Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein selbsttätig und willkürlich eine Fläche abfahrendes, mobiles
Flächenbehandlungsgerät zur reinigenden, pflegenden oder bearbeitenden Behandlung
der Fläche, mit zumindest einem Arbeitselement, das an einem Träger angeordnet ist
und die Fläche zu behandeln vermag, und mit einem motorisch angetriebenen hinsichtlich
der Lenkung instabilen Antriebselement, das den Träger selbsttätig in verschiedene
Richtungen über die Fläche zu bewegen vermag.
Stand der Technik
[0002] Derartige Flächenbehandlungsgeräte sind als mobile Roboter zum Staubwischen aus der
europäischen Patentschrift
EP 1347701 Bbekannt. Diese bekannten Roboter weisen ein Gerüst oder ein glockenartiges Gehäuse
auf, in dem eine Antriebsvorrichtung angeordnet ist, die eine willkürliche Bewegung
des Roboters durch den Raum hindurch ermöglicht. Hierzu ist die Antriebsvorrichtung
nicht mit dem eigentlichen Gehäuse verbunden und besteht aus einer Kugel die mit exzentrischem
Schwerpunkt motorisch angetrieben ist, so dass die Kugel unterschiedliche Bewegungsbahnen
abfährt. Dabei nimmt sie das Gehäuse und den mobilen Roboter jeweils mit und versetzt
diesen in die Lage, willkürlich verschiedene Richtungen innerhalb des Raumes abzufahren,
um so nach einer gewissen Arbeitsperiode die gesamte Fläche des Raums überfahren zu
haben.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Flächenbehandlungsgeräte besteht darin, dass der Antrieb
und das eigentliche Gerät zweiteilig ausgebildet sind, so dass zum einen der Eindruck
entsteht, dass innerhalb des Gerätes bei Richtungsumkehr zunächst ein Stillstand eintreten
würde, bis die Kugel innerhalb des Gehäuses an eine gegenüberliegende Fläche anstößt,
und zum anderen durch die freie Beweglichkeit der Kugel innerhalb des Gehäuses ein
Stoßen auftritt, wenn die Kugel nach Durchlaufen des Gehäuseinnenraums der gegenüberliegenden
Seite wieder anschlägt. Darüber hinaus besteht natürlich die Gefahr, dass das separate
Antriebselement bei Einsatz des Flächenbehandlungsgerätes nicht wiedergefunden wird
oder verloren geht, da es vom Flächenbehandlungsgerät getrennt ist.
[0004] Aus der
GB 2 411 820 Aist ein mobiles Bodenreinigungsgerät bekannt, dass eine Fläche selbsttätig abfahren
kann und bei Anstoßen an ein Hindernis seine Fahrtrichtung selbsttätig zu ändern vermag.
Hierzu ist die Antriebsachse an einem federnd im Gehäuse angeordneten Achsträger vorgesehen,
der bei Geradeausfahrt durch die Federkraft verriegelt ist und im Falle des Auftreffens
auf ein Hindernis über ein Entriegelungsmittel aus der Verriegelung gelöst werden
kann. Hierdurch wird die Lenkachse freigegeben und Fahrzeug kann in eine andere Richtung
fahren. Im Geradeauslauf dagegen wird die Lenkachse durch den Nachlauf wieder gerade
gestellt, so dass die Verriegelung wieder einrastet und das Bodenreinigungsgerät gerade
bewegt wird.
[0005] Ein Nachteil dieses Bodenreinigungsgeräts besteht zum einen darin, dass es immer
geradeaus fährt, solange es nicht gegen ein Hindernis stößt. Die bedingt aber eine
Vielzahl von Bewegungen, bis der Boden vollständig abgefahren ist, da eine Richtungsänderung
während der Fahrt ohne Hindernis nicht möglich ist.
[0006] Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Verriegelung der Lenkachse bei Auftreffen
auf ein Hindernis zwar gelöst wird, jedoch dadurch nicht sichergestellt ist, dass
das Fahrzeug in allen Fällen selbsttätig einen Ausweg aus der Blockierstellung findet,
wenn es zum Beispiel frontal vor eine Wand fährt oder in einer Ecke festsitzt. Zwar
kann durch die Entriegelung die Lenkachse nun einlenken, dies verhindert aber nicht,
dass die Kräfte zum Einlenken in genau die Gegenkräfte wirken, die von dem Hindernis
ausgelöst werden. Dies lässt sich nur über eine ungleichmäßige Verteilung der Antriebkräfte
an der Achse erzielen, was aber den Nachteil hat, dass das Fahrzeug sich entlang der
Wand quer zur ursprünglichen Fahrtrichtung bewegt, wenn es sich soweit gedreht hat,
dass die Blockierstellung aufgehoben ist.
[0007] Eine weiteres Bodenreinigungsgerät zeigt die
DE 10 2005 635 A. Hier wird die Zufallsbewegung durch einen seitlichen Ausleger eines von vier Radlagern
erzeugt, wobei neben der Notwendigkeit, mehrere Radlager vorzusehen, auch hier die
Gefahr besteht, dass sich das Fahrzeug in einer Ecke oder an einer Fläche festfährt,
sich also keine Kräfte aufbauen, die das Fahrzeug in eine vollständig andere Richtung
bewegen können.
Kurzbeschreibung der Erfindung
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es ein willkürlich eine Fläche abfahrendes mobiles Flächenbehandlungsgerät
zu schaffen, das einen effektiven, in das Gerät integrierten Antrieb aufweist und
kostengünstig herstellbar ist.
[0009] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass das Antriebselement zumindest
ein Antriebsrad ist, das an einem Fahrwerkskörper gelagert ist, der über ein Lenkwellenlager
und eine Lenkwelle mit dem Träger verbunden und um eine Lenkachse (A) drehbar ist,
wobei der Fahrwerkskörper derart ausgebildet oder gelagert ist, dass zur Bildung eines
Vorlaufs die Lauffläche des Antriebsrades mit der Fläche außerhalb der Lenkachse (A)
liegt und das Lenkwellenlager ein Taumellager ist, in dem die Lenkwelle gehalten ist
und um das die Lenkwelle schwenkbar ist.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Flächenbehandlungsgerätes ist es nun
möglich, den Motor und den Fahrwerkskörper über das Taumellager mit dem Träger zu
verbinden. Der Träger wird üblicherweise ein Gehäuse sein, das sich, wie bei den bekannten
Flächenbehandlungsgeräten, kuppelartig über die Antriebseinheit erstreckt, wobei der
Träger ebenso gut ein Gerüst oder auch nur ein ringförmiger oder eckiger Rahmen sein
kann. Ferner kann dieser Träger mehrteilig ausgebildet sein, beispielsweise ein stabiler
ringförmiger Rahmen mit aufgesetzter Kunststoffkuppel zum Abdecken der Funktionsteile.
[0011] Die erfindungsgemäßen Flächenbehandlungsgeräte werden z.B. als Staubwischgeräte eingesetzt,
wobei das Arbeitselement in diesem Fall eine beispielsweise kreisförmig um den Fahrwerkskörper
herum angeordnete und an dem Träger befestigte Staubbürste oder ein Staubwischbelag
sein kann. Letzterer kann auch antistatisch ausgebildet sein, um effektiv mit geringem
Energieverbrauch Staub aufnehmen zu können.
[0012] Alternativ kann das Flächenbehandlungsgerät auch jede andere Form von Behandlung
eines Untergrundes realisieren, bis hin zu einem Rasenmäher. Wichtig ist die Tatsache,
dass das Flächenbehandlungsgerät zwischen in der Regel vertikalen, zumindest aber
schrägstehenden Randbegrenzungen hin- und herfahren kann. Diese Randbegrenzungen sind
notwendig, um die erforderliche Richtungsumkehr durch Anstoßen an eine Randbegrenzung
zu realisieren. Auch eine feuchte Bodenwischfunktion ist möglich. Hierzu kann das
Arbeitselement als Mob oder Aufnehmer ausgebildet sein, der entweder feucht an dem
Träger befestigt wird oder über eine Befeuchtungsfunktion des Trägers, beispielsweise
über durchsickerndes Wasser, das von einem trägerseitigen Wassertank über kleine Öffnungen
in das Arbeitselement hinein sickern kann, befeuchtet wird.
[0013] Wesentliches Merkmal des neuen Flächenbehandlungsgerätes ist die Tatsache, dass der
Antrieb an dem Fahrwerkskörper angeordnet ist und dass dieser Fahrwerkskörper über
das Taumellager mit dem Träger verbunden ist. Unter Taumellager im Sinne der vorliegenden
Erfindung ist ein Lager zu verstehen, das eine Achse, optional unter Belastung eines
Lagerspiels, in einer Fläche zu halten vermag, die zu der zu behandelnden Fläche parallel
angeordnet ist oder in einem Winkel angestellt ist, der deutlich kleiner als 90 Grad
ist. Eine mögliche Ausgestaltung eines solchen Taumellagers ist beispielsweise ein
Lagerauge, das im einfachsten Fall aus einem einfachen, kreisrunden Durchbruch bestehen
kann.
[0014] Alternativ kann auch ein klassisches Lagerauge Verwendung finden, bei dem das zu
lagernde Bauelement in einem drehbar gehaltenen, an seiner Außenseite balligen Lagersegment
gehalten ist. Aufgrund der höheren Kosten eines solchen klassischen Lagerauges wird
diese Variante eher für aufwändige Flächenbehandlungsgeräte vorzusehen sein. Für die
üblichen Funktionen wird es dagegen ausreichend sein, wenn unter Einhaltung der erforderlichen
Verschleißfestigkeit ein bloßer Durchbruch im Sinne einer Durchgangsöffnung verwendet
wird.
[0015] Gleichzeitig ist erfindungsgemäß der Antrieb so ausgebildet, dass ein Vor-oder Nachlauf
des Antriebsrades vorgesehen ist. Diese bereits von Kraftfahrzeugen bekannte Technik,
die dort zum Geradestellen der Lenkung und zur Stabilisierung des Geradeauslaufes
Verwendung findet, wird hier in ihrer Funktion umgekehrt. Hat ein Nachlauf die Geradeausfahrt
stabilisiert, wird ein Vorlauf, also die Tatsache, dass das Antriebsrad mit seiner
Auflagefläche auf dem Boden vor der Drehachse des Antriebsrades mit dem Boden in Kontakt
tritt, dazu genutzt, eine willkürliche Stabilität zu erzeugen, so dass das Flächenbehandlungsgerät
während des Vorlaufes gerade nicht stabil in eine definierte Geradeausrichtung fahren
wird.
[0016] Hierbei wird aufgrund der Instabilität in Verbindung mit dem Taumellager der Effekt
eintreten, dass bei Blockierung der Fahrbewegung sich der Fahrwerkskörper im Rahmen
seiner durch das Taumellager vorgegebenen Freiheitsgrade bewegt und in Folge des Vorlaufes
irgendwann eine freie Fahrrichtung auffindet, in die er das Flächenbehandlungsgerät
legen kann. Bevorzugt sind dabei das Flächenbehandlungsgerät und der Träger so ausgebildet,
dass es keine Vorder- und keine Rückseite gibt, sondern dass das Gerät im Wesentlichen
in alle Richtungen gleiche Fahreigenschaften aufweist.
[0017] Während der normalen Fahrbewegung wird sich das Antriebsrad innerhalb des Lagers
so einstellen, dass dann ein Nachlauf eintritt. Dies geschieht dadurch, dass das Antriebsrad
um 360 Grad im Taumellager drehbar ist, so dass sich in Folge der freien Bewegung
das Antriebsrad nach hinten stellen wird, so wie dies etwa von Einkaufswagen eines
Supermarktes bekannt ist. Trifft das Flächenbehandlungsgerät dann auf der gegenüberliegenden
Seite eines Raumes beispielsweise wiederum auf eine Wand, ist das Taumellager zwischen
der Kontaktfläche des Antriebsrades auf dem Boden und der Wand angeordnet.
[0018] Aus Sicht des Taumellagers weist das Antriebsrad also in diesem Fall dann keinen
Nachlauf, sondern, sofern eine Rückwärtsbewegung inszeniert werden soll, einen Vorlauf
auf. Das Taumellager wird dafür Sorge tragen, dass der Fahrwerkskörper in Folge der
Antriebskraft innerhalb seiner Freiheitsgrade bewegt wird, bis irgendwann eine Bewegung
eintritt, die eine Kraftkomponente auf das Taumellager erzeugen kann, die dafür Sorge
trägt, dass der Träger wieder verfahren werden kann. Sobald ein gewisser minimaler
Verfahrweg erreichbar ist, wird sich der Vorlauf positiv auswirken, so dass sich das
Flächenbehandlungsgerät in eine willkürliche, in der Regel gedrehte Raumrichtung bewegt.
[0019] Vorlauf und Taumellager haben weiterhin den Vorteil, dass es sehr unwahrscheinlich
ist, dass das Flächenbehandlungsgerät genau in die entgegensetzte Rückwärtsrichtung
bewegt wird, sondern dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine andere Strecke abfahren
wird. Auf diese Weise wird die willkürliche Bewegung des Flächenbehandlungsgerätes
über die Reinigungsperiode hin realisiert, so dass mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit
nach einer akzeptablen Zeitdauer jede Fläche des Raumes abgefahren werden konnte.
Insbesondere ist über die mobilen Flächenbehandlungsgeräte auch gewährleistet, dass
Hindernisse im Raum, wie beispielsweise Dekorationsartikel oder Teppiche, nicht dazu
führen, dass das Flächenbehandlungsgerät blockiert wird.
[0020] Bevorzugt ist der Fahrwerkskörper innerhalb des Trägers angeordnet und weist die
Antriebskomponenten des Flächenbehandlungsgerätes auf. Der Fahrwerkskörper wird bevorzugt
ein oder mehr Antriebsräder aufweisen, die sich auf eine oder mehrere Achsen verteilen
können. Bei den üblichen Anwendungen wird es ausreichend sein, eine Radachse mit einem
Antriebsrad vorzusehen, wobei am Fahrwerkskörper gleichzeitig auch der Antriebsmotor
gelagert ist. Dieser Motor wird über eine Energieversorgung in Form eines Akkumulators
oder über Batterien gespeist, die ebenfalls am Fahrwerkskörper angeordnet ist.
[0021] Aufwändigere Ausgestaltungen des Antriebskörpers sind nach der Art eines Drehgestelles
ausgebildet, wobei zwei gegenüberliegende Achsen vorgesehen sind, von denen beispielsweise
die vordere lenkbar ist und den Vor- bzw. Nachlauf aufweist. Hier können mehrere Achsen
oder auch nur eine Achse angetrieben sein. Alternativ ist es möglich, nur eines der
Räder anzutreiben.
[0022] Die Fahrwerksgeometrie kann so ausgebildet sein, dass das Flächenbehandlungsgerät
dazu neigt, von der Geradeausrichtung abzuweichen und üblicherweise Kurvenlinien abzufahren.
[0023] Neben dem Vor- bzw. Nachlauf ist Tatsache vorteilhaft, dass der Fahrwerkskörper über
das Lenkwellenlager mit dem Träger verbunden ist. Grundsätzlich kann das Lenkwellenlager
sowohl am Fahrwerkskörper als auch am Träger angeordnet sein, wobei das jeweils andere
Bauteil dann die Lenkwelle aufweist, die in das Lenkwellenlager hineinragt.
[0024] So ist es beispielsweise möglich, dass an dem Träger eine Durchgangsöffnung angeordnet
ist, in die der Fahrwerkskörper mit der in Richtung der Durchgangsöffnung hervorspringenden
Lenkwelle eingesteckt ist. Um eine unbeabsichtigte Trennung der beiden Komponenten
voneinander zu verhindern, kann die Lenkwelle an das gegenüberliegende Ende mit einer
Sicherung in Form einer Sicherungsscheibe, einer aufgeschraubten Mutter oder einer
Verdickung versehen sein, die das Abziehen der Lenkwelle aus dem Lenkwellenlager verhindert.
[0025] Bei einer alternativen Ausgestaltung ist das Lenkwellenlager an dem Fahrwerkskörper
angeordnet, wobei dann die Lenkwelle von dem Träger in Richtung des Lenkwellenlagers
hervorspringt. Auch hier kann eine entsprechende Sicherung gegen unbeabsichtigtes
Abziehen vorgesehen sein.
[0026] In beiden Fällen ist das Lenkwellenlager so ausgebildet, dass die Lenkachse im Lager
verschwenkbar ist. Zusätzlich kann in Verfahrrichtung ein gewisses Lagerspiel eingehalten
werden, wobei dies lediglich zur freien Verschwenkbarkeit und zur Erzeugung der notwendigen
Freiheitsgrade der Bewegung des Fahrwerkskörpers notwendig ist.
[0027] Der innerhalb des Trägers angeordnete Motor kann über eine Bedieneinheit bedient
werden. Sie können in verschiedenen Geschwindigkeiten oder auch sonstige Funktionen,
beispielsweise optionale Zusatzfunktionen, die später noch beschrieben werden, bedient
werden. Gleichzeitig kann die Bedieneinheit eine Zeitschaltuhr aufweisen, die entweder
nach manueller Eingabe oder nach einem vorbestimmten Zeitintervall das Flächenbehandlungsgerät
abschaltet, da nach diesem Intervall z.B. damit zu rechnen ist, die notwendigen Arbeiten
erledigt sind.
[0028] So ermöglicht es z.B. das Gerät, auch über Nacht eingesetzt zu werden, ohne dass
es die ganze Nacht die Fläche verfährt. Die Bedieneinheit kann unmittelbar am Fahrwerksträger
angeordnet sein, was erfordert, dass entweder der Fahrwerksträger abnehmbar ist und
so die Bedieneinheit zugänglich wird oder dass die Bedieneinheit durch die Form des
Trägers entweder bei hochgehobenen Gerät von unten oder durch den Träger hindurch
erreichbar ist. Alternativ kann eine solche Bedieneinheit auch über eine drahtlose
Datenverbindung oder eine Fernbedienung bedient werden.
[0029] Bei einer alternativen Ausgestaltung ist die Bedieneinheit am Träger angeordnet,
so dass sie von außen zugänglich ist. Hier erfolgt die Kommunikation entweder ebenfalls
über eine drahtlose Fernbedienung oder über Schleifkontakte bzw. vergleichbare Übertragungswege.
Alternativ kann die Bedieneinheit auch an der Lenkwelle angeordnet sein, sofern sich
diese durch den Träger hindurch nach außen erstreckt. In diesem Fall können Schleifkontakte
entfallen, da auch hier die Bedieneinheit unmittelbar mit dem Fahrwerkskörper verbunden
ist, sofern die Lenkwelle ebenfalls mit dem Fahrwerkskörper verbunden ist und das
Gelenkwellenlager trägerseitig angeordnet ist.
[0030] Die drahtlose Verbindung zur Bedieneinheit kann besonders einfach dann realisiert
werden, wenn die Bedieneinheit über eine Verbindungsmöglichkeit zu einem Kleincomputer
verfügt. Es kann z.B. eine Bluetooth-Verbindung sein. In diesem Fall kann über einen
Kleincomputer, beispielsweise über ein so genanntes "App" eines Smartphones, die Bedienung
besonders komfortabel und einfach realisiert werden. Bei Telefonierfähigkeit des bedienenden
Kleincomputer, beispielsweise im Falle des genannten Smartphones, kann darüber hinaus
auch eine Fernbedienung von außerhalb erfolgen, dadurch dass das Gerät über das Telefonnetz
kontaktiert werden kann.
[0031] Ähnlich wie die Bedieneinheit kann auch die Energieversorgung eines Akkumulators
erfolgen. So kann beispielsweise die Bedieneinheit eine USB-Schnittstelle aufweisen,
die über entsprechende Stromleitungen, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung von
Schleifringen, mit dem Akkumulator in Verbindung steht. Über diese USB-Schnittstelle
kann dann das Gerät geladen werden.
[0032] Alternativ kann eine Nachladefunktion des Akkumulators auch dadurch erfolgen, dass
an diesen unmittelbar ein Ladekabel angeschlossen werden kann oder das dieser entsprechende
Stecker aufweist, die unmittelbar in eine Steckdose eingesteckt werden können. Dies
kann bei montiertem Fahrwerkskörper oder auch bei herausgenommenem Fahrwerkskörper
erfolgen, wobei bevorzugt der Akkumulator vom Fahrwerkskörper abnehmbar ausgebildet
ist, so dass er separat vom Gerät geladen werden kann. Dies ermöglicht nicht nur die
Austauschbarkeit der Akkumulatoren zum Zwecke der Wartung, sondern auch das Vorhalten
eines Zweitakkumulators für den Fall, dass der erste verbraucht ist.
[0033] Das Arbeitselement kann seinerseits beweglich zum Träger angeordnet sein. Darüber
hinaus können auch mehrere Arbeitsgeräte, gleicher oder unterschiedlicher Art, am
Träger angeordnet sein. Bei optionalen Ausgestaltungen kann das Arbeitsgerät motorisch
angetrieben sein, so dass es sich zusätzlich zur Bewegung des Trägers ebenfalls bewegt,
um das Reinigungsergebnis oder Bearbeitungsergebnis zu verbessern.
[0034] Schließlich ist bevorzugt das Arbeitselement mit einer lösbaren Verbindung mit dem
Träger verbunden, so dass es ausgetauscht werden kann oder dass z.B. eine Wendemöglichkeit
vorgesehen werden kann. Im letztgenannten Fall ist das Arbeitselement am Halterahmen
aufgebracht, der lösbar mit dem Träger verbunden ist, wobei der Halterahmen auf beiden
Seiten ein Arbeitselement aufweist und in beiden Orientierungen mit dem Träger verbindbar
ist.
[0035] Sofern nur ein Antriebselement vorgesehen ist, wird sich das Flächenbehandlungsgerät
über das Arbeitselement auf dem Boden abstützen. Das Antriebsrad ist dann so am Fahrwerkskörper
gelagert bzw. der Fahrwerkskörper seinerseits am Träger gelagert, dass das Antriebsrad
mit der Auflagefläche auf dem Boden aufliegt und die Antriebskraft übertragen kann.
[0036] Sofern das Arbeitselement größere Kräfte aufnehmen muss, beispielsweise dann, wenn
das Flächenbehandlungsgerät als Rasenmäher oder als Feuchtwischgerät ausgebildet ist,
kann auch ein aufwändigerer Fahrwerkskörper verwendet werden, der eine stabile Lagerung
des Flächenbehandlungsgerätes der zu bearbeitenden Fläche gewährleistet. Dies ist
insbesondere dann empfehlenswert, wenn das Arbeitselement an dem Träger beweglich
und motorisch angetrieben angeordnet ist, so dass über die Dynamik des Arbeitselementes
und die damit einhergehenden Widerlagerkräfte zusätzliche Anforderungen an die Spurtreue
des Fahrwerks entstehen können.
[0037] Ein weiteres optionales Merkmal der vorliegenden Erfindung kann darin bestehen, dass
der Motor in seiner Richtung umschaltbar ausgebildet ist. Eine solche Richtungsumkehr
kann z.B. dann geschaltet werden, wenn ein entsprechender Sensor auslöst. Dieser Sensor
kann beispielsweise ein umlaufender Drucksensor sein, der erkennt, wenn das Flächenbehandlungsgerät
gegen eine vertikale Fläche fährt. Solche Sensoren sind etwa aus den flexiblen Transportsystemen
der industriellen Logistik bekannt und werden über ein umlaufendes Band realisiert,
das von einem Hindernis eingedrückt wird, wobei dieses Eindrücken über eine Sensorik
erkannt wird.
[0038] Auch Stoßsensoren, beispielsweise piezoelektrische Sensoren, können eingesetzt werden,
um einen solchen Stoß zu ermitteln. Ferner ist es möglich, dass der Motor automatisch
erkennt, wenn er gegen ein Hindernis anarbeitet. In diesem Fall blockiert das Antriebsrad,
so dass auch die Antriebswelle des Motors blockiert wird, was zu einem automatischen
Umschalten des Motors in eine andere Richtung führen kann. Diese automatische Umschaltung
kann auch genutzt werden, um beispielsweise ein Scheinhindernis zu erkennen.
[0039] Ist das Flächenbehandlungsgerät von einem solchen Scheinhindernis, beispielsweise
einer etwas höher stehenden Bodenfliese, aufgehalten, kann der Motor für eine kurze
Periode zurückfahren und anschließend nochmals versuchen, die ursprüngliche Richtung
anzufahren. Um eine solche mehrfache Richtungsänderung realisieren zu können, ist
ein derart ausgestaltetes Flächenbehandlungsgerät bevorzugt mit einer Eigenlogik versehen,
in der eine entsprechende Steuerungsschaltung hinterlegt ist.
[0040] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Figur 1.
Kurze Beschreibung der Zeichnungsfiguren
[0041] Figur 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer Seitenansicht
im Schnitt.
Beschreibung der Ausführungsarten
[0042] Das in Figur 1 dargestellte Flächenbehandlungsgerät weist einen Träger 1 auf, der
im inneren einen Hohlraum aufweist. In diesem Hohlraum ist ein motorischer Antrieb
angeordnet, der seine Antriebskraft über ein Antriebsrad 2, das durch einen Durchbruch
im Boden des Flächenbehandlungsgerätes zur behandelnden Fläche geführt ist, auf die
zu behandelnde Fläche überträgt. Im vorderen und hinteren Bereich ist das Bearbeitungselement,
hier in Form eines bürstenartigen Mobs, dargestellt.
[0043] Der Motor ist an einem Fahrwerkskörper 5 angeordnet und über eine Bedieneinheit 6
bedienbar. Diese Bedieneinheit 6 wiederum kann über einen Durchlass (nicht gezeigt)
von außen betätigt werden. Alternativ könnte eine solche Bedienung auch über eine
Datenfernübertragung, etwa über einer Fernbedienung oder über einen Computer, erfolgen.
[0044] Der Fahrwerkskörper 5 ist über eine Lenkwelle 3 mit dem Träger 1 des Flächenbehandlungsgerätes
verbunden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Lenkwelle 3 fest mit dem Träger
1 verbunden, der Fahrwerkskörper 5 ist in einem Lenkwellenlager 4 an der Lenkwelle
3 um eine Lenkachse A beweglich gelagert.
[0045] Damit das Flächenbehandlungsgerät selbsttätig und willkürlich eine Fläche abfahren
kann, also willkürlich seine Bewegungsrichtung verändert, ist das Lenkwellenlager
4 als Taumellager ausgebildet. Im vorliegenden Beispiel bedeutet dies, dass dieses
Taumellager von einem hohlzylindrischen Durchlass gebildet ist, durch den die Lenkwelle
3 geführt ist. Dies führt dazu, dass der Fahrwerkskörper 5 in der Lagerung beweglich
ist und nicht definiert gelagert ist. Da gleichzeitig das Antriebsrad 2 einen Vorlauf
bzw. einen Nachlauf aufweist, also mit seiner Auflagefläche auf der zu behandelnden
Fläche außerhalb der Lenkachse A angeordnet ist, entsteht ein instabiler Zustand,
der zu einer willkürlichen Richtungsänderung führt, insbesondere aber das Flächenbehandlungsgerät
in die Lage versetzt, bei Anstoßen an ein Hindernis durch eine entsprechende Eigenbewegung
des Fahrwerkträgers 5 in eine neue Richtung zu verfahren.
[0046] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Antriebsrad 2 als klassisches Rad ausgebildet.
Hier kommen auch alle anderen Formen von Antriebselementen in Betracht, insbesondere
kann das Antriebsrad 2 auch eine Kugel oder eine Walze sein.
[0047] Alternativ zum hier im Inneren des Flächenbehandlungsgerätes dargestellten Bedienelement
6 kann das Bedienelement 6 auch an der Außenseite des Trägers 1 angeordnet sein. In
diesem Fall kann dann entweder über Schleifkontakte der Bedienbefehl auf den Antriebsmotor
übertragen werden, oder es findet eine drahtlose Datenübertragung statt, wobei im
Falle einer drahtlosen Datenübertragung auch vollständig auf das Bedienelement 6 verzichtet
werden kann, das dann von der Fernbedienung oder einem Kleincomputer ersetzt wird.
[0048] Ferner kann die Lenkwelle 3 auch an dem Fahrwerkskörper 5 angeordnet sein, so dass
das Lenkwellenlager 4 dann seinerseits am Träger 1 angeordnet ist.
Liste der Bezugszeichen
1. Selbsttätig und willkürlich eine Fläche abfahrendes mobiles Flächenbehandlungsgerät
zur reinigenden, pflegenden oder bearbeitenden Behandlung der Fläche, mit zumindest
einem Arbeitselement, das an einem Träger (1) angeordnet ist und die Fläche zu behandeln
vermag und mit einem motorisch angetriebenen, hinsichtlich der Lenkung instabilen
Antriebselement, das den Träger (1) selbsttätig in verschiedene Richtungen über die
Fläche zu bewegen vermag, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebselement zumindest ein Antriebsrad (2) ist, das an einem Fahrwerkskörper
(5) gelagert ist, der über ein Lenkwellenlager (4) und eine Lenkwelle (3) mit dem
Träger (1) verbunden und um eine Lenkachse (A) drehbar ist, wobei der Fahrwerkskörper
(5) derart ausgebildet oder gelagert ist, dass zur Bildung eines Vorlaufs die Lauffläche
des Antriebsrades (2) mit der Fläche außerhalb der Lenkachse (A) liegt und das Lenkwellenlager
(4) als Taumellager ausgebildet ist, in dem die Lenkwelle (3) gehalten ist und um
das die Lenkwelle (3) schwenkbar ist.
2. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (2) über eine Radachse an dem Fahrwerkskörper (5) gelagert ist, wobei
an dem Fahrwerkskörper (5) ein Antriebsmotor und die im Lenkwellenlager gelagerte
Lenkwelle (3) angeordnet ist.
3. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Träger (1) als kuppelartiges Gehäuse oder Gerüst ausgebildet ist, wobei der
Fahrwerkskörper (2) innerhalb des von dem kuppelartigen Gehäuse oder Gerüst umschlossenen
Raums und das Lenkwellenlager im oberen Bereich des kuppelartigen Gehäuses oder Gerüsts
angeordnet ist.
4. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Radachse zwei Räder angeordnet sind, von denen wenigstens eins als Antriebsrad
(2) ausgebildet ist, bevorzugt durch motorisches Antreiben der Radachse beide Räder
als Antriebsrad (2) ausgebildet sind.
5. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach Anspruch 3 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrwerkskörper (5) eine zweite Radachse mit wenigstens einem, nichtangetriebenen
Rad aufweist.
6. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zum Steuern seiner Funktionen eine an dem Fahrwerkskörper (5) angeordnete Bedieneinheit
(6) aufweist, wobei der Träger (1) eine Durchlassöffnung aufweist, die derart ausgebildet
und angeordnet ist, dass ein Bediener die Bedieneinheit (6) von außen bedienen kann.
7. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es zum Steuern seiner Funktionen eine an dem Träger (1) angeordnete, von außen bedienbare
Bedieneinheit (6) aufweist, wobei die Bedieneinheit (6) über eine kabelgebundene oder
drahtlose Verbindung mit dem Antriebsmotor verbunden ist und fest oder abnehmbar mit
dem Träger (1) verbunden ist.
8. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor ein Elektromotor ist und an dem Fahrwerkskörper (5) oder an dem
Träger (1) ein Akkumulator angeordnet ist, der mit dem Antriebsmotor über Kabel und/oder
Schleifkontakte verbunden ist.
9. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Akkumulator alleine oder zusammen mit einem Bauteil des Flächenbehandlungsgerätes,
an dem er angeordnet ist, zum Aufladen oder Ersetzen abnehmbar ist.
10. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkwellenlager (4) als Lagerauge ausgebildet ist, durch das die Lenkwelle (3)
unter Belassung eines Lagerspiels hindurchgeführt ist.
11. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkwelle (3) zweiteilig ausgebildet ist, wobei ein oberer, nicht um die eigene
Achse drehbarer oberer Teil in dem Lenkwellenlager (4) gehalten ist und ein unterer,
um die eigene Achse drehbarer Teil drehbar an dem oberen Teil gelagert ist.
12. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitselement ein Wischelement mit einer auf der Fläche wischend gleitenden
Wischunterseite ist, das sich insbesondere umlaufend auf der unteren Seite des Trägers
(1) erstreckt.
13. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitselement motorisch relativ zum Träger (1) angetrieben ist.
14. Mobiles Flächenbehandlungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Sensor zur Erkennung des Anstoßens Flächenbehandlungsgerät gegen ein Hindernis,
insbesondere einen Deformationssensor an der Außenseite des Trägers (1) oder einen
Stoßsensor, aufweist, wobei eine Steuerung des Flächenbehandlungsgeräts derart ausgebildet
ist, dass bei ausgelöstem Sensorsignal die Antriebsrichtung des Antriebsmotors umgekehrt
wird.