[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Leimmittelauftragssystem, vorzugsweise für
eine Maschine zum Bearbeiten von einer Papier- oder Kartonbahn, zum Auftragen von
Leimmittel auf eine Papier- oder Kartonbahn.
[0002] In aus dem Stand der Technik bekannten Leimmittelauftragssystemen werden voneinander
unabhängige (z.B. zwei) Leimmittelzuführsysteme zum Zuführen von Leimmittel zu jeweiligen
Leimmittelauftragsbalken verwendet, wobei jeweils ein Leimmittelzuführsystem für einen
Leimmittelauftragsbalken vorgesehen ist, d.h. ein Leimmittelzuführsystem ist für den
einen Leimmittelauftragsbalken vorgesehen und ein anderes Leimmittelzuführsystem ist
für den anderen Leimmittelauftragsbalken vorgesehen. Die beiden Leimmittelauftragsbalken
sind üblicherweise derart angeordnet, dass der eine Leimmittelauftragsbalken Leimmittel
in Form eines Oberflächenfilms auf die einer Bahnseite (z.B. der unteren Bahnseite)
der Papier- oder Kartonbahn zugeordneten Walze einer Leimpresse in einer Trockenpartie
in einer Papier- oder Kartonherstellungsmaschine aufbringt, während der andere Leimmittelauftragsbalken
der anderen Seite (z.B. der oberen Bahnseite) der Papier- oder Kartonbahn zugeordnet
ist, um das Leimmittel entsprechend auf die Leimpressenwalze dieser Bahnseite aufzutragen.
Jeder der beiden Auftragsbalken hat ein eigenes Leimmittelzuführsystem mit entsprechendem
Zuführtank, einer Pumpe, einer Siebeinrichtung (Sieb) und entsprechende Leitungsführungen,
um das Leimmittel während eines Pumpbetriebs der Pumpe von dem Zuführtank über die
Siebeinrichtung und den Leitungen zu dem entsprechenden Leimmittelauftragsbalken zuzuführen.
[0003] Das herkömmliche Leimmittelauftragssystem erfordert daher einen großen Bauraum, da
die jeweiligen Leitungsführungen und Elemente für jedes Leimmittelzuführsystem separat
vorgesehen sind. Somit erhöhen sich die Anlagenkosten und die Wartungskosten. Ferner
ist in den Leimmittelzuführsystemen jeweils eine entsprechende Regelungs- und Steuerungsautomatisierung
vorzusehen, wodurch sich die Anlagenkosten weiter erhöhen.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Leimmittelauftragssystem
vorzuschlagen, das hinsichtlich Energieverbrauch, Leimmittelverbrauch und Abmessungen
(Baugröße) des Leimmitteluftauftragssystems verringert ist, so dass die Anlagenkosten
und Wartungskosten für das Leimmittelauftragssystem niedriger ausfallen.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch ein Leimmittelauftragssystem mit
den Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen definiert.
[0007] Gemäß einem Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung ist ein Leimmittelauftragssystem,
vorzugsweise für eine Maschine zum Bearbeiten von einer Papier-oder Kartonbahn, zum
Zuführen von Leimmittel zu einer Papier- oder Kartonbahn bereitgestellt, das zumindest
zwei Leimmittelsprühauftragsbalken zum Auftragen des Leimmittels auf die Papier- oder
Kartonbahn hat, die mit einer gemeinsamen Leimmittelzuführeinrichtung verbunden sind,
durch die das Leimmittel den Leimmittelsprühauftragsbalken zuführbar ist.
[0008] Gemäß dem vorstehenden Gesichtspunkt dient bei dem erfindungsgemäßen Leimmittelauftragssystem
die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung dazu, Leimmittel zu den zumindest zwei
Leimmittelsprühauftragsbalken zuzuführen. Somit vereinfachen sich die Leitungsführung
und der Aufbau zum Zuführen des Leimmittels erheblich. Zudem ist sichergestellt, dass
-bspw. hinsichtlich der Temperatur, der Viskosität, des Trockengehalts etc.- stets
gleiches Leimmittel zu den Leimmittelsprühauftragsbalken gefördert wird, wodurch Qualitätsunterschiede
wegen unterschiedlicher Leimmittel beim Leimen von Papier- oder Kartonbahnen ausgeschlossen
werden können. Da nur noch die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung notwendig ist,
um das Leimmittel zu den Auftragsbalken zuzuführen, kann der Bauraum des Leimmittelsystems
verkleinert werden. Daher verringern sich sowohl die Anlagen- als auch die Wartungskosten
des erfindungsgemäßen Leimmittelsystems. Ferner verringert sich der Regelungs- und
Steuerungsaufwand, der erforderlich ist, um das Leimmittel zu den Leimmittelsprühauftragsbalken
zuzuführen, da diese zentral erfolgen kann.
[0009] Es hat sich gezeigt, dass die Verwendung von Leimmittelsprühauftragsbalken einen
geringeren Rückfluss an Leimmittel bewirkt, als dies bei anderen Leimungsverfahren
der Fall ist. Durch die geringere Umlaufmenge an Leimmittel innerhalb des Leimmittelauftragssystems
kann Energie eingespart werden, da weniger Leimmittel durch Pumpen bewegt werden muss.
Der Rückfluss kann um bis zu 10 % gegenüber den eingangs beschriebenen Systemen verringert
sein.
[0010] Bevorzugt weist die Leimmittelzuführeinrichtung eine Zentrifugalpumpe oder eine Schraubenpumpe
zum Pumpen des Leimmittels zu den Leimmittelsprühauftragsbalken auf.
[0011] Da die Pumpe in der gemeinsamen Leimmittelzuführeinrichtung angeordnet ist, wird
stets dasselbe - ggf. erwärmte - Leimmittel beim Leimvorgang durch die mit der Leimmittelzuführeinrichtung
verbundenen Leimmittelsprühauftragsbalken aufgesprüht.
[0012] Bevorzugt weist die Leimmittelzuführeinrichtung einen Zuführtank, in dem das Leimmittel
aufnehmbar ist, und zumindest eine Siebeinrichtung auf, durch die das von dem Zuführtank
durch die Pumpe zu den Leimmittelsprühauftragsbalken zugeführte Leimmittel gesiebt
und gereinigt wird.
[0013] Die Siebeinrichtung kann auch zwei oder mehr Siebe aufweisen, die in der Leimmittelzuführleitung
in Parallelschaltung und Reihenschaltung und in Mischformen davon verschaltet sein
können. Die Siebeinrichtung bzw. die Siebe können die gleiche Bauform und somit dieselben
Abmessungen aufweisen, wie jene Siebe, die in dem Leimmittelzuführsystem gemäß dem
vorstehend beschriebenen Stand der Technik verwendet werden. Durch Parallelschaltung
dieser Siebe ist es somit nicht erforderlich, andere Siebbaugrößen zu verwenden. Somit
kann derselbe Durchfluss an Leimmittel durch die jeweiligen Siebe erreicht werden,
wie in den Systemen des Stands der Technik, in denen jeweils ein Sieb pro System vorgesehen
ist. Daher kann ein gewünschter Filter- und Reinigungswirkungsgrad zuverlässig erreicht
werden.
[0014] Bevorzugt sind die Leimmittelsprühauftragsbalken und die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung
über eine gemeinsame Leimmittelzuführleitung, über die das Leimmittel den Leimmittelsprühauftragsbalken
zuführbar ist, und eine gemeinsame Rückführleitung, über die überschüssiges Leimmittel
zu der Leimmittelzuführleitung rückführbar ist, miteinander verbunden.
[0015] Somit kann durch das Vorsehen der gemeinsamen Rückführleitung auch bei einer relativ
langen Wartungsdauer (d.h. Abschaltzeit) des Leimmittelzuführsystems verhindert werden,
dass das Leimmittel in den Leitungen und dem System verbleibt, da es durch den entsprechenden
Leitungskreislauf zu dem Leimmittelzuführtank rückgeführt wird.
[0016] Die Rückführleitung kann mit den Leimmittelsprühauftragsbalken und dem Zuführtank
verbunden sein und ist in der Lage, überschüssiges Leimmittel in den Zuführtank zurückzuführen.
[0017] Bevorzugt ist in der Rückführleitung zumindest eine Siebeinrichtung vorgesehen, um
das rücklaufende Leimmittel durchzusieben und zu reinigen.
[0018] Diese Siebeinrichtung in der Rückführleitung kann dieselbe Art der Siebeinrichtung
wie die in der Leimmittelzuführeinrichtung sein, so dass auch das überschüssige Leimmittel
bereits gereinigt zu dem Leimmittelzuführtank rückgeführt wird, wodurch der Filter-
und Reinigungswirkungsgrad nochmals gesteigert wird.
[0019] Alternativ kann auch statt der Siebeinrichtung in der Leimmittelzuführeinrichtung
die Siebeinrichtung lediglich in der Rückführleitung vorgesehen sein, um das Leimmittel,
das in den Zuführtank einzubringen ist, entsprechend zu reinigen.
[0020] Die Siebeinrichtung weist bevorzugt zwei Siebe auf, die in der Rückführleitung in
Parallelschaltung angeordnet sind. Diese Anordnung weist dieselben Vorteile wie die
Anordnung der Siebe in Parallelschaltung in der gemeinsamen Leimmittelzuführleitung
auf.
[0021] Des Weiteren kann eine Drosseleinrichtung zwischen der Pumpe und den Leimmittelsprühauftragsbalken
vorgesehen sein. Diese Drosseleinrichtung (z.B. einstellbares Drosselventil) kann
einen Durchfluss und/oder Zuführdruck des Leimmittels zu den Leimmittelsprühauftragsbalken
einstellen (steuern).
[0022] Die Leimmittelsprühauftragsbalken sind bevorzugt derart angeordnet, dass das Leimmittel
auf beide Bahnseiten der Papier- oder Kartonbahn aufgebracht werden kann. Durch entsprechendes
Regulieren der von den Leimmittelsprühauftragsbalken aufzubringenden Menge an Leimmittel
können gleiche oder unterschiedliche Mengen an Leimmittel auf die beiden Bahnseiten
aufgebracht werden.
[0023] Somit kann dasselbe Leimmittel auf beide Bahnseiten der zu leimenden Papier-oder
Kartonbahn mittels der Leimmittelsprühauftragsbalken aufgebracht werden. Das heißt,
dass das Leimmittel mit demselben Trockengehalt, derselben Viskosität und derselben
Temperatur verwendet werden kann, um beide Bahnseiten (z.B. Vorder- und Rückseite)
der Papier- oder Kartonbahn mit einem entsprechenden Leimungsgrad zu versehen.
[0024] Vorzugsweise hat das Leimmittelauftragssystem eine Absaugeinrichtung, mit der Sprühnebel
des Leimmittels an der Auftragsstelle abgesaugt werden können. Ein Zyklonabscheider
und/oder ein Gaswäscher können vorgesehen sein, um das Leimmittel aus dem abgesaugten
Gas-Nebelstrom abzutrennen und zurückzuführen. Zur Trennung der Waschflüssigkeit des
Gaswäschers von dem Leimmittel oder Bestandteilen davon kann eine Trennstufe verwendet
werden, die Unterschiede in den physikalischen oder chemischen Eigenschaften der zu
trennenden Fluide nutzt, z.B. Dichte, Magnetismus, Elektrostatik, Unmischbarkeit (Polarität)
etc.
[0025] Bevorzugt weist das Leimmittelzuführsystem einen Leimmittelspeichertank auf, in dem
Leimmittel speicherbar ist, um das Leimmittel von dem Leimmittelspeichertank in die
gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung einzuspeisen. Dieser Leimmittelspeicher kann
zu dem Leimmittelzuführsystem zuschaltbar sein oder kann stationär mit dem Zuführtank
verbunden sein. Der Leimmittelspeichertank kann eine mobile Einheit sein, die bei
verschiedenen Leimmittelzuführsystemen in einer Papierfabrik verwendet werden kann,
um Leimmittel zu den entsprechenden Zuführtanks der verschiedenen Leimmittelzuführsysteme
zuzuführen, falls der Leimmittelverbrauch in den jeweiligen Leimmittelzuführsystemen
einen vorbestimmten Wert überschritten hat. Der Leimmittelspeichertank ist bevorzugt
derart angeordnet, dass das Leimmittel von dem Leimmittelspeichertank zu dem Zuführtank
einspeisbar ist. Dies kann mit einer separaten Leitungsführung zu dem Zuführtank erfolgen,
oder es kann das Leimmittel direkt (ohne Leitungsführung) von dem Leimmittelspeichertank
in den Leimmittelzuführtank abgelassen werden.
[0026] Als zuzuführendes Leimmittel kann Leimmittel, pigmentfreies Leimmittel, pigmenthaltiges
Leimmittel, pigmentfreies oder pigmenthaltiges Farbmittel verwendet werden. Somit
kann das Leimmittelzuführsystem zum Zuführen von pigmenthaltigen Mitteln zu den Leimmittelauftrageeinrichtungen
verwendet werden, um die Bahnseite(n) der Papier- oder Kartonbahn zu pigmentieren
(z.B. zur Herstellung von Vorstrichen, zur Verbesserung der Qualität von oberflächengeleimten
Papier, etc.). Der in den Ansprüchen verwendete Begriff "Leimmittel" umfasst: Mittel
für die Leimung (Leimmittel), Mittel für die Pigmentierung (z.B. ein Leimmittel mit
Bindemittel und Pigmenten) sowie Farbmittel für die Farbgebung. Für die Veredlung
der Oberfläche können Füllstoffe oder Füllpigmente verwendet werden, wobei pigmentiertes
Leimmittel auch gefärbt sein kann.
[0027] Für den Sprühauftrag des Leimmittels werden vorzugsweise Hochdruckdüsen verwendet,
deren Arbeitsbereich bei 20 - 100 bar liegt; es gibt aber auch Fälle in denen 20 -
50 bar oder 20 - 35 bar als Betriebsdruck der Düsen gewählt wird. Die Viskosität des
Leimmittels liegt im Bereich von 1 - 100 mPas Brookfield 100U/min.
[0028] Das erfindungsgemäße Leimmittelauftragssystem wird bevorzugt mit einer Leimpresse
in einer Trockenpartie in einer Papier- oder Kartonherstellungsmaschine verwendet,
um die Eigenschaften und die Qualität der Papiers- oder Kartonbahn (z.B. Benetzungs-
und/oder Eindringverhalten) bei der Papier- oder Kartonherstellung nach den gewünschten
Vorgaben des Papiers/Kartons (Trockengehalt, Leimungsgrad, etc.) einzustellen.
[0029] Die Erfindung wird nachstehend anhand des in der einzigen Figur gezeigten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0030] Fig. 1 zeigt schematisch einen Aufbau des erfindungsgemäßen Leimmittelauftragssystems.
[0031] Gemäß Fig. 1 weist das erfindungsgemäße Leimmittelauftragssystem einen Zuführtank
1, eine Pumpe 2, ein Sieb (Siebeinrichtung) 3, einen unteren Leimmittelsprühauftragsbalken
4, und einen oberen Leimmittelsprühauftragsbalken 5 auf.
[0032] Der Zuführtank 1, die Pumpe 2 und die Siebeinrichtung 3 bilden eine gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung.
Somit bilden gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der Zuführtank 1, die Pumpe
2 und das Sieb 3 die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung, durch die das Leimmittel
den beiden Leimmittelsprühauftragsbalken 4, 5 zuführbar ist.
[0033] Die beiden Leimmittelsprühauftragsbalken 4, 5 sind entsprechenden Bahnseiten einer
mit dem Leimmittel zu versehenen Papier- oder Kartonbahn W zugeordnet. Das heißt,
der untere Leimmittelsprühauftragsbalken 4 ist einer unteren Bahnseite (z.B. Rückseite)
der Papier- oder Kartonbahn W zugeordnet, während der obere Leimmittelsprühauftragsbalken
5 der oberen Bahnseite (z.B. Vorderseite) der Papier- oder Kartonbahn W zugeordnet
ist, so dass der untere Sprühauftragsbalken 4 geeignet ist, das Leimmittel auf die
Rückseite der Papier- oder Kartonbahn aufzubringen, während der obere Sprühauftragsbalken
5 das Leimmittel auf die Vorderseite der Papier- oder Kartonbahn aufbringen kann.
[0034] Ferner weist das erfindungsgemäße Leimmittelauftragssystem eine gemeinsame Leimmittelzuführleitung
11, Leimmittelzuführverbindungsleitungen 12, Leimmittelrückführleitungen 16 und eine
gemeinsame Leimmittelrückführleitung 13 auf.
[0035] Der Zuführtank 1 ist mittels der Leimmittelzuführleitung 11 mit der Pumpe 2 verbunden,
wobei stromabwärtig der Pumpe 2, das Sieb 3 in der Leimmittelzuführleitung 11 angeordnet
ist. Die Leimmittelzuführleitung 11 ist stromabwärtig des Siebs 3 geteilt und geht
in die beiden Leimmittelzuführverbindungsleitungen 12 über, die mit den beiden Leimmittelsprühauftragsbalken
4 und 5 verbunden sind.
[0036] Überschüssiges Leimmittel, das nicht zur Leimung der beiden Bahnseiten der Papier-
oder Kartonbahn verwendet wird, wird über die Leimmittelrückführleitungen 16 stromabwärtig
von den beiden Leimmittelsprühauftragsbalken 4 und 5, die dann in eine gemeinsame
Leimmittelrückführleitung 13 münden, zu dem Zuführtank 1 zurückgeführt.
[0037] Bezugszeichen 15 bezeichnet Drosseleinrichtungen (Drosselventil, einstellbare Drossel,
oder dergleichen) zwischen der Pumpe 2 und den Leimmittelsprühauftragsbalken 4, 5
in der Leimmittelzuführeinrichtung. Bevorzugt sind derartige Drosseleinrichtungen
stromabwärtig der Pumpe 2 und des Siebs 3 in der jeweiligen Leimmittelzuführverbindungsleitung
12 angeordnet. Somit kann durch die Drosseleinrichtung ein Durchfluss und/oder Zuführdruck
des Leimmittels zu den Leimmittelsprühauftragsbalken 4,5 individuell eingestellt werden.
[0038] In dem beschriebenen Leimmittelauftragssystem wird das Leimmittel durch die Pumpe
2 aus dem Zuführtank 1 angesaugt, das Leimmittel zu dem Sieb 3 zugeführt, in diesem
gefiltert und gereinigt, danach aus der gemeinsamen Zuführleitung 11 zu den beiden
Leimmittelsprühauftragsbalken 4, 5 über die Leimmittelzuführverbindungsleitungen 12
zugeführt.
[0039] Überschüssiges Leimmittel, das bei der Leimung der beiden Bahnseiten der Papier-
oder Kartonbahn nicht verwendet wird, ist über die Leimmittelrückführleitungen 16
sowie die gemeinsame Leimmittelrückführleitung 13 zu dem Zuführtank 1 rückführbar.
Optional bzw. alternativ kann in der gemeinsamen Leimmittelrückführleitung 13 auch
eine entsprechende Siebeinrichtung (z.B. zwei Siebe, die jeweils in einer Leimmittelrückführleitung
16 angeordnet sind) vorgesehen sein, um das überschüssige Leimmittel vor der Rückführung
in den Zuführtank 1 entsprechend reinigen zu können.
[0040] Bevorzugt werden als Sieb 3 dieselben Siebtypen verwendet, die in den Leimmittelzuführsystemen
gemäß dem Stand der Technik verwendet werden. Somit können die entsprechenden Lagerbestände
an Sieben herangezogen werden, ohne dass neue Siebbaugrößen entworfen oder gebaut
werden müssen.
[0041] Ferner zeigt die Fig. 1 eine Absaugeinrichtung 20, die eingerichtet ist, einen Sprühnebel
abzusaugen, der an den Leimmittelsprühauftragsbalken 4 und 5 beim Sprühauftrag des
Leimmittels auf die Bahn W entsteht. Das abgesaugte leimmittelhaltige Gas, in der
Regel Luft (das Leimmittel liegt als Aerosol aus Leimmitteltröpfchen und dem die Maschine
umgebenden Gas vor), wird über eine Leitung 24 einem Abscheider 21, der hier als Zyklonabscheider
ausgeführt ist, zugeführt.
[0042] Die im Zyklonabscheider 21 herrschenden Zentrifugalkräfte trennen Gas (Luft) und
Leimmittel voneinander. Die getrennten Bestandteile werden in Leitungen 22 und 23
von dem Zyklonabscheider 21 weggeführt. Das abgetrennte Leimmittel wird in durch die
Leitung 23 in die gemeinsame Leimmittelrückführleitung 13 eingespeist, die zum Zuführtank
1 führt.
[0043] Das abgetrennte Gas wird durch die Leitung 22 in einen Gaswäscher 30 eingeleitet,
in dem im Gas verbliebene, für die Trennleistung des Zyklonabscheiders 21 zu kleine
bzw. zu leichte Tröpfchen des Leimmittels mittels eines Waschvorgangs aus dem Gas
abgetrennt werden. Hierzu kann eine Waschflüssigkeit verwendet werden, die sich von
dem Leimmittel trennen lässt. Die Trennung kann beispielsweise auf fehlender Mischbarkeit
der Flüssigkeiten und/oder Dichteunterschieden oder anderen Eigenschaftsunterschieden
beruhen. Beispielsweise kann als Waschflüssigkeit eine Flüssigkeit verwendet werden,
die das Leimmittel nicht löst (und umgekehrt). In einem anschließenden Trennprozess
können dann die Flüssigkeiten infolge ihres Dichteunterschieds getrennt werden.
[0044] Das Gemisch aus Waschflüssigkeit/Leimmittel und das Gas werden voneinander getrennt
und das Gas wird mittels Gebläse 33 abgeführt.
[0045] Das Gemisch Waschflüssigkeit/Leimmittel wird aus dem Gaswäscher 30 durch die Leitung
35 in eine Trenneinrichtung 32 geführt. Dort wird das Gemisch Waschflüssigkeit/Leimmittel
getrennt und das zurückgewonnene Leimmittel wird über die Leitung 31 in die gemeinsam
Leimmittelrückführleitung 13 eingespeist. Von dort gelangt es in den Zuführtank 1.
[0046] Die Waschflüssigkeit wird über die Leitung 36, in der eine Pumpe vorgesehen ist,
erneut in den Gaswäscher 30 eingeleitet. Einrichtungen zur Kompensation eines Waschflüssigkeitsdefizits
sind in Fig. 1 angedeutet, werden hier aber nicht näher beschrieben.
[0047] In dem vorstehenden Ausführungsbeispiel sind zwei Leimmittelsprühauftragsbalken vorgesehen.
Es können auch mehr als zwei Auftragsbalken vorgesehen sein, sofern diese mit der
gemeinsamen Leimmittelzuführeinrichtung verbunden sind, durch die das Leimmittel zu
ihnen zuführbar ist.
[0048] In dem vorstehenden Ausführungsbeispiel ist der untere oder tiefer angeordnete Leimmittelsprühauftragsbalken
4 der Rückseite (untere Bahnseite) der Papier-oder Kartonbahn zugeordnet, während
der obere oder höher angeordnete Leimmittelsprühauftragsbalken zu der Vorderseite
(obere Bahnseite) der Papier- oder Kartonbahn W zugeordnet ist.
[0049] Grundsätzlich können auch mehrere Sprühauftragsbalken derselben Bahnseite zugeordnet
sein, die gegebenenfalls dann auch mit einem gemeinsamen Leimmittelzufürsystem verbunden
sein können. Ferner sind die Bezeichnungen "oben" und "unten" nicht einschränkend
auszulegen, sie dienen lediglich zur Unterscheidung der beiden Bahnseiten der Papier-
oder Kartonbahn. Z.B. kann auch eine genau vertikale Bahnführung der Papier- oder
Kartonbahn in einer Leimpresse verwendet werden, so dass eine "linke" Bahnseite und
eine "rechte" Bahnseite mit dem Leimmittel versehen werden können.
[0050] Es kann ein Sieb (wie gezeigt) es können aber auch zwei oder mehr Siebe in der Zuführleitung
und/oder in der Rückführleitung zur Reinigung des Leimmittels verwendet werden. Zudem
können die Siebe in Serie geschaltet in dem Leimmittelzuführsystem angeordnet sein.
Auch eine Kombination von Serien- und Parallelschaltung der Siebe ist möglich. Ferner
kann die Zuführleitung zwei oder mehr parallel durchflossene Siebe haben. Es können
auch Siebe hintereinander geschaltet sein, die ggf. als Siebkaskade mit in Durchflussrichtung
abnehmender Maschenweite (feinere Siebe) gestaltet sein können.
[0051] Der Begriff "Leimmittel" umfasst alle für die Leimung von Papier geeigneten Leimmittel;
diese können pigmenthaltig oder pigmentfrei, füllstoffhaltig oder füllstofffrei, gefärbt
oder ungefärbt sowie ggf. mit weiteren Zusatzstoffen versehen sein.
[0052] Bei der Verwendung von farbigen Leimmitteln können die Bahnseite(n) der Papier- oder
Kartonbahn mittels den Leimmittelsprühauftragsbalken entsprechend gefärbt werden (z.B.
zur Herstellung von Vorstrichen, zur Verbesserung der Qualität von oberflächengeleimten
Papier, etc.).
1. Leimmittelauftragssystem, vorzugsweise für eine Maschine zum Bearbeiten von einer
Papier- oder Kartonbahn, zum Auftragen von Leimmittel auf eine Papier- oder Kartonbahn,
mit zumindest zwei Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) zum Aufsprühen des Leimmittels
auf die jeweils zugeordnete Seite der Papier-oder Kartonbahn, wobei die Leimmittelsprühauftragsbalken
mit einer gemeinsamen Leimmittelzuführeinrichtung (1, 2, 3) verbunden sind, durch
die das Leimmittel den Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) zuführbar ist.
2. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 1, wobei die Leimmittelzuführeinrichtung (1,
2, 3) eine Zentrifugalpumpe (2) oder eine Schraubenpumpe zum Pumpen des Leimmittels
zu den Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) aufweist.
3. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Leimmittelzuführeinrichtung
(1, 2, 3) einen Zuführtank (1), in dem das Leimmittel aufnehmbar ist, und zumindest
eine Siebeinrichtung (3) aufweist, durch die das von dem Zuführtank (1) durch die
Pumpe (2) zu den Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) zugeführte Leimmittel gesiebt
und gereinigt wird.
4. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 3, wobei die Siebeinrichtung (3) zumindest
zwei Siebe (3) aufweist, die in einer mit den Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5)
verbundenen Leimmittelzuführleitung (11) in Parallelschaltung angeordnet sind.
5. Leimmittelauftragssystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Leimmittelsprühauftragsbalken
(4, 5) und die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung (1, 2, 3) über eine gemeinsame
Leimmittelzuführleitung (11), über die das Leimmittel den Leimmittelsprühauftragsbalken
(4, 5) zuführbar ist, und eine gemeinsame Leimmittelrückführleitung (13), über die
überschüssiges Leimmittel zu der Leimmittelzuführeinrichtung (1, 2, 3) rückführbar
ist, miteinander verbunden sind.
6. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 5, wobei die Leimmittelrückführleitungen (16)
und die gemeinsame Leimmittelrückführleitung (13) die Leimmittelsprühauftragsbalken
(4, 5) und den Zuführtank (1) miteinander verbinden, um das überschüssige Leimmittel
zu dem Zuführtank (1) zurückzuführen.
7. Leimmittelauftragssystem nach einem der Ansprüche 2 bis 6, wobei eine Drosseleinrichtung
(15) zwischen der Pumpe (2) und den Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) in der Leimmittelzuführeinrichtung
(1, 2, 3) vorgesehen ist.
8. Leimmittelauftragssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Leimmittelsprühauftragsbalken (4, 5) mit einer Absaugeinrichtung (20) verbunden
sind, die Sprühnebel absaugt.
9. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (20) einen Zyklonabscheider (21) aufweist, der Leimmittel und
Gas (Luft) voneinander trennt.
10. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (20) einen Gaswäscher (30) aufweist, der Leimmittel aus abgesaugtem
Gas auswäscht.
11. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rückgewinnungsleitung (23, 31) vorgesehen ist, die in dem Zyklonabscheider (21)
und/oder dem Gaswäscher (30) der Absaugeinrichtung (20) rückgewonnenes Leimmittel
in die gemeinsame Leimmittelrückführleitung (13) leitet.
12. Leimmittelauftragssystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, das des Weiteren
einen Leimmittelspeichertank aufweist, in dem Leimmittel speicherbar ist, um Leimmittel
von dem Leimmittelspeichertank in die gemeinsame Leimmittelzuführeinrichtung (1, 2,
3) einzuspeisen.
13. Leimmittelauftragssystem nach Anspruch 12, wobei der Leimmittelspeichertank derart
angeordnet ist, dass Leimmittel von dem Leimmittelspeichertank zu dem Zuführtank (1)
einspeisbar ist.
14. Leimmittelauftragssystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das zuzuführende
Leimmittel ein pigmenthaltiges oder pigmentfreies, füllstoffhaltiges oder füllstofffreies,
gefärbtes oder ungefärbtes Leimmittel mit oder ohne Zusatzstoffe ist.
15. Verwendung des Leimmittelauftragssystems nach einem der vorangegangenen Ansprüche
an einer Leimpresse in einer Trockenpartie in einer Papier- oder Kartonherstellungsmaschine.