[0001] Die Erfindung betrifft eine Stützeinrichtung mit den Merkmalen im Oberbegriff der
Hauptansprüche.
[0002] In der Praxis sind Wandungskonstruktionen, insbesondere von Fassaden oder Dächern
von Gebäuden bekannt, bei denen die z.B. aus Glasplatten bestehenden Wandungselemente
an oder auf einem Grundträger angeordnet und mit einem außenseitigen z.B. klemmenden
Befestigungselement fixiert werden. Das Befestigungselement übergreift die Ränder
der Wandungselemente sowie den Spalt zwischen ihnen und ist selbst am Grundträger
befestigt. Bei einer solchen Wandungskonstruktion können an dem Befestigungselement
nur leichtgewichtige bzw. geringbelastete Bauteile befestigt werden. Ähnliche Probleme
können sich bei einem anderen Untergrund ergeben.
[0003] Die
DE 24 44 473 B1 zeigt eine Stützglocke zur Stabilisierung eines in einer Wand verankerten Schraubbolzens
gegen Querkräfte. Die Stützglocke liegt am Untergrund auf und wird am Schraubbolzen
direkt aufgeschraubt oder am Schraubbolzen aufgesteckt und mit einer Bolzenmutter
gehalten. Die Stützglocke besitzt ein den Bolzen koaxial umgebendes Tragrohr mit einem
Außengewinde zur Befestigung von Teilen einer Wandverkleidung. Zur Abstandsänderung
kann der zylinderische Teil des Stützglockenmantels mit angesteckten Verlängerungsringen
verlängert werden.
[0004] Die
DE 102 00 788 A1 offenbart eine Befestigungseinrichtung zum Anbringen von Halterungen an Außenseiten
eines Bauwerks, wobei in einen stirnseitigen Verankerungsdübel einer Betondecke eine
Gewindestange eingeschraubt ist, welche ein winkelförmiges Halteelement gegen einen
von einer Isolierung und einer vorgesehen Abmauerung gebildeten Untergrund presst.
[0005] Die aus der
DE 199 55 631 A1 bekannte Befestigungsvorrichtung für Bauteile an einem Wärmedämmverbundsystem besteht
aus einer durch die Wärmedämmung gesteckten und in einen wandseitigen Dübel eingeschraubten
Stockschraube, an deren außenseitigem Schraubschaft eine Befestigungskonsole aufgeschraubt
ist. Die Stockschraube wird mit einer aufgesetzten und an der Wärmedämmung aufliegenden
Tellerscheibe stabilisiert, wobei die Tellerscheibe sich mit Stützstiften an der Wand
abstützt und mit einer an der Stockschraube aufgeschraubten Mutter gegen die Dämmungsaußenseite
gepresst wird. Eine Abdeckkappe kann die Tellerscheibe schützend überdecken.
[0006] Die
DE 295 09 418 U1 und
DE 297 18 406 U1 zeigen jeweils justierbare Befestigungselemente für eine Glasscheibe oder einen Markisenträger,
die längenverstellbar sind und sich am Untergrund mit dortiger Anlage abstützen, wobei
sie mit einer Verschraubung am Untergrund gehalten und angepresst werden.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine auch für problematische Untergrundsituationen,
insbesondere für Wandungskonstruktionen von Gebäuden, geeignete Stützeinrichtung zur
Befestigung von Bauteilen aufzuzeigen.
[0008] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen im Hauptanspruch.
[0009] Die beanspruchte Stützeinrichtung hat den Vorteil, dass sie für eine sichere und
dauerhafte Befestigung auch von schwergewichtigen oder hochbelasteten Bauteilen an
einem Untergrund sorgen kann. Hierbei werden Schwächungen oder andere Beeinträchtigungen
des Untergrunds, insbesondere einer Wandungskonstruktion, vermieden. Von besonderem
Vorteil ist der Umstand, dass die Systemintegrität und die baurechtliche Zulassung
sowie die Gewährleistung einer Fassaden- oder Dachkonstruktion nicht verletzt werden.
Dies gilt insbesondere, wenn bei der Stützkonstruktion zugelassene Systemteile des
Herstellers der Wandungskonstruktion, insbesondere der Fassaden- oder Dachkonstruktion,
eingesetzt werden.
[0010] Ein bevorzugter Verwendungsbereich sind Wandungskonstruktionen von Gebäuden, insbesondere
aufrechte Fassaden oder schräge oder horizontale Dächer. Hierbei können z.B. Windleitwände
sicher abgestützt und befestigt werden, die z.B. Fensterelemente und Fensteröffnungen
schützen sollen und die bei Starkwind hohen Belastungen ausgesetzt sind. Auch Abschattungseinrichtungen
oder dgl. andere Gebäudeausstattungen lassen sich so zuverlässig befestigen.
[0011] Die Belastungen können am Untergrund zuverlässig abgestützt werden. Wandungselemente
werden dadurch nicht ungebührlich belastet oder beeinträchtigt. Die über die Stützeinrichtung
eingeleiteten Kräfte und Momente können verteilt und unter Meidung von lokalen Überlastungen
an einem Grundträger, aufgenommen und abgestützt werden. Eine Lastabtragung ist auch
an sehr schmalen Grundträgern und z.B. mit Zugang durch einen Spalt zwischen Wandungselementen
möglich. Die Kräfte und Momente können alternativ vollständig an Wandungselementen,
z.B. bei einer Ganzglasfassade oder bei einer Fassaden- oder Dachkonstruktion mit
einem Schalentragwerk oder einem Seiltragwerk abgetragen werden.
[0012] Außer dem bevorzugten und besonders geeigneten Einsatzbereich der Stützeinrichtung
bei Wandungskonstruktionen im Außen- und/oder Innenbereich, insbesondere Fassaden,
Dächern oder dgl. von Gebäuden sind andere Einsatzbereiche möglich. Der ggf. verkleidete
Untergrund kann in beliebiger Weise ausgebildet sein. Es kann sich auch um eine massive
Wand handeln.
[0013] Die parallele Wirkrichtung und die einander kreuzenden Ausrichtungen eines Ankerteils
und einer Spanneinrichtung der Stützeinrichtung haben den Vorteil, dass hierdurch
die quer zum Ankerteil wirkenden Momente zuverlässig abgestützt werden können, was
z.B. bei Windleitwänden besonders vorteilhaft ist. Alternativ oder zusätzlich können
auch längs des Ankerteils wirkende Momente mittels paralleler oder gleichachsiger
Ausrichtungen von Ankerteil und Spanneinrichtung aufgenommen werden. Derartige Momente
können z.B. bei schrägen Dächern durch das Eigengewicht von in Dachneigung verlaufenden
Windleitwänden entstehen.
[0014] In diesen Fällen ist es zur Momentenabstützung günstig, wenn die Spanneinrichtung
Druck- und Stützkräfte zwischen einem am Ankerteil befestigten Stützkörper und dem
Untergrund unmittelbar oder mittelbar über ein Druckelement entwickelt. Am Stützkörper
können über ein dortiges Anschlussmittel die Kräfte und Momente des Bauteils eingeleitet
werden. Der Abstand bzw. Höhenabstand des Stützkörpers vom Untergrund und vom Befestigungselement
kann eingestellt werden, z.B. über ein verstellbares Ankerteil und/oder eine verstellbare
Fixiereinrichtung. Ein evtl. erforderlicher seitlicher Abstand des Bauteils, insbesondere
einer Windleitwand, vom Ankerteil oder einem Grundträger, kann durch die Abmessungen,
insbesondere die seitliche Ausladung des Stützkörpers eingestellt werden.
[0015] Die beanspruchte Stützeinrichtung ist flexibel und kann auf unterschiedliche konstruktive
und maßliche Gegebenheiten des Untergrunds abgestimmt werden. Sie benötigt keinen
ebenen Untergrund und kann insbesondere Höhenunterschiede oder Stufen am Untergrund,
z.B. zwischen benachbarten Wandungselementen, ausgleichen. Die Stützeinrichtung kann
ferner unterschiedlichen Winkel- oder Schrägstellungen zum Untergrund einnehmen und
hierüber z.B. unterschiedliche Bauteilausrichtungen ermöglichen. Insbesondere kann
auch ein aus anderen Gründen gewünschter Höhen- und/oder Seitenabstand des Bauteils
vom Untergrund eingestellt werden.
[0016] Bei der beanspruchten Stützeinrichtung werden die Zug- und Druckkräfte über das Ankerteil
übertragen. Es kann hierfür eine geeignete Formgebung aufweisen und kann z.B. aus
zwei oder mehr Stehbolzen bestehen, die an die Aufnahme- und Befestigungsmöglichkeiten
des Untergrunds angepasst sind, indem sie z.B. Schraubzapfen zum Einschrauben in eine
Aufnahmenut oder dgl. eines Grundträgers aufweisen. Das Ankerteil bzw. die Stehbolzen
bieten eine ortsveränderliche und insbesondere abstandsveränderliche Fixiermöglichkeit
für einen Stützkörper. Hierüber kann der vorerwähnte Abstand eingestellt werden.
[0017] Die Spanneinrichtung überträgt zumindest teilweise die etwaig einwirkenden Momente
und kann sich hierfür direkt am Untergrund oder über das besagte Druckelement abstützen.
Eine druckseitige Abstützung hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Anbau- und Befestigungsmöglichkeiten
am Untergrund erforderlich sind. Das Druckelement verteilt die von der Spanneinrichtung
eingeleitete und ggf. punktuelle Last über eine größere Fläche und erlaubt eine schonende
Abstützung am Untergrund, insbesondere an dortigen Wandungselementen oder an einem
Befestigungselement.
[0018] Eine ggf. erforderliche Verstellung der Spanneinrichtung kann von außen über den
Stützkörper und z.B. die Drehung eines Gewindebolzens erfolgen. Im bevorzugten Ausführungsbeispiel
können zwei oder mehr Stehbolzen mit einem oder mehreren quer zu ihrer Hauptebene
beabstandeten Spannbolzen der Spanneinrichtung Mehrpunkt-Abstützungen zur sicheren
Momentenaufnahme bilden.
[0019] Die beanspruchte Stützeinrichtung hat den Vorteil, dass sie nur einen geringen Bau-
und Kostenaufwand erfordert und sich an unterschiedlichste Einsatzsituationen in unterschiedlich
verkleideten Untergründen anpassen lässt. Hierbei kann ein modularer Aufbau der einzelnen
Elemente der Stützeinrichtung vorhanden sein, wobei in der Art eines Baukastensystems
eine optimale Anpassung an bestimmte Einsatzbereiche erzielbar ist. Alternativ oder
zusätzlich können weitere Verstellmöglichkeiten, z.B. durch einen mehrteiligen und
in seinen Abmessungen veränderbaren Stützkörper gegeben ein.
[0020] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
[0021] Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielhaft und schematisch dargestellt. Im
Einzelnen zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische perspektivische Ansicht einer Dachkonstruktion mit Dachelementen,
Windleitwänden und einer Stützeinrichtung,
- Figur 2:
- eine abgebrochene und vergrößerte Querschnittsdarstellung einer Stützeinrichtung,
- Figur 3:
- eine Draufsicht auf die Stützeinrichtung gemäß Pfeil III von Figur 2,
- Figur 4 bis 6:
- einen Stützkörper in verschiedenen geklappten Ansichten,
- Figur 7 und 8:
- ein Druckelement in Draufsicht und geklappter Seitenansicht,
- Figur 9:
- einen Spannbolzen in teilweise geschnittener Ansicht,
- Figur 10:
- einen Stehbolzen in Seitenansicht,
- Figur 11 bis 13:
- verschiedene Varianten eines Befestigungselements in Verbindung mit einer Stützeinrichtung,
- Figur 14 bis 17:
- einen Aufbau und eine Montage der mehrteiligen Stützeinrichtung in mehreren Schritten,
- Figur 18 bis 20:
- eine Variante einer Windleitwand und einer Stützeinrichtung mit mehrseitiger Momemtenabstützung
in verschiedenen Ansichten,
- Figur 21:
- eine Variante der Stützeinrichtung mit Schrägstellung und mit einem anderen Druckelement
und
- Figur 22:
- eine Variante der Stützeinrichtung für eine Ganzglasfassade.
[0022] Die Erfindung betrifft eine Stützeinrichtung (1) zur Befestigung von einem oder mehreren
Bauteilen (2) an einem Untergrund (3), z.B. an einer Wandungskonstruktion (3), insbesondere
einer Fassaden- oder Dachkonstruktion, eines Gebäudes. Die Erfindung betrifft ferner
ein Stützverfahren und auch ein Bauteil (2) mit einer Stützeinrichtung (1) sowie einen
mit einer Stützeinrichtung (1) und ggf. einem Bauteil (2) versehenen Untergrund (3),
insbesondere eine Wandungskonstruktion, bevorzugt eine Fassaden- oder Dachkonstruktion.
[0023] Figur 1 zeigt in einer schematischen perspektivischen Ansicht einen Untergrund (3)
mit einer Stützeinrichtung (1) zur Befestigung von ein oder mehreren Bauteilen (2)
am Untergrund (3). Der Untergrund (3) ist hier als Wandungskonstruktion, insbesondere
als schräge Dachkonstruktion eines Gebäudes ausgebildet und dargestellt. Die Dachkonstruktion
weist z.B. ein oder mehrere ausstellbare Fenster (38) auf. Das einfach oder mehrfach
vorhandene Bauteil (2) ist beispielsweise als Windleitwand ausgebildet und schützend
an zwei oder drei Seiten neben dem geöffneten Fenster angeordnet. Figur 2 und 3 zeigen
diese Stützanordnung in einem abgebrochenen Querschnitt und in einer Draufsicht entlang
der Dachfläche.
[0024] Die Wandungskonstruktion (3) weist einen oder mehrere Grundträger (4) auf, die z.B.
als Hohlprofile aus Metall, insbesondere Strangpressprofile oder dgl. aus Leichtmetall,
ausgebildet sind. Der oder die Grundträger (4) können an einer Gebäudewand oder an
einer anderen Tragkonstruktion (nicht dargestellt) in geeigneter Weise befestigt sein.
Sie können z.B. Bestandteil eines Tragskeletts sein. Die Wandungskonstruktion weist
ferner mehrere durch Spalte (36) beabstandeten Wandungselemente (5) auf, die in geeigneter
Weise randseitig an Grundträgern (4) befestigt sind, z.B. durch Klemmen. Figur 2 und
3 verdeutlichen hierzu ein Ausführungsbeispiel mit plattenartigen Wandungselementen
(5), die z.B. aus Glas bestehen und am Grundträger (4) aufliegen und abgestützt sind,
wobei sie in ihrer Position durch ein Befestigungselement (6) z.B. klemmend gehalten
werden, welches seinerseits mit einem Fixiermittel, z.B. Schrauben, am Grundträger
(4) befestigt ist. Zwischen dem Befestigungselement (6) und den Wandungselementen
(5) können Dichtungen (7) angeordnet sein.
[0025] Das Befestigungselement (6) kann als beliebig geformtes Klemmprofil ausgebildet sein.
Es kann sich hierbei um ein Hohlkammerprofil oder um ein plattenartiges Profil handeln.
Das Befestigungselement (6) kann aus beliebig geeigneten Werkstoffen, insbesondere
Metall, vorzugsweise Leichtmetall, bestehen. Das außenseitige Befestigungselement
(6) kann den Spalt (36) zwischen den Wandungselementen (5) und den darunter liegenden
Bereich des Grundträgers (4) überbrücken und dicht verschließen.
[0026] Das Befestigungselement (6) kann zur Aufnahme und Ableitung von Kräften und Momenten
benutzt werden, die über das Bauteil (2) auf die Stützeinrichtung (1) eingeleitet
werden und kann hierfür eine entsprechend geeignete Formgebung aufweisen. Figur 11
bis 13, 18 und 21 zeigen verschiedene Varianten in der Profilgestaltung eines Befestigungselements
(6). Das Befestigungselement (6) kann einteilig oder mehrteilig ausgeführt sein. Es
kann gemäß Figur 21 auch von einer Abdeckung (41) außenseitig umgeben sein.
[0027] Das Bauteil (2) kann von beliebiger Art und Größe sein. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
handelt es sich um eine plattenartige Windleitwand aus Glas, Metall, Kunststoff oder
dgl., welche an einer oder mehreren Stützeinrichtung(en) (1) aufgenommen und befestigt
wird. Alternativ kann das Bauteil (2) eine beliebige andere Ausgestaltung und Funktion
haben. Es kann einfach oder mehrfach vorhanden sein. Es kann auch mehrteilig ausgebildet
sein.
[0028] Die in Figur 2 und 3 in ihrem Gesamtaufbau und in ihrer Funktion sowie in Figur 4
bis 10 mit ihren einzelnen Bestandteilen näher dargestellte Stützeinrichtung (1) dient
zur Befestigung eines oder mehrerer Bauteile (2) am Untergrund (3). Sie weist hierzu
ein am Untergrund (3) befestigbares Ankerteil (8), einen Stützkörper (9) mit einem
Anschlussmittel (22) für ein Bauteil (2), eine Spanneinrichtung (11) und ggf. ein
Druckelement (10) auf. Der Stützkörper (9) kann hierfür am Ankerteil (8) mit Abstand
vom Untergrund (3) fixiert werden. Ferner kann der Stützkörper (9) mit der Spanneinrichtung
(11) gegen den Untergrund (3) direkt oder gegen das am Untergrund (3) abstützbare
Druckelement (10) verspannt werden. Das Ankerteil (8) und die Spanneinrichtung (11)
können dabei parallele axiale Wirkrichtungen und einander kreuzende Ausrichtungen
aufweisen. Sie können auch parallele Ausrichtungen haben.
[0029] Die konstruktive Ausbildung der Stützeinrichtung (1) und ihrer Bestandteile kann
variieren. Nachfolgend werden mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele beschrieben.
[0030] Das Druckelement (10) liegt gemäß Figur 2 und 3 auf dem Befestigungselement (6) oder
an einem anderen geeigneten Teil des Untergrunds (3), hier der Wandungskonstruktion,
auf. Das in Figur 7 und 8 dargestellte Druckelement (10) ist z.B. plattenförmig oder
brückenförmig ausgebildet und weist eine Durchgangsöffnung (32) für das Ankerteil
(8) auf. Am formstabilen Druckelement (10) stützt sich die Spanneinrichtung (11) ab,
wobei die hier einwirkenden Druckkräfte vom Druckelement (10) mit breiter Basis über
das Befestigungselement (6) auf die Wandungskonstruktion (3) hier geleitet und abgetragen
werden.
[0031] Das Ankerteil (8) ist in Anbaustellung im Spalt (36) zwischen den Rändern der Wandungselemente
(5) angeordnet und am Untergrund (3) befestigt. Es ragt dabei durch den besagten Spalt
(36), das Befestigungselement (6) und das Druckelement (10) nach außen und steht z.B.
senkrecht von der Fassaden- oder Untergrundoberfläche ab. Das Befestigungselement
(6) hat hierzu ebenfalls eine geeignete Durchgangsöffnung.
[0032] Das Ankerteil (8) weist im gezeigten Ausführungsbeispiel zwei Stehbolzen (13) auf,
die parallel ausgerichtet und nebeneinander am verkleideten Untergrund (3) befestigt
werden, z.B. am Grundträger (4). Eine konstruktive Ausführungsform eines Stehbolzens
(13) ist in Figur 10 dargestellt.
[0033] In Abwandlung des gezeigten Ausführungsbeispiels kann die Zahl der Stehbolzen (13)
größer als zwei sein und z.B. drei, vier oder mehr betragen. In weiterer Abwandlung
kann für gewisse Ausführungsbeispiele, z.B. kleinere Lasten und Bauteile (2), ein
einzelner Stehbolzen (13) genügen. Ferner ist es möglich, ein Ankerteil (8) platten-
oder stegartig auszubilden. Es kann daneben auch eine beliebige andere Formgebung
haben.
[0034] Entsprechend der Form und Ausbildung des Ankerteils (8) ändert sich auch die vorgenannte
Durchgangsöffnung (32) im Druckelement (10) in ihrer Ausbildung und Größe. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel sind jeweils zwei kreisrunde Durchgangsbohrungen vorhanden.
[0035] Das Befestigungselement (6) kann seinerseits eine Durchgangsöffnung (nicht dargestellt)
für das Ankerteil (8) haben. Diese kann z.B. als einzelnes Langloch, als mehrere kreisrunde
oder prismatische Durchgangsbohrungen für Stehbolzen (13) oder dgl. ausgebildet sein.
[0036] Das Druckelement (10) kann über geeignete Befestigungsmittel (33) am Befestigungselement
(6) oder an anderer Stelle, z.B. am Untergrund (3) bzw. am Grundträger (4), befestigt
werden.
[0037] Der in Figur 10 beispielhaft gezeigte Stehbolzen (13) hat eine lang gestreckte und
im wesentlichen zylindrische Formgebung. Er besitzt am einen Ende ein geeignetes Befestigungselement
(14) zur Befestigung am Untergrund (3) bzw. am Grundträger (4). Im gezeigten Ausführungsbeispiel
ist das Befestigungselement (14) als Schraubzapfen ausgebildet. Dieser kann z.B. in
einer mit Längsrippen versehenen Nut des Grundträgers (4) eingeschraubt werden, wie
dies Figur 18 und 22 beispielhaft zeigen. Das Befestigungselement (14) kann gegenüber
dem anschließenden Schaftbereich des Stehbolzens (13) verjüngt sein, sodass sich an
der stufenartigen Übergangsstelle eine Anlageschulter ergibt, die auf den angrenzenden
Nutenwänden des Grundträgers (4) aufliegt.
[0038] Der Stehbolzen (13) kann an einer genügend weit distanzierten und außerhalb des Untergrunds
(3) liegenden Stelle ein Drehelement (15) aufweisen, welches eine zum Schrauben oder
anderweitigen Befestigen des Stehbolzens (13) erforderliche oder nützliche Drehbewegungen
erlaubt. Das Drehelement (15) kann z.B. als mutterartiger Ansatz mit mehreren, z.B.
sechs Schlüsselflächen oder um einfachen Ansatz mit zwei parallelen Schlüsselflächen
ausgebildet sein. Es kann sich auch um eine Durchgangsbohrung für einen Drehschlüssel
handeln. Am Drehelement (15) kann ein geeignetes Drehwerkzeug zum Befestigen und ggf.
Verstellen des Stehbolzens (13) angesetzt werden.
[0039] Die Durchgangsöffnung (32) kann an die Abmessungen des Drehelements (15) angepasst
sein und dieses in Montagestellung schützend umgeben. Die Höhenlage des Drehelements
(15) am Stehbolzen (13) kann hierauf abgestimmt sein.
[0040] Am anderen Bolzenende befindet sich ein Gewindeschaft (16). Er kann Bestandteil oder
Element einer Fixiereinrichtung (12) sein, mit der ein in Figur 4 bis 6 beispielhaft
dargestellter Stützkörper (9) am Ankerteil (8) bzw. an den Stehbolzen (13) befestigt
wird. Die Fixiereinrichtung (12) kann hierbei eine stufenlose oder abgestufte Verstellmöglichkeit
in Axialrichtung des Stehbolzens (13) bzw. des Ankerteils (8) bieten.
[0041] Die Fixiereinrichtung (12) kann z.B. als Verschraubung ausgebildet sein und ein Gewinde
am Ankerteil (8), z.B. den vorgenannten Gewindeschaft (16), und eine oder mehrere
Kontermuttern (17,18) aufweisen. Diese können ggf. mit einer oder mehreren Scheiben
(19) ergänzt werden. In der gezeigten Ausführungsform wird z.B. der Stützkörper (9)
zwischen zwei Kontermuttern (17, 18) eingespannt, wobei die Spannstelle und ihr Abstand
vom verkleideten Untergrund (3) durch Mutterdrehung verändert und eingestellt werden
kann.
[0042] Alternativ kann die Fixiereinrichtung (12) in beliebig anderer Weise ausgebildet
sein und kann insbesondere einen Verstellraster aufweisen. Eine mögliche Variante
sind quer eingesteckte Zapfen an einem Ankerteil (8) als Gegenhalt für einen mittels
einer Spanneinrichtung (11) angepressten Stützkörper (9).
[0043] Der Stützkörper (9) ist z.B. gemäß Figur 4 bis 6, 18 und 19 platten- oder profilartig
ausgebildet und weist eine Durchgangsöffnung (23,24) für das Ankerteil (8) auf. Diese
kann z.B. für die ein, zwei oder mehr Stehbolzen (13) als entsprechende Durchgangsbohrung
gestaltet sein.
[0044] Wie die Draufsicht von Figur 4 und die geklappte Ansicht von Figur 5 zeigen, kann
ein stufenartiger Stützkörper (9) ein erhabenes und verdicktes Mittelteil (20) und
zwei beidseits anschließende dünnere Seitenteile (21) aufweisen, die z.B. an der Unterseite
fluchten. Die Durchgangsbohrungen (23,24) befinden sich in den Seitenteilen (21).
Der Stützkörper (9) weist ein Anschlussmittel (22) zur Befestigung des Bauteils (2)
auf. Das Anschlussmittel (22) kann z.B. durch zwei oder mehr Gewindebohrungen (22)
in der Stirnseite des Mittelteils (20) gebildet werden, wobei sich die Bohrungsachsen
z.B. parallel zur Hauptebene des Stützkörpers (9) erstrecken.
[0045] Der Stützkörper (9) kann ferner eine Angriffstellen (25,26) für die Spanneinrichtung
(11) aufweisen, wobei die Angriffstelle (25,26) ggf. mehrfach vorhanden sein kann.
In der gezeigten Ausführungsform ist die einzelne Angriffstelle (25,26) als Schrauböffnung
(27) mit einem Innengewinde ausgebildet, welches einen schraubbaren Spannbolzen (28)
in der Spanneinrichtung (11) aufnehmen kann. Alternativ sind andere Ausgestaltungen
möglich.
[0046] Die Spanneinrichtung (11) besitzt einen oder mehrere, insbesondere zwei, Spannbolzen
(28), die in Figur 9 näher dargestellt sind. Sie weisen jeweils einen Stützzapfen
(29) mit einem abgeflachten und ggf. konisch verjüngten vorderen Ende und einem rückwärtigen
Zapfenende mit einer Sackbohrung auf. Hier ist ein Gewindebolzen (30) eingesteckt
und ggf. gehalten, z.B. durch Klemmschluss mittels einer Quetschpassung, durch Stoffschluss
mittels Klebstoff oder auf andere Art. Der Gewindebolzen (30) wird in die Schrauböffnung
(27) am Stützkörper (9) eingeschraubt. Hierbei kann der Gewindebolzen (30) bzw. der
hiervon mitgebildete Spannbolzen (28) von der Außenseite des Stützkörpers (9) her
zugänglich sein und verstellt werden. Der Gewinde- oder Spannbolzen (28,30) kann hierfür
einen Schraubschlitz oder dgl. Mitnahmeelement am Kopfende aufweisen. Der nach oben
aus dem Stützkörper (9) ragende Gewindebolzen (30) kann mit Kontermuttern und Scheiben
gekontert und gegen den Stützkörper (9) drehfest verspannt sein.
[0047] Je nach Drehrichtung des Gewindebolzens (30) in der Schrauböffnung (27) wird der
Stützzapfen (29) vom Stützkörper (9) entfernt oder an diesen angenähert, wobei sich
die Länge des Spannbolzens (28) entsprechend ändert.
[0048] Wie Figur 3 und 4 verdeutlichten, haben das Ankerteil (8), insbesondere die Stehbolzen
(13) und die Spanneinrichtung (11), parallele, insbesondere axiale Wirkrichtungen.
Dabei können sie außerdem einander kreuzende Ausrichtungen haben. Z.B. sind die Stehzapfen
(13) in einer Reihe entlang des Grundträgers (4) ausgerichtet, wobei die Abstützstellen
oder Angriffstellen (25) der Spanneinrichtung (11) quer dazu ausgerichtet sind. Z.B.
sind dabei zwei Spannbolzen (28) gemäß Figur 2 beidseits der von den Stehbolzen (13)
aufgespannten Hauptebene und mit Abstand dazu angeordnet. Die zwischen den Stehbolzen
(13) und den Angriffstellen (25) gezogenen Verbindungslinien kreuzen sich rechtwinklig,
wie dies in Figur 4 dargestellt ist.
[0049] Die am unteren Ende verjüngten Stützzapfen (29) können direkt am Druckelement (10)
aufliegen. Sie können alternativ an Führungselementen (31) anliegen, die z.B. als
zentrierende flache Scheiben mit einer Aufnahmeöffnung für das verjüngte Bolzenende
ausgebildet sind, wobei die Öffnungsränder an der schrägen Fase am Bolzenende anliegen.
[0050] Die expandierten Schraubbolzen (28) der Spanneinrichtung (11) entwickeln Druckkräfte
und Spannen den Stützkörper (9) gegen das Druckelement (10) und gegen das Ankerteil
(8) mit der Fixiereinrichtung (12). Beim Anspannen der Spanneinrichtung (11) wird
zumindest Spielfreiheit in der Abstützung zwischen Druckelement (10) bzw. Untergrund
(39 und Stützkörper (9) hergestellt. Das Ankerteil (8) bzw. seine Stehbolzen (13)
übertragen die vom Bauteil (2) eingeleiteten Druck- und Zugkräfte in Bolzenlängsrichtung
bzw. quer zur Wandungs- oder Untergrundoberfläche. Etwaige eingeleitete Momente werden
über den oder die versetzt zum Ankerteil (8) und zu diesem beabstandeten Spannbolzen
(28) aufgenommen und als Druckkraft auf das Druckelement (10) übertragen sowie von
diesem breitflächig am Untergrund (3) bzw. am Befestigungselement (6) abgestützt.
[0051] Wenn ein Moment immer nur in einer Richtung und um die Verbindungslinie zwischen
den Stehbolzen (13) bzw. um die entsprechende Achse des Ankerteils (8) wirkt, kann
ein einzelner Spannbolzen (28) genügen. Bei entgegengesetzt wirkenden Momenten der
besagten Art sind entsprechend des Ausführungsbeispiels zwei Spannbolzen (28) beidseits
des Ankerteils (8) vorgesehen. Die Spannbolzenzahl kann auch noch höher sein. Die
Spanneinrichtung (11) hat dabei auch den Vorteil, dass sie das Ankerteil (8) und insbesondere
die Stehbolzen (13) von Biegebelastungen entlasten kann.
[0052] Das Bauteil (2) kann direkt am Stützkörper (9) mittelbar über einen Träger (34) und
ggf. eine Dichtung (35) angeschlossen und befestigt werden. Figur 2 und 3 zeigen eine
solche Anordnung mit einem als hohles Kastenprofil ausgebildeten Träger (34), der
mit seiner Wandung am Stützkörper (9) anliegt und verschraubt ist. Das am unteren
Bereich abgekantete Windleitblech (2) ist an der Kastenaußenseite angeschraubt, wobei
an der Schraubstelle ggf. eine Dichtung (35) eingelegt ist. Die Abkantung umschließt
den Träger (34) an der Unterseite. Alterantiv sind andere Arten und Ausbildungen von
Bauteilen (2) und auch Befestigungstechniken an der Stützeinrichtung (1) möglich.
[0053] Figur 14 bis 17 verdeutlichen in mehreren Schritten und jeweils in Draufsicht und
Stirnansicht die Montage der Stützeinrichtung (1) und des Bauteils (2).
[0054] Beim ersten Schritt von Figur 14 werden zunächst die Durchgangsöffnungen im Befestigungselement
(6) eingebracht und das Ankerteil (8) bzw. der oder die Stehbolzen (13) am Untergrund
(3) bzw. Grundträger (4) fixiert. Anschließend wird das Druckelement (10) aufgesetzt
und am Befestigungselement (6) befestigt, insbesondere angeschraubt. Das Drehelement
(15) kann dabei schützend vom Druckelement (10) umgeben sein.
[0055] In der Folge von Figur 15 wird die erste Kontermutter (17) mit einer Scheibe (19)
am Ankerteil (8) bzw. dem oder den Stehbolzen (13) befestigt. Ferner werden die Scheibe(n)
(31) am Druckelement (10) zur Bildung der unteren Angriffstelle (25,26) angelegt.
[0056] Figur 16 verdeutlicht die Folgeschritte mit dem Aufsetzen und Fixieren des Stützkörpers
(9) auf dem Ankerteil (8) bzw. den Stehbolzen (13) mit den zweiten Kontermuttern (18)
und die Einbringung der Spannbolzen (28) sowie deren Einstellung über eine Schraubbewegung
der Gewindebolzen (30). Die Stützeinrichtung (1) wird hierdurch fertig eingestellt
und verspannt.
[0057] Im letzten Schritt von Figur 17 wird das Bauteil (2), ggf. unter Einlage des Trägers
(34), am Stützkörper (9) befestigt. Das Bauteil (2) kann dabei an mehreren der beschriebenen
Stützeinrichtungen (1) befestigt werden.
[0058] Figur 18 und 19 zeigen eine Variante der Stützeinrichtung (1) und der Windleitwand
(2) im Bereich eines nach außen sich öffnenden Fensters (38). Die Wandungskonstruktion
(3) kann eine schräge oder horizontale Dachkonstruktion wie in Figur 1 oder eine vertikale
Fassadenkonstruktion sein. Die quer von der Wandfläche abstehende Windleitwand (2)
kann gegenüber dem Fenster (38) seitlich versetzt angeordnet sein, wobei der Seitenabstand
über die wählbare Größe des Stützkörpers (9) einstellbar sein kann. In der gezeigten
Ausführung besteht die Windleitwand (2) aus einer Glasplatte, die am oberen und unteren
Längsrand in Klemmbacken des Trägers (34) geführt und gehalten ist, welcher seinerseits
an einem hier im Querschnitt winkelförmigen Stützkörper (9) befestigt ist. Alternativ
zu den Klemmbacken sind Tellerhalter möglich. Am unteren Rand der Windleitwand (2)
kann eine Blechschürze angeklemmt sein und nach unten zum Schutz von dem Befestigungs-
und Druckelement (6,10) ragen. Am Grundkörper (4) sind in diesem Ausführungsbeispiel
an einer Seite ein Wandungselement (5), z.B. eine Dach- oder Fassadenplatte aus Glas,
Kunststoff oder dgl. und an der anderen Seite der Fensterrahmen (39) mittels Dichtungen
aufgelegt und über das Befestigungselement (6) fixiert, welches dabei wieder den Spalt
(36) dichtend überbrückt.
[0059] Der Fensterflügel (40) ist über ein Gelenk am Fensterrahmen (39) angelenkt.
[0060] Figur 18 und 19 zeigen in der geschnittenen Seitenansicht und in der Draufsicht eine
Stützeinrichtung (1) für eine Windleitwand (2), die sich in einer Schräglage oder
Vertikallage erstreckt und die durch ihr Eigengewicht oder aus anderen Gründen Momente
durch eine quer zum Ankerteil (8) bzw. zur Stehbolzenreihe ausgerichtete Achse ausüben
kann. Bei einer solchen Ausführung kann die Spanneinrichtung (11) diese Momente zusätzlich
aufnehmen und besitzt dafür eine oder mehrere, z.B. gemäß Figur 19 zwei Aufnahmestellen
(26) für weitere Spannbolzen (28).
[0061] Die Aufnahmestellen (26) sind fluchtend in der Stehbolzenreihe angeordnet. Sie können
auch seitlich versetzt und parallel zur Stehbolzenreihe bzw. zur Erstreckungsrichtung
des Ankerteils (8) angeordnet sein. Die Spannbolzen (28) können die gleiche Ausbildung
wie in den vorherigen Ausführungsbeispielen haben. In der gezeigten Ausführungsform
sind vier im Kreuz angeordnete Spannbolzen (28) und Aufnahmestellen (25,26) vorgesehen.
Daneben sind beliebige andere Konfigurationen, z.B. im Dreieck oder Viereck angeordnete
Spannbolzen (28) und Aufnahmestellen (25,26) möglich.
[0062] Figur 20 zeigt eine Außenansicht einer Windleitwand (2) gemäß Pfeil XX von Figur
18, die z.B. oberhalb eines Dachflächenfensters angeordnet ist und die von zwei Trägern
(34) mit Klemmplatten randseitig gehalten und zusätzlich mit einer Schürze an der
Unterseite versehen ist. Die restlichen Teile der Stützeinrichtungen (1) sind in dieser
Zeichnung nicht dargestellt.
[0063] Figur 21 zeigt eine Stützeinrichtung (1) in einer Ausführung zum Ausgleich von Höhenunterschieden
der Wandungselemente (5), wobei außerdem eine verdeckte und abgedichtete Abstützung
dargestellt ist. Die Spanneinrichtung (11) gleicht die Höhenunterschiede durch ihre
Spannbolzen (28) aus, wobei der Stützkörper (9) seine parallele Ausrichtung zur Hauptebene
des Untergrunds (3), hier z.B. einer Wandungskonstruktion, behalten kann und eine
entsprechende Ausrichtung des hier nicht dargestellten Bauteils (2) ermöglicht.
[0064] Durch den Höhenunterschied der Wandelemente (5) bildet sich eine Stufe aus, die vom
Befestigungselement mit seinen Dichtungen (7) durch Schräglage unter Abdichtung des
Spaltes (36) überbrückt wird. Auf dem Befestigungselement (6) ist hier eine haubenförmige
Abdeckung (40) angeordnet, die an der Oberseite Durchlassöffnungen für die Spannbolzen
(28) aufweist. Das Druckelement (10) ist in dieser Variante innerhalb der Abdeckung
(41) angeordnet und liegt auf dem Befestigungselement (6) an. Mit seiner brückenartigen
Ausbildung kann es weitere Einlageelemente übergreifen.
[0065] Die Spannbolzen (28) bestehen in dieser Ausführungsform aus den vorgenannten Gewindebolzen
(30) und aus Stützzapfen (29). Die Stützzapfen (29) sind in dieser Variante in hutförmigen
Druckstücken (42) eingesteckt, welche am oberen Ende eine Druckfläche zur Anlage der
Gewindebolzen (30) und am unteren Ende einen ringförmigen Bund aufweisen, der gegen
ein Dichtelement (43) drückt. Die Dichtelemente (43) sind z.B. als Quetschhülsen ausgebildet
und umgeben den Stützzapfen (29). Sie ragen mit den Stützzapfen (29) durch die vorgenannten
Dachöffnungen in der Abdeckung (41). Die besagte Schräglage des Klemmelements (6)
und des Druckelements (10) wird durch die unterschiedliche Einschraubtiefe der Schraubbolzen
(30) in den Schrauböffnungen (27) ausgeglichen. Beim Anziehen und Spannen der Spanneinrichtung
(11) werden die Druckstücke (42) auf mit axialem Bewegungsspiel eingesteckten Stützzapfen
(29) gedrückt, wobei sie die Quetschhülsen (43) deformieren, die sich dadurch dichtend
an die Ränder der Dachöffnungen der Abdeckung (41) legen.
[0066] Bei der in Figur 21 gezeigten Ausführungsform behält das Ankerteil (8) bzw. der Stehbolzen
(13) seine aufrechte und quer zur Hauptebene des Untergrunds (3) gerichtete Erstreckung.
Der Stützkörper (9) ist in der vorbeschriebenen Weise am Ankerteil (8) befestigt und
ausgerichtet. Alternativ oder zusätzlich zu den gezeigten beidseitigen und quer zum
Ankerteil (8) ausgerichteten Angriffsstellen (25) können weitere Angriffsstellen (26)
der vorbeschriebenen Art zur Abstützung weiterer Momente und Lasten vorgesehen sein.
[0067] Statt der Quetschhülsen (38) kann eine beliebige andere Art von Abdichtung im Bereich
der Spanneinrichtung (11) eingesetzt werden. Eine solche beliebig ausgebildete Art
von Abdichtung kann auch an den Durchgangsöffnungen (23,24) am Befestigungselement
(6) und/oder am Druckelement vorhanden sein.
[0068] Die Stufen- oder Schräglagenkompensation von Figur 21 kann auch ohne Abdeckung (41)
und in Verbindung mit beliebig anderen Befestigungselementen (6) eingesetzt werden.
[0069] In den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen von Figur 2 bis 21 sind Wandungs- oder
Fassadenkonstruktionen (3) mit sichtbarer Verschraubung und mit außenliegenden Befestigungselementen
(6), insbesondere Klemmprofilen, für die Wandungselemente (5) dargestellt. Figur 22
zeigt hierzu eine weitere Variante, die z.B. bei Ganzglasfassaden eingesetzt wird.
Der Untergrund bzw. die Wandungskonstruktion (3) weist hier wieder mehrere Grundträger
(4) auf, an denen außenseitig Wandungselemente (5) aufliegen und befestigt sind. Die
Wandungselemente (5) bestehen bei einer Ganzglasfassade z.B. aus parallelen Platten
aus Glas oder anderen Materialien und werden durch einen Distanzhalter (44) fixiert,
der mit Querarmen beidseits zwischen die Einzelplatten greift und dort mit Klebstoff
oder dgl. befestigt ist und der andererseits in geeigneter Weise am Nutenprofil des
Grundträgers (4) fixiert ist. Der außenliegende Spalt (36) zwischen den Wandungselementen
(5) wird in diesem Fall von einer Spaltdichtung (37), z.B. einem Silikonband, ausgefüllt.
Das Ankerteil (8), z.B. die zwei oder mehr Stehbolzen (13), sind bei einer solchen
Ganzglasfassade durch die Spaltdichtung (37) gesteckt und wiederum mit dem Grundkörper
(4) verbunden, z.B. mit dem Schraubzapfen (14) eingeschraubt. Das Druckelement (10)
kann in dieser Ausführung die Riegel mittels einer schonenden Unterlage (45) aus EPDM
oder dgl., aufliegen und die von der Spanneinrichtung (11) zur Momentenabstützung
eingeleiteten Druckkräfte und Lasten abtragen. Die Stützeinrichtung (1) kann ansonsten
wie in einer der vorbeschriebenen Ausführungsformen ausgebildet sein.
[0070] Abwandlungen der gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind in verschiedener
Weise möglich. Insbesondere können die vorgenannten Merkmale der verschiedenen Ausführungsbeispiele
und ihrer geschilderten Abwandlungen beliebig miteinander vertauscht oder kombiniert
werden.
[0071] Die in den Ausführungsbeispielen gezeigte Ausbildung des Untergrundes (3) als Wandungskonstruktion
für Dächer oder Fassaden mit einem oder mehreren formstabilen Grundträgern (4) und
außenseitige aufgelegten und klemmend gehaltenen Wandungselementen (5) kann abgewandelt
werden. Sie kann z.B. als Pfosten-/Riegelkonstruktion mit Ausfachungen ausgebildet
sein, wobei die Wandungselemente (5) die Ausfachungen bilden und Befestigungselemente
(6) der vorbeschriebenen Art entfallen können. Die Grundträger (4) können an der Wandung
nach außen ragen, wobei das Ankerteil (8) direkt am Grundträger (4) fixiert und ggf.
in diesen hinein ragen kann. Die Spanneinrichtung (11) kann sich direkt am Grundträger
(4) abstützen, wobei ggf. auf ein Druckelement (10) verzichtet werden kann. Die Wandungskonstruktion
(3) kann ferner als Schalentragwerk oder Seiltragwerk mit flexiblen Grundträgern (4)
ausgebildet sein. Die beschriebene Stützeinrichtung (1) lässt sich auch an diesen
Wandungskonstruktionen einsetzen.
[0072] In weiterer Abwandlung ist es möglich, die beschriebene Stützeinrichtung (19 und
das Ankerteil (8) an einem Wandungselement (5) zu befestigen. Das Ankerteil (8) kann
z.B. durch eine Öffnung des Wandungselements (5) ragen und innen- sowie außenseitig
mit Stützmanschetten befestig werden.
[0073] Die Wandungselemente (5) können durchsichtig oder undurchsichtig sein und können
aus beliebig geeigneten Materialien, wie Glas, Kunststoff, Metall oder dgl. bestehen.
[0074] Der in den Ausführungsbeispielen gezeigte Untergrund (3) befindet sich an der Außenseite
eines Gebäudes. Er kann sich alternativ oder zusätzlich auch an dessen Innenseite
binden. Der oder die Grundträger (4) können auf einer Gebäudewand aufgesetzt sein.
Sie können andererseits Bestandteil einer tragenden Unterkonstruktion sein, die an
der Außenebene oder Innenebene einer mobilen oder immobilen Wandung angeordnet ist
oder in weiterer Abwandlung diese Wandung bildet.
[0075] Das Ankerteil (8) kann ein Systemteil des Herstellers der Wandungskonstruktion (3)
sein, was Vorteile zur Vermeidung eines unzulässigen Systemeingriffs hat. Das Ankerteil
(8) kann in seiner Ausbildung je nach Vorgabe der Wandungskonstruktion (3) variieren,
wobei die restlichen Teile der Stützeinrichtung (1) ggf. angepasst werden.
[0076] Die Spanneinrichtung (11) bzw. der Spannbolzen (28) kann ebenfalls abgewandelt werden.
Statt eines mehrteiligen Spannbolzens (28) kann ein einteiliger Spannbolzen mit Gewindeschaft
eingesetzt und in geeigneter Weise verstellbar und in der gewünschten Position fixierbar
am Stützkörper (9) und/oder am Druckelement (10) gelagert bzw. geführt sein.
[0077] Der Stützkörper (9) kann ebenfalls variiert werden. Seine Form und Größe hängt von
der Art und insbesondere auch dem Gewicht bzw. der einwirkenden Last des Bauteils
(2) ab. Er kann als massives Teil ausgebildet und in mehreren Formvarianten als Bestandteil
eines Baukastensystems ausgebildet sein. Der Stützkörper (9) kann alternativ oder
zusätzlich stufenlos oder in vorbereiteten Stufen in der Größe und/oder Grundform
verstellbar sein und an unterschiedliche Einsatzzwecke angepasst werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0078]
- 1
- Stützeinrichtung
- 2
- Bauteil, Windleitwand, Windleitblech
- 3
- Untergrund, Gebäudeteil, Wandungskonstruktion
- 4
- Grundträger, Grundprofil
- 5
- Wandungselement, Dachelement, Fassadenelement
- 6
- Befestigungselement, Klemmprofil
- 7
- Dichtung
- 8
- Ankerteil
- 9
- Stützkörper, Basisplatte
- 10
- Druckelement, Druckplatte
- 11
- Spanneinrichtung
- 12
- Fixiereinrichtung
- 13
- Stehbolzen
- 14
- Befestigungselement, Schraubzapfen
- 15
- Drehelement, Mutter
- 16
- Schaft, Gewindeschaft
- 17
- Kontermutter
- 18
- Kontermutter
- 19
- Scheibe
- 20
- Mittelteil
- 21
- Seitenteil
- 22
- Anschlussmittel, Gewindebohrung
- 23
- Durchgangsöffnung für Ankerteil
- 24
- Durchgangsöffnung für Ankerteil
- 25
- Angriffstelle von Spanneinrichtung
- 26
- Angriffstelle von Spanneinrichtung
- 27
- Schrauböffnung, Gewindebohrung
- 28
- Spannbolzen
- 29
- Stützzapfen
- 30
- Gewindebolzen
- 31
- Führungselement, Scheibe
- 32
- Durchgangsöffnung für Ankerteil
- 33
- Befestigungsmittel
- 34
- Träger
- 35
- Dichtung
- 36
- Spalt
- 37
- Spaltdichtung
- 38
- Fenster
- 39
- Fensterrahmen
- 40
- Fensterflügel
- 41
- Abdeckung
- 42
- Druckstück
- 43
- Dichtelement, Quetschhülse
- 44
- Distanzhalter
- 45
- Unterlage
1. Stützeinrichtung zur Befestigung von Bauteilen (2) an einem Untergrund (3), insbesondere
einer Wandungskonstruktion (3) von Gebäuden, wobei die Stützeinrichtung (1) ein am
Untergrund (3) befestigbares Ankerteil (8), einen Stützkörper (9) mit einem Anschlussmittel
(22) für ein Bauteil (2), eine Fixiereinrichtung (12) und eine Spanneinrichtung (11)
aufweist, wobei der Stützkörper (9) am Ankerteil (8) mit einem einstellbaren Abstand
vom Untergrund (3) angeordnet sowie in dieser Stellung mit der Fixiereinrichtung (12)
am Ankerteil (8) fixierbar ist, wobei der Stützkörper (9) mit der am Stützkörper (9)
angreifenden Spanneinrichtung (11) neben dem Ankerteil (8) gegen den Untergrund (3)
oder gegen ein am Untergrund (3) abstützbares Druckelement (10) verspannbar ist.
2. Stützeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinrichtung (11) von der Außenseite des Stützkörpers (9) her zugänglich
und verstellbar ist.
3. Stützeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ankerteil (8) und die Spanneinrichtung (11) parallele Wirkrichtungen und einen
seitlichen Abstand aufweisen, wobei sie mit einer Ausrichtung parallel zueinander
oder über Kreuz angeordnet sind.
4. Stützeinrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckelement (10) platten- oder brückenförmig ausgebildet ist und eine Durchgangsöffnung
(32) für das Ankerteil (8) aufweist.
5. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ankerteil (8) mehrere, insbesondere zwei, Stehbolzen (13) mit einem Befestigungselement
(14), insbesondere einem endseitigen Schraubzapfen, zur Befestigung am Untergrund
(3), insbesondere an einem dortigen Grundträger (4), aufweist.
6. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiereinrichtung (12) verstellbar, insbesondere als Verschraubung mit einem
Gewinde am Ankerteil (8) und mit einer Kontermutter (17,18), ausgebildet ist.
7. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanneinrichtung (11) einen oder mehrere, insbesondere zwei, bevorzugt von der
Außenseite des Stützkörpers (9) her zugängliche und verstellbare sowie ggf. mit einem
Dichtelement (43) versehene Spannbolzen (28) aufweist.
8. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (9) eine Durchgangsöffnung (23,24) für das Ankerteil (8) und eine
Angriffsstelle (25,26) für die Spanneinrichtung (11), insbesondere eine Schrauböffnung
(27) für einen schraubbaren Spannbolzen (28), aufweist.
9. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spannbolzen (28) einen Gewindebolzen (30) und ggf. einen am Gewindebolzen (30)
aufgesteckten oder über ein geführtes Druckstück (42) verbundenen Stützzapfen (29)
aufweist.
10. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützkörper (9) eine profilierte Form, insbesondere eine Stufenform mit einem
verdickten Mittelteil (20) und beidseitigen dünneren Seitenteilen (21), aufweist.
11. Stützeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (1) einen am Stützkörper (9) befestigbaren Träger (34) und eine
Dichtung (35) für das aufzunehmende Bauteil (2) aufweist.
12. Bauteil mit einer Stützeinrichtung (1) zur Befestigung an einem Untergrund (3), insbesondere
einer Wandungskonstruktion (3) von Gebäuden, bevorzugt einer Dach- oder Fassadenkonstruktion,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11 ausgebildet
ist.
13. Bauteil mit Stützeinrichtung (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (2) als Windleitwand ausgebildet ist.
14. Wandungskonstruktion (3), insbesondere Dach- oder Fassadenkonstruktion, von Gebäuden
mit einer Stützeinrichtung (1) zur Befestigung von einem Bauteil (2), insbesondere
einer Windleitwand, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11 ausgebildet
ist, wobei die Wandungskonstruktion (3) einen Grundträger (4), und mehrere dort mit
Spaltbildung abgestützte Wandungselemente (5) aufweist.
15. Wandungskonstruktion nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungskonstruktion (3) ein mit dem Grundträger (4) verbundenes und die Wandungselemente
(5) außenseitig haltendes Befestigungselement (6) und/oder einen mit dem Grundträger
(4) verbundenen und in hohle Wandungselemente (5) greifenden Distanzträger (44) aufweist.