[0001] Die Erfindung betrifft ein parfümfreies wässriges Reinigungsmittel für harte Oberflächen
und/oder Textilien, das Tallölseife und mindestens einen C
1-C
6-Alkohol enthält.
[0002] Allzweckreiniger kommen schon seit langem in vielen Haushalten zur Reinigung harter
Oberflächen zum Einsatz, meist in verdünnter Form. Sie haben sich bei der Entfernung
einer Vielzahl von Anschmutzungen bewährt. Auch Mittel zur Fleckentfernung und zur
Fleckenvorbehandlung auf Textilien kommen oft zur Anwendung, meist in konzentrierter
Form.
[0003] Es ist wünschenswert und entspricht mittlerweile auch gesetzlichen Vorschriften und
Normen, dass die Verwendung von Wasch- und Reinigungsmitteln einen möglichst geringen
negativen Einfluss auf die Umwelt ausübt. Beispielsweise schreibt die EU-Detergenzienverordnung
vor, dass bei jedem heute in Waschmitteln eingesetzte Tensid der Primärabbau mindestens
80% betragen soll, der vollständige biologische Abbau (nach 28 Tagen) mindestens 60
%. Die bislang wegen ihrer guten Reinigungsleistung häufig eingesetzten Tenside auf
petrochemischer Basis, beispielsweise lineare Alkylbenzolsulfonate (LAS), sind jedoch
nur schlecht anaerob abbaubar. Es wäre also vorteilhaft, Formulierungen zu finden,
deren Tenside und auch andere Aktivsubstanzen vollständig auf Basis nachwachsender
Rohstoffe hergestellt sind.
[0004] Dabei besteht die Herausforderung darin, keine Einbußen bezüglich der Reinigungsleistung
entstehen zu lassen. Tenside auf Basis nachwachsender Rohstoffe sind gut bekannt,
weisen aber oft keine ausreichende Reinigungsleistung auf, so dass sie in der Regel
mit Tensiden auf petrochemischer Basis kombiniert werden müssen.
[0005] Weiterhin sind auch die übrigen Inhaltsstoffe, etwa Lösemittel, Duft- oder Hilfsstoffe,
häufig nicht auf der Basis nachwachsender Rohstoffe verfügbar und auch schlecht biologisch
abbaubar. Insbesondere die Duftstoffe, deren Komponenten bei höheren Konzentrationen
teilweise auch ein allergenes Potential aufweisen, werden dabei als problematisch
angesehen.
[0006] Es bestand daher der Wunsch nach einem Reinigungsmittel für harte Oberflächen auf
der Basis eines höheren Anteils an nachwachsenden Rohstoffen, das dennoch eine gute
Reinigungsleistung aufweist; dieses Mittel sollte zudem frei von Parfümölen und anderen
Duftstoffen sein und dabei einen als angenehm wahrgenommenen Duft besitzen.
[0007] US 7396808 B1 (The Clorox Company) beschreibt Reinigungsmittel für harte Oberflächen, die im wesentlichen
aus 0,5 bis 5 Gew.-% Alkylpolyglucosid, 0,5 bis 5 Gew.-% Ethanol, 0,05 bis 1 Gew.%
Glycerin, 0,05 bis 0,4 Gew.-% Zitronenöl oder d-Limonen sowie Wasser, weniger als
0,2 Gew.% Builder und gegebenenfalls Farbstoffen und Konservierungsmitteln bestehen.
Es soll sich dabei um Reinigungsmittel aus natürlichen Inhaltsstoffen mit dennoch
hoher Reinigungsleistung handeln. Die enthaltenen Duftstoffe sind allerdings nicht
gut biologisch abbaubar und können zudem als Allergene wirken.
US 5080831,
US 4477361 und
EP 0375474 beschreiben Reinigungsmittel, die u.a. Tallölseifen enthalten.
[0008] Überraschend wurde nun gefunden, dass ein Reinigungsmittel, welches Tallölseife und
mindestens einen C
1-C
6-Alkohol enthält, auch ohne den Einsatz von Parfümölen und anderen Duftstoffen einen
als angenehm empfundenen Duft aufweist. Zudem weist es auch beim Einsatz von Tensiden
rein auf fettchemischer Basis eine gute Reinigungsleistung auf.
[0009] Gegenstand dieser Anmeldung ist dementsprechend ein parfümfreies wässriges Reinigungsmittel
für harte Oberflächen und/oder Textilien, welches 0,1 bis 15 Gew.% Tallölseife mindestens
einen C
1-C
6-Alkohol , und 0,1 bis 12 Gew.% mindestens eines Tensids auf fettchemischer Basis
enthält, wobei das mindestens eine Tensid auf fettchemischer Basis ausgewählt ist
aus der Gruppe umfassend Alkylpolyglycoside, Fettalkoholalkoxylate, Alkylamidoalkylamine,
Fettalkoholethersulfate sowie Mischungen derselben.
[0010] Das Reinigungsmittel eignet sich sowohl zur verdünnten Anwendung als auch zur direkten
Applikation auf die zu reinigende Oberfläche. Hierzu wird vorzugsweise ein Sprühspender
verwendet, bevorzugt ein Sprühspender mit Schaumdüse.
[0011] Ein weiterer Gegenstand dieser Anmeldung ist dementsprechend ein Erzeugnis aus einem
erfindungsgemäßen Reinigungsmittel und einem Sprühspender, insbesondere aus einem
erfindungsgemäßen Reinigungsmittel und einem Sprühspender mit Schaumdüse.
[0012] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel wird bevorzugt zur Reinigung harter Oberflächen
und/oder von Textilien in einem entsprechenden Reinigungsverfahren verwendet. Ein
weiterer Anmeldungsgegenstand ist daher die Verwendung eines erfindungsgemäßen Reinigungsmittels
zur Reinigung harter Oberflächen. Noch ein weiterer Gegenstand dieser Anmeldung ist
ein Verfahren zur Reinigung harter Oberflächen, bei dem in einem Verfahrensschritt
das erfindungsgemäße Reinigungsmittel auf die zu reinigende Oberfläche aufgetragen
wird. Ebenfalls ein weiterer Anmeldungsgegenstand ist die Verwendung eines erfindungsgemäßen
Reinigungsmittels zur Fleckentfernung und/oder zur Fleckenvorbehandlung auf Textilien,
insbesondere bei fetthaltigen Flecken.
[0013] Stoffe, die auch als Inhaltsstoffe von kosmetischen Mitteln dienen, werden nachfolgend
ggf. gemäß der
International Nomenclature Cosmetic Ingredient (INCI)-Nomenklatur bezeichnet. Chemische Verbindungen tragen eine INCl-Bezeichnung
in englischer Sprache, pflanzliche Inhaltsstoffe werden ausschließlich nach Linne
in lateinischer Sprache aufgeführt, sogenannte Trivialnamen wie "Wasser", "Honig"
oder "Meersalz" werden ebenfalls in lateinischer Sprache angegeben. Die INCl-Bezeichnungen
sind dem
International Cosmetic Ingredient Dictionary and Handbook - Seventh Edition (1997)
zu entnehmen, das von The Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association (CTFA), 1101
17th Street, NW, Suite 300, Washington, DC 20036, USA, herausgegeben wird und mehr als 9.000 INCl-Bezeichnungen sowie Verweise auf mehr
als 37.000 Handelsnamen und technische Bezeichnungen einschließlich der zugehörigen
Distributoren aus über 31 Ländern enthält. Das
International Cosmetic Ingredient Dictionary and Handbook ordnet den Inhaltsstoffen eine oder mehrere chemische Klassen
(Chemical Classes), beispielsweise
Polymeric Ethers, und eine oder mehrere Funktionen
(Functions), beispielsweise
Surfactants - Cleansing Agents, zu, die es wiederum näher erläutert und auf die nachfolgend ggf. ebenfalls Bezug
genommen wird.
[0014] Die Angabe CAS bedeutet, dass es sich bei der nachfolgenden Zahlenfolge um eine Bezeichnung
des
Chemical Abstracts Service handelt.
Tallölseife
[0015] Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel enthält Tallölseife. Hierbei handelt es sich
um das Produkt der Verseifung des bei der Destillation von Tallöl erhaltenen Gemischs
aus gesättigten und vor allem ungesättigten C
18-22-Fettsäuren. Solche Tallölfettsäuren sind beispielsweise unter dem Handelsnamen Sylvatal®
von Arizona Chemical kommerziell erhältlich. Eine besonders bevorzugte Tallölseife
ist das durch Verseifung aus Sylvatal® 10VS gewonnene Natriumsalz. Das erfindungsgemäße
Mittel enthält 0,1 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 bis 8
Gew.-%, Tallölseife.
C1-C6-Alkohol
[0016] Weiterhin enthält das erfindungsgemäße Mittel mindestens einen C
1-6-Alkohol. Hierbei kann es sich beispielsweise um die folgenden gemäß INCl benannten
Verbindungen handeln:
[0017] Alcohol (Ethanol), n-Butyl Alcohol, t-Butyl Alcohol, Diethylene Glycol, Dipropylene
Glycol, Glycol, Hexanediol, 1,2,6-Hexanetriol, Hexyl Alcohol, Hexylene Glycol, Isobutoxypropanol,
Isopentyldiol, Isopropyl Alcohol (iso-Propanol), Methyl Alcohol, Methylpropanediol,
Neopentyl Glycol, Pentylene Glycol, Propanediol, Propyl Alcohol (n-Propanol), Propylene
Glycol.
[0018] Vorzugsweise werden Ethanol, n-Propanol oder iso-Propanol eingesetzt, insbesondere
Ethanol. Der C
1-6-Alkohol ist vorzugsweise in Mengen von 0,2 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 bis
10 Gew.-%, enthalten.
Tensid auf fettchemischer Basis
[0019] Das erfindungsgemäße Mittel enthält weiterhin mindestens ein Tensid auf fettchemischer
Basis. Hierbei handelt es sich um Tenside, deren Alkylgruppen nicht auf petrochemischem
Weg, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.
[0020] Als Tenside auf fettchemischer Basis eignen sich Alkylpolyglykoside, Alkylamidoalkylamine,
Fettalkoholalkoxylate, Fettalkoholethersulfate sowie Gemische derselben. Das erfindungsgemäße
Mittel enthält Tenside auf fettchemischer Basis in Mengen von 0,1 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise
0,5 bis 8 Gew.-%, insbesondere 1 bis 5 Gew.-%.
[0021] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung stehen Fettsäuren bzw. Fettalkohole bzw. deren
Derivate -soweit nicht anders angegeben - stellvertretend für verzweigte oder unverzweigte
Carbonsäuren bzw. Alkohole bzw. deren Derivate mit vorzugsweise 6 bis 22 Kohlenstoffatomen.
Alkylpolyglykoside
[0022] Die Alkylpolyglykoside (APG) sind nichtionische Tenside. Sie zählen zu den im Rahmen
der erfindungsgemäßen Lehre bevorzugten Tensiden auf fettchemischer Basis. Es handelt
sich hierbei um Zuckertenside, die vorzugsweise der allgemeinen Formel I
RO(AO)
a[G]
x
genügen, in der R für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Alkylrest mit 6 bis 22, vorzugsweise 6 bis 18, insbesondere 8 bis 16, besonders bevorzugt
8 bis 14 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest und
x für eine Zahl von 1 bis 10 sowie AO für eine Alkylenoxygruppe, z.B. eine Ethylenoxy-
oder Propylenoxygruppe, und a für den mittleren Alkoxylierungsgrad von 0 bis 20 stehen.
Hierbei kann die Gruppe (AO)
a auch verschiedene Alkylenoxyeinheiten enthalten, z.B. Ethylenoxy- oder Propylenoxyeinheiten,
wobei es sich dann bei a um den mittleren Gesamtalkoxylierungsgrad, d.h. die Summe
aus Ethoxylierungsund Propoxylierungsgrad, handelt. Soweit nachfolgend nicht näher
bzw. anders ausgeführt, handelt es sich bei den Alkylresten R
1 der APG um lineare ungesättigte Reste mit der angegebenen Zahl an Kohlenstoffatomen.
Die Indexzahl x gibt den Oligomerisierungsgrad (DP-Grad) an, d.h. die Verteilung von
Mono- und Oligoglykosiden, und steht, wie gerade beschrieben, für eine Zahl zwischen
1 und 10. Während x in einer gegebenen Verbindung stets ganzzahlig sein muß und hier
vor allem die Werte x = 1 bis 6 annehmen kann, ist der Wert x für ein bestimmtes Alkylglykosid
eine analytisch ermittelte rechnerische Größe, die meistens eine gebrochene Zahl darstellt.
Vorzugsweise werden Alkylglykoside mit einem mittleren Oligomerisierungsgrad x von
1,1 bis 3,0 eingesetzt. Aus anwendungstechnischer Sicht sind solche Alkylglykoside
bevorzugt, deren Oligomerisierungsgrad kleiner als 1,7 ist und insbesondere zwischen
1,2 und 1,6 liegt. Als glykosidischer Zucker wird vorzugsweise Xylose, insbesondere
aber Glucose verwendet.
[0023] Besonders bevorzugte APG können z.B. mit folgender Formel (II) beschrieben werden:

[0024] Der durchschnittliche Oligomerisationsgrad x beträgt dabei vorzugsweise 1,2-1,5.
Der Alkyl-Rest liegt vorzugsweise im Bereich C8-C16 (somit beträgt n in vorgenannter
Formel vorzugsweise 7-15). Ganz besonders bevorzugt ist Decylglycosid.
Alkylamidoalkylamine
[0025] Eine weitre Klasse von Tensiden auf fettchemischer Basis sind die Alkylamidoalkylamine.
Die Alkylamidoalkylamine (INCl Alkylamido Alkylamines) sind Amphotenside und gehorchen
Formel (III),
R
1-CO-NR
2-(CH
2)
iN(R
3)-(CH
2CH
2O)
j-(CH
2)
k-[CH(OH)]
l-CH
2-Z-OM (III)
in der
- R1
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R2
- ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest, vorzugsweise H,
- i
- eine Zahl von 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 2 oder 3,
- R3
- ein Wasserstoffatom H oder CH2COOM (zu M s.u.),
- j
- eine Zahl von 1 bis 4, vorzugsweise 1 oder 2, insbesondere 1,
- k
- eine Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise 0 oder 1,
- l
- 0 oder 1, wobei k = 1 ist, wenn l = 1 ist,
- Z
- CO, SO2, OPO(OR4) oder P(O)(OR4), wobei R4 ein C1-4-Alkylrest oder M (s.u.) ist, und
- M
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist.
[0026] Bevorzugte Vertreter genügen den Formeln IIIa bis IIId,
R
1-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
3)-CH
2CH
2O-CH
2-COOM (IIIa)
R'-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
3)-CH
2CH
2O-CH
2CH
2-COOM (IIIb)
R
1-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
3)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-SO
3M (IIIc)
R
1-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
3)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-OPO
3HM (IIId)
in denen R
1, R
3 und M die gleiche Bedeutung wie in Formel (III) haben.
[0027] Beispielhafte Alkylamidoalkylamine sind die folgenden gemäß INCl benannten Verbindungen:
Cocoamphodipropionic Acid, Cocobetainamido Amphopropionate, DEA-Cocoamphodipropionate,
Disodium Caproamphodiacetate, Disodium Caproamphodipropionate, Disodium Capryloamphodiacetate,
Disodium Capryloamphodipropionate, Disodium Cocoamphocarboxyethylhydroxypropylsulfonate,
Disodium Cocoamphodiacetate, Disodium Cocoamphodipropionate, Disodium Isostearoamphodiacetate,
Disodium Isostearoamphodipropionate, Disodium Laureth-5 Carboxyamphodiacetate, Disodium
Lauroamphodiacetate, Disodium Lauroamphodipropionate, Disodium Oleoamphodipropionate,
Disodium PPG-2-Isodeceth-7 Carboxyamphodiacetate, Disodium Stearoamphodiacetate, Disodium
Tallowamphodiacetate, Disodium Wheatgermamphodiacetate, Lauroamphodipropionic Acid,
Quaternium-85, Sodium Caproamphoacetate, Sodium Caproamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Caproamphopropionate, Sodium Capryloamphoacetate, Sodium Capryloamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Capryloamphopropionate, Sodium Cocoamphoacetate, Sodium Cocoamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Cocoamphopropionate, Sodium Cornamphopropionate, Sodium Isostearoamphoacetate,
Sodium Isostearoamphopropionate, Sodium Lauroamphoacetate, Sodium Lauroamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Lauroampho PG-Acetate Phosphate, Sodium Lauroamphopropionate, Sodium Myristoamphoacetate,
Sodium Oleoamphoacetate, Sodium Oleoamphohydroxypropylsulfonate, Sodium Oleoamphopropionate,
Sodium Ricinoleoamphoacetate, Sodium Stearoamphoacetate, Sodium Stearoamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Stearoamphopropionate, Sodium Tallamphopropionate, Sodium Tallowamphoacetate,
Sodium Undecylenoamphoacetate, Sodium Undecylenoamphopropionate, Sodium Wheat Germamphoacetate
und Trisodium Lauroampho PG-Acetate Chloride Phosphate. Vorzugsweise ist das Alkylamidoalkylamin
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Disodium Cocoamphodiacetate, Disodium Lauroamphodiacetate,
Sodium Stearoamphoacetate, Sodium Cocoamphoacetate, Disodium Cocoamphodipropionate,
Disodium Stearoamphodiacetate sowie Gemische derselben und insbesondere bevorzugt
Disodium Cocoamphodiacetate (Natriumkokosamphodiacetat).
Fettalkoholalkoxylate
[0028] Als Tenside auf fettchemischer Basis können weiterhin Fettalkoholalkoxylate in erfindungsgemäßen
Mitteln eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um C
8-C
18-Alkoholpolyglykolether, d.h. ethoxylierte und/oder propoxylierte Alkohole mit 8 bis
18 C-Atomen im Alkylteil und 2 bis 15 Ethylenoxid- (EO) und/oder Propylenoxideinheiten
(PO). Besonders bevorzugt werden C
8-18-Fettalkoholethoxylate mit 2 bis 10 EO eingesetzt, insbesondere C
12-14 Fettalkoholethoxylate mit 2 bis 8 EO, beispielsweise C
12-14 -Fettalkoholethoxylat mit 7 EO.
Fettalkoholethersulfate
[0029] Als Tenside auf fettchemischer Basis eignen sich weiterhin Fettalkoholethersulfate
(C
8-C
18-Alkylpolyglykolethersulfate).
[0030] Fettalkoholethersulfate sind Produkte von Sulfatierreaktionen an alkoxylierten Alkoholen.
Dabei versteht der Fachmann allgemein unter alkoxylierten Alkoholen die Reaktionsprodukte
von Alkylenoxid, bevorzugt Ethylenoxid, mit Alkoholen, bevorzugt im Sinne der vorliegenden
Erfindung die längerkettigen Alkohole (Fettalkohole). In der Regel entsteht aus n
Molen Ethylenoxid und einem Mol Alkohol, abhängig von den Reaktionsbedingungen ein
komplexes Gemisch von Additionsprodukten unterschiedlichen Ethoxylierungsgrades. Eine
weitere Ausführungsform besteht im Einsatz von Gemischen der Alkylenoxide, bevorzugt
des Gemisches von Ethylenoxid und Propylenoxid. Ganz besonders bevorzugt im Sinne
der vorliegenden Erfindung sind niederethoxylierte Fettalkohole (0,5 bis 4 mol EO,
bevorzugt 1 bis 2,5 mol EO). Ein besonders bevorzugtes Fettalkoholethersulfat ist
beispielsweise C
12-14-Fettalkoholethersulfat mit 2 EO.
[0031] Die anionischen Tenside werden vorzugsweise als Natriumsalze eingesetzt, können aber
auch als andere Alkali- oder Erdalkalimetallsalze, beispielsweise Magnesiumsalze,
sowie in Form von Ammonium- oder Mono-, Di-, Tri- bzw. Tetraalkylammoniumsalzen enthalten
sein, im Falle der Sulfonate auch in Form ihrer korrespondierenden Säure, z.B. Dodecylbenzolsulfonsäure.
pH-Stellmittel/ Alkaliträger
[0032] Zur Regulierung des pH-Werts kann das erfindungsgemäße Mittel zudem Säuren oder Basen
bzw. flüchtiges Alkali enthalten.
Flüchtiges Alkali; Basen
[0033] Als flüchtiges Alkali werden Ammoniak und/oder Alkanolamine, die bis zu 9 C-Atome
im Molekül enthalten können, verwendet. Als Alkanolamine werden die Ethanolamine bevorzugt
und von diesen wiederum das Monoethanolamin. Der Gehalt an Ammoniak und/oder Alkanolamin
beträgt vorzugsweise 0,01 bis 2 Gew.-%; besonders bevorzugt wird Ammoniak eingesetzt.
Daneben können die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel auch geringe Mengen an Basen
enthalten. Bevorzugte Basen stammen aus der Gruppe der Alkali- und Erdalkalimetallhydroxide
und -carbonate, insbesondere der Alkalimetallhydroxide, von denen Kaliumhydroxid,
Natriumhydroxid sowie Gemische derselben besonders bevorzugt sind.
Säuren
[0034] Alkalische Mittel können neben dem flüchtigen Alkali zusätzlich Carbonsäure enthalten,
wobei das Äquivalentverhältnis von Amin und/oder Ammoniak zu Carbonsäure vorzugsweise
zwischen 1 : 0,9 und 1 : 0,1 liegt. Geeignet sind Carbonsäuren mit bis zu 6 C-Atomen,
wobei es sich um Mono-, Di-oder Polycarbonsäuren handeln kann. Je nach Äquivalentgewicht
von Amin und Carbonsäure liegt der Gehalt an Carbonsäure vorzugweise zwischen 0,01
und 2,7 Gew.-%, insbesondere zwischen 0,01 und 0,9 Gew.-%. Beispiele geeigneter Carbonsäuren
sind Essigsäure, Glykolsäure, Milchsäure, Citronensäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure,
Äpfelsäure, Weinsäure und Gluconsäure, von denen vorzugsweise Essigsäure, Citronensäure
und Milchsäure verwendet werden. Besonders bevorzugt wird Citronensäure eingesetzt.
[0035] Das erfindungsgemäße Mittel weist vorzugsweise einen pH-Wert zwischen 7 und 11,5
auf.
[0036] Ein bevorzugtes erfindungsgemäßes Reinigungsmittel enthält
0.1 bis 15 Gew.-% Tallölseife,
0,1 bis 12 Gew. % mindestens eines Tensids auf fettchemischer Basis,
0,2 bis 15 % mindestens eines C1-C6-Alkohols sowie
0,05 - 10 Gew. % eines Alkaliträgers,
wobei die Restalkalimenge nicht mehr als 5 % beträgt.
Weitere Inhaltsstoffe
[0037] Neben den genannten kann das erfindungsgemäße Mittel weitere, üblicherweise in Reinigungsmitteln
eingesetzte Inhaltsstoffe enthalten. Vorzugsweise sind diese ausgewählt aus der Gruppe
umfassend Farbstoffe, Co-Tenside, Desinfektionsmittel, pH-Puffer, Verdicker, organische
und anorganische Salze, weitere Lösemittel, vorzugsweise solche, die im allgemeinen
als wohlriechend empfunden werden, optische Aufheller, Antioxidantien, Trübungsmittel,
Hydrotrope, Abrasiva, Konservierungsmittel, Oxidationsmittel, Insektizide, Enzyme,
probiotische Inhaltsstoffe, Hautschutz- und Hautpflegemittel, sowie Gemische derselben.
Co-Tenside
[0038] Das erfindungsgemäße Mittel kann neben den genannten Inhaltsstoffen weitere oberflächenaktive
Substanzen enthalten. Als oberflächenaktive Substanzen eignen sich für die erfindungsgemäßen
Mittel Tenside aus den Klassen der anionischen, nichtionischen, kationischen und amphoteren
Tenside. Vorzugsweise werden auch hier Tenside mit Anteilen aus nachwachsenden Rohstoffen
eingesetzt.
[0039] Als anionische Tenside eignen sich vorzugsweise C
8-C
20-Alkansulfonate, C
8-C
18-Monoalkylsulfate sowie Sulfobernsteinsäuremono- und -di-C
8-C
18-Alkylester. Weiterhin können auch C
8-C
18-α-Olefinsulfonate, sulfonierte C
8-C
18-Fettsäuren, C
8-C
22-Carbonsäureamidethersulfate, C
8-C
18-Alkylpolyglykolethercarboxylate, C
8-C
18-N-Acyltauride, C
8-C
18-N-Sarkosinate und C
8-C
18-Alkylisethionate bzw. deren Mischungen verwendet werden.
Die anionischen Tenside werden vorzugsweise als Natriumsalze eingesetzt, können aber
auch als andere Alkali- oder Erdalkalimetallsalze, beispielsweise Magnesiumsalze,
sowie in Form von Ammonium- oder Mono-, Di-, Tri- bzw. Tetraalkylammoniumsalzen enthalten
sein, im Falle der Sulfonate auch in Form ihrer korrespondierenden Säure. Beispiele
derartiger Tenside sind Natriumkokosalkylsulfat, Natrium-sec.-Alkansulfonat mit ca.
15 C-Atomen sowie Natriumdioctylsulfosuccinat.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Mittel dagegen
frei von linearen Alkylbenzolsulfonattensiden (LAS), die bislang in Reinigungsmitteln
häufig als Aniontenside eingesetzt wurden.
[0040] Als nichtionische Tenside sind vor allem C
8-C
18-Carbonsäurepolyglykolester mit 2 bis 15 EO, beispielsweise Talgfettsäure+6-EO-ester,
ethoxylierte Fettsäureamide mit 12 bis 18 C-Atomen im Fettsäureteil und 2 bis 8 EO,
etwa Laurinsäurediethanolamid, und langkettige Aminoxide mit 14 bis 20 C-Atomen wie
das Kokosalkyldimethylaminoxid zu erwähnen.
[0041] Geeignete Amphotenside sind beispielsweise Betaine der Formel (R
ii)(R
iii)(Ri
v)N
+CH
2COO
-, in der R" einen gegebenenfalls durch Heteroatome oder Heteroatomgruppen unterbrochenen
Alkylrest mit 8 bis 25, vorzugsweise 10 bis 21 Kohlenstoffatomen und R
iii sowie Ri
v gleichartige oder verschiedene Alkylreste mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen bedeuten,
insbesondere C
10-C
18-Alkyl-dimethylcarboxymethylbetain und C
11-C
17-Alkylamidopropyl-dimethylcarboxymethylbetain.
[0042] Geeignete Kationtenside sind u.a. die quartären Ammoniumverbindungen der Formel (R
v)(R
vi)(R
vii)(R
viii)N
+ X
-, in der R
v bis R
viii für vier gleich- oder verschiedenartige, insbesondere zwei lang- und zwei kurzkettige,
Alkylreste und X
- für ein Anion, insbesondere ein Halogenidion, stehen, beispielsweise Didecyl-dimethyl-ammoniumchlorid,
Alkyl-benzyl-didecyl-ammoniumchlorid und deren Mischungen.
Verdicker
[0043] Es kann wünschenswert sein, die Viskosität des erfindungsgemäßen Mittels durch Zusatz
eines Verdickungsmittels einzustellen Hierzu eignen sich alle üblicherweise in Wasch-
und Reinigungsmitteln eingesetzten Viskositätsregulatoren, zu denen beispielsweise
organische natürliche Verdickungsmittel (Agar-Agar, Carrageen, Tragant, Gummi arabicum,
Alginate, Pektine, Polyosen, Guar-Mehl, Johannisbrotbaumkernmehl, Stärke, Dextrine,
Gelatine, Casein), organische abgewandelte Naturstoffe (Carboxymethylcellulose und
andere Celluloseether, Hydroxyethyl- und -propylcellulose und dergleichen, Kernmehlether),
organische vollsynthetische Verdickungsmittel (Polyacryl- und Polymethacryl-Verbindungen,
Vinylpolymere, Polycarbonsäuren, Polyether, Polyimine, Polyamide) und anorganische
Verdickungsmittel (Polykieselsäuren, Tonmineralien wie Montmorillonite, Zeolithe,
Kieselsäuren) zählen.
Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Mittel jedoch frei von Verdickern. Die Viskosität
des erfindungsgemäßen Mittels beträgt vorzugsweise 0,4 bis 400 mPas (Brookfield LVDV
2+ mit small sample adapter, Spindel 31, 30 U/min, 20°C, unverdünntes Produkt).
antibakterielle Wirkstoffe
[0044] Eine besondere Form der Reinigung stellen die Desinfektion und die Sanitation dar.
In einer entsprechenden besonderen Ausführungsform der Erfindung enthält das Reinigungsmittel
daher einen oder mehrere antimikrobielle Wirkstoffe, vorzugsweise in einer Menge von
0,01 bis 2 Gew.%, vorzugsweise 0,02 bis 0,9 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 0,5 Gew.-%,
besonders bevorzugt 0,1 bis 0,4 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,3 Gew.-%.
Die Begriffe Desinfektion, Sanitation, antimikrobielle Wirkung und antimikrobieller
Wirkstoff haben im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre die fachübliche Bedeutung, die
beispielsweise von
K. H. Wallhäußer in "Praxis der Sterilisation, Desinfektion - Konservierung : Keimidentifizierung
- Betriebshygiene" (5. Aufl. - Stuttgart ; New York : Thieme, 1995) wiedergegeben wird. Während Desinfektion im engeren Sinne der medizinischen Praxis
die Abtötung von - theoretisch allen - Infektionskeimen bedeutet, ist unter Sanitation
die möglichst weitgehende Elimierung aller - auch der für den Menschen normalerweise
unschädlichen saprophytischen - Keime zu verstehen. Hierbei ist das Ausmaß der Desinfektion
bzw. Sanitation von der antimikrobiellen Wirkung des angewendeten Mittels abhängig,
die mit abnehmendem Gehalt an antimikrobiellem Wirkstoff bzw. zunehmender Verdünnung
des Mittels zur Anwendung abnimmt.
Erfindungsgemäß geeignet sind beispielsweise antimikrobielle Wirkstoffe aus den Gruppen
der Alkohole, Aldehyde, antimikrobiellen Säuren bzw. deren Salze, Carbonsäureester,
Säureamide, Phenole, Phenolderivate, Diphenyle, Diphenylalkane, Harnstoffderivate,
Sauerstoff-, Stickstoff-Acetale sowie -Formale, Benzamidine, Isothiazole und deren
Derivate wie Isothiazoline und Isothiazolinone, Phthalimidderivate, Pyridinderivate,
antimikrobiellen oberflächenaktiven Verbindungen, Guanidine, antimikrobiellen amphoteren
Verbindungen, Chinoline, 1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, lodo-2-propynyl-butyl-carbamat,
Iod, Iodophore und Peroxide. Bevorzugte antimikrobielle Wirkstoffe werden vorzugsweise
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, 1,3-Butandiol,
Phenoxyethanol, 1,2-Propylenglykol, Glycerin, Undecylensäure, Zitronensäure, Milchsäure,
Benzoeesäure, Salicylsäure, Thymol, 2-Benzyl-4-chlorphenol, 2,2'-Methylen-bis-(6-brom-4-chlorphenol),
2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxydiphenylether, N-(4-Chlorphenyl)-N-(3,4-dichlorphenyl)-harnstoff,
N,N'-(1,10-decandiyldi-1-pyridinyl-4-yliden)-bis-(1-octanamin)-dihydrochlorid, N,N'-Bis-(4-Chlorphenyl)-3,12-diimino-2,4,11,13-tetraazatetradecandiimidamid,
antimikrobielle quaternäre oberflächenaktive Verbindungen, Guanidine. Bevorzugte antimikrobiell
wirkende oberflächenaktive quaternäre Verbindungen enthalten eine Ammonium-, Sulfonium-,
Phosphonium-, Jodonium- oder Arsoniumgruppe, wie sie beispielsweise
K. H. Wallhäußer in "Praxis der Sterilisation, Desinfektion - Konservierung : Keimidentifizierung
- Betriebshygiene" (5. Aufl. - Stuttgart ; New York : Thieme, 1995) beschreibt. Weiterhin können auch antimikrobiell wirksame ätherische Öle eingesetzt
werden, die gleichzeitig für eine Beduftung des Reinigungsmittels sorgen. Besonders
bevorzugte antimikrobielle Wirkstoffe sind jedoch ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Salicylsäure, quaternäre Tenside, insbesondere Benzalkoniumchlorid, Peroxo-Verbindungen,
insbesondere Wasserstoffperoxid, Alkalimetallhypochlorit sowie Gemische derselben.
Konservierungsstoffe
[0045] Konservierungsmittel können gleichfalls in erfindungsgemäßen Mitteln enthalten sein.
Als solche können im wesentlichen die bei den antimikrobiellen Wirkstoffen genannten
Stoffe eingesetzt werden.
Hautschutz- und Hautpflegemittel
[0046] Das erfindungsgemäße Mittel kann zudem Hautschutz-und Hautpflegemittel enthalten.
Als solche eignen sich alle bekannten pflegenden Wirkstoffe, zu denen beispielsweise
Bisabolol, Allantoin, Vitamine wie Panthenol, natürliche Öle wie Mandelöl, Pflanzenextrakte
etwa aus der Ringelblume, Aloe Vera, pflegende Wachsdispersionen, pflegende Polymere
und weitere in kosmetischen Mitteln eingesetzte Pflege- und Konditioniermittel sowie
Gemische zählen.
[0047] Das Mittel kann in einer bevorzugten Ausführungsform auf die zu reinigende Oberfläche
aufgesprüht bzw. in Form eines Schaums aufgetragen werden. Hierzu eignet sich in besonderer
Weise ein manuell aktivierter Sprühspender, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe,
umfassend Aerosolsprühspender, selbst Druck aufbauende Sprühspender, Pumpsprühspender
und Triggersprühspender, insbesondere Pumpsprühspender und Triggersprühspender mit
einem Behälter aus Polyethylen, Polypropylen oder Polyethylenterephthalat. Solche
Triggerflaschen werden beispielsweise von der Firma Afa-Polytec angeboten. Der Sprühkopf
ist vorzugsweise mit einer Schaumdüse ausgestattet. Neben Triggerflaschen eignen sich
auch Pumpschaumspender, wie sie beispielsweise von der Firma Airspray oder auch der
Daiwa Can Company angeboten werden. Daneben kann das Mittel auch unter Zusatz eines
geeigneten Treibmittels (z.B. n-Butan, ein Propan/Butan-Gemisch, Kohlendioxid, Stickstoff
oder ein CO
2/N
2-Gemisch) in eine entsprechende Aerosolsprühflasche gefüllt werden. Ein solcher Sprühspender
ist jedoch weniger bevorzugt.
[0048] Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist dementsprechend ein Erzeugnis aus einem erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel und einem Sprühspender, insbesondere aus einem erfindungsgemäßen
Reinigungsmittel und einer Triggerflasche mit Schaumdüse.
[0049] Die erfindungsgemäßen Mittel werden vorzugsweise zur Reinigung harter Oberflächen
verwendet. Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist daher die Verwendung eines erfindungsgemäßen
Reinigungsmittels zur Reinigung harter Oberflächen. Harte Oberflächen im Sinne dieser
Anmeldung sind dabei Fenster, Spiegel und weitere Glasoberflächen, Oberflächen aus
Keramik, Kunststoff, Metall oder auch Holz sowie lackiertes Holz, die sich in Haushalt
und Gewerbe finden, etwa Badkeramik, Küchenoberflächen oder Fußböden. Dabei wird das
Reinigungsmittel vor der Anwendung mit Wasser verdünnt oder aber, insbesondere mittels
eines Sprühspenders, unverdünnt aufgetragen. In einem Verfahren zur Reinigung harter
Oberflächen wird daher das erfindungsgemäße Reinigungsmittel in einem Verfahrensschritt
auf die zu reinigende Oberfläche aufgetragen.
[0050] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die erfindungsgemäßen Mittel
zur Fleckentfernung und/oder zur Fleckenvorbehandlung auf Textilien eingesetzt. Hierbei
eignen sie sich insbesondere zur Behandlung fetthaltiger Flecken. Ein weiterer Erfindungsgegenstand
ist dementsprechend die Verwendung eines erfindungsgemäßen Reinigungsmittels zur Fleckentfernung
und/oder zur Fleckenvorbehandlung auf Textilien, insbesondere bei fetthaltigen Flecken.
Ausführungsbeispiele
[0051] Es wurden erfindungsgemäße Beispiele E1 bis E3 sowie ein nicht erfindungsgemäßes
Vergleichsbeispiel V1 formuliert. Die Zusammensetzungen sind der nachfolgenden Tabelle
1 zu entnehmen. Die Mengenangaben sind dabei in Gew.-% Aktivstoff.
Tabelle 1:
| |
E1 |
E2 |
E3 |
V1 |
| Decylglycosid |
-- |
-- |
2,0 |
2,0 |
| C12-14-Fettalkohol mit 7 EO |
-- |
2,0 |
-- |
3,0 |
| C12-14-Fettalkoholethersulfat 2 EO, Na-Salz |
-- |
-- |
2,0 |
-- |
| Tallölfettsäure C18-22, ungesättigt, Na-Salz |
6,0 |
6,0 |
3,0 |
-- |
| Fettsäure C12-18, Na-Salz |
-- |
-- |
-- |
2,0 |
| Cocoamphodiacetat, 2Na-Salz |
3,0 |
2,0 |
1,0 |
-- |
| Zitronensäure, monohydrat |
-- |
0,5 |
-- |
0,5 |
| Propanol-2 |
9,0 |
6,0 |
-- |
-- |
| Ethanol |
-- |
-- |
8,0 |
3,0 |
| Kalilauge |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
-- |
| Natronlauge |
0,6 |
0,6 |
0,6 |
0,6 |
| Natriumcarbonat |
-- |
-- |
-- |
2 |
| Parfümöl ("Pine" von Givaudan) |
-- |
-- |
-- |
0,4 |
| Farbstoff |
-- |
-- |
0,002 |
0,002 |
| Wasser |
Ad 100 |
Ad 100 |
Ad 100 |
Ad 100 |
| pH |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
Decylglycosid = APG 220 UPW, Cognis
C12-14-Fettalkohol mit 7 EO = Dehydol LT 7, Cognis
C12-14-Fettalkoholethersulfat 2 EO, Na-Salz = Texapon N70, Cognis
Tallölfettsäure C18-22, ungesättigt, Na-Salz = gebildet durch Verseifung aus Sylvatal
10 VS (destilliertes Tallöl bzw. Kiefernöl), Arizona Chemical
Fettsäure C12-18, Na-Salz = Edenor K12-18, Cognis
Cocoamphodiacetat, 2Na-Salz = Dehyton PS, Cognis
[0052] Sowohl die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel als auch die Vergleichsrezeptur wurden
gemäß der IKW-Empfehlung zur Bewertung von Allzweckreinigern hinsichtlich ihres Reinigungsvermögens
geprüft. Alle wiesen eine gute Reinigungsleistung auf.
[0053] Zudem wurde der Duft der Formulierungen durch ein Expertenpanel von fünf geschulten
Personen sowohl am konzentrierten Produkt als auch in Anwendungskonzentration abgerochen
und der Dufteindruck auf einer Notenskala von 1 (sehr gut) bis 7 (unangenehm) bewertet.
[0054] Das Ergebnis ist in der nachfolgenden Tabelle wiedergegeben:
| Bewertung Produkteigenschaften |
E1 |
E2 |
E3 |
V1 |
| Reinigungsleistung IKW-Test |
+++ |
++ |
++ |
+++ |
| Rückstandsverhalten |
++ |
+++ |
+++ |
++ |
| Spannungsrißverhalten |
++ |
+ |
++ |
+ |
| Dufteindruck am Produkt |
2,3 |
3,2 |
3,1 |
3,3 |
| Dufteindruck in Anwendungsverdünnung |
2,5 |
2,9 |
2,7 |
2,9 |
[0055] Es zeigte sich, dass die erfindungsgemäß parfümfreien Rezepturen einen gleich guten
oder sogar positiveren Dufteindruck hinterließen als die parfümhaltige Vergleichsformulierung.
1. Parfümfreies wässriges Reinigungsmittel für harte Oberflächen und Textilien, dadurch gekennzeichnet, dass es 0,1 bis 15 Gew.-% Tallölseife, mindestens einen C1-C6-Alkohol, und 0,1 bis 12 Gew. % mindestens eines Tensids auf fettchemischer Basis
enthält, wobei das mindestens eine Tensid auf fettchemischer Basis ausgewählt ist
aus der Gruppe umfassend Alkylpolyglycoside, Fettalkoholalkoxylate, Alkylamidoalkylamine,
Fettalkoholethersulfate sowie Gemische derselben.
2. Reinigungsmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin ein pH-Stellmittel enthält.
3. Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass es weiterhin ein oder mehrere übliche Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln enthält,
vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe umfassend Farbstoffe, Co-Tenside, Desinfektionsmittel,
pH-Puffer, Verdicker, organische und anorganische Salze, weitere Lösemittel, optische
Aufheller, Antioxidantien, Trübungsmittel, Hydrotrope, Abrasiva, Konservierungsmittel,
Oxidationsmittel, Insektizide, Enzyme, probiotische Inhaltsstoffe, Hautschutz- und
Hautpflegemittel, sowie Gemische derselben.
4. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen pH-Wert zwischen 7 und 11,5 aufweist.
5. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es
0,1 bis 15 Gew.-% Tallölseife,
0,1 bis 12 Gew. % mindestens eines Tensids auf fettchemischer Basis,
0,2 bis 15 % mindestens eines C1-C6-Alkohols sowie
0,05 - 10 Gew. % eines Alkaliträgers enthält,
wobei die Restalkalimenge nicht mehr als 5 % beträgt.
6. Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine fettchemische Tensid ein Alkylpolyglycosid, vorzugsweise Decylglycosid
ist.
7. Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine fettchemische Tensid ein Alkylamidoalkylamin, vorzugsweise Cocoamphodiacetat
ist.
8. Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine fettchemische Tensid ein Fettalkoholalkoxylat, vorzugsweise ein
Fettalkoholethoxylat, besonders bevorzugt ein C12-14-Fettalkoholethoxylat mit 2 bis 8 EO ist.
9. Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine fettchemische Tensid ein Fettalkoholethersulfat, vorzugsweise
ein C12-14-Fettalkoholethersulfat mit 2 EO ist.
10. Erzeugnis aus einem Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden Ansprüche und einem
Sprühspender, insbesondere aus einem Reinigungsmittel gemäß einem der vorangehenden
Ansprüche und einem Sprühspender mit Schaumdüse.
11. Verwendung eines Reinigungsmittels gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Reinigung
harter Oberflächen.
12. Verfahren zur Reinigung harter Oberflächen, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Verfahrensschritt das Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9
auf die zu reinigende Oberfläche aufgetragen wird.
13. Verwendung eines Reinigungsmittels gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Fleckentfernung
und/oder zur Fleckenvorbehandlung auf Textilien, insbesondere bei fetthaltigen Flecken.
1. An unscented aqueous cleaning agent for hard surfaces and textiles, characterized in that said cleaning agent contains from 0.1 to 15 wt.% tall oil soap, at least one C1-C6 alcohol, and from 0.1 to 12 wt.% of at least one surfactant based on fatty chemicals,
the at least one surfactant based on fatty chemicals being selected from the group
comprising alkyl polyglycosides, fatty alcohol alkoxylates, alkyl amido alkylamines,
fatty alcohol ether sulfates and mixtures thereof.
2. The cleaning agent according to claim 1, characterized in that said cleaning agent further contains a pH adjustment agent.
3. The cleaning agent according to one of claims 1 and 2, characterized in that said cleaning agent further contains one or more common cleaning agent ingredients,
preferably selected from the group comprising dyes, cosurfactants, disinfectants,
pH buffers, thickeners, organic and inorganic salts, additional solvents, optical
brighteners, antioxidants, opacifying agents, hydrotropic substances, abrasives, preservatives,
oxidizing agents, insecticides, enzymes, probiotic ingredients, skin-protection and
skincare agents, and mixtures thereof.
4. The cleaning agent according to one of the preceding claims, characterized in that said cleaning agent has a pH of between 7 and 11.5.
5. The cleaning agent according to one of the preceding claims,
characterized in that said cleaning agent contains
from 0.1 to 15 wt.% tall oil soap,
from 0.1 to 12 wt.% of at least one surfactant based on fatty chemicals,
from 0.2 to 15 % of at least one C1-C6 alcohol, and
from 0.05 to 10 wt.% of an alkali carrier,
the residual alkali amount not being more than 5 %.
6. The cleaning agent according to one of the preceding claims, characterized in that the at least one fatty chemical surfactant is an alkyl polyglycoside, preferably
decyl glycoside.
7. The cleaning agent according to one of claims 1 to 5, characterized in that the at least one fatty chemical surfactant is an alkyl amido alkylamine, preferably
cocoamphodiacetate.
8. The cleaning agent according to one of claims 1 to 5, characterized in that the at least one fatty chemical surfactant is a fatty alcohol alkoxylate, preferably
a fatty alcohol ethoxylate, particularly preferably a C12-14 fatty alcohol ethoxylate having from 2 to 8 ethylene oxide units.
9. The cleaning agent according to one of claims 1 to 5, characterized in that the at least one fatty chemical surfactant is a fatty alcohol ether sulfate, preferably
a C12-14 fatty alcohol ether sulfate having 2 ethylene oxide units.
10. A product consisting of a cleaning agent according to one of the preceding claims
and a spray dispenser, in particular consisting of a cleaning agent according to one
of the preceding claims and a spray dispenser comprising a foam nozzle.
11. The use of a cleaning agent according to one of claims 1 to 9 for cleaning hard surfaces.
12. A method for cleaning hard surfaces, characterized in that the cleaning agent according to one of claims 1 to 9 is applied to the surface to
be cleaned in one method step.
13. The use of a cleaning agent according to one of claims 1 to 9 for removing stains
and/or pre-treating stains on textiles, in particular greasy stains.
1. Agent nettoyant aqueux sans parfum destiné à des surfaces dures et des textiles, caractérisé en ce qu'il contient 0,1 à 15% en poids de savon au tallol, au moins un alcool en C1 à C6 et
0,1 à 12% en poids d'au moins un tensio-actif à base de substances chimiques grasses,
l'au moins un tensio-actif à base de substances chimiques grasses étant choisi dans
le groupe comprenant les alkylpolyglycosides, les alcoxylates d'alcools gras, les
alkylamidoalkylamines, les éthersulfates d'alcool gras et leurs mélanges.
2. Agent de nettoyage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il contient en outre un agent d'ajustement du pH.
3. Agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'il contient en outre un ou plusieurs constituants usuels de produits de nettoyage,
choisis de préférence dans le groupe comportant les colorants, les co-tensioactifs,
les désinfectants, les tampons de pH, les épaississants, les sels organiques et minéraux,
d'autres solvants, les azurants optiques, les antioxydants, les opacifiants, les hydrotropes,
les abrasifs, les conservateurs, les agents oxydants, les insecticides, les enzymes,
les ingrédients probiotiques, les agents de protection de la peau et de soins de la
peau, et leurs mélanges.
4. Agent de nettoyage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il a un pH compris entre 7 et 11,5.
5. Agent de nettoyage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il contient
0,1 à 15% en poids de savon au tallol,
0,1 à 12% en poids d'au moins un tensioactif à base de substances chimiques grasses,
0,2 à 15% en poids d'au moins un alcool en C1 à C6, et
0,05 à 10% en poids d'un support alcalin,
la quantité résiduelle d'alcalin ne dépassant pas 5%.
6. Agent de nettoyage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins un agent tensioactifs à base de substances chimiques grasses est un alkylpolyglycoside,
de préférence un décylglycoside.
7. Agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'au moins un tensioactif à base de substances chimiques grasses est une alkylamidoalkylamine,
de préférence le cocoamphodiacétate.
8. Agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'au moins un tensioactif à base de substances chimiques grasses est un alcoxylate
d'alcool gras, de préférence un éthoxylate d'alcool gras, de préférence un éthoxylate
d'alcool en C12 à C14 ayant 2 à 8 OE.
9. Agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'au moins un tensioactif à base de substances chimiques grasses est un éthersulfate
d'alcool gras, de préférence un éthersulfate d'alcool gras en C12 à C14 ayant 2 OE.
10. Produit contenant un agent de nettoyage selon l'une des revendications précédentes
et un distributeur en aérosol, en particulier un agent de nettoyage selon l'une des
revendications précédentes et un distributeur pulvérisateur comporte une buse de mousse.
11. Utilisation d'un agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 9 pour nettoyer
des surfaces dures.
12. Procédé de nettoyage de surfaces dures, caractérisé en ce que, dans une étape de procédé, l'agent de nettoyage selon l'une des revendications 1
à 9 est appliqué sur la surface à nettoyer.
13. Utilisation d'un agent de nettoyage selon l'une des revendications 1 à 9, pour éliminer
des taches et/ou prétraiter des taches sur les textiles, en particulier dans le cas
de taches de graisses.