[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anbringen elastischer Folienhülsen nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein entsprechendes Verfahren unter Verwendung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0002] Behälter, wie beispielsweise Getränkeflaschen, lassen sich unter anderem durch das
Aufziehen von schlauchförmigen Folienhülsen über die Behältermantelfläche etikettieren.
Als Alternative zum thermischen Aufschrumpfen von Folienhülsen, das beispielsweise
in der
WO 2007/060705 A1 beschrieben ist, finden elastisch verformbare Folienhülsen aufgrund des geringeren
Material- und Energieverbrauchs zunehmend Interesse.
[0003] Beispielsweise beschreibt die
WO 2000/066437 ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufbringen elastischer Folienhülsen auf Behältern.
Hierbei wird ein Folienschlauch in einem Spendeaggregat über einen zentralen Dorn
gezogen, die Folienhülse von dem Etikettenschlauch in der gewünschten Länge abgetrennt
und von oben über zwei halbschalenförmige Zangenhälften gestülpt. Mit diesen kann
die Folienhülse für die nachfolgende Etikettierung aufdehnt werden, wobei eine Vielzahl
derartiger Einheiten an einem Etikettierkarussell umlaufen. Die Zangenhälften werden
dabei mit Hilfe einer Kurvensteuerung auseinander bewegt und die Folienhülse so weit
elastisch aufgedehnt, dass diese über eine darunter bereitgestellte Flasche gezogen
werden kann. Die Aufdehnvorrichtungen werden zu diesem Zweck durch kurvengesteuerte
Hubvorrichtungen abgesenkt.
[0004] Diese Vorrichtung hat jedoch den Nachteil, dass die halbschalenförmigen Spreizzangen
nur eine relativ geringfügige Aufdehnung der Folienhülsen ermöglichen und dass die
Bewegungen der Aufdehnvorrichtungen und der zu etikettierenden Flasche im wesentlichen
durch mechanische Steuerkurven bewerkstelligt werden, die sich nur mit großem Aufwand
an unterschiedliche Flaschen und/oder Etiketten anpassen lassen. In diesem Zusammenhang
erwähnt die
WO 2000/66437 lediglich eine motorbetriebene Hubunterstützung beim Anheben/Senken der Aufdehnvorrichtung,
um deren Verfahrzeiten zu reduzieren und die Abmessungen der Vorrichtung zu minimieren.
Das beschriebene Verfahren eignet sich jedoch trotz dieser Maßnahme nur für die Etikettierung
im Wesentlichen zylindrischer Mantelflächen und geringfügig variierende Flaschendurchmesser.
[0005] Für die Etikettierung gewölbter Mantelflächen mit hochelastischen Folienhülsen beschreibt
die
WO 2008/076718 eine Vorrichtung, bei der die halbschalenförmigen Zangenelemente durch mehrere im
wesentlichen parallel zueinander verlaufende und umfänglich um eine zentrale Ausnehmung
gruppierte Spreizfinger ersetzt sind. Die Spreizfinger sind bezüglich der zentralen
Ausnehmung radial verschiebbar und können soweit auseinander bewegt werden, dass eine
über die Spreizfinger gestülpte Folienhülse von den Spreizfingern aufgespannt wird
und eine zu etikettierende Flasche durch die zentrale Ausnehmung nach oben geschoben
werden kann. Die
WO 2008/076718 beschreibt ferner, dass die Folienhülse zunächst durch Anlegen eines Unterdrucks
an in den Spreizfingern vorgesehen Ansaugöffnungen fixiert und durch anschlie-βendes
Anlegen eines Überdrucks von den Spreizfingern abgestoßen werden kann, so dass bei
einem weiteren Vorschieben der zu etikettierenden Flasche eine Übergabe der Folienhülse
von den Spreizfingern an die Flasche erfolgt. Die radiale Bewegung der Spreizfinger
wird hierbei von einer drehbaren Steuerscheibe mit bogenförmigen Führungsnuten für
an den Spreizfingern vorgesehenen Steuernocken ausgelöst. Als Antrieb für die Steuerscheibe
wird ein pneumatisch oder elektromechanisch gesteuerter Aktorarm vorgeschlagen. Die
WO 2008/076718 lässt jedoch offen, wie ein derartiger, vergleichsweise komplizierter Antrieb der
Steuerscheibe aussehen könnte. Aus kommerziell erhältlichen Varianten der in der WO
2008/076718 beschriebenen Vorrichtung sind lediglich kurvengesteuerte Steuerscheiben
bekannt.
[0006] Somit besteht auch bei dieser Vorrichtung der Nachteil, dass eine Anpassung der Dehneinheit
an unterschiedliche Folienhülsen und/oder Flaschen nur mit einem großen apparativen
Aufwand möglich ist. Anders gesagt, müssen zahlreiche mechanische Komponenten zu diesem
Zweck ausgetauscht werden. Dies bedingt nicht nur einen hohen finanziellen Aufwand
für die Bereitstellung der unterschiedlichen Anlagenkomponenten, sondern auch einen
vergleichsweise langen Produktionsausfall bei der Umstellung der Etikettiermaschine.
Außerdem hat die im Stand der Technik bekannte Kurvensteuerung der Aufdehneinheit
den Nachteil, dass der zeitliche Ablauf des Etikettenspendens und der Etikettendehnung
an die Umlaufgeschwindigkeit der Dehneinheiten gebunden ist. Das heißt, bei einer
Änderung der Maschinenleistung der Etikettiervorrichtung ändert sich der zeitliche
Ablauf des Aufnehmens, Aufdehnens und Abstreifens der Folienhülse, wodurch eine korrekte
Etikettierung nicht mehr gewährleistet ist. Vorrichtungen aus dem Stand der Technik
arbeiten leistungsabhängig, d.h. also sie sind abhängig von der Maschinengeschwindigkeit.
[0007] Es besteht somit der Bedarf für eine diesbezüglich verbesserte Vorrichtung zum Aufbringen
elastischer Folienhülsen auf Behältern sowie für ein entsprechend verbessertes Verfahren.
[0008] Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Demnach ist zur
Erzeugung wenigstens einer Relativbewegung von Folienhülse und Behälter zueinander
in radialer und / oder axialer Richtung wenigstens ein servomotorischer Antrieb pro
Dehneinheit vorgesehen. Insbesondere sind umlaufende Dehneinheiten vorgesehen, die
wenigstens einen Servomotor zum Antreiben der an den Dehneinheiten vorgesehenen Spreizfinger
umfassen. Die Dehneinheiten laufen hierbei vorzugsweise an einem Etikettierkarussell
um. Somit sind die Dehneinheiten nicht mittelbar von dem Etikettierkarussell angetrieben,
wie beispielsweise bei einer Kurvensteuerung. Der Antrieb des Etikettierkarussells
und der Dehneinheiten kann stattdessen voneinander entkoppelt werden. Dadurch lässt
sich die Flexibilität der Vorrichtung erhöhen. Auch können die einzelnen Dehneinheiten
unabhängig voneinander durch separate Servomotoren angetrieben werden.
[0009] Eine besonders günstige Ausführungsform umfasst eine Steuereinrichtung zum Ansteuern
des wenigstens einen Servomotors, um die Spreizfinger zwischen einer inneren Aufnahmestellung
zum Aufnehmen der Folienhülsen und einer äußeren Spreizstellung zum Aufdehnen der
Folienhülsen zu verstellen, wobei insbesondere die äußere Spreizstellung und/oder
die innere Aufnahmestellung einstellbar ist. Dadurch kann die Vorrichtung auf einfache
Weise an unterschiedliche Behältergrößen, insbesondere Behälterdurchmesser, und/oder
unterschiedliche Folientypen, insbesondere mit unterschiedlicher elastischer Verformbarkeit,
angepasst werden. Insbesondere kann ein Verhältnis des Umfangs einer gedachten Umfangslinie
um die Spreizfinger in der Spreizstellung und in der Aufnahmestellung eingestellt
werden. Das Verhältnis kann beispielsweise mindestens 1,2 betragen, insbesondere mindestens
1,5. Dadurch lässt sich die Aufdehnung der Folienhülse flexibel optimieren.
[0010] Mit Hilfe der Servomotoren lassen sich die Spreizfinger innerhalb eines vorgegebenen
Stellbereichs der Dehneinheiten je nach Durchmesser des zu etikettierenden Behälters
und/oder der aufzubringenden Folienhülse zwischen flexibel anpassbaren inneren und
äußeren Endpositionen hin- und herfahren. Insbesondere lässt sich die innere Aufnahmestellung
an den Durchmesser und/oder die Länge der ungedehnten Folienhülse anpassen und die
äußere Spreizstellung an die Verformbarkeit der Folienhülse und/oder an den Durchmesser
des zu etikettierenden Behälters.
[0011] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst ferner
eine Steuereinrichtung, die zum Ansteuern des wenigstens einen Servomotors ausgebildet
ist, derart dass wenigstens ein Einschaltzeitpunkt und/oder eine Stellgeschwindigkeit
des wenigstens einen Servomotors mit Hilfe der Steuereinrichtung einstellbar ist,
insbesondere um die Spreizfinger voneinander weg zu bewegen. Dadurch lässt sich die
Bewegung der Spreizfinger unabhängig von der Umlaufgeschwindigkeit und/oder der Umlaufposition
der Dehneinheiten an den Etikettenspender anpassen. Somit lässt sich der zeitliche
Ablauf des Aufnehmens, Ausrichtens und/oder Aufdehnens der Folienhülse optimieren.
Insbesondere lässt sich eine korrekte Ausrichtung der Folienhülse auf den Spreizfingern
auch bei wechselnden Maschinenleistungen sicherstellen.
[0012] Auch können die Spreizfinger bereits auseinander bewegt werden, bevor die Folienhülse
ihre vertikale Zielposition auf der Dehneinheit erreicht hat. Dadurch lässt sich die
Zentrierung der Folienhülse bezüglich der Spreizfinger verbessern und/oder eine koaxiale
Ausrichtung zueinander sicher stellen. Insbesondere lässt sich die zeitliche Koordination
des Aufschießens der Folienhülse und des Auseinanderfahrens der Spreizfinger auch
bei wechselnden Maschinenleistungen optimieren. Unter der Umlaufgeschwindigkeit ist
hierbei beispielsweise die Bahngeschwindigkeit des Behälterbereichs der Dehneinheiten
zu verstehen, unter der Umlaufposition der Dehneinheiten beispielsweise eine Drehwinkelposition
an einem Etikettierkarussell.
[0013] Vorzugsweise sind an der erfindungsgemäßen Vorrichtung ferner unterhalb der Dehneinheiten
umlaufende Positioniereinheiten zum Positionieren der Behälter in den Behälterbereichen
der Dehneinheiten vorgesehen, wobei die Positioniereinheiten insbesondere jeweils
mittels Servomotor angetriebene Hubeinrichtungen zum Anheben der Behälter in die Behälterbereiche
umfassen. Dies macht ein Heben/Senken der Dehneinheiten entbehrlich. Mit Hilfe von
Servomotoren lässt sich der Hub der Hubeinrichtungen flexibel an die Größe der Behälter
anpassen.
[0014] Vorzugsweise ist eine obere Endposition der Positioniereinheiten zum Ausrichten der
Behälter bezüglich der Etikettenhülsen einstellbar, insbesondere in Schritten von
nicht mehr als 1 mm. Besonders vorteilhaft sind Schritte von nicht mehr als 0,5 mm.
Dadurch lassen sich Behälter unterschiedlicher Größe in den Behälterbereichen optimal
bezüglich der Dehneinheiten und der Folienhülsen positionieren. Somit lässt sich die
endgültige Etikettierposition der Folienhülse auf dem Behälter flexibel einstellen
und bei Bedarf nachjustieren.
[0015] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst ferner
oberhalb der Dehneinheiten umlaufenden Entnahmeeinheiten zum Entnehmen der Behälter
aus den Behälterbereichen, wobei die Entnahmeeinheiten insbesondere jeweils mittels
Servomotor angetriebene Hubeinrichtungen zum Anheben der Behälter aus den Behälterbereichen
umfassen. Hierbei laufen die Entnahmeeinheiten und die Dehneinheiten vorzugsweise
um eine gemeinsame Drehachse um. Somit ist auch bei der Entnahme der etikettierten
Behälter ein Anheben oder Absenken der Dehneinheiten entbehrlich. Mit Hilfe von Servomotoren
lässt sich der Hub der Entnahmeeinheiten flexibel an die Größe der zu etikettierenden
Behälter anpassen. Insbesondere lässt sich eine untere Greifposition zum Greifen des
etikettierten Behälters auch ohne den Austausch mechanischer Führungen und/oder Steuerelemente,
wie beispielsweise Hubkurven, an die Behältergröße anpassen. Ebenso lässt sich die
Stellgeschwindigkeit der Hubeinrichtung an den jeweiligen zeitlichen Ablauf der Etikettenübergabe
von den Spreizfingern an den Behälter anpassen. Beispielsweise lässt sich die Stellgeschwindigkeit
der Hubeinrichtung anpassen, um einen gewünschten Reibschluss zwischen der Folienhülse
und dem Behälter herzustellen, insbesondere um eine Haltekraft des Reibschlusses und/oder
den Zeitpunkt des Einsetzens des Reibschlusses anzupassen.
[0016] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst ferner
umlaufende Ventileinheiten zum abwechselnden Hinzuschalten eines Unterdrucks oder
eines Überdrucks an den Spreizfingern, um die Folienhülsen an den Spreizfingern anzusaugen
oder von den Spreizfingern abzustoßen. Dabei sind die Ventileinheiten eingerichtet,
die Dehneinheiten unabhängig voneinander mit dem Unterdruck oder dem Überdruck zu
versorgen. Vorzugsweise laufen die Ventileinheiten und die Dehneinheiten um eine gemeinsame
Drehachse um, insbesondere an einem gemeinsamen Etikettierkarussell. Dadurch, dass
die Ventileinheiten mit den Dehneinheiten umlaufen, können die die Druckleitungen
zwischen den Ventileinheiten und den Spreizfingern besonders einfach ausgebildet werden.
Durch eine getrennte Versorgung der einzelnen Dehneinheiten mit Unterdruck oder Überdruck
lässt sich die Übergabe der Folienhülsen von den Spreizfingern an die Behälter besonders
genau steuern. Besonders ökonomisch und Platz sparend ist eine Ausführungsform, bei
der eine Ventileinheit jeweils mehreren Dehneinheiten zugeordnet ist. Die Ventileinheiten
können somit mehrere Ventile oder Ventilgruppen umfassen, wobei unterschiedlichen
Dehneinheiten zugeordnete Ventile getrennt voneinander schaltbar sind.
[0017] Vorzugsweise sind die Schaltzeitpunkte des Überdrucks und/oder des Unterdrucks einstellbar,
und es ist insbesondere ein Zuschaltzeitpunkt des Unterdrucks mit der Ansteuerung
des Servomotors der zugeordneten Dehneinheit synchronisierbar. Dadurch lässt sich
das Ansaugen der Folienhülsen an den Spreizfingern und/oder das Abstoßen der Folienhülsen
von den Spreizfingern an unterschiedlichen Maschinenleistungen anpassen. Somit lässt
sich die Übergabe der Folienhülsen an die Spreizfinger und von den Spreizfingern an
den Behälter im Wesentlichen unabhängig von der Umlaufgeschwindigkeit der Dehneinheiten
steuern. Insbesondere im Zusammenwirken mit dem variabel einstellbaren Auseinanderfahren
der Spreizfinger lässt sich die Ausrichtung und Fixierung der Folienhülse auf den
Spreizfingern mit Hilfe der individuellen Unterdrucksteuerung besonders genau und
flexibel einstellen. Unter einer Synchronisierung ist hierbei eine Abstimmung der
Schaltzeitpunkte der Ventileinheiten und des Servomotors und/oder der Stellgeschwindigkeit
des Servomotors zu verstehen.
[0018] Vorzugsweise ist der Zuschaltzeitpunkt des Überdrucks mit den Entnahmeeinheiten synchronisierbar.
Unter einer Synchronisierung ist hierbei insbesondere eine zeitliche Abstimmung der
Ventileinheiten und der Hubbewegung der Entnahmeeinheiten gemeint. Hierbei kann der
Zuschaltzeitpunkt des Überdrucks sowohl an den Einschaltzeitpunkt des Servomotors
der Hubeinrichtung angepasst werden als auch an die Stellgeschwindigkeit des Servomotors.
Somit lässt sich der Zeitpunkt, an dem die Haftreibung zwischen den Spreizfingern
und der elastischen Folienhülse mit Hilfe eines durch den Überdruck verursachten Luftkissens
reduziert wird, an die Hubbewegung der Hubeinrichtung anpassen.
[0019] Vorzugsweise umfassen die Ventileinheiten Venturi-Düsen zum Erzeugen des Unterdrucks.
Venturi-Düsen oder vergleichbare nach dem Venturiprinzip arbeitende Strömungskanäle
ermöglichen die Erzeugung des Unterdrucks innerhalb der Ventileinheiten durch Zuführung
eines Überdrucks. Somit ist eine separate eingangsseitige Druckleitung zum Bereitstellen
eines Unterdrucks an den Ventileinheiten entbehrlich. Die Ventileinheiten werden vorzugsweise
an einen zentralen Medienverteiler angeschlossen, um die Ventileinheiten mit Druckluft
zu versorgen. Die Ventileinheiten sind eingerichtet, um wahlweise Druckluft an die
Dehneinheiten oder zu den Venturi-Düsen zu leiten. Somit haben die Ventileinheiten
pro Dehneinheit wenigstens drei Schaltstellungen, nämlich eine erste Schaltstellung,
in der die Dehneinheiten weder mit dem Überdruck noch mit dem Unterdruck versorgt
werden, eine zweite Schaltstellung, in der die Dehneinheiten mit dem Unterdruck versorgt
werden, und eine dritte Schaltstellung, in der die Dehneinheiten mit dem Überdruck
versorgt werden.
[0020] Eine besonders günstige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst ferner
wenigstens einen Etikettenspender oder dergleichen zum Bestücken der Dehneinheiten
mit den elastischen Folienhülsen. Der Etikettenspender ist vorzugsweise feststehend
und oberhalb der Umlaufbahn der Dehneinheiten angeordnet. Somit lassen sich die Dehneinheiten
kontinuierlich unter dem Etikettenspender hindurchbewegen. Hierbei ist der Etikettenspender
vorzugsweise mittig über der Umlaufbahn der Dehneinheiten angeordnet, um ein möglichst
koaxiales Aufschießen der Folienhülse auf die Spreizfinger zu erleichtern.
[0021] Vorzugsweise umfassen die Dehneinheiten jeweils wechselbare Garnitureneinheiten mit
wenigstens den Spreizfingern und einer Führungsplatte zur Führung der Spreizfinger.
Die Vorrichtung lässt sich durch den Austausch der Garnitureneinheiten auf besonders
ökonomische Weise an unterschiedliche Behälter und/oder Folienhülsen anpassen. Beispielsweise
könnten sich die Garnitureneinheiten voneinander durch unterschiedlich lange oder
unterschiedlich geformte Spreizfinger unterscheiden und/oder durch unterschiedliche
radiale Verstellbereiche der Spreizfinger. Hierdurch lassen sich unterschiedliche
innere Aufnahmestellungen und/oder unterschiedliche äußere Spreizstellungen der Spreizfinger
realisieren. Es wäre auch möglich, Garnitureneinheiten mit unterschiedlicher Ansaug-
und/oder Abstoßfunktion bereitzustellen. Beispielsweise könnte die Anzahl und/oder
Position der Druckkanalöffnungen an den Spreizfingern von Garnitur zu Garnitur variiert
werden. Somit lässt sich die Flexibilität der erfindungsgemäßen Vorrichtung weiter
erhöhen, ohne die versorgenden Ventileinheiten und/oder die Servomotoren der Dehneinheiten
austauschen zu müssen. Die Flexibilität wird weiter dadurch erhöht, dass sich die
Ansteuerung der Ventileinheiten und/oder der Servomotoren an die jeweilige Garnitureneinheit
durch geeignete Programmierung anpassen lässt.
[0022] Vorzugsweise sind an den Außenseiten der Spreizfinger wechselbare Anpassstücke vorgesehen,
insbesondere zum Anpassen der Spreizfinger an Folienhülsen einer vorgegebenen Länge.
Die vorgegebene Länge der Folienhülsen unterscheidet sich normalerweise von der Länge
der Spreizfinger und ist insbesondere größer als die Länge der Spreizfinger. Durch
Auswechseln der Anpassstücke lässt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung auf besonders
einfache Weise an unterschiedliche Folienhülsen anpassen.
[0023] Die gestellte Aufgabe wird ferner gelöst mit einem Verfahren nach Anspruch 15. Demnach
umfasst das erfindungsgemäße Verfahren die Schritte: a) Aufnehmen der Folienhülsen
mit den Dehneinheiten; b) Aufdehnen der Folienhülsen, derart dass die Behälter in
die Folienhülsen geschoben werden können; und c) Einschieben der Behälter in die Folienhülsen,
wobei das Aufdehnen der Folienhülsen und / oder die axiale Relativbewegung von Behälter
und Folienhülse bevorzugt zeitkonstant erfolgt. Somit lässt sich unter Verwendung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine besonders flexible Etikettierung der Behälter
bereitstellen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner einen Schritt d) zum Entnehmen
der mit den Folienhülsen versehenen Behälter umfassen.
[0024] Eine besonders bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst im Schritt
a) ferner einen Ausrichtschritt a1), in dem die Spreizfinger wenigstens einmal voneinander
weg und wieder aufeinander zu bewegt werden, um die Lage der Folienhülse bezüglich
der Spreizfinger auszurichten. Mit Hilfe des Ausrichtschritts lässt sich eine unter
Umständen schräg auf den Spreizfingern sitzende Folienhülse radial anstoßen, um eine
im wesentlichen koaxial ausgerichtete Position der Folienhülse bezüglich der Spreizfinger
zu erzielen. Die Spreizfinger werden im Ausrichtschritt wenigstens so weit auseinander
gefahren, dass wenigstens ein Spreizfinger die Folienhülse berührt, so dass eine radiale
Stoßbewegung ausgeführt wird. Hierbei wäre es auch denkbar, im Ausrichtschritt die
Spreizfinger mehrmals auseinander und wieder aufeinander zu zu bewegen, um die Folienhülse
in eine gewünschte Position bezüglich der Spreizfinger zu rütteln. Denkbar wäre auch,
die Spreizbewegung im Ausrichtschritt a1) lediglich zu unterbrechen.
[0025] Vorzugsweise werden die Spreizfinger in wenigstens einem der Schritte a) bis c) in
Abhängigkeit von einem einstellbaren Zeitintervall bewegt, wobei dessen Beginn insbesondere
an einen Zeitpunkt des Spendens der Folienhülsen gekoppelt ist. Durch eine derartige
zeitabhängige Steuerung, beispielsweise getriggert durch einen Schaltvorgang im Etikettenspender,
kann die Bewegung der Spreizfinger unabhängig von der Umlaufgeschwindigkeit der Dehneinheiten
mit der Bewegung der Folienhülsen beim Spenden synchronisiert werden. Ebenso ist dadurch
eine Synchronisation der Bewegung der Spreizfinger mit einem Bereitstellen von Unterdruck
und/oder Überdruck an den Spreizfingern möglich. Auch lässt sich die Bewegung der
Spreizfinger entsprechend zeitgesteuert mit einem Schaltvorgang für das Anheben des
Behälters aus den Dehneinheiten synchronisieren.
[0026] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- eine seitliche Ansicht eines an der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehenen Etikettierkarussells;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Dehneinheit;
- Fig. 4
- eine Schrägansicht eines Antriebsabschnitts der erfindungsgemäßen Dehneinheit;
- Fig. 5
- eine Schrägansicht eines wechselbaren Garniturenabschnitts der Dehneinheit von unten;
und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0027] Wie die Fig. 1 erkennen lässt, ist die bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 als Rundläufermaschine ausgelegt. Demnach umfasst die Vorrichtung 1
ein Etikettierkarussell 2 mit umfänglich gleichmäßig an diesem verteilten Dehneinheiten
3 zum Aufnehmen und Aufdehnen flexibler Folienhülsen 4, die von einem feststehenden
Etikettenspender 5 bekannter Bauart von einem Folienschlauch (nicht dargestellt) abgetrennt
und von oben auf die Dehneinheiten 3 geschossen werden. Das Zusammenwirken des Etikettenspenders
5, der Folienhülsen 4 und der Dehneinheiten 3 ist schematisch in der Fig. 6 angedeutet.
In der Fig. 1 ist ferner ein Einlaufbereich E zum Zuführen zu etikettierender Behälter
6 angedeutet sowie ein Auslaufbereich A zum Abtransportieren der mit den Folienhülsen
4 etikettierten Behälter 6.
[0028] Auf dem Etikettierkarussell 2 mitrotierend sind Ventileinheiten 7 angebracht, um
die Dehneinheiten 3 wahlweise mit einer Luftabsaugung oder mit Druckluft zu versorgen.
Die Ventileinheiten 7 umfassen vorzugsweise Venturi-Düsen (nicht dargestellt) oder
dergleichen, um durch Einleiten von Druckluft in die Ventileinheiten 7 an den Venturi-Düsen
einen Unterdruck zur Absaugung an den Dehneinheiten 3 zu erzeugen. Folglich sind die
Ventileinheiten 7 eingangsseitig lediglich mit Druckluft zu versorgen, um ausgangsseitig
wahlweise Druckluft oder Unterdruck für den Betrieb der Dehneinheiten 3 bereitzustellen.
Die Druckluftversorgung erfolgt vorzugsweise über einen zentralen Medienverteiler
des Etikettierkarussells 2. Es versteht sich von selbst, dass die Ventileinheiten
7 eine Schaltstellung aufweisen, in diese die Dehneinheiten 3 weder mit einem Überdruck
noch mit einem Unterdruck versorgen.
[0029] Es könnte eine der Anzahl der Dehneinheiten 3 entsprechende Anzahl an Ventileinheiten
7 vorgesehen sein. Vorteilhaft sind jedoch Ventileinheiten 7 mit mehreren jeweils
einzelnen Dehneinheiten 3 zugeordneten Ventilen oder Ventilgruppen, so dass eine Ventileinheit
7 mehrere Dehneinheiten 3 unabhängig voneinander versorgen kann. Entscheidend ist,
dass die Druckluftzufuhr oder die Unterdruckzufuhr für jede Dehneinheit 3 separat
schaltbar ist. Entsprechend sind die einzelnen Dehneinheiten 3 über separate Druckleitungen
mit den Ventileinheiten 7 verbunden. Letztere werden von einer Steuereinheit 8 angesteuert,
die vorzugsweise in einem Bereich oberhalb des Etikettierkarussells 2 stationär befestigt
ist.
[0030] Den Dehneinheiten 3 ist jeweils eine Entnahmeeinheit 9 zugeordnet, um die etikettierten
Behälter 6 aus den Dehneinheiten 3 zu entnehmen. Die Entnahmeeinheiten 9 können auch
das Aufziehen der Folienhülsen 4 auf die Behälter 6 in einer abschließenden Etikettierphase
unterstützen, beispielsweise durch eine Klemmung der Folienhülsen 4 im Halsbereich
des Behälters 6. Aufbau und Funktionsweise der Entnahmeeinheiten 9 werden insbesondere
aus der Fig. 2 deutlich, die das Etikettierkarussell 2 mit schematisch angedeuteten,
mitrotierenden Montageplattformen 2a bis 2c in einer Schrägansicht zeigt, wobei der
Einfachheit halber nur zwei Dehneinheiten 3 mit den zugeordneten Entnahmeeinheiten
9 in einer identischen Betriebsstellung gezeigt sind.
[0031] Demnach umfassen die Entnahmeeinheiten 9 jeweils eine obere Hubeinrichtung 10, beispielsweise
umfassend eine Gewindespindel 11 und einen Servomotor 12 zum Antreiben der oberen
Hubeinrichtung 10. Die Hubeinrichtung 10 dient jeweils zum Heben und Senken einer
Greifeinrichtung 13, die beispielsweise eine schaltbare Klammer umfasst, um die etikettierten
Behälter 6 in deren Halsbereich und/oder Schulterbereich zu greifen. Es versteht sich
von selbst, dass die Greifeinrichtungen 13 so ausgebildet sind, dass die etikettierten
Behälter 6 in dem Auslaufbereich A an eine geeignete Transporteinrichtung übergeben
werden können. Die Greifeinrichtungen 13 sind vorzugsweise über lediglich schematisch
angedeutete Kurvenrollen 14 und wenigstens eine Steuerkurve 15 schaltbar.
[0032] Unterhalb der Dehneinheiten 3 ist jeweils eine Positioniereinheit 16 vorgesehen,
um die zu etikettierenden Behälter 6 aufzunehmen, geführt anzuheben und von unten
in die Dehneinheiten 3 zu schieben. Zu diesem Zweck ist an den Positioniereinheiten
16 eine vorzugsweise schaltbare Behälterführung 17 vorgesehen sowie eine untere Hubeinrichtung
18, die beispielsweise eine Auflageplatte 19, einen Stößel 20 und eine entlang einer
Steuerkurve 21 laufende Kurvenrolle (nicht dargestellt) zur Betätigung des Stößels
20 umfassen kann.
[0033] Die unteren Hubeinrichtungen 18 sind vorzugsweise so ausgebildet, dass sie die zu
etikettierenden Behälter 6 an deren Boden unterstützen, so dass die Behälter 6 beim
Betätigen der unteren Hubeinrichtungen 18 entlang der jeweils zugeordneten Behälterführungen
17 angeschoben werden können. Diese sind vorzugsweise mit schaltbaren Klammern 17a
versehen, die die Behälter 6 nach der Übergabe an das Etikettierkarussell 2 zunächst
in einer geschlossenen Position fixieren und die Behälter 6 unmittelbar vor Betätigung
der unteren Hubeinrichtungen 18 in vertikaler Richtung freigeben, so dass die Behälter
6 in Richtung der Dehneinheiten 3 angehoben werden können.
[0034] Als Alternative zur gezeigten Kurvensteuerung der Positioniereinheiten 16 wäre ein
Antrieb der unteren Hubeinrichtungen 18 durch separate Servomotoren (nicht dargestellt)
in Analogie zum Antrieb der oberen Hubeinrichtungen 10 denkbar. Die Servomotoren der
unteren Hubeinrichtungen 18 wären in diesem Fall vorzugsweise mittels der Steuereinheit
8 ansteuerbar. Ein Servomotorantrieb der unteren Hubeinrichtungen 18 bietet den Vorteil,
dass deren obere Endposition, und damit die vertikale Position des Behälters 6 beim
Etikettieren in der Dehneinheit 3, mit Hilfe einer geeigneten Ansteuerung flexibel
einstellbar ist. Hierbei lässt sich die vertikale Behälterposition in kleinen Schritten
vorgeben oder bei Bedarf nachjustieren, beispielsweise in Schritten von weniger als
1 mm oder insbesondere von weniger als 0,5 mm. Dies ermöglicht eine Optimierung der
Etikettenposition bezüglich des Behälters 6.
[0035] Die Fig. 3 verdeutlicht den Aufbau der Dehneinheit 3. Demnach umfasst diese eine
Grundplatte 22 zur Befestigung der Dehneinheit 3 am Etikettierkarussell 2. Die Dehneinheit
3 umfasst ferner seitlich, insbesondere radial, verschiebbare Spreizfinger 23 zum
Aufnehmen und Aufdehnen der Folienhülse 4. Zum Ansaugen oder Abstoßen der Folienhülse
4 sind an den Außenseiten der Spreizfinger 23 Öffnungen 24 vorgesehen, die über geeignete
Druckkanäle (nicht dargestellt) in den Spreizfingern 23 und Druckleitungen 25, 26
mit den jeweils zugeordneten Ventileinheiten 7 verbunden sind.
[0036] An den Dehneinheiten 3 ist ferner jeweils wenigstens ein Servomotor 27 vorgesehen,
um die Spreizfinger 23 von einander weg oder aufeinander zu zu schieben. In der Fig.
3 sind die Spreizfinger 23 in einer inneren Aufnahmestellung S1 zur Aufnahme der Folienhülse
4 von dem Etikettenspender 5 dargestellt. Die über die Spreizfinger 23 gestülpte Folienhülse
4 kann durch Auseinanderfahren der Spreizfinger 23 zumindest so weit aufgedehnt werden,
dass ein zu etikettierender Behälter 6 von unten durch die Grundplatte 22 und zwischen
die Spreizfinger 23 geschoben werden kann.
[0037] Die Spreizfinger 23 werden vorzugsweise mit Hilfe einer drehbaren Steuerscheibe 28
mit bogenförmigen Steuernuten 29 verschoben. Die Steuerscheibe 28 ist zu diesem Zweck
mit einem drehbaren Zahnradsegment 30 oder dergleichen verbunden, das mit einem an
dem Servomotor 27 vorgesehenen Zahnrad 27a kämmt. Durch Übertragung der Drehbewegung
des Servomotors 27 auf das Zahnradsegment 30 werden zusätzliche Hebel, Kulissen, Betätigungsarme
und dergleichen für den Antrieb der Steuerscheibe 28 entbehrlich. Dies ermöglicht
sowohl einen Platz sparenden als auch einen exakten Antrieb der Spreizfinger 23.
[0038] Die Servomotoren 27 sind vorzugsweise von der Steuereinheit 8 gesteuert. Diese ermöglicht
eine individuelle Ansteuerung der einzelnen Servomotoren 27, insbesondere unabhängig
von der Drehgeschwindigkeit des Etikettierkarussells 2. Somit ist es möglich, den
zeitlichen Ablauf insbesondere der Spreizbewegung der Spreizfinger 23, beispielsweise
deren Stellgeschwindigkeit, unabhängig von der Geschwindigkeit des Etikettierkarussells
2 und damit der Maschinenleistung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zu optimieren.
Insbesondere ist es möglich, den zeitlichen Ablauf der Spreizbewegung der Spreizfinger
23 mit der Übergabe der Etikettierhülsen 4 von dem Etikettenspender 5 an die Dehneinheiten
3 zu koordinieren. Beispielsweise wird die Geschwindigkeit, mit der die Folienhülsen
4 über die Spreizfinger 23 geschossen werden, von dem Etikettenspender 5 vorgegeben
und ist folglich von der Umlaufgeschwindigkeit des Etikettierkarussells 2 im Wesentlichen
unabhängig. Zudem überlagern sich aus Sicht der Dehneinheiten 3 die horizontale Bewegung
gegenüber dem Etikettenspender 5 und die vertikale Bewegung der Folienhülsen 4. Somit
ist es wünschenswert, die Einschalt- und Ausschaltzeitpunkte sowie die Stellgeschwindigkeit
der Servomotoren 27 in erster Linie an den Zeitpunkt des Aufschie-βens der Folienhülsen
4 und deren Geschwindigkeit möglichst exakt und flexibel anpassen zu können, bei Bedarf
aber auch die jeweilige Umlaufgeschwindigkeit der Dehneinheiten 3 beim Überstülpen
der Folienhülsen 4 zu berücksichtigen.
[0039] Es ist auch denkbar, beim Überstülpen der Folienhülsen 4 unterschiedliche Stellgeschwindigkeiten
und Laufrichtungen des Servomotors 27 zu kombinieren. Beispielsweise ist es denkbar,
die Spreizfinger 23 zunächst auseinander zu fahren, bis diese an die Folienhülsen
4 anstoßen. Anschließend könnten die Spreizfinger 23 über einen vorgegebenen Stellweg
wieder zusammengefahren werden, so dass sich die angestoßene Folienhülse 4 von den
Spreizfingern 23 löst und aus einer ggf. schrägen oder nicht vollständig übergestülpten
Lage in eine korrekte Lage bezüglich der Spreizfinger 23 gebracht wird. Anschließend
könnten die Spreizfinger 23 zum Aufdehnen der Folienhülse 4 bis in eine vorgegebene
äußere Spreizstellung S2 zum Etikettieren auseinander gefahren werden, wie beispielsweise
in Fig. 6 angedeutet. Hierbei wäre es selbstverständlich denkbar, unterschiedliche
Phasen des Aufbringens, des Ausrichtens und des Aufdehnens der Folienhülse 4 zu kombinieren.
Beispielsweise könnten die Spreizfinger 23 mehrmals nacheinander zuerst auseinander
gefahren und dann wieder zusammen gefahren werden, um die Folienhülse in ihre Sollposition
zu rütteln. Ebenso wäre es denkbar, die Spreizfinger 23 zunächst auseinander zu fahren,
für einen vorgegebenen Zeitraum anzuhalten und danach die Spreizbewegung der Spreizfinger
23 fortzusetzen. Auch durch eine derartige Bewegungspause der Spreizfinger 23 könnte
ein Ausrichten der Folienhülse 4 bezüglich der Spreizfinger 23 bewirkt werden. Somit
lässt sich das Überstülpen der Folienhülse 4 durch geeignete Ansteuerung des Servomotors
27 auf vielfältige Weise optimieren.
[0040] Ebenso könnte die innere Aufnahmestellung S1 der Spreizfinger 23, wie beispielsweise
in Fig. 3 gezeigt, an die Eigenschaften der Folienhülse 4 und/oder der Behälter 6
angepasst werden. Dies gilt ebenso für die äußere Spreizposition S2 der Spreizfinger
23 zum Etikettieren der Behälter 6. Beispielsweise könnte die innere Aufnahmestellung
S1 und/oder die äußere Spreizstellung S2 an die Abmessungen und/oder die Elastizität
der Folienhülse 4 angepasst werden. Ebenso ist eine Anpassung an die Abmessung und
die Formgebung der Behälter 6 möglich.
[0041] Wie in der Fig. 3 angedeutet ist, erfolgt die Umsetzung der Drehbewegung des Servomotors
27 und der Steuerscheibe 28 in eine vorzugsweise radiale Spreizbewegung der Spreizfinger
23 mit Hilfe von Steuernuten 29, die vorzugsweise bogenförmig in der Steuerscheibe
28 ausgebildet sind. Wie die Fig. 4 verdeutlicht, sind als Gegenstück für die Steuernuten
29 Radialführungen 31 und Steuernocken oder -rollen 32 vorgesehen, die mit den Spreizfingern
23 fest verbunden sind. Die Radialführungen 31 sind vorzugsweise an einer Führungsplatte
33 zur Radialführung der Spreizfinger 23 vorgesehen. Die Führungsplatte 33 und die
Spreizfinger 23 bilden zusammen eine schnellwechselbare Einheit 34 der Dehneinheit
3 aus, nachfolgend als Garnitureneinheit 34 bezeichnet.
[0042] Zur Verankerung der Garnitureneinheit 34 auf der Montageplatte 22 können beispielsweise
in der Führungsplatte 33 schlüssellochförmige Arretierungsausnehmungen 35 vorgesehen
sein, sowie an der Grundplatte 22 korrespondierende Pilzzapfen 36, wie beispielhaft
in der Fig. 5 dargestellt. Die Pilzzapfen 36 können durch die Arretierungsöffnungen
35 geschoben und die Führungsscheibe 33 durch Verdrehen auf der Grundplatte 22 in
bekannter Weise arretiert werden. Es versteht sich von selbst, dass die Arretierungsöffnungen
35 auch an der Grundplatte 22 und die Pilzzapfen 36 an der Führungsscheibe 33 vorgesehen
sein könnten. Ebenso wären andere Schnellverschlussmechanismen denkbar. Entscheidend
hierbei ist, dass der Antrieb der Spreizfinger 23, insbesondere der Servomotor 27
und die Steuerscheibe 28, fest mit dem Etikettierkarussell 2 verbunden oder gelagert
ist, wohingegen die Spreizfinger 23 und die Führungsplatte 33 als wechselbare und
damit flexibel austauschbare Garnitureneinheit 34 ausgeführt werden. Dies ermöglicht
eine ökonomische und zeitsparende Anpassung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 an
unterschiedliche Folienhülsen 4 und/oder Behälter 6. Wie die Fig. 3 ferner verdeutlicht,
sind die Druckleitungen 25 für die einzelnen Spreizfinger 23 vorzugsweise ebenfalls
als Bestandteil der Garnitureneinheit 34 ausgebildet, so dass lediglich die gemeinsame
Druckleitung 26 zum Anschluss der Dehneinheit 3 an die Ventileinheiten 7 bei einem
Wechsel der Garnitureneinheiten 34 angeschlossen werden muss.
[0043] Wie die Fig. 5 ferner verdeutlicht, ist in der Dehneinheit 3 eine zentrale Ausnehmung
37 vorgesehen, durch die der zu etikettierende Behälter 6 in die Dehneinheit 3 gehoben
werden kann. Durch die zentrale Ausnehmung 37 und den von den Spreizfingern 23 in
deren äußerer Spreizstellung S2 umgrenzten Bereich ist ein in der Fig. 6 angedeuteter
Behälterbereich 40 für die Aufnahme der zu etikettierenden Behälter 6 definiert. Anders
gesagt, umfasst der Behälterbereich 40 der Dehneinheit 3 einen Bereich innerhalb der
gespreizten Spreizfinger 23 und der von den Spreizfingern 23 gehaltenen Folienhülse
4. Folglich sind die Spreizfinger 23 in ihrer Spreizstellung S2 um den Behälterbereich
40 herum angeordnet.
[0044] Das Zusammenwirken der Dehneinheit 3, der Folienhülse 4 und des Behälters 6 beim
Etikettieren des Behälters 6 wird nachfolgend anhand der Positionen I bis X der Fig.
6 erläutert, die jeweils einen schematischen Teilschnitt durch einen umfänglichen
Bereich des Etikettierkarussells 2 mit einer Dehneinheit 3 zeigen. Die Dehneinheit
3 bewegt sich dabei auf den Betrachter zu. Die Positionen I bis X entsprechen unterschiedlichen
Winkelpositionen der Dehneinheit 3 während einer Umdrehung des Etikettierkarussells
2. Der Einfachheit halber sind lediglich zwei Spreizfinger 23 schematisch angedeutet.
[0045] Die Position I der Fig. 6 zeigt das Aufschießen einer Folienhülse 4 auf die Dehneinheit
3 mit Hilfe des feststehenden Etikettenspenders 5, an dem vier Transportrollen 5a
für den Vorschub der Folienhülse 4 angedeutet sind. Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 ist hierbei so zu verstehen, dass ein kontinuierlicher Strom zu etikettierender
Behälter 6, wie beispielsweise Getränkeflaschen, insbesondere aus PET, an das sich
drehende Etikettierkarussell 2 übergeben wird. Die Folienhülsen 4 werden vorzugsweise
als Schlauch von einer Vorratsrolle abgerollt und von diesem im Etikettenspender 5
in der gewünschten Länge abgetrennt. Derartige Etikettenspender 5 sind aus dem Stand
der Technik bekannt und daher nicht näher erläutert. In der Position I sind ebenso
die noch unbestückte Positioniereinheit 16 und die Entnahmeeinheit 9 mit der Haltevorrichtung
13 angedeutet.
[0046] Die Position II der Fig. 6 verdeutlicht einen Zustand, in dem die Folienhülse 4 bereits
über die Spreizfinger 23 gestülpt ist. Die Spreizfinger 23 befinden sich hierbei noch
in der inneren Aufnahmestellung S1. Ein zu etikettierender Behälter 6 wird von einer
durch eine Klammer symbolisierte Zuführeinrichtung 41 auf die Positioniereinrichtung
16 gesetzt.
[0047] Die Position III der Fig. 6 zeigt einen Zustand, in dem die Spreizfinger 23 in einer
Zwischenstellung zwischen der inneren Aufnahmestellung S1 und der äußeren Spreizstellung
S2 sind. Der zu etikettierende Behälter 6 wird von der Führungseinrichtung 17 übernommen
und zunächst unter der Dehneinheit 3 an dem Etikettierkarussell 2 fixiert.
[0048] Die Position IV der Fig. 6 zeigt einen Zustand, in dem die Spreizfinger 23 die äußere
Spreizstellung S2 um den Behälterbereich 40 der Dehneinheit 3 herum erreicht haben,
so dass die Führungseinrichtung 17 den Behälter 6 in vertikaler Richtung freigeben
kann. Obwohl der Behälter 6 in der Position IV in einer noch nicht angehobenen Stellung
gezeigt ist, könnte der Behälter 6 bereits während des Aufspreizens der Spreizfinger
23 angehoben werden, solange der Behälter 6 nicht mit diesen kollidiert. Die Spreizfinger
23 werden vorzugsweise nach dem Erreichen der äußeren Spreizstellung S2 mit Unterdruck
versorgt (nicht dargestellt), um die Folienhülse 4 an den Spreizfingern 23 in einer
gewünschten Etikettierposition fixieren.
[0049] Die Position V der Fig. 6 zeigt einen Zustand nach Freigabe der Behälterführung 17,
in dem der zu etikettierende Behälter 6 mit Hilfe der Positioniereinrichtung 16 bereits
bis in einen Bereich unmittelbar unterhalb der Spreizfinger 23 angehoben worden ist.
[0050] Der Behälter 6 wird mit der Positioniereinheit 16 durch die Ausnehmung 37 der Dehneinheit
3 weiter bis in den Behälterbereich 40 angehoben, bis eine vorgegebene Etikettierposition
des Behälters 6, insbesondere seiner zu etikettierenden Mantelfläche 6a, bezüglich
der Folienhülse 4 erreicht ist. Ein derartiger Zustand ist in der Position VI der
Fig. 6 dargestellt. Hierbei ist die Relativposition des Behälters 6 zur Folienhülse
4 lediglich beispielhaft. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 ließen sich beliebige
Mantelflächenbereiche des Behälters 6 etikettieren. Nach der korrekten vertikalen
Positionierung des Behälters 6 bezüglich der Folienhülse 4 können die Spreizfinger
23 aus der äußeren Spreizposition S2 wieder zusammengefahren werden. Ein derartiger
Zustand ist in der Position VII der Fig. 6 angedeutet. Hierbei wird zur Stabilisierung
der Position der Folienhülse 4 auf den Spreizfingern 23 vorzugsweise der Unterdruck
beibehalten. Die Spreizfinger 23 werden vorzugsweise soweit zusammengefahren, dass
Bereiche der Folienhülse 4 zwischen den Spreizfingern 23 die Mantelfläche 6a des zu
etikettierenden Behälters 6 berühren, dieser sich jedoch noch zwischen den Spreizfingern
23 nach oben ziehen lässt. Die Greifvorrichtung 13 der Entnahmeeinheit 9 wurde hierbei
bereits um den Hals des Behälters 6 geschlossen, so dass der Behälter 6 durch Hub
der Entnahmeeinheit 9 nach oben aus dem Behälterbereich 40 der Dehneinheit 3 gezogen
werden kann. Vorzugsweise wird mit dem Beginn des Anhebens des Behälters 6 aus dem
Behälterbereich 40 der Unterdruck an den Spreizfingern 23 unterbrochen. Ferner werden
die Ventileinheiten 7 derart geschaltet, dass die Spreizfinger zur Unterstützung der
Behälterentnahme mit Druckluft versorgt werden. Hierdurch kann ein Luftkissen zwischen
den Spreizfingern 23 und der Folienhülse 4 erzeugt werden, um die Reibung zwischen
den Spreizfingern 23 und der Folienhülse 4 beim Entnehmen des Behälters 6 zu reduzieren.
Vorzugsweise wird bei der Übergabe der Folienhülse 4 von den Spreizfingern 23 auf
den Behälter 6 zwischen der Folienhülse 4 und den Behälter 6 eine größere Haftreibung
erzielt als zwischen den Spreizfingern 23 und der Folienhülse 4. Die Folienhülse 4
kann jedoch auch von der Haltevorrichtung 13 an dem Behälter 6 festgeklemmt werden,
so dass sich die Folienhülse 4 beim Anheben der Haltevorrichtung 13 mit dem Behälter
6 von den Spreizfingern 23 löst.
[0051] Wie die Position VIII der Fig. 6 verdeutlicht, erfolgt dadurch die Etikettierung
des Behälters 6 mit der Folienhülse 4, so dass der Behälter 6 mit Hilfe der Entnahmevorrichtung
9 aus dem Behälterbereich 40 zwischen den Spreizfingern 23 gehoben werden kann. Wie
in der Position VIII ferner angedeutet ist, können die Spreizfinger 23 dabei bereits
wieder zusammengefahren werden und die Positioniereinrichtung 16 nach unten fahren.
[0052] In der Position IX der Fig. 6 ist ein Zustand bei der Übergabe des etikettierten
Behälters 6 an eine durch eine Klammer symbolisierte Entnahmeeinheit 42 dargestellt.
Die Spreizfinger haben bereits wieder ihre innere Aufnahmeposition S1 erreicht.
[0053] Die Position X der Fig. 6 zeigt einen Zustand, in dem auch die Positioniereinheit
16 in ihre ursprüngliche untere Endposition zur Aufnahme des nächsten Behälters 6
erreicht hat, so dass sich an ein geeignetes Absenken der Halteeinrichtung 13 die
Position I der Fig. 6 anschließen könnte.
[0054] Die Position I lässt diesbezüglich erkennen, dass die Halteeinrichtung 13 gegebenenfalls
sehr eng an dem Etikettenspender 5 vorbei geführt werden muss. Dies kann die Anpassung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 an unterschiedliche Behältergrößen und Folientypen
stark einschränken. Dieses Problem ließe sich beispielsweise mit einer optionalen
Variante beheben, bei der die Dehneinheiten 3 jeweils radial verschiebbar gelagert
sind und nur in einem Bereich des Etikettenspenders 5 nach außen gefahren werden,
wie durch den Pfeil R angedeutet. Die Umlaufbahn der Spreizfinger 23 würde in diesem
Abschnitt dann von einer Kreisbahn abweichen. Der Etikettenspender 5 könnte somit
unter einem entsprechend vergrößerten Abstand zu den Halteeinrichtungen 13 nach außen
versetzt angeordnet werden, um die Dehneinheiten 3 unter dem Etikettenspender 5 mit
vergrößertem radialen Abstand hindurch zu führen. Die radiale Verstellung der Dehneinheiten
3 könnte beispielsweise mit Hilfe separater Servomotoren erfolgen. Denkbar wäre aber
auch eine entsprechende Kurvensteuerung. Eine radiale Verstellung der Dehneinheiten
3 über einen umfänglichen Teilabschnitt der Umlaufbahn ließe sich gerade mit dem beschriebenen
Servomotorantrieb der Spreizfinger 23 besonders vorteilhaft kombinieren, da eine komplexe
Überlagerung mehrerer Kurvensteuerungen dann nicht erforderlich wäre.
[0055] Durch geeignete Ansteuerung der Servomotoren 27 der Dehneinheiten 3 kann das Bereitstellen
der Folienhülsen 4 an den Dehneinheiten 3 optimiert werden kann. Besondere Vorteile
ergeben sich aus der koordinierten Ansteuerung der Servomotoren 27 der Dehneinheiten
23 und der Ventileinheiten 7, insbesondere auch bezüglich des Zuschaltzeitpunkts des
Unterdrucks. Dadurch lässt sich gewährleisten, dass die Folienhülse 4 korrekt bezüglich
der Spreizfinger 23 positioniert und an diesen in der korrekten Position fixiert wird.
Ebenso ergeben sich besondere Vorteile daraus, dass der Einschaltzeitpunkt des Überdrucks
mit dem Beginn der Hubbewegung der Entnahmeeinheit 9 koordiniert wird. Dies lässt
sich durch eine koordinierte Ansteuerung der Servomotoren 12 der Entnahmeeinheiten
9 und der Ventileinheiten 7 erzielen. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, dass die
koordinierte Ansteuerung der Servomotoren 12, 27 und der Ventileinheiten 7 unabhängig
von der Rotationsgeschwindigkeit und damit der Maschinenleistung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 erfolgen kann.
[0056] Außerdem lassen sich die Ansteuerung der Servomotoren 27 der Dehneinheiten 3, der
Servomotoren 12 der Entnahmeeinheiten 9 und/oder der Ventileinheiten 7 nahezu beliebig
durch Programmierung an sich ändernde Anforderungen anpassen. Beispielweise ist es
möglich, die entsprechenden Steuerparameter an unterschiedliche Etikettentypen anzupassen.
Die für die Etikettierung der Behälter 6 eingesetzten Folienhülsen 4 könnten sich
beispielsweise bezüglich der Dehnbarkeit der Folienhülsen 4 und/oder der bei der Dehnung
auftretenden Kräfte unterscheiden. Die Folienhülsen können beispielsweise ein elastisches
Dehnvermögen von mindestens 50% aufweisen. Die Folienhülsen 4 sind vorzugsweise Etiketten,
könnten jedoch auch zu einem anderen Zweck auf den Behältern 6 angebracht werden.
[0057] Weitere Vorteile ergeben sich daraus, dass die Spreizfinger 23 als Bestandteil einer
wechselbaren Garnitureneinheit 34 der Dehneinheiten 3 ausgeführt werden können. Dadurch
lässt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 mit vergleichsweise geringem materiellem
Aufwand an unterschiedliche Etiketten und Behältertypen anpassen. Zu diesem Zweck
könnten die Spreizfinger 23 auch mit wechselbaren Anpassstücken 43 versehen sein,
die in der Position X der Fig. 6 lediglich zum besseren Verständnis gestrichelt angedeutet
sind. Vorzugsweise sind die Anpassstücke 43 als Adapter auf der Außenseite der Spreizfinger
23 vorgesehen. Die Anpassstücke 43 könnten für einen einfachen Wechsel durch Aufstecken
und/oder Anklipsen an den Spreizfingern 23 befestigt sein. Die Anpassstücke 43 unterscheiden
sich, wie in der Fig. 6 angedeutet, vorzugsweise in der Länge von den Spreizfingern
23. An den Anpassstücken 43 könnten bei Bedarf von den Spreizfingern 23 abweichende
Oberflächenstrukturen, beispielsweise Riffelungen, vorgesehen sein. Ebenso wäre es
möglich, die Luftöffnungen 24 der Spreizfinger 23 mit Hilfe geeigneter Kanäle in den
Anpassstücken 43 zu verlängern. Die Anpassstücke 43 dienen jedoch insbesondere dazu,
die Länge der Spreizfinger an kürzere Folienhülsen 4 anzupassen, ohne die Garnitureneinheit
34 tauschen zu müssen. Die Anpassstücke 43 ermöglichen somit eine Anpassung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 auf besonders ökonomische Weise.
[0058] Ebenso denkbar wäre die Verwendung zusätzlicher Führungsbleche 44 oder dergleichen
im Bereich der Dehneinheiten 3. Ein derartiges Führungsblech 44 ist der Einfachheit
halber in der Position IX der Fig. 6 lediglich schematisch angedeutet. Generell könnten
derartige Führungsbleche 44 dazu dienen, die Folienhülse 4 beim Überstülpen über die
Spreizfinger 23 in einer bestimmten Lage zu stabilisieren, beispielsweise in einer
bestimmten Drehlage. Es versteht sich hierbei von selbst, dass die Führungsbleche
44 in diesem Fall so angeordnet sein müssen, dass sie mit den Spreizfingern 23 nicht
kollidieren. Beispielsweise könnten die Führungsbleche 44 zu diesem Zweck in Bereichen
zwischen den Spreizfingern 23 angeordnet sein. Hierbei kann es ausreichend sein, die
Führungsbleche 44 nicht vollumfänglich um den Behälterbereich 40 der Dehneinheiten
3 auszubilden, sondern lediglich in umfänglichen Teilebereichen.
1. Vorrichtung (1) zum Anbringen elastischer Folienhülsen (4) auf Behältern (6), mit
mehreren umlaufenden Dehneinheiten (3) zum Aufnehmen und Aufdehnen der Folienhülsen
derart, dass die Behälter in die Folienhülsen geschoben werden können,
wobei die Dehneinheiten jeweils einen Behälterbereich (40) zur Aufnahme eines Behälters
umfassen sowie mehrere umfänglich um den Behälterbereich verteilte und zum Aufdehnen
der Folienhülsen voneinander weg bewegliche Spreizfinger (23),
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Erzeugung wenigstens einer Relativbewegung von Folienhülse und Behälter zueinander
in radialer und / oder axialer Richtung wenigstens ein servomotorischer Antrieb pro
Dehneinheit (3) vorgesehen ist, insbesondere die Dehneinheiten wenigstens einen Servomotor
(27) zum Antreiben der Spreizfinger umfassen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, ferner mit einer Steuereinrichtung (8) zum Ansteuern
des wenigstens einen Servomotors (27), derart dass die Spreizfinger (23) zwischen
einer inneren Aufnahmestellung (S1) zum Aufnehmen der Folienhülsen (4) und einer äußeren
Spreizstellung (S2) zum Aufdehnen der Folienhülsen (4) verstellt werden, wobei insbesondere
die innere Aufnahmestellung und/oder die äußere Spreizstellung mit Hilfe der Steuereinrichtung
einstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, ferner mit einer Steuereinrichtung (8) zum Ansteuern
des wenigstens einen Servomotors (27), derart dass wenigstens ein Einschaltzeitpunkt
und/oder eine Stellgeschwindigkeit des wenigstens einen Servomotors mit Hilfe der
Steuereinrichtung einstellbar ist, insbesondere um die Spreizfinger (23) voneinander
weg zu bewegen.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit unterhalb der
Dehneinheiten (3) umlaufenden Positioniereinheiten (16) zum Positionieren der Behälter
(6) in den Behälterbereichen (40), wobei die Positioniereinheiten insbesondere jeweils
mittels Servomotor angetriebene Hubeinrichtungen (18) zum Anheben der Behälter in
die Behälterbereiche umfassen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei eine obere Endposition der Positioniereinheiten
(16) zum Ausrichten der Behälter (6) bezüglich der Etikettenhülsen (4) einstellbar
ist, insbesondere in Schritten von nicht mehr als 1 mm.
6. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit oberhalb der Dehneinheiten
(3) umlaufenden Entnahmeeinheiten (9) zum Entnehmen der Behälter (6) aus den Behälterbereichen
(40), wobei die Entnahmeeinheiten insbesondere jeweils mittels Servomotor (12) angetriebene
Hubeinrichtungen (10) zum Anheben der Behälter aus den Behälterbereichen umfassen.
7. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit umlaufenden Ventileinheiten
(7) zum abwechselnden Hinzuschalten eines Unterdrucks oder eines Überdrucks an den
Spreizfingern (23), um die Folienhülsen (4) anzusaugen oder von den Spreizfingern
abzustoßen, wobei die Ventileinheiten ausgebildet sind, die Dehneinheiten (3) unabhängig
voneinander mit dem Unterdruck oder dem Überdruck zu versorgen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, wobei Schaltzeitpunkte des Überdrucks und/oder des Unterdrucks
einstellbar sind, und insbesondere ein Zuschaltzeitpunkt des Unterdrucks mit der Ansteuerung
des Servomotors (27) der zugeordneten Dehneinheit (3) synchronisierbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 und 8, wobei ein Zuschaltzeitpunkt des Überdrucks mit
den Entnahmeeinheiten (9) synchronisierbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei die Ventileinheiten (7) Venturidüsen
zum Erzeugen des Unterdrucks umfassen.
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, ferner mit wenigstens einem
Etikettenspender (5) zum Bestücken der Dehneinheiten (3) mit den Folienhülsen (4).
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei an den Dehneinheiten
(3) jeweils ein wechselbarer Garniturenabschnitt (34) vorgesehen ist, der wenigstens
die Spreizfinger (23) und eine Führungsplatte (33) zur Führung der Spreizfinger umfasst.
13. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei an den Außenseiten
der Spreizfinger (23) wechselbare Anpassstücke (43) vorgesehen sind, insbesondere
zum Anpassen der Spreizfinger an Folienhülsen (4) einer vorgegebenen Länge.
14. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei an den Dehneinheiten
(3) Führungsbleche (44) oder dergleichen vorgesehen sind, um einem Verdrehen der Folienhülsen
(4) gegenüber den Dehneinheiten entgegen zu wirken.
15. Verfahren zum Anbringen elastischer Folienhülsen auf Behältern mit der Vorrichtung
nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, umfassend die folgenden Schritte:
a) Aufnehmen der Folienhülsen mit den Dehneinheiten;
b) Aufdehnen der Folienhülsen, derart dass die Behälter in die Folienhülsen geschoben
werden können; und
c) Einschieben der Behälter in die Folienhülsen, wobei das Aufdehnen der Folienhülsen
und / oder die axiale Relativbewegung von Behälter und Folienhülse bevorzugt zeitkonstant
erfolgt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, wobei der Schritt a) einen Ausrichtschritt a1) umfasst,
in dem die Spreizfinger wenigstens einmal voneinander weg und wieder aufeinander zu
bewegt werden, um die Lage der Folienhülsen bezüglich der Spreizfinger auszurichten.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, wobei die Spreizfinger (23) in wenigstens einem
der Schritte a) bis c) in Abhängigkeit von einem einstellbaren Zeitintervall bewegt
werden, dessen Beginn insbesondere an einen Zeitpunkt des Spendens der Folienhülsen
gekoppelt ist.