[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage, bei der mindestens eine Aufzugskabine
und mindestens ein Gegengewicht in einem Aufzugsschacht gegenläufig bewegt werden,
wobei die mindestens eine Aufzugskabine und das mindestens eine Gegengewicht an Führungsschienen
entlanglaufen, von einem oder mehreren Tragmitteln getragen. Das oder die Tragmittel
sind über eine Treibscheibe einer Antriebseinheit geführt, die über eine Antriebsbremse
verfügt. Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere die Antriebsbremse.
[0002] Im Falle eines Stromausfalls oder sonstiger möglicher Störungen beim Betrieb der
Aufzugsanlage ist es vorgesehen, dass die Antriebsbremse die Treibscheibe der Antriebseinheit
festsetzt bzw. ein weiter andauernder Antrieb der Aufzugsanlage bei Störungen gestoppt
wird. Dadurch wird einerseits verhindert, dass sich die Aufzugskabine durch den Ausfall
des Antriebs selbsttätig nach oben oder nach unten bewegt, je nach Lastausgleich durch
das Gegengewicht und Belegung der Aufzugskabine durch Anzahl von Passagieren oder
Beladung mit Material. Andererseits wird verhindert, dass trotz aufgetretener Störung
die Aufzugskabine aufgrund der hohen Reibung des bzw. der Tragmittel an der Treibscheibe
weiter angetrieben wird und dadurch gefährliche Situationen auftreten.
[0003] Dieses Festsetzen der Antriebseinheit durch die Antriebsbremse kann jedoch zur Folge
haben, dass die Aufzugskabine irgendwo im Aufzugsschacht zwischen zwei Stockwerken
steckenbleibt und für eine erforderliche Notevakuation der Passagiere zum nächsthöheren
oder nächsttieferen Stockwerk kontrollierbar bewegt werden muss.
[0004] Hierfür sind Lösungen aus dem Stand der Technik bekannt, bei denen mittels einer
Betätigung einer Hebel-Bowdenzug-Konstruktion durch Sicherheitspersonal die Antriebsbremse
gelöst wird und sich die Aufzugsanlage entsprechend ihrem momentanen Ungleichgewicht
zwischen Gegengewicht und Aufzugskabine bewegt.
[0005] Damit die Aufzugskabine nicht unkontrolliert beschleunigt, muss sich der Servicemann
dann aber auch auf dem betreffenden, nächstgelegenen Stockwerk befinden und die Bewegung
der Aufzugskabine beobachten. Hierfür offenbart die Gebrauchsmusterschrift
DE-U1-296 15 921 ein Sichtfenster in der Schachtwand. Solche Lösungen sind jedoch prinzipiell insofern
nachteilig, als dass die Einrichtung zum kontrollierten Lösen der Antriebsbremse auf
jedem Stockwerk einen Betätigungshebel erforderlich macht. Es wäre deutlich kostengünstiger,
wenn die Einrichtung mit einem einzigen, zentralen Betätigungshebel auskommen würde.
Ein weiterer Nachteil ist die Einbindung von menschlichen Beobachtungen und deren
subjektive Gewichtung, Abschätzung oder Quantifizierung in elementar sicherheitsrelevante
Technik.
[0006] Des Weiteren sind aus dem Stand der Technik elektrische Einrichtungen bekannt, die
einen Stotterbetrieb der Antriebsbremse erzeugen, und somit eine kontrollierte Bewegung
der Aufzugskabine bis zur gewünschten Notevakuierungs-Position gewährleisten. Damit
diese kostenintensiven Lösungen jedoch auch bei Stromausfall funktionieren, müssen
die Einrichtungen mit einer autarken Stromversorgung ausgestattet sein. Ausserdem
gibt es länderspezifische Normen, die in sicherheitsrelevanten Fragen mechanische,
auch bei Stromausfall funktionierende Sicherheitseinrichtungen vorschreiben.
[0007] Aus der publizierten Patentanmeldung
US 2005/051388 A1 ist ein Notfallsystem für eine Aufzugsanlage bekannt. Es umfasst eine Notfall-Stromversorgung
mit einem Brems-Controller, der automatisch aktiviert wird, um eine Achse zu bremsen.
Ausserdem sind ein elektro-magnetischer Controller und ein elektro-magnetischer Bremsauslöser
vorgesehen, die beide von der Notfall-Stromversorgung versorgt werden. Der Brems-Controller
arbeitet intermittierend, d.h. es wird eine sogenannte Stotterbremsung ausgeführt,
um die Aufzugskabine langsam im Schacht bis zu einem Zielstockwerk absenken zu können.
Der elektro-magnetische Controller wird automatisch aktiviert, falls der elektro-magnetische
Bremsauslöser versagen sollte. Ein Passagier in der Aufzugskabine kann einen Seilzug
betätigen, falls der elektro-magnetische Controller, der elektro-magnetische Bremsauslöser
und die Notfall-Stromversorgung ausfallen sollten. Eine Nockenscheibe oder Kurvenscheibe
dreht sich, wenn sich die Achse dreht, wobei ein Hebel hin- und herbewegt wird, der
die Bremskontrolle aktiviert und deaktiviert, um die Achse intermittierend zu bremsen.
Auch in diesem Fall wird die Aufzugskabine langsam im Schacht bis zu einem Zielstockwerk
abgesenkt.
[0008] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster
DE 202 08 460 U1 ist ein Notfallsystem bekannt, das durch Ziehen eines Rettungszugseiles betätigbar
ist. Durch das Ziehen des Rettungszugseiles kann die Bremse gelöst und die Aufzugskabine
im Schacht nach oben oder unten bewegt werden. Es kommt eine Nockenscheibe zum Einsatz,
die eine Bremslösestange löst und andrückt. Die Nockenscheibe sitzt auf einer Drehwelle
des Antriebs. Die Drehwelle samt Nockenscheibe dreht sich und löst eine intermittierende,
d.h. stotternde, Bremsung der Aufzugskabine aus. Es ist ein Sicherheitssystem mit
Stützpunkt (als Anschlagpunkt) vorgesehen, das verhindern soll, dass beim Aufbringen
einer zu starken Zugkraft das Notfallsystem Schaden nimmt.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Einrichtung zum manuellen Lösen
einer Antriebsbremse vorzuschlagen, die mechanisch funktioniert und sich durch technische
Einfachheit und Kosteneffizienz auszeichnet, sowohl hinsichtlich ihrer Herstellung,
als auch hinsichtlich ihrer Wartung. Darüber hinaus soll die Einrichtung ein gesteigertes
Mass an Sicherheit liefern, aufgrund ihrer Bestandteile und ihres Zusammenwirkens
und indem menschlich-subjektive Faktoren so weit wie möglich ausgeschaltet werden.
[0010] Die Lösung der Aufgabe besteht zunächst in der Einbindung eines Zeitglieds bzw. Zeitelements
in eine entsprechende erfindungsgemässe Einrichtung zum manuellen Lösen der Antriebsbremse.
[0011] Unter Zeitglied oder auch Zeitelement soll im Folgenden generell eine Vorrichtung
verstanden werden, die in der Lage ist, eine Funktion ein- oder auszuschalten oder
zusammen mit dem Aktivieren einer Funktion selber eingeschaltet zu werden und nach
Verstreichen einer definierten Zeitspanne die Funktion wieder aus- oder einzuschalten.
[0012] Die Einbindung eines solchen Zeitelements in eine entsprechende Einrichtung zum manuellen
Lösen der Antriebsbremse bedeutet erfindungsgemäss, dass die aktivierte Antriebsbremse
durch eine manuelle Betätigung einer Hebelvorrichtung deaktiviert wird, jedoch nach
einer definierten Zeitspanne selbsttätig durch das Zeitelement wieder aktiviert wird.
Optional wird zusätzlich die Hebelvorrichtung zurückgesetzt, sodass eine erneute manuelle
Betätigung erfolgen kann. Auf diese Weise wird die erforderliche Wegstrecke der Aufzugskabine
von dem Punkt, an dem sie festsitzt, bis zu dem nächstgelegenen Stockwerk in Etappen
zerlegt. Bei keiner dieser Etappen besteht die Gefahr, dass die Aufzugskabine frei
beschleunigt, weil automatisch nach einer relativ kurzen Zeitspanne - die vorzugsweise
in einem Bereich von ca. 0.1 bis 5 Sekunden liegt, vorzugsweise jedoch ca. 1 Sekunde
beträgt - die Antriebsbremse wieder schliesst.
[0013] Erfindungsgemäss kann somit die Beobachtung und Beurteilung durch Servicepersonal
entfallen, wie weit bzw. wie schnell sich die Aufzugskabine bewegt. Sie nähert sich
in kontrollierten Etappen dem vorgesehenen Evakuations-Stockwerk, indem so viele manuelle
Betätigungen der Hebelvorrichtung vorgenommen werden, bis beispielsweise ein zweiter
Servicemann oder auch die Passagiere via Notleitung, Sprechfunk oder Mobilfunkverbindung
angeben, dass die Aufzugskabine das vorgesehene Evakuations-Stockwerk erreicht hat.
Darüber hinaus besteht alternativ auch die Möglichkeit, Informationen von vorzugsweise
autark von einem möglicherweise ausgefallenen Stromnetz versorgten Schachttür-Kontakten
einzubinden.
[0014] Weiterhin vorteilhafterweise entfällt somit auch die Notwendigkeit, jedes Stockwerk
mit einem Hebel zum manuellen Betätigen der Hebelvorrichtung auszustatten. Es genügt
eine einzige, zentrale Bedienstelle.
[0015] Als Zeitelement sind ebenfalls rein mechanische oder hydraulisch-mechanische Lösungen
bevorzugt. Eine erfindungsgemässe hydraulisch-mechanische Lösung ist beispielsweise
dadurch realisiert, dass ein Kolben in einem beispielsweise mit Öl befüllten Zylinder
mittels der manuellen Hebelumlegung aus einer annähernd mittigen, druckausgeglichenen
Position herausbewegt wird. Der Kolben ist mit mindestens einer Hubstange oder mit
mindestens einer Druckleitung mit einem Stellglied der Antriebsbremse verbunden. Die
mittige, druckausgeglichene Position des Kolbens entspricht einer Position des Stellglieds,
die wiederum selber einer geschlossenen, aktivierten Position der Antriebsbremse entspricht.
Ein Bewegen des Stellglieds aus dieser Position heraus - was in einer oder auch zwei
Richtungen linear erfolgen kann - öffnet die Antriebsbremse. Der Druckausgleich zwischen
den beiden Kammern des Zylinders erfolgt in einer definierten Zeitspanne und somit
ist die Antriebsbremse nur für diese Zeitspanne geöffnet, in der der Druckausgleich
stattfindet.
[0016] Eine weitere erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante einer Einrichtung zum manuellen
Lösen einer Antriebsbremse bedient sich einer rein mechanischen Ausgestaltungsvariante
eines Zeitelements, das nach dem Prinzip einer federbewehrten Rätsche bzw. einer mechanischen
Uhr funktioniert. Eine Feder wird hierbei durch den manuellen Betätigungshebel so
angezogen, dass sie ihre Spannkraft in die Drehung einer Scheibe mit Segmenten umsetzt.
Die Segmente haben ansteigende Durchmesser und drücken ausschliesslich mit den grössten
Durchmessern gegen das Stellglied der Antriebsbremse und lösen sie somit periodisch.
Grundsätzlich ist diese Erzeugung einer mechanischen "Stotterbremse" auch mittels
einer Kurbel statt eines Betätigungshebels und einer Feder möglich.
[0017] Eine dritte, rein mechanische erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante eines Zeitelements
nutzt die Schwerkraft eines Gewichts, das, verzögert durch ein Gewinde, auf einer
annähernd senkrecht und fix stehenden Spindel läuft oder umgekehrt die Schwerkraft
einer Spindel, die in einer annähernd senkrecht und fix angeordneten Mutter läuft.
Es ist ohne Weiteres möglich, über die Steigung des Gewindes und/oder den Bearbeitungsgrad
der Oberflächen der Gewinde konstant bleibende Zeitspannen zu definieren, in denen
das Gewicht bzw. die Spindel das Stellglied der Antriebsbremse betätigt und sie somit
löst. Diese Bewegung entspricht einem einzelnen Löse-Zyklus der Antriebsbremse und
somit einer Etappe auf dem Weg der Aufzugskabine zu dem vorgesehenen Evakuations-Stockwerk.
Für die Beschreibung einer weiteren Etappe erfolgt eine Rücksetzung dieses Zeitelements
beispielsweise durch eine Drehung der Spindel bzw. des Gewichts um eine Drehung, die
in einem Bereich von 170-190 Grad liegt, vorzugsweise jedoch 180 Grad beträgt. Diese
Drehung kann mit einem Ritzel und einem Zahnkranz erfolgen, in dem die Spindel angeordnet
ist, oder mit einem Kettenantrieb. Das Auslösen des Betätigungshebels kann sich bei
dieser Ausgestaltungsvariante somit vorteilhafterweise alleinig auf die Umdrehung
der Spindel bzw. des Gewichts um 180 Grad beschränken.
[0018] Es ist jedoch auch möglich, einen ersten Betätigungshebel für das Starten des Gewichts
bzw. der Spindel und einen zweiten Betätigungshebel für das Rücksetzen des Zeitelements
vorzusehen. Das Rücksetzen kann durch eine Drehung um 180 Grad erfolgen, wobei das
Gewicht bzw. die Spindel demzufolge auf bzw. in dem Gewinde zurücklaufen wird. Dieses
Zurücklaufen kann grundsätzlich auch zur Betätigung des Stellglieds der Antriebsbremse
verwendet werden und so einen weiteren Lösezyklus der Antriebsbremse ergeben.
[0019] Um eine voluminöse Drehvorrichtung des Zeitelements zu vermeiden, bietet es sich
an, die Spindel exzentrisch von dem Drehpunkt der Drehvorrichtung anzuordnen und die
Rücksetzung in eine erste Betätigung des zweiten (Rücksetz-) Betätigungshebels bzw.
eine erste Drehung um 180 Grad und eine zweite Betätigung des zweiten (Rücksetz-)
Betätigungshebels bzw. eine zweite Drehung um 180 Grad aufzuteilen, sodass durch die
erste Drehung das Gewicht bzw. die Spindel ohne Betätigung des Stellglieds auf bzw.
in dem Gewinde zurückläuft und durch die zweite Drehung eine 360-Grad-Drehung in die
ursprüngliche Position vervollständigt wird, aus der ein zweiter Lösezyklus der Antriebsbremse
durch eine Betätigung des ersten (Start-) Betätigungshebels gestartet werden kann.
[0020] Vorteilhaft ist bei dieser letztbeschriebenen Ausgestaltungsvariante mit einer Spindel
insbesondere, dass die Muskelkraft des Servicemannes nicht direkt für das Lösen der
Antriebsbremse eingesetzt wird, sondern ausschliesslich nur für das Auslösen eines
dann selbsttätig erfolgenden, einzelnen Lösezyklus der Antriebsbremse. Bei der Ausgestaltungsvariante
mit einem hydraulisch-mechanischen Zeitelement muss der Servicemann oder die rettende
Person die nötige Muskelkraft aufbringen, um den Kolben zu komprimieren, also denjenigen
absoluten Kraftbetrag, der dann auch auf die Antriebsbremse wirkt. Ähnlich verhält
es sich bei der federbewehrten Rätsche, auch hier muss der Servicemann oder die rettende
Person die nötige Muskelkraft zum Spannen der Feder aufbringen, also denjenigen absoluten
Kraftbetrag, der dann auch die Antriebsbremse tatsächlich löst. Dadurch jedoch, dass
bei der letztbeschriebenen Ausgestaltungsvariante eines Zeitelements mit einer Spindel
die Schwerkraft ausgenützt wird, ist die Qualität oder Dauer der Muskelkraft des Servicemannes
oder einer anderweitigen, sonstigen rettenden Person hinsichtlich der Antriebsbremse
irrelevant. Mit anderen Wörtern, kann bei der letztbeschriebenen Ausgestaltungsvariante
der Unsicherheitsfaktor Mensch den Zustand der Antriebsbremse (und eine dadurch mögliche
unkontrollierte Beschleunigung der Aufzugskabine) gar nicht beeinflussen, sondern
nur die Anzahl der ausgelösten einzelnen Lösezyklen der Antriebsbremse, die dann jeder
für sich kraftunabhängig und identisch ablaufen.
[0021] Die letztbeschriebene Ausgestaltungsvariante ist prinzipiell statt eines Gewichts
auch mit einem Stellglied realisierbar, das federgesteuert oder mit einem Stellmotor
- vorzugsweise mit einer autarken Stromversorgung - auf einer Schiene an dem Stellglied
der Antriebsbremse vorbeibewegt wird.
[0022] Die beschriebenen Ausgestaltungsvarianten einer erfindungsgemässen Einrichtung zum
manuellen Lösen der Antriebsbremse können alternativ auch dadurch realisiert sein,
dass das Zeitelement nicht auf ein Stellglied der Antriebsbremse wirkt, sondern die
manuelle Hebelwirkung des Betätigungshebels unmittelbar die Antriebsbremse öffnet
und gleichzeitig das Zeitelement "einschaltet". Das Zeitelement wirkt direkt auf den
Betätigungshebel und setzt ihn nach Ablauf der definierten Zeitspanne in seine Ausgangsposition
zurück, die der geschlossenen Position der Antriebsbremse entspricht. Diese Ausgestaltungsvarianten,
bei denen das Zeitelement direkt auf den Betätigungshebel wirkt, können sich unter
spezifischen baulichen Voraussetzungen als vorteilhaft einfach erweisen.
[0023] Die Übertragung der manuellen Hebelwirkung des Betätigungshebels - auf das Zeitelement
oder direkt auf die Antriebsbremse - kann, insbesondere angesichts des Vorteils, dass
eine erfindungsgemässe Einrichtung zum manuellen Lösen der Antriebsbremse mit einer
einzigen, zentralen Bedienstelle auskommt, kostengünstig mittels einer Hebelanordnung
mit Gelenken oder aber auch herkömmlich mittels eines Bowdenzugs realisiert sein.
[0024] Eine weitere und bevorzugte Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Einrichtung
zum manuellen Lösen der Antriebsbremse für Notevakuationen trägt der Tatsache Rechnung,
dass eine selbsttätige Bewegungstendenz der Aufzugskabine nur dann vorliegt, wenn
sich die Aufzugsanlage, sprich die Aufzugskabine und das Gegengewicht, gerade in einem
Ungleichgewicht befinden. Da es jedoch aus Energieeffizienz- und Verschleissgründen
gerade erwünscht ist, möglichst oft einen Betrieb der Aufzugsanlage in ausbalanciertem
Zustand zu finden, kann es relativ oft passieren, dass sich bei einem Notfall die
Aufzugskabine auch bei geöffneter Antriebsbremse nicht selbsttätig nach oben oder
unten bewegt, sondern unverändert in ihrer Notstopps-Position im Aufzugsschacht stehenbleibt.
[0025] Demzufolge seien die bisher offenbarten Ausgestaltungsvarianten einer erfindungsgemässen
Einrichtung zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse einerseits mit den Lehren der
Patentschrift
EP 1 270 487 B1 der gleichen Anmelderin kombinierbar.
[0026] Andererseits sind die bisher offenbarten Ausgestaltungsvarianten einer erfindungsgemässen
Einrichtung zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse beliebig mit weiterhin erfindungsgemässen
Balance-Korrektureinrichtungen kombinierbar, die im Folgenden beschrieben werden.
[0027] Eine erste Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Balance-Korrektureinrichtung
sieht vor, dass an dem zentralen Anbringungsort für den Betätigungshebel für das manuelle
Lösen der Antriebsbremse ein weiterer Betätigungshebel in Form einer Kurbel angeordnet
ist. Diese Kurbel ist vorzugsweise bei Bedarf aufsetzbar und dreht - vorzugsweise
mittels einer Übersetzung und weiterhin vorzugsweise gesichert mittels einer Rätsche
- ein Endlosseil, das in dem Aufzugsschacht gespannt ist und mit der Aufzugskabine
oder dem Gegengewicht verbunden ist. Der Servicemann betätigt zuerst den Betätigungshebel
zum manuellen Lösen der Antriebsbremse und, sofern sich die Aufzugskabine nicht selbsttätig
bewegt, anschliessend die Kurbel. Optional hat der Servicemann die Möglichkeit, für
diese momentan gerade herrschende Gleichgewichtssituation zwischen Gegengewicht und
Aufzugskabine, die Deaktivierung der Antriebsbremse durch eine - vorzugsweise ebenfalls
mechanische - Entkopplung aufrechtzuerhalten.
[0028] Die optionale Rätsche der Kurbel ist vorzugsweise umschaltbar, sodass der Servicemann
- gesichert durch die Rätsche - nach Belieben in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung die
Aufzugskabine zum nächstgelegenen Stockwerk als Evakuations-Stockwerk verfahren kann.
[0029] Eine weitere Ausgestaltungsvariante dieser ersten Balance-Korrektureinrichtung oder
vielmehr Verfahr-Einrichtung für den Fall einer herrschenden Gleichgewichtssituation
zwischen Gegengewicht und Aufzugskabine benützt das Endlosseil des Geschwindigkeitsbegrenzers.
Diese Ausgestaltungsvariante lässt dem Servicemann jedoch nicht die Wahl, in welche
Richtung er die Aufzugskabine verfährt. Sie funktioniert vorzugsweise ausschliesslich
in Abwärtsrichtung der Aufzugskabine, weil Aufwärtsbewegungen des Begrenzerseils die
Fangvorrichtungen der Aufzugskabine auslösen würden.
[0030] Eine weitere erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante einer Balance-Korrektureinrichtung,
die mit einer der erfindungsgemässen Einrichtungen zum manuellen Lösen der Antriebsbremse
optional kombinierbar ist, sieht mindestens ein Korrekturgewicht vor, das vorzugsweise
auf den Tragmittelstrang zwischen Treibscheibe und Gegengewicht weiterhin vorzugsweise
ebenfalls mechanisch aufsetzbar ist.
[0031] Das Korrekturgewicht ist vorzugsweise ortsfest im Aufzugsschacht unterhalb der Treibscheibe
angeordnet und besteht im Wesentlichen aus zwei zylindrischen Gewichtshälften, die
mit mindestens einem Gelenk so verbunden sind, dass sie den Tragmittelstrang im Normalbetriebsfall
geöffnet umschliessen. Der geöffnete Zustand dieser beiden Gewichtshälften ist durch
die Vorspannung mindestens einer Feder bewerkstelligt, die in einem Rastmechanismus
eingerastet ist. Wird nun im geschilderten Evakuationsfall, bei dem gleichzeitig auch
Gleichgewichtssituation zwischen Gegengewicht und Aufzugskabine herrscht, eine Erzeugung
einer selbsttätigen Bewegungstendenz erforderlich, so steht dem Servicemann ein weiterer
Betätigungshebel zur Verfügung, der den Rastmechanismus und gleichzeitig eine Haltevorrichtung
für das Korrekturgewicht ausklinkt. Die Folge hiervon ist, dass sich die zwei Gewichtshälften
des Korrekturgewichts um den Tragmittelstrang so schliessen, dass das Korrekturgewicht
frei am Tragmittelstrang in einer Führung heruntergleiten kann. Um nicht mit zu grosser
Wucht auf das Gegengewicht aufzuschlagen, weist das Gegengewicht vorzugsweise eine
progressiv arbeitende Feder an seiner Oberseite bzw. an seiner Tragmittelbefestigung
auf, die das Korrekturgewicht auffängt.
[0032] Auf diese Weise ist der Tragmittelstrang zwischen Treibscheibe und Gegengewicht zusätzlich
beschwert und die Aufzugskabine bewegt sich nun bei geöffneter Antriebsbremse selbsttätig
nach oben.
[0033] Die Haltevorrichtung des Korrekturgewichts ist vorzugsweise so ausgestaltet, dass
sie bei dem nächstfolgenden Erreichen des Gegengewichts mit aufgesatteltem Korrekturgewicht
derjenigen Position im Aufzugsschacht, in der das Korrekturgewicht gehalten war, automatisch
das Korrekturgewicht wieder aufnimmt und einrasten lässt. Das Korrekturgewicht kann,
wie schon erwähnt, selber durch das Schliessen der beiden Gewichtshälften eine Führung
bilden, die direkt auf dem oder den Tragmitteln läuft. Vorzugsweise jedoch weist das
Korrekturgewicht Führungsrollen in dieser Führung auf, oder/und Führungsrollen, mit
denen es auf den Führungsschienen des Gegengewichts mitlaufen kann.
[0034] Dieses erfindungsgemässe Rücksetzen des Korrekturgewichts kann bei dem anschliessend
folgenden Normalbetrieb erfolgen oder aber auch bei einer Servicefahrt, die das Gegengewicht
eine höhere Position im Aufzugsschacht als bei Normalfahrt erreichen lässt. Letzteres
ist bevorzugt, um in letzter Konsequenz alle erdenklichen Notfälle abzudecken. Es
ist nämlich möglich, dass die Aufzugsanlage exakt in tiefster Aufzugskabinen-Position
und somit höchster Gegengewichts-Position stehenbleibt und gleichzeitig zwischen Gegengewicht
und Aufzugskabine gerade kein Ungleichgewicht herrscht. Wenn nun das Korrekturgewicht
in seiner Haltevorrichtung oberhalb dieser Gegengewichts-Position angeordnet sein
muss, um auch in diesem Notfall auf das Gegengewicht aufgesattelt werden zu können,
so wird diese höchste Gegengewichts-Position bei dem nächsten Erreichen während Normalfahrt
in der Höhe nicht genügen, um das Korrekturgewicht in die offene Haltevorrichtung
einklinken zu lassen.
[0035] Demzufolge ist es bevorzugt, um auch diesen Notfall abzudecken, in dem Stillstand
in der höchsten Gegengewichts-Position plus Aufzugsanlage im Gleichgewicht zusammentreffen
sollten, eine anschliessend an die durchgeführte Evakuation erfolgende kontrolliert
und absichtlich über die höchste Normalbetriebs-Gegengewichts-Position hinausgehende
Servicefahrt durchzuführen, bei der das Gegengewicht seines Korrekturgewichts durch
Hineinfahren und automatisches Einklinken in die Haltevorrichtung wieder entledigt
wird.
[0036] Eine weitere Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Balance-Korrektureinrichtung
sieht ebenfalls mindestens ein Korrekturgewicht vor, das bei Normalbetrieb ebenfalls
federbewehrt und in einer Haltevorrichtung eingerastet wie eine offene Klaue den Tragmittelstrang
umgibt. Die beiden halbzylindrischen Gewichtshälften weisen jedoch im Unterschied
zu der vorhergehenden Ausgestaltungsvariante innen ein Negativprofil auf, das zu dem
Querschnitt des Tragmittelstrangs komplementär ist. Darüber hinaus ist die Vorspannungskraft
der Feder hoch und das Negativprofil mit rutschfestem Material ausgekleidet, sodass
das Korrekturgewicht dauerhaft an dem Tragmittelstrang anklemmbar ist.
[0037] Jedenfalls so dauerhaft, bis das Korrekturgewicht bei der nächstfolgenden Aufwärtsfahrt,
die auch eine beliebige Normalbetriebs-Fahrt sein kann, die Haltevorrichtung passiert
und somit wieder in diese einklinkt und so vom Tragmittelstrang abgeklemmt wird. Diese
letztere Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Balance-Korrektureinrichtung
kommt somit ohne eine oder mehrere das Korrekturgewicht auffangende Feder aus.
[0038] Die vorhin beschriebene Ausgestaltungsvariante einer Balance-Korrektureinrichtung
mit mindestens einem Korrekturgewicht, das am Tragmittelstrang abgefedert auf das
Gegengewicht heruntergleitet, ist grundsätzlich auch für den Tragmittelstrang zwischen
Treibscheibe und Aufzugskabine geeignet, bedingt jedoch eine sanfte Abfederung an
der Oberseite der Aufzugskabine, die die festsitzenden Passagiere nicht unnötig erschreckt.
Bei der letztbeschriebenen Ausgestaltungsvariante einer Balance-Korrektureinrichtung
mit den am Tragmittelstrang anklemmbaren Korrekturgewichten hingegen, kommen die Korrekturgewichte
mit dem Gegengewicht oder der Aufzugskabine nicht in Kontakt. Dieses wiederum macht
einerseits keine Abfederung oder Führungsschienen für das Korrekturgewicht nötig und
somit die letztere Ausgestaltungsvariante kostengünstig. Andererseits bietet es sich
an, die letztere Ausgestaltungsvariante mit einer Wahlmöglichkeit für den Servicemann
auszustatten, das Korrekturgewicht sowohl auf den Tragmittelstrang zwischen Treibscheibe
und Gegengewicht, als auch auf den Tragmittelstrang zwischen Treibscheibe und Aufzugskabine
anklemmen zu können, je nachdem, ob er die Aufzugskabine in Aufwärts- oder Abwärtsrichtung
bewegen will. Hierfür ist die Haltevorrichtung für das Korrekturgewicht im Aufzugsschacht
so schwenk- oder/und verschiebbar angeordnet, dass sie eine Position für das Anklemmen
an dem Gegengewichts-Tragmittelstrang und eine Position für das Anklemmen an dem Aufzugskabinen-Tragmittelstrang
einnehmen kann, vorzugsweise ebenfalls rein mechanisch über einen weiteren Betätigungshebel
verstellbar.
[0039] Die letztbeschriebene Ausgestaltungsvariante einer Balance-Korrektureinrichtung ist
insbesondere für Hochgeschwindigkeits-Aufzugsanlagen mit grossen Förderhöhen geeignet,
die üblicherweise in 1:1 Aufhängungen realisiert sind. Bei 2:1 Aufhängungen hingegen
ist zu beachten, dass das Korrekturgewicht nur diejenige virtuelle Wegstrecke zurücklegen
kann, die von dem Anklemmpunkt unmittelbar unterhalb der Treibscheibe bis zu einem
Kollisionspunkt des Korrekturgewichts mit der Aufzugskabine oder dem Gegengewicht
reicht, je nachdem, was sich in der zweistrangigen Aufhängung (meistens Unterschlingung)
befindet. Dieses entfaltet wenig Relevanz, sofern sich die Last (Aufzugskabine oder
Gegengewicht), die herunterbewegt werden soll, nicht in ihrer höchsten Position im
Aufzugsschacht befindet. Die erwähnte virtuelle Wegstrecke des Korrekturgewichts reicht
dann allemal für ein Verfahren der Aufzugskabine bis zu dem nächstgelegenen Stockwerk.
Erforderlich ist allerdings, dass nach erfolgter Evakuation - vorzugsweise mittels
einer Servicefahrt - als Erstes diejenige Position der Aufzugskabine angefahren wird,
in der sie feststeckte. Das Korrekturgewicht gelangt so, ohne eine mögliche Kollision
verursachen zu können, auf direktem Weg zurück in seine es einklinkende und so vom
Tragmittelstrang wieder entfernende Haltevorrichtung.
[0040] Wenn hingegen die sich in einer Unterschlingung oder jedenfalls in einer zweistrangigen
Aufhängung befindliche Last, die herunterbewegt werden soll, in ihrer höchsten Position
im Aufzugsschacht steckengeblieben ist, so ist der erwähnte virtuelle Weg des Korrekturgewichts
sehr beschränkt. Er ist dann unter Umständen so kurz, dass er von dem ortsfesten Anklemmpunkt
des Korrekturgewichts unterhalb der Treibscheibe nur bis zu dem virtuellen Punkt auf
dem Abwärtsweg der Last reicht, an dem das Korrekturgewicht mit dem schachtinneren
oberen Eck der Last kollidieren würde. Dieser kurze Weg genügt unter Umständen nicht
für ein Verfahren der Aufzugskabine bis zum nächsttieferen Stockwerk.
[0041] Demzufolge ist es weiterhin erfindungsgemäss vorgesehen, dass das bzw. die Korrekturgewichte
so schmal ausgestaltet sind, dass sie an der schachtinneren Seite der Last vorbeipassen
und somit nicht mit dem oberen schachtinneren Eck der Last, sondern erst mit dem schachtinneren
unteren Eck bzw. der dort angeordneten schachtinneren Umlenkrolle kollidieren könnten.
Dieser auf diese Art verlängerte virtuelle Weg des Korrekturgewichts ergibt eine Wegstrecke
für die Aufzugskabine, die auf jeden Fall für das Erreichen des nächstgelegenen Stockwerks
genügt.
[0042] Wie schon erwähnt, sind die unterschiedlichen Ausgestaltungsvarianten von mechanischem
oder hydraulischmechanischem Zeitelement frei mit einem der offenbarten Antriebsbremsen-Lösemechanismen
(Hebelanordnung, Stellglied oder Bowdenzug) kombinierbar oder mit einer Ausgestaltungsvariante,
die unmittelbar auf den Betätigungshebel selbst wirkt. Desgleichen sind alle diese
Ausgestaltungsvarianten frei mit den zitierten oder hier offenbarten Ausgestaltungsvarianten
einer Balance-Korrektureinrichtung kombinierbar.
[0043] Weitere oder vorteilhafte Ausgestaltungen einer erfindungsgemässen Einrichtung zum
manuellen Lösen einer Antriebsbremse bilden die Gegenstände der abhängigen Ansprüche.
[0044] Anhand von Figuren wird die Erfindung symbolisch und beispielhaft näher erläutert.
Die Figuren werden zusammenhängend und übergreifend beschrieben. Gleiche Bezugszeichen
bedeuten gleiche Bauteile, Bezugszeichen mit unterschiedlichen Indices geben funktionsgleiche
oder ähnliche Bauteile an.
[0045] Es zeigen dabei
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Aufzugsanlage gemäss Stand der Technik
mit einem Bowdenzug zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse;
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Aufzugsanlage mit einer erfindungsgemässen
Einrichtung zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse mit einem Zeitelement;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen hydraulisch-mechanischen
Zeitelements;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemässen,
rein mechanischen Zeitelements;
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemässen
mechanischen Zeitelements;
Fig. 6 ein Schaubild der Schliesskraft der Antriebsbremse in Abhängigkeit zu der Zeit
und
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen
Balance-Korrektureinrichtung.
[0046] Die Fig. 1 zeigt eine Aufzugsanlage 100, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt
ist, beispielsweise in dargestellter 2:1 Aufhängung. In einem Aufzugsschacht 1 ist
eine Aufzugskabine 2 verfahrbar angeordnet, die über ein Tragmittel 3 mit einem verfahrbaren
Gegengewicht 4 verbunden ist. Das Tragmittel 3 wird beim Betrieb mittels einer Treibscheibe
5 einer Antriebseinheit 6 angetrieben, die im obersten Bereich des Aufzugsschachtes
1 in einem Maschinenraum 12 angeordnet sind. Die Aufzugskabine 2 und das Gegengewicht
4 werden mittels sich über die Schachthöhe erstreckender Führungsschienen 7a bzw.
7b und 7c geführt.
[0047] Die Aufzugskabine 2 kann auf einer Förderhöhe h eine oberste Stockwerktüre 8, weitere
Stockwerktüren 9 und 10 und eine unterste Stockwerktüre 11 bedienen. Der Aufzugsschacht
1 ist aus Schacht-Seitenwänden 15a und 15b, einer Schachtdecke 13 und einem Schachtboden
14 gebildet, auf dem ein Schachtbodenpuffer 19a für das Gegengewicht 4 und zwei Schachtbodenpuffer
19b und 19c für die Aufzugskabine 2 angeordnet sind.
[0048] Das Tragmittel 3 ist an einem ortsfesten Befestigungspunkt bzw. Tragmittelfixpunkt
16a an der Schachtdecke 13 befestigt und parallel zu der Schacht-Seitenwand 15a zu
einer Tragrolle 17 für das Gegengewicht 4 geführt. Von hier wiederum zurück über die
Treibscheibe 5, zu einer ersten Umlenk- bzw. Tragrolle 18a und einer zweiten Umlenk-
bzw. Tragrolle 18b, die Aufzugskabine 2 unterschlingend und zu einem zweiten ortsfesten
Befestigungspunkt bzw. Tragmittelfixpunkt 16b an der Schachtdecke 13.
[0049] Eine herkömmliche Einrichtung 200 zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse 22 umfasst
auf jedem der Stockwerke 8-11 jeweils einen Betätigungshebel 20a-20d, der einem Servicemann
bei gleichzeitiger Beobachtung der Aufzugskabine 2 erlaubt, mittels eines Bowdenzugs
21 die Antriebsbremse 22 der Antriebseinheit 6 manuell zu lösen. Je nach momentaner
Belegung der Aufzugskabine 2, d.h., je nachdem, ob sie schwerer oder leichter als
das Gegengewicht 4 ist, bewegt sich die Aufzugskabine 2 bei Lösung der Antriebsbremse
22 durch einen der Betätigungshebel 20a-20d zum Stockwerk 9 oder zum Stockwerk 8 als
möglichem Notevakuations-Stockwerk.
[0050] Essentiell, aber gleichzeitig auch nachteilig ist, dass sich der Servicemann auf
einem der Stockwerke 8 oder 9 befinden muss und den entsprechenden Betätigungshebel
20a oder 20b betätigen muss, um zuerst einmal mittels eines kurzzeitigen Lösens der
Antriebsbremse 22 festzustellen, ob die Aufzugskabine 2 eine Bewegungstendenz nach
oben zum Stockwerk 8 oder nach unten zum Stockwerk 9 hat. Unter Umständen muss er
sodann das Stockwerk und den Betätigungshebel wechseln.
[0051] Die Fig. 2 zeigt schematisch eine erfindungsgemässe Aufzugsanlage 100a mit einer
erfindungsgemässen Einrichtung 200a zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse 22a.
Ein einziger und zentraler Betätigungshebel 20e ist optional in dem Maschinenraum
12 angeordnet, er kann aber auch, im Falle sogenannter maschinenraumloser Aufzugsanlagen,
auf einem beliebigen Stockwerk platziert sein. Vorteilhaft ist jedenfalls die Kosteneffizienz
der Einrichtung 200a, die im Vergleich zu der Einrichtung 200 aus Fig. 1 mit dem nur
einen einzigen, zentralen Betätigungshebel 20e auskommt. Das Erfordernis des Beobachtens
der Aufzugskabine 2 kann erfindungsgemäss entfallen, weil ein Zeitelement 23 bzw.
ein Zeitglied bzw. eine Zeitsteuerung erfindungsgemäss das Lösen der Antriebsbremse
22a nach Verstreichen einer zeitlich definiert begrenzten Zeitspanne automatisch aufhebt.
[0052] Des Weiteren ist beispielhaft für eine Sprechfunkverbindung zwischen Maschinenraum
12 und der Aufzugskabine 2 durch Sende-/Empfangseinheiten 24a und 24b gesorgt. Die
Stromversorgung dieser Sprechfunkverbindung erfolgt beispielsweise über einen Akku
25, der durch die Fahrten der Aufzugskabine 2 in Normalbetrieb stets geladen gehalten
wird.
[0053] Das Zeitelement 23 wirkt in der dargestellten Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen
Einrichtung 200a zum manuellen Lösen der Antriebsbremse 22a auf einen Bowdenzug 21a,
wodurch die Antriebsbremse 22a erneut schliesst und der Betätigungshebel 20e zurückgesetzt
wird. Die Verbindung zwischen dem Bowdenzug 21a und dem Betätigungshebel 20e kann
der Einfachheit halber jedoch auch so ausgestaltet sein, dass auf eine Abwärtsbewegung
des Betätigungshebels 20e für ein erneutes Auslösen eines Lösezyklus der Antriebsbremse
22a alternierend eine Aufwärtsbewegung des Betätigungshebels 20e folgen muss und dann
wieder eine Abwärtsbewegung usw. Die Verbindung zwischen dem Betätigungshebel 20e,
dem Zeitelement 23 und der Antriebsbremse 22a kann, wie schon erwähnt, alternativ
auch durch eine mechanische Hebel- bzw. Gestänge-Anordnung mit Gelenken realisiert
sein.
[0054] In der Fig. 3 ist eine erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante eines Zeitelements
23a dargestellt, die kombiniert hydraulisch und mechanisch funktioniert und in eine
erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante einer Einrichtung 200b zum manuellen Lösen
einer Antriebsbremse 22b. Durch die Betätigung eines Betätigungshebels 20f, der in
einem ortsfest angeordneten Rahmen 26 mittels eines Drehlagers 27 gelagert ist, wird
ein annähernd halbkreisförmiges Stellrad 28 gedreht. Hierbei greift eine Verzahnung
29a in eine komplementäre Verzahnung 29b an der Aussenwandung eines Zylinders 30.
Der Zylinder 30 ist mit Dichtungen 31a und 31b auf einer Kolbenstange 32 gelagert,
die annähernd mittig einen Kragen 33 mit Bohrungen 44a und 44b ausbildet und dadurch
zwei Druckkammern 34a und 34b, die vorzugsweise mit Hydraulik-Öl befüllt sind. Die
Kolbenstange 32 ist in Laschen 35a und 35b mit Schraubbefestigungen 36a und 36b an
dem ortsfest angeordneten Rahmen 26 befestigt, sodass Bewegungen des Betätigungshebels
20f bzw. Drehungen des Stellrades 28 über die ineinandergreifenden Verzahnungen 29a
und 29b zu einer linearen Verschiebebewegung des Zylinders 30 entlang einer Achse
43 der Kolbenstange 32 führen. Dadurch wiederum entsteht - je nach Bewegungsrichtung
- in einer der Druckkammern 34a oder 34b ein Überdruck und gleichzeitig in der anderen
Druckkammer 34b oder 34a ein Unterdruck, der in einer definierten Zeitspanne Ausgleich
sucht und somit den Zylinder 30 in eine (bei dargestellt gleich grossen Druckkammern
34a und 34b) mittige Position zurückdrückt, in der der Kragen 33 erneut in der Mitte
des Zylinders 30 steht. Das Volumen der Druckkammern 34a und 34b, die Viskosität des
Hydraulik-Öls und der Durchmesser der Bohrungen 44a und 44b in dem Kragen 33 sind
die massgeblichen Faktoren für die Zeitspanne, in der der Druckausgleich stattfindet.
[0055] Es ist optional jedoch auch zusätzlich möglich, zwischen die Innenwandungen des Zylinders
30 und den Kragen 33, die Kolbenstange 32 umgebend, jeweils eine Feder anzuordnen.
[0056] Die Aussenwandung des Zylinders 30 weist diametral gegenüberliegend zu der Verzahnung
29b einen Absatz 37 auf, in dem eine Rolle 38 gelagert ist. Die Rolle 38 drückt gegen
ein Stellglied 39 der nur angedeuteten Antriebsbremse 22b. Das Stellglied 39 weist
eine konkave Ausformung 40 auf - und optional auch eine Vertiefung 41 - die gegen
den Druck der Rolle 38 für einen annähernd maximalen Schliessdruck der Antriebsbremse
22b sorgt. Wenn nun der Betätigungshebel 20f den Zylinder 30 entlang der Achse 43
nach unten in eine Richtung Z
u oder nach oben in eine Richtung Z
o bewegt und somit der Absatz 37 die annähernd mittige Position auf der konkaven Ausformung
40 verlässt, öffnet das Stellglied 39 gegen den Druck nicht näher dargestellter Federn
der Antriebsbremse 22b durch eine Verschiebung in den Führungen 42a und 42b den Schliessdruck
der Antriebsbremse 22b. Sobald jedoch der Druckausgleich zwischen den Druckkammern
34a und 34b stattgefunden hat, nehmen der Absatz 37 und die Rolle 38 die mittige Position
wieder ein und die Antriebsbremse 22b schliesst sich erneut, aufgrund der ihr inhärenten
- und nicht näher dargestellten - Federn.
[0057] Auf diese Weise öffnet das Zeitelement 23a die Antriebsbremse 22b zeitgesteuert und
setzt gleichzeitig den Betätigungshebel 20f in eine annähernd mittige Ausgangsposition
zurück. Die dargestellte Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Einrichtung
200b zum manuellen Lösen der Antriebsbremse 22b kann sowohl in die Richtung Z
o, als auch in die Richtung Z
u bedient werden. Es ist jedoch auch ohne Weiteres denkbar, eine Ausgestaltungsvariante
zu realisieren, bei der der Betätigungshebel 20f seine Ausgangsposition, die der geschlossenen
Antriebsbremse 22b entspricht, in einer Vertikalen Z hat und seine Betätigung nur
in eine Richtung möglich ist, nämlich in die Richtung Z
u, hin zu einer Horizontalen X. Die Verzahnung 29a braucht in diesem Fall nur annähernd
einem Viertelkreis zu entsprechen.
[0058] Die Fig. 4 zeigt eine weitere Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemässen Zeitelements
23b, das im Unterschied zu der Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemässen Zeitelements
23a aus Fig. 3 rein mechanisch funktioniert und in dem gezeigten Ensemble eine weiterhin
erfindungsgemässe Einrichtung 200c zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse 22c bildet.
[0059] Ein Betätigungshebel 20g kann aus der Vertikalen Z in die Horizontale X umgelegt
werden. Hierbei klinkt ein Einrastmechanismus 45 ein und spannt eine Feder 46 so,
dass ein Zahnrad 47a mit einer Verzahnung 48a oder ein Reibrad und ein Zahnrad 47b
mit einer Verzahnung 48b oder ein Reibrad in den gezeigten Drehrichtungen gedreht
wird. An dem Zahnrad 47b ist mittels einer Schraubverbindung 50 eine Rätsche 49 befestigt,
die beispielsweise vier Segmente 51a-51d ausbildet. Eine Rolle 52 steht unter der
Vorspannung einer nicht näher dargestellten Feder der Antriebsbremse 22c an den Segmenten
51a-51d der Rätsche 49 an. Sobald die Rolle 52 mit ihrem Kontaktpunkt auf den Segmenten
51a-51d einen Auslöse-Durchmesser 55 überschreitet, wird eine Bremsbacke 53 der Antriebsbremse
22c geführt und gegen den Widerstand nicht näher dargestellter Federn der Antriebsbremse
22c in der Horizontalen X von einer innenliegenden Bremsfläche 56 der Treibscheibe
5 weggedrückt.
[0060] Bei dieser Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Einrichtung 200c zum manuellen
Lösen der Antriebsbremse 22c erfolgt das Lösen der Antriebsbremse 22c somit zeitgesteuert
durch die Feder 46, die hinsichtlich ihrer Kraft so gewählt sein kann, dass sie die
Drehung eines einzelnen Segments 51 bewirkt, also einen einzigen Lösezyklus der Antriebsbremse
22c, oder aber auch so, dass mehrere Segmente 51 aufeinanderfolgend an der Rolle 52
vorbeigedreht werden und somit eine bestimmte Anzahl von Lösezyklen der Antriebsbremse
22c ausgelöst werden.
[0061] Die Dauer eines Lösezyklus der Antriebsbremse 22c hängt von der Kraft der Feder 46
bzw. der Umdrehungsgeschwindigkeit der Rätsche 49, sowie von der Ausformung der Segmente
51a-51d ab. Zugunsten eines ruhigeren Laufs können die Segmente 51a-51d an beiden
Flanken identische kreisbogenförmige Oberflächen aufweisen.
[0062] Bei dieser Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Einrichtung 200c zum manuellen
Lösen der Antriebsbremse 22c ist es jedenfalls erforderlich, dass der Betätigungshebel
20g einen selbsttätigen Einrastmechanismus 45 aufweist, damit sich die Spannung der
Feder 46 aufbauen kann und an das Zahnrad 47a weitergegeben wird. Um den Betätigungshebel
20g für eine erneute Betätigung zurückzusetzen, muss der Servicemann nach erfolgter
Entspannung der Feder 46 einen Rastknopf 54 betätigen, um den Betätigungshebel 20g
manuell in die Vertikale Z zurückzusetzen.
[0063] Die Fig. 5 zeigt schematisch eine weitere Ausgestaltungsvariante eines erfindungsgemässen
Zeitelements 23c, das Bestandteil einer weiteren Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen
Einrichtung 200d zum manuellen Lösen einer Antriebsbremse 22d ist. Ein Betätigungshebel
20h setzt, aus der Zeichenebene herausgezogen, mittels eines Mitnehmers oder Schiebers
57, der in Kerben 69 an dem Aussendurchmesser eines Gewichts 58 ansetzt, das Gewicht
58 in eine Linksdrehung. Das Gewicht 58 weist ein nicht näher dargestelltes Innengewinde
auf, das einem Aussengewinde 60 einer annähernd senkrecht angeordneten Spindel 59
entspricht. Das Aussengewinde 60 verläuft durchgehend von einem oberen Ende 61a der
Spindel 59 bis zu einem unteren Ende 61b der Spindel 59 und weist eine Steigung auf,
die am oberen Ende 61a mit null oder zumindest mit einer anderen, beispielsweise auch
grösseren Steigung beginnt. Das Gewicht 58 hat somit in seiner höchsten Position keine
Bewegungstendenz, weil sein Gewinde in dem Gewinde mit unterschiedlicher Steigung
festklemmt und startet erst durch die Linksdrehung, die von dem Schieber 57 bzw. dem
Betätigungshebel 20h verursacht wird.
[0064] Das Gewicht 58 dreht sich nach der durch den Mitnehmer 57 initiierten Linksdrehung
jedenfalls frei auf der Spindel 59 hinunter in Richtung Z
u und passiert hierbei ein Stellglied 62, das an einer Strebe 63 befestigt ist und
in einem Gelenk 70a und einer Führung 64 in einem Rahmen 65 angeordnet ist. Der Druck
des Gewichts 58 gegen das Stellglied 62 erzeugt eine translatorische Bewegung eines
in einem weiteren Gelenk 70b gelagerten Stössels 71 in der Horizontalen X, die zum
zeitgesteuerten Öffnen der lediglich nur angedeuteten Antriebsbremse 22d dient. Ebenfalls
in dem Rahmen 65 ist in einem Lager 66 ein Zahnkranz 67 gelagert, in dem diesseits
seines Zentrums die Spindel 59 angeordnet ist.
[0065] Für die Rücksetzung dieser Einrichtung 200d zum manuellen Lösen der Antriebsbremse
22d ist der Zahnkranz 67 zwischen Ritzeln 68a und 68b so angeordnet, dass deren Zähne
in die Zähne des Zahnkranzes 67 eingreifen. Das Ritzel 68a dreht sich frei und dient
somit nur der Lagerung. Das Ritzel 68b hingegen kann optional mit einem weiteren Betätigungshebel
20i sowohl in die Zeichnungsebene heraus, als auch in die Zeichnungsebene hinein gedreht
werden. Vorzugsweise besteht zwischen dem Ritzel 68b und dem Zahnkranz 67 eine nicht
näher dargestellte Übersetzung, die bei einem Umlegen des Betätigungshebels 20i eine
Drehung des Zahnkranzes 67 um 180 Grad auslöst. Durch dieses Umlegen des Betätigungshebels
20i kommt somit die Spindel 59 jenseits des zentral angeordneten Lagers des Zahnkranzes
67 in umgekehrter Stellung zu stehen. Das Gewicht 58 dreht sich somit selbsttätig
von dem dann oben befindlichen Ende 61b der Spindel 59 - an diesem Ende 61b ist die
Steigung im Unterschied zum gegenüberliegenden Ende 61a mit der Steigung an der hauptsächlichen
Längenausdehnung der Spindel 59 identisch - zurück zu dem Ende 61a, das nun unten
steht, in die unterschiedliche Steigung hinein, was zu einem Festklemmen des Gewichts
58 am Gewinde 60 führt.
[0066] Der Servicemann bzw. das Rettungspersonal ist verpflichtet, nach diesem ersten Umlegen
des Betätigungshebels 20i eine vorgegebene Zeitspanne verstreichen zu lassen, bis
das Gewicht 58 in der tiefsten Position mit unterschiedlicher Steigung an dem Ende
61a der Spindel 59 angekommen ist und sich festgesetzt hat. Erst dann darf der Servicemann
den Betätigungshebel 20i ein zweites Mal umlegen, sodass die Spindel 59 mit einer
weiteren 180-Grad-Drehung eine komplette 360-Grad-Drehung in ihre ursprüngliche Stellung
vervollständigt, bereit für einen zweiten Lösezyklus der Antriebsbremse 22d. Aufgrund
der End- bzw. Anfangsstellung des Gewichts 58 in einem Gewinde mit nicht passender
Steigung, verharrt es in dieser Position, auch beim Schwenken, und muss mittels eines
erneuten Umlegens des Betätigungshebels 20h gestartet werden.
[0067] Optional zu einem Gewinde mit unterschiedlicher Steigung kommen auch eine oder auch
mehrere vorzugsweise federbewehrte Kugeln in Betracht, die in einer entsprechenden
gewindeförmigen Rollenbahn an der Spindel 59 bei null Steigung das Gewicht 58 halten,
sobald jedoch die initiierende Linksdrehung durch den Schieber 57 erfolgt ist, findet
die Kugel oder die Kugeln in die Windung oder die Windungen der Rollenbahn hinein
und lassen so das Gewicht 58 der Schwerkraft in Richtung Z
u folgen.
[0068] Es steht dem Fachmann frei, die Spindel 59 auch durchgehend mit einem normalen (beispielsweise
trapezförmigen oder rechteckigen) Gewinde auszustatten. Dieses bedingt jedoch einen
Auslösemechanismus durch den Betätigungshebel 20h, beispielsweise in Form einer federbewehrten
Sperrklinke an beiden Enden 61a und 61b der Spindel 59, auf die das Gewicht 58 am
unteren Ende 61b der Spindel 59 selbsttätig auffährt und sich einklinkt, sodass einerseits
das Gewicht 58 nicht schon während des folgenden Schwenkens um 180 Grad zurückzulaufen
beginnt und andererseits ein definierter Start durch den Betätigungshebel 20h erfolgen
kann. Selbstverständlich ist jedoch auch eine einfachere Ausgestaltungsvariante denkbar,
bei der der Start eines Lösezyklus der Antriebsbremse 22d in einer 180-Grad-Drehung
des anfangs unten stehenden Gewichts 58 besteht. Diese letztere Ausgestaltungsvariante
würde zudem lediglich nur mit dem einen Betätigungshebel 20i auskommen.
[0069] Die Fig. 6 zeigt ein Schaubild einer Schliesskraft F der Antriebsbremse 22 in Funktion
einer Zeit t im Zusammenhang mit dem Zeitelement 23. Zu einem Zeitpunkt t=0 ist die
Schliesskraft F der Antriebsbremse 22 F
max, bis sie ab einem ersten Betätigungszeitpunkt 80a des Zeitelements 23 zu fallen beginnt.
Sobald die Schliesskraft F einen Freigabe- bzw. Schliesswert 81 erreicht hat, gibt
die Antriebsbremse 22 die Aufzugskabine 2 frei. Es folgt eine erste Phase, bei der
die Schliesskraft F schlagartig bis auf null abfällt, für die Dauer eines Lösungszyklus
Lz
1 auf diesem Nullwert verharrt und anschliessend durch das Öffnen oder das Schliessen
des Zeitelements 23 (je nach Wirkungsweise der Antriebsbremse 22) schlagartig wieder
den Freigabe- bzw. Schliesswert 81 erreicht. Ab hier baut die Antriebsbremse 22 ihre
Schliesskraft F wieder bis zu der maximalen Schliesskraft F
max auf.
[0070] Die erste Phase von dem Freigabe- bzw. Schliesswert 81 bis zu dem erneuten Erreichen
des Freigabe- bzw. Schliesswerts 81 ergibt den ersten Lösezyklus Lz
1, in dem sich die Aufzugskabine 2 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit Øv
1 bewegt.
[0071] Eine zweite Betätigung des Zeitelements 23 ist in einem zweiten Betätigungszeitpunkt
80b angezeigt und eine dritte in einem dritten Betätigungspunkt 80c, worauf jeweils
ein analoger Diagrammverlauf folgt, mit entsprechenden Lösezyklen Lz
2 bzw. Lz
3 und Durchschnittsgeschwindigkeiten Øv
2 bzw. Øv
3.
[0072] Das Diagramm zeigt, dass, quasi als Sicherheitspuffer, der Lösezyklus Lz nicht sofort
mit der Betätigung des Zeitelements 23 einsetzt.
[0073] Die Aufzugskabine 2 erreicht während eines Lösezyklus Lz eine Durchschnittsgeschwindigkeit
Øv und daraus ergibt sich, je nach Anzahl betätigter Lösezyklen Lz eine mittlere Geschwindigkeit
v
m = Øv
1 + Øv
2 + Øv
3 + Øv
n / n = E Øv
n / n. Der in allen Lösezyklen Lz
1 + Lz
2 + Lz
3 + Lz
n zurückgelegte Weg der Aufzugskabine 2 ist s
AK = v
m / Σ Lz
n.
[0074] In der Fig. 7 ist eine Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Balance-Korrektureinrichtung
300 schematisch dargestellt. In einer Anklemm-Position 79, und zwar in einer ortsfest
angeordneten Haltevorrichtung 72, sind zwei Gewichtshälften 73a und 73b so gehalten,
dass sie das Tragmittel 3 in einem geöffneten Zustand C-förmig umschliessen. Die beiden
Gewichtshälften 73a und 73b sind zu der Haltevorrichtung 72 hin, wie mit einem Scharnier,
mit mindestens einem Gelenk 77 miteinander verbunden. Dieses Gelenk 77 ist mit einer
lediglich nur angedeuteten Feder 78 federbewehrt und bildet nicht näher dargestellte
Fortsätze aus, die zangenartig in ebenfalls nicht näher dargestellten spitz zulaufenden
Haltebahnen der Haltevorrichtung 72 gehalten sind. Wenn mittels eines Betätigungshebels
20j - beispielsweise über einen Bowdenzug 21b - die Haltevorrichtung 72 gelöst wird,
so gleiten die Fortsätze aus den Haltebahnen und die Feder 78 schliesst das Gelenk
77 bzw. die Gewichtshälften 73a und 73b zu einem Korrekturgewicht 75, das mit Führungen
74a und 74b auf dem Tragmittel 3 der Schwerkraft folgend hinuntergleiten kann. Optional
können die Führungen 74a und 74b mit Rollen ausgestattet sein.
[0075] Um den annähernd freien Fall des Korrekturgewichts 75 aufzufangen, ist an der Oberseite
des Gegengewichts 4 eine - vorzugsweise progressiv arbeitende - Feder 76 angeordnet.
[0076] Auf diese Weise ist das Gegengewicht 4 zusätzlich mit dem Gewicht des Korrekturgewichts
75 beschwert und die Aufzugsanlage wird sich aus dem statischen Gleichgewicht herausbewegen.
[0077] Wenn das Gegengewicht 4 mit dem aufgeladenen Korrekturgewicht 75 bei einer folgenden
Servicefahrt oder auch bei einer folgenden Normalfahrt die Anklemm-Position 79 erreicht,
fahren die Fortsätze des Gelenks 77 in die spitz zulaufenden Haltebahnen der Haltevorrichtung
72 hinein, öffnen so das Gelenk 77 bzw. die Gewichtshälften 73a und 73b und rasten
in der Haltevorrichtung 72 wieder ein.
[0078] In der gezeigten Ausgestaltung ist die Balance-Korrektureinrichtung 300 für eine
1:1-Aufhängung des Gegengewichts 4 geeignet. Für 2:1 Aufhängungen der Aufzugsanlage
wird auf Korrekturgewichte 75 verwiesen, die nach dem gleichen Prinzip, jedoch kraftschlüssig
wahlweise auf den Tragmittelstrang zwischen der Treibscheibe 5 und dem Gegengewicht
4 oder auf den Tragmittelstrang zwischen der Treibscheibe 5 und der Aufzugskabine
2 anklemmbar sind, wie in der allgemeinen Beschreibung der vorliegenden Patentanmeldung
beschrieben.
1. Aufzugsanlage (100a) mit einer Aufzugskabine (2) und mindestens ein Gegengewicht (4),
die in einem Aufzugsschacht (1) gegenläufig bewegbar sind, wobei die Aufzugskabine
(2) und das Gegengewicht (4) von einem oder mehreren Tragmitteln (3) getragen sind,
und wobei das oder die Tragmittel (3) über eine Treibscheibe (5) einer Antriebseinheit
(6) geführt sind, die über eine Antriebsbremse (22a, 22, 22c, 22d) verfügt, und mit
mindestens einer Einrichtung (200a-200d) zum manuellen Lösen der Antriebsbremse (22a-22d),
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (200a-200d) umfasst:
- einen ersten zentralen Betätigungshebel (20e-20j), der in einem Maschinenraum (12)
oder auf einem beliebigen Stockwerk angeordnet und manuell betätigbar ist, und
- ein rein mechanisches, oder hydraulisch-mechanisches Zeitelement (23, 23a-23c),
wobei durch eine Betätigung (80a-80c) des ersten zentralen Betätigungshebels (20e-20j)
ein einzelner, mittels des mechanischen Zeitelements (23, 23a-23c) zeitlich definiert
begrenzter Lösezyklus (Lz, Lz
1-Lz
n) der Antriebsbremse (22a-22d) auslösbar ist, bei dem die Antriebsbremse (22a-22d)
gelöst und selbsttätig durch das Zeitelement (23, 23a-23c) wieder aktiviert wird.
2. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 1, wobei das Zeitelement (23, 23a-23c) den ersten
zentralen Betätigungshebel (20e-20j) mechanisch zurücksetzt.
3. Aufzugsanlage (100a) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Zeitelement (23a)
einen durch den ersten zentralen Betätigungshebel (20f) auf einer Kolbenstange (32)
verschiebbaren Zylinder (30) aufweist, mit mindestens zwei Druckkammern (34a, 34b)
und mit einem Absatz (37), wobei der Absatz (37) ein Stellglied (39) der Antriebsbremse
(22b) verschiebt.
4. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 1, wobei das Zeitelement (23b) eine durch den ersten
zentralen Betätigungshebel (20g) spannbare Feder (46) aufweist, die eine Rätsche (49)
mit mindestens einem Segment (51a-51d) so dreht, dass Teile des Segments (51a-51d),
die einen Auslöse-Durchmesser (55) übersteigen, eine Bremsbacke (56) der Antriebsbremse
(22c) verschieben.
5. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 1, wobei das Zeitelement (23c) einen durch den
ersten zentralen Betätigungshebel (20h) initiierbaren Fall eines Gewichts (58) entlang
einer Spindel (59) in eine translatorische Bewegung eines Stössels (71) umsetzt, der
die Antriebsbremse (22d) löst.
6. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 5, wobei das Zeitelement (23c) durch die Betätigung
eines zweiten Betätigungshebels (20i) um eine Drehung drehbar ist, die in einem Bereich
von 170-190 Grad liegt, vorzugsweise jedoch 180 Grad beträgt.
7. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 1, wobei die Antriebsbremse (22a-22d) durch den
ersten zentralen Betätigungshebel (20e-20j) mittels einer mechanischen Vorrichtung
direkt lösbar ist und wobei durch das Zeitelement (23, 23a-23c) der erste zentrale
Betätigungshebel (20e-20j) zurücksetztbar ist.
8. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 1, wobei durch die Betätigung eines dritten Betätigungshebels
(20j) eine Balance-Korrektureinrichtung (300) aktivierbar ist, mittels der die Aufzugskabine
(2) aus einer statischen Gleichgewichtssituation bei gelöster Antriebsbremse (22a-22d)
verfahrbar ist.
9. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 8, wobei die Balance-Korrektureinrichtung (300)
ein mit der Aufzugskabine (2) verbundenes Endlosseil umfasst, das durch die Betätigung
des zweiten oder dritten Betätigungshebels (20j) drehbar ist.
10. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 9, wobei die Balance-Korrektureinrichtung (300)
ein Korrekturgewicht (75) umfasst, das durch die Betätigung des dritten Betätigungshebels
(20j) in einer Anklemm-Position (79) aus einer Haltevorrichtung (72) an das Tragmittel
(3) zwischen einer Treibscheibe (5) und einem Gegengewicht (5) der Aufzugsanlage (100a)
anklemmbar ist, sodass das Korrekturgewicht (75) an dem Tragmittel (3) auf das Gegengewicht
(4) hinabgleitet.
11. Aufzugsanlage (100a) nach Anspruch 9, wobei die Balance-Korrektureinrichtung (300)
ein Korrekturgewicht (75) umfasst, das durch die Betätigung des dritten Betätigungshebels
(20j) in der Anklemm-Position (79) aus der Haltevorrichtung (72) wahlweise an das
Tragmittel (3) zwischen der Treibscheibe (5) und dem Gegengewicht (4) oder an das
Tragmittel (3) zwischen der Treibscheibe (5) und der Aufzugskabine (2) selbsttragend
anklemmbar ist.
12. Verfahren zum Lösen einer Antriebsbremse (22a-22d) einer Aufzugsanlage (100a) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche 1-11, mit folgenden Schritten:
a) Betätigen des ersten zentralen Betätigungshebels (20e-20h) zum Einschalten des
rein mechanischen, oder hydraulisch-mechanischen Zeitelements (23, 23a-23c), das die
Antriebsbremse (22a-22d) löst;
b) Überprüfen, in welche Richtung und wie weit sich die Aufzugskabine (2) der Aufzugsanlage
(100a) bewegt hat und falls die Aufzugskabine (2) von einem Evakuations-Stockwerk
(8-11) noch zu weit entfernt ist;
c) Wiederholen der Schritte a-b, bis die Aufzugskabine (2) auf gleicher Höhe mit dem
Evakuations-Stockwerk (8-11) ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei zwischen die Schritte b und c folgender Schritt
eingeschoben ist, falls sich die Aufzugskabine (2) bei gelöster Antriebsbremse (22a-22d)
nicht bewegt hat:
b') Betätigen eines dritten Betätigungshebels (20j) zum Beseitigen des statischen
Gleichgewichts der Aufzugsanlage (100a).
1. Lift installation (100a) with a lift cage (2) and at least one counterweight (4),
which are movable in opposite sense in a lift shaft (1), wherein the lift cage (2)
and the counterweight (4) are supported by one or more support means (3) and wherein
the support means or plurality of support means (3) is guided by way of a drive pulley
(5) of a drive unit (6), which has a drive brake (22a, 22, 22c, 22d), and with at
least one device (200a-200d) for manual release of the drive brake (22a-22d),
characterised in that the device (200a-200d) comprises:
- a first, central actuating lever (20e-20j), which is arranged in an engine room
(12) or at a desired storey and is manually actuable, and
- a purely mechanical or a hydraulic-mechanical timing element (23, 23a-23c),
wherein through actuation (80a-80c) of the first, central actuating lever (20e-20j)
an individual limited release cycle (Lz, Lz
1-Lz
n), which is limited in time by means of the mechanical timing element (23, 23a-23c)
and in which the drive brake (22a-22d) is released and automatically reactivated by
the timing element (23, 23a-23c), of the drive brake (22a-22d) can be triggered.
2. Lift installation (100a) according to claim 1, wherein the timing element (23, 23a,
23c) mechanically resets the first, central actuating lever (20e-20j).
3. Lift installation (100a) according to one of claims 1 and 2, wherein the timing element
(23a) comprises a cylinder (30), which is displaceable by the first, central actuating
lever (20f) on a piston rod (32), with at least two pressure chambers (34a, 34b) and
with a projection (37), wherein the projection (37) displaces a setting element (39)
of the drive brake (22b).
4. Lift installation (100a) according to claim 1, wherein the timing element (23b) comprises
a spring (46), which can be stressed by the first, central actuating lever (20g) and
which so rotates a ratchet (49) by at least one segment (51a, 51d) that parts of the
segment (51a, 51d) extending beyond a trigger diameter (55) displace a brake shoe
(56) of the drive brake (22c).
5. Lift installation (100a) according to claim 1, wherein the timing element (23c) converts
a drop, which can be initiated by the first, central actuating lever (20h), of a weight
(58) along the spindle (59) into a translational movement, which releases the drive
brake (22d), of a ram (71).
6. Lift installation (100a) according to claim 5, wherein the timing element (23c) is
rotatable, through actuation of a second actuating lever (20i), through a rotation
lying in a range of 170-190 degrees, but preferably 180 degrees.
7. Lift installation (100a) according to claim 1, wherein the drive brake (22a-22d) is
directly releasable by the first, central actuating lever (20e-20j) by means of a
mechanical device and wherein the first, central actuating lever (20e-20j) is resettable
by the timing element (23, 23a-23c).
8. Lift installation (100a) according to claim 1, wherein through actuation of a third
actuating lever (20j) a balance correction device (300) is activatable, by means of
which the lift cage (2) is movable from a static equilibrium situation when the drive
brake (22a-22d) is released.
9. Lift installation (100a) according to claim 8, wherein the balance correction device
(300) comprises an endless cable, which is connected with the lift cage (2) and which
is rotatable by actuation of a second or third actuating lever (20j).
10. Lift installation (100a) according to claim 9, wherein the balance correction device
(300) comprises a correction weight (75) which through actuation of the third actuating
lever (20j) can be clamped in a clamping position (79) from a holding device (72)
at the support means (3) between a drive pulley (5) and a counterweight (5) of the
lift installation (100a) so that the correction weight (75) slides down the support
means (3) onto the counterweight (4).
11. Lift installation (100a) according to claim 9, wherein the balance correction device
(300) comprises a correction weight (75) which through actuation of the third actuating
lever (20j) can be clamped in self-supporting manner in the clamping position (79)
from the holding device (72) selectably at the support means (3) between the drive
pulley (5) and the counterweight (4) or at the support means (3) between the drive
pulley (5) and the lift cage (2).
12. Method of releasing a drive brake (22a-22d) of a lift installation (100a) according
to any one of the preceding claims 1 to 11, comprising the following steps:
a) actuating the first, central actuating lever (20e-20h) for switching on the purely
mechanical or hydraulic-mechanical timing element (23, 23a-23c), which releases the
drive brake (22a-22d),
b) checking in which direction and how far the lift cage (2) of the lift installation
(100a) has moved and, if the lift cage (2) is still too far distant from an evacuation
storey (8-11),
c) repeating the steps a-b until the lift cage (2) is at the same height as the evacuation
storey (8-11).
13. Method according to claim 12, wherein the following step is inserted between the steps
b and c if the cage (2) has not moved when the drive brake (22a-22d) is released:
b') actuating a third actuating lever (20j) for removal of the static equilibrium
of the lift installation (100a).
1. Installation d'ascenseur (100a) avec une cabine d'ascenseur (2) et au moins un contrepoids
(4) qui sont aptes à être déplacés en sens inverse dans une gaine d'ascenseur (1),
étant précisé que la cabine (2) et le contrepoids (4) sont portés par un ou plusieurs
éléments porteurs (3) et que le ou les éléments porteurs (3) passent sur une poulie
motrice (5) d'une unité d'entraînement (6) qui dispose d'un frein d'entraînement (22a,
22, 22c, 22d), et avec au moins un dispositif (200a-200d) pour débloquer manuellement
le frein d'entraînement (22a-22d),
caractérisé en ce que le dispositif (200a-200d) comprend :
- un premier levier d'actionnement central (20e-20j), qui est disposé dans une machinerie
(12) ou à un étage quelconque et qui est apte à être actionné manuellement, et
- un élément de temporisation (23, 23a-23c) uniquement mécanique ou hydromécanique,
étant précisé que grâce à un actionnement (80a-80c) du premier levier d'actionnement
central (20e-20j) peut être déclenché un cycle de déblocage individuel (Lz, Lz
1-Lz
n) du frein d'entraînement (22a-22d) qui est limité de manière définie dans le temps
à l'aide de l'élément de temporisation mécanique (23, 23a-23c) et avec lequel le frein
d'entraînement (22a-22d) est débloqué et est réactivé automatiquement par l'élément
de temporisation (23, 23a-23c).
2. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 1, étant précisé que l'élément
de temporisation (23, 23a-23c) ramène mécaniquement le premier levier d'actionnement
central (20e-20j) dans sa position initiale.
3. Installation d'ascenseur (100a) selon l'une des revendications 1 à 2, étant précisé
que l'élément de temporisation (23a) comporte un cylindre (30) qui est apte à être
déplacé sur une tige de piston (32) grâce au premier levier d'actionnement central
(20f) et qui est pourvu d'au moins deux chambres de pression (34a, 34b) et d'un épaulement
(37), étant précisé que l'épaulement (37) déplace un actionneur (39) du frein d'entraînement
(22b).
4. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 1, étant précisé que l'élément
de temporisation (23b) comporte un ressort (46), apte à être tendu par le premier
levier d'actionnement central (20g), qui fait tourner une roue d'encliquetage (49)
avec au moins un segment (51a-51d) de telle sorte que des parties du segment (51a-51d)
qui dépassent d'un diamètre de déclenchement (55) déplacent une mâchoire (56) du frein
d'entraînement (22c).
5. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 1, étant précisé que l'élément
de temporisation (23c) transforme une chute d'un poids (58), apte à être amorcée par
le premier levier d'actionnement central (20h), le long d'une broche (59) en un mouvement
de translation d'un piston (71) qui débloque le frein d'entraînement (22d).
6. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 5, étant précisé que l'élément
de temporisation (23c) est apte à décrire, grâce à l'actionnement d'un deuxième levier
d'actionnement (20i), une rotation qui est située dans la plage de 170 à 190 degrés,
mais qui est de préférence de 180 degrés.
7. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 1, étant précisé que le frein
d'entraînement (22a-22d) est apte à être débloqué directement par le levier d'actionnement
central (20e-20j), à l'aide d'un dispositif mécanique, et que le premier levier d'actionnement
central (20e-20j) est apte à être ramené dans sa position initiale par l'élément de
temporisation (23, 23a-23c).
8. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 1, étant précisé que grâce
à l'actionnement d'un troisième levier d'actionnement (20j) peut être activé un dispositif
de correction d'équilibre (300) à l'aide duquel la cabine d'ascenseur (2) est apte
à être déplacée à partir d'une situation d'équilibre statique alors que le frein d'entraînement
(22a-22d) est débloqué.
9. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 8, étant précisé que le dispositif
de correction d'équilibre (300) comprend un câble sans fin, relié à la cabine d'ascenseur
(2), qui est apte à être tourné grâce à à l'actionnement du deuxième ou troisième
levier d'actionnement (20j).
10. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 9, étant précisé que le dispositif
de correction d'équilibre (300) comprend un poids de correction (75) qui est apte
à être serré, par à l'actionnement du troisième levier d'actionnement (20j), dans
une position de serrage (79) à partir d'un dispositif de retenue (72) sur l'élément
porteur (3) entre une poulie motrice (5) et un contrepoids (4) de l'installation d'ascenseur
(100a), de sorte que le poids de correction (75) glisse contre l'élément porteur (3)
sur le contrepoids (4).
11. Installation d'ascenseur (100a) selon la revendication 9, étant précisé que le dispositif
de correction d'équilibre (300) comprend un poids de correction (75) qui, grâce à
l'actionnement du troisième levier d'actionnement (20j), est apte à être serré dans
la position de serrage (79) à partir du dispositif de retenue (72) au choix sur l'élément
porteur (3) entre une poulie motrice (5) et le contrepoids (4) ou sur l'élément porteur
(3) entre la poulie motrice (5) et la cabine d'ascenseur (2).
12. Procédé pour débloquer un frein d'entraînement (22a-22d) d'une installation d'ascenseur
(100a) selon l'une des revendications 1 à 11 précédentes, avec les étapes suivantes
:
a) actionnement du premier levier d'actionnement central (20e-20h) pour mettre en
marche l'élément de temporisation (23, 23a-23c) uniquement mécanique ou hydroélectrique
qui débloque le frein d'entraînement (22a-22d) ;
b) vérification pour voir dans quel sens et sur quelle distance la cabine (2) de l'installation
d'ascenseur (100a) s'est déplacée et au cas où la cabine (2) est encore trop loin
d'un étage d'évacuation (8-11) ;
c) répétition des étapes a-b jusqu'à ce que la cabine d'ascenseur (2) se trouve à
la même hauteur que l'étage d'évacuation (8-11).
13. Procédé selon la revendication 12, étant précisé que l'étape suivante est insérée
entre les étapes b et c au cas où la cabine d'ascenseur (2) ne s'est pas déplacée
alors que le frein d'entraînement (22a-22d) est débloqué :
b') actionnement d'un troisième levier d'actionnement (20j) pour supprimer le contrepoids
statique de l'installation d'ascenseur (100a).