[0001] Die Erfindung betrifft einen Messerträger für eine Schneidvorrichtung in Strangmaschinen
der Tabak verarbeitenden Industrie, umfassend mindestens einen am Messerträger angeordneten
und um eine Rotationsachse des Messerträges drehbaren Messerhalter, der zur verschiebbaren
Aufnahme eines Messers ausgebildet ist, wobei das Messer durch zwei drehbare Rollenelemente,
die auf einander gegenüber liegenden Seiten des Messers an diesem anliegen, in dem
Messerhalter gehalten ist, wobei ein Rollenelement als Antriebsrolle zum radialen
Verstellen des Messers nach außen und innen ausgebildet ist, derart, das die freie
Drehbarkeit der Antriebsrolle in beide Drehrichtungen blockiert ist, und das andere
Rollenelement als Andrückrolle ausgebildet ist.
[0002] Solche Messerträger kommen in der Tabak verarbeitenden Industrie zum Einsatz. Insbesondere
sind solche Messerträger in Strangmaschinen integriert. In den Strangmaschinen werden
die Stränge aus Tabak, Filtermaterial oder anderen zu Strängen geformten Materialien
in Strangstücke bzw. Strangabschnitte geschnitten. Dazu ist der Messerträger um eine
Rotationsachse drehbar angetrieben. Am Umfang des Messerträgers ist mindestens ein
Messerhalter angeordnet, der ein radial verschiebbares bzw. verstellbares Messer oder
Messerblatt trägt. Auf die Messer wirken unterschiedliche Kräfte. Durch die Rotationsgeschwindigkeit
des Messerträgers wirkt eine Fliehkraft F
Flieh auf das Messer, wobei die Fliehkraft mit steigender Drehzahl steigt. Diese Fliehkraft
F
Flieh "zieht" quasi am Messer in einer - bezogen auf den trommelartigen Körper des Messerträgers
- radial nach außen, von der Rotationsachse weg gerichteten Richtung. Des Weiteren
wirkt auf das Messer die Schnittkraft F
Schnitt, die beim Schneidvorgang der Fliehkraft des Messers F
Flieh entgegen gesetzt wirkt.
[0003] Aus dem Stand der Technik und insbesondere der
DE 1 157 524 ist eine Messerhalterung an Schneideinrichtungen in Strangmaschinen bekannt, bei
der das Messer in dem Messerhalter durch zwei Rollenelemente gehalten wird. Ein Rollenelement
ist als Antriebsrolle ausgebildet. Die Antriebsrolle dient als Vorschubelement für
das Messer zum radialen Verstellen des Messers nach außen und innen. Grundsätzlich
blockiert die Antriebsrolle jedoch die freie Drehbarkeit des Rollenelementes in beide
Drehrichtungen. Zwischen der fest stehenden Antriebsrolle und dem Messer wirkt daher
eine Reibkraft, nämlich die Haftreibkraft F
Haft 1. Die Haftreibkraft F
Haft 1 ergibt sich aus dem Reibkoeffizienten µ
1 und der senkrecht zum Messer wirkenden Normalkraft F
N (F
Haft 1 = µ
1 x F
N).
[0004] Aus der
GB 377,064 ist ein Messerträger mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1 bekannt.
[0005] Das zweite Rollenelement ist als Andrückrolle ausgebildet. Die Andrückrolle ist federbelastet.
Mit anderen Worten ist der Andrückrolle ein Federelement zugeordnet, so dass die Andrückrolle
mit einer Federkraft F
Feder gegen das Messer gedrückt wird. Das Federelement ist jedoch schräg zum Messer ausgerichtet,
derart, dass eine Komponente der Federkraft F
Feder, nämlich F
N/Feder, senkrecht zum Messer wirkt und eine weitere Komponente, nämlich F
radial/Feder, radial nach außen der Schnittkraft F
Schnitt entgegen wirkt. Die Andrückrolle ist in jedem Betriebs- bzw. Funktionszustand frei
bewegbar bzw. drehbar, so dass zwischen der Andrückrolle und dem Messer eine Rollreibkraft
F
Roll wirkt, die sich aus dem Rollwiderstandskoeffizienten c
R und der Normalkraft F
N ergibt (F
Roll =
CR x F
N). Durch die Rotation des Messerträgers wirkt des Weiteren eine Fliehkraft F
Flieh/And auf die Andrückrolle. Dadurch, dass die Andrückrolle in einem schräg zum Messer verlaufenden
Leitkanal geführt ist, in dem im Übrigen auch das Federelement geführt ist, teilt
sich die Fliehkraft F
Flieh/And der Andrückrolle in eine Komponente F
N/Flieh/And, die senkrecht zum Messer wirkt und eine weitere Komponente, nämlich F
radial/Flieh/And, die radial nach außen entgegen der Schnittkraft F
Schnitt wirkt. Die Normalkraft F
N setzt sich somit aus den beiden Kraftkomponenten F
N/Feder und F
N/Flieh/And zusammen.
[0006] Insgesamt ist die Haltekraft F
Halt des Messers, die das Messer in dem Messerhalter hält und einerseits gegen die Fliehkraft
F
Flieh des Messers und anderseits gegen die Schnittkraft F
schnitt wirkt, durch die Haftreibkraft F
Haft 1 und die Rollreibkraft F
Roll gebildet (F
Halt = F
Haft 1 + F
Roll). Es ist bekannt, dass die Rollreibung sehr viel kleiner ist als die Haftreibung,
weswegen F
Roll << F
Haft 1. Voraussetzung für das Halten des Messers im Messerhalter ist, dass F
Halt > F
Flieh und F
Halt > F
Schnitt ist. Die bisherige Haltekraft F
Halt reicht aus, um der Fliehkraft F
Flieh des Messers entgegen zu wirken. Genauer ist die Haltekraft F
Halt > F
Flieh. Inzwischen haben sich die Anforderungen bzw. Randbedingungen beim Strangschneiden
jedoch verändert. Heutzutage weisen die zu schneidenden Stränge, insbesondere die
Filterstränge Partikel, wie z.B. harte Granulate oder dergleichen auf, die gegenüber
dem eigentlichen Strangmaterial deutlich härter sind. Mit anderen Worten trifft das
Messer im Strang auf Partikel, die einen erhöhten Widerstand darstellen, wodurch sich
die Schnittkraft erhöht. Die bekannte Vorrichtung weist jedoch den Nachteil auf, dass
die aufzubringende Haltekraft begrenzt ist, so dass die Gefahr besteht, dass das Messer
aufgrund der erhöhten Schnittkraft radial nach innen in den Messerhalter hinein geschoben
wird.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, die
eine erhöhte Haltekraft des Messers insbesondere in radial nach innen gerichteter
Richtung gewährleistet.
[0008] Diese Aufgabe wird durch den eingangs genannten Messerträger dadurch erreicht, dass
die Andrückrolle mit einem Freilauf versehen ist, derart, dass die freie Drehbarkeit
der Andrückrolle radial nach innen blockiert ist, während die freie Drehbarkeit radial
nach außen gegeben ist._Die freie Drehbarkeit radial nach innen gerichtet bezieht
sich dabei auf die Drehrichtung im Bereich der Kontaktfläche zwischen der Andrückrolle
und dem Messer. Die Blockierung bzw. Sperrung der freien Drehbarkeit der Andrückrolle
in der genannten Richtung bietet auf effektive Weise ein Widerlager für die Schnittkraft
F
Schnitt. Anders ausgedrückt wird die Rollreibung der Andrückrolle zumindest bei der radial
nach innen aufgebrachten Belastung (Messer wird nach innen in den Messerhalter geschoben
bzw. Schnittkraft wirkt auf das Messer) durch Haftreibung ersetzt. Konkret wirkt bei
einer radial nach innen gerichteten Belastung, beispielsweise durch die harten Granulate,
zwischen der dann in dieser Drehrichtung fest stehenden Andrückrolle und dem Messer
eine Reibkraft, nämlich die Haftreibkraft F
Haft 2. Die Haftreibkraft F
Haft 2 ergibt sich aus dem Reibkoeffizienten µ
2 und der senkrecht zum Messer wirkenden Normalkraft F
N (F
Haft 2 = µ
2 x F
N). Wie erwähnt, ist die Haftreibkraft F
Haft 2 deutlich größer als die Rollreibkraft F
Roll, so dass die durch die Erfindung ermöglichte Haltekraft F
Halt (= F
Haft 1 + F
Haft 2) ausreicht, um der Schnittkraft F
Schnitt entgegen zu wirken, bzw. größer zu sein als die Schnittkraft F
Schnitt. Dadurch wird wirksam verhindert, dass das Messer durch die Schnittkraft F
Schnitt nach innen in den Messerhalter eingeschoben wird. Die Erfindung ermöglicht eine Erhöhung
der Haltekraft F
Halt, ohne die Normalkraft F
N, also die senkrecht zum Messer wirkende Anpresskraft der Andrückrolle, auf das Messer
zu erhöhen. Der Freilauf ermöglicht eine konstruktiv einfache Umsetzung des erfindungsgemäßen
Prinzips. Der Freilauf sperrt die freie Drehbarkeit in einer gewünschten Drehrichtung,
während die freie Drehbarkeit in die andere Richtung beibehalten wird.
[0009] Vorzugsweise ist mindestens einem Rollenelement, vorzugsweise der Andrückrolle, ein
Federelement zur Ausübung einer auf das Messer wirkenden Kraft zugeordnet. Das Federelement
verstärkt die Haltekraft (durch Erhöhung der Normalkraft) für das Messer, so dass
höhere Belastungen auf das Messer, also erhöhte Fliehkräfte und erhöhte Schnittkräfte,
realisierbar sind, ohne das Messer unerwünscht zu verschieben.
[0010] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das
Federelement im Wesentlichen senkrecht zum Messer ausgerichtet ist, derart, dass die
durch das Federelement aufgebrachte Kraft im Wesentlichen senkrecht auf das Messer
wirkt. Im Wesentlichen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass konstruktionsbedingte
und/oder montagebedingte Abweichungen von der senkrechten Ausrichtung des Federelementes
zum Messer ebenfalls durch den Anspruch gedeckt sind. Durch diese Anordnung kann die
komplette Federkraft genutzt werden. Eine solche Federkraft wirkt dann unabhängig
von der Schnittkraft auf das Messer.
[0011] Weitere zweckmäßige und/oder vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Besonders bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung werden anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung
zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Messerträger mit mehreren Messerhaltern,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform, bei
der dem Messer eine Antriebsrolle und eine Andrückrolle zum Halten des Messers in
dem Messerhalter zugeordnet ist, wobei die Andrückrolle einen Freilauf aufweist,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer nicht erfindungsgemäßen Ausführungsform, bei der
dem Messer zwei Antriebsrollen zum Halten des Messers in dem Messerhalter zugeordnet
sind, und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer Weiterbildung der Ausführungsform gemäß Figur
2 mit einem zusätzlichen Andrückelement.
[0012] Die in der Zeichnung dargestellten Messerträger bzw. Messerhalter dienen zum Aufnehmen
und Halten eines Messers oder Messerblattes für Schneideinrichtungen in Strangmaschinen
der Tabak verarbeitenden Industrie. Die Erfindung wird anhand eines einzelnen Messerhalters
beschrieben. Üblicherweise sind einem Messerträger jedoch mehrere gleichmäßig über
den Umfang des Messerträgers verteilte Messerhalter zugeordnet.
[0013] Der in der Figur 1 schematisch dargestellte Messerträger 10 ist ein vorzugsweise
trommelartiges Element. Der Messerträger 10 ist mittels eines (nicht dargestellten)
Antriebs um die Rotationsachse R rotierend antreibbar. Der Messerträger 10 ist üblicherweise
Bestandteil einer Schneidvorrichtung in Strangmaschinen der Tabak verarbeitenden Industrie
zum Schneiden von Filtersträngen, Tabaksträngen oder dergleichen. Der Messerträger
10 kann jedoch auch in anderen Vorrichtungen zum Schneiden strangförmiger Produkte
eingesetzt werden. Der Messerträger 10 umfasst mindestens einen Messerhalter 11. Vorzugsweise
und wie in der Figur 1 dargestellt, sind dem Messerträger 10 jedoch mehrere Messerhalter
11 zugeordnet. Bevorzugt sind die Messerhalter 11 außenseitig am Umfang des Messerträgers
10 gleichmäßig über den Umfang verteilt. Durch Rotation des Messerträgers 10 rotieren
die Messerhalter 11 ebenfalls umlaufend, wobei sie in mindestens einem Punkt auf den
zu schneidenden Strang 12 treffen und diesen schneiden. Die Anordnung und Ausbildung
des Messerträgers 10 zum Strang 12 ist rein beispielhaft und nicht auf die dargestellte
Ausführung beschränkt. So kann der Messerträger 10 und/oder jeder Messerhalter 11
beispielsweise in einem Winkel geneigt und/oder verdreht zum Strang 12 stehen. In
weiteren Ausführungen kann jeder Messerhalter 11 fest oder verstellbar am Messerträger
10 angeordnet sein. Insbesondere kann der oder jeder Messerhalter 11 auch zur Ausübung
einer Relativbewegung zum Messerträger 10 ausgebildet und eingerichtet sein.
[0014] Jeder Messerhalter 11 ist zur verschiebbaren Aufnahme eines Messers 13, das als Messerblatt
oder dergleichen ausgebildet sein kann, ausgebildet und eingerichtet. Mit anderen
Worten ist das Messer 13 in dem Messerhalter 11 derart angeordnet, dass eine Verstellung
des Messers 13 in radialer Richtung des Messerträgers 10 gewährleistet ist. Die Verstellbarkeit
dient insbesondere zur Nachstellung der Messer 13. Die Messer 13 sind einem (Nutzungs-)Verschleiß
unterworfen. Des Weiteren werden die Messer 13 nachgeschliffen und dadurch verkürzt,
weswegen insbesondere ein Vorschub der Messer 13 notwendig ist. Die Verstellung ist
in radial nach innen und radial nach außen gerichteter Richtung möglich. Dazu ist
das Messer 13 in dem Messerhalter 11 durch drehbare Rollenelemente 14 gehalten und/oder
geführt. Rollenelemente 14 können sowohl Einzelrollen sein als auch aus mehreren Rollen
gebildet sein.
[0015] Die Rollenelemente 14 sind auf einander gegenüber liegenden Seiten des Messers 13
angeordnet, so dass das Messer 13 zwischen mindestens zwei Rollenelementen 14 gehalten
ist. Die Rollenelemente 14 sind als Andrückrolle 15 oder Antriebsrolle 16 ausgebildet.
Ein Rollenelement 14 ist als Antriebsrolle 16 ausgebildet. Das der Antriebsrolle 16
gegenüber liegende Rollenelement 14 ist als Andrückrolle 15 ausgebildet. Die Antriebsrolle
16 dient zum radialen Verstellen des Messers 13 radial nach innen und radial nach
außen. Radial nach innen bezeichnet die Verstellrichtung des Messers 13 in Richtung
der Rotationsachse R, so dass das Messer 13 in den Messerhalter 11 hinein geschoben
oder gezogen wird. Radial nach außen bezeichnet die entgegen gesetzte Richtung von
der Rotationsachse R weg, so dass das Messer 13 aus dem Messerhalter 11 geschoben
oder gedrückt wird. Die freie Drehbarkeit einer Antriebsrolle 16 ist in beide Drehrichtungen
blockiert bzw. gesperrt. Die freie Drehbarkeit der Andrückrolle 15 ist in einer Drehrichtung,
nämlich radial nach innen zur Rotationsachse R des Messerträgers 10 hin blockiert
bzw. gesperrt.
[0016] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Figuren
2 und 4 näher beschrieben. In der Figur 2 ist ein Messerhalter 11 schematisch dargestellt,
bei dem das Messer 13 auf der einen Seite durch eine Antriebsrolle 16 und auf der
gegenüber liegenden Seite durch eine Andrückrolle 15 gehalten ist. Die Antriebsrolle
16 ist in der freien Bewegung in beide Drehrichtungen durch das Antriebsmittel 17,
beispielsweise eine Zahnstange oder dergleichen, gesperrt. Anders ausgedrückt steht
die Antriebsrolle 16, so dass zwischen der Antriebsrolle 16 und dem Messer 13, das
in Kontakt zu der Antriebsrolle 16 steht, eine Haftreibkraft F
Haft 1 wirkt. Lediglich die Betätigung des Antriebsmittels 17 führt zu einer Drehbewegung
der Antriebsrolle 16 zum Verstellen des Messers 13 radial nach innen oder außen. Die
Andrückrolle 15 ist erfindungsgemäß mit einem Freilauf (zugelassene Freilaufrichtung
gemäß Pfeil F
Frei) versehen, so dass die freie Drehbarkeit der Andrückrolle 15 in einer Drehrichtung
gesperrt ist. In der beschriebenen Ausführungsform ist die freie Drehbarkeit der Andrückrolle
15 bei einer Verstellung des Messer 13 radial nach außen gegeben, während die freie
Drehbarkeit der Andrückrolle bei einer Verstellung des Messers 13 radial nach innen
gesperrt ist. Bei der Verstellung des Messers 13 radial nach außen (in Richtung der
Messerspitze) rollt die Andrückrolle 15 quasi auf dem Messer 13 ab, so dass eine Rollreibkraft
F
Roll zwischen dem Messer 13 und der Andrückrolle 15 wirkt. Bei einer Verstellung des Messers
13 radial nach innen, z.B. durch Betätigung der Antriebsrolle 16 zum Verstellen des
Messers 13 radial nach innen oder durch im Strang 12 befindliche Widerstände (z.B.
harte Granulate) sperrt der Freilauf die freie Drehbarkeit der Andrückrolle 15, so
dass eine Haftreibkraft F
Haft 2 zwischen der Andrückrolle 15 und dem Messer 13 wirkt. Die Haftreibkraft F
Haft 2 ist dabei größer als die Rollreibkraft F
Roll.
[0017] Die Ausführungsform gemäß Figur 4 ist im Wesentlichen entsprechend der Ausführungsform
gemäß Figur 2, also mit einer Antriebsrolle 16 und einer Andrückrolle 15, ausgebildet.
Zusätzlich ist der Andrückrolle 15 aber ein Andrückelement 22 zugeordnet. Das Andrückelement
22 kann auf verschiedene bekannte Weise ausgebildet sein. Beispielhaft ist eine Kniehebelanordnung
vorgesehen. Dabei ist die Andrückrolle 15 mit einem ersten Hebel 23 verbunden, der
fest z.B. am Messerträger 10 angeordnet ist. Ein zweiter Hebel 24 verbindet die Andrückrolle
15 mit einer weiteren Rolle 25, die zum Abrollen an einer Rollfläche 26, Wand oder
dergleichen ausgebildet ist. Der Rolle 25 ist ein Betätigungselement zugeordnet, das
im beschriebenen Beispiel aus einer Masse 27 und einer Feder 28 gebildet ist. Mittels
der Feder 28 ist eine Haltekraft aufbringbar, die durch die Masse 27 verstärkt werden
kann, insbesondere für den Fall der Rotation des Messerträgers 10, bei der die Masse
durch die Fliehkraft nach außen drängt und die Haltekraft auf die Andrückrolle 15
erhöht.
[0018] In der Figur 3 ist ein Messerhalter 11 schematisch dargestellt, bei dem die Drehbarkeit
aller Rollenelemente 14 in jede Drehrichtung blockiert ist. Das Messer 13 ist auf
beiden Seiten durch Rollenelemente 14 gehalten, die jeweils in beide Drehrichtungen
blockiert bzw. gesperrt sind. Das eine Rollenelement 14 ist eine Antriebsrolle 16,
die in der freien Drehbewegung durch das Antriebsmittel 17, beispielsweise durch die
Zahnstange oder dergleichen, gesperrt ist. Anders ausgedrückt steht die Antriebsrolle
16, so dass zwischen der Antriebsrolle 16 und dem Messer 13, das in Kontakt zu der
Antriebsrolle 16 steht, eine Haftreibkraft F
Haft 1 wirkt. Lediglich die Betätigung des Antriebsmittels 17 führt zu einer Drehbewegung
der Antriebsrolle 16 zum Verstellen des Messers 13 radial nach innen oder außen. Die
Drehbarkeit des anderen, gegenüber liegenden Rollenelementes 14 ist ebenfalls in beide
Drehrichtungen blockiert bzw. gesperrt. Hierzu ist die Andrückrolle 15 ebenfalls als
Antriebsrolle 18 zum radialen Verstellen des Messers nach außen und innen ausgebildet.
Die Andrückrolle 15 kann aber auch auf andere Weise in beide Drehrichtungen blockiert
bzw. gesperrt werden. Bevorzugt ist die Andrückrolle 15 bzw. die Antriebsrolle 18
durch ein Antriebsmittel 19 in der freien Drehbewegung gesperrt. Als Antriebsmittel
19 kann z.B. eine Zahnstange oder dergleichen dienen. Lediglich die Betätigung des
Antriebsmittels 19 führt zu einer Drehbewegung der Antriebsrolle 18 zum Verstellen
des Messers 13 radial nach innen oder außen. Anders ausgedrückt steht die Antriebsrolle
18, so dass zwischen der Antriebsrolle 18 und dem Messer 13, das in Kontakt zu der
Antriebsrolle 18 steht, eine Haftreibkraft F
Haft 2 wirkt. Andere Antriebsmittel sind alternativ ebenfalls einsetzbar.
[0019] Vorzugsweise sind die Antriebsmittel 17, 19 synchronisiert, so dass die Verstellung
des Messers 13 radial nach außen und innen optimiert erfolgt.
[0020] Mindestens einem Rollenelement 14 kann ein Federelement 20 zugeordnet sein. Bei der
Ausführungsform gemäß Figur 2 ist die Andrückrolle 15 federbelastet, wobei das Federelement
20 die Andrückrolle 15 gegen das Messer 13 drückt. In der gezeigten Ausführungsform
ist das Federelement 20 derart angeordnet, dass die Federkraft F
Feder senkrecht zum Messer 13 wirkt. Das Federelement 20 kann aber auch schräg zum Messer
13 angeordnet sein. Beispielsweise kann das Federelement 20 in einem Leitkanal 21
angeordnet sein, der schräg zum Messer 13 steht und in dem die Andrückrolle 15 geführt
ist. Der Leitkanal 21 steht schräg nach vorne und außen gerichtet, nämlich vorzugsweise
in einem Winkel β zum Messer 13 gerichtet, wobei β < 90° ist (siehe Figur 2).
[0021] In weiteren nicht dargestellten Ausführungsformen der Erfindung kann der Messerhalter
11 auch auf jeder Seite des Messers 13 zwei oder mehr Rollenelemente 14 aufweisen.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Messer 13 durch zwei federbelastete Andrückrollen
im Messerhalter 11 gehalten wird, und die Verstellung des Messers 13 radial nach außen
und innen durch separate Antriebsmittel erreicht wird. Des Weiteren können auch die
Antriebsrollen 16, 18 federbelastet ausgebildet sein. Beispielsweise kann auch jede
Antriebsrolle 16, 18 über eine federbetätigte Kniehebelanordnung oder dergleichen
in Kontakt mit dem Messer 13 gebracht werden.
[0022] Im Folgenden wird das Funktionsprinzip der Erfindung anhand der beiden beschriebenen
und gezeigten Ausführungsformen näher beschrieben:
Bei der Ausführungsform gemäß Figur 2 wird das Messer 13 durch eine Haltekraft FHalt, die auf der einen Seite des Messers 13 durch FHaft 1 und auf der anderen Seite je nach Funktionszustand durch FRoll oder FHaft 2 gebildet wird, in dem Messerhalter 11 gehalten. Auf das Messer 13 wirkt durch die
Rotation des Messerträgers 10 die Fliehkraft FFlieh, wobei die Haltekraft FHalt in jedem Falle größer als FFlieh ist, so dass das Messer 13 nicht radial nach außen aus dem Messerhalter 11 "rutscht".
Bei einer radial nach innen gerichteten Belastung durch die Schnittkraft FSchnitt, deren Größe durch die genannten harten Granulate noch ansteigen kann, verhindert
die Haltekraft FHalt ein Einschieben des Messers 13 radial nach innen. Bei einer radial nach innen wirkenden
Belastung auf das Messer 13 wirkt zwischen der dann in dieser Drehrichtung fest stehenden
Andrückrolle 15 und dem Messer 13 eine Reibkraft, nämlich die Haftreibkraft FHaft 2. Die Haftreibkraft FHaft 2 ergibt sich aus dem Reibkoeffizienten µ2 und der senkrecht zum Messer wirkenden Normalkraft FN, die sich aus dem Anteil der Fliehkraft der Andrückrolle 15 und der Federkraft FFeder zusammensetzt (FHaft 2 = µ2 x FN). Die Haftreibkraft FHaft 2 wirkt nur gegen die Schnittkraft FSchnitt. Wie erwähnt, ist die Haftreibkraft FHaft 2 deutlich größer als die Rollreibkraft FRoll, so dass die durch die Erfindung ermöglichte Haltekraft FHalt (= FHaft 1 + FHaft 2) ausreicht, um der Schnittkraft FSchnitt entgegen zu wirken, bzw. größer zu sein als die Schnittkraft FSchnitt. Dadurch wird wirksam verhindert, dass das Messer 13 durch die Schnittkraft FSchnitt nach innen in den Messerhalter 11 eingeschoben wird. Die Erfindung ermöglicht eine
Erhöhung der Haltekraft FHalt, ohne die Normalkraft FN, also die senkrecht zum Messer 13 wirkende Anpresskraft, auf das Messer 13 zu erhöhen.
[0023] Bei dem Messerhalter gemäß Figur 3 wirken in beiden Drehrichtungen bzw. Verstellrichtungen
des Messers 13 jeweils Haftreibkräfte, nämlich zum einen die Haftreibkraft F
Haft 1 und zum anderen die Haftreibkraft F
Haft 2. Anders ausgedrückt wird durch die Ausbildung beider Rollenelemente 14 als Antriebsrolle
16, 18 eine Haltekraft F
Halt erzeugt, die sich aus zwei Haftreibkräften (F
Haft 1 und F
Haft 2) zusammensetzt und einerseits gegen die Fliehkraft F
Flieh und andererseits gegen die Schnittkraft F
Schnitt. wirkt.
[0024] Bei der Ausführungsform der Figur 4 setzt sich die von Seiten der Andrückrolle 15
auf das Messer 13 wirkende Normalkraft aus der Federkraft und der Kraft F, die sich
aus der Funktion F = m (Masse) x a (Beschleunigung) ergibt, zusammen, wobei die Normalkraft
mit einem Übersetzungsverhältnis auf das Messer 13 wirkt. Ansonsten verhält sich die
Andrückrolle 15 im Wesentlichen wie bei der Ausführungsform gemäß Figur 2.
1. Messerträger (10) für eine Schneidvorrichtung in Strangmaschinen der Tabak verarbeitenden
Industrie, umfassend mindestens einen am Messerträger (10) angeordneten und um eine
Rotationsachse R des Messerträges (10) drehbaren Messerhalter (11), der zur verschiebbaren
Aufnahme eines Messers (13) ausgebildet ist, wobei das Messer (13) durch zwei drehbare
Rollenelemente (14), die auf einander gegenüber liegenden Seiten des Messers (13)
an diesem anliegen, in dem Messerhalter (11) gehalten ist, wobei ein Rollenelement
(14) als Antriebsrolle (16) zum radialen Verstellen des Messers (13) nach außen und
innen ausgebildet ist, derart, dass die freie Drehbarkeit der Antriebsrolle (16) in
beide Drehrichtungen blockiert ist, und das andere Rollenelement (14) als Andrückrolle
(15) ausgebildet ist, wobei die freie Drehbarkeit der Andrückrolle (15) radial nach
innen zur Rotationsachse R des Messerträgers (10) hin blockiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrolle (15) mit einem Freilauf versehen ist, derart, dass die freie Drehbarkeit
der Andrückrolle (15) radial nach innen blockiert ist, während die freie Drehbarkeit
radial nach außen gegeben ist.
2. Messerträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einem Rollenelement ein Federelement zur Ausübung einer auf das Messer
wirkenden Kraft zugeordnet ist.
3. Messerträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement im Wesentlichen senkrecht zum Messer ausgerichtet ist, derart, dass
die durch das Federelement aufgebrachte Kraft im Wesentlichen senkrecht auf das Messer
wirkt.
4. Messerträger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Andrückrolle in einem Leitkanal geführt ist, wobei der Leitkanal schräg
zum Messer ausgerichtet ist.
5. Messerträger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Andrückrolle (15) ein zusätzliches Andrückelement (22) zugeordnet ist.
6. Messerträger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (22) eine Kniehebelanordnung ist.
1. Knife carrier (10) for a cutting apparatus in rod makers of the tobacco-processing
industry, comprising at least one knife holder (11) arranged on the knife carrier
(10) and rotatable about an axis of rotation R of the knife carrier (10), which knife
holder (11) is designed for displaceable reception of a knife (13), the knife (13)
being held by two rotatable roller elements (14) which bear against it on two opposing
sides of the knife (13), in the knife holder (11), a roller element (14) being formed
as a drive roller (16) for radial adjustment of the knife (13) to the outside and
inside such that the free rotatability of the drive roller (16) is blocked in both
directions of rotation, and the other roller element (14) is formed as a pressure
roller (15), wherein the free rotatability of the pressure roller (15) radially to
the inside towards axis of rotation R of the knife carrier (10) is blocked, characterised in that the pressure roller (15) is provided with a freewheel in such a manner that the free
rotatability of the pressure roller (15) is blocked radially to the inside, while
the free rotatability radially to the outside is provided.
2. Knife carrier according to claim 1, characterised in that a spring element for exerting a force acting on the knife is assigned to at least
one roller element.
3. Knife carrier according to claim 2, characterised in that the spring element is aligned essentially perpendicular to the knife in such a manner
that the force applied by the spring element acts essentially perpendicular to the
knife.
4. Knife carrier according to any one of claims 1 to 3, characterised in that at least one pressure roller is guided in a guide channel, the guide channel being
aligned in an inclined manner in relation to the knife.
5. Knife carrier according to any one of claims 1 to 4, characterised in that an additional pressure element (22) is assigned to the pressure roller (15).
6. Knife carrier according to claim 5, characterised in that the pressure element (22) is an elbow lever arrangement.
1. Porte-lame (10) pour un dispositif de coupe de machines à confectionner des tubes
ou boudins de l'industrie de transformation du tabac, comprenant au moins un support
de lame (11) disposé sur le porte-lame (10) et pouvant pivoter autour d'un axe de
rotation R du porte-lame (10), le support de lame (11) étant exécuté pour recevoir
une lame (13) de manière déplaçable en translation, la lame (13) étant maintenue dans
le support de lame (11) par deux éléments à rouleau (14) pivotants qui sont en appui
sur la lame (13) sur deux côtés opposés de celle-ci, un élément à rouleau (14) étant
conçu en tant que rouleau d'entraînement (16) destiné au réglage radial de la lame
(13) vers l'extérieur et vers l'intérieur de façon telle que la rotation libre du
rouleau d'entraînement (16) est bloquée dans les deux directions, et l'autre élément
à rouleau (14) étant exécuté en tant que rouleau d'appui (15), la rotation libre du
rouleau d'appui (15) étant bloquée radialement vers l'intérieur vers l'axe de rotation
R du porte-lame (10), caractérisé en ce que le rouleau d'appui (15) est pourvu d'une roue libre de façon telle que la rotation
libre du rouleau d'appui (15) radialement vers l'intérieur est bloquée alors que la
rotation libre radialement vers l'extérieur est possible.
2. Porte-lame selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'à au moins un élément à rouleau est associé un élément à ressort destiné à exercer
une force agissant sur la lame.
3. Porte-lame selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'élément à ressort est orienté essentiellement perpendiculairement à la lame de
façon telle que la force fournie par l'élément à ressort agit essentiellement perpendiculairement
sur la lame.
4. Porte-lame selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le rouleau d'appui, au moins au nombre de un, est guidé dans un canal de guidage,
le canal de guidage étant orienté en biais par rapport à la lame.
5. Porte-lame selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'au rouleau d'appui (15) est associé un élément d'appui (22) supplémentaire.
6. Porte-lame selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'élément d'appui (22) est un agencement de levier à genouillère.