[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fertigwalzeinrichtung zur Herstellung eines
dünnen Magnesiumbands auf Basis eines der Fertigwalzeinrichtung, insbesondere nach
Vorwärmung in einem Vorwärmofen, zugeführten Coils, umfassend ein Walzgerüst zur Aufnahme
von zumindest zwei einen Walzspalt definierenden Arbeitswalzen, eine erste Haspeleinrichtung
zur Aufnahme des Coils und Zuführung des Magnesiumsbands zum Walzspalt und eine zweite
Haspeleinrichtung zum Aufhaspeln des Magnesiumbands nach Durchlaufen des Walzspaltes.
Desweiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands
in einer derartigen Fertigwalzeinrichtung.
[0002] Der Herstellung von Magnesiumdünnblech kommt aufgrund der sich entwickelnden Nachfrage
eine zunehmende Bedeutung zu. Insbesondere hat sich gezeigt, dass sich Magnesiumblech
für die Herstellung von Fahrzeugkarosserien eignet, wobei das Magnesiumblech bei Festigkeitseigenschaften,
die mit denen von Aluminiumblech vergleichbar sind, ein geringeres Gewicht aufweist,
so dass hier ein entsprechendes Potential für weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung
im Betrieb von Kraftfahrzeugen neben den Entwicklungen neuer Antriebskonzepte bestehen.
[0003] Die Herstellung von Magnesiumblech hat sich jedoch im Vergleich zur Herstellung von
Stahl- oder Aluminiumblech als vergleichsweise kompliziert herausgestellt, da sich
Magnesium aufgrund seiner hexagonalen Gitterstruktur bei den üblicherweise beim Kaltwalzen
vorliegenden Verarbeitungstemperaturen als spröde erweist, so dass zur erfolgreichen
Herstellung von Magnesiumblech die Einhaltung eines definierten Temperaturbereichs,
der etwa zwischen 230°C und 450°C liegt, notwendig ist, um die in diesem Temperaturbereich
erreichbare relative Duktilität des Werkstoffs zur Verarbeitung nutzen zu können.
[0004] Aus der
DE 10 2006 036 224 A1 ist als Bestandteil einer Fertigungslinie zum Erzeugen eines Magnesiumbands eine
Fertigwalzeinrichtung bekannt, bei deren Betrieb verschiedene Maßnahmen genutzt werden,
um ein erhöhtes Temperaturniveau des zu einem Coil gewickelten Magnesiumbands nach
Eintritt in die Fertigwalzeinrichtung aufrechtzuerhalten. So sind etwa an den Haspeleinrichtungen
der Fertigwalzeinrichtung die im Reversierbetrieb betrieben wird, Wickelhülsen vorgesehen,
die eine äußere Einhausung von Haspeldornen bilden, so dass auf dem Haspeldorn angeordnetes
Magnesiumband durch die Wickelhülse abgedeckt wird, um einen Temperaturverlust in
der Haspeleinrichtung gering zu halten. Weiterhin ist auf der Auslaufseite des Walzgerüstes
der bekannten Fertigwalzeinrichtung zwischen dem Walzgerüst und der auslaufseitigen
Haspeleinrichtung ein Durchlaufofen angeordnet, der eine Erwärmung des Magnesiumbands
während des Reversierbetriebs ermöglicht.
[0005] Bei der bekannten Fertigwalzeinrichtung stellt der zusätzliche Durchlaufofen eine
ergänzende Komponente der Fertigungslinie dar, so dass einerseits ein erhöhter Installationsaufwand
beziehungsweise Platzbedarf für die Fertigwalzeinrichtung besteht, und andererseits
durch die zwischenliegende Anordnung des Durchlaufofens eine Verlängerung der Bandförderstrecke
zwischen den Haspeleinrichtungen die Folge ist und somit die Bandoberfläche zwischen
den Haspeleinrichtungen vergrößert wird. Daher wird die im Durchlaufofen erreichte
Temperaturerhöhung des Magnesiumbands zumindest teilweise wieder durch erhöhte Temperaturverluste
kompensiert.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fertigwalzeinrichtung
beziehungsweise ein Verfahren zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands in einer
Fertigwalzeinrichtung vorzuschlagen, die beziehungsweise das die vorstehenden Nachteile
beseitigt und eine effektivere Erwärmung des Magnesiumbands in der Fertigwalzeinrichtung
ermöglicht.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe weist die erfindungsgemäße Fertigwalzeinrichtung die Merkmale
des Anspruch 1 auf.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Fertigwalzeinrichtung ist zumindest die erste Haspeleinrichtung
und/oder das Walzgerüst, und hier vorzugsweise die Arbeitswalzen oder die Arbeitswalzen
abstützende Stützwalzen, mit einer Heizeinrichtung sowie einer das Coil beziehungsweise
das Magnesiumband gegen Wärmestrahlung abschirmenden Haubeneinrichtung versehen, wobei
zumindest die Haubeneinrichtung der ersten Haspeleinrichtung an ihrer dem Walzgerüst
abgewandten Gehäuseseite eine Coildurchtrittssöffnung zur Einbringung des Coils in
die Haubeneinrichtung aufweist.
[0009] Erfindungsgemäß sind somit zumindest die erste Haspeleinrichtung sowie zusätzlich
oder auch alternativ das Walzgerüst mit einer Heizeinrichtung kombiniert, deren Wirksamkeit
noch durch eine das Coil im Bereich der Haspeleinrichtung beziehungsweise das Magnesiumband
im Bereich des Walzgerüstes gegen Wärmeabstrahlung abschirmende Haubeneinrichtung
erhöht wird. Damit ist eine Erwärmung des Magnesiumbands im Bereich der Fertigwalzeinrichtung
möglich, ohne nachteilige Auswirkung auf die zwischen den Haspeleinrichtungen ausgebildete
Förderstrecke, so dass eine Erwärmung des Magnesiumbands erfolgen kann, ohne dass
durch eine verlängerte Förderstrecke erhöhte potentielle Temperaturverluste möglich
sind. Weiterhin besteht bei der erfindungsgemäßen Fertigwalzeinrichtung kein im Vergleich
zu einer konventionellen Fertigwalzeinrichtung erhöhter Platzbedarf für die Installation.
[0010] Da zumindest die Haubeneinrichtung der ersten Haspeleinrichtung an ihrer dem Walzgerüst
abgewandten Gehäuseseite eine Coildurchtrittsöffnung zur Einbringung des Coils in
die Haubeneinrichtung aufweist, ist eine Entfernung der Haubeneinrichtung von der
Haspeleinrichtung während der Beschickung der Haspeleinrichtung mit einem Coil nicht
notwendig, so dass auch während des Beschickungsvorgangs keine vermeidbaren Temperaturverluste
im Bereich der Haspeleinrichtung auftreten. Vorzugsweise ist die Coildurchtrittsöffnung
verschließbar ausgebildet, so dass nach Einbringung des Coils während des Betriebs
der Haspeleinrichtung eine noch bessere Abschirmung gegen Wärmeverluste erreicht wird.
[0011] Als besonders vorteilhaft erweist es sich, wenn die Heizeinrichtung an der Haubeneinrichtung
angeordnet ist, so dass die Haubeneinrichtungen als modular nachrüstbare, mit bestehenden
Haspeleinrichtungen kombinierbare Baueinheiten ausgebildet sind, die bereits die Heizeinrichtung
aufweisen, ohne dass eine separate Installation der Heizeinrichtung an der Haspeleinrichtung
oder dem Walzgerüst notwendig wäre.
[0012] Insbesondere hinsichtlich des Walzgerüstes ist es natürlich auch möglich, die Heizeinrichtungen
unabhängig von der Haubeneinrichtung auszubilden, beispielsweise durch im Bereich
der Arbeits- oder auch Stützwalzen angeordnete Wärmestrahler, die mit separaten Abschirmungen
versehen sein können, und/oder die Haubeneinrichtung als eine das gesamte Walzgerüst
oder die Fertigwalzeinrichtung abschirmende Dunsthaube auszubilden.
[0013] Als besonders vorteilhaft erweist es sich, wenn die Haubeneinrichtung der Haspeleinrichtung
an ihrer einer Standfläche der Fertigwalzeinrichtung zugewandten Gehäuseseite eine
Spulendurchtrittsöffnung ausweist zur Einbringung beziehungsweise zur Ausbringung
einer Spule zur Aufnahme des Coils. Hierdurch ist es möglich, beispielsweise nach
erfolgter Abhaspelung des Magnesiumbands von einer in der Haspeleinrichtung aufgenommenen
Spule, die Spule ohne Entfernung der Haubeneinrichtung von der Haspeleinrichtung aus
der Haspeleinrichtung zu entnehmen und vor dem Aufhaspeln des Magnesiumbands beim
nachfolgenden Stich eine neue, vorgewärmte Spule in die Haspeleinrichtung einzusetzen,
so dass das Magnesiumband keine Abkühlung durch eine Wärmeübergang auf die Spule erfährt,
sonder eher durch die aufgewärmte Spule ein Wärmeeintrag in das Magnesiumband erfolgt.
[0014] Besonders vorteilhaft hinsichtlich des schnellen Auswechseln der Spule beziehungsweise
hinsichtlich minimaler Handhabungs- oder Förderstrecken für die Spulen ist es, wenn
in einer Unterfluranordnung unterhalb der Standfläche eine Spulenbereitstellungseinrichtung
zur Bereitstellung mindest einer Spule angeordnet ist, die mit einer Spulenhandhabungseinrichtung
versehen ist, die zur Einbringung beziehungsweise Ausbringung der Spule in eine beziehungsweise
aus einer in der Haubeneinrichtung angeordneten Spulenaufnahmeinrichtung der Haspeleinrichtung
dient.
[0015] Für die Vorwärmung der Spule ist es besonders geeignet, wenn die Spulenbereitstellungseinrichtung
mit einer Heizeinrichtung versehen ist.
[0016] Zur Bereitstellung einer Mehrzahl von Spulen erweist es sich als besonders vorteilhaft,
wenn die Spulenbereitstellungseinrichtung einen Horizontalförderer zur Magazinierung
der Mehrzahl von Spulen in eine Übergabeposition umfasst, und die Spulenhandhabungseinrichtung
einen Vertikalförderer zur Förderung der Spulen zwischen der Übergabeposition und
einer Haspelposition in der Spulenaufnahmeeinrichtung aufweist.
[0017] Weitere vorteilhafte Maßnahmen zur Duchführung einer Beheizung der Fertigwalzeinrichtung
sind Gegenstand der weiteren Unteransprüche.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren weist zur Lösung der Aufgabe die Merkmale des Anspruchs
10 auf.
[0019] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist zumindest die erste Haspeleinrichtung und/oder
das Walzgerüst während des Betriebs mit einer das in der Haspeleinrichtung aufgenommene
Coil beziehungsweise das durch den Walzspalt geförderte Magnesiumband gegen Wärmeabstrahlung
abschirmenden Haubeneinrichtung versehen, und das Coil beziehungsweise das Magnesiumband
wird nach Einbringung des Coils in die Haubeneinrichtung durch eine an einer dem Walzgerüst
abgewandten Seite der Haubeneinrichtung mittels einer Heizeinrichtung mit Wärme beaufschlagt.
[0020] Bereits zu Beginn des Walzverfahrens können durch eine schnell durchführbare Übergabe
des Coils an die Haspeleinrichtung auf der Einlaufseite des Walzgerüsts unnötige Temperaturverluste
vermieden werden, so dass die durch die Heizeinrichtung im Bereich der Haubeneinrichtung
in das Magnesiumband eingebrachte Wärmeenergie nicht bereits teilweise durch den Ausgleich
unnötiger Temperaturverluste verbraucht wird.
[0021] Besonders vorteilhaft für eine schnelle Durchführung dieser Übergabe ist es, wenn
die auf der Einlaufseite des Walzgerüstes angeordnete Haspeleinrichtung derart mit
dem Coil beschickt wird, dass das auf einem Bundwagen angeordnete Coil mittels des
Bundwagens durch die vom Walzgerüst abgewandte Coildurchtrittsöffnung zur Aufnahme
in der Haspeleinrichtung in die Haubeneinrichtung eingebracht wird.
[0022] Insbesondere in dem Fall, wenn vor Beschickung der einlaufseitigen Haspeleinrichtung
das Coil in einem Vorwärmofen aufgewärmt worden ist, lassen sich somit Temperaturverluste
auf einer Förderstrecke zwischen dem Vorwärmofen und der Haspeleinrichtung auf ein
Minimum reduzieren.
[0023] Als besonders vorteilhaft erweist es sich auch, wenn nach Abhaspelung des Magnesiumsbands
von der Spule die innerhalb der Haubeneinrichtung angeordnete Spule mittels einer
unterhalb einer Standfläche der Fertigwalzeinrichtung angeordneten Spulenhandhabungseinrichtung
aus einer Spulenaufnahmeeinrichtung der Haspeleinrichtung entnommen wird und gleichzeitig
das aufgehaspelte Magnesiumband mittels des Bundwagens aus der Haspeleinrichtung auf
der Auslaufseite in eine Coilablage transportiert wird.
[0024] Wenn während der Beschickung der Haspeleinrichtung auf der Einlaufseite mit einem
Coil auf der Auslaufseite ein Austausch der in der Spulenaufnahmeeinrichtung aufgenommen
Spule erfolgt, lässt sich auch im Bereich der auslaufseitigen Haspeleinrichtung die
Ausbildung einer Wärmesenke weitestgehend vermeiden.
[0025] Vorteilhaft ist es auch, zu Beginn des Walzprozesses und/oder anlässlich eines während
des Betriebs notwendig werdenden Walzenwechsels, Walzen zu verwenden, die zuvor außerhalb
des Walzgerüstes vorgewärmt wurden.
[0026] Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Fertigwalzeinrichtung zur Erläuterung
einer bevorzugten Variante des Verfahrens zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands
in der Fertigwalzeinrichtung anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0027] Wie in der Zeichnung dargestellt, umfassend eine Fertigwalzeinrichtung 10 als wesentliche
Bestandteile ein Walzgerüst 11 und zwei das Walzgerüst 11 zwischen sich aufnehmende
Haspeleinrichtungen 12, 13, die zusammen mit dem Walzgerüst auf einer gemeinsamen
Flurebene 14 angeordnet sind. Wie in der Zeichnung ferner dargestellt, ist die Fertigwalzeinrichtung
10 im vorliegenden Fall ergänzt durch einen Vorwärmofen 15, der in einer Ausführung
als Überkopfofen oberhalb und mit Abstand zur Flurebene 14 angeordnet ist. Unterhalb
der Flurebene 14 befindet sich eine mit einem Horizontalförderer 16 versehene Spulenbereitstellungseinrichtung
17, der zwei unterhalb der Haspeleinrichtungen 12, 13 angeordnete Spulenhandhabungseinrichtungen
18, 19 zugeordnet sind, die jeweils einen Vertikalförderer 20 aufweisen.
[0028] Wie weiter der Darstellung der Fertigwalzeinrichtung 10 zu entnehmen ist, sind bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel sowohl die beiden Haspeleinrichtungen 12, 13
als auch das Walzgerüst 11 jeweils mit einer Haubeneinrichtung 21 bzw. 22 versehen.
Die Haubeneinrichtungen 21 der Haspeleinrichtungen 12, 13 weisen im vorliegenden Fall
jeweils eine Coildurchtrittsöffnung 23 auf, die im Fall der auf einer Einlaufseite
24 des Walzgerüsts 11 angeordneten Haspeleinrichtung 13 gegenüberliegend dem Vorwärmofen
15 und im Fall der auf einer Auslaufseite 25 des Walzgerüstes 11 angeordneten Haspeleinrichtung
12 gegenüberliegend einer Coilablage 26 angeordnet ist. Beide Haubeneinrichtungen
21 weisen darüber hinaus jeweils der Flurebene 14 zugewandte Spulendurchtrittsöffnungen
41 auf. Die Haubeneinrichtungen 21 sind in ihrem Innern mit Heizeinrichtungen 27 versehen,
die beispielsweise als Wärmestrahler ausgebildet und so ausgerichtet sind, dass sie
Wärmeenergie in Richtung einer Spulenaufnahmeeinrichtung 28 abstrahlen, derart, dass
im Falle eines auf der jeweiligen Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 beziehungsweise 13 angeordneten Coils 29 ein zum Coil gewickeltes Magnesiumband
30 sowie die Spulenaufnahmeeinrichtung 28 innerhalb der Haubeneinrichtung 21 mit Wärmeenergie
beaufschlagt wird.
[0029] Die dem Walzgerüst 11 zugeordnete Haubeneinrichtung 22 ist im vorliegenden Fall nach
Art einer Dunsthaube ausgebildet und bildet eine am oberen Ende des Walzgerüstes 11
angeordnete Abschirmung beziehungsweise Reflektionseinrichtung für im Bereich des
Walzgerüsts 11 emittierte Wärmeenergie. Wie in der Zeichnung dargestellt, weist das
Walzgerüst im vorliegenden Fall zwei einen Walzspalt 31 definierende Arbeitswalzen
32, 33 und zwei jeweils eine Arbeitswalze 32, 33 abstützende Stützwalzen 34, 35 auf.
Im vorliegenden Fall sind in einem Gestell 36 des Walzgerüsts 11 Heizeinrichtungen
37 paarweise einander gegenüberliegend angeordnet, wobei sich die Stützwalzen 34,
35 zwischen den Heizeinrichtungen 37 befinden und somit mittels der Heizeinrichtungen
37 mit Wärmeenergie beaufschlagbar sind. Abweichend von der Anordnung der Heizeinrichtung
37 am Gestell 36 ist es auch möglich, diese mit der Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüst
11 zu kombinieren.
[0030] Im Betrieb der beispielhaft dargestellten Fertigwalzeinrichtung 10 wird ein im Vorwärmofen
15 temperiertes bzw. vorgewärmtes Coil 29 auf einen unterhalb des Vorwärmofens 15
angeordneten Coil- oder Bundwagen 38 übergeben. Anschließend wird der Bundwagen auf
der Flurebene 14 unter der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der auf der Einlaufseite 24
angeordneten Haspeleinrichtung 13 positioniert und durch Aufnahme einer Spule 39 des
Coils 29 in der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 an die Haspeleinrichtung 13 übergeben.
Bei der Übergabe fährt der Bundwagen 38 mit dem Coil 29 in die Haubeneinrichtung 21
durch die an der Haubeneinrichtung 21 gebildete Coildurchtrittsöffnung 23 beziehungsweise
die Spulendurchtrittsöffnung 41 ein. Nach erfolgter Aufnahme des Coils 29 in der Haspeleinrichtung
13 ermöglicht ein an der Haspeleinrichtung 13 oder der Haubeneinrichtung 21 angeordneter
Coilöffner 42 den Zugriff auf den hier nicht näher dargestellten Bandanfang, der von
der Einlaufseite 24 her in den Walzspalt 31 eingeführt und zu der auf der Auslaufseite
25 des Walzgerüsts 21 angeordneten Haspeleinrichtung 12 weitergeführt werden kann.
Der hier nicht näher dargestellte Bandanfang wird dann mittels an sich bekannter Mittel,
wie beispielsweise einer Anwickelvorrichtung, an einer in der Spulenaufnahmeeinrichtung
25 der Haspeleinrichtung 12 aufgenommenen Spule 39 fixiert, so dass nachfolgend entsprechend
einer Abhaspelung des Magnesiumbands 30 in der Haspeleinrichtung 13 eine Aufhaspelung
des Magnesiumbands 30 auf die Spule 39 in der Haspeleinrichtung 12 durchgeführt werden
kann. Die in der Zeichnung gewählte Darstellung entspricht einer Phase im Verlauf
eines durchgeführten Stichs, in der etwa die Hälfte der ursprünglich auf dem Coil
29 angeordneten Magnesiumbands 30 auf die in der als Aufhaspel betriebene Haspeleinrichtung
12 angeordnete Spule 39 übertragen wurde. Entsprechend der gewünschten Enddicke des
in der Fertigwalzeinrichtung 10 bearbeiteten Magnesiumbands 30 wird eine definierte
Anzahl von Stichen im Reversierbetrieb ausgeführt, so dass also die Haspeleinrichtungen
12 und 13 abwechselnd als Abhaspel und Aufhaspel betrieben werden.
[0031] Nach Durchführung des letzten Stichs befindet sich die gesamte Länge des Magnesiumbands
30 auf der in der Haspeleinrichtung 12 angeordneten Spule 39, so dass das in der Haspeleinrichtung
12 angeordnete Coil 29 aus der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 an den auf der Auslaufseite 25 angeordneten Bundwagen 43 übergeben wird, der anschließend
durch die Coildurchtrittsöffnung 23 mit dem Coil 29 aus der Haubeneinrichtung 21 herausgefördert
wird zur Übergabe des Coils 29 vom Bundwagen 43 auf die Coilablage 26.
[0032] Gleichzeitig mit der Übergabe des Coils 29 an die Coilablage 26 kann auf der Einlaufseite
24 ein neues Coil 29 aus dem Vorwärmofen 15 mittels des Bundwagens 38 an die einlaufseitige
Haspeleinrichtung 13 übergeben werden.
[0033] Jeweils nach Beendigung des letzten Stichs, also wenn das Magnesiumband 30 von der
als Abhaspel betriebenen Haspeleinrichtung 13 zu der als Aufhaspel betriebenen Haspeleinrichtung
12 übertragen wurde, wird die leere Spule 39 der Haspeleinrichtung 13 durch die Spulenhandhabungseinrichtung
19 entnommen und der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 zugeführt. Gleichzeitig wird
auf der Auslaufseite 25 das fertig gewalzte Coil mittels des Bundwagens 43 zur Coilablage
26 befördert und eine in der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 bereitgehaltene und
durch eine an der Spulenbereitstellungseinrichtung 17 vorgesehene Heizungseinrichtung
44 vorgewärmte Spule 39 wird in die Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtung
12 eingesetzt. Hierzu wird die Spule 39 mittels der Spulenhandhabungseinrichtung 18,
19 nach Förderung in eine Übergabeposition 45 mittels des Horizontalförderers 16 der
Spulenbereitstellungseinrichtung 17 gegen die zuvor in der Haspeleinrichtung 12 angeordnete
Spule 39 ausgetauscht. Zur Ausführung der Austauschbewegung weisen die Spulenhandhabungseinrichtungen
18, 19 jeweils einen unterhalb der Spulenaufnahmeeinrichtung 28 der Haspeleinrichtungen
12, 13 angeordneten Vertikalförderer 20 auf.
[0034] Während der Förderung des Magnesiumbands 30 durch den Walzspalt 31 erfolgt einerseits
eine Wärmeemission vom Magnesiumband 30 längs der zwischen den Haspeleinrichtungen
12, 13 ausgebildeten Förderstrecke. Zum andern erfolgt sowohl innerhalb der Haubeneinrichtungen
21 als auch innerhalb der Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüsts 11 eine Wärmebeaufschlagung
des Magnesiumbands 30 durch die Heizeinrichtungen 27, 37. Dem in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel ist die Haubeneinrichtung 22 des Walzgerüsts 11 so ausgebildet,
dass sie die zwischen den Haspeleinrichtungen 12, 13 ausgebildete Förderstrecke überdeckt,
so dass die Haubeneinrichtung 22 nicht nur eine Abschirmung gegen Wärmeabstrahlung
im Bereich des Walzgerüsts 11, sondern darüber hinaus auch im Bereich der gesamten
Fertigwalzeinrichtung 10 ausbildet.
1. Fertigwalzeinrichtung (10) zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands (30) auf Basis
eines der Fertigwalzeinrichtung, insbesondere nach Vorwärmung in einem Vorwärmofen
(15), zugeführten Coils (29), umfassend ein Walzgerüst (11) zur Aufnahme von zumindest
zwei einen Walzspalt (31) definierenden Arbeitswalzen (32, 33), eine erste Haspeleinrichtung
(13) zur Aufnahme des Coils und Zuführung des Magnesiumbands zum Walzspalt und eine
zweite Haspeleinrichtung (13) zum Aufhaspeln des Magnesiumbands nach Durchlaufen des
Walzspaltes,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die erste Haspeleinrichtung und/oder das Walzgerüst mit einer Heizeinrichtung
(27, 37) sowie einer das Coil bzw. das Magnesiumband gegen Wärmeabstrahlung abschirmenden
Haubeneinrichtung (21, 22) versehen ist, und
dass zumindest die Haubeneinrichtung (21) der ersten Haspeleinrichtung (13) an ihrer dem
Walzgerüst (11) abgewandten Gehäuseseite eine Coildurchtrittsöffnung (23) zur Einbringung
des Coils (29) in die Haubeneinrichtung aufweist.
2. Fertigwalzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizeinrichtung (27) an der Haubeneinrichtung (21) angeordnet ist.
3. Fertigwalzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Haubeneinrichtung (21) der Haspeleinrichtung (12, 13) an ihrer einer Standfläche
der Fertigwalzeinrichtung (10) zugewandten Gehäuseseite eine Spulendurchtrittsöffnung
(40) aufweist zur Einbringung bzw. Ausbringung einer Spule (39) zur Aufnahme des Coils
(29).
4. Fertigwalzeinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einer Unterfluranordnung unterhalb der Standfläche eine Spulenbereitstellungseinrichtung
(17) zur Bereitstellung zumindest einer Spule (39) angeordnet ist, mit einer Spulenhandhabungseinrichtung
(18, 19) zur Einbringung bzw. Ausbringung der Spule (39) in eine bzw. aus einer in
der Haubeneinrichtung (21) angeordneten Spulenaufnahmeeinrichtung (28) der Haspeleinrichtung
(12, 13).
5. Fertigwalzeinrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spulenbereitstellungseinrichtung (17) mit einer Heizeinrichtung (44) zur Beheizung
der Spule (39) versehen ist.
6. Fertigwalzeinrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spulenbereitstellungseinrichtung (17) einen Horizontalförderer (16) zur Magazinierung
einer Mehrzahl von Spulen (39) und Förderung der Spulen in eine Übergabeposition (45)
umfasst, und die Spulenhandhabungseinrichtung (18, 19) einen Vertikalförderer (20)
zur Förderung der Spulen zwischen der Übergabeposition und einer Haspelposition in
der Spulenaufnahmeeinrichtung (28) aufweist.
7. Fertigwalzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Arbeitswalzen (32, 33) und/oder die Arbeitswalzen abstützende Stützwalzen (34,
35) als beheizbare Walzen ausgeführt sind.
8. Fertigwalzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die zweite Haspeleinrichtung (12) eine beheizbare Spulenaufnahmeeinrichtung
(28) aufweist.
9. Fertigwalzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die zweite Haspeleinrichtung (12) mit einer beheizbaren Anwickelvorrichtung
versehen ist.
10. Verfahren zur Herstellung eines dünnen Magnesiumbands (30) in einer Fertigwalzeinrichtung
(10) auf Basis eines der Fertigwalzeinrichtung, insbesondere nach Vorwärmung in einem
Vorwärmofen (15), zugeführten Coils (29), bei dem das Magnesiumband im Reversierbetrieb
durch einen in einem Walzgerüst (11) zwischen zwei Arbeitswalzen (32, 33) gebildeten
Walzspalt (31) gefördert wird, derart, dass zwei das Walzgerüst zwischen sich aufnehmende
Haspeleinrichtungen (12, 13) abwechselnd als Abhaspel und Aufhaspel betrieben werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die erste Haspeleinrichtung und/oder das Walzgerüst während des Betriebs
mit einer das in der Haspeleinrichtung aufgenommene Coil bzw. das durch den Walzspalt
geförderte Magnesiumband gegen Wärmeabstrahlung abschirmenden Haubeneinrichtung (21,
22) versehen ist, und
dass das Coil bzw. das Magnesiumband nach Einbringung des Coils in die Haubeneinrichtung
durch eine Coildurchtrittsöffnung (23) an einer dem Walzgerüst (11) abgewandten Gehäuseseite
der Haubeneinrichtung der ersten Haspeleinrichtung mittels einer Heizeinrichtung (27)
mit Wärme beaufschlagt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die auf einer Einlaufseite (24) des Walzgerüstes (11) angeordnete Haspeleinrichtung
(13) mit einem insbesondere in einem Vorwärmofen (15) aufgewärmten, auf einer Spule
(39) angeordneten Coil (29) beschickt wird, derart, dass das Coil ggf. aus dem Vorwärmofen
an einen Bundwagen (38) übergeben wird, und das Coil mittels des Bundwagens durch
die vom Walzgerüst abgewandte Coildurchtrittsöffnung (23) zur Aufnahme in der Haspeleinrichtung
(13) in die Haubeneinrichtung (21) eingebracht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach Abhaspelung des Magnesiumbands (30) von der Spule (39) die innerhalb der Haubeneinrichtung
(21) angeordnete Spule mittels einer unterhalb einer Standfläche der Fertigwalzeinrichtung
(10) angeordneten Spulenhandhabungseinrichtung (18, 19) aus einer Spulenaufnahmeeinrichtung
(28) der Haspeleinrichtung (13) entnommen wird und gleichzeitig das aufgehaspelte
Magnesiumband (30) mittels des Bundwagens (43) aus der Haspeleinrichtung (12) in eine
Coilablage (26) transportiert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass während der Beschickung der Haspeleinrichtung (13) auf der Einlaufseite (24) des
Walzgerüstes (11) mit einem Coil (29) auf der Auslaufseite (25) des Walzgerüstes die
Spulenaufnahmeeinrichtung (28) der Haspeleinrichtung (12) mittels der Spulenhandhabungseinrichtung
(18) mit einer in der Spulenbereitstellungseinrichtung (17) vorgewärmten Spule bestückt
wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Walzgerüst (11) Arbeitswalzen (32, 33) und/oder die Arbeitswalzen abstützende
Stützwalzen (34, 35) eingesetzt werden, die vor Betrieb des Walzgerüstes zur Herstellung
des Magnesiumband (30) außerhalb des Walzgerüstes vorgewärmt wurden.