[0001] Die Erfindung betrifft einen amorphen Transformatorkern, umfassend wenigstens eine
Transformatorkernscheibe mit einer Vielzahl an konzentrisch um wenigstens ein Wickelfenster
angeordneten Lagen aus einem bandartigen amorphen Kernmaterial.
[0002] Es ist allgemein bekannt, dass Transformatoren für Energieübertragung, beispielsweise
in einer Spannungsebene von 10kV bis 110kV und darüber, im laufenden Betrieb Kernverluste
produzieren. Diese Verluste sind überwiegend auf die Ummagnetisierungsverluste oder
auch Hystereseverluste des üblicherweise verwendeten geblechten Eisenkerns zurückzuführen
und verursachen eine Erwärmung desselben. Um diese unerwünschten Verluste zu reduzieren
werden seit kürzerem auch Transformatoren mit Kernen aus amorphem Material gebaut,
welche sich durch reduzierte Kernverlustleistungen auszeichnen.
[0003] Allerdings erfordert die Verwendung von amorphen Werkstoffen neue Konstruktionen
und Verarbeitungsweisen, da einerseits aufgrund der im Vergleich zu einem konventionellen
Transformatorkern geringeren Flussdichte größere Kernquerschnitte notwendig sind,
und andererseits ein amorphes Kernmaterial empfindlicher gegenüber höheren Temperaturen
ist als ein kornorientiertes Kernblech.
[0004] Üblicherweise werden derartige Transformatorkerne aus einem dünnen amorphen Bandmaterial
gefertigt, welches in einer Vielzahl von Lagen, beispielsweise einige tausend, konzentrisch
um ein beziehungsweise auch um mehrere Wickelfenster angeordnet ist, wobei ein Blech
üblicherweise eine Lage, also einen Umlaufwinkel von etwa 360°, abdeckt, wobei bedarfsweise
auch eine geringfügige Überlappung realisiert ist. Hierbei ist zumeist eine Stützkonstruktion
erforderlich, durch welche der Kernaufbau stabilisiert wird. Zudem ist das üblicherweise
als Flachbandmaterial lieferbare amorphe Material mechanisch sehr empfindlich. Die
lieferbaren Breiten des Bandmaterials sind begrenzt, beispielsweise auf 200mm. Auch
die mechanisch realisierbaren Baugrößen eines Transformatorkerns sind somit beschränkt.
Daher können zur Realisierung größerer amorpher Transformatorkerne mehrere kongruente
Transformatorkernscheiben, deren Breite durch die Breite des verfügbaren Bandmaterials
begrenzt ist, nebeneinander angeordnet und miteinander verbunden werden.
[0005] Nachteilig ist jedoch, dass bei amorphen Kernen die Kühlung des Kerns von größerer
Bedeutung ist als bei Kernen aus kornorientiertem Kernblech, da die Sättigungsinduktion
und somit die Nenninduktion von der Betriebstemperatur stark abhängt. Mit steigender
Temperatur sinkt die mögliche Nenninduktion. Dies muss dann durch einen erhöhten Materialeinsatz
kompensiert werden.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, einen amorphen
Transformatorkern mit verbesserter Kühlung beziehungsweise Wärmeableitfähigkeit bereitzustellen,
um einen solchen erhöhten Materialeinsatz zu vermeiden.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen amorphen Transformatorkern der eingangs genannten
Art. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Wärmeableitblech in das
Innere des amorphen Transformatorkerns hineinreicht und dass dieses von dort in wenigstens
einen Wärmetauschbereich außerhalb des amorphen Transformatorkerns geführt ist, so
dass eine verbesserte Ableitung von innerhalb des amorphen Transformatorkerns anfallender
Wärmeenergie ermöglicht ist.
[0008] Die Grundidee der Erfindung besteht darin, einen während des Betriebes eines amorphen
Transformatorkerns in dessen Innerem entstehenden Wärmestau, welcher dort zu einer
unerwünschten Temperaturerhöhung mit einer damit einhergehenden Verschlechterung der
Materialeigenschaften führt, durch in das Innere des Kerns eingebrachte Wärmeableitbleche
nach außen abzuleiten. Die Wärmeableitbleche sind aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit,
welche in jedem Fall höher ist als die des amorphen Bandmaterials. Je nach Anordnung
und Verteilung der Wärmeableitbleche im Kerninneren werden damit eine bessere Kühlung
und eine homogenere Temperaturverteilung im Kerninneren erreicht. Der Kernquerschnitt
kann dadurch in vorteilhafter Weise geringer ausgeführt werden. Wärmeableitbleche
sind aufgrund des Aufbaus eines amorphen Transformatorkerns aus einem viellagigen
dünnen amorphen Bandmaterial mit einer limitierten Breite während dessen Fertigung
besonders gut in das Innere des Transformatorkerns einzubringen, weil dieser nicht
quasi-monolithisch aufgebaut ist wie ein geblechter Standardtransformatorkern.
[0009] Wenigstens ein Ende eines solchen Wärmeableitbleches ist zu einem, vorzugsweise kernnahen,
Wärmetauscherbereich geführt. Dieser ist idealerweise derart gestaltet, dass eine
möglichst hohe Oberfläche zum Wärmetausch bereitgestellt ist, beispielsweise durch
eine kühlrippenähnliche Ausgestaltung. Selbstverständlich ist es auch denkbar, die
Wärmeableitbleche mit einem Kühlkörper zu verbinden. Vorzugsweise erfolgt die Wärmeabgabe
vom Wärmetauscherbereich an die Umgebung mittels natürlicher Konvektion. Selbstverständlich
ist aber auch eine forcierte Kühlung denkbar.
[0010] Entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen amorphen Transformatorkerns
ist das wenigstens eine Wärmeableitblech zumindest abschnittsweise zwischen zwei benachbarten
Lagen des bandartigen amorphen Kernmaterials angeordnet und aus wenigstens einer Seitenfläche
des amorphen Transformatorkerns beziehungsweise der amorphen Transformatorkernscheibe
herausgeführt. Eine amorphe Transformatorkernscheibe ist zumeist aus einer Vielzahl
von Lagen amorphen bandartigen Kernmaterials vorkonfektioniert. Diese ist bei der
Fertigung eines Transformators zu öffnen, um die Transformatorwicklungen über aus
dem Bandmaterial gebildete Kernschenkel anzuordnen. Wie eingangs erwähnt umfasst ein
amorphes Kernblech üblicherweise einen Umlauf von 360°. Die Stossstellen der jeweiligen
Bleche sind zumeist in einem der gebildeten Joche vorgesehen, welches auch die jeweilige
Öffnungsstelle darstellt. Beim Schließen des Transformatorkerns beziehungsweise der
Transformatorkernscheibe werden Pakete von einigen 10 bis 100 und auch mehr Lagen
wechselseitig zugeschichtet, so dass bei diesem Vorgang einfach Wärmeableitbleche
zwischen die Lagenpakete eingefügt werden können. Durch die flächige Kontaktierung
der jeweiligen Wärmeableitbleche mit den angrenzenden Lagen des bandartigen amorphen
Kernmaterials ist ein guter Wärmeübergang sichergestellt. Insofern ein Material für
die Wärmeableitbleche verwendet wird, welches magnetische Eigenschaften aufweiset,
und derartige Wärmeleitbleche in den Stossbereich von jeweiligen Lagenpakten angeordnet
werden, werden dort eventuell vorhandene magnetische Schwachstellen des amorphen Kernes
in vorteilhafter Weise kompensiert. Zur Verringerung eventueller Wirbelstromverluste
in den Wärmeableitblechen ist es möglich, diese geschlitzt oder in Form von mehreren,
elektrisch gegeneinander isolierten, aneinandergrenzenden Streifen aufzubauen. Deren
Wärmeleitfähigkeit wird dadurch nicht signifikant beeinflusst. So ist auf einfache
Weise ein amorpher Transformatorkern mit einer verbesserten Wärmeabfuhr aus dessen
Innerem gefertigt.
[0011] Gemäß einer weiteren Erfindungsvariante ist das wenigstens eine Wärmeableitblech
an wenigstens einer Seitenfläche der Transformatorkernscheibe abgewinkelt. Dies ermöglicht
eine platzsparende Führung der Wärmeableitbleche zu einer ebenfalls platzsparend oberhalb
des Transformators vorgesehenen Wärmetauschzone.
[0012] Einer besonders bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Transformatorkerns folgend
umfasst dieser wenigstens zwei parallel und zumindest annährend kongruent benachbart
zueinander angeordnete Transformatorkernscheiben, wobei wenigstens ein Wärmeableitblech
zumindest abschnittsweise zwischen den benachbarten Transformatorkernscheiben angeordnet
ist. Transformatorkerne für höhere Nennleistungen, beispielsweise im Bereich von 1
MVA und auch deutlich höher, sind aufgrund der begrenzten Breite des verfügbaren bandartigen
amorphen Kernmaterials zumeist aus mehreren Kernscheiben zusammenzusetzen. Zudem sind
hier die Kühlproblematik und insbesondere auch eine inhomogene Temperaturverteilung
von besonderer Bedeutung.
[0013] Idealerweise sind Wärmeableitbleche zwischen zwei jeweiligen schenkelähnlich ausgeprägten
Bereichen von benachbarten Transformatorkernscheiben angeordnet. Üblicherweise ist
der Transformator im späteren Betrieb mit stehendem Kern angeordnet. In diesem Fall
sind auch die Kernscheiben senkrecht angeordnet, so dass auch die dazwischen angeordneten
Wärmeableitbleche senkrecht verlaufen und in eine oberhalb des Transformators vorgesehene
Wärmetauschzone münden. Selbstverständlich ist ein Transformator aber auch mit liegendem
amorphem Kern anordenbar. Unter Voraussetzung von ebenen Seitenflächen der Transformatorkernscheiben
erfolgt ein flächiger Wärmeübergang über die Seitenflächen des bandartigen amorphen
Bandmaterials auf das jeweils angrenzende Wärmeableitblech.
[0014] In einer weiteren Ausgestaltungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen amorphen Transformatorkerns
ist dieser durch das wenigstens eine zwischen den kongruent benachbarten Transformatorkernscheiben
angeordnete Wärmeableitblech mechanisch stabilisiert. Hierzu ist es erforderlich,
dass das Wärmeleitblech eine bestimmte Dicke, beispielsweise 1mm bis 15mm aufweist,
je nach Größe und Gewicht des amorphen Transformatorkerns. Übliche Wärmeableitbleche
können auch durchaus im Bereich einer Dicke von 0,5mm und darunter liegen. So ist
es beispielsweise möglich, ein senkrecht in einem Schenkelbereich angeordnetes Wärmeableitblech
im unteren Bereich mit einem quer verlaufenden Trägerblech zu versehen, so dass sich
eine T-Form ergibt. Dies würde beispielsweise ermöglichen, die jeweiligen angrenzenden
Transformatorkernscheiben von unten auf den so gebildeten Querbalken abzustützen.
Ebenso ist es aber ohne weiteres denkbar, ein derartiges Wärmeableitblech mit den
angrenzenden Seitenflächen der Transformatorkernscheiben zu verkleben und diese so
zu stabilisieren. Hierzu ist vorzugsweise ein Klebstoff mit einer hohen Wärmeleitfähigkeit
zu verwenden, beispielsweise mit einem Zusatz an Bornitrid, welches ein hervorragender
Wärmeleiter ist. Entsprechend einer weiteren Erfindungsvariante ist es auch vorgesehen,
im oberen Bereich des Wärmeableitbleches eine Haltevorrichtung vorzusehen, beispielsweise
eine Öse, mittels welcher der Transformator durch einen Kran oder eine ähnliche Hebevorrichtung
angehoben werden kann. Hierdurch wird die Handhabung des Transformatorkerns vereinfacht.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante sind mehrere zumindest abschnittsweise benachbart
angeordnete Wärmeableitbleche vorgesehen. Die Verwendung mehrerer Wärmeableitbleche
ermöglicht einerseits deren möglichst homogene Verteilung innerhalb des amorphen Transformatorkerns,
womit auch eine weiter homogenisierte Temperaturverteilung im Betrieb erreicht ist.
Vorzugsweise sind diese Bleche aber zu einem gemeinsamen Wärmetauschbereich oberhalb
des Transformatorkerns zu führen, wofür sich insbesondere bei Vorhandensein von mehreren
Transformatorkernscheiben der Bereich zwischen den Kernscheiben anbietet, der senkrecht
nach oben verläuft. Um einen möglichst kompakten Strang zu bilden, innerhalb dessen
die Wärmeableitbleche nach oben geführt sind, sind diese demgemäß parallel zueinander
zu führen.
[0016] Ein gemeinsamer Wärmetauschbereich ermöglicht nämlich gemäß einer weiteren Erfindungsvariante
insbesondere eine einfache forcierte Kühlung, beispielsweise mittels eines Gebläses
oder eines Wärmetauschers. In diesem Fall reicht ein einziges Gerät, um den einzigen
Wärmetauschbereich forciert zu kühlen.
[0017] Zur weiteren Steigerung der Wärmeabfuhr aus dem Inneren des amorphen Transformatorkerns
ist es vorgesehen, das wenigstens eine Wärmeableitblech überwiegend aus dem Metall
Kupfer oder Aluminium zu fertigen, welche sich durch eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit
auszeichnen und zudem noch eine genügend hohe mechanische Stabilität aufweisen.
[0018] Insbesondere für den Fall, dass zwischen einer Vielzahl einzelner Lagen des band-ähnlichen
amorphen Materials ein jeweiliges Wärmeableitblech vorgesehen ist, wird vorgeschlagen,
dieses folienartig, also besonders dünn auszuführen, beispielsweise mit einer Dicke
von 50µm. Hierdurch wird eine besonders homogene Wärmeableitung aus dem Inneren des
amorphen Transformatorkerns ermöglicht. Insoweit die folienartigen Wärmeleitbleche
mit einer elektrischen Isolationsschicht versehen sind, werden hierdurch in vorteilhafter
Weise eventuelle ― wenn auch ohnehin bereits marginale ― Wirbelstromverluste weiter
reduziert.
[0019] Eine nochmalige Steigerung der Wärmeableitung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht,
dass das wenigstens eine Wärmeableitblech in einem flächigen Kontaktflächenbereich
mit dem bandartigen amorphen Kernmaterial mit einer Wärmeleitpaste versehen ist oder
auch dadurch, dass wenigstens ein Wärmeableitblech in einem flächigen Kontaktflächenbereich
mit dem bandartigem amorphen Kernmaterial mittels eines vorzugsweise gut wärmeleitfähigen
Klebstoffes verbunden ist. In beiden Fällen wird der Wärmeübergang von der jeweiligen
Transformatorkernscheibe zum Wärmeableitblech in vorteilhafter Weise verbessert.
[0020] Auch die Integration wenigstens eines vertikal den Transformatorkern durchlaufenden
Kühlkanals, welcher vorzugsweise in einem schenkelähnlichen Bereich zwischen benachbarten
Transformatorkernscheiben integriert ist, sorgt durch den Durchfluss eines Kühlmediums,
beispielsweise Luft, in Kombination mit den Wärmeableitblechen für eine besonders
vorteilhafte Wärmeabfuhr.
[0021] Die zuvor genannten Vorteile der verbesserten Wärmeabfuhr aus dem Inneren des amorphen
Transformatorkerns erschließen sich auch und insbesondere für einen Transformator,
umfassend einen Transformatorkern nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wenigstens eine
hohlzylindrisch ausgeformte elektrische Wicklung mit einer Unter- und einer Oberspannungsseite,
wobei wenigstens ein schenkelähnlich ausgeprägter Bereich des amorphen Transformatorkerns
die wenigstens eine Wicklung im hohlzylindrischen Innenraum durchgreift und diese
zumindest teilweise in dem wenigstens einen Wickelfenster angeordnet ist. Durch den
elektrischen Betrieb der Wicklungen, beispielsweise mit einer primären Nennspannung
von 20kV, einer sekundären Nennspannung von 400V bei einer Netzfrequenz von 50Hz,
erfolgt im amorphen Transformatorkern aufgrund von Hystereseverlusten ein Wärmeeintrag,
welcher allerdings geringer ist bei einem vergleichbaren konventionellen Transformatorkern.
Diese Wärme kann dann in besonders effektiver Weise mit den erfindungsgemäßen Wärmeableitblechen
aus dem Inneren des Transformatorkerns geleitet werden, so dass sich eine niedrigere
und homogenere Kerntemperatur einstellt, welche letztendlich zu verbesserten magnetischen
Betriebseigenschaften des amorphen Kernmaterials führt.
[0022] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten sind den weiteren abhängigen Ansprüchen
zu entnehmen.
[0023] Anhand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung,
weitere Ausführungsformen und weitere Vorteile näher beschrieben werden.
[0024] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine exemplarische erste Transformatorkernscheibe in einer dreidimensionalen Ansicht,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch einen ersten exemplarischen amorphen Transformatorkern,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht auf einen zweiten exemplarischen Transformatorkern,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf einen dritten exemplarischen Transformatorkern mit Wicklungen
sowie
- Fig. 5
- eine exemplarische zweite Kernscheibe.
[0025] Fig. 1 zeigt eine exemplarische erste Transformatorkernscheibe 10 in einer dreidimensionalen
Ansicht. Eine Vielzahl an Lagen 12 aus einem bandartigem amorphen Kernmaterial sind
ist konzentrisch um zwei Wickelfenster 14 und 16 angeordnet. Abweichend zur Fig. sind
jedoch mehrere tausend solcher Lagen vorgesehen, welche jeweils eine Dicke im Bereich
von beispielsweise 0,05mm bis 0,1mm aufweisen. Die Abmessungen des Kerns können eine
Breite im Bereich von 1,5m bis 4m und eine Höhe von 1 m bis 2,5m und darüber aufweisen,
wobei dies selbstverständlich abhängig von der zu erzielenden Nennleistung eines entsprechenden
Transformators abhängt, welche durchaus auch 10MVA und höher betragen kann. Die Breite
18 der Transformatorkernscheibe hängt in Wesentlichen von der Breite des zur Verfügung
stehenden amorphen Bandmaterials ab und ist aufgrund der kommerziell erhältlichen
Bandbreiten und deren hoher mechanischer Empfindlichkeit auf beispielsweise 20cm begrenzt.
Die Kernscheibe 10 ist für einen dreiphasigen Transformator mit drei Wicklungen vorgesehen,
weshalb in diesem Fall aufgrund der zwei Wickelfenster 14, 16 drei schenkelähnliche
Bereiche ausgeprägt sind, welche zur Aufnahme der drei Wicklungen vorgesehen sind.
Abweichend von der Zeichnungen sind die Kanten der Transformatorkernscheibe nicht
scharfkantig, sie sind vielmehr als rund anzunehmen, beispielsweise mit einem inneren
Biegeradius von 1cm und einem äußeren Biegeradius, welche etwas höher als eine Schenlekbreite
ist. Diese Kernbauform bedingt es, dass letztendlich drei ringähnliche Strukturen
aus amorphen bandähnlichem Kernmaterial gebildet sind, nämlich je eine Ring um eines
der beiden Wickelfenster 14, 16 und ein dritter äußerer Ring, welcher die beiden inneren
Ringe umschließt. Die Stossstellen der jeweiligen Lagen sind im unteren Jochbereich
angedeutet, wo die Transformatorkernscheibe 10 auch geöffnet werden kann, um beispielsweise
darauf die Transformatorwicklungen darauf anzuordnen. Hierzu müsste die Kernscheibe
entsprechend der Fig. hängend angeordnet sein, wobei aber auch durchaus mechanische
Haltekonstruktionen denkbar sind, welche eine Öffnung der dann umgedrehten Transformatorkernscheibe
im dann oberen Jochbereich ermöglichen.
[0026] Fig. 2 zeigt einen Schnitt 20 durch ersten exemplarischen amorphen Transformatorkern
mit zwei kongruenten benachbart angeordneten Transformatorkernscheiben 32, 34. Diese
sind identisch aufgebaut und entsprechen in etwa der in der Fig. 1 gezeigten Transformatorkernscheibe,
es sind jedoch zwischen benachbarten Lagen 24 beziehungsweise zwischen mehrere Lagen
umfassenden Lagenpaketen mehrere Wärmeleitbleche 26 angeordnet. Durch die jeweils
planen Kontaktflächen ist ein guter Wärmeübergang von den Lagen 22, 24 des bandartigen
amorphen Kernmaterials auf die Wärmeableitbleche 26 gewährleistet. Dieser ist jedoch
bedarfsweise durch den Einsatz einer flächig verteilten Wärmeleitpaste steigerbar.
Die gleichmäßige Verteilung der Wärmeableitbleche 26 innerhalb der Transformatorkernscheiben
32, 34 ermöglicht eine homogenere Temperaturverteilung innerhalb des Transformatorkerns,
wenn dieser im Betrieb ist. Zwischen den Transformatorkernscheiben 32, 34 ist ein
kanalartiger Bereich ausgebildet, in welchen die seitlich aus den Transformatorkernscheiben
32, 34 austretenden Wärmeableitbleche 26 münden und nach oben hin abgewinkelt sind.
Am oberen Ende des kanalartigen Bereiches treten die Wärmeableitbleche aus dem Transformatorkern
aus und münden in einen Wärmetauschbereich 28. Dieser ist dazu vorgesehen, die Wärmeenergie
an die Umgebung abzugeben, beispielsweise mittels natürlicher Konvektion. Selbstverständlich
ist dieser Bereich auch forciert kühlbar, beispielsweise durch Belüftung, auch mit
ihrerseits bereits gekühlter Luft. Um diesen Effekt zu steigern, sind die Enden der
Wärmeableitbleche 30 kühlrippenähnlich aufgebogen. Ein zusätzlicher Kühleffekt tritt
durch den Kontakt der nach oben geführten Wärmeableitbleche mit den inneren Seitenflächen
der Transformatorkernscheiben 32, 34 auf, welcher wiederum durch den Einsatz einer
Wärmeleitpaste in eventuellen Hohlräumen verbessert werden kann. An den beiden Außenseiten
des zwei Transformatorkernscheiben 32, 34 aufweisenden Transformatorkerns sind jeweils
Seitenplatten 36, 38 vorgesehen. Diese dienen in diesem Beispiel primär der mechanischen
Stabilisierung des Transformatorkerns und sind beispielsweise zumindest bereichsweise
mit einer jeweiligen Seitenfläche einer Transformatorkernscheibe verklebt. Selbstverständlich
ist es aber möglich, deren natürliche Wärmeableitfunktionalität dadurch zu verstärken,
dass auch die Seitenplatten 36, 38 in einen außerhalb des eigentlichen Transformatorkerns
liegenden Wärmetauschbereich verlängert sind.
[0027] Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht 40 auf einen zweiten exemplarischen Transformatorkern.
Auch hier umfasst der Transformatorkern zwei kongruent benachbarte Transformatorkernscheiben
42, 44, wobei zwischen beiden ein kanalähnlicher Bereich ausgebildet ist. Quer durch
diesen Bereich und vorzugsweise zwischen zwei schenkelähnlich ausgeprägten Bereichen
der Transformatorkernscheiben 42, 44 sind parallel zueinander mehrere Wärmeableitbleche
46 vorgesehen, welche den Kanal zumindest im schenkelähnlichen Bereich komplett ausfüllen,
so dass ein guter Wärmeübergang von den betreffenden Bereichen der Seitenflächen der
Transformatorkernscheiben auf die plan angrenzenden Wärmeableitbleche 46 gewährleistet
ist. Dennoch ist es denkbar, den Wärmeübergang durch den Einsatz einer Wärmeleitpaste
zu verbessern. Ebenso ist es aber auch möglich, die Wärmeleitbleche 46 mechanisch
besonders stabil auszuführen, beispielsweise mit einer Dicke von 10mm, und diese bereichsweise
mit den Transformatorkernscheiben 42, 44 zu verkleben. Dies erhöht einerseits die
Stabilität der eigentlich materialbedingt labilen Transformatorkernscheiben 42, 44
und verbessert bei Einsatz eines Klebstoffes mit besonders hoher Wärmeleitfähigkeit
auch die Wärmeableitung. Ein solcher Klebstoff könnt beispielsweise auf einem Epoxidharz
basieren, welchem ein gut wärmeleitfähiger Füllstoff wie beispielsweise Bornitrid
beigemengt wurde. Zeichnungstechnisch bedingt ist nur ein senkrecht verlaufendes Paket
von Wärmeableitblechen 46 dargestellt, es ist jedoch davon auszugehen, dass für jeden
schenkelähnlichen Bereich ein separates Paket von Wärmeableitblechen 46 vorgesehen
ist. Die Wärmeableitbleche 46 münden im oberen und im unteren Transformatorkernbereich
in einen jeweiligen Wärmetauschbereich 50.
[0028] Fig. 4 zeigt eine Draufsicht 60 auf dritten exemplarischen Transformatorkern mit
Wicklungen. Dieser entspricht ― abgesehen von der geänderten Perspektive ― im Wesentlichen
dem in Fig. 3 gezeigten Transformatorkern. Der Transformatorkern umfasst zwei kongruent
benachbarte Transformatorkernscheiben 62, 64, zwischen welchen ein Spalt ausgebildet
ist. In den Jochbereichen sind in diesem Spalt paketartig Wärmeableitbleche 66, 68
angeordnet, welche in einen jeweiligen Wärmetauschbereich 74 münden. Innerhalb der
jeweiligen Schenkelbereiche sind jedoch zusätzliche Kühlkanäle 70 vorgesehen, welche
wiederum für eine verbesserte Wärmeableitung sorgen. Gerade hier ist es vorteilhaft,
wenn die Kühlkanäle forciert von einem Kühlmittel durchströmt werden. Die Konturen
von auf den jeweiligen Kernschenkeln befindlichen Wicklungen sind mit der Bezugsziffer
72 angedeutet. Selbstverständlich ist auch die Verwendung von drei, vier oder mehr
kongruent benachbarten Transformatorkernscheiben möglich.
[0029] Fig. 5 zeigt eine exemplarische zweite Transformatorkernscheibe 80 mit vier Wickelfenstern
82, 84, 86, 88 und konzentrisch darum angeordneten Lagen 92 aus bandähnlichem amorphem
Material. Es sind drei schenkelähnliche Bereiche 92 angedeutet, welche zur Aufnahme
einer jeweiligen Wicklung vorgesehen sind. Die beiden äußeren schenkelähnlichen Bereiche
sind für den magnetischen Rückschluss vorgesehen, so dass diese Form der Form eines
Fünfschenkelkerns ähnelt.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 10
- exemplarische erste Transformatorkernscheibe
- 12
- erste Lagen aus bandartigem amorphen Kernmaterial
- 14
- erstes Wickelfenster
- 16
- zweites Wickelfenster
- 18
- Breite der ersten Transformatorkernscheibe
- 20
- Schnitt durch ersten exemplarischen amorphen Transformatorkern
- 22
- zweite Lagen aus bandartigem amorphen Kernmaterial
- 24
- benachbarte Lagen aus bandartigem amorphen Kernmaterial
- 26
- erste Wärmeableitbleche
- 28
- erster Wärmetauschbereich
- 30
- Kühlrippenähnliche Enden von ersten Wärmeableitblechen
- 32
- erste Transformatorkernscheibe von erstem Transformatorkern
- 34
- zweite Transformatorkernscheibe von erstem Transformatorkern
- 36
- erste Seitenplatte von erstem Transformatorkern
- 38
- zweite Seitenplatte von erstem Transformatorkern
- 40
- Seitenansicht auf zweiten exemplarischen Transformatorkern
- 42
- erste Transformatorkernscheibe von zweitem Transformatorkern
- 44
- zweite Transformatorkernscheibe von zweitem Transformatorkern
- 46
- zweite Wärmeableitbleche
- 48
- zweiter Wärmetauschbereich
- 50
- dritter Wärmetauschbereich
- 60
- Draufsicht auf dritten exemplarischen Transformatorkern mit Wicklungen
- 62
- erste Transformatorkernscheibe von drittem Transformatorkern
- 64
- zweite Transformatorkernscheibe von drittem Transformatorkern
- 66
- abgewinkelte Enden von dritten Wärmeableitblechen
- 68
- drittes Wärmeableitblech
- 70
- Kühlkanäle
- 72
- Wicklungen
- 74
- vierter Wärmetauschbereich
- 80
- exemplarische zweite Kernscheibe
- 82
- drittes Wicklungsfenster
- 84
- viertes Wicklungsfenster
- 86
- fünftes Wicklungsfenster
- 88
- sechstes Wicklungsfenster
- 90
- dritte Lagen aus bandartigem amorphen Kernmaterial
- 92
- schenkelähnlich ausgeprägter Bereich
1. Amorpher Transformatorkern (20, 40, 60), umfassend wenigstens eine Transformatorkernscheibe
(10, 32, 34, 42, 44, 62, 64, 80) mit einer Vielzahl an konzentrisch um wenigstens
ein Wickelfenster (14, 16, 82, 84, 86, 88) angeordneten Lagen aus einem bandartigen
amorphen Kernmaterial (12, 22, 24, 90), dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) in das Innere des amorphen Transformatorkerns
(20, 40, 60) hineinreicht und dass dieses von dort in wenigstens einen Wärmetauschbereich
(28, 48, 50, 74) außerhalb des amorphen Transformatorkerns (20, 40, 60) geführt ist,
so dass eine verbesserte Ableitung von innerhalb des amorphen Transformatorkerns (20,
40, 60) anfallender Wärmeenergie ermöglicht ist.
2. Amorpher Transformatorkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) zumindest abschnittsweise
zwischen zwei benachbarten Lagen (24) des bandartigem amorphen Kernmaterials angeordnet
und an wenigstens einer Seitenfläche des amorphen Transformatorkerns (20, 40, 60)
aus diesem herausgeführt ist.
3. Amorpher Transformatorkern nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) an der wenigstens einen
Seitenfläche abgewinkelt ist.
4. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieser wenigstens zwei parallel und zumindest annährend kongruent benachbart zueinander
angeordnete Transformatorkernscheiben (32, 34; 42, 44; 62, 64) umfasst und dass wenigstens
ein Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) zumindest abschnittsweise zwischen den benachbarten
Transformatorkernscheiben (32, 34; 42, 44; 62, 64) angeordnet ist.
5. Amorpher Transformatorkern nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet dass dieser durch das wenigstens eine zwischen den kongruent benachbarten Transformatorkernscheiben
(32, 34; 42, 44; 62, 64) angeordnete Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) mechanisch
stabilisiert ist.
6. Amorpher Transformatorkern nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine zwischen den kongruent benachbarten Transformatorkernscheiben
(32, 34; 42, 44; 62, 64) angeordnete Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) in einem
Wärmetauschbereich (28, 48, 50, 74) eine Haltevorrichtung aufweist.
7. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere zumindest abschnittsweise benachbart angeordnete Wärmeableitbleche (26, 30,
46, 66, 68) vorgesehen sind.
8. Amorpher Transformatorkern nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Wärmeableitbleche (26, 30, 46, 66, 68) in einen gemeinsamen Wärmetauschbereich
(28, 48, 50, 74) geführt sind.
9. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) überwiegend aus Kupfer
oder Aluminium gefertigt ist.
10. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) folienartig ausgeführt ist.
11. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) in einem flächigen Kontaktflächenbereich
mit dem bandartigem amorphen Kernmaterial (12, 22, 24, 90) mit einer Wärmeleitpaste
versehen ist.
12. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Wärmeableitblech (26, 30, 46, 66, 68) in einem flächigen Kontaktflächenbereich
mit dem bandartigem amorphen Kernmaterial (12, 22, 24, 90) mittels eines Klebstoffes
verbunden ist.
13. Amorpher Transformatorkern nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Transformatorkernscheiben (32, 34; 42, 44; 62, 64) Kühlkanäle
(70) ausgebildet sind.
14. Amorpher Transformatorkern nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kühlvorrichtung zur forcierten Kühlung wenigstens eines Wärmetauschbereiches
(28, 48, 50, 74) vorgesehen ist.
15. Transformator, umfassend
• einen Transformatorkern (20, 40, 60) nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
• wenigstens eine hohlzylindrisch ausgeformte elektrische Wicklung (70) mit einer
Unter- und einer Oberspannungsseite, wobei wenigstens ein schenkelähnlich ausgeprägter
Bereich (92) des amorphen Transformatorkerns (20, 40, 60) die wenigstens eine Wicklung
(70) im hohlzylindrischen Innenraum durchgreift und diese zumindest teilweise in dem
wenigstens einen Wickelfenster (14, 16, 82, 84, 86, 88) angeordnet ist.