut wird, ist es
daher gebräuchlich, einen inneren Hohlraum einer das Gehäuse bildenden Schale nur
zum Teil mit dem Vakuumisolationspaneel auszufüllen, indem dieses an einer inneren
Oberfläche der Schale verklebt wird, und das von dem Vakuumisolationspaneel nicht
belegte Restvolumen des Hohlraums der Schale durch Expandierenlassen von Polyurethanschaum
auszufüllen. Auch diese Vorgehensweise ist nicht vollauf befriedigend, da die zum
Befestigen des Vakuumisolationspaneels benötigten Klebstoffe kostspielig sind und
der Klebevorgang selbst komplizierte und zeitaufwendige Handhabungs- und Andrückschritte
umfasst.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist daher, eine Gehäusekomponente für ein Kältegerät mit wenigstens
einem Vakuumisolationspaneel, das einfach und preiswert herstellbar ist, sowie ein
Verfahren zu deren Herstellung anzugeben.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst, indem bei einer Gehäusekomponente mit einer Schale, die
einen Isolationsmaterial enthaltenden Hohlraum umschließt, wobei an der Schale ein
Vakuumisolationspaneel befestigt ist, wenigstens eine Oberfläche der Schale einen
schweißbaren Kunststoff aufweist, an dem das Vakuumisolationspaneel verschweißt ist.
[0006] Vorzugsweise ist besagte Oberfläche der Schale eine innere, dem Hohlraum zugewandte
Oberfläche, und das Vakuumisolationspaneel bildet wenigstens einen Teil des in dem
Hohlraum enthaltenen Isolationsmaterials. So ist das Vakuumisolationspaneel durch
die Schale vor Beschädigung geschützt.
[0007] Eine Schaumstoffschicht, in die das Vakuumisolationspaneel eingebettet ist, kann
den Hohlraum zweckmäßigerweise vollständig ausfüllen.
[0008] Zwischen dem Vakuumisolationspaneel und der Schaumstoffschicht kann eine Trennschicht
vorgesehen sein, um ein Anhaften des Schaumstoffs an der Oberfläche des Vakuumisolationspaneels
zu verhindern und so beim Recycling des Gehäuses eine Rückgewinnung des kostspieligen
Vakuumisolationspaneels zu ermöglichen.
[0009] Die Trennschicht kann zweckmäßigerweise als Folie ausgebildet sein. An dieser kann
die einbettende Schaumstoffschicht anhaften, ohne dass sie selber an dem Vakuumisolationspaneel
haftet.
[0010] Um die Trennschicht zumindest während des Zusammenbaus der Gehäusekomponente an ihren
Platz zu halten, kann sie zweckmäßigerweise an einen über einen Rand des Vakuumisolationspaneels
überstehenden Bereich der Schale befestigt sein.
[0011] Das Vakuumisolationspaneel kann zweckmäßigerweise an einer von der Lagerkammer abgewandten
Außenseite der Schale angeordnet sein. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die
Innenseite der Schale dreidimensional strukturiert ist, zum Beispiel um die Befestigung
von Einbauten in dem Gehäuse zu ermöglichen, und die Anbringung des im Allgemeinen
eben plattenförmigen Vakuumisolationspaneels an der Innenseite schwierig mit Schaumstoff
auszufüllende Hohlräume ergeben würde.
[0012] Wenn die Innenseite der Schale hinreichend eben ist, ist es hingegen zweckmäßig das
Vakuumisolationspaneel direkt an ihr zu befestigen, da das Vakuumisolationspaneel
dann im Allgemeinen kleinere Kantenlängen haben kann als ein außenseitig befestigtes
und dementsprechend preiswerter ist.
[0013] Wenn die Schale wenigstens teilweise aus Blech gefertigt ist, und das Vakuumisolationspaneel
an dem blechernen Teil der Schale angebracht sein soll, bildet der schweißbare Kunststoff
zweckmäßigerweise eine Schicht an einer Oberfläche des Blechs.
[0014] In entsprechender Weise kann der schweißbare Kunststoff als eine Schicht an der Oberfläche
von mindestens einen Teil der Schale bildendem Verbundmaterial vorgesehen sein.
[0015] Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Schale wenigstens stellenweise einschichtig
aus dem schweißbaren Kunststoff besteht.
[0016] Der schweißbare Kunststoff kann insbesondere PET, PE, PP, PA, PS, EVA oder ABS sein,
wobei PS und ABS besonders bevorzugt sind.
[0017] Zum Befestigen des Vakuumisolationspaneels an der Schale ist Induktionsschweißen,
Hochfrequenzschweißen, Mikrowellenschweißen, Infrarotschweißen und Vibrationsschweißen
besonders geeignet, und unter diesen sind Induktions- und Vibrationsschweißen besonders
bevorzugt. Andere Techniken wie Heizelementschweißen, Warmgasschweißen oder Laserschweißen
sind weniger zweckmäßig, da es mit diesen schwierig ist, eine große Kontaktfläche
zwischen Schale und Vakuumisolationspaneel gleichmäßig zu erhitzen.
[0018] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Schnitt durch ein Kältegerätegehäuse gemäß einer ersten Ausgestaltung
der Erfindung;
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt durch ein Kältegerätegehäuse gemäß einer zweiten Ausgestaltung
der Erfindung;
- Fig. 3
- ein vergrößertes Detail eines erfindungsgemäßen Gehäuseteils in einer Schnittansicht.
[0019] Fig. 1 zeigt einen horizontalen Querschnitt durch ein Gehäuse eines Haushaltskältegerätes
gemäß einer ersten Ausgestaltung der Erfindung. Das Gehäuse umfasst einen Korpus 1
und eine daran angelenkte Tür 2, die eine Lagerkammer 3 für Kühlgut umgeben. Beide
Gehäusekomponenten, der Korpus 1 und die Tür 2, sind jeweils zunächst als Hohlkörper
mit einer aus mehreren Teilen zusammengefügten, einen inneren Hohlraum umgebenden
Schale ausgebildet. Die Schale umfasst sowohl beim Korpus 1 als auch bei der Tür 2
eine aus Kunststoff tiefgezogene, an die Lagerkammer 3 angrenzende Innenhaut 4 und
eine Außenhaut 5, die einteilig ausgebildet oder aus mehreren Teilen zusammen gefügt
sein kann. Die Außenhaut 5 bzw. ihre Teile können aus Blechen, aus demselben Kunststoff
wie die Innenhaut 4 oder aus mehrschichtigem Kunststoff-Verbundmaterial geformt sein.
Innen- und Außenhaut eines Gehäuseteils sind miteinander in Höhe einer in bekannter
Weise zwischen Korpus 1 und Tür 2 angeordneten Magnetdichtung 6 verbunden.
[0020] Die Außenhaut 5 ist an ihrer dem inneren Hohlraum des Korpus 1 bzw. der Tür 2 zugewandten
Oberfläche mit einer schweißbaren Kunststoffschicht aus PS (Polystyrol) insbesondere
HIPS (High Impact PS) oder ABS (Acyl-Butadien-Styrol) versehen. An dieser Oberfläche
ist ein Vakuumisolationspaneel 7 durch Induktionsschweißen, Hochfrequenzschweißen,
Mikrowellenschweißen, Infrarotschweißen oder Vibrationsschweißen befestigt. Die Abmessungen
des Vakuumisolationspaneels 7 sind kleiner als die des inneren Hohlraums, der erhalten
wird, wenn nach dem Verschweißen des Vakuumisolationspaneels 7 Außenhaut 5 und Innenhaut
4 miteinander verbunden werden. Dieser innere Hohlraum 8 wird anschließend durch Ausspritzen
und Expandierenlassen von Polyurethan vollständig ausgefüllt. Die Vakuumisolationspaneele
7 gewährleisten eine hochwirksame Isolation der Lagerkammer 3 auf fast ihrer gesamten
Oberfläche, mit Ausnahme von Spalten 9, 10 zwischen Korpus 1 und Tür 2 bzw. an den
Kanten des Korpus 1, wo sich die Vakuumisolationspaneele 7 von Seitenwänden und Rückwand
des Korpus 1 bzw. in der Fig. nicht gezeigte, in entsprechender Weise in Decke und
Boden des Korpus 1 eingefügte Vakuumisolationspaneele nicht unmittelbar berühren sollten,
um ein Durchtritt des Polyurethans zwischen den Paneelen 7 und dessen vollständige
Ausbreitung über den gesamten Zwischenraum 8 zu ermöglichen.
[0021] Wenn die Innenhaut 4 homogen einschichtig aus PS, ABS oder einem anderen schweißfähigen
Kunststoff geformt, insbesondere tiefgezogen ist, ist es auch möglich, an ihr Vakuumisolationspaneele
7 zu verschweißen, wie in Fig. 2 gezeigt. Vorzugsweise ist allerdings die Innenhaut
4, wenn ein Vakuumisolationspaneel 7 an ihr verschweißt werden soll, aus einzelnen
Platten, z.B. aus Blech oder Kunststoff- Verbundmaterial zusammengefügt, da diese
Platten leichter mit der für eine großflächige Verschweißung der Vakuumisolationspaneele
7 erforderlichen Ebenheit realisierbar sind. Wie im Falle der Fig. 1 die Außenhaut
5 weisen hier die Platten der Innenhaut 4 eine dem Zwischenraum 8 zugewandte Beschichtung
aus einem schweißbaren Kunststoff auf.
[0022] Wie anhand des Schnitts der Fig. 2 deutlich zu erkennen, erlaubt die Anbringung der
Vakuumisolationspaneele 7 an der Innenhaut 4 des Korpus 1 bzw. der Tür 2, die Spalte
9 zwischen dem Paneel 7 der Tür 2 und den Paneelen 7 der Seitenwände des Korpus 1
deutlich enger zu machen als im Falle der Fig. 1 und so eine verbesserte Isolationswirkung
trotz bei gleichen Außenabmessungen des Gehäuses geringfügig verringerten Kantenlängen
der Paneele 7 zu erreichen. Der gleiche Effekt ist auch an den Spalten 10 zwischen
den Seitenwänden und der Rückwand des Korpus 1 realisierbar, wenn, wie durch einen
gestrichelten Umriss angedeutet, ein Vakuumisolationspaneel 7 in Kontakt mit der Innenhaut
4 in der Rückwand des Korpus 1 angeordnet ist. Dies ist insbesondere dann praktikabel,
wenn ein Verdampfer des Kältegerätes frei in der Lagerkammer 3 oder als Nofrost-Verdampfer
in einer von der Lagerkammer 3 abgetrennten Kammer montiert ist.
[0023] Falls jedoch, wie in Fig. 2 dargestellt, an der Rückwand des Korpus 1 ein Coldwall-Verdampfer
11 im Zwischenraum 8 in Kontakt mit der Innenhaut 4 angeordnet ist, entfällt dort
das Vakuumisolationspaneel, oder es ist wie in Fig. 1 gezeigt an der Außenhaut 5 angeordnet.
[0024] Fig. 3 zeigt ein vergrößertes Detail eines Vakuumisolationspaneels 7 und einer Schale
12 an der es verschweißt ist, wobei der gezeigte Ausschnitt der Schale 12 sowohl ein
Abschnitt der Innenhaut 4 als auch der Außenhaut 5 sein kann. Das Vakuumisolationspaneel
7 umfasst einen Block 13 aus porösem Material und eine mehrschichtige Folie 14, die
den Block 13 luftdicht umgibt. Die Folie 14 hat einen mehrschichtigen Aufbau mit einer
zentralen Sperrschicht 15 aus hoch diffusionsdichtem Kunststoff wie etwa PVdC (Polyvinylidenchlorid)
oder EVOH (Ethylenvinylalkohol) zwischen äußeren und inneren Schutzschichten 16, 17,
die ihrerseits ein- oder mehrlagig aufgebaut sein können. Die äußere Schutzschicht
17 ist durch Verschweißung großflächig verschmolzen mit einer Schicht 18 aus ABS oder
HIPS an der inneren Oberfläche der Schale 12.
[0025] Eine Trennfolie 19 erstreckt sich zwischen den Vakuumisolationspaneelen 7 und dem
den Zwischenraum 8 ausfüllenden Polyurethanschaum. Die Trennfolie 19 liegt auf den
Vakuumisolationspaneel 7 lose oder allenfalls leicht befestigt auf und liegt links
unter dem Paneel 7 an der Schweißnaht an. Die Trennfolie 19 kann an der Schale 12
verklebt oder wie eine bekannte Frischhaltefolie für Lebensmittel durch Adhäsion fixiert
sein. Wenn das Kältegerät abgenutzt ist und recycelt werden soll, ermöglicht die Trennfolie
19 eine schnelle und saubere Trennung des Polyurethanschaums von den Vakuumisolationspaneel
7. Wenn die Verschweißung zwischen der Schutzschicht 17 des Paneels und der Schicht
18 der Schale 12 nicht zu innig ist, kann die Schale von dem Paneel 7 wieder abgezogen
werden, und das Paneel 7 kann erneut verbaut werden.
1. Gehäusekomponente für ein Kältegerät, insbesondere ein Haushaltskältegerät, mit einer
Schale (4, 5; 12), die einen Isolationsmaterial enthaltenden Hohlraum (8) umschließt,
wobei an der Schale (4, 5; 12) ein Vakuumisolationspaneel (7) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Oberfläche der Schale (4, 5; 12) einen schweißbaren Kunststoff (18)
aufweist und das Vakuumisolationspaneel (7) an dem Kunststoff (18) verschweißt ist.
2. Gehäusekomponente nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Schale (4, 5; 12) eine innere, dem Hohlraum zugewandte Oberfläche
ist und das Vakuumisolationspaneel (7) wenigstens einen Teil des in dem Hohlraum (8)
enthaltenen Isolationsmaterials bildet.
3. Gehäusekomponente nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumisolationspaneel (7) in dem Hohlraum (8) in eine Schaumstoffschicht eingebettet
ist.
4. Gehäusekomponente nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Vakuumisolationspaneel (7) und der Schaumstoffschicht eine Trennschicht
(19) vorgesehen ist.
5. Gehäusekomponente nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschicht (19) eine Folie ist.
6. Gehäusekomponente nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschicht (19) an einem über einen Rand des Vakuumisolationspaneels (7) überstehenden
Bereich der Schale (12) befestigt ist.
7. Gehäusekomponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumisolationspaneel (7) an einer von einer Lagerkammer (3) abgewandten Außenseite
(5) der Schale angeordnet ist.
8. Gehäusekomponente nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumisolationspaneel (7) an einer einer Lagerkammer (3) zugewandten Innenseite
(4) der Schale angeordnet ist.
9. Gehäusekomponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (4, 5; 12) wenigstens teilweise aus Blech gefertigt ist und der schweißbare
Kunststoff (18) eine Schicht an einer Oberfläche des Blechs bildet.
10. Gehäusekomponente nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale (12) wenigstens teilweise aus einem Verbundmaterial gefertigt ist und
der schweißbare Kunststoff (18) eine Schicht an einer Oberfläche des Verbundmaterials
bildet.
11. Gehäusekomponente nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schale wenigstens stellenweise einschichtig aus dem schweißbaren Kunststoff besteht.
12. Gehäusekomponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der schweißbare Kunststoff unter PET, PE, PP, PA, PS, EVA und ABS ausgewählt ist.
13. Verfahren zur Fertigung einer Gehäusekomponente nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Vakuumisolationspaneel (7) an der Schale (4, 5; 12) durch Induktionsschweißen,
Hochfrequenzschweißen, Mikrowellenschweißen, Infrarotschweißen oder Vibrationsschweißen
befestigt wird.