[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen magnetischen Erztrennung
und/oder -aufbereitung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Dabei soll insbesondere
auch eine Aufbereitung der eingesetzten Stoffe und ein Wiedereinbringen in den Verfahrensprozess
möglich sein.
[0002] In der einschlägigen Bergbau-/Aufbereitungstechnologie wird unter Erz ein metallhaltiges
Gestein verstanden, von dem die metallhaltigen Bestandteile als Wertstoffe getrennt
werden sollen. Speziell bei Kupfererzen sind die Wertstoffe insbesondere sulfidische
Kupfermaterialien, die angereichert werden sollen, beispielsweise - aber nicht ausschließlich
- Cu
2S. Das die Werkstoffkörner umgebende Cu-freie Gestein wird als Matrixgestein oder
Gangart, in der Fachwelt nach Vermahlung des Gesteins auch als Tailing oder im nachfolgenden
kurz als Sand bezeichnet.
[0003] Vom Stand der Technik sind bereits Verfahren zur Erztrennung bekannt, welche ggf.
kontinuierlich durchgeführt werden können. Diese Verfahren arbeiten aber überwiegend
nach dem Prinzip der mechanischen Flotation, wobei das gemahlene Gestein mit Wasser
vermischt wird, um es weiter verarbeiten zu können. Dieses Gemisch aus Wasser und
Gesteinsmehl wird auch als Pulpe bezeichnet. Die in dem vorgemahlenen Gestein erhaltenen
Wert-Erzpartikel in der Pulpe werden zunächst mit Hilfe chemischer Zusätze selektiv
mit einer hydrophoben Schicht versehen und dann über die Bindung an Luftblasen in
einer Schaumkrone aufkonzentriert. Das so gebildete Gemisch aus Werterzpartikeln,
Schaumblasen und Wasser kann dann in einfacher Weise im Überlauf sogenannter Flotationszellen
ausgetragen werden.
[0004] Um beim Stand der Technik einen hohen Extraktionsgrad des Werterzanteils aus dem
Gestein, d.h. eine hohe Ausbeute, zu erreichen, sind mehrere aufeinanderfolgende Trennstufen
notwendig, die jeweils eigene Flotationszellen beinhalten. Damit ist aber insgesamt
ein großer Aufwand und weiterhin insbesondere hoher Energieverbrauch verbunden.
[0005] Es sind auch bereits magnetisch unterstützte Erzabscheidungsverfahren vorgeschlagen
worden, die aber beim diesbezüglichen Stand der Technik diskontinuierlich erfolgen.
Durch die Ausführung als diskontinuierlich arbeitendes Batchverfahren ist die Ausbeute
und der damit verbundene Wirkungsgrad begrenzt, was sich auf die Kosten auswirkt.
Weitere Verfahren arbeiten kontinuierlich, wie z. B. Trommelabscheider, haben jedoch
wegen des hohen mechanischen Aufwandes und Wartungsbedarfs nur geringe Massendurchsätze
und sind daher für viele der im Bergbau eingesetzten Erzgewinnungsverfahren nicht
geeignet.
Die nachfolgend beschriebene neue Methode hingegen kann neben der magnetischen Erzabscheidung
gegebenenfalls auch für die Wasseraufbereitung mittels der magnetischen Separation
eingesetzt werden.
[0006] Mit älteren deutschen Patentanmeldungen der Anmelderin werden bereits Verfahren zur
kontinuierlichen Abscheidung von nichtmagnetischen Erzen unter Zuhilfenahme von magnetischen
bzw. magnetisierbaren Partikeln vorgeschlagen. Hierzu wird auf folgende nicht vorveröffentlichte
deutsche Patentanmeldungen der Siemens AG
DE102008047841 und
DE102008047842 sowie auf die veröffentlichte
W02009030669A2 der BASF AG verwiesen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, einen Gesamtprozess zur kontinuierlichen
magnetischen Erzabscheidung und insbesondere zur anschließenden Wiederaufbereitung
der eingesetzten Stoffe anzugeben. Dazu soll eine geeignete Anlage geschaffen werden,
die großtechnisch in der Praxis realisierbar ist.
[0008] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Maßnahmen des Patentanspruches 1 gelöst.
Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist also ein kontinuierlich arbeitendes Verfahren zur magnetischen
Erztrennung bzw. -aufbereitung unter Einschluss einer Wiederaufbereitung der wichtigsten
eingesetzten Stoffe. Damit ergibt sich ein besonders umweltfreundliches und wirtschaftliches
Gesamtverfahren zur kontinuierlichen Erztrennung insbesondere nichtmagnetischer Erze
mit Hilfe magnetischer Partikel, das die konventionellen, aufwendigen Flotationsverfahren
insgesamt ersetzen kann.
[0010] Das neue Verfahren hat einen geringeren Energiebedarf und eine größere Extraktionsausbeute
als die bekannten Verfahren und kann insbesondere Erzpartikel in einem weiteren Partikelgrößenbereich
trennen als dies nach dem Stand der Technik möglich ist. Vorteilhaft ist dabei, dass
eine Gesamtanlage weitestgehend aus bereits verfügbaren technischen Vorrichtungen
bzw. Einrichtungen zusammengestellt werden kann.
[0011] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Patentansprüchen.
[0012] Es zeigen
- Figur 1
- ein Schaubild mit Funktionskästen für die einzelnen Verfahrensschritte mit den einzelnen
Stoffflüssen und
- Figur 2
- eine konkrete Realisierung des Verfahrens gemäß Figur 1 in einer Gesamtanlage mit
den notwendigen Einzelvorrichtungen/Einrichtungen zur Realisierung der Teilprozesse.
[0013] Die beiden Figuren werden nachfolgend weitestgehend gemeinsam beschrieben.
[0014] In der Figur 1 sind die einzelnen Verfahrensabschnitte jeweils in Kästen mit der
zugehörigen chemischen Zusammensetzung eingetragen, wobei die fett ausgefüllten Pfeile
die jeweilige Abfolge der Verfahrensabschnitte kennzeichnet und die gestrichelten
Linien mit den jeweiligen Pfeilen die Materialströme aus dem rezyklierten Material
kennzeichnen.
[0015] Wesentlich ist beim vorliegenden beschriebenen Verfahren und der zugehörigen Anlage
die Verwendung von Magnetit (Fe
3O
4) als magnetisch aktivierbares Sorptionsmittel: Magnetit ist in feingemahlener Form
bereits hydrophob, d.h. er bindet bevorzugt an hydrophobe Partikel in wässrigen Lösungen.
[0016] Der einzusetzende Magnetit wird in feingemahlener Form weiterhin mit einem oberflächenmodifizierenden
Mittel behandelt, welches die Oberflächen der Partikel noch erheblich stärker hydrophob,
d.h. wasserabweisend, macht. Hydrophobe Partikel lagern sich in wässriger Suspension
zu Agglomeraten zusammen, um die Grenzfläche mit Wasser zu minimieren. Dies wird dahingehend
ausgenutzt, dass die Werterzpartikel ebenfalls selektiv hydrophobisiert werden, die
Gangart jedoch hydrophil bleibt; dadurch bilden sich größere Agglomerate aus Werterzpartikeln
und Magnetit, welche als Ganzes wegen des Magnetitanteils magnetisierbar sind.
[0017] Beim nachfolgend beschriebenen Verfahren werden die magnetischen Eigenschaften des
Magnetits dahingehend genutzt, indem durch definiert platzierte bzw. aktivierbare
Magnetfelder der Magnetit mit den daran gebundenen Wert-Erzpartikeln von den nichtmagnetischen
Materialien (Gangart) getrennt werden kann. Im Folgenden werden beispielhaft sulfidische
Kupfermineralien genannt, wobei das Verfahren auch für andere sulfidische Mineralien
wie z.B. Molybdänsulfid, Zinksulfid eingesetzt werden kann. Durch Anpassung der funktionalen
Gruppe des Hydrophobierungsmittels für andere Mineralien lässt sich die hier beschriebene
Methode auch für Mineralien anderer chemischer Zusammensetzung einsetzen.
[0018] Als wesentlicher Zusatzstoff am Anfang der Prozesskette des Verfahrens dient ein
langkettiges Kalium- oder Natrium-Alkylxanthat (im Folgenden der Einfachheit halber
mit "Xanthat" benannt), ein Mittel, das bekanntermaßen selektiv an die Oberflächen
sulfidischer Kupfermineralien adsorbiert und diese hydrophob macht. Das Xanthat besteht
meist aus einer Kohlenstoffkette mit typisch 5 bis 12 Kohlenstoffatomen und einer
funktionalen Kopfgruppe, welche selektiv an das Kupfermineral bindet.
Im vorliegenden Fall erfolgt dadurch eine Hydrophobierung der Wert-Erzpartikel. Dazu
werden das Erz in fein gemahlener Form sowie Wasser und Dieselöl als Eingangsstoffe
für den nachfolgend beschrieben Prozess verwendet.
[0019] Gemäß Kasten 1 erfolgt in einem ersten Prozessschritt eine Mischung der Eingangsstoffe.
Dabei wird der Erzstrom (Pulpe), der aus dem gemahlenen Gestein (Erz), Wasser und
- je nach Anwendung - unterschiedlichen Chemikalien besteht, mit dem benötigten bereits
hydrophobierten Magnetit und dem weiteren Hydrophobierungsmittel, insbesondere dem
Xanthat, vermischt. Bevorzugt hat der Erzstrom einen Feststoffgehalt von etwa 40-bis
70 Massenprozent, womit der Strom pumpfähig gemacht ist und entsprechend Figur 2 mittels
einer Pumpe 25 in einen Mischbehälter oder Rührkessel 26 geleitet werden kann.
[0020] Ziel ist, dass in einer wässrigen Suspension (Pulpe), welche neben den Werterzpartikeln
noch die Gangart enthält, die durch Xanthat hydrophobierten Kupfermineralien, wie
z.B. Chalcocit (Cu
2S), Bornit (Cu
5FeS
4) oder Chalcopyrit (CuFeS
2) mit dem hydrophoben Magnetit (Fe
3O
4h) aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften Agglomerate bilden. Dieser Prozessschritt
wird nachfolgend als "Load"-Prozess 2 bezeichnet. Wie bereits gezeigt, wird das Hydrophobierungsmittel
für die Hydrophobierung des im Erzstrom enthaltenen Wertstoffes benutzt. Der Erzstrom,
das Hydrophobierungsmittel und der Magnetit werden zusammen gemischt ("Load-Prozess").
Dazu ist ein Mischgerät oder ein Rührkessel 26 notwendig, der so ausgeführt werden
muss, dass genug Scherkräfte und Verweilzeit zur Verfügung stehen, damit die Hydrophobierungsreaktion
und das Zusammenbringen von Magnetit- und Erzpartikeln stattfinden kann.
[0021] Eine mögliche Ausführung ist ein Rührkessel 26, bei dem ein solcher Rührer eingesetzt
wird, der hohe Scherkräfte hat. Die Chemikalien und der Magnetit werden dabei in der
Nähe des Rührers eindosiert. Ein solcher Rührer muss auch in der Lage sein, nicht
nur eine lokale, sondern auch eine globale Durchmischung zu gewährleisten. Es kann
ersatzweise auch ein zusätzlicher Mischer eingesetzt werden, der zusätzlich das Fluid
umwälzt. Dabei entstehen große Partikel (Agglomerate), die aus hydrophobiertem Harz
und hydrophobiertem Magnetit bestehen.
[0022] Gemäß Kasten 3 erfolgt anschließend eine Separierung des Erzes in zwei Stoffströme,
insbesondere der sulfidischen Werterzanteile von der Gangart. In diesem Verfahrensschritt
wird neben dem Stöffstrom "Tailing" (d.h. die von den Werterzanteilen weitgehend befreite
Gangart) der Wertstoffstrom "Rohkonzentrat" erzeugt. Während das Tailing wie in den
heute eingesetzten Flotationsverfahren direkt endgelagert werden kann, muss das Rohkonzentrat
weiter aufbereitet werden, um insbesondere das eingesetzte Magnetit zurückzugewinnen
und den Kupfermineralanteil für die nachfolgenden Weiterverarbeitungschritte entsprechend
aufzubereiten.
[0023] Dazu wird gemäß Kasten 4 zunächst das Wasser entzogen; bei Bedarf erfolgt ein zusätzlicher
Trockenprozess. Gemäß Kasten 5 ist das Gemisch aus dem hydrophobem Kupfersulfid und
Magnetit transportfähig, wobei als Verunreinigung noch ein Anteil an Gangart im Rohkonzentrat
vorhanden ist.
In weiteren Verfahrensschritten werden der Magnetitanteil und der Werterzanteil voneinander
getrennt (sog. "Unload"-Prozess). Dadurch werden wiederum zwei Stoffströme erzeugt:
- der Magnetitstrom, der der Pulpe im Eingangsbereich der Anordnung (Kasten 1) zugeführt
wird;
- das sog. Konzentrat, welches vorwiegend aus sulfidischen Kupfermineralien und einem
gewissen Anteil an Gangart besteht.
[0024] Dem so erhaltenen Magnetitstrom aus wiederaufbereitetem Magnetit wird zusätzlich
frischer, hydrophobisierter Magnetit zugefügt, um die im Gesamtprozess unvermeintlichen
Stoffverluste zu ergänzen. Dadurch wird der Bedarf an vergleichsweise teurem Magnetit
bei Durchführung des Verfahrens minimiert, wobei der frische Magnetit in Behältern
(z.B. "big balgs") geliefert wird und je nach Bedarf zudosiert werden kann.
Erst zu diesem Strom werden die weiteren notwendigen Chemikalien in gelöster Form
zugegeben. Die Chemikalien werden bevorzugt in gelöster Form zugegeben, weil die Dosierung
und Transport von Flüssigkeiten innerhalb der Anlage homogener, schneller und präziser
erfolgen kann als die Dosierung von Feststoffen.
[0025] Im unteren Teil der Figur 1 wird anhand der Kästen 6 bis 9 die Trennung des Kupfersulfid-Magnetit-Gemisches
verdeutlicht. Dazu muss dem Gemisch aus sulfidischen Kupfermineralien, Magnetit und
Gangart eine unpolare Flüssigkeit zugeführt werden, wie sie beispielsweise durch Dieselöl
realisiert werden kann.
[0026] Der Kasten 6 beinhaltet die Zuführung von Dieselöl zu dem Endprodukt gemäß Kasten
5 und eine diesbezügliche Mischung beider Substanzen. Dadurch werden die Agglomerate
aus sulfidischen Mineralien und Magnetit aufgebrochen und die Möglichkeit geschaffen,
das Magnetit zurückzugewinnen und das eigentliche Produkt "Konzentrat" ohne Magnetitanteil
zu erzeugen.
[0027] In weiteren Verfahrensschritten werden das Dieselöl einerseits und der Magnetit andererseits
zur weiteren Verwendung regeneriert. Entsprechend der strichlinierten Linie mit zugehörigem
Pfeil werden der Magnetit, ein Teil der im Rohkonzentrat verbliebenen Gangart, und
Dieselöl dem Eingangsschritt zurückgeführt.
[0028] Die Funktionsweise der Anlage zur Durchführung des Verfahrens ist in Figur 2 anhand
der Abfolge aller Vorrichtungen/Einrichtungen verdeutlicht. Es bedeuten hier Bezugszeichen
20 den Behälter ("big bag") für den Magnetit mit einer Dosiereinrichtung 21. In einer
ersten Prozessschiene wird der Magnetit in einer Rühreinrichtung 22 mit Wasser und
recyceltem Magnetit vermischt. Das Gemisch gelangt über eine Dosierpumpe 23 in eine
Rühreinrichtung 26, wobei über eine zweite Dosierpumpe 24 dem Gemisch Xanthat zugeführt
wird. In einer zweiten Prozessleitung werden die Wertstoffe in Form der Pulpe mit
Erz über eine weitere Dosierpumpe 25 der Rühreinrichtung 26 zugeführt. Die Pulpe und
das Gemisch mit Xanthat werden in der Rühreinrichtung 46 gemischt. Die Rühreinrichtung
26 ist als Reaktor ausgebildet und in diesem wird der "Load"-Prozess durchgeführt.
[0029] In der Gesamtanlage gemäß Figur 2 sind zwei magnetische Separatoren 30, 40 vorhanden,
d.h. der Prozess verläuft parallel in zwei Prozessebenen. Die magnetischen Separatoren
30, 40 arbeiten nach denselben physikalischen Prinzipien. Ihnen ist jeweils eine Dosierpumpe
27 bzw. 39 zugeordnet, die für den Transport der Pulpe sorgt. Ziel der magnetischen
Separatoren 30 und 40 ist es, jeweils ein Konzentrat mit höherem Kupferanteil zu gewinnen.
[0030] Entsprechend einem ersten Prozess wird die Mischung von Erz und Magnetit dem Separationsprozess
zugeführt, wozu eine Dosierpumpe 27 notwendig ist. Beim eigentlichen Separationsprozess
erfolgt die Abtrennung der magnetischen Agglomerate aus dem Erzstrom, wobei separate
Stoffströme entstehen und zwar
- ein so genannter Tailing-Strom, der einen wasserreichen Strom darstellt, und der -
je nach Anwendung - entweder keinen Wertstoff mehr enthält und somit entsorgt werden
kann. Gegebenenfalls enthält dieser Strom aber noch Restwertstoff und wird daher zur
erneuten Bearbeitung zurückgeführt.
- Der abgeschiedene Strom ("Rohkonzentrat") enthält den Wertstoff als Zwischenprodukt
in vergleichsweise hoher Konzentration. Dieser Strom enthält wenigstens 10 Massenprozent
an Wertstoff und stellt einen Zwischenproduktstrom dar.
[0031] Letzterer Zwischenproduktstrom wird nachfolgend mit Hilfe mindestens einer Dosierpumpe
31 zu einem Trocknungsschritt geleitet. Die Trocknung kann, falls nötig, in zwei Schritten
vollzogen werden. Im ersten, unverzichtbaren Schritt wird mit Hilfe eines mechanischen
Prozesses, insbesondere von Zentrifugalkräften, das meiste Wasser entzogen. Dieses
Wasser kann je nach Prozessführung wieder dem Prozess zurückgeführt werden, so dass
sich ein weitgehend geschlossener Wasserkreislauf mit geringem Einfluss auf die Umwelt
ergibt. Das abgetrennte Wasser kann aber auch unmittelbar in die Pulpebereitung zurückgespeist
werden.
[0032] Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Zumischung zum Endprodukt, um dieses transportfähig
zu machen und gegebenenfalls die Auswirkung einer geringen Dieselrestfeuchte zu beseitigen.
[0033] Eine mögliche Ausführung für den ersten Entwässerungsschritt ist die Verwendung der
Dekantereinheit 32 gemäß Figur 2. Damit entsteht der bereits erwähnte Zwischenproduktstrom,
der noch höchstens 10 bis 30 % Massenprozent Restfeuchte hat.
[0034] Dieser Strom kann, wenn notwendig, z. B. mit Hilfe einer biegsamen Förderschnecke
33 oder einem Förderband zu einem zweiten Trocknungsschritt gebracht werden. Dabei
handelt es sich beispielsweise um einen thermischen Trockner 34, der die restliche
Feuchte verdampft. Dieser Trockner kann z.B. durch Prozessdampf oder Gas oder Ölbrenner
betrieben werden. Dabei entsteht Dampf, der an anderen Stellen zum Vorheizen verwendet
werden kann.
[0035] Letzterer Schritt kann je nach Anwendung und Prozessführung überflüssig werden. Aus
dem Trockner kommt ein Feststoffstrom mit einer Restfeuchte von unter 1 %. Dieser
Strom wird in einem Feststoffwärmetauscher 36 abgekühlt und beispielsweise mit Hilfe
einer Förderschnecke 37 einem weiteren Rührkessel 38 zugegeben.
[0036] In einer besonders vorteilhaften Anordnung werden die drei Prozessschritte: Grobentfeuchtung
- Trocknung - Entwärmung in einer einzigen Prozesseinheit integriert, so dass sich
die Zahl der einzusetzenden Apparaturen in diesem Schritt von drei auf eine reduziert.
In dem Rührkessel 38 gemäß Figur 2, der bevorzugt eine ähnliche Bauweise wie der erste
Rührkessel 26 haben kann, werden zum Feststoffstrom die weiteren Chemikalien, insbesondere
die unpolare Flüssigkeit wie Diesel zugemischt. Es müssen Chemikalien gewählt werden,
die die hydrophobe Bindung zwischen dem Wertstoff und dem Magnetit aufheben, was in
idealer Weise durch Diesel erfüllt wird. Der Dieselstrom, der jeweils zugemischt wird,
beinhaltet das recycelte Dieselöl sowie einen frischen Anteil an Dieselöl, der notwendig
ist, um Stoffverluste im Gesamtprozess auszugleichen. Der Dieselgehalt muss mindestens
40 Massenprozent betragen, um die Mischung fließ- und pumpfähig zu machen. Die dieselhaltige
Mischung wird mit Hilfe von mindestens einer Dosierpumpe 39 zum darauffolgenden Trennschritt
geleitet, in welchem die Magnetitpartikel vom Werterz getrennt werden.
[0037] Der "Unload-Prozess" umfasst eine weitere magnetische Separation. Damit wird der
Magnetit aus dem Stoffstrom abgetrennt, um anschließend wieder dem "Load-Prozess"
zugeführt zu werden. Dabei entstehen wiederum zwei Stoffströme: Der eine Strom beinhaltet
den Wertstoff (Erz) und wird mit Hilfe des Dekanters 44 entfeuchtet. Je nach Anforderungen
kann noch ein weiterer thermischer Trockner verwendet werden. Danach wird dieser Massenstrom
mit Hilfe von Fördereinrichtungen 44 in einen Rührkessel 46 gegeben, mit Wasser vermischt
und als Endprodukt "Konzentrat" über eine Pumpe 47 ausgegeben.
[0038] Der Magnetitstrom wird ebenfalls mit Hilfe von einem Dekanter 42 entfeuchtet. Auch
hier können - je nach Anwendung - zusätzliche thermische Trocknungsschritte hinzukommen.
Rückgewonnenes Dieselöl wird wiederum dem eigentlichen Prozess zugeführt, z.B. über
den Behälter für Dieselöl 50. Der trockene Magnetit kann über eine Transportschnecke
43 zur Rühreinrichtung 22 transportiert werden. Dort wird der recycelte Magnetit mit
frischem Magnetit und Wasser vermischt und so dem Stoffstrom wieder zugeführt.
1. Verfahren zur magnetischen Erzabtrennung und/oder -aufbereitung, bei dem aus gefördertem
metallhaltigem Erzgestein metallhaltige Wertstoffe separiert werden, umfassend folgende
Verfahrensschritte:
- Herstellen einer flüssigen Mischung (Pulpe) umfassend Wasser und gemahlenes Gestein,
welches den metallhaltigen Wertstoff enthält,
- Durchführen einer Hydrophobierungsreaktion mindestens eines Wertstoffes in der Pulpe,
- Darstellen eines hydrophobisierten, magnetisierbaren, partikelförmigen Materials
in flüssiger Suspension und Zufügen dieser Suspension zur Pulpe
- Herbeiführen einer Agglomerationsreaktion zwischen hydrophobisiertem, magnetisierbaren,
partikelförmigen Material und hydrophobisiertem Wertstoff zu magnetisierbaren Agglomeraten
in der Pulpe,
- eine erste magnetische Separationsstufe zur Trennung der magnetisierbaren Agglomerate
aus der Pulpe
- Vermischen eines die Agglomerate enthaltenden Separationsproduktes der ersten Separationsstufe
mit einer wasserunlöslichen unpolaren Flüssigkeit und Auflösung der Agglomerate in
der unpolaren Flüssigkeit in die Ausgangsbestandteile magnetisierbares, partikelförmiges
Material und Wertstoff,
- eine zweite magnetische Separationsstufe zur Trennung des magnetisierbaren, partikelförmigen
Materials von dem Wertstoff
- Entfeuchten des den Wertstoff enthaltenden Separationsanteils der zweiten Separationsstufe
zur Darstellung des Wertstoffes,
dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzten Stoffe magnetisierbares partikelförmiges Material, unpolare Flüssigkeit
und Prozesswasser wieder aufbereitet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als magnetisierbares partikelförmiges Material Magnetit (Fe3O4) verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydrophobierungsmittel zur selektiven Hydrophobisierung der metallhaltigen Wertstoffe
der Pulpe eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als unpolare Flüssigkeit Dieselöl verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stoffstrom der zweiten magnetischen Separationsstufe, der das magnetisierbare
partikelförmige Material umfasst, entfeuchtet wird und das entfeuchtete magnetisierbare
partikelförmige Material zur Erzeugung der Suspension herangezogen wird.
6. Verfahren nach der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Hydrophobierungsmittel Xanthate eingesetzt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulpe einen Wassergehalt von 30 bis 60 Massenprozent hat.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulpe gepumpt wird.
9. Verfahren nach eine der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Pulpe weitere Chemikalien verwendet werden.
1. Method for magnetic ore separation and/or dressing, in which metalliferous recoverable
materials are separated from conveyed metalliferous ore rock, comprising the following
method steps:
- production of a liquid mixture (pulp) comprising water and ground rock, which contains
the metalliferous recoverable material,
- execution of a hydrophobising reaction of at least one recoverable material in the
pulp,
- synthesis of a hydrophobised, magnetisable, particulate material in liquid suspension
and addition of this suspension to the pulp,
- bringing about an agglomeration reaction between hydrophobised, magnetisable, particulate
material and hydrophobised recoverable material to form magnetisable agglomerates
in the pulp,
- a first magnetic separation stage to separate the magnetisable agglomerates from
the pulp
- mixing of one of the separation products of the first separation stage, containing
the agglomerates, with a non-polar liquid insoluble in water and decomposition of
the agglomerates in the non-polar liquid into the basic components of magnetisable,
particulate material and recoverable material,
- a second magnetic separation stage to separate the magnetisable, particulate material
from the recoverable material,
- removal of moisture from the separation portion containing the recoverable material
of the second separation stage to synthesise the recoverable material,
characterised in that the materials used - magnetisable, particulate material, non-polar liquid and/or
process water - are recycled.
2. Method according to claim 1, characterised in that magnetite (Fe3O4) is used as a magnetisable, particulate material.
3. Method according to claim 1 and 2, characterised in that a hydrophobising agent is used for selective hydrophobisation of the metalliferous
recoverable materials of the pulp.
4. Method according to one of the preceding claims, characterised in that diesel oil is used as a non-polar liquid.
5. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the moisture is removed from a material flow of the second magnetic separation stage,
which comprises the magnetisable, particulate material, and the magnetisable, particulate
material from which the moisture is removed is used to create the suspension.
6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that xanthates are used as hydrophobising agents.
7. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the pulp has a water content of 30 to 60 percent by mass.
8. Method according to one of the preceding claims, characterised in that the pulp is pumped.
9. Method according to one of the preceding claims, characterised in that additional chemicals are used in the pulp.
1. Procédé de séparation et/ou de préparation de minerai par voie magnétique, dans lequel
on sépare des substances de valeur métallifères dans de la roche de minerai métallifère
transportée, comprenant les stades de procédé suivants :
- on prépare un mélange liquide ( pulpe ) comprenant de l'eau et de la roche broyée
qui contient de la matière de valeur métallifère,
- on effectue une réaction rendant hydrophobe au moins une matière de valeur de la
pulpe,
- on met un matériau magnétisable, en forme de particules et rendu hydrophobe en suspension
liquide et on ajoute cette suspension à la pulpe,
- on provoque une réaction d'agglomération entre le matériau magnétisable sous forme
de particules et rendu hydrophobe et la matière de valeur rendue hydrophobe, pour
obtenir des produits agglomérés magnétisables dans la pulpe,
- on effectue un premier stade de séparation magnétique pour la séparation des produits
agglomérés magnétisables de la pulpe,
- on mélange un produit de séparation contenant les produits agglomérés du premier
stade de séparation à un liquide non polaire et insoluble dans l'eau et on dissout
les produits agglomérés dans le liquide non polaire, on sépare les produits agglomérés
dans le liquide non polaire en les constituants de départ matériau magnétisable sous
forme de particules et matière de valeur,
- on effectue un deuxième stade de séparation magnétique pour la séparation du matériau
magnétisable sous forme de particules de la matière de valeur,
- on déshydrate la partie de séparation contenant la matière de valeur du deuxième
stade de séparation pour obtenir la matière de valeur,
caractérisé en ce que l'on retraite les matières utilisées, le matériau magnétisable sous forme de particules,
le liquide non polaire et l'eau du processus.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce qu'on utilise de la magnétite ( Fe3O4 ) comme matériau magnétisable sous forme de particules.
3. Procédé suivant l'une des revendications 1 et 2,
caractérisé en ce qu'on utilise un agent rendant hydrophobe pour rendre hydrophobe sélectivement les matières
de valeur métallifères de la pulpe.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise de l'huile diesel comme liquide non polaire.
5. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on déshydrate un courant de matière du deuxième stade de séparation magnétique qui
comprend la matériau magnétisable sous forme de particules et en ce que l'on tire parti du matériau magnétisable sous forme de particules, qui a été déshydraté,
pour la production de la suspension.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise du xanthate comme agent rendant hydrophobe.
7. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pulpe a une teneur en eau de 30 à 66 % en masse.
8. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on pompe la pulpe.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on utilise d'autres produits chimiques dans la pulpe.