[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Behälterreinigungsanlage der im Oberbegriff von
Anspruch 1 erläuterten Art.
[0002] Behälterreinigungsanlagen, beispielsweise Reinigungsanlagen für Mehrwegbehälter in
der Getränkeindustrie, sind relativ energieaufwändig im Betrieb. Diese Behälterreinigungsanlagen
enthalten meist eine Mehrzahl von Behandlungsstufen, in denen die Behälter mit Reinigungsmittel
bzw. Reinigungslauge behandelt werden, wobei in den meisten Behandlungsstufen das
Reinigungsmittel eine erhöhte Temperatur aufweisen muss. Da das Reinigungsmittel anschließend
verworfen, d.h. dem Abwasser zugeführt wird, sind bereits Bestrebungen bekannt, beispielsweise
aus der
DE 32 05 956, diese Behälterreinigungsanlagen energiesparender, insbesondere Wärmeenergie sparender,
zu betreiben. Der Ansatz für eine energiesparende Ausgestaltung liegt jedoch bei den
bekannten Behälterreinigungsanlagen in der Rückgewinnung von Abwärme. Dagegen erfolgt
die Erwärmung der Behandlungsflüssigkeiten auf konventionelle Art, d.h. beispielsweise
durch eine brennstoffbefeuerte Heizeinrichtung oder dergleichen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Behälterreinigungsanlage energiesparend
zu betreiben.
[0004] Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0005] Blockheizkraftwerke mit ihrer Kraft-Wärme-Kupplung sind energetisch sehr sinnvoll,
da sowohl elektrischer Strom als auch Wärme am Ort des Verbrauches erzeugt werden
und die oft sehr hohen Übertragungsverluste vermieden werden. Bislang sind Blockheizkraftwerke
überwiegend zur Beheizung und zur Stromversorgung von Gebäuden eingesetzt worden,
ein Einsatz für Prozessenergie wurde zwar auch schon realisiert, stößt jedoch aufgrund
der Tatsache, dass Blockheizkraftwerke nur begrenzt bedarfsgerecht Energie bereitstellen
können, auf enge Grenzen.
[0006] Mit der vorliegenden Erfindung wird eine Möglichkeit vorgeschlagen, eine dieser Grenzen
zu umgehen. Blockheizkraftwerke können im Allgemeinen keine geringen Temperaturdifferenzen
verarbeiten. Sie wären deshalb für Wärmekreisläufe zum Erwärmen einer Hauptreinigungsstufe
bei einer Behälterreinigungsanlage nur bedingt geeignet, da nach dem Aufheizen der
Behandlungsflüssigkeit in der Hauptreinigungsstufe der Rücklauf nur auf ca. 83°C abgekühlt
ist. Das Blockheizkraftwerk kann jedoch dieses relativ gering abgekühlte Wärmemedium
nur schlecht wieder verarbeiten. Durch die erfindungsgemäße Lösung, eine Vorbehandlungsstufe
als Rücklaufkühler zu betreiben, kann die Rücklauftemperatur so weit abgesenkt werden,
bevorzugt auf etwa 70°C oder weniger, dass das Blockheizkraftwerk den Rücklauf besser
verarbeiten kann.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0008] Die Versorgung der Hauptreinigungsstufe und/oder der Vorbehandlungsstufe über Wärmetauscher
stellt die konstruktiv einfachste Möglichkeit dar. Um als Rücklaufkühler in optimaler
Effektivität zu wirken, wird der Wärmetauscher der Vorbehandlungsstufe auf eine vorbestimmte
Temperaturerniedrigung bzw. auf eine vorbestimmte Ausgangstemperatur ausgelegt.
[0009] Schließlich ist eine Umgehungsleitung des Wärmetauschers der Vorbehandlungsstufe
sinnvoll, sollte für die Hauptreinigungsstufe eine Energiemenge benötigt werden, die
größer als die übliche Energiemenge ist, so dass eine Rücklaufkühlung nicht erforderlich
und/oder nicht effizient ist.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung hier
erläutert.
[0011] Fig. 1 zeigt ein Blockschema einer erfindungsgemäßen Behälterreinigungsanlage 1.
Die Behälterreinigungsanlage 1 enthält die üblichen Reinigungs- und Behandlungszonen,
wobei aus Gründen der Übersichtlichkeit hier nur die wesentlichsten Zonen gezeigt
sind. Dies sind insbesondere eine Hauptreinigungsstufe 2, in der die Behälter, insbesondere
Mehrwegbehälter für den Getränkeverkauf, einer Hauptreinigung unterworfen werden.
Die Hauptreinigung erfolgt mittels einer Behandlungsflüssigkeit, insbesondere einer
Hauptlauge, mit einer Temperatur von z. B. 80°C. Die Lauge kann als Tauchbad oder
in irgendeiner anderen Form mit den Behältern in Kontakt gebracht werden.
[0012] Der Hauptreinigungsstufe 2 sind eine oder mehrere Vorbehandlungsstufen 3 vorgeschaltet,
in denen die Behälter durch Behandlungsflüssigkeit, wie beispielsweise ebenfalls eine
Lauge oder einfaches Wasser, vorbehandelt, und zwar wiederum in jeder geeigneten Form,
wie beispielsweise Tauchen oder Abspritzen oder Überschwallen oder dgl.. Gleichzeitig
sollen die Behälter für die Behandlung in der Hauptreinigungsstufe 2 vorgewärmt werden,
so dass Thermospannungen vermieden werden können, die beispielsweise bei Glasbehältern
zu einem erhöhten Glasbruch führen, und das Vorbehandlungsergebnis verbessert wird.
[0013] Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Vorbehandlungsstufen 3 vorgesehen,
und zwar ein Vorweichbad 3a und eine Vorlaugestufe 3b. Die Betriebstemperaturen der
beiden Vorbehandlungsstufen 3 sind geringer als in der Hauptbehandlungsstufe 2 und
liegen beispielsweise in der Vorbehandlungsstufe 3a bei etwa 40°C und in der Vorbehandlungsstufe
3b bei etwa 65°C.
[0014] Die Behälterreinigungsanlage 1 enthält weiterhin ein Blockheizkraftwerk 4 üblicher
Konstruktion, das zumindest die Wärmeenergie für den Betrieb der Behälterreinigung
bereitstellt und die Anlage gegebenenfalls auch mit elektrischem Strom versorgt. Das
Blockheizkraftwerk 4 ist zu diesem Zweck über einen Wärmekreislauf 5 mit Vor- und
Rücklauf 5a, 5b mit der Behälterreinigungsanlage 1 verbunden. In den Wärmekreislauf
5 wird Wasser mit einer Temperatur von z. B. 90°C eingespeist.
[0015] Zum Erwärmen bzw. zum Aufrechterhalten der Temperatur der Hauptreinigungsstufe 2
ist die Hauptreinigungsstufe 2 über einen Wärmetauscher 6 mit dem Vorlauf 5a des Wärmekreislaufs
5 verbunden. Der Wärmetauscher 6 kann von jeder beliebigen Konstruktion sein und ist
über eine Pumpe 7 und eine Kreislaufleitung 7a mit der Hauptreinigungsstufe 2 verbunden.
Die Pumpe 7 fördert die Behandlungsflüssigkeit der Hauptreinigungsstufe 2 aus dem
Behandlungsbereich durch den Wärmetauscher 6 und wieder in den Behandlungsbereich
zurück. Das Wärmemedium des Wärmekreislaufs 5 wird dadurch auf z. B. 83°C abgekühlt,
wobei diese Temperaturverringerung zu gering ist, um vom Blockheizkraftwerk 4 effektiv
verarbeitet zu werden.
[0016] Deshalb ist in den Rücklauf 5b des Wärmekreislaufs 5 nach dem ersten Wärmetauscher
6 ein weiterer Wärmetauscher 8 eingeschaltet, der als Rücklaufkühler für das Wärmeträgermedium
im Wärmekreislauf 5 wirkt. Als Kühlmittel dienen die kühleren Behandlungsflüssigkeiten
in der Vorbehandlungsstufe 3, insbesondere die Behandlungsflüssigkeit der Vorweichlauge
in der Vorbehandlungsstufe 3b, die mit ca. 65°C etwas kühler ist als der Rücklauf
5b aus dem ersten Wärmetauscher 6. Auch der Wärmetauscher 8 ist über eine Pumpe 9
und eine Kreislaufleitung 9a mit der Vorbehandlungsstufe 3b verbunden. Auf diese Weise
kann der Rücklauf des Wärmeträgermediums aus dem Wärmekreislauf 5 auf einen Bereich
zwischen 68°C bis 88°C, insbesondere etwa 70°C gekühlt werden, wobei dies zur Vorlauftemperatur
von 90°C einen ausreichenden Temperaturabstand darstellt, wie er vom Blockheizkraftwerk
4 besser verarbeitet werden kann.
[0017] Der zweite Wärmetauscher 8 wird bevorzugt mit einer Umgehungsleitung 10 gekoppelt,
durch die der Rücklauf aus dem ersten Wärmetauscher 6 den zweiten Wärmetauscher 8
umgehen kann, wenn der Rücklauf aus dem ersten Wärmetauscher 6, beispielsweise beim
Aufheizen der Hauptreinigungsstufe 2, bereits ausreichend gekühlt wurde, um das Blockheizkraftwerk
4 wirtschaftlich betreiben zu können.
[0018] Bevorzugt wird die Pumpe 9 je nach Rücklauftemperatur aus dem ersten Wärmetauscher
6 gesteuert, so dass die Kühlwirkung, die der zweite Wärmetauscher 8 auf das Wärmeträgermedium
im Wärmekreislauf 5 ausübt, den Temperaturverhältnissen bzw. dem Wärmebedarf der Hauptreinigungsstufe
2 angepasst werden kann, um dem Blockheizkraftwerk immer Wärmeträgermedium zurückzuführen,
das in einem vom Kraftwerk wirtschaftlich verarbeitbaren Temperaturbereich liegt.
[0019] Eine beispielhafte Behälterreinigungsanlage wird z. B. wie folgt betrieben. Die erste
Vorbehandlungsstufe 3a wird mit etwa 40° und die zweite Vorbehandlungsstufe 3b, die
Vorwärmlauge mit etwa 65° betrieben, wobei sich in der zweiten Vorbehandlungsstufe
3b 10,3 m
3 Vorwärmlauge befinden. Die Hauptreinigung erfolgt bei 80°C, wobei sich in der Hauptreinigungsstufe
56, 24 m
2 Lauge befinden. Durch die die Vorbehandlungs- und Hauptreinigungsstufen durchlaufenden
Behälter werden beispielsweise aus dem Vorweichbad 3a 308 kW an Wärmeenergie in die
Vorlaugestufe 3b verschleppt und aus dieser wird eine Wärmeenergiemenge von 171 kW
in die Hauptreinigung verschleppt.
[0020] Der vom Blockheizkraftwerk 4 in den Wärmekreislauf 5 eingespeiste Wärmeträger hat
90°C und wird mit 21 bis 24 m
3/h bereitgestellt und verlässt den Wärmekreislauf 5 mit 68 bis 88°C (Mittelwert 70,5°C).
Durch den ersten Wärmetauscher 6 wird der Wärmeträger auf 83°C abgekühlt.
Die Pumpenleistungen der Pumpen 7 und 9 betragen 80 m3/h.
[0021] Die angegebenen Werte können jedoch je nach Maschinentyp bzw. je nach Art der zu
reinigenden Behälter stark schwanken. So kann beispielsweise die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit
zwischen 58 und 85°C liegen.
[0022] Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und gezeichnete Ausführungsbeispiel
beschränkt. So können beispielsweise beide Vorbehandlungsstufen als Rückkühler eingesetzt
werden. Die Temperaturbereiche können den entsprechenden und erforderlichen Betriebstemperaturen
der Hauptreinigungsstufe bzw. der Vorbehandlungsstufe(n) angepasst werden. Die oben
angeführten Temperaturen können schwanken, je nach Typ des eingesetzten Blockheizkraftwerkes
bzw. der eingestellten Temperaturen in der Reinigungsanlage.
1. Behälterreinigungsanlage (1) mit wenigstens einer Hauptreinigungsstufe (2) und wenigstens
einer Vorbehandlungsstufe (3), die jeweils mit erwärmten Behandlungsflüssigkeiten
arbeiten, dadurch gekennzeichnet, dass die Hauptreinigungsstufe (2) und die Vorbehandlungsstufe (3) zur Versorgung mit Wärmeenergie
über einen gemeinsamen Wärmekreislauf (5) mit Vor- und Rücklauf (5a, 5b) an ein Blockheizkraftwerk
(4) angeschlossen sind, wobei die Vorbehandlungsstufe (3) im Rücklauf (5b) nach der
Hauptreinigungsstufe (2) angeschlossen und als Rücklaufkühler betreibbar ist.
2. Behälterreinigungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgung der Hauptreinigungsstufe (2) mit Wärmeenergie über einen Wärmetauscher
(6) erfolgt.
3. Behälterreinigungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgung der Vorbehandlungsstufe (3) mit Wärmeenergie über einen Wärmetauscher
(8) erfolgt.
4. Behälterreinigungsanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (8) der Vorbehandlungsstufe (3) auf eine vorbestimmte Temperaturerniedrigung
des Wärmemediums im Wärmekreislauf (5) ausgelegt ist.
5. Behälterreinigungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in den Wärmekreislauf (5) eine Umgehungsleitung (10) des Wärmetauschers (8) der Vorbehandlungsstufe
(3) vorgesehen ist.