[0001] Die Erfindung betrifft ein Hohlfaserbündel zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 sowie eine Stoffaustauschvorrichtung zur
Aufnahme mindestens eines solchen Hohlfaserbündels sowie ein Verfahren zur Herstellung
eines Hohlfaserbündels zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
von Patentanspruch 11.
[0002] Der Einsatzbereich von Stoffaustauschvorrichtungen reicht von allgemeinen industriellen
Anwendungen der Chemie oder etwa der Physik bis zu Anwendungen der Medizintechnik.
Stoffaustauschvorrichtungen im erfindungsgemäßen Sinne betreffen einen Austausch eines
Stoffes, welcher in gasförmiger oder auch in flüssiger Phase vorliegen kann, zwischen
einer ersten Phase und einer von dieser durch eine durchlässige Membran getrennten
zweiten Phase. Hierbei erfolgt der Stoffaustausch aufgrund eines Konzentrations- bzw.
Druckgefälles zwischen der ersten und der zweiten Phase. Je nach ausgetauschtem Stoff
oder Stoffen bzw. je nach Phase, in welchen diese Stoffe vorliegen, erfordert die
Ausgestaltung der Membran grundlegende technische Voraussetzungen, um einen gewünschten
Stoffaustausch gewährleisten zu können.
[0003] Obwohl sich die vorliegende Erfindung nicht nur auf medizintechnische Anwendungen
beschränkt, soll dennoch im Folgenden hauptsächlich von einer medizintechnischen Anwendung
ausgegangen werden, anhand welcher wesentliche Erfindungsprinzipen erklärt werden.
[0004] In medizintechnischen Anwendungen zum Stoffaustausch steht meist die Ausscheidung
von gesundheitsschädlichen Stoffen bzw. die Übertragung von gesundheitsfördernden
bzw. lebenserhaltenden Stoffen aus bzw. in den Körper des Patienten im Vordergrund.
So ist es etwa ein Anliegen der Hämo-Dialyse, das Blut eines Patienten von gesundheitsgefährdenden
Abbau- bzw. Giftstoffen zu reinigen. Im Falle von Oxygenatoren steht einerseits die
Versorgung des Blutes eines Patienten mit ausreichend Sauerstoff im Vordergrund, andererseits
soll auch die Reinigung des Blutes von erzeugtem Kohlendioxid erreicht werden. Weitere
typische Stoffaustauschvorrichtungen der Medizintechnik können beispielsweise zur
Plasmaseparation (Bluttrennung) oder auch in Hybridorganen, wie der künstlichen Leber,
realisiert sein.
[0005] Soll ein Stoffaustausch zwischen dem Blut eines Patienten und einer weiteren Austauschphase,
wie etwa einem Gasgemisch mit Sauerstoff, erfolgen, ist sicherzustellen, dass das
Blut des Patienten ausreichend behandelt wird, d.h. der Stoffaustausch ausreichend
abläuft. Bei Oxygenatoren ist folglich darauf zu achten, dass ausreichend Sauerstoff
aus der Austauschphase über die Membran in das Blut des Patienten eingebracht wird.
Ebenso ist zu berücksichtigen, dass das angefallene Kohlendioxid in ausreichender
Menge aus dem Blut des Patienten entfernt wird. Je nach Stoffaustauschmenge können
Oxygenatoren etwa lediglich zur Unterstützung der natürlichen Lungenfunktion bzw.
zu deren vollständigen Ersetzung verwendet werden. Hierbei ist es beispielsweise möglich,
Oxygenatoren extern wie intern in dem Blutkreislauf eines Patienten vorzusehen, um
die Lungenfunktion des Patienten während eines chirurgischen Eingriffes zu ersetzen.
[0006] Je nach Anforderungen weisen die erforderlichen Membranen spezifische Materialeigenschaften
und Geometrien auf, um den gewünschten Stoffaustausch zu erlauben. Viele moderne Stoffaustauschvorrichtungen
der Medizintechnik verwenden Membranhohlfasern, deren Faserwände eine vorbestimmte
Durchlässigkeit für einen auszutauschenden Stoff aufweisen. Derartige Membranen können
aus geeigneten polymeren Kunststoffen sowie polymerem Polypropylen oder polymerem
Polymethylpentene oder auch aus Silikon bestehen. Hierbei werden gemäß dem Stande
der Technik eine Vielzahl an parallel ausgerichteten Hohlfasern typischerweise zu
einer Matte zusammengefasst, um eine größere Gesamtaustauschfläche zu erhalten. Derartige
Matten können in einfacher bzw. auch in mehrfacher Lage verwendet werden. Bei einer
Lage aus einer Mehrzahl an Matten wird normalerweise die Einhaltung bestimmter Divergenzwinkel
der Längserstreckungsachsen der Hohlfasern unterschiedlicher Matten zueinander vorgesehen,
um ein Ineinanderrutschen einzelner Holfasern zu verhindern. In einem Oxygenator sind
diese Lagen an Matten dann im Wesentlichen in Form eines Hohlzylinders angeordnet,
um so dass Blut, welches in radialer Richtung dieses Zylinders fließt, beim Passieren
einzelner Hohlfasern einem Stoffaustausch zu unterwerfen. Stellvertretend für diese
in der Medizintechnik weit verbreitete Technik sei auf die
Patentschrift EP 0 621 047 B1 hingewiesen, in welcher die bezeichneten Hohlfasern in zweilagigen, kreuzgewickelten
Hohlfasermatten vorliegen, welche jeweils eine Vielzahl von parallel angeordneten
Hohlfasern aufweisen. Die Hohlfasern einer Hohlfasermatte sind hierbei mit parallelen
Ketten senkrecht zur Längserstreckungsachse der einzelnen Hohlfasern einer Hohlfasermatte
zusammengenäht, um die relative Bewegung der einzelnen Hohlfasern zueinander zu begrenzen.
Die Ausrichtung der Hohlfasern der ersten Hohlfasermatte zu denen der zweiten Hohlfasermatte
erfolgt beispielsweise unter einem Winkel von 22°. Weiter werden die einzelnen Hohlfasermatten
ggf. übereinander gelegt und zu einem Bündel aufgerollt, wobei die Enden der Hohlfasern
mithilfe eines Harzes in ein Rohr eingebettet werden, um sie so zu verankern.
[0007] Zu bekannten Hohlfaseranordnungen wird im Übrigen hingewiesen auf die Druckschriften
EP 1 360 984 A2,
JP 2002833 A,
DE 24 26 591 A1 und
CA 1 094 462 A1, die alle zweidimensionale Hohlfaseranordnungen beschreiben, deren Fasern teilweise
auch als verdrillte Stränge ausgeführt sein können.
[0008] Abgesehen von den geometrischen Limitierungen haben die Stoffaustauschvorrichtungen
typischerweise auch ein Spektrum an Leistungsanforderungen zu erfüllen, welche sich
aus Sicherheitsaspekten hinsichtlich der Patientenversorgung sowie auch aus medizinischen
Überlegungen ergeben. Hierbei sind etwa das Blutfüllvolumen ebenso zu beachten wie
ein Druckabfall auf der Seite der Austauschphase (etwa einem Gas mit Sauerstoff in
einem Oxygenator) wie auch auf der blutseitigen Phase, die Scherbelastung von Blutzellen,
sowie auch Eigenschaften der Membranoberflächen und Oberflächeneffekte bei Wechselwirkung
mit Blut. Um die Vielzahl an Einflüssen zu berücksichtigen, werden in der Medizintechnik
stets Lösungen vorgeschlagen, welche eine Verbesserung in der Erfüllung bestimmter
Anforderungen auf Kosten einer Verschlechterung in der Erfüllung anderer Anforderungen
erreichen. Ein für die Effizienz und damit für die Menge des ausgetauschten Stoffes
in einer Stoffaustauschvorrichtung wichtiger Parameter sind zudem auch die lokalen
Temperaturen als auch die lokalen Temperaturunterschiede zwischen der Blutphase und
der Austauschphase. So weisen moderne Oxygenatoren beispielsweise auch integrierte
Wärmetauscher auf, welche etwa durch Verwendung wärmeleitfähiger Materialien in plattenförmiger
Bauweise die Temperaturunterschiede innerhalb der Stoffaustauschvorrichtung während
des Stoffaustausches weitgehend ausgleichen sollen.
[0009] Um den Stoffaustausch in Stoffaustauschvorrichtungen, insbesondere den Sauerstoffaustausch
in Oxygenatoren verbessern zu können, kann die folgende Gleichung 1 zur mathematischen
Beschreibung der Gastransferrate im Oxygenator betrachtet werden.

[0010] Hierbei bezeichnet
dV/
dt die Gastransferrate zwischen der gasförmigen Austauschphase innerhalb der Hohlfasern
und der Blutphase außerhalb der Hohlfasern. Die Gastransferrate
dV/
dt berechnet sich hierbei als Produkt eines Stoffdurchgangskoeffizienten (K), der Größe
der Membranoberfläche (A) sowie dem logarithmischen Mittelwert des Gaspartialdruckes
(Δp
ln), welcher die Triebkraft des Stoffaustausches darstellt. Der Stoffdurchgangskoeffizient
K lässt sich als eine hier nicht weiter ausgeführte Funktion einzelner Stoffübergangskoeffizienten
für das betreffende Gas in der Gasphase, Membran und Blutphase beschreiben.
[0011] Aus obiger Gleichung wird ersichtlich, dass theoretisch zahlreiche Maßnahmen zu einer
Verbesserung des Stoffaustausches in der Stoffaustauschvorrichtung vorgenommen werden
können. Hierbei zeigt sich jedoch in der technischen Praxis, dass viele Maßnahmen
zur Optimierung eines Parameters mit der Verschlechterung eines anderen Parameters
einhergehen. Insbesondere bei der Verwendung von Hohlfasern in Stoffaustauschvorrichtungen
haben sich die technischen Anstrengungen vornehmlich auf eine Optimierung der Gehäuseform
der Stoffaustauschvorrichtungen, der Positionierung einzelner Hohlfasern in dem Gehäuse
sowie die Strömungsbeeinflussung der Blutphase in der Stoffaustauschvorrichtung konzentriert.
Trotz dieser Anstrengungen zeigen sich bei vielen aus dem Stand der Technik bekannten
Stoffaustauschvorrichtungen jedoch gravierende Nachteile, welche einen verminderten
Stoffaustausch verursachen. Hierzu zählen beispielsweise die Randgängigkeit der Blutphase
zwischen der inneren Wandung des Gehäuses und den außen liegenden Hohlfasern, Kanalbildungen,
Kurzschlussströmungen sowie Todzonen, welche alle einen deutlich vermindernden Stoffaustausch
zwischen der Austauschphase in den Hohlfasern und der Blutphase zur Folge haben.
[0012] Gerade bei der Anordnung einer Vielzahl von Hohlfasern zu einer Hohlfasermatte bzw.
einer Vielzahl solcher Matten zu einem Hohlfaserbündel lassen sich die oben beschriebenen
Phänomene besonders dann nachweisen, wenn die Hohlfasermatten bzw. Hohlfaserbündel
um einen zentral angeordneten Zylinder in der Stoffaustauschvorrichtung gewickelt
sind. Hierbei entstehen nicht nur Kurzschlussströmungen von radial strömendem Blut,
welches praktisch ohne mit einer Hohlfaser in wechselwirkenden Stoffaustausch zu treten
aus dem Inneren des Zylinders direkt zu dessen Innenwandung strömen kann. Weiter entstehen
bei derartigen Konfigurationen mitunter große Randgängigkeiten zwischen Hohlfasermatte
und der Innenwandung des Zylinders, wodurch der gewünschte Stoffaustausch stark vermindert
wird.
[0013] Entsprechend der oben dargestellten Nachteile darf es somit als notwendig erkannt
werden, eine Anordnung von Hohlfasern bzw. ein Hohlfaserbündel vorzuschlagen, welches
zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung vorgesehen ist, welches die oben beschriebenen
Nachteile vermindert, die zu einem reduzierten Stoffaustausch in der Stoffaustauschvorrichtung
Anlass geben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Hohlfaserbündel
vorzuschlagen, welches einen verbesserten Stoffaustausch bei Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung
erlaubt. Weiterhin ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine entsprechende Stoffaustauschvorrichtung
zur Aufnahme mindestens eines Hohlfaserbündels sowie ein Verfahren zur Herstellung
eines derartigen Hohlfaserbündels vorzuschlagen.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Hohlfaserbündel zur Aufnahme in einer
Stoffaustauschvorrichtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Weiterhin wird die Aufgabe
durch eine Stoffaustauschvorrichtung gemäß Patentanspruch 10 sowie ein Verfahren zur
Herstellung eines Hohlfaserbündels zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung
gemäß Patentanspruch 11 gelöst.
[0015] Insbesondere wird die Aufgabe durch ein Hohlfaserbündel zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung
gelöst, welche sich dadurch auszeichnet, dass das Hohlfaserbündel drei Gruppen von
im Wesentlichen wenigstens lokal entlang einer Vorzugsrichtung ausgerichteten Hohlfasersträngen
für einen Stoffaustausch und/oder Wärmeaustausch umfasst, welche in Bezug auf ihre
lokale Vorzugsrichtungen so zueinander angeordnet sind, dass eine erste Gruppe von
Hohlfasersträngen in eine im Wesentlichen erste Vorzugsrichtung weist, eine zweite
Gruppe von Hohlfasersträngen in eine im Wesentlichen zweite Vorzugsrichtung weist
und eine dritte Gruppe von Hohlfasersträngen in eine im Wesentlichen dritte Vorzugsrichtung
weist, wobei die drei Vorzugsrichtungen voneinander unabhängig und im Wesentlichen
zueinander senkrecht sind.
[0016] Überdies wird die Aufgabe durch eine Stoffaustauschvorrichtung zur Aufnahme mindestens
eines Hohlfaserbündels gelöst, wobei mindestens ein Hohlfaserbündel entsprechend einem
erfindungsgemäßen Hohlfaserbündel ausgebildet ist.
[0017] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung liegt darin, eine Vielzahl an Hohlfasersträngen
in einem Hohlfaserbündel vorzusehen, wobei unterschiedliche Hohlfaserstränge unterschiedliche
Vorzugsrichtungen im Raum aufweisen, so dass ein dreidimensionales Gebilde entsteht.
Hohlfaserstränge im erfindungsgemäßen Sinne können sowohl einzelne Hohlfasern als
auch eine Mehrzahl an Hohlfasern sein. Die Vorzugsrichtung der Hohlfaserstränge definiert
sich im Falle einzelner Hohlfasern durch die Längserstreckungsrichtung der Hohlfasern,
und im Falle eines Hohlfaserstranges mit einer Mehrzahl an Hohlfasern durch die im
Wesentlichen mittlere Längserstreckungsrichtung des Stranges. Demgemäß sind die Hohlfasern
stets so miteinander verbunden, dass eine Vorzugsrichtung definierbar ist.
[0018] Da zudem einzelne Hohlfasern wie auch Hohlfaserstränge in dem Hohlfaserbündel mitunter
Biegungen aufweisen können, ist das Hohlfaserbündel durch eine dreidimensionale Struktur
gekennzeichnet, welche wenigstens lokal Hohlfasern bzw. Hohlfaserstränge umfasst,
die drei voneinander unabhängige Raumrichtungen aufweisen. Die Unabhängigkeit einzelner
Vorzugsrichtungen ist vorliegend im mathematischen Sinne zu verstehen, so dass aus
drei Hohlfasern bzw. Hohlfasersträngen mit unabhängigen Vorzugsrichtungen eine dreidimensionale
Struktur gebildet wird. Hier und im Weiteren wird eine unabhängige Vorzugsrichtung
mit einer unterschiedlichen Vorzugsrichtung gleichgestellt.
[0019] Durch die dreidimensionale Anordnung von Hohlfasersträngen in dem Hohlfaserbündel
kann folglich eine möglichst optimale Raumnutzung einerseits erreicht werden, andererseits
kann auch ein geometrisches Hohlfasergerüst dargestellt werden, welches den dynamischen
Fluss der an der äußeren Oberfläche der Hohlfaserwandungen vorbeiströmenden Phase
konditioniert. So ist es beispielsweise in Oxygenatoren von entscheidender Wichtigkeit,
dass die Blutphase wenigstens bereichsweise eine geeignete turbulente Strömung ausführt,
wodurch einerseits der Kontakt mit den Oberflächen der Hohlfaserwandungen statistisch
verbessert wird, und andererseits auch eine geeignete Durchmischung der Blutphase
erfolgt. Insbesondere bei den aus dem Stand der Technik bekannten Hohlfasermatten,
welche lokal meist nur eine zweidimensionale Struktur bzw. eine Struktur mit nur zwei
Vorzugsrichtungen definieren, ist der Grad der Turbulenzbildung in der Blutphase oftmals
nur sehr gering.
[0020] Ein weiterer Hauptgedanke der vorliegenden Erfindung liegt ferner darin, einen Hohlfaserstrang
durch Verflechten mehrerer Hohlfasern miteinander darzustellen, wodurch einerseits
eine selbst stabilisierende Struktur ausgebildet wird, und andererseits diese Struktur
eine Oberflächentopografie aufweist, welche aufgrund der Verschlingungen der einzelnen
Hohlfasern miteinander (Verflechtungen) wiederum lokal zu einer Verbesserung des turbulenten
Flusses der an der Oberfläche des Hohlfaserstranges vorbei bewegende Phase erreicht.
Weiterhin stellen sich einzelne Hohlfaserstränge aus mehreren Hohlfasern als überaus
geeignet dar, größere Hohlfaserbündel durch Verbinden bzw. Bündelung in modularem
Aufbau darzustellen.
[0021] Vorangehend wie auch im Nachfolgenden ist ein Verflechten einzelner Hohlfasern miteinander
im Sinne eines Verschlingens einzelner Hohlfasern miteinander zu verstehen. Hierbei
erfolgt jedoch das Verschlingen derart, dass die geflochtenen Hohlfasern eine stabile
Struktur erzeugen, um somit einem selbständigen Lösen einzelner Hohlfasern aus dieser
Struktur vorzubeugen. Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass ein Verflechten einzelner
Hohlfasern wenigstens zwei Hohlfasern aufweist, welche zueinander nicht im rechten
Winkel geführt sind. Damit unterscheidet sich ein Verflechten grundlegend von einem
Verweben oder Verkreuzen, in welchem die Hohlfasern im Wesentlichen in zwei miteinander
verkreuzt verschlungenen Gruppen an Hohlfasern vorliegen. Folglich ist es auch nachvollziehbar,
dass ein Verflechten aufgrund der relativ geringen Einschränkung hinsichtlich der
Anordnung einzelner Hohlfaserstränge bzw. Hohlfasern zueinander ein weitaus größeres
geometrisches Spektrum an Darstellungsmöglichkeiten von Hohlfaserbündeln erlaubt.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform zeichnet sich das Hohlfaserbündel dadurch aus,
dass wenigstens einer der Hohlfaserstränge aus einer Mehrzahl an Hohlfasern besteht.
Da die mechanische Stabilität eines Hohlfaserstranges aus einer Mehrzahl an Hohlfasern
im Vergleich zu einzelnen Hohlfasern verbessert ist, resultiert auch eine Verbesserung
der mechanischen Stabilität des gesamten Hohlfaserbündels. Insbesondere tritt diese
Verbesserung dann ein, wenn die Mehrzahl an Hohlfasern aneinander fixiert ist, um
so ein Verrutschen einzelner Hohlfasern gegeneinander zu vermindern. Eine derartige
Fixierung kann beispielsweise durch geeignete Verkettung mit Halteelementen oder Haltefäden
erreicht werden, oder aber auch durch einfaches Verkleben miteinander. Anstelle von
Halteelementen oder Halteflächen kann die Fixierung auch durch quer verlaufende weitere
Hohlfasern erzielt werden.
[0023] In einer weiterführenden Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen,
dass die mehreren Hohlfasern des wenigstens einen Hohlfaserstranges miteinander verflochten
sind. Aufgrund des Verflechtens werden die Oberflächen der Hohlfasern so zueinander
gerichtet, bzw. die Hohlfasern so miteinander verschlungen, dass ein Entgleiten bzw.
Verrutschen einzelner Hohlfasern in einem Hohlfaserstrang nicht oder nur vermindert
möglich ist. Demgemäß resultiert eine im Vergleich zu einer einzelnen Hohlfaser mechanisch
stabilere Struktur. Weiterhin kann durch geeignetes Verflechten einzelner Hohlfasern
miteinander die Gesamtoberfläche eines Hohlfaserstranges so konditioniert werden,
dass auf den Strömungsfluss der mit der Oberfläche der Hohlfasern in Kontakt tretenden
Phase vorteilhaft Einfluss genommen werden kann.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform weist ein Hohlfaserbündel wenigstens einen Hohlfaserstrang
für einen Stoffaustausch oder Stoff- und Wärmeaustausch auf, welcher weiter vorzugsweise
selbst mehrere Hohlfasern aufweist, die miteinander verflochten sind. Im Falle eines
Stoff- und Wärmeaustausches ist wenigstens eine Hohlfaser für einen Stoffaustausch
und wenigstens eine Hohlfaser für einen Wärmetauscher vorgesehen.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels ist die
Verflechtung der Hohlfasern so ausgeführt, dass sie sich gegenseitig stabilisieren.
Demzufolge resultiert auch dann eine stabilere Struktur des Hohlfaserbündels, wenn
wenigstens drei Gruppen an Hohlfasersträngen mit wenigstens lokal unterschiedlichen
Vorzugsrichtungen miteinander verflochten sind. Das Verflechten erlaubt also das Hohlfaserbündel
als Ganzes durch Anwenden geeigneter Flechttechniken darzustellen. Die mechanische
Stabilisierung des Hohlfaserbündels stellt sich vor allem auch dann als notwendig
heraus, wenn die mit der äußeren Oberfläche der Hohlfaser in Kontakt gelangende Phase
bei Verwendung der Stoffaustauschvorrichtung auf diese einen Strömungsdruck ausübt.
Ausführungsgemäß ist die aus der Verflechtung der Hohlfasern resultierende Stabilisierung
ausreichend, um einem solchen Strömungsdruck standhalten zu können, ohne dass die
Struktur des Hohlfaserbündels wesentlich verändert würde.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform ist der wenigstens eine Hohlfaserstrang des Hohlfaserbündels
in Bezug zu wenigstens einem weiteren Hohlfaserstrang für einen Stoffaustausch oder
Stoff- und Wärmeaustausch mit mehreren Hohlfasern, die miteinander verflochten sind,
in dem Hohlfaserbündel miteinander verbunden. Das Hohlfaserbündel kann folglich durch
eine Anzahl an Hohlfasersträngen dargestellt werden, die ihrerseits wiederum aus einer
Mehrzahl an Hohlfasern ausgeformt sind. Die Verbindung einzelner Hohlfaserstränge
untereinander kann durch geeignete Vorrichtungen wie Verbindungsfäden bzw. Schlingen
oder auch Verbindungselemente erfolgen. Weiterhin möglich ist ein Verbinden mittels
Verkleben oder auch durch Verflechten miteinander.
[0027] Durch Anordnen einzelner Hohlfaserbündel mit unterschiedlichen Vorzugsrichtungen,
ist folglich wiederum die relativ flexible Darstellung dreidimensionaler Strukturen
eines Hohlfaserbündels besonders vorteilhaft möglich.
[0028] Erfindungsgemäß umfasst das Hohlfaserbündel genau drei Gruppen an Hohlfasersträngen,
welche in jeweils eine Vorzugsrichtung weisen, die von den anderen Vorzugsrichtungen
unabhängig ist. Somit lässt sich wiederum ein geeignetes Hohlfaserbündel gemäß vorgegebenen
Abmessungen, etwa des Gehäuses einer Stoffaustauschvorrichtung darstellen.
[0029] Die genau drei Vorzugsrichtungen sind im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet.
Durch die senkrechte Anordnung zueinander lassen sich besonders stabile Strukturen
eines Hohlfaserbündels darstellen, da die auftretenden Strömungskräfte in den Hohlfaserbündeln
weitgehend gleich über alle drei Raumrichtungen verteilt werden können. Gerade auch
bei Hohlfaserbündeln in welchen ein turbulenter Fluss wenigstens bereichsweise in
einer der Phasen eingestellt wird, kann folglich eine geeignete Kräfteübertragung
in alle Raumrichtungen erfolgen.
[0030] Fernerhin ist als Ausführungsform vorgesehen, dass die erste Gruppe an Hohlfasersträngen,
die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen und die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen
miteinander verflochten sind. Eine Verbindung mittels Verflechten ist einerseits relativ
einfach darzustellen, und resultiert andererseits auch in einer stabilen Struktur
des Hohlfaserbündels.
[0031] In einer Weiterführung ist die Verflechtung der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen,
der zweiten Gruppe an Hohlfasersträngen und der dritten Gruppe an Hohlfasersträngen
so ausgeführt, dass eine selbsttragende, mechanisch belastbare Struktur resultiert.
Die Belastbarkeit dieser Struktur ist wenigstens ausreichend, um dem in dem Hohlfaserbündel
auftretenden Strömungsdruck standzuhalten.
[0032] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bildet die Verflechtung
eine hinsichtlich der Hohlfaserstränge regelmäßige Struktur aus. Eine regelmäßige
Struktur ist insbesondere für eine gleichmäßige Durchmischung der mit der äußeren
Oberfläche der Hohlfaser in Kontakt gelangenden Phase entscheidend. Demgemäß können
bereichsweise unterschiedliche Stoffaustauscheffizienzen bzw. Stör- oder Todflüsse
oder auch Todvolumina weitgehend vermieden oder aber vollständig verhindert werden.
Vorzugsweise weist die regelmäßige Struktur eine Symmetrie auf, welche gegebenenfalls
auch der Symmetrie der Gehäuseform der Stoffaustauschvorrichtung entsprechen kann.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels ist die
erste Gruppe an Hohlfasersträngen und die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen für einen
Stoffaustausch vorgesehen und die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen für einen Wärmeaustausch.
Folglich können Temperaturgradienten innerhalb des Faserbündels auch lokal relativ
gut ausgeglichen werden. Insbesondere kann für Stoffaustauschvorrichtungen, welche
eine hohe Konstanz des Wärmeniveaus innerhalb des Hohlfaserbündels gewährleisten müssen
- beispielsweise bei Oxygenatoren - Wärme im Wesentlichen in dem gesamten Volumen
des Hohlfaserbündels zugeführt bzw. abgeführt werden. Demgemäß kann gewährleistet
werden, dass die mit den äußeren Oberflächen der Hohlfasern in Kontakt tretende Phase
über das Volumen des Hohlfaserbündels eine weitgehend konstante Temperatur aufweist.
Durch Veränderung dieser Temperatur bei entsprechender Abfuhr bzw. Übertragung von
Wärme kann auch die Stoffaustauschrate in dem Hohlfaserbündel geeignet eingestellt
werden.
[0034] Weiterhin ist in einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels vorgesehen,
dass die erste Gruppe an Hohlfasersträngen und die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
im Wesentlichen entlang der Vorzugsrichtung der dritten Gruppe an Hohlfasersträngen
einen Kanal oder mehrere Kanäle ausbilden. Mittels der Kanäle lässt sich eine geeignete
Strömungskonditionierung der Phase erreichen, die mit den äußeren Oberflächen der
Hohlfasern in Kontakt gelangt. Folglich kann damit erneut gezielt auf die gesamte
Stoffaustauschrate Einfluss genommen werden.
[0035] In einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels werden die
Hohlfasern wenigstens eines Hohlfaserstranges wenigstens bereichsweise durch die Löcher
einer oder mehrerer Lochscheiben positioniert. Hiermit können die Hohlfasern insbesondere
endständig leicht an ein Fluidversorgungssystem angeschlossen werden, wobei sie in
dem Bereich der Lochscheiben mechanisch fixiert werden. Die Lochscheiben sind hierbei
angepasst, um einzelne Hohlfasern bzw. Hohlfaserstränge aus mehreren Hohlfasern aufzunehmen.
[0036] Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0037] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die
anhand der Abbildungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hohlfaserbündels;
- Fig. 2
- eine schematische Schnittansicht durch eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hohlfaserbündels;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung zur Anordnung von Hohlfasersträngen in einer sechseckigen
Form gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4
- eine mathematische Darstellung der Längsverteilung sI sowie der Porosität ε eines Hohlfaserbündels gemäß der in Fig. 3 angedeuteten Ausführungsform;
- Fig. 5
- eine beispielhafte Darstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Hohlfaserstranges
bestehend aus drei Hohlfasern;
- Fig. 6
- eine beispielhafte Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hohlfaserstranges;
- Fig. 7
- eine beispielhafte Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Hohlfaserstranges;
- Fig. 8
- eine Seitenschnittansicht durch eine Ausführungsform einer Stoffaustauschvorrichtung
zur Aufnahme eines Hohlfaserbündels gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0038] In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche und gleich wirkende Teile dieselben
Bezugsziffern verwendet.
[0039] Fig. 1 zeigt eine schematische Schnittansicht durch eine erste Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels 1, welches insgesamt drei Gruppen von unterschiedlichen
Hohlfasersträngen 10a, 10b und 10c aufweist, deren jeweilige Vorzugsrichtungen V1,
V2 und V3 voneinander unabhängig sind. Insbesondere sind die Vorzugsrichtungen so
angeordnet, dass die erste Gruppe an Hohlfasersträngen 10a die Vorzugsrichtung V1
aufweist, die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen 10b die Vorzugsrichtung V2 aufweist
und die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen 10c die Vorzugsrichtung V3 aufweist. Zur
deutlicheren Darstellung sind lediglich zwei Hohlfaserstränge 10a dargestellt, welche
jeweils aus zwei Hohlfasern 11 ausgebildet sind, sowie zwei Hohlfaserstränge 10b,
welche ebenfalls aus jeweils zwei Hohlfasern 11 ausgebildet sind. Hierbei sind die
beiden Hohlfaserstränge 10a jeweils in einer Ebene angeordnet und die beiden Hohlfaserstränge
10b in einer unmittelbar darüber liegenden Ebene. Vorliegend sind die Ebenen nicht
weiter mit Bezugsziffern versehen, jedoch lassen sich diese leicht aufgrund der grafischen
Darstellungen nachvollziehen. Die Vorzugsrichtung V1 der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen
10a und die Vorzugsrichtung V2 der zweiten Gruppe an Hohlfasersträngen 10b stehen
hierbei senkrecht aufeinander. Die beiden Hohlfasern 11 eines jeden Hohlfaserstranges
10a bzw. 10b sind durch Verschlingen mit den Hohlfasersträngen 10c der dritten Gruppe
an Hohlfasersträngen 10c verflochten. Die erste und zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
10a und 10b erscheinen in der Darstellung der besseren Kenntlichkeit wegen dünner
als die Hohlfasern 11 der dritten Gruppe an Hohlfasersträngen 10c. Alle Hohlfasern
11 der drei Gruppen an Hohlfasersträngen 10a, 10b und 10c können hierbei jedoch von
identischem Außendurchmesser sein.
[0040] Hierbei weist die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen 10c in der Schnittdarstellung
randseitig des Hohlfaserbündels 1 jeweils drei Hohlfasern 11 auf, welche im in Fig.
1 dargestellten Querschnitt in dreieckiger Konfiguration zueinander angeordnet sind.
Weitere Hohlfaserstränge 10c, gemäß der Schnittansicht in Fig. 1 im Inneren des Hohlfaserbündels
1 angeordnet, weisen lediglich eine Hohlfaser 11 auf und sind gemäß der dargestellten
Schnittansicht so in Verlängerung eines der randseitigen Hohlfaserstränge 10c angeordnet,
dass sie in der Papierebene in linearer Anordnung zueinander ausgefluchtet sind. So
sind die bezeichneten innen liegenden Hohlfaserstränge 10c so angeordnet, dass jeweils
drei Hohlfaserstränge 10c, bestehend aus jeweils einer Hohlfaser 11, zwischen zwei
Hohlfasersträngen 10c angeordnet sind, welche jeweils drei Hohlfasern 11 umfassen.
Damit ist es möglich, in einer zur Vorzugsrichtung V3 senkrecht angeordneten Ebene
Hohlfasern 11 durch Verschlingen mit den einzelnen im Wesentlichen parallel zueinander
angeordneten Hohlfasersträngen 10c zu verflechten. Hierbei wird zum Verschlingen einer
Hohlfaser 11, beispielsweise der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen 10a, eine Hohlfaser
zwischen zwei Hohlfasern 11 der im Hohlfaserbündel 1 seitlich angeordneten Hohlfaserstränge
10c geführt, um sich anschließend um die oben bezeichneten weiter innen liegenden
Hohlfaserstränge 10c des Hohlfaserbündels 1 zu schlingen, und folglich mit diesen
verflochten zu werden.
[0041] Die vorliegende Darstellung gibt eine schematische Sichtweise einer ersten möglichen
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels 1 wider, wobei jedoch lediglich
zwei Ebenen an Hohlfasersträngen 10a und 10b dargestellt sind. Zum besseren Verständnis
weist die Darstellung gemäß Fig. 1 zudem zahlreiche Hilfslinien auf, welche es erlauben,
die relative Anordnung der einzelnen Hohlfaserstränge 10c zueinander leichter zu erkennen.
Gemäß der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind jedoch lediglich die drei
voneinander unterschiedlichen Gruppen an Hohlfasersträngen 10a, 10b und 10c physischer
Teil des Hohlfaserbündels. Weiter ist dem Fachmann auch verständlich, dass eine beliebige
Anzahl an Ebenen von Hohlfasersträngen 10a und 10b in alternierender Weise entlang
der Vorzugsrichtung V3 durch Verschlingen mit den einzelnen Hohlfasersträngen 10c
angeordnet sein können. Folglich kann beispielsweise ein kubisches Hohlfaserbündel
1 ausgebildet sein, bzw. ein quaderförmiges, dessen Ausdehnung entlang der Vorzugsrichtung
V3 durch die Längserstreckung der Hohlfaserstränge 10c definiert ist. Durch das Verflechten
der Hohlfaserstränge 10a mit den Hohlfasersträngen 10c bzw. durch das Verflechten
der Hohlfaserstränge 10b mit den Hohlfasersträngen 10c sowie durch die alternierende
Abfolge dieser Anordnungen entlang der Vorzugsrichtung V3 entsteht ein mechanisch
stabiles Hohlfaserbündel 1.
[0042] Vorzugsweise sind die Hohlfaserstränge 10c auch zum Wärmeaustausch in dem Hohlfaserbündel
1 vorgesehen, wohingegen die beiden Hohlfaserstränge der Gruppen an Hohlfasersträngen
10a und 10b zum Stoffaustausch vorgesehen sind. Im Falle der Verwendung des Hohlfaserbündels
1 in einem Oxygenator würden folglich die erste und zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
10a und 10b von Sauerstoff durchströmt sein, um diesen mit der Blutphase (vorliegend
nicht gezeigt) auszutauschen. Weiterhin würde auch zwischen der Blutphase und der
in den Hohlfasern 11 strömenden Gasphase ein Austausch an CO
2 ablaufen. Im Gegensatz hierzu könnten die Hohlfaserstränge 10c der dritten Gruppe
von einem Wärmeaustauschfluid durchströmt werden, welches eine weitgehend gleichmäßige
Temperaturverteilung in dem Hohlfaserbündel 1 gewährleistet. Ausführungsgemäß können
die Hohlfasern 11 der Hohlfaserstränge 10c den beiden Gruppen der Hohlfaserstränge
10a und 10b vergleichbar ausgeführt sein bzw. von diesen verschieden sein. Insbesondere
ist darauf hinzuweisen, dass die einzelnen Hohlfasern 11 einen typischen Innendurchmesser
von 200 µm bis 280 µm und einen typischen Außendurchmesser von 300 µm bis 380 µm aufweisen
können.
[0043] Um die einzelnen Gruppen an Hohlfasersträngen 10a, 10b und 10c mit dem jeweiligen
Fluid zu füllen, können diese über Anschlussstücke, in welche sie beispielsweise verklebt
oder versiegelt sind, von einem geeigneten Fluiddruck beaufschlagt werden. Demgemäß
lässt sich auch ein definierter Fluss eines Fluids in den einzelnen Gruppen an Hohlfasersträngen
10a, 10b und 10c gezielt einstellen.
[0044] Fig. 2 zeigt im Vergleich zur Fig. 1 eine weitere mögliche Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Hohlfaserbündels 1 in Querschnittansicht. Hierbei bilden die einzelnen
Hohlfaserstränge 10c, welche aus jeweils einer Hohlfaser 11 bestehen, der dritten
Gruppe an Hohlfasersträngen entlang der Vorzugsrichtung V3 im Querschnitt einen Flechtpunkt
für die mit ihnen verschlungenen Hohlfasern 11 der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen
10a und der zweiten Gruppe an Hohlfasersträngen 10b. Der Flechtpunkt definiert im
Wesentlichen den in der vorliegenden Querschnittansicht dargestellten Kreuzungspunkt
zweier Hohlfasern 11, welche einen Hohlfaserstrang 10a oder 10b ausbilden. Hierzu
im Vergleich müssen die Hohlfaserstränge 10c, welche aus jeweils einer Hohlfaser 11
gebildet sind, der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform keine Flechtpunkte darstellen.
Vielmehr stellen lediglich zwei der drei Hohlfasern 11 einer Gruppe an Hohlfasersträngen
10c einen Flechtpunkt dar. Je nach Flechtweise kann so eine dichtere bzw. auch fester
geflochtene Struktur des Hohlfaserbündels 1 dargestellt werden. Insbesondere erlauben
unterschiedliche Flechtweisen eine unterschiedliche Porosität des Hohlfaserbündels
11 einzustellen, welches sich aus dem Verhältnis von freiem Volumen in dem Hohlfaserbündel
1 zu dem Gesamtvolumen des Hohlfaserbündels 1 ergibt.
[0045] Fig. 3 zeigt eine schematische Querschnittansicht durch ein abstrahiertes Hohlfaserbündel
1 (vorliegend nicht dargestellt), welches zur Aufnahme in eine sechseckige Gehäuseform
einer Stoffaustauschvorrichtung 2 (vorliegend nicht dargestellt) vorgesehen ist. Hierbei
ist die in Fig. 3 dargestellte Querschnittansicht der in den Figuren 1 und 2 dargestellten
Querschnittansicht vergleichbar. Die ersten und zweiten Gruppen an Hohlfasersträngen
10a und 10b sind in Fig. 3 jedoch nicht dargestellt. Die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen
10c ist lediglich durch einen Hohlfaserstrang 10c schematisch dargestellt, welcher
drei Hohlfasern 11 umfasst. Die Gehäuseform, welche vorliegend sechseckig ausgeführt
ist, wird durch eine Umfangslinie des Gehäuses 3 wiedergegeben.
[0046] Ausführungsgemäß kann die Anordnung der drei Hohlfasern 11 des dargestellten Hohlfaserstranges
10c hinsichtlich des Neigungswinkels β optimiert werden, um eine Verflechtung einzelner
Hohlfasern 11 mit gewünschter Geometrie und Porosität des Hohlfaserbündels 1 darzustellen.
Der Winkel β definiert sich hierbei durch den Winkel zwischen der idealisierten seitlichen
Begrenzungslinie des dargestellten quadratischen Bezugsmusters und der Verbindungslinie
durch die jeweiligen Mittelpunkte der beiden dieser Begrenzungslinie am nächsten gelegenen
Hohlfasern 11 des Hohlfaserstranges 10c. Dementsprechend kann in Abhängigkeit von
der Anordnung der drei Hohlfasern 11 zueinander, d.h. auch in Abhängigkeit von dem
dargestellten Winkel β, ein Hohlfaserbündel 1 mit vorgegebener Porosität erzeugt werden.
Die Porosität kann auch in Abhängigkeit der Querverteilung s
q und Längsverteilung s
l der Hohlfasern 11 dargestellt werden. Die Längsverteilung s
L definiert sich hierbei im Sinne des Abstandes zwischen zwei Hohlfasern in axialer
Richtung (entlang der Längsausdehnung der Hohlfasern 11). Die Querverteilung s
q ergibt sich aus dem Abstand zwischen zwei Hohlfasern 11 in radialer Richtung (senkrecht
zur Längserstreckungsrichtung der Hohlfasern 11). Die Berechnung eines geeigneten
Winkels β erlaub hierbei einerseits die Randgängigkeit bei Einsatz des Hohlfaserbündels
in eine Stoffaustauschvorrichtung 2 sowie auch den Grad der Umströmung der von dem
Hohlfaserbündel 1 umfassten Hohlfasern zu bestimmen. Hierbei ist es wiederum verständlich,
dass die Hohlfasern gruppenweise für unterschiedliche Aufgaben (Stoffaustausch, Wärmeaustausch)
vorgesehen sein können.
[0047] Eine beispielhafte Berechnung der Längsverteilung s
I sowie der Porosität ε in Abhängigkeit des Winkels β für die in Fig. 3 dargestellte
Konfiguration lässt sich aus Fig. 4 entnehmen. Hierbei wurden die Parameter der Querverteilung
s
q auf 150 µm und der Außendurchmesser einer Hohlfaser 11 d
a auf 380 µm festgesetzt. Die dargestellten Berechnungen verdeutlichen, dass bei Vergrößerung
des Winkels β sowohl die Längsverteilung s
L als auch die Porosität ε des Hohlfaserbündels 1 zunimmt. Entsprechend der beiden
dargestellten Verläufe ist es nun möglich, für eine vorbestimmte Stoffaustauschvorrichtung
2, eine geeignete Längsverteilung s
I sowie eine geeignete Porosität ε des Hohlfaserbündels 1 einzustellen. Hierbei sei
auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Porosität ε sich als Verhältnis von
freiem Volumen des Hohlfaserbündels 1 zu dem Gesamtvolumen des Hohlfaserbündels 1
ergibt.
[0048] Durch geeignete Anordnung, insbesondere durch schräge Anordnung der Hohlfasern 11
in der Stoffaustauschvorrichtung 2 kann gewährleistet werden, dass auch Kondenswasser,
welches sich typischerweise in einer die Stoffaustauschvorrichtung 2 durchströmenden
Gasphase bilden kann, abtropft. Dementsprechend kommt es zu keinen Blockierungen bzw.
ungewünschten Reservoirbildungen.
[0049] Durch geeignetes Verflechten einzelner Hohlfasern 11 bzw. einzelner Hohlfaserstränge
10a, 10b oder 10c innerhalb eines Hohlfaserbündels 1 können nicht nur unterschiedliche
Packungsgeometrien sondern auch unterschiedliche Porositäten eingestellt werden. Diese
Eigenschaft zeigt sich insbesondere bei der Darstellung von Hohlfäserbündeln 1 zur
Aufnahme in künstlichen Organen (Hybridorganen), wie beispielsweise in einer künstlichen
Leber, als besonders bedeutungsvoll.
[0050] Fig. 5 zeigt eine mögliche Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Hohlfaserstranges
10a, bestehend aus drei einzelnen Hohlfasern 11. Durch geeignetes Verflechten der
drei Hohlfasern 11 miteinander lässt sich ein Hohlfaserstrang 10a darstellen, welcher
im Vergleich zu den einzelnen Hohlfasern 11 eine verbesserte mechanische Stabilität
aufweist. Zusätzlich weist der dargestellte Hohlfaserstrang 10a eine charakteristische
Oberflächentopografie auf, welche den Fluss einer mit der Oberfläche der einzelnen
Hohlfasern 11 in Kontakt stehende Phase hinsichtlich ihrer Strömung geeignet konditionieren
kann. So ist insbesondere bei Oxygenatoren die Ausbildung von lokalen Turbulenzen
erwünscht, um somit die statistische Kontaktwahrscheinlichkeit einzelner Blutbestandteile
mit den Oberflächen der einzelnen Hohlfasern 11 zu erhöhen.
[0051] Fig. 6 zeigt eine im Vergleich zu Fig. 5 alternative Verflechtung einzelner Hohlfasern
11 auf, wobei jedoch in Fig. 6 zwei unterschiedliche Gruppen aufeinander senkrecht
stehender Hohlfaserstränge 10a und 10c vorgesehen sind. Die Verflechtung einzelner
Hohlfasern 11 des Hohlfaserstranges 10a kann hierbei in klar definierbaren Ebenen
erfolgen oder aber auch derart, dass einzelne Hohlfasern 11 nicht in klar definierbaren
Ebenen verlaufen. Eine derartige Ausführungsform ist beispielsweise in Fig. 7 dargestellt,
in welcher lediglich die sich senkrecht zur Papierebene erstreckenden Hohlfasern 11
in einer klar definierbaren Ebene liegen, jedoch nicht die mit ihnen verschlungenen
Hohlfasern 11 des Hohlfaserstranges 10a.
[0052] Je nach Anforderung kann somit durch geeignetes Verflechten einzelner Hohlfasern
11 bzw. Hohlfaserstränge 10a, 10b und 10c eine geeignete Bündelung in einem Hohlfaserbündel
1 erreicht werden. Die in den Figuren 5 bis 7 dargestellten Hohlfaserstränge 10a bzw.
10c sind hierbei typischerweise als Untereinheiten eines größeren Hohlfaserbündels
1 zu verstehen, welche sich durch Anordnung einer Vielzahl vergleichbarer Strukturen
darstellen lassen. Dem Fachmann ist es darüber hinaus verständlich, dass alle weiteren
Formen des Verflechtens, insbesondere unter Verwendung einer beliebigen Anzahl von
Hohlfasern angewandt werden können.
[0053] Fig. 8 zeigt eine seitliche Querschnittansicht einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Stoffaustauschvorrichtung 2, in welcher eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Hohlfaserbündels 1 aufgenommen ist. Hierbei ist das Hohlfaserbündel 1 lediglich schematisch
dargestellt. Insbesondere weist das Hohlfaserbündel 1 in der Darstellung lediglich
eine erste Gruppe von Hohlfasersträngen 10a und eine dritte Gruppe von Hohlfasersträngen
10c auf. Eine zweite Gruppe von Hohlfasersträngen 10b kann in Vorzugsrichtung V2,
senkrecht zur Papierebene, angeordnet sein.
[0054] Die Hohlfasern 11 des Hohlfaserbündels 1 sind über geeignete Anschlussstücke mit
den erforderlichen Einlässen bzw. Auslässen der Stoffaustauschvorrichtung 2 verbunden.
Insbesondere weist die Stoffaustauschvorrichtung 2 einen Einlass 41 eines Austauschmediums,
im Falle eines Oxygenators einen Bluteinlass 41, über welchen das Austauschmedium
senkrecht zur Vorzugsrichtung V1 der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen 10a und senkrecht
zur Vorzugsrichtung V2 der zweiten Gruppe an Hohlfasersträngen 10b in die Stoffaustauschvorrichtung
2 einströmt. Nach erfolgtem Durchströmen der Stoffaustauschvorrichtung 2 wird das
Austauschmedium über einen Auslass 42, im Falle eines Oxygenators einen Blutauslass
42, ausgeleitet. Zur Versorgung der ersten Gruppe an Hohlfasersträngen 10a mit einer
geeigneten Austauschphase ist ein Gaseinlass 43, im Falle eines Oxygenators ein O
2-Einlass 43, vorgesehen, durch welchen Sauerstoff in die Hohlfaserstränge 10a einströmen
kann und nach erfolgtem Stoffaustausch und Durchströmen der Stoffaustauschvorrichtung
2 entlang der Vorzugsrichtung V1 aus einem Gasauslass 44, im Falle eines Oxygenators
einen O
2/CO
2-Auslass 44, wieder aus der Stoffaustauschvorrichtung 2 ausgeleitet wird. Zur Versorgung
der in Vorzugsrichtung V2 angeordneten zweiten Gruppen an Hohlfasersträngen 10b können
weitere Einlässe bzw. Auslässe vorgesehen sein. Insbesondere kann eine beliebige Anzahl
an Einlässen sowie Auslässen vorgesehen sein.
[0055] Die vorliegende Stoffaustauschvorrichtung 2 weist zusätzlich eine dritte Gruppe an
Hohlfasersträngen 10c auf, welche zum Wärmeaustausch bzw. zur Wärmeregulierung vorgesehen
sind. Hierbei sind die Hohlfaserstränge 10c mit geeigneten Anschlüssen versehen, über
welche ein Wärmemedium ein- bzw. ausgeleitet werden kann. Entsprechend weist die vorliegende
Ausführungsform einen Einlass 45 für ein Wärmemedium sowie einen Auslass 46 für ein
Wärmemedium auf.
[0056] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen Teile für sich
alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellten
Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon sind dem
Fachmann geläufig.
Bezugszeichen:
[0057]
- 1
- Hohlfaserbündel
- 2
- Stoffaustauschvorrichtung
- 3
- Gehäuse
- 10a
- Hohlfaserstrang
- 10b
- Hohlfaserstrang
- 10c
- Hohlfaserstrang
- 11
- Hohlfaser
- 20
- Kanal
- 41
- Einlass des Austauschmediums / Bluteinlass
- 42
- Auslass des Austauschmediums / Blutauslass
- 43
- Einlass der Austauschphase / Einlass O2
- 44
- Auslass der Austauschphase / Auslass O2/CO2
- 45
- Einlass des Wärmemediums
- 46
- Auslass des Wärmemediums
- V1
- Vorzugsrichtung
- V2
- Vorzugsrichtung
- V3
- Vorzugsrichtung
- β
- Neigungswinkel
- ε
- Porosität
- sl
- Längsverteilung
- sq
- Querverteilung
- da
- Außendurchmesser
1. Hohlfaserbündel zur Aufnahme in einer Stoffaustauschvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hohlfaserbündel (1) eine Vielzahl an im Wesentlichen wenigstens lokal entlang
einer Vorzugsrichtung ausgerichteten Hohlfasersträngen (10a, 10b, 10c) für einen Stoffaustausch
und optional Wärmeaustausch umfasst, welche in Bezug auf Ihre lokale Vorzugsrichtungen
(V1, V2, V3) so zueinander angeordnet sind, dass mindestens eine erste Gruppe von
Hohlfasersträngen (10a) in eine im Wesentlichen erste Vorzugsrichtung (V1) weist,
mindestens eine zweite Gruppe von Hohlfasersträngen (10b) in eine im Wesentlichen
zweite Vorzugsrichtung (V2) weist und mindestens eine dritte Gruppe von Hohlfasersträngen
(10c) in eine im Wesentlichen dritte Vorzugsrichtung (V3) weist, wobei die drei Vorzugsrichtungen
(V1, V2, V3) voneinander unabhängig sind, wobei das Hohlfaserbündel genau drei Gruppen
an Hohlfasersträngen (10a, 10b, 10c) umfasst, welche in jeweils eine Vorzugsrichtung
(V1, V2, V3) weisen, die von den anderen Vorzugsrichtungen (V1, V2, V3) unabhängig
sind, dadurch gekennzeichnet, dass die genau drei Vorzugsrichtungen (V1, V2, V3) im Wesentlichen senkrecht zueinander
angeordnet sind.
2. Hohlfaserbündel gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens einer der Hohlfaserstränge (10a, 10b, 10c) aus einer Mehrzahl an Hohlfasern
(11) besteht.
3. Hohlfaserbündel gemäß Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mehreren Hohlfasern (11) des wenigstens einen Hohlfaserstranges (10a, 10b, 10c)
miteinander verflochten sind.
4. Hohlfaserbündel gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der wenigstens eine Hohlfaserstrang (10a) in Bezug zu wenigstens einem weiteren Hohlfaserstrang
(10b) für einen Stoffaustausch oder Stoff- und Wärmeaustausch mit mehreren Hohlfasern
(11), die miteinander verflochten sind, in dem Hohlfaserbündel (1) miteinander verbunden
ist.
5. Hohlfaserbündel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Gruppe an Hohlfasersträngen (10a), die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
(10b) und die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen (10c) miteinander verflochten sind.
6. Hohlfaserbündel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verflechtung eine hinsichtlich der Hohlfaserstränge (10a, 10b, 10c) regelmäßige
Struktur ausbildet.
7. Hohlfaserbündel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Gruppe an Hohlfasersträngen (10a) und die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
(10b) für einen Stoffaustausch vorgesehen sind und die dritte Gruppe an Hohlfasersträngen
(10c) für einen Wärmeaustausch vorgesehen ist.
8. Hohlfaserbündel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Gruppe an Hohlfasersträngen (10a) und die zweite Gruppe an Hohlfasersträngen
(10b) im Wesentlichen entlang der Vorzugsrichtung der dritten Gruppe an Hohlfasersträngen
(10c) einen Kanal oder mehrerer Kanäle (20) ausbilden.
9. Hohlfaserbündel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hohlfasern (11) wenigstens eines Hohlfaserstranges (10a, 10b, 10c) wenigstens
bereichsweise durch die Löcher einer oder mehrerer Lochscheiben (31) positioniert
sind.
10. Stoffaustauschvorrichtung mit mindestens einem Hohlfaserbündel,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein Hohlfaserbündel (1) entsprechend einem der vorhergehenden Ansprüche
ausgebildet ist.
11. Verfahren zur Herstellung eines Hohlfaserbündels (1) nach einem der vorangehenden
Ansprüche,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- Bereitstellen mindestens einer Mehrzahl von Hohlfasern (11), die für einen Stoff-
oder Stoff- und Wärmeaustausch ausgebildet sind;
- Anordnen mindestens einer Mehrzahl dieser Hohlfasern (11) in wenigstens einem Hohlfaserstrang
(10a, 10b, 10c) durch Verflechten.
1. A hollow fiber bundle for accommodation in a mass transfer device,
characterized in that
said hollow fiber bundle (1) comprises a plurality of hollow fiber strands (10a, 10b,
10c) for mass transfer and optionally heat transfer which are aligned at least locally
essentially along a preferential direction, which are arranged with respect to one
another in terms of their local preferential directions (V1, V2, V3) such that at
least one first group of hollow fiber strands (10a) points essentially in a first
preferential direction (V1), at least one second group of hollow fiber strands (10b)
points essentially in a second preferential direction (V2), and at least one third
group of hollow fiber strands (10c) points in a third preferential direction (V3),
said three preferential directions (V1, V2, V3) being independent of one another,
wherein the hollow fiber bundle includes exactly three groups of hollow fiber strands
(10a, 10b, 10c) which each point in one preferential direction (V1, V2, V3) which
are independent from the other preferential directions (V1, V2, V3), characterized in that the exactly three preferential directions (V1, V2, V3) are arranged essentially perpendicular
to one another.
2. The hollow fiber bundle according to claim 1,
characterized in that
at least one of the hollow fiber strands (10a, 10b, 10c) consists of a plurality of
hollow fibers (11).
3. The hollow fiber bundle according to claim 2,
characterized in that
the plurality of hollow fibers (11) of the at least one hollow fiber strand (10a,
10b, 10c) are interbraided.
4. The hollow fiber bundle according to claim 3,
characterized in that
the at least one hollow fiber strand (10a), in relation to at least one further hollow
fiber strand (10b), for mass transfer or mass and heat transfer is interconnected
within the hollow fiber bundle (1) to a plurality of interbraided hollow fibers (11).
5. The hollow fiber bundle according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the first group of hollow fiber strands (10a), the second group of hollow fiber strands
(10b), and the third group of hollow fiber strands (10c) are interbraided with one
another.
6. The hollow fiber bundle according to any one of the preceding claims 3 to 5,
characterized in that
the interbraiding forms a regular structure with respect to the hollow fiber strands
(10a, 10b, 10c).
7. The hollow fiber bundle according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the first group of hollow fiber strands (10a) and the second group of hollow fiber
strands (10b) are provided for mass transfer, and the third group of hollow fiber
strands (10c) is provided for heat transfer.
8. The hollow fiber bundle according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the first group of hollow fiber strands (10a) and the second group of hollow fiber
strands (10b) form one channel or a plurality of channels (20) essentially along the
preferential direction of the third group of hollow fiber strands (10c).
9. The hollow fiber bundle according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the hollow fibers (11) of at least one hollow fiber strand (10a, 10b, 10c) are positioned
at least in areas by the holes of one or more perforated discs (31).
10. A mass transfer device comprising at least one hollow fiber bundle,
characterized in that
at least one hollow fiber bundle (1) is formed according to any one of the preceding
claims.
11. A method for manufacturing a hollow fiber bundle (1) according to any one of the preceding
claims,
characterized by the following steps:
- providing at least one plurality of hollow fibers (11) configured for mass or mass
and heat transfer;
- arranging at least one plurality of said hollow fibers (11) in at least one hollow
fiber strand (10a, 10b, 10c) by interbraiding.
1. Faisceau de fibres creuses destiné à être logé dans un dispositif d'échange de matière,
caractérisé en ce que
le faisceau de fibres creuses (1) comprend une multitude d'écheveaux de fibres creuses
(10a, 10b, 10c) orientés essentiellement au moins de manière locale le long d'une
direction préférentielle pour un échange de matière et facultativement un échange
de chaleur, lesquels sont agencés les uns par rapport aux autres relativement à leurs
directions préférentielles locales (V1, V2, V3) de telle manière qu'au moins un premier
groupe d'écheveaux de fibres creuses (10a) est orienté dans une essentiellement première
direction préférentielle (V1), au moins un deuxième groupe d'écheveaux de fibres creuses
(10b) est orienté dans une essentiellement deuxième direction préférentielle (V2)
et au moins un troisième groupe d'écheveaux de fibres creuses (10c) est orienté dans
une essentiellement troisième direction préférentielle (V3), les trois directions
préférentielles (V1, V2, V3) étant indépendantes les unes des autres, le faisceau
de fibres creuses comprenant exactement trois groupes d'écheveaux de fibres creuses
(10a, 10b, 10c), lesquels sont orientés dans respectivement une direction préférentielle
(V1, V2, V3) qui est indépendante des autres directions préférentielles (V1, V2, V3),
caractérisé en ce que les exactement trois directions préférentielles (V1, V2, V3) sont disposées de manière
essentiellement perpendiculaire les unes aux autres.
2. Faisceau de fibres creuses selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
au moins un des écheveaux de fibres creuses (10a, 10b, 10c) est constitué d'une pluralité
de fibres creuses (11).
3. Faisceau de fibres creuses selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
les plusieurs fibres creuses (11) de l'au moins un écheveau de fibres creuses (10a,
10b, 10c) sont tressées les unes aux autres.
4. Faisceau de fibres creuses selon la revendication 3,
caractérisé en ce que
l'au moins un écheveau de fibres creuses (10a) est relié, dans le faisceau de fibres
creuses (1), relativement à au moins un autre écheveau de fibres creuses (10b), pour
un échange de matière ou un échange de matière et de chaleur, à plusieurs fibres creuses
(11) qui sont tressées les unes aux autres.
5. Faisceau de fibres creuses selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier groupe d'écheveaux de fibres creuses (10a), le deuxième groupe d'écheveaux
de fibres creuses (10b) et le troisième groupe d'écheveaux de fibres creuses (10c)
sont tressés les uns aux autres.
6. Faisceau de fibres creuses selon l'une des revendications 3 à 5,
caractérisé en ce que
le tressage constitue une structure régulière eu égard aux écheveaux de fibres creuses
(10a, 10b, 10c).
7. Faisceau de fibres creuses selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier groupe d'écheveaux de fibres creuses (10a) et le deuxième groupe d'écheveaux
de fibres creuses (10b) sont prévus pour un échange de matière et le troisième groupe
d'écheveaux de fibres creuses (10c) est prévu pour un échange de chaleur.
8. Faisceau de fibres creuses selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le premier groupe d'écheveaux de fibres creuses (10a) et le deuxième groupe d'écheveaux
de fibres creuses (10b) constituent, essentiellement le long de la direction préférentielle
du troisième groupe d'écheveaux de fibres creuses (10c), un canal ou plusieurs canaux
(20).
9. Faisceau de fibres creuses selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
les fibres creuses (11) d'au moins un écheveau de fibres creuses (10a, 10b, 10c) sont
positionnées au moins par zones par les trous d'un ou de plusieurs disques à trous
(31).
10. Dispositif d'échange de matière comprenant au moins un faisceau de fibres creuses,
caractérisé en ce que
au moins un faisceau de fibres creuses (1) est constitué conformément à l'une des
revendications précédentes.
11. Procédé de fabrication d'un faisceau de fibres creuses (1) selon l'une des revendications
précédentes,
caractérisé par les étapes suivantes :
- mise à disposition d'au moins une pluralité de fibres creuses (11) qui sont constituées
pour un échange de matière ou un échange de matière et de chaleur ;
- agencement d'au moins une pluralité de ces fibres creuses (11) dans au moins un
écheveau de fibres creuses (10a, 10b, 10c) par tressage.