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(11) |
EP 2 483 014 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.08.2017 Patentblatt 2017/33 |
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Anmeldetag: 01.10.2010 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2010/005995 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2011/038925 (07.04.2011 Gazette 2011/14) |
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VERFAHREN ZUM BANDGIESSEN VON STAHL UND ANLAGE ZUM BANDGIESSEN
METHOD FOR STRIP CASTING STEEL AND SYSTEM FOR STRIP CASTING
PROCÉDÉ DE COULÉE DE BANDES D'ACIER ET INSTALLATION DE COULÉE EN BANDES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
02.10.2009 DE 102009048165
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.08.2012 Patentblatt 2012/32 |
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Patentinhaber: SMS group GmbH |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- WANS, Jochen
40667 Meerbusch (DE)
- ROSENTHAL, Dieter
57572 Niederfischbach (DE)
- SCHLÜTER, Jochen
44265 Dortmund (DE)
- GEERKENS, Christian
41363 Jüchen (DE)
- BAUSCH, Jörg
40227 Düsseldorf (DE)
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Vertreter: Klüppel, Walter |
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Hemmerich & Kollegen
Patentanwälte
Hammerstraße 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 060 661 JP-A- 51 103 035
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DE-A1- 19 852 275
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Gießen eines Stahls mit einem Chromgehalt
von mehr als 15 Gewichtsprozent, insbesondere von mehr als 33 Gewichtsprozent.
[0002] Hochtemperaturbeständige und verschleißfeste Stähle mit einem hohen Chromgehalt sowie
kohlenstoffhaltige Legierungen werden bislang als Einzelteile in einem diskontinuierlichen
Sandgussverfahren hergestellt. Das Gussprodukt wird dann unmittelbar ohne zusätzliche
thermomechanische Behandlung mechanisch bearbeitet.
[0003] Beim horizontalen Bandgießen von Stählen gehen die bisher bekannten Verfahren zum
Gießen eines Stahls stets von einem endabmessungsnahen Gießen in Kombination mit einer
Offline- oder einer Inline-Walzung aus. Der Umform- oder Walzschritt hat dabei sowohl
den Zweck der Dickenreduzierung als auch der Gefügeneubildung, d. h. der Rekristallisation.
Es handelt sich um ein Verfahren mit Ausrichtung auf die Erzeugung von Warmbreitband
für Stahllegierungen. Zur Erreichung der mechanischen Eigenschaften ist besonders
bei konventionellen Stählen die Umwandlung des Gussgefüges zwingend erforderlich.
[0004] Beim Bandgießen wird flüssiger Stahl durch ein Zuführsystem mit einer entsprechend
ausgebildeten Düse auf ein umlaufendes, von unten mit Wasser gekühltes Transportband
aufgegeben. Das Transportband wird durch zwei Umlenkrollen angetrieben und geführt.
Die auf das Transportband aufgebrachte Schmelze erstarrt noch im Bereich der Primärkühlung
vollständig. Nach der Erstarrung läuft das Band zum Inline-Walzen in Walzgerüste ein.
Nach dem Inline-Walzen und einem weiteren Kühlvorgang wird das Band aufgehaspelt.
Ein derartiges Gießverfahren zum Bandgießen ist aus der
DE 198 52 275 A1 be-kannt.
[0005] Auch aus der
WO 02/064288 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Vergießen und Erstarrenlassen von flüssigem
Metall und dessen Zerteilung bekannt, das insbesondere für Ferrolegierungen oder NE-Metalle
und deren Zerteilung gedacht ist. Hierbei werden aus der flüssigen Phase durch den
Einsatz einer Bandgießanlage endlose Bänder mit vorgebbarer Dicke hergestellt. Eine
Brechanlage zerteilt diese in Stücke, wobei in der Oberfläche der Bänder während des
Gießens und Erstarrens ein Muster von Sollbruchstellen eingeprägt wird, das beim Brechen
des Bandes die vordefinierte, optimale Größe der Produktstücke bestimmt.
[0006] Andererseits werden ausgewählte Bauteile, beispielsweise Lagerhülsen für Turbolader,
in einem diskontinuierlichen Gießverfahren, beispielsweise mittels Gießen in Sandgussformen,
gegossen. Da eine mechanische Nachbearbeitung der Einzelbauteile stets erforderlich
ist, werden die Gussstücke mit einem geringfügigen Übermaß gegossen und anschließend
abgedreht. Gegebenenfalls sind weitere Fertigungsschritte wie das Bohren erforderlich.
Jedoch findet keine Warmwalzung mit dem Ziel der Rekristallisation oder der Dickenreduzierung
statt. Aus der
EP 0 060 661 A1 ist ein Verfahren zum Gießen von Stahl oder einer Eisenlegierung in einer horizontalen
Bandgießanlage bekannt, wobei die Eisenlegierung Ferrochrom umfassen kann. Die Zusammenfasung
der
JP 51 103 035 A nennt ein Verfahren zum Gießen von Ferrochrom.
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung, spezielle Stahllegierungen unter Einsparung von
Prozessschritten und Energie herzustellen, also einfacher, als dies bisher möglich
war.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert.
[0009] Durch den Einsatz des Bandgießverfahrens gelingt es, Stahlbänder in sehr geringer
Stärke, beispielsweise von 50 mm oder weniger, kontinuierlich herzustellen.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die Erfindung eignet sich insbesondere zum Gießen eines Stahls, der zusätzlich einen
Kohlenstoffanteil von mehr als 1 Gewichtsprozent aufweist.
[0012] Ebenso wird das Bandgießverfahren mit Vorteil eingesetzt, wenn der Stahl zusätzlich
einen Siliciumanteil von mehr als 2 Gewichtsprozent aufweist.
[0013] Es lässt sich vorsehen, dass das gegossene Stahlband oder durch Gießen entstandene
Gussplatinen geschnitten, gefräst, gebohrt oder geglüht werden.
[0014] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine horizontale Bandgießanlage zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0015] Die Erfindung zielt somit auf die Nutzung einer horizontalen Bandgießvorrichtung
zur Erzeugung von Bau- oder Einsatzteilen aus beispielsweise hochlegierten Werkzeugstählen
ab, deren Abmessungen mit der Gussbanddicke beim horizontalen Bandgießen übereinstimmen,
so dass eine Warmwalzung mit dem Ziel der Rekristallisation oder Dickenreduzierung
nicht notwendig ist. Die Rohlinge lassen sich kontinuierlich gießen, und die Erstellung
von Einzelgießformen wie beim Sandguss entfällt.
[0016] Der Bandgießanlage können weitere Anlagen zur mechanischen Nachbehandlung der mittels
des Transportbandes gegossenen Gussplatinen zugeordnet sein. Dies sind beispielsweise
Zerspanungsvorrichtungen zur genauen Festlegung der Breite und der Länge der Gussplatinen,
die bereits beim Gießvorgang Maße nahe ihren Endmaßen erhalten. Alternativ wird das
gegossene Halbzeug mittels verschiedener mechanischer Verfahren zum Erhalt der gewünschten
Endabmessungen hin bearbeitet.
[0017] Mit Vorteil lässt sich auch vorsehen, dass dem Transportband in Förderrichtung eine
Trenn- oder Schneidvorrichtung zum Durchtrennen des Gussprodukts nachgeordnet ist.
[0018] Nachstehend wird die Erfindung in Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1 a, b
- eine schematische Seitenansicht und eine Draufsicht einer Anlage zum Bandgießen nach
einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2a, b
- eine seitliche Schnittansicht eines Transportbandes zum Gießen von Gussplatinen und
eine Draufsicht auf das Transportband, mit dem Gussplatinen mit verschiedenen Abmessungen
nebeneinander gegossen werden, und
- Fig. 3a - d
- Temperaturverläufe von mit einer Bandgießanlage gegossenen Gussstücken als Funktionen
der Zeit.
[0020] Eine Bandgießanlage 1 (Fig. 1a, b) zum Gießen eines Stahls mit einem Chromgehalt
von mehr als 15 Gewichtsprozent umfasst ein Zuführsystem für flüssigen Stahl mit einem
Ofen 2 und einem Tundish oder einer Gießpfanne 3 zum Bevorraten oder Konfektionieren
einer bestimmten Menge flüssigen Stahls, der über eine Auslassdüse 4 auf ein endloses,
vorzugsweise ebenfalls aus Stahl bestehendes Transportband 5 mit einer Kühlvorrichtung
6 aufgebracht wird, wobei die Kühlvorrichtung 6 beispielsweise ein Becken 13 mit einer
Kühlflüssigkeit umfasst, durch das das Transportband 5 auf seiner Unterseite hindurchgeführt
wird.
[0021] Die Auslassdüse 4 hat eine Breite, die der Breite einer auf dem umlaufenden Transportband
5 zu gießenden Gussplatine 7 entspricht. Das Transportband 5 wird angetrieben und
geführt über zwei jeweils mit einem eigenen Antrieb 8, 9 ausgestattete Umlenkrollen
10, 11.
[0022] Vorzugsweise sind an den beiden Bandschmalseiten des Transportbandes 5 mit diesem
mitlaufende formgebende Segmente 12 vorgesehen, die einander überlappend oder dicht
aneinander anschließend angeordnet sind, um ein Auslaufen des flüssigen Stahls zu
verhindern. Der Abstand der Segmente 12 ist entweder durch die Breite des Transportbandes
5 vorgegeben oder entsprechend der gewünschten Breite der zu gießenden Platine 7 einstellbar.
Zur Kühlung durchläuft das Transportband 5 zusammen mit den Segmenten 12 den Behälter
13 der Kühlvorrichtung 6, die überdies noch weitere Einrichtungen zur Kühlung der
Platine 7 umfassen kann. Beispielsweise lassen sich die beiden Umlenkrollen 10, 11
jeweils von einer Kühlflüssigkeit durchströmen. Auch unterhalb des auf der Oberseite
der Bandgießanlage 1 laufenden Bandbereichs des Transportbandes 5 umfasst die Anlage
1 beispielsweise eine Spritzkühlvorrichtung 14, die das Transportband 5 von der Unterseite
mit einer Kühlflüssigkeit besprüht. Auf diese Weise lässt sich eine Platine 7 gießen,
deren Länge in etwa der Länge der Anlage 1 entspricht oder noch über deren Länge hinausgeht.
Die Gußplatine 7 hat entweder bereits die durch eine Festlegung der Menge des flüssigen
Stahls in dem Tundish entstandene gewünschte Länge, oder sie wird mittels einer Schneid-
oder Brecheinrichtung 15 nach dem Verlassen des Transportbandes 5 getrennt und einem
Halbzeuglager 16 zugeführt. Von dort wird sie für eine weitere Behandlung, beispielsweise
Fräsen, Bohren, Glühen oder weiteres Schneiden oder andere zerspanende Verfahren,
zu den entsprechenden Vorrichtungen und Geräten weitergeleitet. Da die Platine 7 bereits
die gewünschte Dicke aufweist, braucht sie keinen Walzvorgang als thermomechanischen
Behandlungsprozess zu durchlaufen. Jedoch lässt sich gegebenenfalls in Abhängigkeit
von den gewünschten Werkstoffeigenschaften auch ein Walzprozess als Behandlungsschritt
an den Gießvorgang, entweder unmittelbar nach diesem oder nach dem Abkühlen der Gussstücke,
vorsehen.
[0023] Gemäß einer erfindungsgemäßen Alternative weist ein Transportband 17 (Fig. 2a, b)
in der Bandgießanlage 18 eine Vielzahl von Vertiefungen 19 auf, deren Maße vorzugsweise
nahe den Endabmessungen der in ihnen zu gießender Gussstücke liegen. Die Vertiefungen
19 sind entweder nur hintereinander oder je nach Breite des Transportbandes 17 zusätzlich
auch nebeneinander angeordnet. Dabei können die Maße der nebeneinander angeordneten
Vertiefungen 19 verschiedene Maße aufweisen. Entsprechend der Anzahl der Reihen von
nebeneinander auf dem Transportband 17 angebrachten Vertiefungen 19 ist auch eine
Mehrzahl von Auslassdüsen 20 mit daran angepasster Breite vorgesehen. Nach dem Verlassen
des Transportbandes 17 werden die in diesem gegossenen Gussstücke, wie in Fig. 1b
dargestellt, einem Halbzeuglager 16 zugeführt.
[0024] Durch das Bandgießen lassen sich Gussstücke verschiedenster Dicken herstellen; üblicherweise
beträgt die Gießdicke zwischen 8 und 25 mm, vorzugsweise 15 mm. Typische Anwendungen
des hochlegierten Werkstoffs sind Lagerhülsen, die beispielsweise die Abmessungen
13 mm (Dicke) x 120 mm (Länge) haben und durch spanende Bearbeitung aus Gussstücken,
beispielsweise mit der Dicke 15 mm und derselben Breite, auf einer Drehbank hergestellt
werden, wobei die hohlzylindrische Form durch Ausbohren des Kerns erzeugt wird. Auch
sämtliche andere Formen werden durch spanendes Abtragen oberflächlichen Materials
der Gussstücke gewonnen.
[0025] In einem anderen Ausführungsbeispiel beträgt die Gussteilgeometrie 15 mm (Breite)
x 125 mm (Länge); daraus ergibt sich durch mechanische, insbesondere spanende, Bearbeitung
eine Bauteilgeometrie von 12,7 mm (Breite) x 120 mm (Länge).
[0026] Neben dem Chromgehalt des Stahls enthält dieser vorzugsweise auch Kohlenstoff von
mehr als 1 Gewichtsprozent und/oder Silicium von mehr als 2 Gewichtsprozent. Das Eigenschaftsprofil
der mit der Bandgießanlage 1 oder 18 zu gießenden Gussstücke umfasst eine gute Hochtemperaturbeständigkeit
in Verbindung mit einer guten Verschleißfestigkeit. Die Rockwell-Härte (HRC) beträgt
33 bis 38 bei einer Zugfestigkeit von etwa 1000 MPa.
[0027] Bei der erfindungsgemäßen Vorgehensweise hat die verfahrenstypisch rasche Abkühlung
positive Auswirkungen auf das Gefüge der Gussstücke. Die Korngröße wird reduziert,
und Ausscheidungen, wie beispielsweise Karbide, liegen aufgrund der behinderten Diffusion
feindispers in der Matrix vor. Hieraus resultieren vorteilhafte mechanische Eigenschaften.
[0028] Gemäß der Erfindung bestehen verschiedene Möglichkeiten der Temperaturführung zur
Abkühlung der Gussstücke (Fig. 3a - d). Gemäß einer ersten Vorgehensweise (Fig. 3a)
wird die Temperatur der Gussprodukte zunächst für eine vorgegebene Zeit gehalten und
sodann mit einer definierten Abkühlrate abgekühlt (Kurve 21). Alternativ kann nach
einem längerem Zeitraum, während dessen die Temperatur gehalten wird, auch eine Erwärmungsphase
folgen (Kurve 22). In diesem Fall werden die Gussstücke erst zu einem späteren Zeitpunkt
abgekühlt.
[0029] Nach einem zweiten Verfahren werden die Gussprodukte unmittelbar nach dem Gießen
auf eine definierte Temperatur erwärmt (Fig. 3b) und erst dann über einen ebenfalls
festgelegten Zeitraum mit einer vorgegebenen Kühlrate abgekühlt.
[0030] Gemäß einer anderen Vorgehensweise werden die Gussstücke direkt durch Abschrecken
rasch abgekühlt (Fig. 3c) und anschließend einer kontrollierten Temperaturführung
über der Zeit unterworfen, soweit sie durch den Abschreckvorgang noch nicht die Umgebungstemperatur
angenommen haben.
[0031] In einer weiteren Vorgehensweise (Fig. 3d) werden die Gussstücke mit wechselnden
Abkühlgeschwindigkeiten auf die Umgebungstemperatur abgekühlt.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Bandgießanlage
- 2
- Ofen
- 3
- Gießpfanne
- 4
- Auslassdüse
- 5
- Transportband
- 6
- Kühlvorrichtung
- 7
- Gussplatine
- 8
- Antrieb
- 9
- Antrieb
- 10
- Umlenkrolle
- 11
- Umlenkrolle
- 12
- Segmente
- 13
- Behälter
- 14
- Spritzkühlvorrichtung
- 15
- Schneid- oder Brecheinrichtung
- 16
- Halbzeuglager
- 17
- Transportband
- 18
- Bandgießanlage
- 19
- Vertiefungen
- 20
- Auslassdüsen
- 21
- Kurve
- 22
- Kurve
1. Verfahren zum Gießen eines chromhaltigen Stahlbandes, wobei das Stahlband in einer
horizontalen Bandgießanlage (1, 18) gegossen wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stahl einen Chromgehalt von mehr als 15 Gewichtsprozent aufweist und
der Stahl zur Ausbildung von Gussplatinen (19) innerhalb des Stahlbandes auf ein Transportband
(17) mit Vertiefungen gegossen wird oder auf ein Transportband mit quer verlaufenden
Vorsprüngen zur Ausbildung von Sollbruchstellen innerhalb des Stahlbandes gegossen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stahl mit einem Kohlenstoffanteil von mehr als 1 Gewichtsprozent gegossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stahl mit einem Siliziumanteil von mehr als 2 Gewichtsprozent gegossen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die durch Gießen entstandenen Gussplatinen (19) geschnitten, gefräst,
gebohrt oder geglüht werden bzw. das gegossene Stahlband geschnitten, gefräst, gebohrt
oder geglüht wird.
5. Horizontale Bandgießanlage zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 4, wobei die Anlage einen Schmelzofen (2), eine Gießpfanne (3) und ein Transportband
(5, 17) zur Aufnahme und zum Abkühlen eines aus der Gießpfanne (3) herausfließenden
flüssigen Stahls umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Transportband (17) mit Vertiefungen zur Ausbildung von Gussplatinen (19) innerhalb
des Stahlbandes oder mit quer verlaufenden Vorsprüngen zur Ausbildung von Sollbruchstellen
innerhalb des Stahlbandes ausgestattet ist.
6. Bandgießanlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Zerspannungsvorrichtungen zur Festlegung der Breite und der Länge der Gussplatinen
(7, 19) vorhanden sind.
7. Bandgießanlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Transportband (5) in Förderrichtung eine Trenn- oder Schneidvorrichtung (15)
zum Durchtrennen des Stahlbandes nachgeordnet ist.
1. Method of casting a steel strip with chromium content, wherein the steel strip is
cast in a horizontal strip casting plant (1, 18),
characterised in that
the steel has a chromium content of more than 15 weight percent and
for formation of cast plates (19) within the steel strip the steel is cast on a transport
belt (17) with depressions or the steel is cast on a transport belt with transversely
extending projections for formation of frangible locations within the steel strip.
2. Method according to claim 1, characterised in that the steel is cast with a carbon component of more than 1 weight percent.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the steel is cast with a silicon component of more than 2 weight percent.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the cast plates (19) created by casting are cut, milled, drilled or annealed or the
cast steel strip is cut, milled, drilled or annealed.
5. Horizontal strip casting plant for carrying out a method according to any one of claims
1 to 4, wherein the plant comprises a smelting furnace (2), a casting ladle (3) and
a transport belt (5, 17) for reception and cooling of a liquid steel flowing out of
the casting ladle (3),
characterised in that
the transport belt (17) is furnished with recesses for formation of cast plates (19)
within the steel strip or with transversely extending projections for formation of
frangible locations within the steel strip.
6. Strip casting plant according to claim 5, characterised in that machining devices for fixing the width and length of the cast plates (7, 19) are
present.
7. Strip casting plant according to claim 5, characterised in that a separating or cutting device (15) for parting the steel strip is arranged downstream
of the transport belt (5) in conveying direction.
1. Procédé pour la coulée d'une bande d'acier chromé, la bande d'acier étant coulée dans
une installation horizontale de coulée de bande (1, 18), caractérisé en ce que l'acier présente une teneur en chrome supérieure à 15 % en poids et l'acier est coulé
pour la réalisation de platines de coulée (19) au sein de la bande d'acier sur une
bande transporteuse (17) comportant des renfoncements ou est coulé sur une bande transporteuse
comprenant des saillies s'étendant en direction transversale pour la réalisation de
points de rupture au sein de la bande d'acier.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'acier est coulé avec une fraction de carbone supérieure à 1 % en poids.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'acier est coulé avec une fraction de silicium supérieure à 2 % en poids.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les platines de coulée (19) que l'on obtient via la coulée sont découpées, fraisées,
forées ou recuites, respectivement la bande d'acier coulée est découpée, fraisée,
forée ou recuite.
5. Installation horizontale de coulée de bande pour la mise en oeuvre d'un procédé selon
l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans laquelle l'installation comprend un
four de fusion (2), une poche de coulée (3) et une bande transporteuse (5, 17) pour
la réception et le refroidissement d'un acier liquide qui s'écoule hors de la poche
de coulée (3), caractérisée en ce que la bande transporteuse (17) est munie de renfoncements pour la réalisation de platines
de coulée au sein de la bande d'acier ou de saillies s'étendant en direction transversale
pour la réalisation de points de rupture au sein de la bande d'acier.
6. Installation de coulée de bande selon la revendication 5, caractérisée en ce qu'on prévoit des dispositifs d'enlèvement de copeaux pour la détermination de la largeur
et de la longueur des platines de coulée (7, 19).
7. Installation de coulée de bande selon la revendication 5, caractérisée en ce qu'un dispositif de séparation ou de coupure (15) pour sectionner la bande d'acier est
monté à la suite de la bande transporteuse (5) dans la direction de transport.
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