(19)
(11) EP 2 473 742 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
27.12.2017  Patentblatt  2017/52

(21) Anmeldenummer: 10749770.3

(22) Anmeldetag:  21.07.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F04D 17/10(2006.01)
F04D 29/42(2006.01)
F04D 29/02(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE2010/050049
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2011/012127 (03.02.2011 Gazette  2011/05)

(54)

RADIALKOMPRESSOR UND VERFAHREN ZUM HERSTELLEN EINES RADIALKOMPRESSORS

RADIAL COMPRESSOR AND METHOD FOR PRODUCING A RADIAL COMPRESSOR

COMPRESSEUR RADIAL ET PROCÉDÉ DE PRODUCTION


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 31.07.2009 DE 102009035575

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.07.2012  Patentblatt  2012/28

(73) Patentinhaber: MAN Diesel & Turbo SE
86153 Augsburg (DE)

(72) Erfinder:
  • ALISCH, Matthias
    14478 Potsdam (DE)
  • BÖKER, Jens
    10243 Berlin (DE)
  • LANDSKRON, Reiner
    14055 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2007/018529
DE-A1-102007 042 529
US-A1- 2009 060 727
DE-A1-102007 019 884
US-A- 4 212 585
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Radialkompressor und ein Verfahren zum Herstellen eines Radialkompressors.

    [0002] Ein- und mehrstufige Radialkompressoren, bei denen ein oder mehrere Kompressorlaufräder auf einer Kompressorwelle in einem Kompressorgehäuse des jeweiligen Radialkompressors angeordnet sind, weisen zur Strömungsführung die Kompressorlaufräder des jeweiligen Radialkompressors umgebende in einer Axialrichtung des Radialkompressors geschichtete bzw. hintereinander angeordnete Statorbauteile auf, die zusammen ein Statorpaket des Radialkompressors bilden.

    [0003] Das einer ersten Laufradstufe eines Radialkompressors zugeordnete und diese ggf. umgebende Statorbauteil wird auch als Einlaufeinsatz bezeichnet und kann z.B. als Einlaufherz ausgebildet sein.

    [0004] Gemäß dem Stand der Technik wird in einem Kompressorgehäuse des Radialkompressors über einen im Kompressorgehäuse ausgebildeten Fluideinlass, welcher einen Einlassstutzen aufweisen kann, und eine in einem Einlaufeinsatz ausgebildete Fluideinlasspassage z.B. gasförmiges Fluid in ein mit einer Kompressorwelle rotierendes Kompressorlaufrad eingeleitet und aus dem Kompressorlaufrad heraus radial in eine Diffusorpassage hineingefördert, die das Fluid in eine in einem Fluidausleitelement ausgebildete Fluidauslasspassage (eine Spiralpassage oder Sammelpassage zum Ausleiten von über ein letztes Kompressorlaufrad beschleunigtem Fluid) einleitet. Über die Fluidauslasspassage wird das Fluid zu einem z.B. mit einem Druckstutzen versehenen Fluidauslass im Kompressorgehäuse geleitet und einem nachfolgenden Prozess zugeführt.

    [0005] Als Spiralpassage wird eine sich über den Umfang des Radialkompressors entwickelnde bzw. querschnittsmäßig vergrößernde Passage bezeichnet. Als Sammelraum wird dahingegen eine über den Umfang des Radialkompressors querschnittskonstante Passage bezeichnet.

    [0006] Der im Kompressorgehäuse angeordnete Einlaufeinsatz wird üblicherweise als Gussteil hergestellt, wobei die Fluideinlasspassage z.B. durch Gusskerne hergestellt wird. Gussteile weisen jedoch Nachteile hinsichtlich ihrer langen Lieferzeiten und der zur Herstellung erforderlichen Modelle, die in vielen Fällen nicht wiederverwendet werden können und die die Herstellungskosten für die Gussteile erheblich vergrößernd beeinflussen, und hinsichtlich ihrer ggf. schwankenden Qualität auf.

    [0007] Die Qualitätsschwankungen betreffen hierbei insbesondere die Maßhaltigkeit (hier insbesondere die Maßhaltigkeit der Fluideinlasspassage) und die Materialstruktur, welche bei Gussteilen insbesondere von Lunkern beeinträchtigt sein kann. Lunker können wiederum zu Rissen und zu Bearbeitungsproblemen oder sogar zu der Notwendigkeit des Verwerfens des gesamten Gussteils führen.

    [0008] Im Ergebnis sind mit solch üblichen Einlaufeinsätzen ausgerüstete Radialkompressoren für Hersteller solcher Kompressoren problematisch hinsichtlich der Einhaltung der geforderten Betriebseigenschaften, wie der Betriebssicherheit bzw. Ausfallsicherheit, und der Einhaltung der vereinbarten Lieferzeiten. Damit kann die Herstellung solcher Radialkompressoren für Hersteller mit hohen Kostenrisiken verbunden sein, welche sich z.B. in Konventionalstrafen, erhöhten Beschaffungs- und/oder Transportkosten usw. ausdrücken können. Ferner sind solche üblichen Radialkompressoren problematisch hinsichtlich einer Standardisierung und damit kostenmäßigen Optimierung des Herstellungsprozesses.

    [0009] Die aus dem Stand der Technik bekannte Druckschrift US 2009/0060727 A1 beschäftigt sich mit der Anordnung von Einlaufeinsätzen in einem Kompressorgehäuse, wobei der Einlaufeinsatz grundsätzlich mehrteilig ist und nur eins der Teile den eigentlichen Einlauf bildet und die übrigen Teile die Befestigung im Gehäuse gewährleisten. Die funktionsgebundenen Mehrteiligkeit erfordert in der Regel auf den Einzelfall abgestimmte Bauteile, was nachteilig in Bezug auf die Kombination von verschieden dimensionierten Einlaufeinsätzen ist.

    [0010] Die Dokumente US 4,212,585 und DE 10 2007 042 529 A1 zeigen ebenfalls Einlaufeinsätze in Kompressorgehäusen, diese sind in Bezug auf die vorgegebene geometrische Ausgestaltung des Kompressorgehäuses sowie des Kompressorlaufrades speziell geformt, was auch hier nachteilig in Bezug auf die Kombination von verschiedenen Einlaufeinsätzen ist.

    [0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Radialkompressor bereitzustellen, welcher gegenüber üblichen Radialkompressoren verbesserte Betriebseigenschaften aufweist und welcher mit geringeren Kostenrisiken herstellbar ist. Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines solchen Radialkompressors bereitzustellen.

    [0012] Die o.g. Aufgaben werden mit einem Radialkompressor gemäß Anspruch 1 bzw. einem Verfahren gemäß Anspruch 8 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen definiert.

    [0013] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung weist ein Radialkompressor ein Kompressorgehäuse, eine drehbar in dem Kompressorgehäuse gelagerte Kompressorwelle, wenigstens ein in dem Kompressorgehäuse auf der Kompressorwelle angeordnetes Kompressorlaufrad und einen in einem Fluidpfad im Kompressorgehäuse einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors zugeordneten Einlaufeinsatz bestimmter Erstreckung in einer Radialrichtung und einer Axialrichtung des Radialkompressors auf. Erfindungsgemäß definiert der Einlaufeinsatz eine im Fluidpfad einem ersten Kompressorlaufrad der Anzahl von Kompressorlaufrädern vorgeordnete und zu diesem hin führende Fluideinlasspassage, wobei der Einlaufeinsatz von Material mit einer definierten Materialstruktur gebildet ist und wobei die Fluideinlasspassage als nachträglich eingebrachte räumliche Unterbrechung in einem Stoffzusammenhalt der Materialstruktur ausgebildet ist.

    [0014] Definierte Materialstruktur bedeutet gemäß der Erfindung, dass ein Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz sich in einem Festkörperzustand und ausdrücklich nicht in einem Schmelzzustand befindet, wobei die Gesamtheit jeglicher Strukturunregelmäßigkeiten und Strukturregelmäßigkeiten die Materialstruktur bilden. Mit anderen Worten ist die Fluideinlasspassage insbesondere in ihrer Gesamtheit durch Abtrennen von Werkstoffteilchen vom insbesondere vollwandigen bzw. massiven Ausgangsmaterial hergestellt, so dass eine Teilchenzahl und ein Volumen des fertigen Einlaufeinsatzes geringer als jene des Ausgangsmaterials sind.

    [0015] Eine wie gemäß der Erfindung vorgesehene räumliche Unterbrechung bzw. Aufhebung des Stoffzusammenhalts einer solchen definierten Materialstruktur des Einlaufeinsatzes lässt sich ausschließlich durch eine Trennbearbeitung, wie beispielsweise Zerteilen, Spanen (z.B. Fräsen, Bohren, Drehen, Schleifen usw.), Abtragen (z.B. Funkenerodieren, Laserschneiden, Elektronenstrahlschneiden, Brennschneiden usw.) usw., erzielen.

    [0016] Mit einem Trennverfahren lassen sich jedoch mit den heute verfügbaren z.B. CNC (Computer Numerically Controlled - Computernummerischgesteuert) -Maschinen, wie z.B. CNC-Fräsmaschinen, CNC-Funkenerodiermaschinen usw., erheblich höhere Genauigkeiten, insbesondere auch für die Fluideinlasspassage, erzielen. Damit kann auf eine kostenintensive, langwierige und qualitätsschwankende Herstellung der Fluideinlasspassage mittels Gusskernen verzichtet werden.

    [0017] Ein Radialkompressor mit einem erfindungsgemäß hergestellten Einlaufeinsatz weist somit durch die mit stets gleichbleibender Qualität bzw. Maßhaltigkeit hergestellte Fluideinlasspassage stets die gewünschten und damit verbesserte Betriebseigenschaften auf. Durch die z.B. damit reduzierten Risiken hinsichtlich lieferzeitbedingter und/oder qualitätsbedingter Konventionalstrafen und/oder höherer Beschaffungskosten und/oder höherer Transportkosten für den Hersteller eines solchen Radialkompressors sind insgesamt die Kostenrisiken bei der Herstellung des Radialkompressors reduziert.

    [0018] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Radialkompressors ist das Material des Einlaufeinsatzes druckumgeformtes Material, wobei die Materialstruktur des Einlaufeinsatzes als Druckumgeformt-Materialstruktur ausgebildet ist.

    [0019] Erfindungsgemäß wird unter druckumgeformtem Material beispielsweise Schmiedematerial, Kaltwalzmaterial und Warmwalzmaterial, Ziehmaterial usw. verstanden. Solche Materialien sind am Markt schnell und preiswert als Halbzeuge verfügbar. Ferner weisen druckumgeformte Materialien eine hinsichtlich Lufteinschlüssen verbesserte Materialstruktur auf, da durch die Druckumformung nach einem Urformen ggf. vorhandene Lufteinschlüsse gewissermaßen verschmiedet werden und damit eine homogenere Materialstruktur geschaffen wird.

    [0020] Bevorzugt ist das Material des Einlaufeinsatzes Walzmaterial und insbesondere Metallblech, wobei die Materialstruktur des Einlaufeinsatzes als Walzmaterialstruktur ausgebildet ist. Insbesondere Metallbleche sind am Markt in einer Vielzahl von Blechdicken und Materialqualitäten schnell und preiswert verfügbar.

    [0021] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Radialkompressors ist der Einlaufeinsatz von einer Mehrzahl von in Axialrichtung des Radialkompressors aufeinandergeschichteten und miteinander verbundenen Einlaufeinsatzteilen gebildet. Bevorzugt sind die Einlaufeinsatzteile miteinander verschweißt, verlötet oder verschraubt. Zusätzlich können geeignete Verbindungen zum Kompressorgehäuse und benachbarten Innenteilen des Radialkompressors vorgesehen sein.

    [0022] Die erfindungsgemäße Laminierung bzw. Aufeinanderschichtung mehrerer Einlaufeinsatzteile hat den Vorteil, dass die Gesamterstreckung des Einlaufeinsatzes in Axialrichtung des Radialkompressors auf die mehreren Dickenabmessungen bzw. Erstreckungen in Axialrichtung des Radialkompressors der Einlaufeinsatzteile verteilbar ist. Damit unterliegt das für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile zu verwendende Ausgangsmaterial zumindest in einer Dimension, nämlich hier bevorzugt in der sich in Axialrichtung des Radialkompressors erstreckenden Dickendimension, nicht den durch den Einlaufeinsatz als Ganzes vorgegebenen Beschränkungen bzw. Größenmindestanforderungen. Damit wird eine erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Grundabmessungen des Ausgangsmaterials für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile sichergestellt.

    [0023] Mit der erfindungsgemäßen Aufeinanderschichtung mehrerer Einlaufeinsatzteile, kann auf einfache Weise z.B. das Problem gelöst werden, dass die am Markt verfügbare Blechdicke beschränkt ist. Mit anderen Worten werden, wenn die Dickenabmessung des Einlaufeinsatzes z.B. die am Markt verfügbare Blechdicke überschreitet, einfach mehrere Bleche (Einlaufeinsatzteile) aufeinandergeschichtet und wie oben beschrieben miteinander verbunden. Die geometrische Form für die Fluideinlasspassage kann in jedes Blech einzeln oder in die Bleche im Geschichtet-Zustand eingebracht werden.

    [0024] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Einlaufeinsatzes aus mehreren Einlaufeinsatzteilen können für bestimmte Kompressorbaugrößen Standard-Einlaufeinsatzteile definiert werden, so dass zumindest das Ausgangsmaterial für diese und ggf. sogar fertige Einlaufeinsatzteile in einem Lager vorgehalten werden können. Damit können erfindungsgemäße Radialkompressoren einen höheren Standardisierungsgrad aufweisen, womit eine kostenmäßige Optimierung des Herstellungsprozesses erzielbar ist. Ferner ist es durch eine Lagervorhaltung von bestimmten Einlaufeinsatzteilen möglich, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren.

    [0025] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Radialkompressors ist die Fluideinlasspassage von wenigstens zwei Einlaufeinsatzteilen der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen begrenzt.

    [0026] Durch die erfindungsgemäße Aufeinanderschichtung ist es somit möglich, wenn eine auf dem Markt verfügbare Dickendimension des Ausgangsmaterials für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile nicht ausreicht, um darin den gesamten Querschnitt der Fluideinlasspassage auszubilden, den Querschnitt auf mehrere Einlaufeinsatzteile zu verteilen. Damit unterliegt der Fachmann beim Konstruieren der Fluideinlasspassage bzw. des Einlaufeinsatzes im Wesentlichen keinen ausgangsmaterialbedingten Beschränkungen und kann somit eine optimale Konstruktion realisieren.

    [0027] In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Fluideinlasspassage sowohl aufgrund ihres Querschnitts als auch aufgrund eines ggf. vorhandenen axialen Verlaufsfaktors von mehreren Einlaufeinsatzteilen begrenzt sein kann.

    [0028] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Radialkompressors ist in einem Einlaufeinsatzteil der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen ein Spiralraum ausgebildet, wobei der Spiralraum als nachträglich eingebrachte räumliche Unterbrechung im Stoffzusammenhalt der Materialstruktur ausgebildet ist.

    [0029] Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung ist auf einfache, raumsparende und kostengünstige Weise ein Fluidausleitelement in den Einlaufeinsatz integriert. Dies reduziert zusätzlich die Kosten und den Fertigungsaufwand. Besonders geeignet ist eine solche Ausgestaltung der Erfindung für einstufige Radialkompressoren, ist aber nicht auf diese beschränkt.

    [0030] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung weist ein Verfahren zum Herstellen eines Radialkompressors zumindest die folgenden Schritte auf: Bereitstellen eines Kompressorgehäuses, Bereitstellen einer Kompressorwelle, Bereitstellen wenigstens eines Kompressorlaufrades und Anordnen dessen auf der Kompressorwelle, drehbares Lagern der Kompressorwelle in dem Kompressorgehäuse, Bereitstellen eines Einlaufeinsatzes, so dass dieser eine bestimmte Erstreckung in einer Radialrichtung und einer Axialrichtung des Radialkompressors aufweist und eine Fluideinlasspassage definiert, und Anordnen des Einlaufeinsatzes im Kompressorgehäuse, so dass der Einlaufeinsatz in einem Fluidpfad im Kompressorgehäuse einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors zugeordnet ist und die Fluideinlasspassage im Fluidpfad einem ersten Kompressorlaufrad der Anzahl von Kompressorlaufrädern vorgeordnet ist und zu diesem hin führt, wobei die Fluideinlasspassage insbesondere in ihrer Gesamtheit durch eine Trennbearbeitung insbesondere aus dem Vollen in den Einlaufeinsatz eingebracht wird.

    [0031] Gemäß der Erfindung kann eine Trennbearbeitung beispielsweise ein Zerteilen und/oder ein Spanen (z.B. Fräsen, Bohren, Drehen, Schleifen usw.) und/oder ein Abtragen (z.B. Funkenerodieren, Laserschneiden, Elektronenstrahlschneiden, Brennschneiden usw.) beinhalten.

    [0032] Mit einem erfindungsgemäßen Trennverfahren lassen sich mit den heute verfügbaren z.B. CNC-Maschinen, wie z.B. CNC-Fräsmaschinen, CNC-Funkenerodiermaschinen usw., erheblich höhere Genauigkeiten, insbesondere auch für die Fluideinlasspassage, erzielen. Damit kann auf eine kostenintensive, langwierige und qualitätsschwankende Herstellung der Fluideinlasspassage mittels Gusskernen verzichtet werden.

    [0033] Ein mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellter Radialkompressor mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Einlaufeinsatz weist somit durch die mit stets gleichbleibender Qualität bzw. Maßhaltigkeit hergestellte Fluideinlasspassage stets die gewünschten und damit verbesserte Betriebseigenschaften auf. Durch die z.B. damit reduzierten Risiken hinsichtlich lieferzeitbedingter und/oder qualitätsbedingter Konventionalstrafen und/oder höherer Beschaffungskosten und/oder höherer Transportkosten für den Hersteller eines solchen Radialkompressors sind insgesamt die Kostenrisiken bei der Herstellung des Radialkompressors reduziert.

    [0034] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz druckumgeformtes Material verwendet.

    [0035] Wie oben bereits erwähnt, wird gemäß der Erfindung unter druckumgeformtem Material beispielsweise Schmiedematerial, Kaltwalzmaterial und Warmwalzmaterial, Ziehmaterial usw. verstanden. Solche Materialien sind am Markt schnell und preiswert als Halbzeuge verfügbar. Ferner weisen druckumgeformte Materialien eine hinsichtlich Lufteinschlüssen verbesserte Materialstruktur auf, da durch die Druckumformung nach einem Urformen ggf. vorhandene Lufteinschlüsse gewissermaßen verschmiedet werden und damit eine homogenere Materialstruktur geschaffen wird.

    [0036] Bevorzugt wird als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz Walzmaterial, insbesondere Metallblech, verwendet. Insbesondere Metallbleche sind am Markt in einer Vielzahl von Blechdicken und Materialqualitäten schnell und preiswert verfügbar.

    [0037] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz vollwandiges bzw. massives Material verwendet.

    [0038] Mit anderen Worten kann als Ausgangsmaterial jegliches am Markt verfügbare geeignete Vollmaterial verwendet werden, da die Fluideinlasspassage erst nachträglich in ihrer Gesamtheit per Trennbearbeitung aus dem Vollen herausgearbeitet wird.

    [0039] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden beim Bereitstellen des Einlaufeinsatzes eine Mehrzahl von separaten Einlaufeinsatzteilen so aufeinandergeschichtet und miteinander verbunden, dass die Einlaufeinsatzteile in Axialrichtung des Radialkompressors nacheinander angeordnet sind, wobei die Einlaufeinsatzteile bevorzugt miteinander verschweißt, verlötet und/oder verschraubt werden.

    [0040] Die erfindungsgemäße Laminierung bzw. Aufeinanderschichtung mehrerer Einlaufeinsatzteile hat den Vorteil, dass die Gesamterstreckung des Einlaufeinsatzes in Axialrichtung des Radialkompressors auf die mehreren Dickenabmessungen bzw. Erstreckungen in Axialrichtung des Radialkompressors der Einlaufeinsatzteile verteilbar ist. Damit unterliegt das für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile zu verwendende Ausgangsmaterial zumindest in einer Dimension, nämlich hier bevorzugt in der sich in Axialrichtung des Radialkompressors erstreckenden Dickendimension, nicht den durch den Einlaufeinsatz als Ganzes vorgegebenen Beschränkungen bzw. Größenmindestanforderungen. Damit wird eine erhöhte Flexibilität hinsichtlich der Grundabmessungen des zu verwendenden Ausgangsmaterials für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile sichergestellt.

    [0041] Mit der erfindungsgemäßen Aufeinanderschichtung mehrerer Einlaufeinsatzteile, kann auf einfache Weise z.B. das Problem gelöst werden, dass die am Markt verfügbare Blechdicke beschränkt ist. Mit anderen Worten werden, wenn die Dickenabmessung des Einlaufeinsatzes z.B. die am Markt verfügbare Blechdicke überschreitet, einfach mehrere Bleche (Einlaufeinsatzteile) aufeinandergeschichtet und wie oben beschrieben miteinander verbunden. Die geometrische Form für die Fluideinlasspassage kann in jedes Blech einzeln oder in die Bleche im Geschichtet-Zustand eingebracht werden.

    [0042] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Einlaufeinsatzes aus mehreren Einlaufeinsatzteilen können für bestimmte Kompressorbaugrößen Standard-Einlaufeinsatzteile definiert werden, so dass zumindest das Ausgangsmaterial für diese und ggf. sogar fertige Einlaufeinsatzteile in einem Lager vorgehalten werden können. Damit können erfindungsgemäße Radialkompressoren einen höheren Standardisierungsgrad aufweisen, womit eine kostenmäßige Optimierung des Herstellungsprozesses erzielbar ist. Ferner ist es durch eine Lagervorhaltung von bestimmten Einlaufeinsatzteilen möglich, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren.

    [0043] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Fluideinlasspassage so eingebracht, dass sie von wenigstens zwei Einlaufeinsatzteilen der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen begrenzt wird.

    [0044] Durch die erfindungsgemäße Aufeinanderschichtung ist es somit möglich, wenn eine auf dem Markt verfügbare Dickendimension des Ausgangsmaterials für die jeweiligen Einlaufeinsatzteile nicht ausreicht, um darin den gesamten Querschnitt der Fluideinlasspassage auszubilden, den Querschnitt auf mehrere Einlaufeinsatzteile zu verteilen. Damit unterliegt der Fachmann beim Konstruieren und Herstellen der Fluideinlasspassage bzw. des Einlaufeinsatzes im Wesentlichen keinen ausgangsmaterialbedingten Beschränkungen und kann somit eine optimale Konstruktion und Fertigung realisieren.

    [0045] In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass die Fluideinlasspassage sowohl aufgrund ihres Querschnitts als auch aufgrund eines ggf. vorhandenen axialen Verlaufsfaktors von mehreren Einlaufeinsatzteilen begrenzt werden kann.

    [0046] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in ein Einlaufeinsatzteil der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen per Trennbearbeitung ein Spiralraum eingebracht.

    [0047] Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung wird auf einfache, raumsparende und kostengünstige Weise ein Fluidausleitelement in den Einlaufeinsatz integriert. Dies reduziert zusätzlich die Kosten und den Fertigungsaufwand. Besonders geeignet ist eine solche Ausgestaltung der Erfindung für einstufige Radialkompressoren, ist aber nicht auf diese beschränkt.

    [0048] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Trennbearbeitung eine spanende und/oder eine abtragende Bearbeitung eingesetzt.

    [0049] Gerade für räumlich verlaufende Geometrien wie die Fluideinlasspassage eignen sich per CNC-Maschine durchgeführte Bearbeitungsverfahren wie z.B. Fräsen, Funkenerodieren, Laserschneiden, Elektronenstrahlschneiden und Brennschneiden. Damit lässt sich die Geometrie der Fluideinlasspassage in wiederholbarer Qualität und hoher Maßgenauigkeit zuverlässig herstellen.

    [0050] Im Fazit wird gemäß Ausführungsformen beider Aspekte der Erfindung vorgeschlagen, die Gussteile für Einlaufeinsätze durch jeweils aus mindestens einem Blech bzw. Blechen überwiegend spanend hergestellte Bauteile zu ersetzen. Bei geeigneter Formgebung der strömungsführenden Fluideinlasspassage kann diese aus einem oder bei nicht ausreichend zur Verfügung stehender Blechdicke mehreren geschichteten Blechen spanabhebend und/oder durch erosive und/oder durch schneidende Verfahren (Laser, Elektronenstrahl, Brennschneiden) hergestellt werden.

    [0051] Bei geschichteten Blechen können diese miteinander verschraubt, verlötet oder verschweißt werden. Werden die Bleche miteinander verschraubt, kann die Verschraubung auch Bestandteil der Verschraubung des gesamten Statorpaketes sein.

    [0052] Die Erfindung erlaubt nicht nur den Einsatz von Blechen, sondern ermöglicht auch den Aufbau einer Standard-Bauteilsystematik.

    [0053] Erfindungsgemäß besteht keine Beschränkung auf einstufige Radialkompressoren, sondern die Erfindung ist z.B. auch für mehrstufige Radialkompressoren sowohl in Barrelbauweise als auch in horizontal geteilter Bauweise anwendbar.

    [0054] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Radialkompressor ein einwelliger Radialkompressor.

    [0055] Im Folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen und unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben.
    Fig.1
    zeigt eine schematische Schnittansicht eines Radialkompressors gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
    Fig.2
    zeigt eine perspektivische Explosionsansicht eines Einlaufeinsatzes eines Radialkompressors gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
    Fig.3
    zeigt eine seitliche Explosionsansicht des Einlaufeinsatzes von Fig.2.


    [0056] Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 3 ein Radialkompressor 1 gemäß Ausführungsformen der Erfindung beschrieben.

    [0057] Ein erfindungsgemäßer Radialkompressor 1 weist ein Kompressorgehäuse 10, eine drehbar in dem Kompressorgehäuse 10 gelagerte Kompressorwelle 20, wenigstens ein in dem Kompressorgehäuse 10 auf der Kompressorwelle 20 angeordnetes Kompressorlaufrad 14 und ein in einem Fluidpfad im Kompressorgehäuse 10 einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors 1 zugeordneten Einlaufeinsatz 12 auf, welcher eine bestimmte Erstreckung in einer Radialrichtung RR und einer Axialrichtung AR (siehe Fig.1 und Fig.3) des Radialkompressors 1 hat.

    [0058] Im Betrieb des erfindungsgemäßen Radialkompressors 1 wird über einen im Kompressorgehäuse 10 ausgebildeten Fluideinlass 11, welcher einen Einlassstutzen (nicht gezeigt) aufweisen kann, und eine im Einlaufeinsatz 12 ausgebildete Fluideinlasspassage 13 gasförmiges und/oder flüssiges Fluid in das mit der Kompressorwelle 20 rotierende Kompressorlaufrad 14 eingeleitet und aus dem Kompressorlaufrad 14 heraus radial in eine Diffusorpassage 15 hineingefördert, die das Fluid in eine in einem Fluidausleitelement 16 ausgebildete Fluidauslasspassage 16a (eine Spiralpassage oder Sammelpassage) einleitet.

    [0059] Über die Fluidauslasspassage 16a wird das Fluid zu einem z.B. mit einem Druckstutzen (nicht gezeigt) versehenen Fluidauslass 17 im Kompressorgehäuse 10 geleitet und einem nachfolgenden Prozess zugeführt.

    [0060] Wie aus Fig.1 ersichtlich, ist die Fluideinlasspassage 13 im Einlaufeinsatz 12 im Fluidpfad dem ersten (und gemäß der in Fig.1 gezeigten Ausführungsform einzigen) Kompressorlaufrad 14 vorgeordnet und führt bzw. erstreckt sich zu diesem hin.

    [0061] Wie aus Fig.2 und Fig.3 ersichtlich, ist der Einlaufeinsatz 12 von drei in Axialrichtung AR des Radialkompressors 1 aufeinandergeschichteten und miteinander verbundenen Einlaufeinsatzteilen 12a, 12b, 12c gebildet, wobei die Einlaufeinsatzteile gemäß Ausführungsformen der Erfindung miteinander verschweißt, verlötet und/oder verschraubt (nicht im Detail dargestellt) sind.

    [0062] Wie ebenfalls aus Fig.2 und Fig.3 ersichtlich, ist die Fluideinlasspassage 13 von allen dreien der Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c zumindest mittels eines Wandabschnitts dieser begrenzt.

    [0063] In dem in Fig.2 und Fig.3 rechten Einlaufeinsatzteil 12c ist eine Fluidauslasspassage in Form eines Spiralraums 121c ausgebildet. Der Spiralraum 121c bildet als Modifikation zu der in Fig.1 gezeigten Ausführungsform die Fluidauslasspassage, wobei das Einlaufeinsatzteil 12c das Fluidausleitelement bildet. Eine solche Konfiguration ist insbesondere für einen einstufigen Radialkompressor geeignet. Es ist zu bemerken, dass gemäß Ausführungsformen der Erfindung der Spiralraum 121c im Einlaufeinsatzteil 12c auch weggelassen sein kann und stattdessen die Fluidauslasspassage wie in Fig.1 gezeigt angeordnet sein kann.

    [0064] Gemäß der in Fig.2 und Fig.3 gezeigten Ausführungsform der Erfindung ist das in diesen Figuren linke Einlaufeinsatzteil 12a als Kegelscheibe ausgebildet, ist das in diesen Figuren mittlere Einlaufeinsatzteil 12b als Einlaufherz ausgebildet und ist das in diesen Figuren rechte Einlaufeinsatzteil 12c als Fluidausleitelement bzw. Spiralgehäuseelement ausgebildet.

    [0065] Der Einlaufeinsatz 12 ist aus einem Material mit einer definierten Materialstruktur hergestellt, nämlich gemäß Ausführungsformen der Erfindung aus druckumgeformtem Material und hier insbesondere aus gewalztem Metallblech. Mit anderen Worten ist die Materialstruktur des Einlaufeinsatzes 12 bzw. der jeweiligen Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c eine Druckumgeformt-Materialstruktur und hier insbesondere eine Walzmaterialstruktur.

    [0066] Gemäß der Erfindung sind die Fluideinlasspassage 13 und der Spiralraum 121c durch eine Trennbearbeitung in das vollwandige Ausgangsmaterial (Metallblech) des Einlaufeinsatzes 12 bzw. der jeweiligen Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c eingebracht.

    [0067] Damit stellen die Fluideinlasspassage 13 und der Spiralraum 121c jeweils eine nachträglich eingebrachte räumliche Unterbrechung in einem Stoffzusammenhalt der Materialstruktur des Einlaufeinsatzes 12 dar.

    [0068] In einer einfachsten Form weist ein Verfahren zum Herstellen des Radialkompressors 1 demnach die folgenden Schritte auf: Bereitstellen des Kompressorgehäuses 10, Bereitstellen der Kompressorwelle 20, Bereitstellen wenigstens eines Kompressorlaufrades 14 und Anordnen dessen auf der Kompressorwelle 20, drehbares Lagern der Kompressorwelle 20 in dem Kompressorgehäuse 10, Bereitstellen des Einlaufeinsatzes 12, so dass dieser eine bestimmte Erstreckung in Radialrichtung RR und in Axialrichtung AR des Radialkompressors 1 aufweist und eine Fluideinlasspassage 13 definiert, und Anordnen des Einlaufeinsatzes 12 im Kompressorgehäuse 10, so dass der Einlaufeinsatz 12 im Fluidpfad im Kompressorgehäuse 10 einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors 1 zugeordnet ist und die Fluideinlasspassage 13 im Fluidpfad dem ersten Kompressorlaufrad 14 vorgeordnet ist und zu diesem hin führt, wobei die Fluideinlasspassage 13 durch eine Trennbearbeitung in den Einlaufeinsatz 12 eingebracht wird.

    [0069] Gemäß Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Einlaufeinsatz 12, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt, aus einer Mehrzahl von in Axialrichtung AR des Radialkompressors 1 aufeinandergeschichteten Einlaufeinsatzteilen 12a, 12b, 12c hergestellt werden, wobei die Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c miteinander verschweißt, verlötet oder verschraubt werden.

    [0070] Die Fluideinlasspassage 13 kann so eingebracht werden, dass sie, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt, von allen drei Einlaufeinsatzteilen 12a, 12b, 12c begrenzt wird.

    [0071] Die geometrische Form für die Fluideinlasspassage 13 kann in jedes Einlaufeinsatzteil 12a, 12b, 12c einzeln oder in die Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c im Geschichtet-Zustand eingebracht werden. Auch der Spiralraum 121c kann, wenn vorgesehen, vor oder nach dem miteinander Verbinden bzw. Aufeinanderschichten der Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c per Trennbearbeitung in das strömungsabwärtigste Einlaufeinsatzteil 12c eingebracht werden.

    [0072] Als Trennbearbeitung werden bevorzugt eine spanende und/oder eine abtragende Bearbeitung eingesetzt. Demnach können gemäß Ausführungsformen der Erfindung die Fluideinlasspassage 13 und ggf. der Spiralraum 121c z.B. per Fräsen und/oder Funkenerodieren aus dem vollen Ausgangsmaterial herausgearbeitet bzw. in dieses eingebracht werden.

    [0073] Als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz 12 bzw. die jeweiligen Einlaufeinsatzteile 12a, 12b, 12c kann druckumgeformtes Material und bevorzugt Walzmaterial, insbesondere Metallblech, verwendet werden.

    Bezugszeichenliste



    [0074] 
    1
    Radialkompressor
    10
    Kompressorgehäuse
    11
    Fluideinlass
    12
    Einlaufeinsatz
    12a
    Einlaufeinsatzteil
    12b
    Einlaufeinsatzteil
    12c
    Einlaufeinsatzteil
    121c
    Spiralraum
    13
    Fluideinlasspassage
    14
    Kompressorlaufrad
    15
    Diffusorpassage
    16
    Fluidausleitelement
    16a
    Fluidausleitpassage
    17
    Fluidauslass
    20
    Kompressorwelle
    AR
    Axialrichtung
    RR
    Radialrichtung



    Ansprüche

    1. Radialkompressor (1) mit einem Kompressorgehäuse (10), einer drehbar in dem Kompressorgehäuse (10) gelagerten Kompressorwelle (20), wenigstens einem in dem Kompressorgehäuse (10) auf der Kompressorwelle (20) angeordneten Kompressorlaufrad (14) und einem in einem Fluidpfad im Kompressorgehäuse (10) einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors (1) zugeordneten Einlaufeinsatz (12) bestimmter Erstreckung in einer Radialrichtung (RR) und einer Axialrichtung (AR) des Radialkompressors (1),
    wobei der Einlaufeinsatz (12) eine im Fluidpfad einem ersten Kompressorlaufrad (14) vorgeordnete und zu diesem hin führende Fluideinlasspassage (13) definiert,
    wobei der Einlaufeinsatz (12) von Material mit einer definierten Materialstruktur gebildet ist, und
    wobei die Fluideinlasspassage (13) als nachträglich eingebrachte räumliche Unterbrechung in einem Stoffzusammenhalt der Materialstruktur ausgebildet ist, wobei der Einlaufeinsatz (12) von einer Mehrzahl von in Axialrichtung (AR) des Radialkompressors (1) aufeinandergeschichteten und miteinander verbundenen Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) gebildet ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass in einem Einlaufeinsatzteil (12c) der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) ein Spiralraum (121c) ausgebildet ist, und wobei der Spiralraum (121c) als nachträglich eingebrachte räumliche Unterbrechung im Stoffzusammenhalt der Materialstruktur ausgebildet ist.
     
    2. Radialkompressor (1) gemäß Anspruch 1, wobei das Material des Einlaufeinsatzes (12) druckumgeformtes Material ist, und wobei die Materialstruktur des Einlaufeinsatzes (12) als Druckumgeformt-Materialstruktur ausgebildet ist.
     
    3. Radialkompressor (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Material des Einlaufeinsatzes (12) Walzmaterial und insbesondere Metallblech ist, und wobei die Materialstruktur des Einlaufeinsatzes (12) als Walzmaterialstruktur ausgebildet ist.
     
    4. Radialkompressor (1) gemäß Anspruch 1 wobei die Einlaufeinsatzteile (12a, 12b, 12c) miteinander verschweißt, verlötet oder verschraubt sind.
     
    5. Radialkompressor (1) gemäß Anspruch 1 oder 4, wobei die Fluideinlasspassage (13) von wenigstens zwei Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) begrenzt ist.
     
    6. Verfahren zum Herstellen eines Radialkompressors (1), aufweisend:

    Bereitstellen eines Kompressorgehäuses (10),

    Bereitstellen einer Kompressorwelle (20),

    Bereitstellen wenigstens eines Kompressorlaufrades (14) und Anordnen dessen auf der Kompressorwelle (20),

    drehbares Lagern der Kompressorwelle (20) in dem Kompressorgehäuse (10),

    Bereitstellen eines Einlaufeinsatzes (12), so dass dieser eine bestimmte Erstreckung in einer Radialrichtung (RR) und in einer Axialrichtung (AR) des Radialkompressors (1) aufweist und eine Fluideinlasspassage (13) definiert, und

    Anordnen des Einlaufeinsatzes (12) im Kompressorgehäuse (10), so dass der Einlaufeinsatz (12) in einem Fluidpfad im Kompressorgehäuse (10) einer ersten Laufradstufe des Radialkompressors (1) zugeordnet ist und die Fluideinlasspassage (13) im Fluidpfad einem ersten Kompressorlaufrad (14) vorgeordnet ist und zu diesem hin führt,

    wobei die Fluideinlasspassage (13) durch eine Trennbearbeitung in den Einlaufeinsatz (12) eingebracht wird, wobei beim Bereitstellen des Einlaufeinsatzes (12) eine Mehrzahl von separaten Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) so aufeinandergeschichtet und miteinander verbunden werden, dass die Einlaufeinsatzteile (12a, 12b, 12c) in Axialrichtung (AR) des Radialkompressors (1) nacheinander angeordnet sind.

    dadurch gekennzeichnet.
    dass in ein Einlaufeinsatzteil (12c) der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) per Trennbearbeitung ein Spiralraum (121c) eingebracht wird.
     
    7. Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz (12) druckumgeformtes Material verwendet wird.
     
    8. Verfahren gemäß Anspruch 6 oder 7, wobei als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz (12) Walzmaterial, insbesondere Metallblech, verwendet wird.
     
    9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei als Ausgangsmaterial für den Einlaufeinsatz (12) vollwandiges Material verwendet wird.
     
    10. Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei die Einlaufeinsatzteile (12a, 12b, 12c) miteinander verschweißt, verlötet oder verschraubt werden.
     
    11. Verfahren gemäß Anspruch 6 oder 10, wobei die Fluideinlasspassage (13) so eingebracht wird, dass sie von wenigstens zwei Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) der Mehrzahl von Einlaufeinsatzteilen (12a, 12b, 12c) begrenzt wird.
     
    12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei als Trennbearbeitung eine spanende und/oder eine abtragende Bearbeitung eingesetzt wird.
     


    Claims

    1. A radial compressor (1) with a compressor housing (10), a compressor shaft (20) which is rotatably mounted in the compressor housing (10), at least one compressor impeller (14) arranged on the compressor shaft (20) in the compressor housing (10) and an inlet insert (12) assigned in a fluid path in the compressor housing (10) to a first impeller stage of the radial compressor (1) of a certain extension in a radial direction (RR) and an axial direction (AR) of the radial compressor (1)
    wherein the inlet insert (12) defines a fluid inlet passage (13) that is arranged upstream of a, in the fluid path, first compressor impeller (14) and leading to the same,
    wherein the inlet insert (12) is formed by material with a defined material structure, and
    wherein the fluid inlet passage (13) is formed as subsequently introduced spatial interruption in a material cohesion of the material structure, wherein the inlet insert (12) is formed by a plurality of inlet insert parts (12a, 12b, 12c) which are stacked onto one another in axial direction (AR) of the radial compressor (1) and connected to one another,
    characterized
    in that in an inlet insert part (12c) of the plurality of inlet insert parts (12a, 12b, 12c) a clearance (121c) is formed, and wherein the clearance (121c) is formed as subsequently introduced spatial interruption in the material cohesion of the material structure.
     
    2. The radial compressor (1) according to Claim 1, wherein the material of the inlet insert (12) is designed as pressure-formed material, and wherein the material structure of the inlet insert (12) is designed as pressure-formed material structure.
     
    3. The radial compressor (1) according to Claim 1 or 2, wherein the material of the inlet insert (12) is rolled material and in particular sheet metal, and wherein the material structure of the inlet insert (12) is formed as rolled material structure.
     
    4. The radial compressor (1) according to Claim 1, wherein the inlet insert parts (12a, 12b, 12c) are welded, soldered or screwed to one another.
     
    5. The radial compressor (1) according to Claim 1 or 4, wherein the fluid inlet passage (13) is delimited by at least two inlet insert parts (12a, 12b, 12c) of the plurality of inlet insert parts (12a, 12b, 12c).
     
    6. A method for producing a radial compressor (1), comprising:

    providing a compressor housing (10),

    providing a compressor shaft (20),

    providing at least one compressor impeller (14) and arranging the same on the compressor shaft (20),

    rotatable mounting of the compressor shaft (20) in the compressor housing (10),

    providing an inlet insert (12) so that the same has a certain extension in a radial direction (RR) and in an axial direction (AR) of the radial compressor (1) and defines a fluid inlet passage (13), and

    arranging the inlet insert (12) in the compressor housing (10) so that the inlet insert (12) in a fluid path in the compressor housing (10) is assigned to a first impeller stage of the radial compressor (1) and the fluid inlet passage (13) is arranged in the fluid path upstream of a first compressor impeller (14) and leads to the same,

    wherein the fluid inlet passage (13) is introduced into the inlet insert (12) by a cutting process,
    wherein when providing the inlet insert (12) a plurality of separate inlet insert parts (12a, 12b, 12c) are stacked onto one another and connected to one another in such a manner that the inlet insert parts (12a, 12b, 12c) are arranged one after the other in axial direction (AR) of the radial compressor (1),
    characterized
    in that a clearance (121c) is introduced into an inlet insert part (12c) of the plurality of inlet insert parts (12a, 12b, 12c) by way of a cutting process.
     
    7. The method according to Claim 6, wherein as starting material for the inlet insert (12) pressure-formed material is used.
     
    8. The method according to Claims 6 or 7, wherein as starting material for the inlet insert (12) rolled material, in particular sheet metal is used.
     
    9. The method according to any one of the Claims 6 to 8, wherein as starting material for the inlet insert (12) solid-walled material is used.
     
    10. The method according to Claim 6, wherein the inlet insert parts (12a, 12b, 12c) are welded, soldered or screwed to one another.
     
    11. The method according to Claim 6 or 10, wherein the fluid inlet passage (13) is introduced so that it is delimited by at least two inlet insert parts (12a, 12b, 12c) of the plurality of inlet insert parts (12a, 12b, 12c).
     
    12. The method according to any one of the Claims 6 to 11, wherein as cutting process a chip-machining and/or a removal process is employed.
     


    Revendications

    1. Compresseur radial (1), avec un carter de compresseur (10), un arbre de compresseur (20) logé de manière rotative dans le carter de compresseur (10), au moins un impulseur (14) placé dans le carter de compresseur (10) sur l'arbre de compresseur (20) et un insert d'admission (12) d'extension déterminée dans une direction radiale (RR) et dans une direction axiale (AR) du compresseur radial (1), associé dans un trajet fluidique dans le carter de compresseur (10) à un premier niveau d'impulseur du compresseur radial (1), l'insert d'admission (12) définissant un passage d'entrée du fluide (13} monté en amont d'un premier impulseur (14) dans le trajet fluidique et menant vers celui-ci,
    l'insert d'admission {12) étant formé de matière d'une structure de matière définie et
    le passage d'entrée du fluide (13) étant conçu sous la forme d'une interruption spatiale ménagée ultérieurement dans une cohésion de matières de la structure matérielle, l'insert d'admission (12} étant formé d'une pluralité de pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c) empilées les unes sur les autres et assemblées les unes aux autres dans la direction axiale (AR) du compresseur radial (1),
    caractérisé en ce que
    dans une pièce d'insert d'admission (12c) de la pluralité de pièces d'insert d'admission (12a, 12b. 12c) est conçu un espace en spirale (121c} et l'espace en spirale (121c) est conçu sous la forme d'une interruption physique ménagée ultérieurement dans une cohésion de matières de la structure matérielle.
     
    2. Compresseur radial (1) selon la revendication 1, la matière de l'insert d'admission (12) étant une matière façonnée sous pression et la structure matérielle de l'insert d'admission (12) étant conçue sous la forme de structure matérielle façonnée sous pression.
     
    3. Compresseur radial (1) selon la revendication 1 ou 2, la matière de l'insert d'admission (12) étant une matière laminée et notamment de la tôle métallique et la structure matérielle de l'insert d'admission (12) étant conçue sous la forme d'une structure matérielle laminée.
     
    4. Compresseur radial (1) selon la revendication 1,
    les pièces de l'insert d'admission (12a, 12b, 12c) étant soudées, brasées ou vissées les unes aux autres.
     
    5. Compresseur radial (1) selon la revendication 1 ou 4, le passage d'entrée du fluide (13) étant délimité par au moins deux pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c) de la pluralité de pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c).
     
    6. Procédé destiné à fabriquer un compresseur radial (1), comportant :

    la mise à disposition d'un carter de compresseur (10), la mise à disposition d'un arbre de compresseur (20), la mise à disposition d'au moins un impulseur {14) et le placement de celui-ci sur l'arbre de compresseur (20),

    le logement en rotation de l'arbre de compresseur (20) dans le carter de compresseur (10),

    la mise à disposition d'un insert d'admission (12), de sorte que celui-ci présente une certaine extension dans une direction radiale (RR) et dans une direction axiale (AR) du compresseur radial (1) et définisse un passage d'entrée du fluide {13) et

    le placement de l'insert d'admission (12) dans le carter de compresseur (10), de sorte que dans un trajet fluidique dans le carter de compresseur (10), l'insert d'admission {12) soit associé à un premier niveau d'impulseur du compresseur radial (1) et que dans le trajet fluidique, le passage d'entrée du fluide (13) soit monté en amont d'un premier impulseur (14) et mène vers celui-ci,

    le passage d'entrée du fluide (13) étant ménagé par un usinage de sectionnement dans l'insert d'admission (12), lors de la mise à disposition de l'insert d'admission (12), une pluralité de pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c) séparées étant superposées et assemblées les unes aux autres de telle sorte que les pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c) soient placées successivement dans la direction radiale (AR) du compresseur radial (1),

    caractérisé en ce que

    dans une pièce d'insert d'admission (12c) de la pluralité de pièces d'insert d'admission (12a, 12b. 12c), un espace en spirale (121c) est ménagé à chaque usinage de sectionnement.


     
    7. Procédé selon la revendication 6,
    en tant que matière de départ pour l'insert d'admission (12) étant utilisée de la matière façonnée sous pression.
     
    8. Procédé selon la revendication 6 ou 7,
    en tant que matière de départ pour l'insert d'admission (12) étant utilisée de la matière laminée, notamment de la tôle métallique.
     
    9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 8,
    en tant que matière de départ pour l'insert d'admission (12) étant utilisée de la matière à parois massives.
     
    10. Procédé selon la revendication 6, lors duquel on soude, ou brase ou on visse les unes aux autres les pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c).
     
    11. Procédé selon la revendication 6 ou 10,
    le _passage d'entrée du fluide (13) étant ménagé de telle sorte qu'il soit délimité par au moins deux pièces d'insert d'admission (12a, 12b, 12c) de la pluralité de pièces d'insert d'admission 12a, 12b, 12c) .
     
    12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 6 à 11,
    lors duquel on met en oeuvre en tant qu'usinage de sectionnement un usinage par enlèvement de copeaux et/ou un usinage par enlèvement.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente