[0001] Die Erfindung betrifft ein Gehäuse für eine Außenzahnradmaschine nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 und eine Außenzahnradmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
7.
[0002] Eine bekannte Außenzahnradmaschine ist in der deutschen Offenlegungsschrift
DE 199 42 297 A1 gezeigt. Die Außenzahnradmaschine hat ein Gehäuse zum Bilden eines Innenraumes und
ein in dem Innenraum angeordnetes Zahnradpaar mit zwei Zahnrädern. Die Zahnräder sind
jeweils um eine Achse rotierend gelagert und stehen über eine Geradverzahnung kämmend
im Wirkeingriff miteinander. Zur Integration der Außenzahnradmaschine in ein Hydrauliksystem
ist ein entsprechender Druckmittelzülauf und Druckmittelablauf vorgesehen. Im Pumpenbetrieb
wird zu förderndes Druckmittel in zwischen benachbarten Zähnen und einer gehäuseseitigen
Innenraumwandung gebildeten Fluidräumen von dem Zulauf zum Ablauf gefördert. Im Motorenbetrieb
wird der Außenzahnradmaschine Druckmittel über den Zulauf zugeführt, wobei an einem
außenliegenden Wellenzapfen des einen Zahnrades ein Drehmoment abgegriffen werden
kann.
[0003] Nach der Montage der Außenzahnradmaschine erfolgt ein definiertes Einlaufen der Zahnräder
mit ihren Köpfen in der Gehäuseinnenwandung. Hierzu haben die Zahnräder bewusst einen
etwas zu groß gefertigten Kopfkreis mit einem scharfkantigen Übergang zwischen ihren
jeweiligen Zahnflanken. Die Zahnköpfe laufen jeweils unter betriebsdruckbedingter
Verformung spanend in die Gehäuseinnenwandung ein und fräsen sich aufgrund ihrer scharfen
Kopfkante eine Einlaufspur. Die dabei entstehenden Späne werden mit dem Druckmittelstrom
kontrolliert nach außen abgeführt. Als Effekt nach dem Einlaufen stellt sich ein Nullspalt
ein, der zu einem hohen Wirkungsgrad der Zahnradmaschine führt.
[0004] Weist die Zahnradmaschine jedoch wie beispielsweise in der deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2009 012 853 A1 gezeigt ein schräg verzahntes Zahnradpaar auf, kann aufgrund der fehlenden Kopfkante
beim Einlaufen kein Fräsvorgang erfolgen. Stattdessen drücken die hydraulisch druckverformten
Zahnräder mit ihren verrundeten Zahnköpfen gehäuseinnenwandseitiges Material auf undefinierte
Weise aus der Dichtzone heraus und verdrängen es in einen Innenraumbereich, aus dem
es nicht weiter verdrängt wird bzw. werden kann. Das Ergebnis ist eine unsauber bearbeitete
und lokal nicht sichere definierte Einlaufzone sowie mögliche Beschädigungen an den
Zahnrädern aufgrund der hohen Belastung durch die Materialverdrängung. Folglich kann
eine derartige Außenzahnradmaschine nur einen bedingt optimalen Wirkungsgrad aufweisen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gehäuse für eine Außenzahnradmaschine, das die
vorgenannten Nachteile beseitigt und ein optimales Einlaufen von Zahnrädern mit verrundeten
Zahnköpfen ermöglicht, sowie eine Außenzahnradmaschine mit einem optimalen Wirkungsgrad
zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gehäuse mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und durch eine Außenzahnradmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Gehäuse für eine Außenzahnradmaschine zum Bilden eines Innenraumes
zur Aufnahme von zumindest zwei um jeweils eine Achse rotierenden und miteinander
kämmenden Zahnrädern hat erfindungsgemäß zumindest zwei Gehäusezonen, wobei die den
Innenraum begrenzende innere Gehäusezone zumindest abschnittsweise weicher als die
von dem Innenraum abgewandte äußere Gehäusezone ist.
[0008] Dadurch, dass die innere als Einlaufschicht wirkende Gehäusezone weicher gestaltet
ist als die äußere bzw. weitere Gehäusezonen, kann das Material beim Einlaufen von
verrundeten Zahnköpfe leichter verdrängt und sogar komprimiert werden. Hierdurch wird
zum einen eine optimale Einlaufspur gebildet und zum anderen eine auf die Zahnräder
bzw. die Zahnköpfe wirkende Belastung beim Einlaufen reduziert, so dass Beschädigungen
der Zahnköpfe bzw. der Kopfkreise der Zahnräder ausgeschlossen sind. Die äußere Gehäusezone
kann herkömmlich aus bspw. einer Aluminiumknetlegierung für Anwendungen in der Mobilhydraulik
oder Eisenguss für stationäre Hydraulikanwendungen bestehen, wodurch das Gehäuse trotz
der weichen Einlaufschicht robust ausgeführt ist. Das Gehäuse ist erfindungsgemäß
abschnittsweise bzw. zonenweise optimal an jeweils zu erfüllenden Bedingungen wie
optimales Einlaufverhalten und hohe Lebensdauer angepasst und weist somit keine homogene
Materialstruktur auf. Die Gehäusezone, in der die Einlaufspur auszubilden ist, weist
eine geringe Festigkeit auf und die Gehäusezone, die eine hohe Lebensdauer ermöglicht,
hat eine hohe Festigkeit.
[0009] Bevorzugterweise ist die innere Gehäusezone aus einem metallischen Sintermaterial
gebildet. Vorzugsweise wird das Sintermaterial mit einer derartigen Porosität eingestellt,
dass es beim Einlaufen der Zahnköpfe verdichtet wird.
[0010] Bei einem Ausführungsbeispiel ist die innere Gehäusezone aus einer metallischen Legierung
gebildet. Diese kann beispielsweise im Schleudergussverfahren bequem an die äußere
Gehäusezone angebunden werden. Ein Beispiel für eine metallische Legierung ist Bronze.
[0011] Bei einer Variante weist die metallische Legierung an ihrer Innenumfangswandung zumindest
abschnittsweise Vertiefungen auf. Hierdurch kann eine dem Sintermaterial ähnliche
Porosität geschaffen werden, wodurch ein Verdichten des Materials beim Einlaufen ermöglicht
wird.
[0012] Beispielsweise sind die Vertiefungen rillenartig in Form von eingedrehten oder eingefrästen
Riefen ausgebildet. Diese Art von Vertiefungen ist fertigungstechnisch einfach auszubilden.
[0013] Bei einer fertigungstechnisch einfach auszubildenden Alternative werden die Vertiefungen
mittels Strahltechnik ausgebildet. Hierzu wird die Innenumfangswandung sand-oder kugelgestrahlt
und somit mit einer Vielzahl von Dellen ausgebildet.
[0014] Eine erfindungsgemäße Außenzahnradmaschine mit in einem Innenraum angeordneten zumindest
zwei um jeweils eine Achse rotierenden und miteinander kämmenden Zahnrädern hat ein
Gehäuse mit einer inneren den Innenraum begrenzenden Gehäusezone und einer äußeren
Gehäusezone, wobei die innere Gehäusezone zumindest abschnittsweise weicher als die
äußere Gehäusezone ausgebildet ist. Hierdurch wird ein optimales Einlaufen der Zahnräder,
insbesondere von Zahnrädern mit verrundeten Zahnköpfen ermöglicht, so dass eine derartige
Außenzahnradmaschine einen optimalen Wirkungsgrad aufweist.
[0015] Eine bevorzugte hydraulisch und mechanisch hochbelastbare Außenzahnradmaschine weist
eine Schrägverzahnung der Zahnräder auf.
[0016] Sonstige vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
[0017] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand schematischer
Darstelllungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Außenzahnradmaschine,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Außenzahnradmaschine nach Figur 1, und
Figur 3 eine Detaildarstellung aus Figur 2.
[0018] In Figur 1 ist in einem Längsschnitt eine als Zahnradmaschine 1 ausgebildete hydraulische
Antriebsmaschine dargestellt. Diese weist ein Maschinengehäuse 2 auf, welches mittels
zweier Gehäusedeckel 4 und 6 verschlossen ist. Der in Figur 1 gezeigte rechte Gehäusedeckel
6 ist von einer Triebwelle 8 durchgriffen, auf welcher ein erstes Zahnrad 10 innerhalb
des Maschinengehäuses 2 angeordnet ist und die einen nicht bezifferten außenliegenden
Anschlusszapfen aufweist. Das erste Zahnrad 10 steht mit einem zweiten Zahnrad 12
über eine Schrägverzahnung 14 in Eingriff, wobei das Zahnrad 12 auf einer Achse 16
drehfest angeordnet ist. Die Triebwelle 8 und die Achse 16 sind jeweils in zwei Gleitlagern
18, 20 bzw. 22, 24 geführt. Die in Figur 1 gezeigten rechten Gleitlager 20, 24 sind
dabei in einem Lagerkörper 26 und die gemäß der Figur 1 linken Gleitlager 18, 22 in
einem Lagerkörper 28 aufgenommen. Die Zahnräder 10, 12 sind in Axialrichtung jeweils
über eine erste Axialfläche 30, 32 an dem rechten Lagerkörper 26 und über jeweils
eine zweite Axialfläche 34, 36 an dem linken Lagerkörper 28 gleitend gelagert. Gleitflächen
zwischen den Zahnrädern 10, 12 und den Lagerkörpern 26, 28 können zur Verringerung
der Reibung mit einer Gleitbeschichtung wie MoS
2, Graphit oder PTFE versehen sein. Die Lagerkörper 26, 28 weisen jeweils mit einer
Stirnfläche 38, 40 zu den Gehäusedeckeln 4, 6 hin. Die Gehäusedeckel 4, 6 sind über
Zentrierbolzen 42 an dem Maschinengehäuse 2 ausgerichtet, wobei zur Abdichtung zwischen
den Gehäusedeckeln 4, 6 und dem Maschinengehäuse 2 jeweils eine Gehäusedichtung 44
angeordnet ist. Des Weiteren ist jeweils eine Axialdichtung 46 in die Stirnflächen
38, 40 der Lagerkörper 26, 28 zur Trennung eines Hoch- von einem Niederdruckbereich
der Zahnradmaschine 1 eingesetzt. Ein Wellendichtring 48 dichtet den Durchgriff der
Triebwelle 8 durch den rechten Gehäusedeckel 6 ab. Somit ist ein gegenüber der Außenumgebung
abgedichteter Innenraum 50 gebildet, in dem ein kämmendes Zahnradpaar 10, 12 zwischen
zwei Lagerkörpern 26, 28 angeordnet ist. Zur Integration der Außenzahnradmaschine
1 in ein Hydrauliksystem weist das Gehäuse 2, 4, 6 einen in Figur 2 gezeigten Fluidmittelzulauf
52 und einen Fluidmittelablauf 54 auf.
[0019] Zur Beaufschlagung der Zahnräder 12, 14 und/oder der Triebwelle 8 bzw. der Achse
16 im Betrieb mit jeweils einer Gegenkraft zu ihrer resultierenden hydraulischen und
mechanischen Axialkraftkomponente sind in dem linken Gehäusedeckel 4 zwei zylindrische
Kolben 56, 58 vorgesehen. Die Kolben 56, 58 sind koaxial zur Triebwelle 8 bzw. zur
Achse 16 angeordnet und axial verschiebbar geführt, wobei sie sich in stirnseitiger
Anlage mit der Triebwelle 8 bzw. der Achse 16 befinden.
[0020] Gemäß Figur 2, in der die Schrägverzahnung 14 deutlich zu erkennen ist, weisen die
Zahnräder 10, 12 eine Vielzahl von Zähnen 60, 62 auf, die jeweils von zwei Zahnflanken
64, 66 und einem die Zahnflanken 64, 66 verbindenden verrundeten Zahnkopf 68 gebildet
sind.
[0021] Das Maschinengehäuse 2 hat erfindungsgemäß eine innere Gehäusezone 70 und eine äußere
Gehäusezone 72. Die innere Gehäusezone 70 wirkt als Einlaufschicht für die Zahnköpfe
68 und weist demgemäß eine den Innenraum 50 begrenzende Innenwandung 74 auf. Im Bereich
ihrer durch eine gestrichelte Grenzlinie 76 angedeutete Außenwandung ist sie an die
Gehäusezone 72 angebunden. Sie besteht bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
aus einem porösen und beim Einlaufen durch die Zahnköpfe 68 verdichtbaren Sintermaterial,
das weicher ist bzw. eine geringere Festigkeit als die äußere Gehäusezone 72 hat.
Die Innenwandung 74 ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel als eine vertiefungs-
bzw. erhebungsfreie Oberfläche ausgebildet, jedoch können auch zumindest in Einlaufbereichen
der Zahnköpfe 68 Vertiefungen wie Rillen, Dellen bzw. Erhebungen wie Noppen, Beulen
und drgl. eingebracht sein.
[0022] Die äußere Gehäusezone 72 wirkt als Maschinengehäuse 2 an sich und besteht zur Einstellung
einer hohen Lebensdauer aus einem härteren Material als die innere Gehäusezone 70.
Je nach dem hydraulischen Anwendungsfall ist sie bevorzugterweise aus einer leichten
Aluminiumknetlegierung oder aus Eisenguss hergestellt.
[0023] Die Detaildarstellung in Figur 3 zeigt einen Abschnitt des Gehäuses 2 vor und nach
dem Einlaufen der Zahnräder 10, 12 mit ihren verrundeten Kopfabschnitten 68. Der Verlauf
der Innenwandung 74 der inneren Gehäusezone 70 vor dem Einlaufen der Zahnköpfe 68
ist durch eine durchgezogene Linie 78 dargestellt. Der Verlauf der Innenwandung 74
nach dem Einlaufen ist durch eine zwischen der durchgezogenen Linie 78 und der Grenzlinie
76 verlaufenden strichpunktierten Linie 80 dargestellt. Die strichpunktierte Linie
80 mündet endseitig in die durchgezogene Linie 78 und begrenzt einen schraffiert gezeigten
sichelartigen Materialbereich 82, der beim Ausbilden einer Einlaufspur durch die Zahnköpfe
68 verdrängt wird. Die Verdrängung ist dabei derart, dass der schraffierte Materialbereich
82 mit einem an ihn angrenzenden und radial außenliegenden Materialbereich der inneren
Gehäusezone 70 zum sichelartigen Materialabschnitt 84 verdichtet wird. Somit wird
bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel der Materialbereich 82 nicht durch die
Zähne 60, 62 in Rotationsrichtung entlang der Innenumfangswandung 74 verschoben, sondern
die innere Gehäusezone 70 bzw. deren Material wird stattdessen im Bereich der Einlaufspur
durch die Zahnköpfe 68 zumindest lokal komprimiert.
[0024] Offenbart ist ein Gehäuse für eine Außenzahnradmaschine zum Bilden eines Innenraums
zur Aufnahme von zumindest zwei um jeweils eine Achse rotierenden und miteinander
kämmenden Zahnrädern, wobei es Gehäusezonen hat, die lokal an eine jeweilige Funktion
bzw. ein Erfordernis wie ein optimales Einlaufverhalten oder eine hohe Lebensdauer
angepasst sind und das Gehäuse so eine als Einlaufschicht wirkende weiche Gehäusezone
und eine vom Innenraum abgewandte harte äußere Gehäusezone aufweist, sowie eine Außenzahnradmaschine
mit einem derart inhomogenen Gehäuse.
1. Gehäuse (2) für eine Außenzahnradmaschine (1) zum Bilden eines Innenraums (50) zur
Aufnahme von zumindest zwei um jeweils eine Achse rotierenden und miteinander kämmenden
Zahnrädern (10, 12), gekennzeichnet durch zumindest zwei Gehäusezonen (70, 72), wobei die den Innenraum (50) begrenzende innere
Gehäusezone (70) zumindest abschnittsweise weicher als die von dem Innenraum (50)
abgewandte äußere Gehäusezone (72) ist.
2. Gehäuse nach Anspruch 1, wobei die innere Gehäusezone (70) aus einem metallischen
Sintermaterial gebildet ist.
3. Gehäuse nach Anspruch 1, wobei die innere Gehäusezone (70) aus einer metallischen
Legierung gebildet ist.
4. Gehäuse nach einem Anspruch 3, wobei die innere Gehäusezone (70) innenumfangsseitig
zumindest abschnittsweise Vertiefungen aufweist.
5. Gehäuse nach Anspruch 4, wobei die Vertiefungen rillenartig sind.
6. Gehäuse nach Anspruch 4, wobei die Vertiefungen mittels Strahltechnik ausgebildet
sind.
7. Außenzahnradmaschine (1) mit in einem Innenraum (50) angeordneten zumindest zwei um
jeweils eine Achse rotierenden und miteinander kämmenden Zahnrädern (10, 12), gekennzeichnet durch ein Gehäuse (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
8. Außenzahnradmaschine nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Zahnräder (10, 12) schräg verzahnt
sind.