[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät, welches mindestens einen Leistungs- oder
Lastschalter, einen Erdungsschalter und einen Trennschalter aufweist, bei dem der
Erdungsschalter mit einer ersten geraden Antriebswelle gekoppelt ist und der Trennschalter
mit einer zweiten geraden Antriebswelle gekoppelt ist.
[0002] Derartige Schaltgeräte sind allgemein bekannt und werden auch als Schaltanlagen bezeichnet.
Dabei können mit dem Leistungs- oder Lastschalter große Ströme ein- und ausgeschaltet
werden. Der Trennschalter dient zum Öffnen und Schließen von Stromkreisen im nahezu
stromlosen Zustand und der Erdungsschalter dient zum Erden von zuvor getrennten (freigeschalteten)
Stromkreisen. Solche Schaltgeräte können als luftisolierte Schaltgeräte oder als gasisolierte
Schaltgeräte realisiert sein.
[0003] Schaltanlagen der eingangs genannten Art sind beispielsweise aus der
US 2008/308531 A1, der
EP 0924 827 A1 oder der
DE 10 2004 015 386 A1 bekannt. Da der Wettbewerb auf den Markt für Schaltgeräte immer stärker wird, besteht
Bedarf nach kostengünstigen Schaltgeräten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schaltgerät anzugeben, welches kostengünstig
produziert werden kann und einen kompakten Aufbau aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Schaltgerät nach dem unabhängigen
Anspruch 1. Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Schaltgerätes sind Gegenstand der
abhängigen Ansprüche.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Schaltgerät der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass der Leistungs- oder Lastschalter mit einer dritten geraden Antriebswelle
gekoppelt ist, wobei die erste Antriebswelle und die zweite Antriebswelle parallel
zueinander verlaufen und die dritte Antriebswelle parallel zu der ersten Antriebswelle
und parallel zu der zweiten Antriebswelle verläuft. Bei diesem Schaltgerät ist der
Erdungsschalter mit einer ersten ausschließlich geraden Antriebswelle gekoppelt und
der Trennschalter ist mit einer zweiten ausschließlich geraden Antriebswelle gekoppelt.
Mit anderen Worten wird der Erdungsschalter von einer ersten ausschließlich geraden
Antriebswelle angetrieben, während der Trennschalter von einer zweiten ausschließlich
geraden Antriebswelle angetrieben wird. Die Kopplung des Erdungsschalters bzw. des
Trennschalters mit jeweils einer einzigen ausschließlich geraden Antriebswelle ermöglicht
einen einfachen Aufbau des Schaltgerätes, da für den Erdungsschalter bzw. den Trennschalter
keine aufwändigen Umlenkeinrichtungen oder Getriebe zum Verbinden mehrerer Antriebswellen,
die in unterschiedlichen Richtungen ausgerichtet sind, benötigt werden. Ein solches
einfach aufgebautes Schaltgerät lässt sich kostengünstig realisieren. Hierbei ist
der Leistungs- und der Lastschalter mit einer dritten ausschließlich geraden Antriebswelle
gekoppelt oder mit anderen Worten: Der Leistungs- oder der Lastschalter wird von einer
dritten ausschließlich geraden Antriebswelle angetrieben. Auch dies trägt zu dem einfachen
Aufbau des Schaltgerätes bei, da eine ausschließlich gerade Antriebswelle - im Vergleich
zu Antriebsmitteln, die mehrere, in verschiedenen Richtungen angeordnete Antriebswellen
aufweisen - einfach und damit auch kostengünstig realisiert werden kann. Eine parallel
zu der zweiten Antriebswelle verlaufende erste Antriebswelle führt vorteilhafterweise
zu einem besonders einfachen Aufbau des Schaltgeräts, bei dem insbesondere auch der
benötigte Platz gering ist. Die parallele Ausrichtung der dritten Antriebswelle zu
der ersten und/oder zweiten Antriebswelle führt ebenfalls zu einem sehr einfachen
Aufbau des Schaltgerätes, da sich die parallel verlaufenden Antriebswellen gegenseitig
nicht stören oder behindern.
[0007] Dabei kann das Schaltgerät so ausgestaltet sein, dass die erste Antriebswelle und
die zweite Antriebswelle unabhängig voneinander drehbar sind.
[0008] Das Schaltgerät kann so realisiert sein, dass der Leistungs- oder Lastschalter zwischen
der ersten Antriebswelle und der zweiten Antriebswelle angeordnet ist. Auch dadurch
wird ein einfacher Aufbau ermöglicht, da der Leistungs- oder Lastschalter (der in
der Regel ein großes und schweres Bauteil darstellt) mittig zwischen der ersten Antriebswelle
und der zweiten Antriebswelle angeordnet ist, was eine günstige Schwerpunktverteilung
ermöglicht.
[0009] Das Schaltgerät kann so ausgestaltet sein, dass die erste Antriebswelle über ein
Kurbelgetriebe mit dem Erdungsschalter gekoppelt ist und/oder die zweite Antriebswelle
über ein Kurbelgetriebe mit dem Trennschalter gekoppelt ist. Der Einsatz eines Kurbelbetriebes
zur Kopplung der ersten Antriebswelle mit dem Erdungsschalter und/oder der zweiten
Antriebswelle mit dem Trennschalter ist besonders vorteilhaft, weil zum Einen ein
derartiges Kurbelgetriebe einfach realisiert werden kann, zum Anderen bei einem solchen
Kurbelgetriebe schon bei einer Drehung der Antriebswelle um nur 180 Grad der vollständige
Hub für die Betätigung des Erdungsschalters und/oder Trennschalters bereitgestellt
wird. So reicht bereits eine Drehung der jeweiligen Welle um 180 Grad aus, um den
Erdungsschalter und/oder den Trennschalter vollständig ein- oder auszuschalten. Dies
ist insbesondere gegenüber den oftmals eingesetzten Spindelgetrieben ein erheblicher
Vorteil, da bei diesen Spindelgetrieben eine vielfache Drehung einer Antriebswelle
um 360 Grad notwendig ist, um den notwendigen Hub zum vollständigen Ein- oder Ausschalten
des jeweiligen Schalters zu erreichen.
[0010] Weiterhin ist ein Kurbelgetriebe deshalb vorteilhaft, weil ein solches Getriebe in
beiden Endlagen der 180-Grad-Drehung der Antriebswelle eine sogenannte Totpunktlage
aufweist, d. h. es liegt ein sich selbst verriegelndes Schub-Getriebe vor, welches
sowohl im vollständig ausgeschalteten Zustand des jeweiligen Schalters als auch im
vollständig eingeschalteten Zustand des jeweiligen Schalters große Kräfte aufnehmen
kann und so einem unbeabsichtigten Verlassen der geschlossenen oder offenen Schalterstellung
entgegenwirkt.
[0011] Das Schaltgerät kann weiterhin so ausgestaltet sein, dass dieses eine Verriegelungseinrichtung
aufweist, die in einer ersten Verriegelungsstellung eine Drehung der zweiten Antriebswelle
blockiert, die in einer zweiten Verriegelungsstellung eine Drehung der ersten Antriebswelle
blockiert und die in einer dritten Verriegelungsstellung eine Drehung der ersten Antriebswelle
und eine Drehung der zweiten Antriebswelle blockiert. Durch diese Verriegelungseinrichtung
kann wahlweise die erste Antriebswelle und/oder die zweite Antriebswelle blockiert
werden und somit ein unbeabsichtigtes Betätigen des Erdungsschalters und/oder des
Trennschalters unterbunden werden.
[0012] Das Schaltgerät kann so ausgestaltet sein, dass die Verriegelungseinrichtung an jeweils
einem Ende der ersten Antriebswelle, zweiten Antriebswelle und dritten Antriebswelle
angeordnet ist. Durch das Anordnen der Verriegelungseinrichtung an jeweils einem Ende
der ersten, zweiten und dritten Antriebswelle kann die Verriegelungseinrichtung vorteilhafterweise
einfach realisiert werden, da die Verriegelungseinrichtung ausschließlich das unbeabsichtigte
Drehen der Antriebswellen verhindert muß. Außerdem kann ohne große konstruktive Änderungen
des gesamten Schaltgerätes diese Verriegelungseinrichtung durch eine anders aufgebaute
Verriegelungseinrichtung ersetzt werden, wenn dies gewünscht wird. Dadurch ergibt
sich ein bausteinartiger Aufbau des Schaltgerätes, durch den einfach und kostengünstig
eine Vielzahl von Varianten des Schaltgerätes realisiert werden können.
[0013] Das Schaltgerät kann auch eine Anzeigevorrichtung (Schaltstellungsanzeige) aufweisen,
die die Stellung der ersten Antriebswelle und/oder der zweiten Antriebswelle anzeigt.
[0014] Dabei kann das Schaltgerät so realisiert sein, dass die Anzeigevorrichtung an jeweils
einem Ende der ersten Antriebswelle und der zweiten Antriebswelle angeordnet ist.
Durch die Anordnung der Anzeigevorrichtung an jeweils einem Ende der ersten Antriebswelle
und der zweiten Antriebswelle ergibt sich - ähnlich wie bei der Verriegelungseinrichtung
- ein bausteinartiger Aufbau des Schaltgerätes, weil die Anzeigevorrichtung einfach
und ohne wesentliche konstruktive Änderungen des restlichen Schaltgerätes durch eine
andere Anzeigevorrichtung ersetzt werden kann.
[0015] Das Schaltgerät kann auch so ausgestaltet sein, dass der Erdungsschalter auf einer
Seite des Leistungs- oder Lastschalters angeordnet ist und der Trennschalter auf der
gegenüberliegenden Seite des Leistungs- oder Lastschalters angeordnet ist. Eine derartige
Anordnung ist insbesondere deshalb vorteilhaft, weil durch die symmetrische Anordnung
des Erdungsschalters auf der einen Seite des Leistungs- oder Lastschalters und des
Trennschalters auf der gegenüberliegenden Seite des Leistungs- oder Lastschalters
die Länge der stromführenden Pfade innerhalb des Schaltgerätes minimiert wird.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Dazu ist in
- Figur 1
- ein schematischer Schaltplan eines Schaltgerätes, in
- Figur 2
- eine dreidimensionale Ansicht des Schaltgerätes im teilweise demontierten Zustand,
in
- Figur 3
- eine Seitenansicht des Schaltgerätes, in
- Figur 4
- eine zweite Seitenansicht des Schaltgerätes und in
- Figur 5
- eine Schnittansicht des Schaltgerätes dargestellt.
[0017] In Figur 1 ist schematisch ein Übersichtschaltplan eines Ausführungsbeispiels eines
Schaltgerätes 100 dargestellt, wobei der Schaltplan nur eine Phase des dreiphasigen
Schaltgerätes darstellt. Dabei ist im oberen Teil eine Sammelschiene 101 dargestellt,
welche elektrischen Strom zu dem Schaltgerät führt. Der elektrische Strom wird über
eine symbolisch als Rechteck dargestellte Durchführung 103 von einem Sammelschienenbereich
des Schaltgerätes zu einem Schaltbereich des Schaltgerätes geleitet und gelangt zu
einem Trennschalter 105. Der Trennschalter 105 verbindet die Sammelschiene 101 mit
einem Kontakt eines Leistungsschalters 107, wobei der Leistungsschalter im Ausführungsbeispiel
als eine Vakuumschaltröhre realisiert ist. Der andere Kontakt des Leistungsschalters
107 ist über eine weitere Durchführung 109 mit einem Kabel 111 verbunden, welches
sich in dem Kabelbereich des Schaltgerätes befindet. Der mit dem Trennschalter 105
verbundene Kontakt des Leistungsschalters 107 ist weiterhin mit einem Erdungsschalter
113 verbunden. Der Erdungsschalter 113 dient dazu, bei geöffnetem Trennschalter 105
den mit diesem Trennschalter 105 verbundenen Kontakt des Leistungsschalters zu erden.
[0018] Die Sammelschiene 101 befindet sich in dem Sammelschienenbereich des Schaltgerätes,
der als ein Sammelschienenmodul ausgestaltet ist. Dieses Sammelschienenmodul ist über
die Durchführung 103 mit dem Schaltbereich des Schaltgerätes verbunden. Dieser Schaltbereich
ist als ein Leistungsschaltermodul ausgestaltet, in welchem sich der Leistungsschalter
107, der Trennschalter 105 und der Erdungsschalter 113 befinden. Dieses Leistungsschaltermodul
ist über die Durchführung 109 mit einem Kabelmodul verbunden, welches die Kabelanschlüsse
und Kabel 111 beherbergt. In den einzelnen Modulen befinden sich im Ausführungsbeispiel
jeweils die Sammelschienen, Schalter bzw. Kabel für alle drei Phasen des elektrischen
Stroms.
[0019] In Figur 2 ist in einer dreidimensionalen Ansicht ein Teil des Schaltgerätes 100
in teilweise demontiertem Zustand dargestellt. Dabei ist der in Figur 1 dargestellte
Strompfad zu erkennen, welcher von einem im oberen Teil der Figur 2 dargestellten
Anschluss 201 für die Sammelschiene 101 über die Durchführung 103, den Trennschalter
105, den Leistungsschalter 107, die Durchführung 109 zu einem im unteren Teil der
Figur 2 dargestellten Kabelanschluss 203 geführt. Somit zeigt die Figur 2 im Wesentlichen
den Schaltraum, wobei das Gehäuse nicht dargestellt ist und einige Teile der besseren
Übersichtlichkeit halber weggelassen wurden. Das Schaltgerät umfasst drei Phasen L1,
L2 und L3, welche im Wesentlichen gleichartig aufgebaut sind. Am einfachsten ist der
Aufbau bei Phase L1 zu erkennen, da bei dieser Phase L1 Halterungsteile nicht dargestellt
sind.
[0020] Das Schaltgerät 100 weist eine erste, ausschließlich gerade Antriebswelle 205 auf,
die mit dem Erdungsschalter 113 gekoppelt ist. Darüber hinaus weist das Schaltgerät
eine zweite, ausschließlich gerade Antriebswelle 207 auf, die mit dem Trennschalter
105 gekoppelt ist. Schließlich weist das Schaltgerät eine dritte ausschließlich gerade
Antriebswelle 209 auf, die mit dem Leistungsschalter 107 gekoppelt ist. Dabei dient
die erste Antriebswelle 205 ausschließlich dem Antrieb des Erdungsschalters 113, die
zweite Antriebswelle 207 ausschließlich dem Antrieb des Trennschalters 105 und die
dritte Antriebswelle 209 ausschließlich dem Antrieb des Leistungsschalters 107.
[0021] Die erste Antriebswelle 205, die zweite Antriebswelle 207 und die dritte Antriebswelle
209 sind jeweils unabhängig voneinander drehbar und verlaufen parallel zueinander.
Der Leistungsschalter 107 ist zwischen der ersten Antriebswelle 205 und der zweiten
Antriebswelle 207 angeordnet. Die erste Antriebswelle 205 ist über ein Kurbelgetriebe
mit dem Erdungsschalter 113 gekoppelt. Dieses Kurbelgetriebe ist in den Figuren 3
und 5 besser zu erkennen. Die zweite Antriebswelle ist über ein Kurbelgetriebe 211
mit dem Trennschalter 105 gekoppelt. Der Erdungsschalter 113 ist auf einer Seite des
Leistungsschalters 107 und der Trennschalter 105 auf der anderen Seite des Leistungsschalters
107 angeordnet.
[0022] Wie oben bereits erläutert, fließt der Strom über die Durchführung 103 in den Schaltraum
hinein. Die Durchführung 103 ist mit dem Trennschalter 105 verbunden. Der Trennschalter
105 weist dabei einen feststehenden hülsenförmigen Trennerkontakt 213, einen Trennerbolzen
215 und eine Trennerbolzenführung 217 auf. Der Trennerbolzen 215 ist dabei axial längsbeweglich.
Er berührt im dargestellten Zustand den feststehenden Trennerkontakt 213, somit ist
der Trennschalter 105 im dargestellten Zustand geschlossen. Der Trennschalter 105
wird über einen starren Isolator 219 von einer Koppelstange 211 des Kurbelgetriebes
angetrieben, wobei der Isolator 219 und die Koppelstange 211 einstückig ausgebildet
sind. Das Kurbelgetriebe ist mit der zweiten, ausschließlich geraden Antriebswelle
207 verbunden, welche den Trennschalter 105 antreibt bzw. betätigt. Ein Ende der zweiten
Antriebswelle 207 ist mit einer Verriegelungsvorrichtung 230 verbunden, mit der u.
a. die zweite Antriebswelle 207 verriegelt, d. h. blockiert werden kann.
[0023] Die Verriegelungseinrichtung 230 weist drei Verriegelungsstellungen auf: In einer
ersten Verriegelungsstellung wird eine Drehung der ersten Antriebswelle 205 ermöglicht,
wohingegen eine Drehung der zweiten Antriebswelle 207 blockiert ist. In der zweiten
Verriegelungsstellung wird eine Drehung der zweiten Antriebswelle 207 ermöglicht,
wobei eine Drehung der ersten Antriebswelle 205 blockiert ist. In der dritten Verriegelungsstellung
sind eine Drehung der ersten Antriebswelle 205 und der zweiten Antriebswelle 207 blockiert.
Die Verriegelungsvorrichtung 230 ist dabei an jeweils einem Ende der ersten, zweiten
und dritten Antriebswelle angeordnet. Die Verriegelungseinrichtung 230 umfasst einen
Betätigungsschieber 234, der sich in der in Figur 2 dargestellten Position in einer
mittleren Schiebestellung befindet, die der dritten Verriegelungsstellung zugehörig
ist. Dabei kann von einer mittels eines Antriebs 258 und der dritten Antriebswelle
209 betätigten Schubstange 236 die Verriegelung in dieser dritten Verriegelungsstellung
fixiert werden, so dass weder die erste Antriebswelle 205 noch die zweite Antriebswelle
207 betätigt werden kann. Dieser Betätigungsschieber 234 kann andernfalls nach links
in eine linke Schiebestellung oder nach rechts in eine rechte Schiebestellung verschoben
werden. Dabei wird die zweite Verriegelungsstellung bzw. die erste Verriegelungsstellung
erreicht, in denen über in der Figur 2 nicht einzeln dargestellte Schubelemente entweder
die erste Antriebswelle 205 oder die zweite Antriebswelle 207 blockiert ist. Damit
liegt eine Verriegelungseinrichtung vor, die in einer ersten Verriegelungsstellung
eine Drehung der zweiten Antriebswelle 207 blockiert, die in einer zweiten Verriegelungsstellung
eine Drehung der ersten Antriebswelle 205 blockiert und die die in einer dritten Verriegelungsstellung
eine Drehung der ersten Antriebswelle 205 und eine Drehung der zweiten Antriebswelle
207 blockiert.
[0024] Die Verriegelungseinrichtung 230 kann aber auch so ausgeführt sein, dass sie in einer
ersten Verriegelungsstellung eine Drehung der zweiten Antriebswelle 207 und eine Drehung
der dritten Antriebswelle 209 blockiert und eine Drehung der ersten Antriebswelle
205 ermöglicht, in einer zweiten Verriegelungsstellung eine Drehung der ersten Antriebswelle
205 und eine Drehung der dritten Antriebswelle 209 blockiert und eine Drehung der
zweiten Antriebswelle 207 ermöglicht und in einer dritten Verriegelungsstellung eine
Drehung der ersten Antriebswelle 205 und eine Drehung der zweiten Antriebswelle 207
blockiert und eine Drehung der dritten Antriebswelle 209 ermöglicht.
[0025] Gemeinsam mit der Verriegelungseinrichtung 230 ist auch eine Anzeigevorrichtung 238
(Schaltstellungsanzeige) realisiert, welche die jeweils aktuelle Stellung der ersten,
zweiten bzw. dritten Antriebswelle und damit die aktuelle Stellung des Erdungsschalters,
des Trennschalters bzw. des Leistungsschalters anzeigt. Diese Anzeigevorrichtung weist
Anzeigebereiche 238 auf, bei denen es sich um Öffnungen in einem Abdeckblech handelt,
hinter denen je nach Drehposition der ersten Antriebswelle 205 bzw. der zweiten Antriebswelle
207 verschiedenfarbige Anzeigeelemente sichtbar sind.
[0026] Der elektrische Strom wird über die Durchführung 103, den Trennschalter 105 und über
flexible Strombänder 250 zu dem Leistungsschalter 107 geleitet. Bei dem Leistungsschalter
107 handelt es sich um eine als solche bekannte Vakuumschaltröhre 107. Diese Vakuumschaltröhre
107 weist einen feststehenden Kontakt auf, der elektrisch über die Durchführung 109
mit dem Kabelanschluss 203 verbunden ist. Der Bewegkontakt der Vakuumschaltröhre 107
ist elektrisch mit dem Stromband 250 verbunden und wird mechanisch über eine als Isolator
ausgebildete Zug-/Druckstange 252 in axialer Richtung der Vakuumschaltröhre bewegt.
Zwischen Bewegkontakt der Vakuumschaltröhre 107 und der Zug-/Druckstange 252 ist eine
Einrichtung zur Hubeinstellung 254 angeordnet. Die Zug-/Druckstange 252 wird mittels
eines an der dritten Antriebswelle 209 befestigten Kipphebels 256 betätigt.
[0027] Die dritte Antriebswelle 209 wird mittels eines Antriebs 258 angetrieben, bei dem
es sich im Ausführungsbeispiel um einen Magnetantrieb handelt. In anderen Ausführungsbeispielen
könnte der Antrieb 258 jedoch auch anders ausgestaltet sein, beispielsweise als Federspeicherantrieb.
Der Antrieb 258 bewegt mittels eines weiteren Kipphebels 260 die dritte Antriebswelle
209 um lediglich wenige Grad Drehbewegung. Diese Drehbewegung reicht aus, um den Leistungsschalter
107 zu schließen bzw. zu öffnen.
[0028] Der Bewegkontakt des Leistungsschalters 107 ist über das Stromband 250 weiterhin
mit einem Erderkontakt 262 des Erdungsschalters 113 elektrisch verbunden. Der Erdungsschalter
113 weist weiterhin ein Erderlineal 264 auf, welches in einer Führung 266 vertikal
verschiebbar geführt ist. Das Erderlineal 264 ist elektrisch mit Erdpotential verbunden.
Im dargestellten Zustand berührt das Erderlineal 264 nicht den Erderkontakt 262, somit
ist im dargestellten Zustand der Erdungsschalter 113 geöffnet. Bei dem Erderlineal
264 handelt es sich um eine Kurzschlussbrücke, die im eingeschalteten Zustand des
Erdungsschalters die Erderkontakte 262 aller drei Phasen L1, L2 und L3 miteinander
und mit Erdpotential verbindet.
[0029] In Figur 3 ist eine Seitenansicht des Schaltgerätes 100 mit Blickrichtung auf den
Erdungsschalter 113 dargestellt. Hierbei ist gut zu erkennen, dass das Erderlineal
264 in den Führungen 266 schiebebeweglich gelagert ist und mittels einer Koppelstange
300 eines Kurbelgetriebes von der ersten Antriebswelle 205 angetrieben wird. Das Erderlineal
264 wird dabei von zwei sich gleichzeitig bewegenden Koppelstangen 300 zweier Kurbelgetriebe
nach oben bzw. nach unten geschoben. In der oberen Stellung gerät das Erderlineal
264 in elektrischem Kontakt mit den 3 Erderkontakten 262 der drei Phasen L1, L2 und
L3. (Von diesen drei Erderkontakten 262 ist nur der rechte Erderkontakt der Phase
sichtbar, da die Erderkontakte der Phasen L2 und L3 von einer Halterung verdeckt sind.)
Das Erderlineal 264 verbindet dann die Erderkontakte 262 aller drei Phasen L1, L2
und L3 miteinander und mit Erdpotential.
[0030] Die erste Antriebswelle 205 wird im Ausführungsbeispiel mittels einer Kurbel angetrieben,
die steckbar mit dem rechten Ende der ersten Antriebswelle 205 verbunden werden kann
(in der Figur 3 nicht dargestellt). In anderen Ausführungsbeispielen kann die erste
Antriebswelle 205 jedoch auch mittels anderer Antriebe angetrieben werden, beispielsweise
mittels eines Motorantriebs. Dasselbe gilt auch für die zweite Antriebswelle 207,
die in der Figur 3 durch die erste Antriebswelle 205 verdeckt wird.
[0031] In Figur 4 ist in einer weiteren Seitenansicht die Seite des Schaltgerätes 100 dargestellt,
auf der der Trennschalter 105 angeordnet ist. Hierbei ist gut zu erkennen, wie der
Trennerbolzen 215 über die Koppelstange 211 von der zweiten Antriebswelle 207 angetrieben
wird.
[0032] Figur 5 zeigt eine Schnittansicht durch das Schaltgerät 100 entlang der Schnittebene
V-V der Figur 3. Hierbei ist auf der rechten Seite gut das erste Kurbelgetriebe zu
erkennen, welches mittels der Koppelstange 211 die zweite Antriebswelle 207 mit dem
linear schiebegeführten Trennerbolzen 215 verbindet. Auf der linken Seite ist das
zweite Kurbelgetriebe zu erkennen, welches mittels der Koppelstange 300 die erste
Antriebswelle 205 mit dem linear schiebegeführten Erderlineal 264 verbindet. Weiterhin
ist auch der Erderkontakt 262 zu erkennen, in den das Erderlineal 264 beim Schließen
des Erdungsschalters 113 einfährt.
[0033] Es wurde ein Schaltgerät beschrieben, bei dem der Erdungsschalter mit einer ersten
geraden Antriebswelle gekoppelt ist und der Trennschalter mit einer zweiten geraden
Antriebswelle gekoppelt ist. Der Leistungsschalter kann zwischen der ersten Antriebswelle
und der zweiten Antriebswelle angeordnet sein, die beiden Antriebswellen können parallel
zueinander ausgerichtet sein. Der Leistungsschalter kann mit einer dritten geraden
Antriebswelle gekoppelt sein, die parallel zu der ersten Antriebswelle und der zweiten
Antriebswelle angeordnet sei kann. Dadurch ergibt sich ein besonders einfacher Aufbau
des Schaltgerätes, da die Antriebsbewegungen für den Erdungsschalter, den Trennschalter
und den Leistungsschalter auf besonders einfache Art und Weise mittels gerader Antriebswellen
übertragen werden können und insbesondere keine in verschiedene Richtungen ausgerichtete
Teilwellen mit komplizierten Umlenkverbindungen zwischen diesen benötigt werden. Durch
die parallele Ausrichtung der ersten Antriebswelle mit der zweiten Antriebswelle lässt
sich darüber hinaus in besonders einfacher Weise eine Verriegelungseinrichtung an
den Enden dieser beiden Wellen anbringen, wobei mit dieser Verriegelungseinrichtung
die erste Antriebswelle, die zweite Antriebswelle oder auch die dritte Antriebswelle
blockiert werden kann. Insgesamt ergibt sich damit ein Schaltgerät, das äußerst einfach
und übersichtlich aufgebaut ist und bei dem zur Übertragung der Antriebsbewegungen
neben Kipphebeln und Kurbelgetrieben fast ausschließlich drei gerade Antriebswellen
eingesetzt werden. Ein derartiges Schaltgerät lässt sich daher sehr einfach und damit
kostengünstig herstellen und warten.
1. Schaltgerät (100), welches mindestens einen Leistungs- oder Lastschalter (107), einen
Erdungsschalter (113) und einen Trennschalter (105) aufweist, bei dem der Erdungsschalter
(113) mit einer ersten geraden Antriebswelle (205) gekoppelt ist und der Trennschalter
(105) mit einer zweiten geraden Antriebswelle (207) gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Leistungs- oder Lastschalter (107) mit einer dritten geraden Antriebswelle (209)
gekoppelt ist, wobei die erste Antriebswelle (205) und die zweite Antriebswelle (207)
parallel zueinander verlaufen und die dritte Antriebswelle (209) parallel zu der ersten
Antriebswelle (205) und der zweiten Antriebswelle (207) verläuft.
2. Schaltgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Antriebswelle (205) und die zweite Antriebswelle (207) unabhängig voneinander
drehbar sind.
3. Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Leistungs- oder Lastschalter (107) zwischen der ersten Antriebswelle (205) und
der zweiten Antriebswelle (207) angeordnet ist.
4. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Antriebswelle (205) über ein Kurbelgetriebe mit dem Erdungsschalter (113)
gekoppelt ist und/oder
die zweite Antriebswelle (207) über ein Kurbelgetriebe mit dem Trennschalter (105)
gekoppelt ist.
5. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
dieses eine Verriegelungseinrichtung (230) aufweist, die in einer ersten Verriegelungsstellung
eine Drehung der zweiten Antriebswelle (207) blockiert, die in einer zweiten Verriegelungsstellung
eine Drehung der ersten Antriebswelle (205) blockiert und die in einer dritten Verriegelungsstellung
eine Drehung der ersten Antriebswelle (205) und eine Drehung der zweiten Antriebswelle
(207) blockiert.
6. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verriegelungseinrichtung (230) an jeweils einem Ende der ersten Antriebswelle
(205), zweiten Antriebswelle (207) und dritten Antriebswelle (209) angeordnet ist.
7. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
dieses eine Anzeigevorrichtung (238) aufweist, die die Stellung der ersten Antriebswelle
(205) und/oder der zweiten Antriebswelle (207) anzeigt.
8. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzeigevorrichtung (238) an jeweils einem Ende der ersten Antriebswelle (205)
und der zweiten Antriebswelle (207) angeordnet ist.
9. Schaltgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Erdungsschalter (113) auf einer Seite des Leistungs- oder Lastschalters (107)
angeordnet ist und der Trennschalter (105) auf der gegenüberliegenden Seite des Leistungs-
oder Lastschalters (107) angeordnet ist.
1. Switching device (100), which has at least one circuit breaker or load-break switch
(107), a grounding switch (113) and a switch disconnector (105), in which the grounding
switch (113) is coupled to a first straight drive shaft (205) and the switch disconnector
(105) is coupled to a second straight drive shaft (207),
characterized in that
the circuit breaker or load-break switch (107) is coupled to a third straight drive
shaft (209),
the first drive shaft (205) and the second drive shaft (207) running parallel to one
another, and
the third drive shaft (209) running parallel to the first drive shaft (205) and the
second drive shaft (207).
2. Switching device according to Claim 1,
characterized in that
the first drive shaft (205) and the second drive shaft (207) can rotate independently
of one another.
3. Switching device according to either of Claims 1 and 2,
characterized in that
the circuit breaker or load-break switch (107) is arranged between the first drive
shaft (205) and the second drive shaft (207).
4. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the first drive shaft (205) is coupled via a crank drive to the grounding switch (113),
and/or
the second drive shaft (207) is coupled via a crank drive to the switch disconnector
(105).
5. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the switching device has a locking device (230), which blocks rotation of the second
drive shaft (207) in a first locking position, blocks rotation of the first drive
shaft (205) in a second locking position, and blocks rotation of the first drive shaft
(205) and rotation of the second drive shaft (207) in a third locking position.
6. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the locking device (230) is arranged at in each case one end of the first drive shaft
(205), the second drive shaft (207) and the third drive shaft (209).
7. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the switching device has an indicating apparatus (238), which indicates the position
of the first drive shaft (205) and/or of the second drive shaft (207).
8. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the indicating apparatus (238) is arranged at in each case one end of the first drive
shaft (205) and of the second drive shaft (207).
9. Switching device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the grounding switch (113) is arranged on one side of the circuit breaker or load-break
switch (107), and the switch disconnector (105) is arranged on the opposite side of
the circuit breaker or load-break switch (107).
1. Appareil (100) de commutation qui a au moins un disjoncteur ou un interrupteur (107),
un sectionneur (113) de mise à la terre et un sectionneur (105), dans lequel le sectionneur
(113) de mise à la terre est couplé à un premier arbre (205) d'entraînement droit
et le sectionneur (105) est couplé à un deuxième arbre (207) d'entraînement droit,
caractérisé en ce que
le disjoncteur ou l'interrupteur (107) est couplé à un troisième arbre (209) d'entraînement
droit, le premier arbre (205) d'entraînement et le deuxième arbre (207) d'entraînement
s'étendant parallèlement entre eux et le troisième arbre (209) d'entraînement s'étendant
parallèlement au première arbre (205) d'entraînement et au deuxième arbre (207) d'entraînement.
2. Appareil de commutation suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que
le premier arbre (205) d'entraînement et le deuxième arbre (207) d'entraînement peuvent
tourner indépendamment l'un de l'autre.
3. Appareil de commutation suivant l'une des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que le disjoncteur ou l'interrupteur (107) est monté entre le premier arbre (205) d'entraînement
et le deuxième arbre (207) d'entraînement.
4. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier arbre (205) d'entraînement est couplé au sectionneur (113) de mise à la
terre par un mécanisme à bielle manivelle et/ou
le deuxième arbre (207) d'entraînement est couplé au sectionneur (105) par un mécanisme
à bielle manivelle.
5. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'il a un dispositif (230) de verrouillage qui, dans une première position de verrouillage,
bloque une rotation du deuxième arbre (207) d'entraînement qui, dans une deuxième
position de verrouillage, bloque une rotation du premier arbre (205) d'entraînement
et qui, dans une troisième position de verrouillage, bloque une rotation du premier
arbre (205) d'entraînement et une rotation du deuxième arbre (207) d'entraînement.
6. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (230) de verrouillage est monté respectivement à un bout du premier
arbre (205) d'entraînement, du deuxième arbre (207) d'entraînement et du troisième
arbre (209) d'entraînement.
7. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce
qu'il a un dispositif (238) d'indication qui indique la position du premier arbre (205)
d'entraînement et/ou du deuxième arbre (207) d'entraînement.
8. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif (238) d'indication est monté respectivement à un bout du premier arbre
(205) d'entraînement et du deuxième arbre (207) d'entraînement.
9. Appareil de commutation suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le sectionneur (113) de mise à la terre est monté d'un côté du disjoncteur ou de l'interrupteur
(107) et le sectionneur (105) est monté du côté opposé du disjoncteur ou de l'interrupteur
(107).