[0001] Die Erfindung betrifft eine Werkzeugträgeranordnung an einem Magnetzylinder einer
Rotationsstanzeinrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Ferner betrifft die
Erfindung einen Werkzeugträger nach dem Oberbegriff des Anspruchs 10.
[0002] In Verbindung mit Rotationsstanzeinrichtungen bzw. Rotationsstanzmaschinen ist es
allgemein bekannt, auf den dortigen Magnetzylindern "magnetische" Stanzbleche zu verwenden,
die aus einem ferromagnetischen Material hergestellt sind, so dass diese Magnet-Stanzbleche
auf dem Magnetzylinder durch die vom Magnetzylinder ausgehende Magnetkraft gehalten
werden. Bei diesen Magnet-Stanzblechen ist das Trägermaterial einstückig und materialeinheitlich
mit dem Werkzeug verbunden. Einzelne Werkzeuge können daher nach Herstellung des Magnet-Stanzbleches
nicht mehr hinzugefügt werden. Derartige Magnet-Stanzbleche verfügen an einer in Zylinderumfangsrichtung
gesehenen Randkante über Lochaussparungen, mittels denen die Magnet-Stanzbleche in
entsprechend zugeordnete Positionier- bzw. Passstifte des Magnetzylinders eingehängt
werden. Dadurch wird eine positionsgenaue Ausrichtung der Magnet-Stanzbleche am Magnetzylinder
erzielt. Die in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegende Randkante des Magnet-Stanzbleches
liegt dagegen ohne eine derartige Positionierstift- bzw. Passstiftanordnung auf dem
Magnetzylinder auf.
[0003] Ein Beispiel für eine derartige Werkzeugträgeranordnung ist aus der
DE 298 05 004 U1 bekannt, bei der der Magnetzylinder zudem eine Mehrzahl von Nuten aufweist, in die
Magnete eingesetzt bzw. eingeklebt werden und zwar dergestalt, dass sie mit der Zylindermantelfläche
bündig abschließen.
[0004] Eine derartige Werkzeugträgeranordnung bzw. ein derartiges System ist in Verbindung
mit den vorgefertigten Magnet-Stanzblechen relativ unflexibel und teuer, da für jeden
Einsatzfall stets ein separates Magnet-Stanzblech gefertigt werden muss, was ersichtlich
teuer und aufwändig ist.
[0005] Darüber hinaus ist aus der
WO 99/51440 A1 eine Vorrichtung zum Perforieren, Rillen oder Stanzen für Mehrfarben-Bogenrotationsdruckmaschinen
bekannt, bei der eine rechteckige Basisplatte aus einem flexiblem Material anstelle
eines Gummituchs auf einen Gummituchzylinder der Bogenrotationsdruckmaschine mittels
der dortigen Tuchhalteeinrichtung eingespannt wird. An dieser Basisplatte sind zwei
in Umfangsrichtung des Gummituchzylinders beabstandet angebrachte Befestigungsleisten
angeordnet, mittels denen eine rechteckige Standfolie aus einem dünnen Kunststoffmaterial
mit gegenüberliegenden Randbereichen lösbar befestigt werden kann. Diese Befestigungsleisten
sind gegenüber der Basisplatte innerhalb von Einstellbereichen in Umgangsrichtung
des zugeordneten Gummituchzylinders verschiebbar und fixierbar befestigt, wobei die
Standfolie lösbar und ortsfest mit der Befestigungsleiste verbunden ist. Für eine
weitere Einstellbarkeit ist weiter vorgesehen, an den Randbereichen der Standfolie
Halteleisten anzubringen, mit denen die Standfolie mit den zugordneten Befestigungsleisten
innerhalb von Einstellbereichen verschiebbar und fixierbar befestigt ist. Mit einer
derartig lösbar auf einer Basisplatte befestigten Standfolie sollen insbesondere Lagekorrekturen
zwischen der Basisplatte und der Standfolie und damit auch Lagekorrekturen gegenüber
einem in der Druckmaschine zu bearbeitenden Bogen einfach und schnell durchgeführt
werden können, ohne dass die auf die Standfolie aufgebrachten Werkzeuge verändert
bzw. umgesetzt werden müssen. Durch die lösbare Befestigung der Standfolie besteht
ferner die Möglichkeit, die aufgebrachten Werkzeugformen für spätere Druckaufträge
zu archivieren.
[0006] Ersichtlich ist ein derartiges Standfoliensystem für Rotationsdruckmaschinen jedoch
nicht für den Einsatz in Rotationsstanzeinrichtungen bzw. Rotationsstanzmaschinen
mit einem Magnetzylinder geeignet, da dieses dort nicht mittels der vom Magnetzylinder
ausgehenden Magnetkraft funktionssicher und zuverlässig auf dem Magnetzylinder gehalten
und angeordnet werden kann.
[0007] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Werkzeugträgeranordnung an einem
Magnetzylinder einer Rotationsstanzeinrichtung zur Verfügung zu stellen, mittels der
eine Vielzahl von unterschiedlichen Arbeitsaufträgen auf einfache, preiswerte und
funktionssichere Weise mit kurzen Rüstzeiten durchgeführt werden kann. Eine weitere
Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird im Bereitstellen eines geeigneten Werkzeugträgers
gesehen.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Gemäß Anspruch 1 ist eine Werkzeugträgeranordnung an einem Magnetzylinder einer Rotationsstanzeinrichtung
vorgesehen, die einen Werkzeugträger aufweist, auf dem wenigstens ein Werkzeug mit
einem vorgegebenen Muster angeordnet ist, wobei der Werkzeugträger mittels einer vom
Magnetzylinder ausgehenden Magnetkraft in einer Anlageverbindung auf dem Magnetzylinder
gehalten ist. Erfindungsgemäß ist der Werkzeugträger durch eine Standfolie aus einem
Kunststoffmaterial gebildet, die im auf dem Magnetzylinder aufgespannten Zustand auf
ihrer Sichtseite ein definiertes Positioniermuster für Werkzeuge, insbesondere eine
Gitterlinienstruktur, aufweist, anhand dem das wenigstens eine Werkzeug positionsgenau
auf der Standfolie anordenbar und dort vorzugsweise lösbar befestigbar ist. Weiter
ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Standfolie in wenigstens einem definierten
Standfolienbereich mit einem vom Magnetzylinder magnetisch anziehbaren Material, insbesondere
mit einem ferromagnetischen Material, versehen ist, das die Standfolie in einer Anlageverbindung
am Magnetzylinder hält.
[0010] Mit einer derartigen erfindungsgemäßen Standfolie aus einem Kunststoffmaterial, die
mittels Magnetkraft funktionssicher und zuverlässig auf einem Magnetzylinder gehalten
werden kann, ergibt sich eine Reihe von Vorteilen: So können auf einer derartigen
Standfolie neben Stanzprofilen bzw. Stanzwerkzeugen alternativ oder zusätzlich auch
Anstanz-, Perforier- und/oder Rillwerkzeuge oder dergleichen Linien lage- und positionsgenau
aufgebracht werden. Im Unterschied zu den herkömmlichen Magnet-Stanzblechen können
hier somit wahl- bzw. wechselweise Perforations-, Schneid- und Rillwerkzeuge bzw.
-linien eingesetzt werden, was einen flexibleren Einsatz des Systems ermöglicht. Die
für den jeweiligen Anwendungsfall erforderlichen Werkzeugformen bzw. Werkzeugmuster
zum Perforieren, Stanzen, Anstanzen und/oder Rillen können somit vom Anwender selbst
schnell und kostengünstig auf der Standfolie aufgebaut werden. Lange Lieferzeiten
für Magnet-Stanzbleche können daher entfallen, ebenso wie die Erstellung einer für
die Herstellung des Magnet-Stanzbleches benötigten Vorlagendatei entfällt. Dadurch
können die Produktionskosten enorm reduziert werden. Des Weiteren kann die Standfolie
aus einem Kunststoffmaterial einfach und preiswert hergestellt werden, so dass sich
gegenüber den herkömmlichen Magnet-Stanzblechen aus einem Blechvollmaterial erhebliche
Kostenvorteile ergeben.
[0011] Ein weiterer wesentlicher Vorteil, ist der, dass sich die Standfolien einfach mittels
einer sogenannten Hängeregistratur archivieren lassen.
[0012] Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Standfolie mit wenigstens einem
Bereich zu versehen, der mit einem magnetisch anziehbaren Material, insbesondere mit
einem ferromagnetischen Material versehen ist. Beispielsweise wäre es grundsätzlich
möglich, die Standfolie außenumfangsseitig, wenigstens in Teilbereichen mit einem
entsprechenden magnetisch anziehbaren Material, insbesondere mit einem ferromagnetischen
Material zu versehen. Besonders bevorzugt ist jedoch eine Ausgestaltung, bei der die
Standfolie wenigstens an ihren in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden Randkantenbereichen
jeweils mit wenigstens einem Band aus einem magnetisch anziehbaren, insbesondere ferromagnetischem
Material versehen ist. Bevorzugt handelt es sich bei dem Band um ein streifenartiges
Stahlband, das auf einfache Weise mit der Standfolie verbunden werden kann, zum Beispiel
durch eine Klebeverbindung stoffschlüssig verbunden werden kann. Die Klebeverbindung
kann dabei zum Beispiel durch eine Klebefolie, ein Klebeband und/oder einen Flüssigkleber
hergestellt werden. Als Material für ein derartiges Stahlband eignet sich insbesondere
Federstahl, der im Vergleich zu vielen anderen Stählen eine höhere Festigkeit besitzt.
Zudem besitzt ein derartiger Federstahl eine erhöhte Elastizität, was insbesondere
in Verbindung mit dem Aufspannen der Standfolie auf den zylindrischen Außenumfang
des Magnetzylinders von Vorteil ist, da hierdurch auf einfache Weise eine funktionssichere
und zuverlässige Anlageverbindung am Mantel des Magnetzylinders möglich ist.
[0013] An dieser Stelle sei ausdrücklich erwähnt, dass die Begrifflichkeit "Band" hier ausdrücklich
in einem weiten Sinne zu verstehen ist und jedwede zur Festlegung der Standfolie am
Magnetzylinder geeignete flächige Ausformung bzw. Ausgestaltung umfassen soll.
[0014] Der Begriff "Folie" ist ebenfalls in einem umfassenderen Sinne zu verstehen und soll
ausdrücklich jedwede zur Aufspannung auf einem Magnetzylinder geeignete Standfolienausgestaltung
umfassen, also ausdrücklich auch mehr plattenartige Standfolienausgestaltungen mit
größerer Wandstärke, sofern diese ausreichend flexibel sind, um auf einem Magnetzylinder
in einer Anlageverbindung aufgespannt zu werden. Dies hängt wesentlich von dem Außendurchmesser
der Magnetzylinder ab.
[0015] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten konkreten Ausgestaltung ist erfindungsgemäß
vorgeschlagen, dass die an in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden Randkantenbereichen
angeordneten Bänder, insbesondere Stahlbänder jeweils wenigstens eine lochartige Ausnehmung
aufweisen, mittels denen die Standfolie an zylinderseitigen Positionier-und/oder Passstiften
jeweils positions- bzw. lagegenau eingehängt werden kann. Mit einer derartigen bevorzugten
erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird somit auf einfache Weise sichergestellt, dass
die erfindungsgemäße Standfolie an den beiden in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden
Randkanten (Vorder- und Hinterkante) am Zylinder eingehängt werden kann, wodurch eine
besonders vorteilhafte registergenaue Montage der Standfolie auf dem Magnetzylinder
ermöglicht wird. Zudem ist dadurch sichergestellt, dass die Standfolie in ausreichender
Weise funktionssicher in einer Anlageverbindung auf dem Magnetzylinder gehalten wird.
[0016] Besonders bevorzugt ist in diesem Zusammenhang eine Ausgestaltung, bei der die Positionier-
und/oder Passstifte bezogen auf die Zylinderumfangsrichtung in etwa auf gleicher Höhe
am Magnetzylinder angeordnet und dort in Zylinderachsrichtung voneinander beabstandet
sind, so dass die an den in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden Randkantenbereichen
angeordneten und sich dort jeweils lediglich über einen Teilbereich der Standfolie
erstreckenden Bänder bzw. Stahlbänder an unterschiedlichen Positionier- und/oder Passstiften
eingehängt sind und zur Ausbildung eines in Zylinderachsrichtung im Wesentlichen durchgehenden
streifenartigen Bandbereiches formschlüssig ineinandergreifen. Mit einer derartigen,
in Zylinderachsrichtung gesehen im Wesentlichen durchgehenden Magnetbandausbildung
bzw. Magnetbandausgestaltung wird sichergestellt, dass die Standfolie über den gesamten
Zylinderumfangsbereich straff und in einer gewünschten Anlageverbindung am Magnetzylinder
gehalten wird.
[0017] Gemäß einer konkreten Ausgestaltung hierzu wird vorgeschlagen, an einer ersten Randkante
der Standfolie zwei in Zylinderachsrichtung voneinander beabstandete Bänder anzuordnen,
insbesondere an den in Zylinderachsrichtung gegenüberliegenden Randkantenendbereichen
anzuordnen, während an einer der ersten Randkante der Standfolienzylinderumfangsrichtung
gegenüberliegenden zweiten Randkante der Standfolie (dort in einem mittleren Bereich)
ein Band angeordnet ist, das im auf dem Magnetzylinder aufgespannten Zustand formschlüssig
zwischen den beiden an der ersten Randkante der Standfolie angeordneten Bändern eingreift
und dort angeordnet ist. Ein derartiger Aufbau ist auf einfache und preiswerte Weise
herstellbar und erfüllt die zuvor beschriebenen Anforderungen an die lage- und positionsgenaue
Anordnung der Standfolie auf dem Magnetzylinder.
[0018] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Standfolie selbst
durch eine wenigstens in Zylinderumfangsrichtung flexible Kunststofffolie gebildet,
die zum Beispiel eine Materialstärke zwischen 0,1 bis 2,0mm aufweist. Eine derartige
Standfolie ist einfach und preiswert in der Herstellung.
[0019] Die Gitterlinienstruktur selbst ist bevorzugt durch eine rechtwinklige Gitterlinienanordnung
gebildet, und zwar insbesondere durch eine rechtwinklige Gitterlinienanordnung in
Millimetereinteilung, die eine besonders positions- und lagegenau Anordnung und Ausrichtung
der jeweiligen Werkzeuge erlaubt. Die rechtwinklige Gitterlinienanordnung weist bevorzugt
in Zylinderumfangsrichtung gesehen eine reduzierte Einteilung auf, bei der die in
Zylinderumfangsrichtung beabstandeten Gitterlinien jeweils einen gleichen Abstand
voneinander aufweisen, welcher Abstand aber geringer ist als der stets gleiche Abstand
der in Zylinderachsrichtung nebeneinanderliegenden Gitterlinien, um den größeren Außendurchmesser
der erhabenen Werkzeuge gegenüber dem kleineren Außendurchmesser der zylindrisch aufgespannten
Standfolienoberfläche bei einer Anbringung der Werkzeuge bei planliegender Standfolie
zu berücksichtigen.
[0020] Grundsätzlich kann die Gitterlinienstruktur auf eine durch eine Kunststofffolie gebildete
Standfolie auf einfache Weise aufgebracht werden, zum Beispiel aufgedruckt werden.
[0021] Wie bereits zuvor ausführlich erläutert, kann das Werkzeug ein Stanz-und/oder Anstanz-
und/oder ein Perforier- und/oder ein Rillwerkzeug sein, das lösbar auf der Standfolie
befestigt, zum Beispiel aufgeklebt, ist.
[0022] Des Weiteren kann dem Magnetzylinder gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Rotationsstanzeinrichtung
ein Gegendruckzylinder zugeordnet sein, auf dem ein Gegendruckschutzblech angeordnet
ist.
[0023] Die Erfindung wird bezüglich des Werkzeugträgers gelöst mit den Merkmalen des Anspruchs
10. Gemäß Anspruch 10 wird eine Standfolie als Werkzeugträger aus einem Kunststoffmaterial
mit einem definierten Positioniermuster für Werkzeuge, insbesondere eine Gitterlinienstruktur,
vorgeschlagen, die in wenigstens einem definierten Standfolienbereich mit einem magnetisch
anziehbaren Material, insbesondere einem ferromagnetischem Material, versehen ist.
Die sich mit einer derartigen Standfolie als Werkzeugträger ergebenden Vorteile wurden
bereits zuvor in Verbindung mit der Werkzeugträgeranordnung ausführlich erläutert.
Insofern wird auf die zuvor gemachten Ausführungen verwiesen.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Abwicklung einer erfindungsgemäßen Standfolie mit an den in Zylinderumfangsrichtung
gegenüberliegenden Randkanten angeordneten Federstahlbändern zur Befestigung der Standfolie
auf einen mit Magneten ausgestatteten Magnetzylinder einer Rotationsstanzeinrichtung,
- Fig. 2
- schematisch ein Magnetzylinder einer Rotationsstanzeinrichtung mit aufgespannter Standfolie
und zugeordnetem Gegendruckzylinder, und
- Fig. 3
- schematisch ein vergrößerter Detailschnitt entlang der Linie A-A der Fig. 2.
[0026] In der Fig. 1 ist schematisch und beispielhaft eine erfindungsgemäße Standfolie 1
aus einem Kunststoffmaterial (zum Beispiel 0,2mm stark) gezeigt, die auf ihrer in
der Bildebene der Fig. 1 gezeigten Sichtseite eine rechtwinklige Gitterlinienstruktur
2, bevorzugt eine Millimetereinteilung zeigt. In Verbindung mit der hier gezeigten
rechtwinkligen Gitterlinienanordnung in Millimetereinteilung sind die in Zylinderumfangsrichtung
y beabstandeten Gitterlinien so angeordnet, dass diese jeweils einen gleichen Abstand
voneinander aufweisen, wobei dieser Abstand aber geringer ist als der stets gleiche
1-mm-Abstand der in Zylinderachsrichtung x liegenden Gitterlinien.
[0027] Die Standfolie ist in der Fig. 1 in ihrem abgewickelten Zustand gezeigt, bei der
an in Zylinderumfangsrichtung y gegenüberliegenden Randkanten 3, 4 Federstahlbänder
5, 6 und 7 aus einem ferromagnetischen Federstahlmaterial angeordnet sind.
[0028] Auf einer derartigen Standfolie 1, insbesondere auf der Gitterlinienstruktur 2 der
Standfolie 1 können lage- und positionsgenau Stanz- und/oder Anstanz-und/oder Perforier-
und/oder Rillwerkzeuge oder dergleichen Linien 8 entsprechend einem vorgegebenen Werkzeugmuster
angeordnet werden. Hierzu werden die Stanz- und/oder Anstanz- und/oder Perforier-
und/oder Rillwerkzeuge entsprechend dem vorgegebenen Werkzeugmuster auf die Standfolie
1 aufgeklebt, was beispielhaft in Verbindung mit der Fig. 2 gezeigt ist, bei der ein
Werkzeug 8 lediglich äußerst schematisch und beispielhaft auf der Standfolie 1 positioniert
ist.
[0029] Die Fig. 2 zeigt äußerst schematisch und beispielhaft einen mit Magneten 15 versehenen
Magnetzylinder 9 als Formzylinder, auf dem die in der Fig. 1 in der Abwicklung gezeigte
Standfolie 1 aufgespannt und in nachfolgend noch näher beschriebener Weise mittels
Magnetkraft gehalten ist.
[0030] Zur positions- und lagegenauen Fixierung und Ausrichtung der Standfolie 1 auf dem
Magnetzylinder 9 weist der Magnetzylinder 9, wie dies insbesondere auch aus der Fig.
3 ersichtlich ist, die eine vergrößerte Detaildarstellung des Schnitts entlang der
Linie A-A zeigt, hier beispielhaft vier in Zylinderachsrichtung x voneinander beabstandete
Positionier- bzw. Passstifte 10 auf, die bezogen auf die Zylinderumfangsrichtung y
in etwa auf gleicher Höhe am Magnetzylinder 9 angeordnet sind.
[0031] An diesen Positionier- bzw. Passstiften sind die zuvor in Verbindung mit der Fig.
1 beschriebenen Federstahlbänder 5, 6 und 7 mit ihren in den Federstahlbändern 5,
6 und 7 ausgebildeten lochartigen Ausnehmungen einhängbar, zum Beispiel im Wesentlichen
bzw. wenigstens teilweise formschlüssig einhängbar.
[0032] Konkret sind hier an der ersten Randkante 3 die beiden Federstahlbänder 5, 6 angeordnet,
die in Zylinderachsrichtung x gesehen voneinander so beabstandet sind, dass diese
an den in Zylinderachsrichtung x gegenüberliegenden Randkanteneck- bzw. -endbereichen
angeordnet sind. Wie dies aus der Fig. 1 ersichtlich ist, sind die beiden Federstahlbänder
5, 6 im Wesentlichen gleich ausgebildet und definieren zwischen sich einen Freiraum
12.
[0033] Auf der in Zylinderumfangsrichtung y gegenüberliegenden zweiten Randkante 4 ist im
Bereich des Freiraums 12 der ersten Randkante 3 und somit in einem mittleren Bereich
der zweiten Randkante 4 das Federstahlband 7 angeordnet, das, wie dies insbesondere
aus der Fig. 2 ersichtlich ist, im auf den Magnetzylinder 9 aufgespannten Zustand
im Wesentlichen formschlüssig zwischen die beiden an der ersten Randkante 3 der Standfolie
1 angeordneten Federstahlbändern 5, 6 eingreift und im montierten Zustand dort angeordnet
ist.
[0034] Dadurch wird, wie dies insbesondere aus der Fig. 2 ersichtlich ist, auf Höhe der
Positionier- bzw. Passstifte 10 ein im Wesentlichen in Zylinderachsrichtung durchgehendes,
streifenartiges Federstahlband aus den Federstahlbändern 5, 6 und 7 ausgebildet, das
eine funktionssichere und stabile Aufspannung der Standfolie 1 in einer gewünschten
Anlageverbindung der Standfolie 1 am Magnetzylinder 9 sicherstellt.
[0035] Es versteht sich, dass anstelle der hier lediglich beispielhaft vier Positionier-
bzw. Passstifte 10 auch eine andere Anzahl von Positionier- bzw. Passstiften 10 vorgesehen
sein kann, an denen die Federstahlbänder 5, 6 und 7 mit ihren lochartigen Ausnehmungen
11 eingehängt sein können.
[0036] Die Fig. 3 zeigt schematisch und beispielhaft eine vergrößerte Detailansicht eines
Querschnitts entlang der Linie A-A der Fig. 2, aus welcher Schnittdarstellung ersichtlich
ist, dass die Standfolie 1 mittels einer hier aus Übersichtlichkeitsgründen übertrieben
dargestellten Kleberschicht 13 und somit mittels einer Kleberverbindung mit dem Federstahlband
5 verbunden ist. Die gleiche Klebeverbindung kann in Verbindung mit den Federstahlbändern
6 und 7 vorgesehen sein.
[0037] Aus der Fig. 3 ist ferner lediglich beispielhaft und schematisch die lösbare Festlegung
des Werkzeugs 8 auf der Standfolie 1 mittels einer Klebeverbindung gezeigt, beispielsweise
mittels eines doppelseitigen Klebebandes 14 als Kleberschicht.
[0038] Ferner ist in der Fig. 3 lediglich äußerst schematisch und beispielhaft die Anordnung
eines Magneten 15 im Bereich der Mantelfläche 16 des Magnetzylinders 9 gezeigt, mittels
dem die Magnetkraft auf die Federstahlbänder 5, 6 bzw. 7 aufgebracht werden kann.
Dieser Magnet 15 ist beispielsweise oberflächenbündig in der Mantelfläche 16 des Magnetzylinders
9 eingesetzt und erstreckt sich bevorzugt über die gesamte Länge des Magnetzylinders
9 in Zylinderachsrichtung x gesehen. Alternativ zum Einsetzen eines Magnets 15 kann
selbstverständlich auch vorgesehen sein, das Magnetfeld hier auf andere Art und Weise
zu erzeugen.
[0039] Wie dies weiter insbesondere der Fig. 2 entnommen werden kann, schließen sich in
Zylinderachsrichtung x gesehen zu beiden Seiten des Magnetzylinders 9 Lauf- bzw. Schmitzringe
17 an, die mit entsprechend stirnseitig angeordneten Lauf- bzw. Schmitzringen 18 eines
Gegendruckzylinders 19 einer Rotationsstanze 20 zusammenwirken, wobei bevorzugt vorgesehen
ist, dass auf den Gegendruckzylinder 19 ein Gegendruckschutzblech 21 aufgespannt ist.
[0040] Sobald die Standfolie 1 außerhalb der Rotationsstanze 20 mit einem vorgegebenen Werkzeugmuster
mit vorgegebenen Werkzeugen versehen worden ist, kann diese Standfolie in der zuvor
beschriebenen Art und Weise am Magnetzylinder 9 aufgespannt werden und dann das hier
nicht dargestellte, zum Beispiel zu stanzende bzw. zu rillende bzw. zu perforierende
Stanzgut zwischen Magnetzylinder 9 und Gegendruckzylinder 19 in an sich bekannter
Weise hindurchbewegt werden, wobei das Werkzeug 8 dieses Gut dann entsprechend stanzt
bzw. rillt bzw. perforiert. Soll nach einem derartigen Arbeitsvorgang ein anderer
Arbeitsvorgang mit anderem Werkzeugmuster und/oder mit anderen Werkzeugen durchgeführt
werden, kann die Standfolie 1 auf einfache Weise vom Magnetzylinder 9 abgenommen werden.
Anschließend werden dann beispielsweise die hier durch das Werkzeug 8 symbolisierten
Werkzeuge von der Standfolie 1 abgenommen und ein neues Werkzeugmuster auf die Standfolie
1 aufgebracht. Alternativ dazu kann die Standfolie 1 zum Beispiel auch in einer Hängeregistratur
abgelegt werden und der neuerliche Bearbeitungsauftrag mit einer gegebenenfalls vorhandenen
mit Werkzeugen vorbestückten Standfolie aus dem Archiv der Hängeregistratur durchgeführt
werden.
1. Werkzeugträgeranordnung an einem Magnetzylinder einer Rotationsstanzeinrichtung,
mit einem Werkzeugträger, auf dem wenigstens ein Werkzeug mit einem vorgegebenen Muster
angeordnet ist, wobei der Werkzeugträger mittels einer vom Magnetzylinder ausgehenden
Magnetkraft in einer Anlageverbindung auf dem Magnetzylinder gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Werkzeugträger durch eine Standfolie (1) aus einem Kunststoffmaterial gebildet
ist, die im auf dem Magnetzylinder (9) aufgespannten Zustand auf ihrer Sichtseite
ein definiertes Positioniermuster für Werkzeuge, insbesondere eine Gitterlinienstruktur,
aufweist, anhand dem das wenigstens eine Werkzeug (8) positionsgenau auf der Standfolie
(1) anordenbar und lösbar befestigbar ist, und
dass die Standfolie (1) in wenigstens einem definierten Standfolienbereich mit einem vom
Magnetzylinder (9) magnetisch anziehbaren Material, insbesondere mit einem ferromagnetischen
Material, versehen ist, das die Standfolie (1) in einer Anlageverbindung am Magnetzylinder
(9) hält.
2. Werkzeugträgeranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Standfolie (1) wenigstens an ihren in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden
Randkantenbereichen (3, 4) jeweils mit wenigstens einem Band (5, 6, 7), bevorzugt
wenigstens einem Stahlband, höchst bevorzugt wenigstens einem Federstahlband, aus
einem magnetisch anziehbaren, insbesondere ferromagnetischen Material versehen ist.
3. Werkzeugträgeranordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bänder (5, 6, 7), insbesondere Stahlbänder, mit dem jeweils zugeordneten Randkantenbereich
(3, 4) mittels einer Klebeverbindung (13) stoffschlüssig verbunden sind.
4. Werkzeugträgeranordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die an den in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden Randkantenbereichen (3,
4) angeordneten Bänder (5, 6, 7), insbesondere Stahlbänder, jeweils wenigstens eine
lochartige Ausnehmung (11) aufweisen, mittels denen die Standfolie (1) an zylinderseitigen
Positionier- und/oder Passstiften (10) einhängbar ist, insbesondere formschlüssig
einhängbar ist.
5. Werkzeugträgeranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionier- und/oder Passstifte (10) bezogen auf die Zylinderumfangsrichtung
im Wesentlichen auf in etwa gleicher Höhe am Magnetzylinder (9) angeordnet und dort
in Zylinderachsrichtung voneinander beabstandet sind dergestalt, dass die an den in
Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden Randkantenbereichen (3, 4) angeordneten
und sich dort jeweils lediglich über einen Teilbereich der Standfolie (1) erstreckenden
Bänder, insbesondere Stahlbänder (5, 6, 7), an unterschiedlichen Positionier- und/oder
Passstiften (10) eingehängt sind und zur Ausbildung eines in Zylinderachsrichtung
im Wesentlichen durchgehenden streifenartigen Bandbereiches formschlüssig ineinandergreifen.
6. Werkzeugträgeranordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an einer ersten Randkante (3) der Standfolie (1) zwei in Zylinderachsrichtung voneinander
beabstandete Bänder (5, 6) angeordnet sind, insbesondere an den in Zylinderachsrichtung
gegenüberliegenden Randkantenendbereichen angeordnet sind, und dass an einer der ersten
Randkante (3) der Standfolie (1) in Zylinderumfangsrichtung gegenüberliegenden zweiten
Randkante (4) der Standfolie (1), dort in einem mittleren Bereich, ein Band (7) angeordnet
ist, das im auf den Magnetzylinder (9) aufgespannten Zustand formschlüssig zwischen
den beiden an der ersten Randkante (3) der Standfolie (1) angeordneten Bändern (5,
6) eingreift und zwischen diesen angeordnet ist.
7. Werkzeugträgeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Standfolie (1) durch eine wenigstens in Zylinderumfangsrichtung flexible Kunststofffolie
gebildet ist, die vorzugsweise eine Materialstärke zwischen 0,1 bis 2,0mm aufweist.
8. Werkzeugträgeranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Positioniermuster für Werkzeuge durch eine rechtwinklige Gitterlinienanordnung
(2) gebildet ist, insbesondere durch eine rechtwinklige Gitterlinienanordnung in Millimetereinteilung
gebildet ist, bei der die in Zylinderumfangsrichtung beabstandeten Gitterlinien jeweils
einen gleichen Abstand voneinander aufweisen, welcher Abstand aber geringer ist als
der stets gleiche Abstand der in Zylinderachsrichtung nebeneinander liegenden Gitterlinien.
9. Werkzeugträgeranordnung nach einen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (8) ein Stanz- und/oder Anstanz- und/oder ein Perforier- und/oder ein
Rillwerkzeug ist, das lösbar auf der Standfolie (1) befestigt, bevorzugt aufgeklebt
ist.
10. Standfolie als Werkzeugträger aus einem Kunststoffmaterial mit einem definierten Positioniermuster
für Werkzeuge, insbesondere einer Gitterlinienstruktur, die in wenigstens einem definierten
Standfolienbereich mit einem magnetisch anziehbaren Material, insbesondere einem ferromagnetischen
Material, versehen ist, insbesondere zur Verwendung in einer Werkzeugträgeranordnung
nach einem der Ansprüche 1 bis 9.