[0001] Die Erfindung betrifft eine Bohrstütze für einen Bohrhammer gemäss dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Eine solche Bohrstütze ist ausgebildet mit einem Fuss zum Aufsetzen
auf den Boden, einer Halterung für den Bohrhammer, und einem teleskopierbaren Hydraulikzylinder,
mit dem die Halterung relativ zum Fuss in Axialrichtung verschiebbar ist, wobei im
telekopierbaren Hydraulikzylinder mindestens ein Druckraum angeordnet ist, der zum
Ausfahren des teleskopierbaren Hydraulikzylinders mit Druckflüssigkeit beaufschlagbar
ist.
[0002] Solche Bohrstützen, teilweise auch als Bohrsäulen bezeichnet, sind beispielsweise
aus der
AT 226174 bekannt. Sie werden unter anderem im Untertagebergbau bei der Herstellung von Sprenglöchern
eingesetzt und dienen dazu, zumindest einen Teil des Anpressdrucks des Bohrhammers
zu erzeugen und/oder den Bohrhammer abzustützen.
[0003] Es sind sowohl pneumatisch betriebene als auch hydraulisch, insbesondere wasserhydraulisch
betriebene Bohrstützen bekannt, wobei die Wahl des Betriebsfluids für die Bohrstütze
davon abhängen kann, mit welcher Energieform der Bohrhammer betrieben wird.
[0004] In Versuchen hat sich gezeigt, dass die Bohrleistung, die bei Verwendung von hydraulisch
betriebenen Bohrstützen erzielt werden kann, unter Umständen geringer sein kann als
die Bohrleistung, die bei Verwendung von vergleichbaren pneumatisch betriebenen Bohrstützen
erzielt werden kann, und zwar insbesondere bei niedrigen Anpresskräften (wobei unter
der Bohrleistung insbesondere der pro Zeiteinheit erzielbare Vortrieb verstanden werden
kann).
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bohrstütze anzugeben, mit der bei besonders einfachem
Aufbau und besonders hoher Zuverlässigkeit eine besonders gute Bohrleistung erzielt
werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Bohrstütze mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Eine erfindungsgemässe Bohrstütze ist dadurch gekennzeichnet, dass sie zumindest
eine Federeinrichtung zum axialen Abfedern der Halterung gegenüber dem Fuss aufweist.
[0008] Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, im Kraftverlauf zwischen
der Halterung für den Bohrhammer und dem Fuss eine Federeinrichtung vorzusehen, die
mit dem Hydraulikzylinder zusammenwirkt. Diese Federeinrichtung kann in Axialrichtung
gerichtete Längenänderungen der Bohrstütze zwischen Halterung und Fuss elastisch aufnehmen.
Die Erfindung hat erkannt, dass die erhöhte Bohrleistung, die bei pneumatischen Bohrstützen
beobachtet wurde, auf einer Federwirkung beruhen kann, die sich bei pneumatischen
Bohrstützen aufgrund der Kompressibilität des gasförmigen Betriebsfluids einstellt.
Diese Federwirkung hat zur Folge, dass die Reaktionszeit verglichen mit einer hydraulischen
Bohrstütze geringer sein kann, was wiederum mit höheren Bohrleistungen einhergehen
kann, insbesondere bei niedrigen Anpresskräften. Demgegenüber sind hydraulische Bohrstützen
aufgrund des Fehlens von Kompressibilität des Betriebsfluids häufig träger als pneumatische
Bohrstützen, und daher bei niedrigen Anpresskräften langsamer. Auf dieser Erkenntnis
baut die Erfindung auf und sieht vor, zusätzlich zum hydraulischen Antrieb eine Federeinrichtung
anzuordnen. Aufgrund dieser zusätzlichen Federeinrichtung können mit hydraulischen
Bohrstützen Reaktionszeiten erreicht werden, die mit den Reaktionszeiten pneumatischer
Bohrstützen konkurrieren können. Infolgedessen können mit der Erfindung auch besonders
hohe Bohrleistungen erzielt werden, ohne dass das besonders robuste und zuverlässige
hydraulische Antriebskonzept aufgegeben werden müsste.
[0009] Besonders bevorzugt ist es, dass die Federeinrichtung in Reihe mit dem Druckraum
angeordnet ist und/oder wirkt. Gemäss dieser Ausführungsform addieren sich eine durch
Expansion des Federelements bewirkte Längenänderung und eine durch Expansion des Druckraums
bewirkte Längenänderung. Bei einer solchen Reihenschaltung wird eine besonders gute
Reaktionszeitverkürzung erzielt.
[0010] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Federeinrichtung zumindest eine Festkörperfeder,
insbesondere eine Metallfeder aufweist. Dies kann im Hinblick auf den konstruktiven
Aufwand vorteilhaft sein. Zum Beispiel kann die Festkörperfeder eine Metallfeder sein.
Insbesondere kann die Festkörperfeder eine Spiralfeder oder eine Tellerfeder sein.
[0011] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Federeinrichtung zumindest
eine Gasdruckfeder aufweist. Bei einer solchen Gasdruckfeder wird ein Gas, insbesondere
Luft, zur Bereitstellung der Federkraft genutzt. Eine solche Gasdruckfeder kann einen
besonders günstigen Kraftverlauf zur Verfügung stellen. Darüber hinaus kann eine Gasdruckfeder
besonders zuverlässig sein, insbesondere im Langzeitbetrieb.
[0012] Soweit eine Gasdruckfeder vorgesehen ist, ist es besonders zweckmässig, dass die
Gasdruckfeder ein Federgasvolumen aufweist, das sich ausserhalb des Hydraulikzylinders
und/oder des Druckraums des Hydraulikzylinders befindet. Demgemäss kann die Gasdruckfeder
ein Federgehäuse aufweisen, in dem sich das Federgasvolumen befindet, und das über
eine Leitung mit dem Druckraum in Fluidverbindung steht. Eine solche Anordnung kann
im Hinblick auf den Wartungsaufwand vorteilhaft sein, da Gasdruckfeder und Hydraulikzylinder
separat gewartet werden können.
[0013] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Gasdruckfeder ein Federgasvolumen
aufweist, das sich im Druckraum des Hydraulikzylinders befindet. Hierdurch kann eine
besonders kompakte Anordnung erhalten werden.
[0014] Die Erfindung betrifft auch eine Bohrvorrichtung mit einer erfindungsgemässen Bohrstütze
und einer Druckquelle zum Beaufschlagen des Druckraums des Hydraulikzylinders mit
Druckflüssigkeit. Die Druckflüssigkeit kann vorzugsweise Wasser, grundsätzlich aber
auch Hydrauliköl sein. Der Hydraulikzylinder ist geeigneterweise ein doppeltwirkender
Zylinder, so dass dieser hydraulisch sowohl aus- als auch eingefahren werden kann.
[0015] Zweckmässigerweise weist die Bohrvorrichtung einen Bohrhammer auf, der an der Halterung
der Bohrstütze angeordnet ist. Der Bohrhammer kann beispielsweise einen elektropneumatischen
Antrieb aufweisen.
[0016] Die Federeinrichtung ist vorzugsweise an der Bohrstütze angeordnet, wodurch eine
besonders einfache und kompakte Anordnung erhalten wird.
[0017] Weiterhin ist es zweckmässig, dass zumindest ein Ventil vorgesehen ist, mit dem eine
Strömung von Druckflüssigkeit zwischen der Druckquelle und dem Druckraum beeinflussbar
ist. Mittels eines solchen Ventils kann das Ausfahren der Bohrstütze in besonders
einfacher Weise gesteuert werden. Dabei ist es bevorzugt, dass die Federeinrichtung
zumindest eine Gasdruckfeder aufweist, wobei das Ventil leitungsmässig zwischen der
Gasdruckfeder und der Druckquelle angeordnet ist. Bei einer solchen Anordnung kann
die Gasdruckfeder auch dann wirken, wenn das Ventil steuerungsbedingt geschlossen
oder in seinem Querschnitt stark reduziert ist. Auch ist es zweckmässig, dass das
Ventil leitungsmässig zwischen der Gasdruckfeder und/oder dem Druckraum angeordnet
ist.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert,
die schematisch in den beiliegenden Figuren dargestellt sind. In den Figuren zeigen
schematisch:
- Figur 1:
- Eine teilweise geschnittene Ansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Bohrvorrichtung mit einer erfindungsgemässen Bohrstütze; und
- Figur 2:
- eine teilweise geschnittene Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Bohrvorrichtung mit einer erfindungsgemässen Bohrstütze.
[0019] Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Bohrvorrichtung ist in Figur
1 dargestellt. Die Bohrvorrichtung weist einen lediglich schematisch dargestellten
Bohrhammer 3 sowie eine Bohrstütze 1 auf, an welcher der Bohrammer befestigt ist,
und welche den Bohrhammer 3 abstützen kann und einen Vortrieb des Bohrhammers 3 unterstützen
kann.
[0020] Die Bohrstütze 1 weist an ihrem einen Ende eine beispielhaft als Auge ausgebildete
Halterung 22 auf, an welcher der Bohrhammer 3 gelenkig befestigt ist. An ihrem anderen
Ende weist die Bohrstütze einen Fuss 11 auf, der auf dem Boden 8 aufsteht. Die Bohrstütze
1 weist ferner einen Hydraulikzylinder 20 auf, der zwischen der Halterung 22 und dem
Fuss 11 angeordnet ist, und mit dem die Halterung 22 relativ zum Fuss 11 in Axialrichtung
6 verstellbar ist. Demgemäss wird beim Ausfahren des Hydraulikzylinders 20 der Bohrhammer
3 vom Boden 8 hinweggeschoben.
[0021] Der Hydraulikzylinder 20 weist ein Zylindergehäuse 29 und einen hierin beweglichen
Kolben 28 auf. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Halterung 22 am Zylindergehäuse
29 und der Fuss 11 am Kolben 28 angeordnet. Grundsätzlich ist aber auch eine umgekehrte
Anordnung möglich, bei welcher die Halterung am Kolben und der Fuss am Zylindergehäuse
angeordnet sind. Der Kolben kann auch mehrteilig und/oder teleskopierbar ausgebildet
sein.
[0022] Der Hydraulikzylinder 20 ist doppeltwirkend ausgeführt und weist daher einen ersten
Druckraum 25 auf, der zum Ausfahren des Hydraulikzylinders 20 mit Druckflüssigkeit
40 beaufschlagbar ist, sowie einen zweiten Druckraum 35, der zum Einfahren des Hydraulikzylinders
20 mit Druckflüssigkeit 40 beaufschlagbar ist. An den Hydraulikzylinder 20 ist eine
Druckquelle 60 angeschlossen, mit der zum gezielten Aus- oder Einfahren des Hydraulikzylinders
Druckflüssigkeit 40, insbesondere Wasser, in den Druckraum 25 bzw. 35 einleitbar ist.
In einer Leitung 66, die zwischen der Druckquelle 60 und dem Druckraum 25 verläuft,
ist ein Ventil 65 zum Beeinflussen des Flüssigkeitsaustauschs zwischen Druckquelle
60 und Druckraum 25 vorgesehen. Dieses Ventil 65 kann beispielsweise als Wegeventil
oder als kombiniertes Wege- und Steuerventil ausgebildet sein.
[0023] Der Übersichtlichkeit halber ist in den Figuren Druckflüssigkeit 40 nur im ersten
Druckraum 25 dargestellt. Bei einem doppeltwirkenden Hydraulikzylinder 20 wird sich
aber in der Regel auch im Druckraum 35 Druckflüssigkeit befinden.
[0024] Zum Reduzieren der Reaktionszeit der Bohrstütze 1 und damit zur Bohrleistungsverbesserung
ist eine Federeinrichtung 50 vorgesehen, die beim Ausführungsbeispiel der Figur 1
eine Gasdruckfeder 54 aufweist. Beim Ausführungsbeispiel der Figur 1 ist die Gasdruckfeder
54 ausserhalb des Zylindergehäuses 20 und/oder des Druckraums 25 vorgesehen. Sie weist
ein Federgehäuse 56 auf, dessen Innenraum über eine Leitung 57 mit dem Druckraum 25
in Leitungsverbindung steht. Im Inneren des Federgehäuses 56 befindet sich ein Federgasvolumen
55, insbesondere aus Luft, das die gewünschte Federwirkung bereitstellt. Die Gasdruckfeder
54 der Figur 1 ist somit wie ein Blasenspeicher ausgebildet.
[0025] In einer anderen, nicht dargestellten Ausführungsvariante kann die Gasdruckfeder
auch dadurch gebildet sein, dass ein Federgasvolumen im Inneren des Druckraums 25
angeordnet ist, wobei dann das externe Federgehäuse 56 sowie die Leitung 57 entfallen
können.
[0026] Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Bohrvorrichtung ist in
Figur 2 dargestellt. Das in Figur 2 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich von dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel lediglich durch die Ausgestaltung
und Anordnung der Federeinrichtung. Für die verbleibenden Elemente kann daher auf
die obenstehende Beschreibung der Figur 1 verwiesen werden.
[0027] Beim Ausführungsbeispiel der Figur 2 weist die Federeinrichtung 50' eine Festkörperfeder
52, z.B. eine Spiralfeder auf. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Federeinrichtung
50' im Verlauf des Kolbens 28, also zwischen Druckraum 25 und Fuss 11 angeordnet.
Die Federeinrichtung könnte aber beispielsweise auch zwischen Halterung 22 und Druckraum
25 angeordnet werden.
[0028] Sowohl beim Ausführungsbeispiel der Figur 1 als auch beim Ausführungsbeispiel der
Figur 2 wirken die Federeinrichtung 50 bzw. 50' in Reihe mit dem Druckraum 25, d.h.
die Federeinrichtungen 50 bzw. 50' können Längenänderungen zwischen Halterung 22 und
Fuss 11 aufnehmen, ohne dass von der Druckquelle 60 Druckflüssigkeit in den Druckraum
25 zugeführt wird oder aus dem Druckraum 25 abgeführt wird. Treten somit beim Betrieb
der Bohrvorrichtung in Axialrichtung 6 gerichtete Stösse vom Bohrhammer 3 und/oder
der Halterung 22 zum Fuss 11 hin auf, so können diese von der jeweiligen Federeinrichtung
50 bzw. 50' aufgenommen werden.
1. Bohrstütze (1) für einen Bohrhammer (3), mit
einem Fuss (11) zum Aufsetzen auf den Boden (8),
einer Halterung (22) für den Bohrhammer (3), und
einem teleskopierbaren Hydraulikzylinder (20), mit dem die Halterung (22) relativ
zum Fuss (11) in Axialrichtung (6) verschiebbar ist, wobei im telekopierbaren Hydraulikzylinder
(20) mindestens ein Druckraum (25) angeordnet ist, der zum Ausfahren des teleskopierbaren
Hydraulikzylinders (20) mit Druckflüssigkeit (40) beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bohrstütze (1) zumindest eine Federeinrichtung (50) zum axialen Abfedern der
Halterung (22) gegenüber dem Fuss (11) aufweist.
2. Bohrstütze (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (50) in Reihe mit dem Druckraum (25) angeordnet ist.
3. Bohrstütze (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (50) zumindest eine Festkörperfeder (52) aufweist.
4. Bohrstütze (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (50) zumindest eine Gasdruckfeder (54) aufweist.
5. Bohrstütze (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gasdruckfeder (54) ein Federgasvolumen (55) aufweist, das sich ausserhalb des
Hydraulikzylinders (20) befindet.
6. Bohrstütze (1) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gasdruckfeder (54) ein Federgasvolumen aufweist, das sich im Druckraum (25) des
Hydraulikzylinders (20) befindet.
7. Bohrvorrichtung mit
einer Bohrstütze (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
einer Druckquelle (60) zum Beaufschlagen des Druckraums (25) des Hydraulikzylinders
(20) mit Druckflüssigkeit (40), insbesondere mit Wasser, und
einem Bohrhammer (3), der an der Halterung (22) der Bohrstütze (1) angeordnet ist.
8. Bohrvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Federeinrichtung (50) an der Bohrstütze angeordnet ist.
9. Bohrvorrichtung nach Anspruch 7 oder Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Ventil (65) vorgesehen ist, mit dem eine Strömung von Druckflüssigkeit
(40) zwischen der Druckquelle (60) und dem Druckraum (25) beeinflussbar ist, und
dass die Federeinrichtung (50) zumindest eine Gasdruckfeder (54) aufweist, wobei das Ventil
(65) leitungsmässig zwischen der Gasdruckfeder (54) und der Druckquelle (60) angeordnet
ist.