[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitzmöbel gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Sitzmöbel der hier angesprochenen Art sind bekannt. Sie umfassen ein hier als Basiselement
bezeichnetes Fußkreuz mit in der Regel fünf Armen, an deren freien Enden Rollen oder
Gleitelemente vorgesehen sind und die im Bereich ihrer gegenüberliegenden gemeinsamen
Enden gemeinsam ein Stützrohr halten, welches ein Sitzelement trägt. Das Stützrohr
ist so ausgebildet, dass die Höhe des Sitzelements in der Regel verstellbar ist. Vorzugsweise
wird auch eine Gasdruckfeder vorgesehen, über die das Sitzelement federnd am Basiselement
angebracht ist. Mit dem Sitzelement wirkt ein Lehnenelement zusammen, welches bei
Benutzung des Sitzmöbels den Rücken des Benutzers stützt. Über ein Kopplungselement
wird das Sitzelement mit dem Basiselement verbunden, wobei das Kopplungselement elastische
Elemente aufweist, die dafür sorgen, dass das Sitzelement gegenüber dem Basiselement
schwenkbar ist und zwar sowohl in Richtung seiner Längs- als auch seiner Querachse.
Es kann also nach vorne und hinten aber auch zur Seite elastisch ausgelenkt werden,
wobei durch die elastischen Elemente eine Rückstellkraft auf das Sitzelement ausgeübt
wird. Es hat sich herausgestellt, dass die Rückenmuskulatur eines Benutzers des Sitzmöbels
ständig aktiv ist, um den Benutzer in seiner jeweiligen Position zu halten. Wird das
Sitzelement gegenüber dem Basiselement nicht optimal abgestützt, so stellt sich relativ
rasch eine Ermüdung der Rückenmuskulatur ein, was zu Verspannungen und Schmerzen führt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Sitzmöbel zu schaffen, bei dem das Sitzelement
über ein Kopplungselement so am Basiselement angebracht ist, dass die Rückenmuskulatur
eines Benutzers des Sitzmöbels optimal entlastet wird, sodass Verspannungen auch bei
längerer Nutzung mit hoher Sicherheit vermieden werden.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Sitzmöbel vorgeschlagen, welches die in Anspruch
1 genannten Merkmale aufweist. Es umfasst ein Basis-, ein Lehnen- und ein Kopplungselement,
welches zwei Gegenlager umfasst, zwischen denen ein erstes und zweites elastisches
Element angeordnet sind. Zwischen den elastischen Elementen wird ein Tragelement gehalten,
das mit dem Sitzelement gekoppelt ist. Schwenkbewegungen des Sitzelements werden damit
über das Tragelement in die elastischen Elemente eingeleitet. Die Volumina der beiden
elastischen Elemente sind verschieden. Das Sitzmöbel zeichnet sich dadurch aus, dass
das erste elastische Element mit dem größeren Volumen oberhalb des Tragelements und
das zweite elastische Element mit dem geringeren Volumen unterhalb des Tragelements
angeordnet ist. Auf diese Weise ist es möglich, den Aufhängpunkt des Kopplungselements
möglichst nah an das Sitzelement heranzulegen. Dadurch werden Kippbewegungen des Sitzelements
gegenüber dem Basiselement so abgefedert, dass die Rückenmuskulatur eines Benutzers
des Sitzmöbels optimal entlastet wird.
[0005] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass das Kopplungselement
ein Einstellelement aufweist, mittels dessen der Abstand zwischen dem ersten und zweiten
Gegenlager, zwischen denen die elastischen Elemente angeordnet sind, einstellbar ist.
Bei einer Verringerung des Abstands werden die elastischen Elemente so vorgespannt,
dass die auf das Tragelement wirkenden Rückstellkräfte vergrößert werden.
[0006] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels zeichnet sich dadurch
aus, dass das erste elastische Element elliptisch ausgebildet ist, wobei die längere
Hauptachse der Ellipse parallel zur Längsachse des Sitzes angeordnet ist. Bei einer
Kippbewegung des Sitzelements in Richtung seiner Längsachse wirkt also ein größeres
Volumen des elastischen Elements als bei einer Kippbewegung in Richtung der Querachse
des ersten elastischen Elements beziehungsweise der Querachse des Sitzelements. Ein
Benutzer erfährt also bei einer seitlichen Kippbewegung des Sitzelements geringere
Rückstellkräfte als bei einer Kippbewegung der Längsachse, also nach vorne und hinten.
Dadurch wird die Rückenmuskulatur besser entlastet.
[0007] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, dass das
erste elastische Element bezüglich seiner Längsachse seitliche Einzüge aufweist. Es
ergibt sich damit der oben in Zusammenhang mit einem elliptischen elastischen Element
beschriebene Vorteil.
[0008] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels zeichnet sich dadurch
aus, dass die Dicke des ersten elastischen Elements in neben dessen Längsachse liegenden
Bereichen geringer ist als in den übrigen Bereichen. Das Volumen des elastischen Elements
ist also neben der Längsachse geringer als in übrigen Bereichen, sodass hier weniger
Rückstellkräfte aufgebaut werden. Es ergibt sich damit der oben beschriebene Effekt,
nämlich dass seitliche Kippbewegungen des Sitzmöbels gegenüber dem Basiselement leichter
sind, weil sie weniger Rückstellkräfte erfahren.
[0009] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, dass die
Kontur des ersten Gegenlagers an die Kontur des ersten elastischen Elements angepasst
ist. Auf diese Weise können die bei Benutzung des Sitzmöbels entstehenden Kräfte optimal
in das erste elastische Element eingeleitet werden.
[0010] Ein weiteres Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels zeichnet sich dadurch aus, dass das
erste elastische Element neben seiner Längsachse Bereiche verschiedener Dichte aufweist.
Auf diese Weise ist es möglich, die von dem elastischen Element aufgebauten Rückstellkräfte
so einzustellen, dass eine Schwenkbewegung des Sitzelements in Richtung seiner Querachse
leichter ist als in Richtung seiner Längachse. Damit ergibt sich also die oben angesprochene
optimale Abstützung des Sitzelements, sodass die Rückenmuskulatur eines Benutzers
des Sitzmöbels entlastet wird.
[0011] Ein weiteres Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels zeichnet sich dadurch aus, dass das
Kopplungselement ein mit dem Sitzelement zusammenwirkendes Federelement umfasst, das
vorzugsweise als Konusfeder ausgebildet ist. Es können damit zusätzliche Stützkräfte
aufgebaut werden, die zur Entlastung des Benutzers des Sitzmöbels führen.
[0012] Besonders bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels, bei dem das Federelement
- vorzugsweise über eine Synchromechanik - mit dem Lehnenelement zusammenwirkt. Diese
Ausgestaltung führt dazu, dass bei Benutzung des Sitzmöbels nicht nur das Sitzelement
sondern auch das Lehnenelement so abgestützt wird, dass der Rücken eines Benutzers
eine optimale Entlastung erfährt.
[0013] Weiterhin bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels, bei dem die Vorspannkraft
des Federelements einstellbar ist. Die auf den Rücken des Benutzers wirkenden Kräfte
können damit an Benutzer angepasst werden, was die Entlastung der Wirbelsäule besonders
fördert.
[0014] Ein weiters bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, dass das Federelement
so mit dem Sitzelement und/oder mit dem Lehenelement zusammenwirkt, dass bei Benutzung
des Sitzmöbels, also bei einer Schwenkbewegung des Sitzelements gegenüber dem Basiselement
und des Lehnenelements gegenüber dem Sitzelement eine Relativ-Gleitbewegung vermieden
wird. Dies vermindert den Verschleiß des Sitzmöbels aber auch Geräusche bei dessen
Benutzung.
[0015] Schließlich wird ein Ausführungsbeispiel des Sitzmöbels bevorzugt, das sich dadurch
auszeichnet, dass das Federelement über ein Formelement mit dem Lehenelement koppelbar
ist. Die bei der Benutzung des Sitzmöbels auftretenden Kräfte werden damit optimal
von dem Federelement abgefangen, sie werden insbesondere so in das Federelement eingeleitet,
dass Ermüdungsbrüche vermieden werden. Dadurch ergibt sich eine hohe Ausfallsicherheit.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Sitzmöbel im Längsschnitt in einer ersten Funktionsstellung und
Figur 2 das Sitzmöbel gemäß Figur 1 in einer zweiten Funktionsstellung.
[0017] Aus Figur 1 ist ein Sitzmöbel 1 ersichtlich, welches ein Basiselement 3 aufweist,
von dem hier eine senkrechte Stütze 5 wiedergegeben ist, an deren oberen Ende ein
Kopplungselement 7 vorgesehen ist. Am gegenüberliegenden Ende 9 der Stütze 5 ist in
der Regel ein Fußkreuz mit fünf Rollen beziehungsweise Gleitelementen vorgesehen,
mit denen das Basiselement 3 auf einer Unterlage ruht, um dem Sitzmöbel 1 sicheren
Halt zu geben. Das Fußkreuz ist hier aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit nicht
dargestellt.
[0018] Über das Kopplungselement 7 wird ein Sitzelement 11 gehalten, welches eine in der
Bildebene verlaufende Längsachse und eine quer dazu verlaufende, senkrecht in die
Bildebene hineinreichende Querachse aufweist. Das Kopplungselement 7 ist kippsicher
mit der Stütze 5 des Basiselements verbunden. Das heißt, das Kopplungselement 7 kann
gegenüber der Stütze 5 keine Kippbewegung durchführen, es kann sich also weder in
Richtung der Längs- noch der Querachse des Sitzelements 11 neigen.
[0019] Das Sitzmöbel 1 weist außerdem ein hier nicht dargestelltes Lehnenelement 13 auf,
das über einen Bügel 15 mit dem Sitzelement 11 schwenkbar verbunden ist. Dabei ist
vorgesehen, dass die Schwenkbarkeit des Lehnenelements 13 nicht nur auf der Biegeelastizität
des Bügels 15 beruht, sondern dass der Bügel 15 selbst gegenüber dem Sitzelement 11
schwenkbeweglich angeordnet ist. Es ist dazu an einer Schwenkplatte 17 angebracht,
die sich, wie aus Figur 1 ersichtlich, von dem rückwärtigen Ende 19 des Sitzelements
11 bis zu dessen vorderen Ende erstreckt und schwenkbeweglich mit dem Sitzelement
11 verbunden ist. Die Schwenkplatte 17 ist Teil einer auch als Synchromechanik bezeichneten
Schwenkmechanik, die grundsätzlich bekannt ist, sodass hier nicht näher darauf eingegangen
wird. Es sei nur festgehalten, dass es bekannt ist, dass ein Lehnenelement 13 gegenüber
dem Sitzelement 11 so angeordnet ist, dass das Lehnenelement 13 nach hinten ausweicht,
wenn ein Benutzer des Sitzmöbels sich anlehnt und mit seinem Rücken eine Kraft gegen
das Lehnenelement 13 ausübt.
[0020] Das Kopplungselement 7 weist ein oberes, erstes Gegenlager 23, ein erstes elastisches
Element 25, ein zweites elastisches Element 27 sowie ein unteres, zweites Gegenlager
29 auf. Zwischen dem ersten elastischen Element 25 und dem zweiten elastischen Element
27 ist ein mit dem Sitzelement 11 verbundenes Tragelement 31 vorgesehen. Das Kopplungselement
7 ist über ein Stützelement 33 mit der Stütze 5 des Basiselements 3 verkippsicher
verbunden, welche das Kopplungselement 7 am Basiselement 3 hält. Üblicherweise weist
das das Kopplungselement 7 von oben nach unten durchgreifende Stützelement 33 eine
Öffnung auf, in welche die Stütze 5 des Basiselements 3 eingreift. Vorzugsweise ist
hier eine Konuspassung vorgesehen. Denkbar ist es aber auch, hier eine Gewindepaarung
vorzusehen, um das Stützelement 33 an der Stütze 5 zu fixieren. Auch andere Verbindungsarten
sind möglich, beispielsweise die Verwendung von Fixierungsstiften, Klebstoff oder
dergleichen. Entscheidend ist allein, dass das Kopplungselement 7 über das Stützelement
3 kippsicher mit der Stütze 5 des Basiselements 3 verbunden ist. Denkbar ist es also
auch, dass das Stützelement 33 keine Öffnung, sondern einen Vorsprung aufweist, der
in die dann zumindest im oberen Bereich hohl ausgearbeitete Stützte 5 eingesteckt
wird, um eine verkippsichere Verbindung zwischen Kopplungselement 7 und Basiselement
3 zu schaffen.
[0021] Am unteren Ende des Stützelements 33 befindet sich das untere zweite Gegenlager 29;
das obere Ende des Stützelements 33 durchragt das Kopplungselement 7. Außen an dem
Stützelement 3 greift dort eine als Einstellelement 37 wirkende Einstellmutter an,
deren Innengewinde mit einem am oberen Ende 35 des Stützelements 33 vorgesehenen Außengewinde
kämmt. Mittels des Einstellelements 37 ist es möglich, das obere erste Gegenlager
37 in Richtung auf das untere zweite Gegenlager 29 zu verlagern. Auf diese Weise kann
das Tragelement 31 spielfrei zwischen dem oberen ersten elastischen Element 25 und
dem unteren zweiten elastischen Element 27 spielfrei eingespannt werden. Mittels des
Einstellelements 27 ist auch die Reaktionskraft des Kopplungselements 7 an verschiedene
Gewichte von Benutzern anpassbar: Grundsätzlich nimmt die Elastizität der elastischen
Elemente 25 und 27 unter größerer Vorspannung des Einstellelements 37 ab, sodass höhere
Gegenkräfte bei einem Verschwenken des Sitzelements 11 gegenüber dem Basiselement
3 wirken.
[0022] Die beiden elastischen Elemente 25 und 27 umgeben das Stützelement 33 im Wesentlichen
ringförmig. Figur 1 zeigt deutlich, dass die Höhe des ersten elastischen Elements
25 - vorzugsweise 1,5 bis 8 mal, insbesondere 2 bis 3 mal - größer ist als die des
zweiten elastischen Elements 27, wobei die Höhe des ersten elastischen Elements 25
durch den in Richtung einer Mittelachse 39 der Basis 5 gemessenen Abstand zwischen
dem oberen ersten Gegenlager 23 und dem Tragelement 31 bestimmt wird, und die Höhe
des unteren zweiten elastischen Elements 27 durch den in Richtung der Mittelachse
39 gemessenen Abstand zwischen dem Tragelement 31 und dem unteren zweiten Gegenlager
29. Es zeigt sich auch, dass die quer zur Mittelachse 39 in Richtung der Längsachse
des Sitzelements 11 gemessene Erstreckung des ersten elastischen Elements 25 - vorzugsweise
1,5 bis 8 mal, insbesondere 2,5 bis 3,5 mal - größer ist als die des unteren zweiten
elastischen Elements 27. Das untere zweite elastische Element 27 ist im Wesentlichen
ringförmig ausgebildet. Dasselbe gilt für das obere elastische Element 25, wobei auf
die senkrecht zur Bildebene von Figur 1 gesehene Ausgestaltung des ersten elastischen
Elements 25 unten näher eingegangen wird. Es zeigt sich jedenfalls, dass das Volumen
des oberen elastischen Elements 25 wesentlich größer ist als das des zweiten elastischen
Elements 27. Schließlich ist vorzugsweise vorgesehen, dass die Elastizität des ersten
elastischen Elements 25 größer ist als die des zweiten elastischen Elements 27.
[0023] Aus den Erläuterungen zu dem Kopplungselement 7 wird Folgendes deutlich:
Es weist zwei zwischen Gegenlagern 23 und 29 angeordnete elastische Elemente 25 und
27 auf, zwischen denen ein Tragelement 31 angeordnet ist, welches mit dem Sitzelement
11 verbunden ist. Durch das Einstellelement 37 wird sichergestellt, dass das Tragelement
31 spielfrei zwischen den elastischen Elemente 25 und 27 gehalten wird. Zudem ist
es möglich, die Einspannkräfte der Gegenlager 23 und 29 auf die elastischen Elemente
25 und 27 einzustellen, damit auch die einer Schwenkbewegung des Sitzelements 11 gegenüber
dem Basiselement 3 wirkenden Rückstellkräfte.
[0024] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist vorgesehen, dass das Stützelement 33
das Kopplungselement 7 von oben nach unten durchgreift und unten fest mit dem zweiten
Gegenlager 29 verbunden ist. Es ist auch möglich, das Stützelement 33 und das zweite
Gegenlager 29 einstückig auszubilden. An dem oben durch das Kopplungselement 7 herausragenden
freien Ende 35 des Stützelements 33 ist das hier als Einstellmutter ausgebildete Einstellelement
37 vorgesehen.
[0025] Das Kopplungselement 7 kann folgendermaßen abgewandelt werden:
Das obere erste Gegenlager 23 kann fest mit dem Stützelement 33 verbunden oder einstückig
mit diesem ausgebildet werden. Dabei ist es dann nicht erforderlich, dass das Stützelement
33 oben aus dem Kopplungselement 7 herausragt. An dem dann unten liegenden Ende des
Stützelements kann dann das in Figur 1 dargestellte Einstellelement 37 angebracht
werden. Es kann hier eine Einstellmutter eingesetzt werden, die auf ein unten aus
dem Kopplungselement 7 ragenden Ende des Stützelements 33 aufgeschraubt wird. Dabei
kann die Einstellmutter so groß ausgebildet werden, dass sie das zweite elastische
Element 27 abstützt und damit das untere zweite Gegenlager bildet. Es kann dann auf
ein separates zweites Gegenlager 29, wie es in Figur 1 vorgesehen ist, verzichtet
werden.
[0026] Aus den bisherigen Erläuterungen wird deutlich, dass sich die elastischen Elemente
25 und 27 des Kopplungselements um das Stützelement 33 herum erstrecken, sodass bei
einer Kippbewegung des Sitzelements 11 gegenüber dem Basiselement 3 sowohl in Richtung
der Längsachse des Sitzelements 11 auch in Richtung dessen Querachse die elastischen
Elemente 25 und 27 mehr oder weniger zusammengedrückt werden und damit Rückstellkräfte
auf das Sitzelement 11 ausüben. Das untere elastische Element 27 ist deutlich kleiner
und vorzugsweise härter ausgelegt, als das wesentlich voluminösere obere zweite elastische
Element 25, dessen Eigenschaften daher im Wesentlichen die Rückstellkräfte des Kopplungselements
7 bei Schwenkbewegungen des Sitzelements 11 gegenüber dem Basiselement 3 beeinflussen.
[0027] Vorzugsweise ist das Kopplungselement 7 so ausgebildet, dass Rückstellkräfte auch
bei einer Schwenkbewegung des Lehnenelements 13 gegenüber dem Sitzelement 11 aufgebaut
werden, wenn sich also ein Benutzer des Sitzmöbels 1 an dem Lehnenelement 13 anlehnt
und damit eine in Richtung der Längsachse des Sitzelements 11 wirkende Kraft auf dieses
Lehnenelement 13 ausübt.
[0028] Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass das Kopplungselement 7 ein Federelement 41 aufweist,
welches einerseits mit dem Sitzelement 11 und andererseits - über die Schwenkplatte
17 und den Bügel 15 - mit dem Lehenelement 13 zusammenwirkt. Der Darstellung gemäß
Figur 1 ist zu entnehmen, dass das Federelement 41 vorzugsweise als, hier nur angedeutete,
Konusfeder ausgebildet ist, deren Federgänge auf einem gedachten Konusmantel angeordnet
sind. Das untere breitere Ende 43 des Federelements 41 stützt sich vorzugsweise über
eine Zwischenplatte 45 am vorderen, dem Bügel 15 gegenüberliegenden Ende der Schwenkplatte
17 ab, wobei vorzugsweise die Mittelachse des Federelements 41 die Längsachse des
Sitzelements 11 schneidet.
[0029] Das obere Ende 47 des Federelements 41 weist einen deutlich kleineren Durchmesser
auf als das untere Ende 43 und stützt sich vorzugsweise über ein Formelement 49 an
einem Widerlager 51 ab, welches Teil des Sitzelements 11 ist. Das Formelement 49 ist
so ausgebildet, dass bei Benutzung des Sitzmöbels 1 das obere Ende 47 des Federelements
41 keine Gleitbewegung gegenüber dem Widerlager 51 durchführen kann. Entsprechend
weist die dem unteren Ende 43 des Federelements 41 zugeordnete Zwischenplatte 45 vorzugsweise
einen umlaufenden Rand 53 auf, welcher das untere Ende 43 so hält, dass bei Benutzung
des Sitzmöbels 1, insbesondere bei einer Schwenkbewegung des Lehnenelements 13 eine
Relativbewegung des unteren Endes 43 gegenüber der Schwenkplatte 17 nicht möglich
ist. Dadurch wird einerseits ein Verschleiß vermieden, der durch Reibung zwischen
dem Federelement 41 und den entsprechenden Auflageflächen gegeben ist; andererseits
werden Geräusche, insbesondere Reibgeräusche bei Benutzung des Sitzmöbels vermieden.
[0030] In Figur 1 ist angedeutet, dass, hier am oberen Ende des Federelements 41, vorzugsweise
eine Einstelleinrichtung 55 vorgesehen ist, mit deren Hilfe die Spannung des Federelements
41 einstellbar ist. Damit kann die Rückstellkraft des Lehnenelements 13 auf die Statur
verschiedener Benutzer des Sitzmöbels 1 eingestellt werden. Vorzugsweise ist noch
eine hier nicht dargestellte Verriegelungsvorrichtung vorgesehen, mit deren Hilfe
das Lehnenelement 13 beziehungsweise die Schwenkplatte 17 so verriegelbar ist, dass
eine Verschwenkung des Lehnenelements 13 gegenüber dem Sitzelement 11 verhindert wird.
Das Federelement 41 kann somit nicht wirksam werden.
[0031] In Figur 1 befindet sich das Lehnenelement 13 in seiner Ausgangslage, es wird also
durch einen Benutzer nicht belastet und damit nicht nach hinten, in Figur 1 nach links,
ausgelenkt. Das Federelement 41 wird also nicht durch auf das Lehnenelement 13 wirkende
Kräfte belastet. Es befindet sich damit in seiner Ausgangsposition.
[0032] Dasselbe gilt für das Kopplungselement 7. Es wirken also keine Kräfte auf das Kopplungselement,
außer dem Eigengewicht des Sitzelements 11 und dem des Lehenelements 13, die eine
Kippbewegung des Sitzelements 11 gegenüber dem Basiselement 3 bewirken würden.
[0033] Figur 2 zeigt das Sitzmöbel 1 in einer Benutzungslage, bei der sich ein hier nicht
dargestellter Benutzer nach hinten lehnt und damit entlang der Längsachse des Sitzelements
11 wirkende Kippmomente auf das Sitzelement ausübt, zusätzlich Kräfte auf das Lehnenelement
13, die in Figur 2 nach links gerichtet sind. Die hierbei auf das Lehenelement 13
wirkenden Kräfte sind durch den Pfeil FL bezeichnet und die auf das rückwärtige Ende
19 des Sitzelements 11 wirkenden Kräfte mit dem Pfeil FS. Gleiche Teile sind mit gleichen
Bezugsziffern versehen, sodass insofern auf die Erläuterungen zu Figur 1 verwiesen
werden kann, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0034] Durch die auf das rückwärtige Ende 19 des Sitzelements 11 wirkenden Kräfte FS wird
das Sitzelement 11 um seine senkrecht zur Bildebene von Figur 2 verlaufende Querachse
gegenüber dem Basiselement 3 verkippt. Dadurch werden auf das Kopplungselement 7 Kräfte
ausgeübt, die über das mit dem Sitzelement 11 verbundene Tragelement 31 in das Kopplungselement
7 eingeleitet werden. Bei der in Figur 1 wiedergegebenen Ausgangslage des Sitzmöbels
1 sind das obere erste Gegenlager 23 und das untere zweite Gegenlager 29 parallel
zueinander angeordnet, zumindest sofern man das Gewicht des Lehnenelements 13 vernachlässigt.
Die Dicke der beiden elastischen Elemente 25 und 27 ist jeweils vorne und hinten,
in Figur 1 also rechts und links, gleich. Das Tragelement 31 verläuft zwischen den
beiden elastischen Elementen 25 und 27 und folgt damit der Berührungsfläche zwischen
diesen beiden elastischen Elementen und verläuft hier bei der Ausführungsform des
Kopplungselements 7 gemäß Figur 1 parallel zum ersten und zweiten Gegenlager 23 und
29.
[0035] Es sei noch darauf hingewiesen, dass in dem unbelasteten Zustand des Sitzmöbels 1
es bei entsprechender Ausgestaltung der elastischen Elemente 23 und 25 des Kopplungselements
7 möglich ist, dass diese eine gegenüber der Mittelachse 29 gekippte Berührungsebene
aufweisen, auch wenn das Sitzmöbel 1 unbelastet ist. Auch hier würde dann in der Ausgangslage
gemäß Figur 1 das Tragelement 31 in der Berührungsebene angeordnet sein.
[0036] Wird nun gemäß Figur 2 auf das rückwärtige Ende 19 des Sitzelements 11 eine Kraft
FS ausgeübt, so senkt sich das rückwärtige Ende 19 nach unten, sodass die Oberseite
des Sitzelements 11 in Figur 2 links tiefer angeordnet ist, als rechts. Diese Schwenkbewegung
des Sitzelements 11 um seine Querachse führt zwangsweise zu einer Schwenkbewegung
des Tragelements 31, weil dieses starr mit dem Sitzelement verbunden ist. Dies führt
dazu, dass das Tragelement 31 aus seiner in Figur 1 dargestellten Ausgangslage um
eine senkrecht zur Bildebene der Figuren 1 und 2 verlaufende Schwenkachse gegen den
Uhrzeigersinn verkippt wird. Links von der Mittelachse 39 senkt sich das Tragelement
31, während es sich rechts von der Mittelachse 39 hebt. Dies führt dazu, dass rechts
das obere, erste elastische Element 25 gestaucht wird, seine Dicke nimmt also ab,
während rechts von der Mittelachse 39 der Abstand zwischen dem Tragelement 31 und
dem unteren zweiten Gegenlager 29 zunimmt, was hier zu einer Entlastung des zweiten
elastischen Elements 27 führt. Links der Mittelachse 39 ergibt sich das Gegenteil:
Das obere erste elastische Element 25 wird dadurch entlastet, dass der Abstand zwischen
Tragelement 31 und dem ersten Gegenlager 23 zunimmt. Entsprechend wird das untere
zweite elastische Element 27 gestaucht, weil der Abstand zwischen dem Tragelement
31 und der linken Seite des unteren zweiten Gegenlagers 29 reduziert wird.
[0037] Insgesamt zeigt sich also, dass das Tragelement 31 um eine Schwenkachse senkrecht
zu den Bildebenen der Figuren 1 und 2 gegen den Uhrzeigersinn verschwenkt wird, während
die beiden Gegenlager 23 und 29 über das Stützelement 33 verkippsicher mit der Stütze
5 des Basiselements 3 verbunden sind, also dieser Schwenkbewegung des Tragelements
31 nicht folgen können.
[0038] Die auf das Lehnenelement 13 wirkende Kraft wird über den Bügel 15 auf die Schwenkplatte
17 übertragen. Aus Figur 2 wird deutlich, dass die Schwenkplatte um eine senkrecht
zur Bildebene der Figuren 1 und 2 verlaufende Achse so verkippt wird, dass sich das
linke Ende 57 der Schwenkplatte 17 gegenüber der Ausgangslage gemäß Figur 1 senkt
und sich deren rechtes Ende 59 hebt. Bei dieser Schwenkbewegung der Schwenkplatte
17 nähert sich das rechte Ende 59 der Schwenkplatte 17 dem Widerlager 51 des Sitzelements
11, welches durch die Kraft FS nur um einen geringeren Betrag auf der rechten Seite
in den Figuren 1 und 2 angehoben wird. Es findet also eine Relativschwenkbewegung
zwischen dem Sitzelement 11 und der Schwenkplatte 17 statt, sodass der Abstand zwischen
dem unteren Ende 43 und dem oberen Ende 47 des Federelements 41 deutlich reduziert
wird. Das Federelement 41, hier also die Konusfeder, wird komprimiert. Da das Federelement
41 vorzugsweise als Konusfeder ausgebildet ist, können die Federgänge bei der Schwenkbewegung
der Schwenkplatte 17 ineinander greifen, sodass sie eine sehr geringe Bauhöhe auch
und insbesondere in komprimiertem Zustand des Federelements 41 ergibt. Das Sitzelement
11 kann also relativ flach ausgebildet werden.
[0039] Das Federelement 41 wird bei der Belastung des Sitzmöbels 1 durch auf das Lehnenelement
13 wirkende Kräfte FS so komprimiert, dass Bereiche, die näher an der Mittelachse
39 liegen etwas stärker komprimiert werden als Bereiche, die in einem größeren Abstand
zur Mittelachse 39 angeordnet sind. Die oberen und unteren Enden 43 und 47 des Federelements
41 werden, wie oben erläutert, so an dem Widerlager 31 beziehungsweise dem rechten
Ende 59 der Schwenkplatte 17 gehalten, dass eine Relativverschiebung der Enden 43,
47 gegenüber den Anlageflächen vermieden wird. Das Federelement 41 wird also in sich
gestaucht und zusätzlich verformt.
[0040] Bei der Kippbewegung der Schwenkplatte 17 werden durch das Federelement 41 also offensichtlich
Rückstellkräfte ausgeübt, welche die Lehne 13 in ihre in Figur 1 dargestellt Ausgangsposition
zurückdrängen. Dies führt zu einer optimalen Unterstützung der Wirbelsäule eines Benutzers
des Sitzmöbels 1. Gleichzeitig wird durch die elastischen Elemente 23 und 25 eine
Rückstellkraft auf das Tragelement 31 und damit auf das Sitzelement 11 ausgeübt, welche
das Sitzelement in die in Figur 1 dargestellte Ausgangslage zurückdrängt.
[0041] Das Sitzmöbel 1 ist vorzugsweise so ausgelegt, dass sich bei Einwirkung der Kräfte
FL und FS das Lehnenelement 13 gegenüber dem Sitzelement 11 um 1° bis 3° neigt.
[0042] Insgesamt zeigt sich, dass durch die auf das Sitzelement 11 und das Lehnenelement
13 wirkenden Rückstellkräfte den Rücken eines Benutzers des Sitzmöbels 1 optimal entlasten,
sodass bei Benutzung des Sitzmöbels 1 allenfalls geringe Belastungen der Wirbelsäule
und deren Muskulatur auftreten.
[0043] Insbesondere die Kombination der auf das Sitzelement 11 und auf das Lehnenelement
13 wirkenden Rückstellkräfte führen zu der angestrebten optimalen Entlastung des Benutzers
des Sitzmöbels 1 bei einer Schwenkbewegung des Sitzelements 11 sowie der Lehne 13
um eine senkrecht zur Bildebene der Figuren 1 und 2 verlaufende Querachse des Sitzelements
11 beziehungsweise der Schwenkplatte 13.
[0044] Es hat sich herausgestellt, dass die von einem Benutzer aufbringbaren Kräfte bei
einer Kippbewegung des Sitzelements 11 in Richtung seiner Längsachse, also bei einer
Kippbewegung von vorne nach hinten und umgekehrt, größer sind als bei einer quer dazu
gerichteten Kippbewegung nach rechts und links beziehungsweise umgekehrt. Dies führt
zu einer ungleichen Belastung der Wirbelsäule bei der Benutzung des Sitzmöbels 1.
[0045] Um diesem Gesichtspunkt Rechnung zu tragen, ist vorzugsweise das erste elastische
Element 25 speziell ausgebildet, wie dies anhand von Figur 3 deutlich wird. Diese
Darstellung zeigt eine schematische Draufsicht auf das erste elastische Element 25.
[0046] Gestrichelt ist eine kreisförmige Umfangslinie 61 wiedergegeben, die für ein erstes
elastisches Element gültig ist, welches kreisringförmig ausgebildet und aus dem Stand
der Technik bekannt ist. Im Inneren dieser Umfangslinie 61 sind zwei Ausgestaltungsvarianten
eines erfindungsgemäßen ersten elastischen Elements 25 wiedergegeben: Bei einer ersten
Ausführungsform ist vorgesehen, das erste elastische Element - in Draufsicht gesehen
- elliptisch auszubilden, was durch eine geschlossene Linie 63 dargestellt ist. Die
längere Längsachse der Ellipse verläuft parallel zur Längsachse L des hier nicht dargestellten
Sitzelements 11. Das elastische Element 25 ist also symmetrisch zu dieser Längsachse
angeordnet. Die Querachse der Ellipse verläuft parallel zur Querachse Q des Sitzelements
11. Die Längs- und Querachse der Ellipse schneiden sich in deren Mittelpunkt M. Es
wird deutlich, dass in Querrichtung die Ausdehnung des elastischen Elements 25 kleiner
ist als in Richtung der Längsachse L. Rechts und links der Längsachse L ist also ein
reduziertes Volumen des ersten elastischen Elements 25 vorgesehen.
[0047] Diese Ausgestaltung führt dazu, dass das Kopplungselement 7 bei einer Kipp- beziehungsweise
Schwenkbewegung des Sitzelements 11 nach rechts oder links weniger Volumen des elastischen
Elements 25 zur Verfügung steht, als dies bei einer Kippbewegung des Sitzelements
11 in Richtung der Längsachse, also nach vorne und/oder hinten. Die Rückstellkräfte
des Kopplungselements 7 sind also bei einer Kippbewegung des Sitzelements 11 nach
rechts oder links kleiner, als dies der Fall bei einer Kippbewegung nach vorne und/oder
hinten der Fall ist. Ein Benutzer des Sitzmöbels 1 muss also, wenn er sich nach rechts
oder links neigt, geringere Kräfte aufbringen, um das Sitzelement 11 nach rechts oder
links zu neigen. Dies entlastet die Muskulatur des Benutzers wesentlich und vermeidet
Verspannungen oder gar Schmerzen bei Benutzung des Sitzmöbels 1.
[0048] Figur 3 lässt erkennen, dass der Grundgedanke, rechts und links der Längsachse L
weniger Dämpfungsmaterial zur Verfügung zu stellen, auch dadurch realisiert werden
kann, dass das erste elastische Element 25 eine Einschnürung aufweist, also im Bereich
der Querachse am dünnsten ist. Dies ist durch eine gestrichelte Linie 65 in Figur
3 angedeutet. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass
die Einschnürung rechts und links der Längsachse L symmetrisch zur Querachse Q ausgebildet
ist. Ausgehend von dem Bereich der kleinsten Querabmessung folgt die Außenkontur des
ersten elastischen Elements 25 einem Bogen, der hier beispielsweise in die kreisförmige
Umfangslinie 61 übergeht. Denkbar ist es aber auch, dass dieser Bogen in eine elliptische
Kontur des ersten elastischen Elements 25 mündet.
[0049] Die Materialreduzierung rechts und links der Längsachse L kann angepasst werden an
verschiedene Größen und Gewichte von Benutzern des Sitzmöbels 1 und/oder an die elastischen
Eigenschaften des elastischen Elements 25. Je härter das Material dieses Elements
ist, umso größer kann die Einschnürung beziehungsweise Breitenreduktion des elastischen
Elements 25 sein.
[0050] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das in den Figuren 1 und 2 ersichtliche obere erste
Gegenlager 23 an die Kontur des ersten elastischen Elements 25 angepasst wird, also
ebenfalls elliptisch ausgebildet ist entsprechend der geschlossenen Linie 63 oder
eine Einschnürung im Bereich der Querachse 5 aufweist, wie dies mittels der gestrichelten
Linie 65 angedeutet ist.
[0051] Die in Figur 3 dargestellte Außenkontur des ersten elastischen Elements 25 kann an
verschiedene Bedürfnisse, Federeigenschaften, Gewicht des Benutzers oder dergleichen
angepasst werden. Es sind hier lediglich Ausgestaltungsbeispiele wiedergegeben. Entscheidend
ist, dass bei einer Kippbewegung in Richtung der Querachse Q geringere Rückstellkräfte
aufgebaut werden sollen, wie dies bei einer Kippbewegung nach vorne und/oder hinten
in Richtung der Längsachse L der Fall ist.
[0052] Das zweite elastische Element 27 weist nach den Erläuterungen zu den Figuren 1 und
2 ein sehr viel geringeres Volumen auf als das erste elastische Element 25. Es ist
daher sehr wohl möglich, das zweite elastische Element 27 kreisringförmig, also ohne
Einschnürungen in Richtung der Querachse Q auszubilden. Es ist aber auch möglich,
zur Erreichung einer optimalen Einstellung der Rückstellkräfte bei Kippbewegungen
des Sitzelements 11 gegenüber dem Basiselement 3 auch hier eine spezielle Kontur mit
einer Einschnürung beziehungsweise Durchmesserreduktion gemäß Figur 3 vorzusehen.
[0053] Es zeigt sich, dass die Rückstellkräfte durch das Volumen des ersten elastischen
Elements 25 (beziehungsweise des zweiten elastischen Elements 27) einstellbar sind.
Es ist aber nicht nur möglich, die Dimensionen in Richtung der Querachse Q gemäß Figur
3 zu variieren. Es kann vielmehr auch entsprechend seitlich neben der Längsachse L
die Dicke des ersten elastischen Elements reduziert werden, wobei vorzugsweise im
Bereich der Querachse Q die Dicke am geringsten ist und in Richtung der größten Ausdehnung
im Bereich der Längsache L am dicksten. Auch auf diese Weise ist es möglich, dass
einem Benutzer des Sitzmöbels 1 bei einer Kippbewegung des Sitzelements 11 nach rechts
oder links geringere Rückstellkräfte entgegen wirken als bei einer Kippbewegung nach
vorne und/oder hinten.
[0054] Um die Kräfte optimal in das erste elastische Element 25 einzuleiten, ist vorzugsweise
vorgesehen, dass das obere erste Gegenlager 23 bei einer unterschiedlichen Dicke des
elastischen Elements 25 der Oberfläche dieses Elements folgt.
[0055] Darüber hinaus ist es denkbar, auch oder statt der oben beschriebenen Ausgestaltung
auf der dem Trägerelement 31 zugewandten Oberfläche eine veränderliche Dicke des ersten
elastischen Elements vorzusehen und auf das Trägerelement 31 ein Konturelement aufzulegen,
welches der Oberfläche des ersten elastischen Elements 25 folgt und die Kräfte in
das Trägerelement 31 einleitet.
[0056] Eine entsprechende Dickenausgestaltung kann nach allem auch bei dem zweiten elastischen
Element 27 vorgesehen werden.
[0057] Beim weiteren, hier nicht dargestellten Ausführungsbeispiel des Kopplungselements
7 ist vorgesehen, dass vorzugsweise bei dem ersten elastischen Element 23, aber gegebenenfalls
auch bei dem zweiten elastischen Element 25 Materialien verschiedener Dichte und Elastizität
so miteinander kombiniert werden, dass sich links und rechts der Längsachse L geringere
Rückstellkräfte ergeben und eine Kippbewegung nach rechts und/oder links leichter
möglich ist, als dies bei einer Kippbewegung nach vorne und/oder hinten der Fall ist.
Dabei ist es möglich, in dem Volumen der elastischen Elemente Bereiche mit verschiedenen
Dichten und/oder Dämpfungseigenschaften zu realisieren oder aber verschieden dicke
Schichten auszubilden, um die gewünschten Rückstellkräfte zu erreichen.
[0058] Insgesamt zeigt sich, dass die Muskulatur eines Benutzers des Sitzmöbels 1 optimal
dadurch entlastet wird, dass bei dem Kopplungselement 7 das größere elastische Element
25 oben nahe der Unterseite der Sitzfläche des Sitzelements 11 angeordnet ist, während
sich das kleinere elastische Element 27 unterhalb des Tragelements 31 befindet. Auf
diese Weise werden Rückstellkräfte optimal so zur Verfügung gestellt, dass eine Entlastung
der Muskulatur des Benutzers realisiert wird. Besonders vorteilhaft ist, dass Kippbewegungen
nach rechts und/oder links aufgrund der speziellen Ausgestaltung insbesondere des
ersten elastischen Elements 23 leichter möglich sind, als dies in einer Richtung senkrecht
dazu der Fall ist. Besonders bevorzugt wird zusätzlich noch der Rücken des Benutzers
dadurch entlastet, dass ein Federelement 41 vorgesehen ist, welches bei der Kopplung
zwischen Basiselement 3 und den übrigen Teilen des Sitzmöbels 1 optimale Rückstellkräfte
zur Verfügung stellt, die der Entlastung der Muskulatur eines Benutzers des Sitzmöbels
1 dient.
1. Sitzmöbel (1) mit
- einem Basiselement (3),
- einem eine Längs- (L) und eine Querachse (Q) aufweisenden Sitzelement (11),
- einem Lehnenelement (13),
- einem eine Längs- (L) und eine Querachse (Q) aufweisenden Kopplungselement (7),
welches folgende Elemente aufweist:
* ein erstes Gegenlager (23),
* ein erstes elastisches Element (25),
* ein zweites elastisches Element (27),
* ein mit dem Sitzelement (11) verbundenes Tragelement (31),
* ein zweites Gegenlager (29),
* ein mit dem Basiselement (3) verbundenes Stützelement (33), wobei
* das Stützelement (33) ein das Kopplungselement (7) durchgreift, sodass es sich verkippsicher
an dem Basiselement (3) abstützt, und wobei
* das erste elastische Element (25) ein größeres Volumen aufweist als das zweite elastische
Element (27),
dadurch gekennzeichnet, dass
- das erste elastische Element (25) oberhalb des Tragelements (31) und das zweite
elastische Element (27) unterhalb des Tragelements (31) angeordnet sind.
2. Sitzmöbel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (7) ein Einstellelement (37) aufweist, mittels dessen der Abstand
zwischen dem ersten und zweiten Gegenlager (23, 29) einstellbar ist.
3. Sitzmöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste elastische Element (25) elliptisch ausgebildet ist, wobei die Längsachse
der Ellipse parallel zur Längsachse (L) des Sitzelements (11) verläuft und deren kürzere
Querachse parallel zur Querachse (Q) des Sitzelements (11), und/oder seitliche Einzüge
neben seiner Längsachse aufweist.
4. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des ersten elastischen Elements (25) in neben dessen Längsachse liegenden
Bereichen geringer ist als in den übrigen Bereichen.
5. Sitzmöbel nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur des ersten Gegenlagers (23) an die Kontur des ersten elastischen Elements
(25) angepasst ist.
6. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste elastische Element (25) Bereiche verschiedener Dichte und/oder Dämpfungseigenschaften
aufweist.
7. Sitzmöbel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichte des ersten elastischen Elements (25) seitlich neben dessen Längsachse
geringer ist als in übrigen Bereichen.
8. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (7) ein einerseits mit dem Sitzelement (11) und andererseits
mit dem Lehnenelement (13) zusammenwirkendes Federelement (41) umfasst, das vorzugsweise
als Konusfeder ausgebildet ist.
9. Sitzmöbel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannkraft des Federelements (41) einstellbar ist.
10. Sitzmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (41) so mit dem Sitzelement (11) und/oder mit dem Lehnenelement
(13) zusammenwirkt, dass bei Benutzung des Sitzmöbels (1) eine Relativ-Gleitbewegung
zwischen Federelement (41) und Sitzelement (11) beziehungsweise Lehnenelement (13)
vermieden wird.
11. Sitzelement nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (41) über ein Formelement mit dem Lehenelement (13) gekoppelt ist.