[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gebärstuhl.
[0002] In der
DE 100 49 289 A1 ist ein Gebärstuhl offenbart. Dieser Gebärstuhl weist zwei hintereinander angeordnete
Sitzbereiche auf. Ein Gestell des Gebärstuhls ist im Kontaktbereich zum Boden hin
gekrümmt ausgebildet. Hierdurch lässt sich der Gebärstuhl wie ein Schaukelstuhl hin-
und herbewegen. Je nach Bedürfnis können die Frau und der dahinter sitzende Mann in
eine wiegende Bewegung verfallen, wobei die wiegende Bewegung beruhigend und entspannend
auf die schwangere Frau einwirken soll.
[0003] Aus der
DE 196 16 515 A1 geht ein Gebärstuhl hervor. Der Gebärstuhl umfasst einen hufeisenförmigen Sitz und
ein Untergestellt. Das Untergestell ist als Vertikalschwingelement ausgebildet, so
dass eine vertikale Auf- und Abbewegung möglich ist. Diese soll den natürlichen Geburtsvorgang
unterstützten. Der Sitz des Gebärstuhls weist eine elastische verformbare Auflage
auf. Diese Auflage besteht aus einem Mehrkammerluftpolstersystem. Hierdurch soll eine
optimale Entspannung des Beckenbodens der Gebärenden ermöglicht werden, wenn diese
während der Geburt Seitwärtsneigungen ausführen muss.
[0004] In der
DE 42 35 548 C2 ist ein Gebärstuhl offenbart. Dieser Gebärstuhl umfasst ein flächig ausgebildetes
flexibles Stützteil zur Stützung von Rücken, Gesäß und Oberschenkel der Frau. Dieses
Stützteil ist mit Aufhängeelementen versehen, um das Stützteil an einem Gestell aufzuhängen.
Das Gestell kann mit einer Halterung derart verbunden sein, dass das Gestell mittels
einer Spindel in der Horizontalen drehbar ausgebildet ist.
[0005] Aus der
DE 37 19 350 A1 geht ein Gebärstuhl hervor. Dieser Gebärstuhl umfasst eine im Wesentlichen horizontale
Sitzfläche mit einer Aussparung im vorderen mittleren Bereich und eine neigungsverstellbare
Rückenlehne.
[0006] Weiterhin sind Bürostühle bekannt, die ein bewegliches Standbein aufweisen. Das Standbein
ist im Standfuß des Stuhles beweglich gelagert und folgt dadurch den Bewegungen des
Benutzers.
[0007] In das Standbein ist eine Feder integriert, die eine Bewegung nach oben und unten
ermöglicht. Auf derartigen Sitzen ist es möglich, auf und ab zu wippen und sich in
alle Richtungen des Raumes zu strecken und zu beugen. Dennoch wird immer der Kontakt
zum Boden beibehalten, da derartige Stühle aufgrund ihres Standfußes nicht umkippen
können.
[0008] Aus der
EP 0 808 116 B1 geht ein derartiger Pendel hocker hervor. Der Pendel hocker umfasst einen Sitz, ein
Standbein und einen Standfuß. Das Standbein ist am Standfuß kipp- und rückstellbar
gelagert und aus einer zentralen Säule mit einem Federelement ausgebildet. Hierdurch
wird eine federnde Bewegung in der Längsachse des Standbeines ermöglicht, die während
des Sitzens ein komfortables aktiv-dynamisches Schwingen über einen langen Federweg
hinweg gewährleisten soll.
[0009] In der
DE 42 10 097 A1 ist ein Hocker beschrieben. Dieser Hocker umfasst einen Standfuß, ein mit dem Standfuß
verbundenes Standbein und einen mit dem Standbein verbundenen Sitz. Der Sitz ist an
seiner Unterseite schalenförmig nach unten konvex ausgebildet, wobei der Sitzteil
mittels eines an der schalenförmigen Unterseite angreifenden und am oberen Ende des
Standbeins angeordneten Lagers in vertikaler Richtung abgestützt und in radialer Richtung
kippbar gelagert ist.
[0010] Aus der
DE 26 42 112 A1 geht ein Hocker hervor. Der Hocker weist einen mit einem Standrohr verbundenen Sitz
auf. Am unteren Ende des Standrohres ist ein Kugelgelenk vorgesehen, welches mit sternförmig
angeordneten Zugfedern verbunden ist. Durch die Zugfedern wird das Standrohr nach
dem Kippen im Kugelgelenk wieder in seine Grundstellung zurückverlagert.
[0011] Aus der
EP 2 190 540 A1 geht ein ergonomischer Sitz hervor. Dieser Sitz weist eine gefederte Auflage auf
und ist über ein Standrohr mit einem Standfuß verbunden. Das Standrohr ist im Standfuß
gegenüber einer senkrechten Ebene neigbar ausgebildet. Als Gelenk im Standfuß kann
ein Gummielement zur Begrenzung der Pendelweite des Standrohres und des Sitzes vorgesehen
sein.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Gebärstuhl bereitzustellen, der
eine möglichst angenehme Lagerung der Frau während und vor der Geburt ermöglicht und
der zudem variabel und an die Bedürfnisse der Benutzerin anpassbar ausgebildet ist.
[0013] Die Erfindung weist zur Lösung dieser Aufgabe die im Patentanspruch 1 und im Patentanspruch
4 angegebenen Merkmale auf. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den jeweiligen
Unteransprüchen angegeben.
[0014] Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst der Gebärstuhl ein Standbein,
an dessen oberem Ende ein Sitz befestigt ist. Der Sitz weist eine Sitzplatte und ein
Schwenkgelenk auf, wobei das Schwenkgelenk zwischen dem oberen Ende des Standbeins
und der Sitzplatte angeordnet ist. Die Sitzplatte ist in der Draufsicht etwa U-förmig
ausgebildet.
[0015] Dadurch, dass das Schwenkgelenk zwischen dem oberen Ende des Standbeins und der Sitzplatte
angeordnet ist, ist der Schwenkpunkt des Schwenkgelenks in unmittelbarer Nähe zur
Hüfte einer Benutzerin angeordnet. Dies ermöglicht der Benutzerin die Hüfte gegenüber
dem Rückgrat zu verkippen. Durch das Verkippen der Hüfte gegenüber dem Rückgrat und
die damit verbundenen entsprechenden Bewegungen können die während der Wehen auftretenden
Verkrampfungen abgemildert beziehungsweise gelöst werden.
[0016] Der Erfinder hat herausgefunden, dass bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Gebärstühlen nachteilig ist, dass während des langen Sitzens oder Liegens während
der Geburt eine monotone Haltung eingenommen wird, die sich vor allem auf die Bandscheiben
aufgrund des einseitigen Druckes negativ auswirkt. Für die Wirbelsäule ist es jedoch
vorteilhaft, wenn neben den Bandscheiben auch die Zwischenwirbelgelenke, die Knorpel-
und Bandapparate sowie die Muskulatur in einem physiologischen Gleichgewicht befinden
und ausreichend bewegt werden.
[0017] Zudem wird bei herkömmlichen Gebärstühlen der vordere Rand des Sitzes gegen die Unterseite
der Oberschenkel gedrückt, was sowohl die Rückführung venösen Blutes aus den Beinen
stark behindert als auch die Bewegungsfreiheit des Beckens erheblich einschränkt.
Diese Stauung des Blutes in den Beinen kann zu Problemen in den Beinen und im unteren
Becken führen. Dieser Effekt wir durch die nach vorne gebeugte Haltung der Frau während
der Wehen noch zusätzlich verstärkt.
[0018] Das Schwenkgelenk des erfindungsgemäßen Gebärstuhls ermöglicht ein Kippen der Benutzerin
in und entgegen der Sitzrichtung sowie quer zur Sitzrichtung.
[0019] Derartige Bewegungen verhindern, dass ein einseitiger Druck auf die Bandscheiben
ausgeübt wird. Zudem ist es beim Auftreten von Wehen für die Benutzerin äußerst vorteilhaft,
wenn sie nach vorne kippen kann, wobei der Winkel zwischen Oberschenkel und Wirbelsäule
im Wesentlichen unverändert bleibt, so dass eine Stauchung bzw. ein Zusammenquetschen
des schwangeren Bauches vermieden wird. Das nach vorne Kippen des Sitzes bewirkt zudem,
dass der vordere Rand des Sitzes nicht gegen die Unterseite der Oberschenkel gedrückt,
was sowohl die Rückführung venösen Blutes aus den Beinen erleichtert als auch die
Bewegungsfreiheit des Beckens erhöht und die Bandscheiben entlastet.
[0020] Weiterhin sind Seitwärtsneigungen des Beckens möglich, die eine optimale Entspannung
des Beckenbodens der Gebärenden gewährleisten.
[0021] Mit dem erfindungsgemäßen Gebärstuhl werden somit ausgezeichnete Voraussetzungen
für die Gebärende geschaffen, so dass die Geburt entspannt und unverkrampft verlaufen
kann
[0022] Vorzugsweise weist das Schwenkgelenk einen Arretierungsmechanismus auf, mit dem die
Sitzplatte in horizontaler und/oder geneigter Position fixierbar ist.
[0023] Durch den Arretierungsmechanismus ist es möglich, die Sitzplatte des Gebärstuhles
ortsfest zu fixieren. Somit kann der Gebärstuhl die von der Benutzerin während der
Geburt ausgeübten Kräfte aufnehmen, um die Geburt selbst sicher ausführen zu können.
[0024] Das Schwenkgelenk kann zum Kippen der Sitzplatte gegenüber der Horizontalen in Sitzrichtung
ausgebildet sein, wobei das Schwenkgelenk vorzugsweise eine schwimmende Lagerung aufweist,
die insbesondere ein Ring aus elastisch verformbarem Material ist.
[0025] Das Schwenkgelenk kann derart ausgebildet sein, dass ein Kippen gegenüber der Horizontalen
in Sitzrichtung von +/-20 ausführbar ist.
[0026] Weiterhin kann das Schwenkgelenk derart ausgebildet sein, dass ein Kippen gegenüber
der Horizontalen quer zur Sitzrichtung von +/-15° ausführbar ist.
[0027] Nach einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst der Gebärstuhl ein Standbein,
an dessen oberem Ende ein Sitz befestigt ist und der Sitz eine Sitzplatte aufweist.
Die Sitzplatte ist zweiteilig aus einem ersten Sitzabschnitt und einem zweiten Sitzabschnitt
ausgebildet. Der erste und der zweite Sitzabschnitt weisen in der Draufsicht eine
U-förmige Form auf. Jeder Sitzabschnitt weist einen Gesäßteilabschnitt und einen Schenkelabschnitt
auf, wobei sich von jedem Gesäßteilabschnitt vom äußeren Randbereich in Sitzrichtung
nach vorne ein Schenkelabschnitt erstreckt. Weiterhin ist eine Breitenverstelleinrichtung
vorgesehen, die derart ausgebildet ist, dass der Abstand zwischen den beiden Sitzabschnitten
veränderbar ist.
[0028] Weiterhin hat der Erfinder festgestellt, dass bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Gebärstühlen bzw. -hockern nachteilig ist, dass diese eine unveränderliche Breite
aufweisen. Da insbesondere das Becken von Frau zu Frau unterschiedlich ausgebildet
ist, bieten diese keine optimale Anpassung, wenn eine Frau beispielsweise etwas breiter
bzw. adipös oder etwas schmäler ausgebildet ist.
[0029] Durch die Breitenverstelleinrichtung ist die Auflagefläche der Gesäßteilabschnitte
beliebig einstellbar. Das bedeutet, der Gebärstuhl kann an die physiologischen Voraussetzungen
bzw. an die Breite des Beckens des Benutzers angepasst werden. Er ist somit sowohl
für sehr schmale als auch für sehr breite Gebärende geeignet.
[0030] Die Breitenverstelleinrichtung kann eine mit den beiden Sitzabschnitten in Eingriff
stehende Gewindespindel oder Raststange zum Einstellen des Abstandes zwischen beiden
Sitzabschnitten und vorzugsweise eine oder zwei Führungsstangen aufweisen, auf denen
die beiden Sitzabschnitte gleitend gelagert sind. Mittels der Breitenverstelleinrichtung
ist der Abstand zwischen den beiden Sitzen stufenlos oder rastbar und auf einfache
Art und Weise, nämlich durch Betätigen der Spindel, einstellbar.
[0031] Am in Sitzrichtung hinteren Ende der Sitzplatte kann eine Rückenlehne vorgesehen
sein.
[0032] An den seitlichen Randbereichen der Sitzplatte kann jeweils eine Armauflage vorgesehen
sein.
[0033] Am in Sitzrichtung vorderen Ende der Sitzplatte kann jeweils eine Fußstütze angeordnet
sein.
[0034] Die Rückenlehne und/oder die Armauflagen und/oder die Fußstützen ermöglichen ein
komfortables Sitzen der Gebärenden vor und während der Geburt.
[0035] Das Standbein kann eine Gasdruckfeder mit einer Höhenverstelleinrichtung zum Einstellen
der Höhe des Sitzes aufweisen.
[0036] Durch die Höhenverstelleinrichtung ist der Gebärstuhl beliebig an die Körpergröße
der Benutzerin anpassbar.
[0037] Am unteren Ende des Standbeins kann eine Verbindungseinrichtung, insbesondere ein
Schnellspannverschluss vorgesehen sein, über die das Standbein mit einem Standfuß,
der vorzugsweise aus einem Metall ausgebildet ist, oder einer Bodenaufnahme verbunden
ist.
[0038] Ein weiterer Nachteil bei den aus dem Stand der Technik bekannten Gebärstühlen ist,
dass diese meist sehr unhandlich, d.h. groß und schwer ausgebildet sind und daher
nicht für Hebammen zum Transport geeignet sind.
[0039] Das Standbein und/oder der Standfuß und/oder der Sitz können derart lösbar miteinander
verbunden sein, so dass ein modularer Gebärstuhl bereitgestellt wird. Als Verbindungsmittel
könne hierbei ebenfalls Schnellspannverschlüsse vorgesehen sein.
[0040] Aufgrund dieser Modularität ist der Gebärstuhl einfach zu transportieren und kann
beispielsweise von einer Hebamme bei Hausgeburten einfach im Auto mitgeführt werden
und auf- und wieder abgebaut werden.
[0041] Zudem kann der Gebärstuhl derart ausgebildet sein, dass er an die örtlichen Gegebenheiten
anpassbar ist. Das bedeutet an Stelle des Standfußes kann auch eine Wannenhalterung,
vorzugweise mit Saugnäpfen, vorgesehen sein, mittels der der Gebärstuhl für Wassergeburten
in einer Badewanne fixierbar ist. Das Standbein kann aber auch in einer entsprechenden
im Boden eines Kreissaales ausgebildeten Halterung angeordnet werden.
[0042] Die Rückenlehne, die Armauflagen und die Fußstützen können mittels lösbarer Verbindungsmittel,
insbesondere Spannverschlüssen, mit der Sitzplatte verbunden sein.
[0043] Hierdurch ist eine schnelle Montage und Demontage des Gebärstuhls möglich.
[0044] Vorzugsweise sind der Sitz, das Standbein, die Rückenlehne, die Armauflagen und/oder
die Fußstützen aus Kunststoff ausgebildet. Der Sitz und/oder die Rückenlehne können
auch gepolstert sein.
[0045] Durch die Verwendung von Kunststoff wird der Gebärstuhl relativ leicht, was den Transport
erheblich vereinfacht.
[0046] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann im vorderen Bereich der
Sitzplatte eine beutelförmige Placenta-Auffangtasche angeordnet sein.
[0047] Die Placenta-Auffangtasche ist beispielsweise mit der Sitzplatte über ein Haken-Ösen-System
oder Druckknopfsystem verbunden. Hierdurch kann die Placenta-Auffangtasche einfach
an der Sitzplatte befestigt werden. Die Placenta-Auffangtasche ist beispielsweise
ein Einwegbeutel aus Kunststoff, der die Placenta nach dem Austritt hygienisch aufnimmt.
[0048] Eine derartige Placenta-Auffangtasche kann einen selbstständigen Erfindungsgedanken
darstellen.
[0049] Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Schwenkgelenk für
einen Stuhl, insbesondere einen Gebärstuhl, bereitgestellt. Dieses Schwenkgelenk weist
eine Schwenkplatte, auf der die Sitzplatte anordbar ist, und eine ortsfeste Stützplatte,
die mit einem Standbein verbindbar ist, auf. Zwischen der Schwenkplatte und der Stützplatte
befindet sich ein Ring aus elastisch verformbarem Material. Weiterhin ist zwischen
der Schwenkplatte und der Stützplatte ein Arretierungsmechanismus angeordnet, mit
dem die beiden Platten in einer parallelen Stellung arretierbar sind.
[0050] Ein derartiges Schwenkgelenk ermöglicht aufgrund des simplen Mechanismus eine leichtgängige
Bedienung des Schwenkgelenks. Zudem ist das Schwenkgelenk aufgrund des einfachen Aufbaus
sehr kostengünstig in der Herstellung und wartungsarm.
[0051] Der Ring kann mit der Stützplatte und der Schwenkplatte insbesondere durch Vulkanisation
oder eine Klebeverbindung verbunden sein.
[0052] Die Verbindung des Ringes mit der Stützplatte und/oder der Schwenkplatte kann auch
als Schraubenverbindung ausgebildet sein. Es ist auch möglich eine Seite des Ringes
mittels Vulkanisation mit der Platte zu verbinden und die andere Seite des Ringes
mit der entsprechenden Platte durch eine Schraubverbindung zu verbinden.
[0053] Der Arretierungsmechanismus umfasst vorzugsweise eine in der Stützplatte und/oder
der Schwenkplatte ausgebildete längliche Ausnehmung, wobei zwischen der Stützplatte
und der Schwenkplatte ein etwa zur Ausnehmung komplementär ausgebildetes Arretierungselement
angeordnet ist. Die Höhe des Arretierungselements entspricht in etwa dem Abstand zwischen
der Stützplatte und der Schwenkplatte. Das Arretierungselement ist derart drehbar
zwischen der Stützplatte und der Schwenkplatte gelagert, dass es in einer Schwenkstellung
fluchtend zur Ausnehmung anordbar ist, so dass die beiden Platten zueinander kippbar
sind und dass das Arretierungselement in einer Arretierstellung derart an der Stützplatte
und der Schwenkplatte anliegt, dass die Stützplatte und die Schwenkplatte ortsfest
zueinander anordbar sind.
[0054] Der Arretierungsmechanismus kann alternativ auch ein Lager umfassend ein Kugelsegment
und eine Kugelsegmentaufnahme aufweisen, wobei ein Arretierungselement vorgesehen
ist, das mit dem Kugelsegment derart in Eingriff treten kann, dass die Position der
Schwenkplatte bezüglich der Stützplatte fixiert ist.
[0055] Das Arretierungselement kann innerhalb des elastisch verformbaren Rings angeordnet
sein.
[0056] Weiterhin ist eine Reinigungswanne für eine Sitzplatte eines Sitzes eines Gebärstuhls
vorgesehen, die einen zur Sitzplatte in etwa komplementären Hohlraum zur Aufnahme
der Sitzplatte begrenzt.
[0057] Eine derartige Reinigungswanne kann beispielsweise beim Transport die Sitzplatte
und deren Polsterung aufnehmen und diese vor Beschädigung schützen. Zudem kann die
Reinigungswanne nach der Geburt mit einem Desinfektionsmittel gefüllt werden, um an
Ort und Stelle die Sitzplatte zu reinigen, so dass diese zur weiteren Verwendung bzw.
zum Transport keimfrei ist.
[0058] Die einzelnen Aspekte der vorliegenden Erfindung sind einzeln oder auch in Verbindung
miteinander kombinierbar.
[0059] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen
in:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Gebärstuhl in einer Frontansicht,
- Fig. 2
- den Gebärstuhl in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- den Gebärstuhl in einer Draufsicht,
- Fig. 4
- den Gebärstuhl in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gebärstuhls.
- Fig. 6
- den Gebärstuhl aus Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung von vorne,
- Fig. 7
- den Gebärstuhl in einer Explosionsdarstellung von der Seite,
- Fig. 8
- den Gebärstuhl in einer Explosionsdarstellung von oben,
- Fig. 9
- den Gebärstuhl in einer perspektivischen Explosionsdarstellung,
- Fig. 10
- eine Breitenverstelleinrichtung des Gebärstuhls aus Fig. 1,
- Fig. 11
- den Gebärstuhl in einer Ansicht von unten,
- Fig. 12
- den Gebärstuhl in einer Ansicht von vorne,
- Fig. 13
- ein erfindungsgemäßes Schwenkgelenk in einer Draufsicht von oben,
- Fig. 14
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes F-F,
- Fig. 15
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes E-E,
- Fig. 16
- das Schwenkgelenk in einer Seitenansicht,
- Fig. 17
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes H-H (verriegelt),
- Fig. 18
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes G-G (verriegelt),
- Fig. 19
- das Schwenkgelenk in einer weiteren Seitenansicht,
- Fig. 20
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes D-D (entriegelt),
- Fig. 21
- das Schwenkgelenk entlang eines Schnittes C-C (entriegelt),
- Fig. 22
- eine weitere Ausführungsform des Schwenkgelenks in einer Draufsicht,
- Fig. 23
- das Schwenkgelenk aus Fig. 22 entlang eines Schnittes A-A,
- Fig. 24
- das Schwenkgelenk aus Fig. 22 entlang eines Schnittes B-B,
- Fig. 25
- das Schwenkgelenk in einer Ausgangsstellung von der Seite,
- Fig. 26
- das Schwenkgelenk in einer gekippten Stellung,
- Fig. 27
- ein weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schwenkgelenkes in einer Draufsicht
von unten,
- Fig. 28
- das Schwenkgelenk aus Fig. 27 in einer Seitenansicht,
- Fig. 29
- das Schwenkgelenk aus Fig. 27 entlang eines Schnittes A-A,
- Fig. 30
- das Schwenkgelenk aus Fig. 27 entlang eines Schnittes B-B,
- Fig. 31
- eine Haltestange in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 32
- eine weitere Ausführungsform eines Schwenkgelenks in einer seitlich geschnittenen
Ansicht in einer in der horizontalen nicht arretierten Stellung,
- Fig. 33
- das Schwenkgelenk aus Figur 32 in einer seitlich geschnittenen Ansicht in einer arretierten
Stellung, und
- Fig. 34
- das Schwenkgelenk aus Fig. 32 in einer seitlich geschnittenen Ansicht in einer gekippten
arretierten Stellung.
[0060] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gebärstuhles 1 umfasst einen Standfuß
2, ein Standbein 3 und einen Sitz 4 (Fig. 1 bis 4).
[0061] Der Standfuß 2 ist eine kreisförmige Platte. Die Platte ist vorzugsweise aus Edelstahl
ausgebildet. Der Standfuß 2 weist einen Durchmesser von 40 cm bis 80 cm und vorzugsweise
von 50 cm auf. Im seitlichen Randbereich des Standfußes 2 ist eine längliche Ausnehmung
5 vorgesehen. Diese Ausnehmung 5 ist geeignet, um als Haltegriff verwendet zu werden,
so dass ein einfacher Transport des Standfußes möglich ist.
[0062] In der Mitte des Standfußes 2 ist eine ringförmig ausgebildete Standbeinaufnahme
6 angeordnet. Die Standbeinaufnahme 6 weist einen Schnellspannverschluss 7 auf. Mittels
des Schnellspannverschlusses 7 ist ein unteres Ende eines in der Standbeinaufnahme
6 angeordneten Standbeines 3 ortsfest fixierbar.
[0063] Das Standbein 3 ist als Gasdruckfeder ausgebildet. Die Gasdruckfeder 3 weist eine
Höhenverstelleinrichtung 9 auf. Mittels der Höhenverstelleinrichtung 9 ist die Gasdruckfeder
3 derart stufenlos einstellbar, dass die Höhe des Sitzes 4 des Gebärstuhls 1 an die
Körpergröße der Benutzerin anpassbar ist.
[0064] Am oberen Ende des Standbeines 3 ist eine wannenförmige Basisplatte 8 angeordnet.
Die Basisplatte 8 weist unterseitig eine ringförmige Standbeinaufnahme 45 auf. Das
obere Ende des Stanbeines 3 ist in der ringförmigen Standbeinaufnahme anordbar. Das
obere Ende des Standbeines 3 weist einen Konus auf (nicht dargestellt), wobei in der
Basisplatte 8 ein entsprechender Gegenkonus ausgebildet ist. Durch Verpressen der
beiden Konusse erfolgt die Verbindung des Standbeines 3 mit der Basisplatte 8.
[0065] Zwischen dem Standbein 3 und dem Sitz 4 ist ein Schwenkgelenk 10 zum Kippen des Sitzes
angeordnet.
[0066] Im Folgenden wird eine erste Ausführungsform des Schwenkgelenks 10 beschrieben (Fig.
13 bis 21).
[0067] Das Schwenkgelenk 10 umfasst eine Stützplatte 11, eine parallel dazu angeordnete
Schwenkplatte 12, einen zwischen Stützplatte 11 und Schwenkplatte 12 angeordneten
elastisch verformbaren Ring 13 und ein zwischen den beiden Platten drehbar gelagertes
Arretierungselement 14 zum Blockieren und Freigeben des Schwenkgelenks 10.
[0068] Das Arretierungselement 14 bildet in Verbindung mit der Stützplatte 11 und der Schwenkplatte
12 einen Arretierungsmechanismus 55 aus.
[0069] Die Stützplatte 11 ist in etwa quadratisch ausgebildet, wobei die äußeren Abmessungen
in etwa den Abmessungen der wannenförmigen Basisplatte 8 entsprechen. Der Randbereich
der Stützplatte 11 ist mit der Basisplatte 8, beispielsweise mittels Schraubverbindungen,
verbunden.
[0070] Weiterhin ist zentral in der Stützplatte 11 eine längliche Ausnehmung 15 ausgebildet,
die sich in Sitzrichtung 16 erstreckt. Die Ausnehmung 15 weist in der Draufsicht eine
elliptische Form auf.
[0071] Auf der Stützplatte 11 ist, die Ausnehmung umgebend, der formfeste, elastisch verformbare
Ring 13 fixiert. Der Ring 13 weist Inserts mit einer sacklochförmigen Öffnung und
einem Innengewinde (nicht dargestellt) auf. Über diese Inserts ist der Ring 13 auf
der Stützplatte 11 mittels Schrauben fixiert. Der Ring ist aus einem elastisch verformbaren
Elastomer ausgebildet.
[0072] Die Oberseite des Ringes 13 ist mit der Schwenkplatte 12 verbunden. Der Ring 13 ist
mit der Schwenkplatte 12 mittels Vulkanisation verbunden.
[0073] Es kann auch vorgesehen sein, dass der Ring 13 mit der Stützplatte 11 mittels Vulkanisation
verbunden ist und entsprechend die Verbindung mit der Schwenkplatte über Schraubenverbindungen
erfolgt. Weiterhin ist es auch möglich, dass die Verbindung des Ringes mit der Stützplatte
11 und mit der Schwenkplatte 12 mittels Vulkanisation und/oder Schraubverbindungen
erfolgt.
[0074] Die Stützplatte 11 und die Schwenkplatte 12 sind über den Ring 13 parallel beabstandet
voneinander angeordnet und miteinander verbunden.
[0075] Die Schwenkplatte 12 ist in etwa quadratisch ausgebildet und entspricht in der Größe
in etwa der Stützplatte 11. Die Schwenkplatte 12 weist eine zweite Ausnehmung 17 auf.
Die zweite Ausnehmung 17 entspricht in Form und Größe der ersten Ausnehmung 15 der
Stützplatte 11 und ist somit ebenfalls in der Draufsicht elliptisch ausgeformt. Die
beiden länglichen Ausnehmungen 15, 17 sind in der vertikalen Projektion zueinander
fluchtend angeordnet.
[0076] Das Arretierungselement 14 ist in etwa zentrisch zwischen der Stützplatte 11 und
der Schwenkplatte 12 angeordnet.
[0077] Das Arretierungselement 14 weist einen in der Draufsicht an die Ausnehmungen 15,
17 angepassten Körper Arretierkörper 18 auf, der in etwa komplementär zur ersten und
zweiten Ausnehmung 15, 17 ausgebildet ist. Der elliptische Arretierkörper 18 umfasst
eine Unterseite, eine Oberseite und eine umlaufende Seitenwandung.
[0078] Eine elliptische Form der beiden Ausnehmungen 15, 17 und des Arretierungselements
14 ist bevorzugt. Alternativ können die beiden Ausnehmungen 15, 17 und das Arretierungselement
14 beziehungsweise dessen Arretierkörper 18 durch eine andere geeignete längliche
Form wie zum Beispiel ein Rechteck mit abgerundeten Ecken ausgebildet sein.
[0079] Auf der Oberseite des elliptischen Arretierkörpers 18 ist zentral eine runde Lagerungsscheibe
19 angeformt. Die Lagerungsscheibe 19 ist mit dem Arretierkörper 18 einstückig verbunden.
Am Übergang zwischen der Oberseite des elliptischen Arretierkörpers 18 ist die Lagerungsscheibe
19 mit einer seitlich umlaufenden Nut 20 versehen.
[0080] In der Oberseite der Lagerungsscheibe 19 ist eine sich vom Zentrum radial nach außen
erstreckende Ausnehmung 21 ausgespart. In der Ausnehmung 21 ist ein länglicher Schwenkhebel
22 mittels zweier Schrauben fixiert.
[0081] Das Arretierungselement 14 und der Schwenkhebel bilden in Verbindung mit der Schwenkplatte
12 und der Stützplatte 11 den Arretierungsmechanismus aus.
[0082] Der elliptische Arretierkörper 18 des Arretierungselements 14 ist in der Breite quer
zur Sitzrichtung in etwa 4 mm schmäler als die erste Ausnehmung 15 der Stützplatte
11 und die zweite Ausnehmung 17 der Schwenkplatte 12 ausgebildet.
[0083] Der elliptische Arretierkörper 18 des Arretierungselements 14 ist in der Länge in
Sitzrichtung mindestens 2 mm und vorzugsweise in etwa 4 mm schmäler als die erste
Ausnehmung 15 der Stützplatte 11 und die zweite Ausnehmung 17 der Schwenkplatte 12
ausgebildet.
[0084] Der Neigungswinkel des Sitzes 4 wird durch die aufgrund des Zusammendrückens des
Elastomers zunehmende Verspannung begrenzt. Alternativ kann bei einem weichen Elastomer
zur Begrenzung des Neigungswinkels in und quer zur Sitzrichtung ein Anschlag (nicht
dargestellt) verwendet werden.
[0085] Da der Arretierkörper 18 zur ersten und zur zweiten Ausnehmung fluchtend angeordnet,
ist durch die radiale Beabstandung des Arretierkörpers 18 zur ersten und zweiten Ausnehmung
15, 17 ein Verkippen des Arretierkörpers 18 in und quer zur Sitzrichtung 16 möglich.
[0086] Die Unterseite des Arretierkörpers 18 ist geringfügig beabstandet von der Stützplatte
11 angeordnet. Die Oberseite des elliptischen Arretierkörpers 18 ist ebenfalls geringfügig
beabstandet von der Unterseite der Schwenkplatte 12 angeordnet. Aus fertigungstechnischen
Gründen ist es zweckmäßig zwischen der Schwenkplatte 12 und dem Arretierungselement
14 sowie zwischen dem Arretierungselement 14 und der Stützplatte 11 ein geringes Spiel
vorzusehen , damit das Arretierungselement 14 sich leichtgängig verstellen lässt.
[0087] Das Arretierungselement 14 ist derart im Ring 13 angeordnet, dass der elliptische
Arretierkörper 18 im Ring 13 aufgenommen wird.
[0088] Die beiden in Sitzrichtung 16 verlaufenden Abschnitte der Nut 20 der Lagerungsscheibe
19 stehen derart in Eingriff mit den in Sitzrichtung 16 verlaufenden Randbereichen
bzw. den Stegen der zweiten elliptischen Ausnehmung 17 der Schwenkplatte 12, so dass
das Arretierungselement 14 radial geführt ist.
[0089] Nachfolgend wird eine alternative Ausführung des oben beschriebenen Schwenkgelenks
anhand von Fig. 22 bis 24 erläutert:
[0090] Dieses Schwenkgelenk entspricht im Wesentlichen dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel,
weshalb auch gleiche Teile mit gleichem Bezugszeichen bezeichnet sind. Die in den
Fig. 22 bis 24 dargestellte alternative Ausführungsform unterscheidet sich von dem
ersten Ausführungsbeispiel dadurch, dass die zweite Ausnehmung 17 der Stützplatte
12 kreisförmig ausgebildet ist und lediglich die erste Ausnehmung 15 der Stützplatte
11 an die Form des Arretierungselementes 14 angepasst ist und dementsprechend elliptisch
geformt ist.
[0091] Dieser Arretierungsmechanismus wirkt somit nur zwischen der Stützplatte 12 und dem
Arretierungselement 14. Gleichermaßen ist es möglich, nur die zweite Ausnehmung 17
der Stützplatte 12 an die Form des Arretierungselementes 14 anzupassen und die erste
Ausnehmung 15 so groß auszubilden und insbesondere kreisförmig auszubilden, dass sie
nicht mit dem Arretierungselement 14 zusammen wirkt.
[0092] Im Folgenden wird der Aufbau des Sitzes 4 beschrieben.
[0093] Der Sitz 4 umfasst eine Sitzplatte 23. Die Sitzplatte 23 ist zweiteilig aus einem
ersten Sitzabschnitt 24 und einem zweiten Sitzabschnitt 25 ausgebildet. Der erste
und der zweite Sitzabschnitt 24 umfassen jeweils einen Gesäßteilabschnitt 26, 27 und
einen Schenkelabschnitt 28, 29. Vom äußeren Randbereich eines jeden Gesäßteilabschnittes
26, 27 erstreckt sich in Sitzrichtung 16 nach vorne der entsprechende Schenkelabschnitt
28, 29. Die aus dem ersten und dem zweiten Sitzabschnitt 24, 25 zweiteilig ausgebildete
Sitzplatte 23 ist in der Draufsicht U-förmig ausgebildet.
[0094] Weiterhin weist die Sitzplatte 23 eine Breitenverstelleinrichtung 30 auf, die derart
ausgebildet ist, dass der Abstand quer zur Sitzrichtung 16 zwischen den beiden Sitzabschnitten
24, 25 veränderbar ist.
[0095] Im Folgenden wird die Breitenverstelleinrichtung 30 beschrieben (Fig. 10 bis 12).
[0096] Die Breitenverstelleinrichtung 30 umfasst ein Gehäuse 31, eine mit den beiden Sitzabschnitten
24, 25 in Eingriff stehende Gewindespindel 32 und zwei Führungsstangen 33, 34, auf
denen die beiden Sitzabschnitte 24, 25 gleitend gelagert sind.
[0097] Die beiden Führungsstangen 33, 34 erstrecken sich quer zur Sitzrichtung 16 durch
das Gehäuse 31 der Breitenverstelleinrichtung. Die Führungsstangen 33, 34 sind im
Gehäuse 31 fixiert.
[0098] Die Gewindespindel 32 erstreckt sich ebenfalls quer zur Sitzrichtung 16 und ist im
Gehäuse 31 quer zur Sitzrichtung 16 ortsfest, aber drehbar gelagert. Zumindest ein
Ende der Gewindespindel 31 ist mit einem Einstellrad 46 zum Betätigen der Gewindespindel
31 versehen.
[0099] Die Gesäßteilabschnitte 26, 27 des ersten und des zweiten Sitzabschnitts 24, 25 weisen
unterseitig entsprechende Führungen auf, so dass sie quer zur Sitzrichtung 16 verschiebbar
auf den Führungsstangen 33, 34 gelagert sind.
[0100] Zudem ist auf der Unterseite der beiden Sitzplatten 24, 25 jeweils eine Spindelmutter
derart fixiert, dass der Abstand der beiden Sitzabschnitte 24, 25 quer zur Sitzrichtung
durch Drehen der Gewindespindel 32 veränderbar ist.
[0101] Das Gehäuse 31 weist unterseitig eine sich von der Mitte des Gehäuses quer zur Sitzrichtung
radial nach außen aufweitende Ausnehmung (nicht dargestellt) auf. In der Ausnehmung
ist der Schwenkhebel 22 des Arretierungsmechanismus aufgenommen. Der Öffnungswinkel
der Ausnehmung beträgt vorzugsweise zumindest 90°.
[0102] Die Unterseite des Gehäuses 31 wird beispielsweise mittels Schraubverbindung auf
der Schwenkplatte 12 fixiert.
[0103] Optional kann jeder Sitzabschnitt 24, 25 der Sitzplatte 23 eine Rückenlehne 35, 36,
eine Armauflage 37, 38 und eine Fußstütze (nicht dargestellt) aufweisen (Fig. 6 bis
9).
[0104] Die Rückenlehnen 35, 36 sind aus einer Halteplatte 39 und einer auf der Halteplatte
39 angeordneten Rückenplatte 40 ausgebildet. Die Halteplatte 39 ist in einer Seitenansicht
etwa L-förmig ausgebildet und besteht aus einem leichten Kunststoffmaterial. Auf einem
vertikalen Schenkel der Halteplatte 39 ist die Rückenplatte 40 fixiert. Ein horizontaler
Schenkel der Halteplatte 39 ist in einer entsprechenden auf der Unterseite eines Sitzabschnittes
24, 25 angeordneten Lasche 42 mittels eines Schnellspannverschlusses 58 fixierbar.
[0105] Die Armauflagen 37, 38 sind ebenfalls aus einer Halteplatte 56 und einer auf der
Halteplatte 56 angeordneten Armplatte 57 ausgebildet. Die Halteplatte 56 ist in einer
Seitenansicht etwa L-förmig ausgebildet und besteht aus einem leichten Kunststoffmaterial.
Auf einer Oberkante eines vertikalen Schenkels der Halteplatte 56 ist die Armplatte
57 fixiert. Ein horizontaler Schenkel der Halteplatte 39 ist in einer entsprechenden
auf der Unterseite eines Sitzabschnittes 24, 25 angeordneten Lasche 42 mittels eines
Schnellspannverschlusses 58 fixierbar.
[0106] Im Folgenden wird die Funktionsweise des Schwenkgelenks 10 erläutert.
[0107] In einer Arretierstellung ist das Arretierungselement 14 derart angeordnet, dass
das Schwenkgelenk 10 blockiert ist. In einer Schwenkstellung ist das Arretierungselement
14 derart angeordnet, dass das Schwenkgelenk 10 freigegeben ist.
[0108] In der Arretierstellung ist der längliche Arretierkörper 18 des Arretierungselements
14 quer zur Längsrichtung der Ausnehmungen 15, 17 angeordnet. Die Längsachse des Arretierkörpers
18 verläuft dann senkrecht zur ersten und zweiten elliptischen Ausnehmung.
[0109] Die Unterseite des Arretierkörpers 18 ist in dieser Stellung geringfügig beabstandet
von der Oberseite der Stützplatte 11 angeordnet. Die Oberseite des Arretierkörpers
18 ist in dieser Stellung geringfügig beabstandet von der Unterseite der Schwenkplatte
12 angeordnet.
[0110] Wenn die Sitzplatte 23 mit der Gewichtskraft einer Benutzerin belastet ist, wird
der elastische Ring 13 geringfügig zusammengedrückt so dass die Schwenkplatte 12 auf
der Oberseite des Arretierkörpers 18 aufliegt und die Unterseite des Arretierkörpers
18 auf der Oberseite der Stützplatte aufliegt (Fig. 23). Somit wird die Gewichtskraft
der Benutzerin über die Sitzplatte 23, die Schwenkplatte 12, das Arretierungselement
14 und über Stützplatte 11 in das Standbein 3 abgeleitet, ohne dass es zu einem Verkippen
zwischen der Schwenkplatte 12 und der Stützplatte 11 kommt. Der Gebärstuhl 1 kann
dann die von der Benutzerin ausgeübten Kräften aufnehmen.
[0111] Durch Betätigen des Schwenkhebels 22 bzw. dessen Verschieben in die Schwenkstellung
wir das mit dem Schwenkhebel 22 verbundene Arretierungselement 14 derart gedreht,
dass es zur ersten und zur zweiten Ausnehmung 15, 17 fluchtend angeordnet ist. In
dieser Stellung ist das Schwenkgelenk 10 freigegeben.
[0112] Dadurch dass der elliptische Arretierkörper 18 des Arretierungselements 14 in der
Breite quer zur Sitzrichtung zumindest in etwa 2mm und vorzugsweise 4 mm schmäler
als die erste Ausnehmung 15 der Stützplatte 11 und die zweite Ausnehmung 17 der Schwenkplatte
12 ausgebildet ist kann die Benutzerin in und entgegen der Sitzrichtung 16 kippen.
Beim Kippen verformt sich der Ring 13 entsprechend (Fig. 26). Dadurch, dass der Ring
13 aus einem formfesten Material ausgebildet ist kann die Benutzerin mit der Sitzplatte
23 auf einfache Art und Weise wieder eine horizontale Stellung einnehmen, da der Ring
13 diesen Zustand unterstützt. Ein Kippen gegenüber der Horizontalen in Sitzrichtung
16 ist in einem Winkel von +/-15° möglich.
[0113] Das Kippen in und entgegen der Sitzrichtung 16 verhindert, dass ein einseitiger Druck
auf die Bandscheiben ausgeübt wird. Zudem ist es beim Auftreten von Wehen für die
Benutzerin äußerst vorteilhaft, wenn Sie nach vorne kippen kann, wobei der Winkel
zwischen Oberschenkel und Wirbelsäule im Wesentlichen unverändert bleibt, so dass
eine Stauchung bzw. ein Zusammenquetschen des schwangeren Bauches vermieden wird.
Das nach vorne Kippen des Sitzes bewirkt zudem, dass der vordere Rand des Sitzes nicht
gegen die Unterseite der Oberschenkel gedrückt, was sowohl die Rückführung venösen
Blutes aus den Beinen erleichtert als auch die Bewegungsfreiheit des Beckens erhöht
und die Bandscheiben entlastet.
[0114] Dadurch dass der längliche Arretierkörper 18 des Arretierungselements 14 in der Länge
in Sitzrichtung mindestens 2 mm und vorzugsweise etwa 4 mm schmäler als die erste
Ausnehmung 15 der Stützplatte 11 und die zweite Ausnehmung 17 der Schwenkplatte 12
ausgebildet ist kann die Benutzerin zudem, nach links und rechts, quer zur Sitzrichtung
kippen. Ein Kippen gegenüber der Horizontalen quer zur Sitzrichtung 16 ist in einem
Winkel von +/-15° möglich. Der als Elastomer ausgebildete Arretierkörper 18 ist in
jeder Richtung gleich komprimierbar, unter anderem ist die Schwenkplatte auch in den
Richtungen bezüglich des Mittelpunktes der Schwenkplatte von 1 bis 12 Uhr über alle
Bereiche schwenkbar.
[0115] Somit sind Seitwärtsneigungen des Beckens möglich, die eine optimale Entspannung
des Beckenbodens der Gebärenden gewährleisten.
[0116] Grundsätzlich sind die länglichen Ausnehmungen 15, 17 derart beabstandet zum Arretierkörper
18, dass keine Begrenzung der Schwenkbewegung erfolgt. Das Spiel zwischen den Ausnehmungen
15, 17 und dem Arretierkörper 18 kann auch derart gewählt sein, dass die Schwenkbewegung
in seitlicher Richtung beziehungsweise quer zur Sitzrichtung 16 und/oder in Längsrichtung
beziehungsweise in Sitzrichtung 16 begrenzt wird.
[0117] Im Folgenden wird die Funktionsweise der Breitenverstelleinrichtung 30 erläutert.
[0118] Durch Drehen am Einstellrad 46 der Breitenverstelleinrichtung wird die Gewindespindel
32 gedreht. Dadurch verschieben sich die Spindelmuttern auf der Gewindespindel 32
und die Gesäßteilabschnitte 26, 27 des ersten und des zweiten Sitzabschnitts 24, 25
werden über die Führungen quer zur Sitzrichtung 16 auf den Führungsstangen 33, 34
verschoben. Auf diese Weise lässt sich der Abstand zwischen den beiden Sitzabschnitten
auf eine vordefinierte Breite einstellen.
[0119] Der Gebärstuhl kann auch als Hocker ausgebildet sein (Fig. 5). Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
sind keine Rückenlehen und Armauflagen vorgesehen.
[0120] Im Folgenden wird eine alternative Ausführungsform des Schwenkgelenks 10 beschrieben
(Fig. 32 bis Fig. 34). Gleiche Teile wie in den vorhergehenden Ausführungsformen sind
mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Auf die Beschreibung dieser Teile in den
vorhergehenden Ausführungsformen wird Bezug genommen.
[0121] Das Schwenkgelenk 10 umfasst eine Stützplatte 11, eine in einer Ausgangsstellung
etwa parallel dazu angeordnete Schwenkplatte 12, die mit einem Gehäuse 31 einer Breitenverstelleinrichtung
30 verbunden ist. Die Breitenverstelleinrichtung 30 ist mit entsprechenden Durchgangsöffnungen
zur Aufnahme der in den Figuren 10 bis 12 gezeigten Gewindespindel 32 und den beiden
Führungsstangen 33, 34 ausgebildet.
[0122] Die Stützplatte 11 ist mit einem Kugelsegment 65 verbunden. Im Gehäuse 31 der Breitenverstelleinrichtung
30 ist eine Kugelsegmentaufnahme 66 angeordnet, in welcher das Kugelsegment 65 drehbar
gelagert ist.
[0123] Die Stützplatte 11 und die Schwenkplatte 12 sind mit Abstand zueinander angeordnet,
wobei sich zwischen der Stützplatte 11 und der Schwenkplatte 12 ein elastisch verformbarer
Ring 13 befindet, der konzentrisch zum Kugelsegment 65 angeordnet ist und wie die
Ringe 13 der oben erläuterten Ausführungsformen ausgebildet ist.
[0124] Das Kugelsegment 65 umfasst einen in etwa zylindrischen Befestigungsabschnitt 67
und einen damit verbundenen Kugelsegmentabschnitt 68. Der Befestigungsabschnitt 67
des Kugelsegments 65 ist beispielsweise mit Schrauben 69 mit der Stützplatte 11 verbunden.
Das Kugelsegment 65 ist aus einem harten bzw. nur wenig verformbaren Kunststoff, Stahl
oder einem nicht-Eisenmetall ausgebildet. Vorzugsweise ist das Kugelsegment 65 aus
zwei Halbschalen gefertigt, wobei diese nach dem Zusammenfügen einen Hohlraum ausbilden.
Es ist auch möglich das Kugelsegment 65 einstückig auszubilden.
[0125] Die Kugelsegmentaufnahme weist eine obere Kugelschale 70 und eine untere Kugelschale
71 auf. Die obere Kugelschale 70 und die untere Kugelschale 71 bilden die Kugelsegmentaufnahme
66 zur formschlüssigen Aufnahme des Kugelsegmentabschnitts 68 des Kugelsegments 65
aus.
[0126] Die Kugelsegmentaufnahme 66 ist in einer in dem Gehäuse 31 der Breitenverstelleinrichtung
30 ausgebildeten Ausnehmung 73 angeordnet. In dem Gehäuse 31 der Breitenverstelleinrichtung
30 ist eine zylinderförmige Durchgangsöffnung 72 ausgebildet, die sich von einer Seitenfläche
des Gehäuses 31 bis durch die Kugelsegmentaufnahme 66 erstreckt und parallel und benachbart
zur Schwenkplatte 12 angeordnet ist. In der Durchgangsöffnung 72 ist am äußeren Bereich
eine Gewindebuchse 74 angeordnet.
[0127] Bei dieser Ausbildung des Schwenkgelenks 10 lässt sich der Neigungswinkel eines mit
der Breitenverstelleinrichtung 30 verbundenen Sitzes dadurch verstellen, dass der
Kugelsegmentabschnitt 68 des Kugelsegments 65 an entsprechenden in der Kugelsegmentaufnahme
66 ausgebildeten Flächen drehbar aufgenommen bzw. gelagert ist.
[0128] Weiterhin ist ein Arretierungselement 14 vorgesehen. Das Arretierungselement 14 umfasst
einen Verstellhebel 22. Der Verstellhebel 22 ist mit einem Bolzen 77 verbunden, der
in der Durchgangsöffnung 72 lagert. Der Bolzen weist einen Gewindeabschnitt auf, der
in die Gewindebuchse 74 eingreift. Am in Richtung zum Kugelsegment 65 weisenden freien
Ende ist am Bolzen 77 ein Fixierelement 75 mit einer Schraube befestigt. Das Fixierelement
75 ist etwa rohrförmig ausgebildet, so dass es das Ende des Bolzens 77 umfasst und
weist an seiner zum Kugelsegment 65 weisenden Stirnfläche eine an die Form des Kugelsegments
65 angepasste konkave kugelsegmentförmige Ausnehmung 76 auf.
[0129] Durch Betätigen des Verstellhebels 22 kann das Arretierungselement 14 derart betätigt
werden, dass durch die Gewinde-Ineingriffnahme des Bolzens 77 mit der Gewindebuchse
74 das Orientierungselement 14 in der Durchgangsöffnung 72 in Richtung zum Kugelsegment
65 bewegt oder von diesem weg bewegt wird. Das Orientierungselement 14 kann mit seiner
kugelsegmentförmigen Ausnehmung 76 gegen das Kugelsegment 65 gedrückt werden, so dass
durch den Reibschluss des Fixierelementes 75 mit dem Kugelsegment 65 das Gehäuse 31
der Breitenverstelleinrichtung 30 in seiner Position bezüglich der Stützplatte 11
fixiert ist.
[0130] Das Fixierelement 75 ist vorzugsweise aus einem harten elastomeren Material, wie
zum Beispiel einem harten Gummi oder einem weichen Metall, wie z.B. Messing, ausgebildet,
das einen guten Reibschluss mit dem Kugelsegment 65 bewirkt.
[0131] Der Neigungswinkel des Sitzes 4 wird durch die aufgrund des Zusammendrückens des
Elastomerrings 13 zunehmende Vorspannung begrenzt.
[0132] Bei dieser Ausführungsform ist die Fixierung bzw. Arretierung des Schwenkwinkels
mittels des Arretierungselementes 14 von der elastischen Lagerung entkoppelt. Die
elastische Lagerung wird beim Ausführungsbeispiel durch den Ring 13 erzielt. Im Rahmen
der Erfindung sind selbstverständlich auch andere elastische Lager, wie zum Beispiel
Federelemente, die zwischen der Stützplatte 11 und der Schwenkplatte 12 angeordnet
sind, möglich.
[0133] Anstelle eines Reibschlusses kann auch ein Formschluss zwischen dem Arretierungselement
und dem Kugelsegment vorgesehen sein, wenn die entsprechenden Oberflächen zum Beispiel
mit einer gezahnten Oberfläche ausgebildet sind.
[0134] Im Folgenden wird eine alternative Ausführungsform des Schwenkgelenks 10 beschrieben
(Fig. 27 bis 30), die ähnlich dem im ersten Ausführungsbeispiel beschriebenen Schwenkgelenk
ist. Gleiche Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0135] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist die Stützplatte 11 oberseitig mit einem im Randbereich
der Stützplatte 11 vertikal angeordneten Rahmen 47 versehen.
[0136] An der Schwenkplatte 12 ist unterseitig eine elastische Aufhängung 48 angeordnet,
über die die Schwenkplatte 12 mit der Stützplatte 11 verbunden ist.
[0137] Die elastische Aufhängung 48 umfasst ein Ringelement 49 und vier elastische Gummiblöcke
50. Das Ringelement 49 ist mit der Unterseite der Schwenkplatte verbunden. Am Ringelement
48 sind gleichbeabstandet voneinander die vier sich radial nach außen erstreckende
Gummiblöcke 50 angeordnet. Die Gummiblöcke 50 sind aus einem elastisch verformbaren
Material ausgebildet und weisen auch Federeigenschaften auf.
[0138] Die Gummiblöcke 50 sind mit dem Rahmen der Stützplatte 11, z.B. mittels Schrauben
(nicht dargestellt), verbunden.
[0139] Weiterhin wird am Ringelement 49 jeweils im Bereich zwischen zwei Gummiblöcken 50
zumindest ein oder mehrere sich in horizontaler Richtung erstreckende Arretierstifte
51 angeordnet.
[0140] Auf der Stützplatte 11 ist das Ringelement 49 umgebend ein Arretierungsring 52 (Fig.
27, Fig. 30) angeordnet. Der Arretierungsring 52 ist mit einem unterhalb der Stützplatte
11 angeordneten Schwenkhebel 22 verbunden. Der Arretierungsring 52 weist oberseitig
zumindest einen oder mehrere vertikal angeordnete Arretierhaken 53 auf. Die Arretierhaken
53 sind mit einer sich in horizontaler Richtung erstreckenden Arretierausnehmung 54
ausgebildet, die zum Aufnehmen des Arretierstiftes 51 ausgebildet ist (Fig. 30). Der
Arretierungsring 52 weist Schlitze 59 auf, die jeweils von einem mit der Stützplatte
11 verbundenen Schraubbolzen durchgriffen sind (Fig. 27). Die Schlitze 59 begrenzen
einen Drehwinkel des Arretierungsrings 52 von etwa 10° bis 15°. Durch das Drehen des
Arretierungsrings 52 können die Arretierhaken 53 mit den Arretierstiften 51 in Eingriff
gebracht werden beziehungsweise kann die In-Eingriffnahme wieder gelöst werden.
[0141] Somit kann durch Betätigen des Schwenkhebels 22 das Schwenkgelenk 10 von einer Arretierstellung
in eine Schwenkstellung verstellt werden.
[0142] In der Arretierstellung sind die Arretierhaken 53 mit den Arretierstiften 51 in Eingriff.
Dadurch ist das Schwenkgelenk 10 blockiert.
[0143] In einer Schwenkstellung sind die Arretierstifte 51 nicht mehr in den Arretierausnehmungen
54 angeordnet und somit freigegeben. Somit ist ein Verkippen der mit dem Schwenkgelenk
10 verbundenen Sitzplatte 23 in und quer zur Sitzrichtung 16 möglich.
[0144] Es sind auch andere aus dem Bereich der Bürostühle bekannte Ausbildungen des Schwenkgelenks
möglich.
[0145] Die Führungsstangen der Breitenverstelleinrichtung können auch als Schienen oder
dergleichen ausgebildet sein.
[0146] Die Sitzplatte, die Rückenlehnen, die Armauflagen und/oder die Fußstützen können
auch mit einer Polsterung versehen sein, so dass der Benutzerin ein bequemes Sitzen
ermöglicht wird.
[0147] Der erfindungsgemäße Gebärstuhl kann durch seine Modularität, d.h. dadurch dass die
einzelnen Komponenten mittels Schnellspannverschlüssen miteinander verbunden sind,
von einer Person in Einzelteilen transportiert und auf einfachste Weise aufgebaut
werden.
[0148] Trotz des geringen Gewichts des Gebärstuhls, aufgrund der Kunststoffkomponenten bietet
der Standfuß aus Metall eine hohe Stabilität und Standfestigkeit.
[0149] Alternativ kann die Breitenverstelleinrichtung anstelle der Gewindespindel auch eine
Raststange aufweisen, auf der der Abstand zwischen beiden Sitzabschnitten mittels
Kugeldruckstücken einstellbar ist. Bei einer derartigen Ausführungsform ist der Abstand
zwischen den beiden Sitzen rastbar durch Betätigen der Kugeldruckstücke einstellbar
(Fig. 31).
[0150] Alternativ kann die Verbindung des Standbeines 3 mit der Basisplatte 8 mittels eines
in der ringförmigen Standbeinaufnahme 45 angeordneten Schnellspannverschlusses erfolgen.
[0151] Der Gebärstuhl kann durch eine Haltestange 60 ergänzt sein, die in Sitzrichtung 16
vor dem Gebärstuhl derart anordbar ist, dass eine auf dem Gebärstuhl sitzende Benutzerin
sich an der Haltestange 60 festhalten kann. Hierdurch kann die Benutzerin Schwenk-
und Biegekräfte auf ihren Körper ausüben, wenn sie mittels des Schwenkgelenkes 10
ihre Hüfte gegenüber dem Rückgrat verschwenken möchte. Das Biegen und Beugen des Körpers
der Benutzerin kann so wesentlich effektiver auf dem Gebärstuhl erfolgen.
[0152] Die Haltestange 60 ist vorzugsweise eine horizontale Haltestange, die mit ihren Enden
an zwei vertikalen Säulen befestigt ist. Die Haltestangen 60 weisen deshalb an ihren
Enden Befestigungsmuffen 62 auf, die jeweils von einer der beiden Säulen 61 durchgriffen
werden. Die Befestigungsmuffen sind mit Rastelementen versehen, die in entsprechende
Rastöffnungen an den Säulen 61 einrasten. Hierdurch ist es möglich die Haltestange
60 in unterschiedlichen Höhen horizontal an den Säulen 61 anzuordnen. Eine jede der
Säulen 61 weist einen Standfuß 63 auf. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der
Standfuß aus einer horizontalen Stange ausgebildet, an deren Längsmitte jeweils eine
der beiden Säulen 61 befestigt ist. Die Enden des Standfußes 63 sind jeweils mit einem
Saugnapf 64 versehen, so dass die Standfüße beziehungsweise die Säulen auf einer glatten
Unterlagen fixiert werden können. Die Haltestange ist vorzugsweise teleskopartig in
der Länge verstellbar, so das die die Haltestange 60 und die Haltesäulen 61 umfassende
Halteeinrichtung mit unterschiedlichen Breiten anordbar ist.
[0153] Es sind natürlich auch andere Arten von Standfüßen möglich.
[0154] Die erfindungsgemäße Haltestange 60 wird vorzugsweise mit dem oben erläuterten Gebärstuhl
vorgesehen. Im Rahmen der Erfindung ist es jedoch auch möglich, diese Haltestange
in Kombination mit einem anderen ein Schwenkgelenk aufweisenden Stuhl vorzusehen.
Mit der Haltestange können auch auf einem anderen ein Schwenkgelenk aufweisenden Stuhl
die Schwenkbewegungen unterstützt werden.
Bezugszeichenliste
[0155]
- 1
- Gebärstuhl
- 2
- Standfuß
- 3
- Standbein
- 4
- Sitz
- 5
- Ausnehmung
- 6
- Standbeinaufnahme
- 7
- Schnellspannverschluss
- 8
- Basisplatte
- 9
- Höhenverstelleinrichtung
- 10
- Schwenkgelenk
- 11
- Stützplatte
- 12
- Schwenkplatte
- 13
- Ring
- 14
- Arretierungselement
- 15
- erste Ausnehmung
- 16
- Sitzrichtung
- 17
- zweite Ausnehmung
- 18
- Arretierkörper
- 19
- Lagerungsscheibe
- 20
- Nut
- 21
- Ausnehmung
- 22
- Verstellhebel
- 23
- Sitzplatte
- 24
- erster Sitzabschnitt
- 25
- zweiter Sitzabschnitt
- 26
- Gesäßteilabschnitt
- 27
- Gesäßteilabschnitt
- 28
- Schenkelabschnitt
- 29
- Schenkelabschnitt
- 30
- Breitenverstelleinrichtung
- 31
- Gehäuse
- 32
- Gewindespindel
- 33
- Führungsstange
- 34
- Führungsstange
- 35
- Rückenlehne
- 36
- Rückenlehne
- 37
- Armauflage
- 38
- Armauflage
- 39
- Halteplatte
- 40
- Rückenplatte
- 41
- horizontaler Schenkel
- 42
- Lasche
- 43
- Schnellspannverschluss
- 44
- vertikaler Schenkel
- 45
- Stanbeinaufnahme
- 46
- Einstellrad
- 47
- Rahmen
- 48
- elastische Aufhängung
- 50
- Gummiblock
- 51
- Arretierstift
- 52
- Arretierring
- 53
- Arretierhaken
- 54
- Arretierausnehmung
- 55
- Arretierungsmechanismus
- 56
- Halteplatte
- 57
- Armplatte
- 58
- Schnellspannverschluss
- 59
- Schlitz
- 60
- Haltestange
- 61
- Säule
- 62
- Befestigungsmuffe
- 63
- Standfuß
- 64
- Saugnapf
- 65
- Kugelsegment
- 66
- Kugelsegmentaufnahme
- 67
- Befestigungsabschnitt
- 68
- Kugelsegmentabschnitt
- 69
- Schraube
- 70
- obere Kugelschale
- 71
- untere Kugelschale
- 72
- Durchgangsöffnung
- 73
- Ausnehmung
- 74
- Gewindebuchse
- 75
- Fixierelement
- 76
- kugelsegmentförmige Ausnehmung
- 77
- Bolzen
1. Gebärstuhl umfassend,
ein Standbein (3), an dessen oberen Ende
ein Sitz (4) befestigt ist und der Sitz (4) eine Sitzplatte (23) und ein Schwenkgelenk
(10) aufweist, wobei das Schwenkgelenk (10) zwischen dem oberen Ende des Standbeins
(3) und der Sitzplatte (23) angeordnet ist, und
die Sitzplatte (23) in der Draufsicht etwa U-förmig ausgebildet ist.
2. Gebärstuhl nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schwenkgelenk (10) einen Arretierungsmechanismus (11, 12, 14, 15, 17, 22, 55)
aufweist, mit dem die Sitzplatte (23) in seiner Position fixierbar ist.
3. Gebärstuhl nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schwenkgelenk (10) zum Kippen der Sitzplatte (23) gegenüber der horizontalen
in Sitzrichtung (16) ausgebildet ist, wobei das Schwenkgelenk (10) vorzugsweise eine
schwimmende Lagerung aufweist, die insbesondere ein Ring (13) aus elastisch verformbaren
Material ist.
4. Gebärstuhl, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 3, umfassend,
ein Standbein (3), an dessen oberen Ende
ein Sitz (4) befestigt ist und der Sitz (4) eine Sitzplatte (23) aufweist,
wobei die Sitzplatte (23) zweiteilig aus einem ersten Sitzabschnitt (24) und einem
zweiten Sitzabschnitt (25) ausgebildet ist und jeder Sitzabschnitt (24, 25) einen
Gesäßteilabschnitt (26, 27) und einen Schenkellabschnitt (28, 29) aufweist, wobei
sich von jedem Gesäßteilabschnitt (26, 27) vom äußeren Randbereich in Sitzrichtung
(16) nach vorne ein Schenkelabschnitt (28, 29) erstreckt, und
eine Breitenverstelleinrichtung (30), die derart ausgebildet ist, dass der Abstand
zwischen den beiden Sitzabschnitten (24, 25) veränderbar ist.
5. Gebärstuhl nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Breitenverstelleinrichtung (30) eine mit den beiden Sitzabschnitten (24, 25)
in Eingriff stehende Gewindespindel (32) oder Raststange zum Einstellen des Abstandes
zwischen beiden Sitzabschnitten (24, 25) und vorzugsweise eine oder zwei Führungstangen
(33, 34) aufweist, auf denen die beiden Sitzabschnitte (24, 25) gleitend gelagert
sind.
6. Gebärstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass am in Sitzrichtung (16) hinteren Ende der Sitzplatte (23) eine Rückenlehne (35) und/oder
an den seitlichen Randbereichen der Sitzplatte (23) jeweils eine Armauflage (37) und/oder
am in Sitzrichtung (16) vorderen Ende der Sitzplatte (23) jeweils eine Fußstütze angeordnet
ist.
7. Gebärstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Standbein (3) eine Gasdruckfeder mit einer Höhenverstelleinrichtung (9) zum Einstellen
der Höhe der Sitzes (4) aufweist.
8. Gebärstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass im vorderen Bereich der Sitzplatte (23) eine beutelförmige Plazentaauffangtasche
angeordnet ist.
9. Schwenkgelenk für einen Stuhl, insbesondere einen Gebärstuhl nach einem der Ansprüche
1 bis 8, umfassend
eine Schwenkplatte (12), auf der die Sitzplatte (4) anordbar ist, und
eine ortsfeste Stützplatte (11), die mit einem Standbein (3) verbindbar ist, wobei
sich zwischen der Schwenkplatte (12) und der Stützplatte (12) ein Ring (13) aus elastisch
verformbaren Material befindet, und
zwischen der Schwenkplatte (12) und der Stützplatte (13) ein Arretierungselement (14)
derart drehbar angeordnet ist, dass es mit zumindest einer der beiden Platten (11,
12) und vorzugsweise mit beiden Platten (11, 12) derart arretierbar ist, dass in einer
solchen Arretierstellung die beiden Platten (11, 12) zueinander in einer parallelen
und/oder geneigten Position angeordnet sind.
10. Schwenkgelenk für einen Stuhl nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ring (13) mit der Stützplatte (11) und der Schwenkplatte (12) insbesondere durch
Vulkanisation und/oder eine Klebeverbindung und/oder Schraubverbindungen verbunden
ist.
11. Schwenkgelenk für einen Stuhl nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arretierungsmechanismus (55) ein Lager umfassend ein Kugelsegment (65) und eine
Kugelsegmentaufnahme (66) zum Schwenken der Schwenkplatte (12) gegenüber der Stützplatte
(11) und ein Arretierungselement (14) derart aufweist, dass das Arretierungselement
(14) mit dem Kugelsegment (65) zum Fixieren der Position der Schwenkplatte (12) bezüglich
der Stützplatte (11) in Eingriff treten kann.
12. Schwenkgelenk für einen Stuhl nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Arretierungselement (14) innerhalb des elastisch verformbaren Ringes (13) angeordnet
ist.
13. Reinigungswanne für eine Sitzplatte eines Sitzes eines Gebärstuhls nach einem der
Ansprüche 1 bis 12,
wobei die Reinigungswanne einen etwa zur Sitzplatte (23) komplementären Hohlraum zur
Aufnahme der Sitzplatte (23) begrenzt.
14. Gebärsystem umfassend,
einen Gebärstuhl, der ein Schwenkgelenk aufweist, und
eine Haltestange, die vor dem Gebärstuhl (1) anordbar ist, wobei die Haltestange (60)
vorzugsweise etwa horizontal angeordnet ist, so dass eine Benutzerin des Gebärstuhls
sich an der Haltestange (60) festhalten kann.
15. Gebärsystem nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haltestange (60) sich zwischen zwei vertikalen Säulen (61) erstreckt und in der
Höhe und/oder in der Länge verstellbar ausgebildet ist, und/oder der Gebärstuhl nach
einem der Ansprüche 1 bis 8 ausgebildet ist.