| (19) |
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(11) |
EP 2 476 801 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.09.2015 Patentblatt 2015/36 |
| (22) |
Anmeldetag: 15.05.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Kombiniertes Seil aus Kunststofffasern und Stahldrahtlitzen sowie kombinierte Litze
aus Kunststofffasern und Stahldrähten
Combined rope made of artificial fibres and steel wire strands and combined strand
of artificial fibres and steel wires
Corde combinée en fibres de matière synthétique et cordes d'acier ainsi que cordon
combiné composé de fibres de matière synthétique et de fils d'acier
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
18.05.2007 DE 102007023710 22.05.2007 DE 102007024020
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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18.07.2012 Patentblatt 2012/29 |
| (62) |
Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ: |
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08758077.5 / 2165017 |
| (73) |
Patentinhaber: Casar Drahtseilwerk Saar GmbH |
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66459 Kirkel (DE) |
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Erfinder: |
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- Ridge, Isabel
Didcot, Oxfordshire OX11 9BG (GB)
- O'Hear, Nicholas
2871 NA Schoonhoven (NL)
- Grabandt, Otto
1391 RT Abcoude (NL)
- Das, Cornelis Adrianus
7003 BW Doetinchem (NL)
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| (74) |
Vertreter: Bernhardt, Reinhold |
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Patentanwälte Bernhardt/Wolff
Partnerschaft
Europaallee 17 66113 Saarbrücken 66113 Saarbrücken (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 083 254 DE-A1- 1 510 065 GB-A- 1 557 391 US-A- 5 582 911 US-B1- 6 563 054
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WO-A-00/50687 DE-A1- 2 911 753 GB-A- 2 269 400 US-A1- 2006 137 896
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- MCKENNA,, H.A.; HEARLE, J.W.S.; O'HEAR, N.: "Handbook of fibre rope technology", 2004,
WOODHEAD PUBLISHING LTD, BOCA RATON, XP002499746, ISBN: 1 85573 606 3 * Seite 47 -
Seite 51 * * Seite 77 - Seite 79 * * Seite 95 - Seite 99 * * Seite 212 *
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Seil mit einem Kernseil mit hochfesten Kunststofffasern
und einer Außenlage aus Stahldrahtlitzen, wobei das Kernseil von einer Ummantelung,
die zusätzlich zu einer Außenlage vorgesehen ist, eingeschlossen ist.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine kombinierte Litze mit einer Kernlitze mit hochfesten
Kunststofffasern und einer Außenlage aus Stahldrähten, wobei die Kernlitze von einer
Ummantelung, die zusätzlich zu der Außenlage vorgesehen ist, eingeschlossen ist.
[0003] Ein kombiniertes Seil und eine kombinierte Litze der eingangs genannten Art gehen
aus der
US 6,563,054 B1 hervor. Die Kunststofffasern des Kernseil bzw. der Kernlitze erstrecken sich parallel
zueinander in Längsrichtung des Seils bzw. der Litze und werden durch eine verformbare
Ummantelung aus thermoplastischem Material zusammengehalten. Die Außenlage ist aus
Stahldrahtlitzen bzw. Stahldrähten gebildet.
[0004] Ein weiteres kombiniertes Seil und eine weitere kombinierte Litze sind aus der
GB 1 557 391 A bekannt. Auf einem aus Aramidfasern gebildeten Kernseil liegt unmittelbar das eine
Außenlage aus Stahldrahtlitzen bzw. Stahldrähten auf.
[0005] Die
US 2006/0137896 A1 beschreibt eine Aufzugsgurtanordnung, die eine Mehrzahl von gedehnten Strängen aufweist
und eine über den gedehnten Strängen angeordneten Mantel umfasst, der die Stränge
in dem gedehnten Zustand hält.
[0006] Aus der
EP 1 083 254 A2 geht eine Schnur zur Betätigung von Fensterblenden hervor, deren Geflecht aus Garnen
unter Zugspannung hergestellt wird und mit einer Ummantelung aus Polyurethan, die
gehärtet wird, versehen wird.
[0007] Ein weiteres kombiniertes Seil ist aus der
US 4,887,422 bekannt. Das Seil weist eine Ummantelung eines Kernseils auf, die aufextrudiert oder
aufgewickelt ist.
[0008] Ferner sind, insbesondere zu Sportzwecken, durch Benutzung Seile mit einer die Kunststofffasern
schützenden Umflechtung bekannt.
[0009] Vorteil der hochfesten Kunststofffasern ist sowohl in den selbständigen Seilen als
auch in den kombinierten Seilen sowie Litzen ihr geringes Gewicht und Volumen im Vergleich
zu ihrer Festigkeit.
[0010] Dieser Vorteil wirkt sich besonders aus bei Seilen großer Länge für hängenden Einsatz,
wie Förderseile im Bergbau oder Tiefseeseile. Denn bei einem solchen Einsatz beansprucht
das Gewicht eines reinen Drahtseils schon selbst einen großen Teil seiner Tragfähigkeit;
die Nutzlast ist entsprechend beschränkt.
[0011] Vorteil des kombinierten Seils gegenüber dem reinen Kunststoffseil ist seine wesentlich
geringere Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Störeinflüssen. Außerdem kann man
an den sichtbaren Drahtbrüchen die Ablegereife eines Drahtseils rechtzeitig erkennen.
[0012] Während die Bruchfestigkeit der hochfesten Kunststofffasern, z.B. Aramid Copolymer
3470 N/mm
2, Aramid HM (High Modulus) 2850 N/mm
2, Aramid HS (High Strenth) 3350 N/mm
2, Aramid SMS (Standard Modulus) 2850 N/mm
2, HMPE 3400 N/mm
2 und Liquid Crystal Polyester 2800 N/mm
2, diejenige von Stahldraht, z.B. 1770 N/mm
2, übersteigt und so an sich zur Tragfähigkeit eines kombinierten Seiles entscheidend
beitragen kann, unterscheiden sich jedoch die Dehnungen in so hohem Maße, dass unter
den bekannten Seilkonstruktionen kaum ein Seilaufbau zu finden ist, bei dem das Kernseil
aus Kunststoff einen wesentlichen Anteil der Lastaufnahme übernehmen kann. Die Elastizitätsmoduln
der vorstehenden Fasermaterialien betragen 73, 120, 60, 60, 85 bzw. 65 GPa gegenüber
durchschnittlich 200 GPa von Stahldrähten. Vor allem kommt hinzu, dass die eigentliche
Lastaufnahme der Kunststofffasern mit einer Verzögerung einsetzt, weil sich die Monofilbündel
bei jeder Belastung erst "setzen", d.h. eine endgültige räumliche Zuordnung unter
Bildung eines stabilen Bündelquerschnitts finden müssen.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kombiniertes Seil bzw. eine kombinierte
Litze der eingangs genannten Art zuschaffen, dessen bzw. der Kunststofffasern eine
Anordnung aufweisen, die von einer parallelen Ausrichtung in Längsrichtung des Seils
bzw. der Litze abweicht, und in dem das Kernseil bzw. die Kernlitze eine große effektive
Tragfähigkeit aufweist.
[0014] Gemäß der Erfindung wird dieser Zweck betreffend das kombinierte Seil bzw. betreffend
die kombinierte Litze der eingangs genannten Art dadurch erfüllt, dass die Kernlitze
als ein einziges verdrilltes Monofilbündel oder eine Mehrzahl von Monofilbündeln vorliegt
und das bzw. die Monofilbündel unter Durchmesserverringerung gedehnt und in diesem
Zustand durch die Ummantelung gehalten ist bzw. sind.
[0015] Die Ummantelung fixiert gleich einem Korsett den bei dem genannten Dehnen angenommenen
Querschnitt des Monofilbündels.
[0016] Ist das bzw. sin die Monofilbündel derart weit gedehnt, dass die Kunststofffasern
ihre endgültige räumliche Zuordnung unter Bildung eines stabilen Bündelquerschnitts
gefunden haben, ist der Vorgang des "Setzens" vor und am Anfang der Lastaufnahmen
mindestens weitgehend eliminiert, er ist ein für alle Mal abgeschlossen. Die normale
Lastaufnahme unter elastischer Dehnung der Kunststofffasern nach dem Hookeschen Gesetz
kann sofort einsetzen.
[0017] In dem kombinierten Seil ist das Dehnverhalten des Kernseiles damit demjenigen der
Stahldrahtlage angenähert.
[0018] Ein selbständiges Seil hat bei gleicher Tragfähigkeit einen beispielsweise um 10%
verringerten Durchmesser, d.h. eine größere Tragfähigkeit auf den Durchmesser bezogen.
[0019] Als eine Variante und eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung wird
vorgeschlagen, das Dehnverhalten der Stahldrahtlage eines kombinierten Seiles demjenigen
des Kernseiles aus Kunststofffasern anzunähern, indem die Stahldrahtlage der Umkehrversion
der am Kernseil getroffenen Erfindungsmaßnahme unterworfen wird: Sie soll sich unter
Last dehnen können und einen dies ermöglichenden veränderbaren Querschnitt erhalten.
Die konkrete Erfindungsmaßnahme besteht bei dieser Version darin, dass das Seil eine
Zwischenlage aus einem elastischen Kunststoff aufweist, in den die Drahtlitzen mit
einem Abstand von einander eingedrückt sind, derart, dass sich die Außenlage unter
Last dehnt und radial zusammenzieht.
Die elastische Nachgiebigkeit der Zwischenlage und der Abstand der Drahtlitzen voneinander
erlauben es, die von den Litzen beschriebenen Schraubenlinien unter Vergrößerung ihrer
Steigung in die Länge zu ziehen, wobei sich ihr Durchmesser und dementsprechend der
Litzenabstand verringert.
Infolge der Elastizität des Kunststoffs ist der Vorgang bei Entlastung reversibel,
der gewünschte Effekt also bei jeder neuen Lastaufnahme vorhanden.
[0020] Die Vorteile der ersteren Version und der Umkehrversion der Erfindung können jeweils
einzeln, mit größtem Erfolg aber zusammen genutzt werden.
[0021] Analog zu dem kombinierten Seil kann eine kombinierte Litze geschaffen werden. An
der Stelle des Kerndrahtes der Litze steht dann ein ebenso wie das Kernseil der Litze
ausgestaltetes, aber entsprechend dünneres Seil. (Die Bezeichnung "Seil" umfasst Stränge
aus Monofilbündeln unabhängig vom Aufbau.)
[0022] Als die genannte Ummantelung besonders geeignet ist eine Umflechtung. In einer Fleehtmaschlne
können die Monofilbündel einfach gedehnt werden, indem sie am Ausgang der Maschine
z.B. durch ein Rollenpaar für ihre Fortbewegung angetrieben werden und am Eingang
der Maschine z.B. mittels eines gebremsten Rollenpaares zurückgehalten werden, und
die Umflechtung kann mit einer Vorspannung ausgeführt werden. An eine Umwickelung
ist jedoch ebenfalls zu denken.
Die Dehnung kann ggf. auch durch die Querschnittsverringerung bewirkt werden.
[0023] Die genannte Zwischenlage wird in der Regel, wie im Stande der Technik verbreitet,
aufextrudiert werden, ggf. auf die genannte Ummantelung. Eine Vereinheitlichung der
Ummantelung und der Zwischenlage wäre insofern schwierig, als beide verschiedenen
Zwecken dienen und dementsprechend unterschiedliche Eigenschaften haben müssen. Die
Ummantelung sollte möglichst unnachgiebig, die Zwischenlage weich sein. Für die Zwischenlage
kommt auch Schaumkunststoff in Betracht.
Geeignete Materialien für die Ummantelung sind z.B. Polyesterfasern , geeignete Materialien
für die Zwischenlage sind Polyurethane, Polyester, Polyolefine und Polyamide.
[0024] Als eine besonders vorteilhafte Anwendung eines erfindungsgemäßen Kernseils sei schließlich
ein kombiniertes Seil erwähnt für einen hängenden Einsatz über eine große Höhendifferenz,
insbesondere mit einem gegen Drehung gehaltenen unteren Ende, insbesondere ein Förderkorbseil,
Tiefseeseil oder Seilbahnseil, das durch Schlaglängenänderung über die Seillänge gekennzeichnet
ist, derart, dass das lastspezifische Drehmoment des Drahtseils nach oben abnimmt.
[0025] Ein Drahtseil dieses Aufbaues ist bekannt aus der
DE 36 32 298. Zweckmäßigerweise ist bei einem solchen Drahtseil die Abnahme des lastspezifischen
Drehmoments solchermaßen bemessen, dass sie die Zunahme des Eigengewichts des Drahtseils
nach oben in der Auswirkung auf das Drehmoment im Wesentlichen ausgleicht. Vorzugsweise
nimmt im Falle eines solchen nur eine Lilzenlage aufweisenden Drahtseils die Schlaglänge
der Litzenlage nach oben zu. Zweckmäßigerweise nimmt im Falle eines solchen eine Mehrzahl
von Litzenlagen gleicher Schlagrichtung aufweisenden Drahtseils die Schlaglänge mindestens
der äußeren Litzenlage, vorzugsweise auch diejenige der Inneren bzw. der nöchstinneren
Litzenlage, nach oben zu. Ferner kann vorgesehen sein, das Im Falle eines solchen
eine Mehrzahl von Litzenlagen verschiedener Schlagrichtungen aufweisenden Drahtseils
die Schlaglänge der äußeren, mit umgekehrter Schlagrichtung wie die innere bzw. die
nächstinnere Litzenlage verseilten, Litzenlage nach oben abnimmt und/oder die Schlaglänge
der inneren Litzenlage(n) nach oben zunimmt. Zweckmäßigerweise nimmt im Falle eines
solchen eine Mehrzahl von Litzenlagen verschiedener Schlagrichtungen aufweisenden
Drahtseils die Schlaglänge der Drahtlagen in den Litzen der äußeren, mit umgekehrter
Schlagrichtung wie die nächslinnere Litzenlage verseilten, Litzenlage nach oben ab
und/oder in den Litzen der inneren Lilzenlage(n) zu, wobei vorzugsweise die spezifische
Lastaufnahme im Sellquerschnitt am oberen Seilende etwa gleichmäßig ist. Ferner kann
bei einem solchen Drahtseil die Schlaglängenänderung in Shufen vorgenommen sein.
[0026] Mit der genannten Schlaglängenänderung können durch das Seilgewicht bedingte Verdrehungen
innerhalb der Seilstruktur vermieden werden, insbesondere weitere Verdrillungen der
Litzenlage im unteren Bereich des Seiles, die das Seil dort zu verkürzen suchen und
damit der Lastaufnahme des Kernseils entgegenwirken würden.
[0027] Im folgenden sei die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert.
- Fig. 1
- ist ein Last-Dehnungs-Diagramm verschiedener Materialien,
- Fig. 2
- ist ein Last-Dehnungs-Diagramm einer normal verseilten und einer erfindungsgemäß auf
einer elastischen, weichen Zwischenschicht verseilten Stahldrahtlage,
- Fig. 3
- ist ein Last-Dehnungs-Diagramm eines Kernseiles aus Kunststofffasern für ein kombiniertes
Stahldraht-Kunststofffaser-Seil mit und ohne erfindungsgemäße Ummantelung,
- Fig. 4
- ist ein Last-Dehnungs-Diagramm des Kernseiles und der Drahtseillage eines kombinierten
Seiles wie nach Fig. 5,
- Fig. 5
- zeigt einen Querschnitt eines kombinierten Seiles mit einem Kernseil aus Kunststofffasern
und einer Außenlage aus Stahldrahtlitzen und
- Fig. 6
- zeigt einen Querschnitt eines Fig. 5 entsprechenden Seiles mit anderen Litzen.
[0028] In Fig. 1 sind die betreffenden Materialien jeweils unmittelbar an den Kurven vermerkt.
Der Stahldraht folgt nur im unteren Lastbereich dem Hookeschen Gesetz, da er durch
Ziehen hergestellt ist und infolgedessen nicht das normale Gefüge hat. Die Nutzung
erfolgt normalerweise nur etwa in der unteren Hälfte der Kurven.
[0029] In Fig. 2 findet sich der Kurvenverlauf des Stahldrahts in Fig. 1 bei der normal
verseilten Litzenlage (obere Kurve) wieder. Die untere Kurve zeigt die Wirkung der
erfindungsgemäßen Einbettung der Litzen in eine weiche Zwischenlage: Bis zu etwa 0,6%
Dehnung verläuft die Kurve annähernd waagerecht. Die Dehnung besteht hier darin, dass
sich die Schraubenlinien der gewundenen Litzen unter Verringerung des Durchmessers
der Schraubenlinien fast ohne Lastaufnahme der Litzen in die Länge ziehen. Die Lastaufnahme
setzt erst anschließend ein.
[0030] Wie aus Fig. 3 zu erkennen, lässt sich der oben erwähnte, ausgeprägt bis zu 0,5%
und dann nachlassend, aber erkennbar noch bis etwa 1% Dehnung sich auswirkende Vorgang
des Setzens (untere Kurve) weitgehend durch die erfindungsgemäße Ummantelung eliminieren
(obere Kurve). Die obere Kurve steigt im Gegensatz zur unteren von Anfang an an, wenn
auch die endgültige proportionale Steigung nach dem Hookeschen Gesetz erst etwa zwischen
0,5 und 1% Dehnung eintritt.
[0031] Die Anwendung beider Erfindungsmaßnahmen in einem kombinierten Seil wie nach Fig.
5 ist aus Fig. 4 ersichtlich. Hier liegen die untere Kurve der Fig. 2 und die obere
Kurve der Fig. 3 nahe beieinander.
[0032] Im Querschnitt der Seilkonstruktion Fig. 5 sind die Erfindungsmaßnahmen nur insofern
zu erkennen, als eine Ummantelung 2 eines Kernseils 1 und außerdem eine Zwischenlage
3 dargestellt sind, in die eine Außenlage von Stahldrahtlitzen 4 eingedrückt ist.
Das Kernseil 1 besteht innerhalb der Ummantelung 2 aus einem Monofilbündel oder mehreren
Monofilbündeln, die jeweils nur so viel verdrillt sind, dass sie Zusammenhalt haben
und gehandhabt werden können. Die Ummantelung 2 besteht aus einer Umflechtung aus
vorzugsweise Polyesterfäden. Sie sitzt mit einer Vorspannung auf dem Monofilbündel
bzw. den Monofilbündeln, die diese nach einer Dehnung im gesetzten Zustand zusammenhält.
Die Zwischenlage 3 ist über der Ummantelung 2 der Kernseils 1 in an sich bekannter
Weise extrudiert. Sie besteht aus einem weich-elastischen Kunststoff, beispielsweise
Polyäthylen oder Polypropylen.
[0033] Die Stahldrahtlitzen 4 sind darüber verseilt und z.B. in die noch warme Zwischenlage
3 eingedrückt worden derart, dass sie mit etwas Abstand voneinander jede ihr eigenes
Bett haben.
Die Zwischenlage 3 ist so elastisch-weich und die Stahldrahtlitzen 4 haben einen solchen
Abstand voneinander (etwas größer als in der Zeichnung), dass sich die Lage der Stahldrahtlitzen
4 unter Last zunächst etwas längt und ihr Durchmesser sich verringert. Die Dehnungskurven
(Fig. 4) der Litzenlage und des Kernseiles werden dadurch einander angenähert, d.h.
die Lastaufnahme wird etwa entsprechend den Querschnitten der Litzenlage und des Kernseiles
verteilt.
[0034] Das Seil gemäß Fig. 6 hat den gleichen Grundaufbau wie dasjenige gemäß Fig. 5 mit
einem Kernseil 1, einer geflochtenen Ummantelung 2, einer aufextrudierten Zwischenlage
3 und einer Außenalge von hier mit 5 bezeichneten Litzen. Die Litzen 5 haben einen
zu dem Seil analogen Aufbau wiederum mit einem, dünneren, Kernseil 6 aus hochfesten
Kunststofffasern, einer geflochtenen Ummantelung 7, einer aufextrudierten Zwischenlage
8 aus einem weich-elastischen Kunststoff und einer Außenlage von Stahldrähten 9. Das
Seil hat aufgrund seines größeren Kunststoffquerschnitts den Vorteil eines noch geringeren
Gewichts, ist dabei aber mit den Stahldrähten in der Außenlage ebenfalls robust.
Die Zwischenlage 3 könnte bei diesem Seil auch weggelassen werden, da die Außenlitzen
5 bereits in sich eine vergrößerte Dehnfähigkeit haben.
1. Kombiniertes Seil mit einem Kernseil (1) mit hochfesten Kunststofffasern und einer
Außenlage aus Stahldrahtlitzen (4;5), wobei das Kernseil von einer Ummantelung (2),
die zusätzlich zu der Außenlage vorgesehen ist, eingeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kernseil (1) als ein einziges verdrilltes Monofilbündel oder eine Mehrzahl von
verdrillten Monofilbündeln vorliegt und das bzw. die Monofilbündel unter Durchmesserverringerung
gedehnt und in diesem Zustand durch die Ummantelung (2) gehalten ist bzw. sind.
2. Kombiniertes Seil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das bzw. die Monofilbündel derart gedehnt ist bzw. sind, dass die Kunststofffasern
ihre endgültige räumliche Zuordnung unter Bildung eines stabilen Bündelquerschnitts
gefunden haben und ein in dem gedehnten Zustand angenommener Querschnitt des Monofilbündels
durch die Ummantelung (2) gehalten ist.
3. Kombiniertes Seil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das kombinierte Seil eine Zwischenlage (3) aus einem elastischen Kunststoff aufweist,
in den die Stahldrahtlitzen (4;5) mit einem Abstand von einander eingedrückt sind
derart, dass sich die Außenlage unter Last dehnt und radial zusammenzieht.
4. Kombinierte Litze mit einer Kernlitze (6) mit hochfesten Kunststofffasern und einer
Außenlage aus Stahldrähten (9), wobei die Kernlitze (6) von einer Ummantelung (7),
die zusätzlich zu der Außenlage vorgesehen ist, eingeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kernlitze (6) als ein einziges verdrilltes Monofilbündel oder eine Mehrzahl von
verdrillten Monofilbündeln vorliegt und das bzw. die Monofilbündel unter Durchmesserverringerung
gedehnt und in diesem Zustand durch die Ummantelung (2) gehalten ist bzw. sind.
5. Kombinierte Litze nach Anspruch 4,dadurch gekennzeichnet,dass das bzw. die Monofilbündel derart gedehnt ist bzw. sind, dass die Kunststofffasern
ihre endgültige räumliche Zuordnung unter Bildung eines stabilen Bündelquerschnitts
gefunden haben und ein in dem gedehnten Zustand angenommener Querschnitt des Monofilbündels
durch die Ummantelung (7) gehalten ist.
6. Kombinierte Litze nach Anspruch 4 oder 5,dadurch gekennzeichnet,dass die kombinierte Litze eine Zwischenlage (8) aus elastischem Kunststoff aufweist,
in den die Stahldrähte (9) mit einem Abstand von einander eingedrückt sind derart,
dass sich die Außenlage unter Last dehnt und radial zusammenzieht.
7. Kombiniertes Seil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Außenlitze (5) des kombinierten Seiles durch eine kombinierte Litze nach einem
der Ansprüche 4 bis 6 gebildet ist.
8. Kombiniertes Seil nach Anspruch 3 oder kombinierte Litze nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,dass die Zwischenlage (3;8) aufextrudiert ist.
9. Kombiniertes Seil nach Anspruch 3 oder 7 wenn abhängig von Anspruch 3, oder 8, oder
kombinierte Litze nach Anspruch 6, oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenlage (3; 8) aus einem Schaumkunststoff, einem Polyurethan, einem Polyester,
einem Polyolefin oder einem Polyamid gebildet ist.
10. Kombiniertes Seil nach Anspruch 1, 2, 3, 7, 8 oder 9 für einen hängenden Einsatz über
eine Höhendifferenz, gekennzeichnet durch eine Schlaglängenänderung über die Seillänge derart, dass das lastspezifische Drehmoment
des Drahtseils nach oben abnimmt.
11. Kombiniertes Seil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das kombinierte Seil ein Seilbahnseil ist.
12. Verwendung des kombinierten Seils nach Anspruch 10 als Förderkorbseil, Tiefseeseil
oder Seilbahnseil.
1. Combined cable having a core cable (1) with high-strength synthetic fibres and an
outer layer of steel wire strands (4; 5), wherein the core cable is enclosed by a
sheathing (2) which is provided in addition to the outer layer, characterized in that the core cable (1) is in the form of a single twisted bundle of monofilaments or
a plurality of twisted bundles of monofilaments, and the bundle or bundles of monofilaments
is or are stretched, with a reduction in diameter, and held in this state by the sheathing
(2).
2. Combined cable according to Claim 1, characterized in that the bundle or bundles of monofilaments is or are stretched such that the synthetic
fibres have found their final spatial order, forming a stable bundle cross section,
and a cross section of the bundle of monofilaments that is assumed in the stretched
state is held by the sheathing (2).
3. Combined cable according to Claim 1 or 2, characterized in that the combined cable has an intermediate layer (3) of an elastic synthetic material
into which the steel wire strands (4; 5) are pressed while spaced apart from one another,
such that the outer layer extends under load, and contracts radially.
4. Combined strand having a core strand (6) with high-strength synthetic fibres and an
outer layer of steel wires (9), wherein the core strand (6) is enclosed by a sheathing
(7) which is provided in addition to the outer layer, characterized in that the core strand (6) is in the form of a single twisted bundle of monofilaments or
a plurality of twisted bundles of monofilaments, and the bundle or bundles of monofilaments
is or are stretched, with a reduction in diameter, and held in this state by the sheathing
(2).
5. Combined strand according to Claim 4, characterized in that the bundle or bundles of monofilaments is or are stretched such that the synthetic
fibres have found their final spatial order, forming a stable bundle cross section,
and a cross section of the bundle of monofilaments that is assumed in the stretched
state is held by the sheathing (7).
6. Combined strand according to Claim 4 or 5, characterized in that the combined strand has an intermediate layer (3) of elastic synthetic material into
which the steel wires (9) are pressed while spaced apart from one another, such that
the outer layer extends under load, and contracts radially.
7. Combined cable according to one of Claims 1 to 3, characterized in that an outer strand (5) of the combined cable is formed by a combined strand according
to one of Claims 4 to 6.
8. Combined cable according to Claim 3 or combined strand according to Claim 6, characterized in that the intermediate layer (3; 8) is extruded on.
9. Combined cable according to Claim 3 or 7, when dependent on claim 3 or 8, or combined
strand according to Claim 6 or 8, characterized in that the intermediate layer (3; 8) is formed from a foam plastic, a polyurethane, a polyester,
a polyolefin or a polyamide.
10. Combined cable according to Claim 1, 2, 3, 7, 8 or 9 for suspended use over a difference
in height, characterized by changing of the length of lay over the length of the cable, such that the load-specific
torque of the wire cable decreases upward.
11. Combined cable according to Claim 10, characterized in that the combined cable is a cable car cable.
12. Use of the combined cable according to Claim 10 as a hoisting cage cable, deep-sea
cable or cable car cable.
1. Câble combiné comprenant un coeur de câble (1) avec des fibres synthétiques à haute
résistance et une couche extérieure de torons de fils d'acier (4 ; 5), dans lequel
le coeur de câble est enfermé par un enrobage (2) qui est prévu en supplément à la
couche extérieure,
caractérisé en ce que le coeur de câble (1) se présente sous la forme d'un faisceau unique de monofils
torsadés ou d'une pluralité de faisceaux de monofils torsadés, et le ou les faisceaux
de monofils est/sont allongés avec réduction de diamètre et est/sont maintenus dans
cet état par l'enrobage (2).
2. Câble combiné selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le ou les faisceaux de monofils est/sont allongés de telle façon que les fibres synthétiques
ont trouvé leur association définitive dans l'espace en formant une section de faisceau
stable, et une section du faisceau de monofils, adoptée dans l'état allongé, est maintenue
par l'enrobage (2).
3. Câble combiné selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que le câble combiné comprend une couche intermédiaire (3) en une matière synthétique
élastique, dans laquelle les torons de fils d'acier (4 ; 5) sont enfoncés avec une
distance les uns des autres de telle façon que la couche extérieure s'allonge et se
contracte radialement sous charge.
4. Toron combiné comprenant un coeur de toron (6) avec des fibres synthétiques à haute
résistance et une couche extérieure de fils d'acier (9), dans lequel le coeur de toron
(6) est enfermé par un enrobage (7) qui est prévu en supplément à la couche extérieure,
caractérisé en ce que
le coeur de toron (6) se présente sous la forme d'un faisceau de monofils torsadés
ou d'une pluralité de faisceaux de monofils torsadés, et en ce que le ou les faisceaux de monofils est/sont allongés avec réduction du diamètre et est/sont
maintenus dans cet état par l'enrobage (2).
5. Toron combiné selon la revendication 4, caractérisé en ce que le ou les faisceaux de monofils est/sont allongés de telle façon que les fibres synthétiques
ont trouvé leur association définitive dans l'espace en formant une section de faisceau
stable, et une section du faisceau de monofils, adoptée dans l'état allongé, est maintenue
par l'enrobage (7).
6. Toron combiné selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que le toron combiné comprend une couche intermédiaire (8) en matière synthétique élastique,
dans laquelle sont enfoncés des fils d'acier (9) avec une telle distance les uns des
autres que la couche extérieure s'allonge et se contracte radialement sous charge.
7. Câble combiné selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'un toron extérieur (5) du câble combiné est formé par un toron combiné selon l'une
des revendications 4 à 6.
8. Câble combiné selon la revendication 3, ou toron combiné selon la revendication 6,
caractérisé en ce que la couche intermédiaire (3 ; 8) est appliquée par extrusion.
9. Câble combiné selon la revendication 3 ou 7, prise en dépendance de la revendication
3 ou 8, ou toron combiné selon la revendication 6 ou 8, caractérisé en ce que la couche intermédiaire (3 ; 8) est formée par une mousse de matière synthétique,
un polyuréthane, un polyester, une polyoléfine ou une polyamide.
10. Câble combiné selon la revendication 1, 2, 3, 7, 8, ou 9, pour une utilisation en
suspension sur une différence de hauteur, caractérisé par une modification du pas de toronnage sur la longueur du câble de telle façon que
le couple de rotation spécifique en charge du câble métallique diminue vers le haut.
11. Câble combiné selon la revendication 10, caractérisé en ce que le câble combiné est un câble de téléphérique.
12. Utilisation du câble combiné selon la revendication 10, à titre de câble pour nacelle
de convoyage, de câble en eaux profondes, ou de câble de téléphérique.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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