[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterstützung eines Fahrers eines Fahrzeuges,
insbesondere eines Kraft- oder Nutzfahrzeuges, nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Die stetig steigende Verkehrsdichte und die damit verbundenen häufig wechselnden
Rollgeschwindigkeiten erfordern ständig hohe Aufmerksamkeit vom Fahrer, insbesondere
vom Fahrer von Nutzfahrzeugen. Es gibt deshalb mittlerweile verschiedene Assistenzsysteme,
die den Fahrer während des Fahrbetriebs unterstützen können. Derartige Fahrerassistenzsysteme
dienen insbesondere zur Entlastung des Fahrers in kritischen Fahrsituationen. Dabei
wird regelmäßig mittels elektronischer Zusatzeinrichtungen vor einer Gefahrensituation
gewarnt (passive Systeme) oder aber auch aktiv in die Fahrzeugbedienung bzw. in den
Fahrzeugbetrieb eingegriffen.
[0003] Beispielsweise sind fahrdynamische Assistenzfunktionen bekannt, die den Fahrer bei
der Quer- bzw. Spurführung des Fahrzeugs durch aktive Lenkeingriffe unterstützen.
Dafür werden die Fahrstreifenbegrenzungslinien durch geeignete Erkennungseinrichtungen
erkannt und in Abhängigkeit von der Position des Fahrzeuges im Fahrstreifen aktive
Lenkeingriffe vorgenommen, die das Fahrzeug in einem gewünschten Maße im Fahrstreifen
halten bzw. ein ungewolltes Verlassen des Fahrstreifens verhindern. In diesem Zusammenhang
sind unterschiedliche Ausführungen der aktiven Lenkeingriffe in Abhängigkeit von der
Fahrzeugposition innerhalb des Fahrstreifens bekannt. So erfolgt gemäß einer ersten
Ausführungsform die aktive Lenkunterstützung erst im Bereich der Fahrstreifenbegrenzung
und verhindert ein weiteres ungewolltes Abkommen vom Fahrstreifen (randzentrierte
Lenkunterstützung). Befindet sich in diesem Fall das Fahrzeug innerhalb des Fahrstreifens,
so erfolgen keine aktiven Lenkeingriffe. Bei einer anderen Ausführungsform wird das
Fahrzeug durch aktive Lenkeingriffe entlang einer Ideallinie geführt (kontinuierliche
Querführung). Der Fahrer muss selbst kein zusätzliches Lenkmoment aufbringen.
[0004] Nachteilig bei den vorstehend bekannten Verfahrensführungen zur Unterstützung eines
Fahrers eines Fahrzeuges ist jedoch, dass diese jeweils fest vorgegeben sind bzw.
der Grad der Unterstützung vom Fahrer nur fest durch manuelle Einstellung gewählt
werden kann. Dies wird jedoch nicht sämtlichen Fahrsituationen gerecht.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Unterstützung
eines Fahrers eines Fahrzeuges, insbesondere eines Kraft- oder Nutzfahrzeuges, zur
Verfügung zu stellen, mittels der die Fahrerunterstützung noch weiter verfeinert und
optimiert werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
hierzu sind Gegenstand der darauf rückbezogenen Unteransprüche.
[0007] Gemäß Anspruch 1 wird ein Verfahren zur Unterstützung eines Fahrers eines Fahrzeuges,
insbesondere eines Kraft- oder Nutzfahrzeuges, vorgeschlagen, bei dem wenigstens ein
Fahrerassistenzsystem bei Erreichen eines definierten Aktivierungsschwellwertes in
den Fahrbetrieb eingreift, insbesondere aktiv in den Fahrbetrieb eingreift. Erfindungsgemäß
wird vorgeschlagen, dass der Aktivierungsschwellwert des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems
und damit das Eingriffsverhalten desselben in Abhängigkeit von einer mittels einer
Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung erfassten Fahrerbelastung vorgegeben bzw.
adaptiert wird. Alternativ oder zusätzlich wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass
der Aktivierungsschwellwert des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems und damit
das Eingriffsverhalten desselben in Abhängigkeit von einem mittels einer Erkennungs-
und/oder einer Auswerteeinrichtung erfassten Fahrerzustand vorgegeben bzw. adaptiert
wird.
[0008] Mit einer derartigen erfindungsgemäßen Verfahrensführung gelingt eine wesentlich
bessere, auf die jeweilige Fahr- bzw. Verkehrssituation angepasste Fahrerunterstützung,
die vor allem auch die Fahrerbelastung bzw. alternativ oder zusätzlich auch den Fahrerzustand
berücksichtigt und somit genau die für die jeweilige Fahr- und Verkehrssituation auf
den Fahrer abgestimmte Unterstützung bereitstellen kann. Dadurch lässt sich die Sicherheit
des Fahrzeugbetriebs insgesamt wesentlich steigern, da zum Beispiel die Fahrerbelastung
genau in einem erwünschten Belastungsbereich gehalten werden kann, bei dem der Fahrer
die höchste Aufmerksamkeit bzw. die höchste Konzentration aufweist, während zum anderen
die Fahrerassistenzsysteme in technisch optimaler Weise genau zum richtigen Zeitpunkt
mit der richtigen Dosierung eingesetzt werden.
[0009] Gemäß einer besonders bevorzugten konkreten Verfahrensführung wird vorgeschlagen,
dass eine aktuelle, fahrerunabhängige Fahr- und/oder Verkehrssituation im Wesentlichen
als momentane, externe Fahrerbelastung mittels der Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung
erfasst und eine Kenngröße für den Grad der Fahrerbelastung ermittelt wird, wobei
der Aktivierungsschwellwert und damit das Eingriffsverhalten des wenigstens eines
Fahrerassistenzsystems, insbesondere eines Quer- oder Spurführungssystems, in Abhängigkeit
vom Grad der ermittelten Fahrerbelastung optimal vorgegeben bzw. adaptiert werden
kann. Die zur Ermittlung der momentanen, externen Fahrerbelastung erfassbaren Parameter
als die aktuelle, fahrerunabhängige Fahr- und/oder Verkehrssituation widerspiegelnde
Messgrößen können dabei zum Beispiel die Fahrstreifenbreite und/oder der Straßenverlauf
und/oder eine Verkehrsdichte und/oder eine Verkehrsdynamik (Verkehrsfluss, Anzahl
der Fahrzeuge, Fahrgeschwindigkeit, etc.) und/oder die Straßenbeschaffenheit und/oder
die Tageszeit und/oder das Wetter sein, ohne dass diese Aufzählung bereits als abschließend
anzusehen wäre. Mit einer derartigen konkreten Verfahrensführung kann somit die Fahrerbelastung
einer definierten, aktuellen Fahr- und/oder Verkehrssituation als Beurteilungswert
aus der Fahrsituationscharakteristik abgeleitet und das Eingriffsverhalten des Fahrerassistenzsystems,
zum Beispiel einer aktiven Lenkunterstützung eines Quer- oder Spurführungssystems,
skaliert werden. Im gewählten Beispielfall erfolgt somit die Anpassung des Eingriffsverhaltens
der aktiven Lenkunterstützung erfindungsgemäß in Abhängigkeit der Fahrerbelastung
in einer definierten, aktuell erfassten Fahr- bzw. Verkehrssituation.
[0010] Bei den Kenngrößen für den Grad der Fahrerbelastung wird dabei bevorzugt wenigstens
zwischen einer unerwünschten Fahrerbelastung und einer erwünschten Fahrerbelastung
(Situationsklassifikation) unterschieden, und zwar insbesondere dergestalt, dass bei
einer unerwünschten Fahrerbelastung der Aktivierungsschwellwert für das Fahrerassistenzsystem
jeweils so adaptiert wird, dass das wenigstens eine Fahrerassistenzsystem eine solche
Unterstützung bewirkt, die eine Fahrerbelastung im erwünschten Bereich zur Folge hat.
Beispielsweise kann eine dreistufige Klassifikation von Fahr- bzw. Verkehrssituationen,
die je nach Bedarf und Erkennungsgüte erweitert werden kann, vorgesehen sein. In diesem
Fall können somit abhängig von der Beanspruchung des Fahrers, die sich aus der jeweiligen
Fahr- bzw. Verkehrssituation ergibt, zum Beispiel drei Situationsklassen unterschieden
werden:
a) eine hohe Fahrerbelastung, die aus einer komplexen, stark belastenden Fahrsituation
resultiert. Eine derartige hohe Fahrerbelastung stellt für den Fahrer eine hohe Fahrbeanspruchung
dar.
b) eine mittlere Fahrerbelastung, die aus einer demgegenüber weniger komplexen, mittelmäßig
belastenden Fahrsituation resultiert. Diese Art der Fahrerbelastung führt zu einer
mittleren, erwünschten Fahrerbeanspruchung, bei der die Konzentration des Fahrers
am höchsten ist.
c) Eine geringe Fahrerbelastung die aus einer zum Beispiel monotonen, sehr wenig belastenden
Fahr- bzw. Verkehrssituation resultiert. Eine derartige geringe Fahrerbelastung stellt
für den Fahrer ebenfalls eine unerwünscht hohe Fahrerbeanspruchung dar, da der Fahrer
in der reizarmen Fahrumgebung konzentriert das Fahrzeug führen muss, die reizarme
Fahrumgebung jedoch insbesondere über einen längeren Zeitraum die Konzentration bzw.
Aufmerksamkeit schwinden lässt.
[0011] Mit der zuvor beschriebenen besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahrensführungsvariante
kann somit auf einfache Weise sichergestellt werden, dass die jeweilige Fahrerbelastung
bei der Unterstützung durch ein Fahrerassistenzsystem berücksichtigt wird und dementsprechend
der Grad der Unterstützung durch das Fahrerassistenzsystem entsprechend an die jeweilige
Situation angepasst werden kann, was bei den bekannten, starren Systemen des gattungsbildenden
Standes der Technik nicht der Fall ist. Beispielsweise kann in Verbindung mit einem
Fahrerassistenzsystem, welches ein aktiv in den Fahrbetrieb eingreifendes Quer- oder
Spurführungssystem ist, vorgesehen sein, dass dessen auf die Lenkung des Fahrzeuges
wirkendes Lenkmoment in Abhängigkeit von der für den Grad der Fahrerbelastung ermittelten
Kenngröße dergestalt adaptiert wird, dass bei einer unerwünschten hohen Fahrerbelastung
eine kontinuierliche Querführung über die gesamte Fahrstreifenbreite, vorzugsweise
entlang einer definierten Ideallinie erfolgt, während bei einer erwünschten, vorzugsweise
mittleren Fahrerbelastung dann nur eine bezogen auf die Fahrstreifenbreite randzentrierte
Querführung erfolgt. Das heißt somit, dass der Unterstützungsgrad durch das Fahrerassistenzsystem
im Falle der mittleren Fahrerbelastung gegenüber der definiert höheren Fahrerbelastung
reduziert wird, so dass nur noch die randzentrierte Lenkunterstützung zur Verfügung
steht. Das heißt mit anderen Worten, dass der Fahrer dann das Fahrzeug selbst auf
der Ideallinie führen muss und ein Eingriff des Fahrerassistenzsystems nur dann erfolgt,
wenn sich das Fahrzeug ungewollt der Fahrstreifenbegrenzung nähert.
[0012] Bei einer unerwünschten niedrigen Fahrerbelastung kann dagegen die Fahrerbelastung
wiederum bis zu einer erwünschten, vorzugsweise mittleren Fahrerbelastung erhöht werden.
Hierfür stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung:
Beispielsweise kann, sofern die kontinuierliche Quer- oder Spurführung das Fahrzeug
entlang einer Ideallinie führt, diese Ideallinie innerhalb des Fahrstreifens durch
eine zeitliche und/oder situative Steuerung zufallsbasiert oder regelbasiert weiter
nach links oder rechts verlegt werden, so dass das Fahrzeug entsprechend seine Lage
im Fahrstreifen regelmäßig verändert.
[0013] Alternativ oder zusätzlich dazu kann vorgesehen sein, dass das Querführungssystem
sich von Zeit zu Zeit abschaltet, ohne dass eine Systemgrenze erreicht wird, um ein
zu langes Fahren mit Querführungsunterstützung zu verhindern. Diese Variante kann
nach festen Zeitintervallen oder basierend auf einer zuvor dargestellten Situationsklassifikation
sowie auch basierend auf einer nachfolgend noch näher erläuterten Fahrerzustandsklassifikation
ausgeführt werden.
[0014] Weiter alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass das Querführungssystem
die Art der Fahrerassistenzsystem-Unterstützung zeitgesteuert (fix oder variabel)
oder basierend auf einer zuvor dargestellten Situationsklassifikation und/oder einer
nachfolgend noch näher erläuterten Fahrerzustandsklassifikation verändert. Die Fahrerassistenzsystem-Unterstützung
umfasst dabei zum Beispiel mindestens eine Ausgestaltung der Querführungsunterstützung
nämlich wenigstens das Verhindern des Abkommens von der Fahrspur durch randzentrierte
Lenkunterstützung und/oder das Führen des Fahrzeugs entlang einer Ideallinie durch
kontinuierliche Querführung.
[0015] Weiter alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass in Verbindung mit
einem zusätzlich zu dem Quer- oder Spurführungssystem vorhandenem Längsführungssystem
als Fahrerassistenzsystem der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in einem definierten
Maße wiederholt verändert wird. Dies kann zum Beispiel dergestalt erfolgen, dass der
eingeregelte Abstand zeitgesteuert (fix oder variabel) oder basierend auf einer zuvor
beispielhaft erläuterten Situationsklassifikation und/oder einer nachfolgend noch
näher erläuterten Fahrerzustandsklassifikation verändert wird, wodurch ein kürzerer
bzw. weiterer Abstand erhalten wird, mittels dem das visuelle Situationsbild des Fahrers
in monotonen Fahrsituationen verändert werden kann. Außerdem entstehen hierbei durch
die Beschleunigung bzw. Verzögerung des Fahrzeugs bei der Abstandsveränderung weitere
Reize, die kinästhetisch bzw. haptisch auf den Fahrer einwirken.
[0016] Alle diese eben beschriebenen Maßnahmen dienen somit einzeln oder in beliebiger Kombination
miteinander dazu, den Fahrer durch regelmäßige Reize zu einer Interaktion zu zwingen,
insbesondere in einer zum Beispiel ansonsten reizarmen, monotonen Fahr- bzw. Verkehrssituation
zur Interaktion zu zwingen, und dadurch seine Aufmerksamkeit auf die Fahraufgabe zu
lenken bzw. Informationen darüber zu erlangen, ob er noch eine ausreichende Reaktionsfähigkeit
besitzt.
[0017] Gemäß einer besonders bevorzugten Verfahrensführung ist vorgesehen, dass der Fahrer
von der wenigstens einen bevorstehenden Maßnahme zur Erhöhung der Fahrerbelastung
fahrzeugseitig mittels einer Informationseinrichtung informiert wird. Alternativ oder
zusätzlich dazu kann einem Fahrer, der von der bevorstehenden Maßnahme zur Erhöhung
der Fahrerbelastung mittels einer fahrzeugseitigen Informationseinrichtung unterrichtet
ist, mittels der Informationseinrichtung aber auch eine Wahlmöglichkeit angeboten
werden, durch entsprechende Befehlseingabe die zusätzliche Fahrerbelastung zu unterbinden
und/oder zuzulassen. Das heißt somit, dass der Fahrer über eine Mensch-Maschine-Schnittstelle
über eine bevorstehende Umschaltung, die in der Grundauslegung durch das Fahrerassistenzsystem
vorgegeben ist bzw. durchgeführt wird, rechtzeitig informiert wird. Weiter kann vorgesehen
sein, dass der Fahrer durch eine Eingabemöglichkeit die bevorstehende Umschaltung
der zum Beispiel Quer- oder Spurführungsunterstützung verhindern kann bzw. diese selber
zu einem anderen Zeitpunkt vornehmen kann. Das Fahrerassistenzsystem kann jedoch die
zur Verfügung stehenden Arten der Querführungsunterstützung basierend auf einer Situationsklassifikation
und/oder einer Fahrerzustandsklassifikation gegebenenfalls einschränken.
[0018] Zwischen den jeweiligen Eingriffsmodi kann zum Beispiel direkt umgeschaltet werden.
Alternativ kann aber auch ein stufiger oder ein fließender, stetiger Übergang stattfinden.
Bei einer kontinuierlichen Quer- oder Spurführung kann zum Beispiel eine Rücklenkcharakteristik
bzw. ein Lenkmoment stufenlos bis zur randzentrierten Lenkunterstützung variiert werden.
Weiter kann die Fahrerbelastung auch dahingehend gesteigert werden, dass die einzelnen
Maßnahmen zur Erhöhung der Fahrerbelastung schrittweise hinzugefügt werden.
[0019] In Verbindung mit der vorstehend beschriebenen Vorgabe bzw. Adaption des Aktivierungsschwellwertes
eines Fahrerassistenzsystems, insbesondere eines Quer- oder Spurführungssystems, ist
es somit besonders vorteilhaft, dass der Grad der Fahrerunterstützung mittels des
wenigstens einen Fahrerassistenzsystems an die jeweilige Fahr- bzw. Verkehrssituation
in Abhängigkeit von einer Fahrerbelastung adaptiert wird, wobei es das bevorzugte
Ziel ist, dass der Fahrer dauerhaft gesehen mittelmäßig beansprucht wird, das heißt
einer mittleren Fahrerbelastung ausgesetzt ist, die dem optimalen menschlichen Leistungsbereich
entspricht.
[0020] Ein weiterer Beurteilungswert, mittels dem der Aktivierungsschwellwert des wenigstens
einen Fahrerassistenzsystems vorgegeben bzw. adaptiert werden kann, ist der bereits
vorstehend erwähnte Fahrerzustand, womit insbesondere die Fahreraufmerksamkeit bzw.
die Fahrer-Vigilanz gemeint ist. Denn während die zuvor beschriebene Situationsklassifikation
im Wesentlichen hauptsächlich die momentane, externe Belastung des Fahrers berücksichtigt,
werden über die Beurteilung des Fahrerzustandes auch langfristige Veränderungen in
der Leistungsfähigkeit des Fahrers erfassbar und damit abgebildet. Das heißt somit,
dass wenigstens ein das Fahrverhalten des Fahrers und/oder den Fahrer selbst beeinflussender
und/oder charakterisierender Parameter und/oder wenigstens ein vom Fahrer mittelbar
oder unmittelbarer beeinflussbarer Parameter als fahrerspezifische Messgröße mittels
der Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung erfasst werden kann, um eine Kenngröße
für den Fahrerzustand zu ermitteln. In diesem Fall wird dann der Aktivierungsschwellwert
und damit das Eingriffsverhalten des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems, insbesondere
eines Quer- oder Spurführungssystems, in Abhängigkeit vom ermittelten Fahrerzustand
vorgegeben bzw. adaptiert.
[0021] Die Besonderheit dieser spezifischen Verfahrensführung liegt darin, dass dieser Beurteilungswert
relativ robust abgeleitet werden kann, auch wenn verschiedene herangezogene Messgrößen
zeitweise nicht verfügbar sind. Zum einen kann hier auf Messgrößen zurückgegriffen
werden, wie zum Beispiel den Lenk- bzw. den Lenkradwinkel, die zum Beispiel das Lenkverhalten
widerspiegeln, oder aber auch auf eine Betätigungscharakteristik definierter Pedale
zurückgegriffen werden. Diese Messgrößen sind regelmäßig nur dann als Messgrößen verfügbar,
wenn keine Unterstützungseingriffe durch ein Fahrerassistenzsystem, wie zum Beispiel
ein Quer- oder Spurführungssystem und/oder ein Längsführungssystem (ACC) vorliegen.
Hier gibt es bereits vorbekannte Verfahren, wie zum Beispiel das sogenannte SWRR (Steering
Wheel Reversal Rate), die aus den Einzelsignalen jeweils Abschätzungen des Fahrerzustandes
berechnen bzw. einer Interpretation zugänglich machen. Zum anderen können Signale
herangezogen werden, wie zum Beispiel eine Spurablage, Tastendrücke des Fahrers, Blick-/Kopfrichtungserfassungen,
physiologische Messwerte, wie zum Beispiel ein Hautleitwert oder dergleichen, die
aus einer Sensorik gewonnen werden, die wiederum bevorzugt unabhängig von Unterstützungseingriffen
eines Fahrerinformationssystems sind. Des Weiteren können zur Abschätzung des Fahrerzustands
auch die Fahrdauer, die Dauer der klassifizierten Fahrsituation, Pausenzeiten, der
Circadianer-Rhythmus (Abschätzung des grundlegenden Leistungsvermögens des Fahrers),
Tageszeit, Wetter, etc. herangezogen werden. Diese genannten Gruppen von Signalen
werden zum Beispiel über Übertragungsfunktionen bewertet und anschließend zum Beispiel
über Gewichtungsfaktoren oder neuronale Netze zu einem Beurteilungswert bzw. einer
Kenngröße zusammengefasst. Diese Kenngröße steht dann jederzeit zur Verfügung, um
den Aktivierungsschwellwert des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems in der zuvor
beschriebenen Weise vorzugeben bzw. anzupassen bzw. zu adaptieren.
[0022] Obwohl die Adaption des Fahrerassistenzsystems bevorzugt lediglich auf Basis entweder
der Kenngröße der Fahrerbelastung oder auf Basis der Kenngröße des Fahrerzustands
vorgenommen wird, kann gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung grundsätzlich
auch vorgesehen sein, dass beide Kenngrößen zur Vorgabe bzw. Adaption des Aktivierungsschwellwertes
des Fahrerassistenzsystems und damit dessen Eingriffsverhalten herangezogen werden.
In diesem Fall ist es dann erforderlich, dass die beiden Kenngrößen zum Beispiel mittels
der Erkennungs- und Auswerteinrichtung in einem definierten Maße korreliert werden
und somit eine gemeinsame Kenngröße ermittelt wird, anhand der der Aktivierungsschwellwert
und damit das Eingriffsverhalten des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems vorgegeben
bzw. adaptiert wird.
[0023] Gemäß einer besonders bevorzugten Verfahrensführung wird weiterhin vorgeschlagen,
dass bei einer insbesondere im Hinblick auf die Aufmerksamkeit und/oder die Vigilanz
erfassten Verschlechterung eines erwünschten, definierten Fahrerzustandes vorgesehen
wird, dass eine Ideallinie, entlang der das Fahrzeug mittels eines Quer- oder Spurführungssystems
als Fahrerassistenzsystem spurgeführt ist, innerhalb des Fahrstreifens in einem definierten
Maße verlegt wird und/oder dass die Unterstützung durch das wenigstens eine Fahrerassistenzsystem
in einem vorgegebenen Maße dergestalt reduziert wird, dass der Fahrer in einem verstärkten
Maße aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen muss. Das heißt, dass bei abnehmender Vigilanz,
jedoch durchaus vorhandener körperlicher Fitness, die als Verschlechterung des Fahrerzustandes
erkannt wird, die Unterstützung durch das jeweilige bzw. die jeweiligen Fahrerassistenzsystem(e)
zurückgenommen wird, um den Fahrer stärker in die Fahraufgabe einzubinden, was dessen
Aufmerksamkeit und Konzentration fördert bzw. steigert, ähnlich wie dies zuvor in
Verbindung mit der niedrigen Fahrerbelastung beschrieben worden ist.
[0024] Auch hier ist wiederum bevorzugt vorgesehen, dass der Fahrer von der bevorstehenden
Maßnahme der Verlegung der Ideallinie und/oder der Reduzierung der Fahrerunterstützung
fahrzeugseitig mittels einer Informationseinrichtung informiert wird und/oder dass
einem von der bevorstehenden Maßnahme mittels einer fahrzeugseitigen Informationseinrichtung
unterrichteten Fahrer mittels der Informationseinrichtung weiter eine Wahlmöglichkeit
angeboten wird, durch entsprechende Befehlseingabe die Verlegung der Ideallinie und/oder
die Reduzierung der Fahrerunterstützung zu unterbinden und/oder zuzulassen. Alternativ
oder zusätzlich dazu kann dem Fahrer mittels einer Informationseinrichtung auch angezeigt
werden, dass seine Leistungsfähigkeit abnimmt und/oder dass eine Pause einzulegen
ist. In diesem Zusammenhang kann auch vorgesehen sein, dass diese Maßnahmen vom Fahrerassistenzsystem
nur zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt werden, und zwar mit der Maßgabe, dass
der Fahrer baldmöglichst das Fahrzeug abstellt und eine Pause einlegt; anderenfalls
kann zum Beispiel das Fahrerassistenzsystem definierte Notlaufeigenschaften vorgeben,
die den Fahrbetrieb, insbesondere zum Beispiel dessen Fahrgeschwindigkeit, so beeinflussen,
dass der Fahrer gezwungen wird, die erforderliche Pause einzulegen.
[0025] Auch in Verbindung mit einem festgestellten verschlechterten Fahrerzustand kann wiederum,
wie bereits zuvor in Verbindung mit der Fahrerbelastung geschildert, vorgesehen sein,
dass bei Quer- oder Spurführungssystem mitsamt Längsführungssystem der Abstand zum
vorausfahrenden Fahrzeug in einem definiertem Maße wiederholt verändert wird. Bezüglich
weiterer Einzelheiten wird auf die zuvor in Verbindung mit der Fahrerbelastung gemachten
Ausführungen verwiesen.
[0026] Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Verfahrensführung kann grundsätzlich auch
vorgesehen sein, dass die die Aufmerksamkeit bzw. die Konzentration erhöhenden Maßnahmen,
wie sie vorstehend in Verbindung mit der Ermittlung der Fahrerbelastung bzw. der Ermittlung
des Fahrerzustandes beschrieben worden sind, auch unabhängig von einer Erfassung und
Klassifikation der Fahrerbelastung bzw. des Fahrerzustandes vorgesehen bzw. mittels
des Fahrerassistenzsystems vorgegeben werden können, da dadurch der Zustand des Fahrers
grundsätzlich positiv beeinflusst werden kann.
[0027] Des Weiteren kann insbesondere in Verbindung mit einer Kopplung eines Quer- oder
Spurführungssystems als Fahrerassistenzsystem mit einem Längsführungssystem als weiteren
Fahrerassistenzsystem vorgesehen sein, dass als Sicherheitsmaßnahme eine eingestellte
Set-Geschwindigkeit des Längsführungssystems schrittweise reduziert wird, wenn beispielsweise
in Verbindung mit der Erfassung eines Fahrerzustandes erfasst wird, dass die Hände
des Fahrers über einen definierten Zeitraum nicht in Kontakt mit dem Lenkrad sind.
[0028] Weiter wird ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem vorgeschlagen, insbesondere
ein Quer- oder Spurführungssystem, mittels dem die zuvor beschriebene Verfahrensführung
auf vorteilhafte und einfache Weise durchgeführt werden kann. Die sich dadurch ergebenden
Vorteile wurden bereits zuvor in Verbindung mit der Verfahrensführung ausführlich
erläutert, so dass auf die Wiederholung dieser Vorteile verzichtet wird.
[0029] Die vorstehend erläuterten und/oder in den Unteransprüchen wiedergegebenen vorteilhaften
Aus- und Weiterbildungen der Erfindung können dabei, außer zum Beispiel in den Fällen
eindeutiger Abhängigkeiten oder unvereinbarer Alternativen, einzeln oder aber auch
in beliebiger Kombination miteinander zur Anwendung kommen.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer beispielhaften Ausführungsform näher
erläutert:
Obwohl die erfindungsgemäße Verfahrensführung grundsätzlich in Verbindung mit beliebigen
Fahrerassistenzsystemen anwendbar ist, die einen variablen Unterstützungsgrad oder
ein veränderbares Warn- oder Eingriffsverhalten zulassen, wird nachfolgend eine besonders
bevorzugte Verfahrensführung am Beispiel eines Quer- oder Spurführungssystems als
Fahrerassistenzsystem dargestellt, bei dem das Eingriffsverhalten an die Fahrerbelastung
angepasst werden kann.
[0031] Die Anpassung des Aktivierungsschwellwertes und damit des Unterstützungsgrades des
Quer- oder Spurführungssystems erfolgt dabei konkret durch eine Variation des Rücklenkmomentes
bzw. Lenkmomentes des Quer- oder Spurführungssystems.
[0032] Wird zum Beispiel die Fahrerbelastung in Abhängigkeit von einer Fahrstreifenbreite
bestimmt, was insbesondere in Verbindung mit Nutzfahrzeugen vorteilhaft ist, da sie
nur wenig seitlichen Spielraum zu den Fahrstreifenbegrenzungen haben und der Fahrer
mit zunehmender Verengung des Fahrstreifens verstärkt gefordert wird, kann das Eingriffsverhalten
der aktiven Lenkunterstützung direkt in Abhängigkeit von der Fahrstreifenbreite als
Kenngröße für die Fahrerbelastung angepasst werden.
[0033] Fährt das Fahrzeug zum Beispiel auf einer breiten, gut ausgebauten Fernverkehrstraße,
so wird der Fahrer nur gering beansprucht, zum Beispiel je nach Straßenbreite und
Verlauf dergestalt, dass entweder eine mittlere, gewünschte Fahrerbelastung vorliegt,
oder dass aufgrund einer sehr monotonen, sehr wenig belasteten Fahrsituation, eine
geringe Fahrerbelastung vorliegt, die zu einer hohen Fahrerbeanspruchung führt. Im
Falle einer festgestellten mittleren Fahrerbelastung kann dann vom Fahrerassistenzsystem
die in der einzigen Figur dargestellte randzentrierte Lenkunterstützung vorgegeben
werden, bei der vom Fahrerassistenzsystem nur in der Nähe der Fahrstreifenbegrenzungen
1 ein Lenkmoment ausgegeben wird, was durch die Bereiche 1a in dem Diagramm der randzentrierten
Lenkunterstützung dargestellt ist. Befindet sich dagegen das Fahrzeug F im mittleren
Bereich des Fahrstreifens FS, wie dies in der Figur dargestellt ist, wird kein Lenkmoment
zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass hier dann das Quer- oder Spurführungssystem
nicht unterstützend eingreift.
[0034] Dies ist erst dann der Fall, wenn das Fahrzeug von der hier strichliert eingezeichneten
Ideallinie 2 abweicht und mit seinen Randbereichen in den fahrstreifenbegrenzungsnahen
Randbereich 1a eindringt.
[0035] Für den Fall, dass eine niedrige bzw. geringe Fahrerbelastung aufgrund einer hohen
Fahrerbeanspruchung festgestellt wurde, kann dann zum Beispiel vorgesehen sein, dass
sich das Quer- oder Spurführungssystem von Zeit zu Zeit ganz abschaltet, ohne das
eine Systemgrenze erreicht wird bzw. dass zum Beispiel in Verbindung mit einem Lenkführungssystem
der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug verändert wird, um das visuelle Situationsbild
des Fahrers zu verändern bzw. zusätzliche Reize durch Beschleunigung oder Verzögerung
zu erzielen. Auch kann die Rücklenkcharakteristik alternativ oder zusätzlich dahingehend
reduziert werden, dass nur noch das Rücklenkmoment an der Fahrstreifenbegrenzung aufgebracht
werden muss, das heißt eine randzentrierte Lenkunterstützung zur Verfügung gestellt
wird, der Fahrer somit das Fahrzeug selbst auf der Ideallinie halten muss.
[0036] Anders stellt sich die Situation dar, wenn dem Fahrzeug nur eine geringe Fahrstreifenbreite
zur Verfügung steht, was mit einer hohen Fahrerbeanspruchung und damit einer hohen
Fahrerbelastung gleichgesetzt wird. Hier kann dann das Quer- oder Spurführungssystem
durch die in der unteren Bildhälfte der Figur 1 dargestellte kontinuierliche Querführung
über die gesamte Fahrstreifenbreite die präzise Spurführung merklich erleichtern und
zum Beispiel Pendelbewegungen des Fahrzeugs reduzieren, was zum Beispiel anderen Verkehrsteilnehmern
ein gefahrloses Überholen ermöglicht.
[0037] Ergänzend zur Fahrstreifenbreite kann zum Beispiel auch der Krümmungsverlauf eines
Fahrschlauches sowie aus der Umgebungssensorik der umgebende Verkehr zur Beurteilung
der Fahrsituation herangezogen werden. Häufigere, stärkere Krümmungen des Fahrschlauches
ergeben zum Beispiel eine höhere Fahrerbelastung, ebenso wie eine höhere Anzahl an
umgebenden Fahrzeugen sowie entsprechend dynamisches Fahrverhalten dieser Fahrzeuge
zu einer höheren Fahrerbelastung führt bzw. als solche bewertet werden kann.
[0038] Aus dem eben geschilderten konkreten Beispiel ist gut ersichtlich, dass bei einer
in Abhängigkeit von der Fahrerbelastung erfolgenden Vorgabe bzw. Adaption eines Aktivierungsschwellwertes
eines Fahrerassistenzsystems, hier eines Quer- oder Spurführungssystems, sichergestellt
ist, dass bei jedem Unterstützungsgrad ein Abkommen von der Fahrbahn zuverlässig verhindert
wird. Das Gleiche gilt im übertragenen Sinne für die Adaption des Aktivierungsschwellwertes
auf der Basis eines Fahrerzustandes, was hier aber hier nicht mehr explizit dargestellt
und erläutert wird.
1. Verfahren zur Unterstützung eines Fahrers eines Fahrzeuges, insbesondere eines Kraft-
oder Nutzfahrzeuges, bei dem wenigstens ein Fahrerassistenzsystem bei Erreichen eines
definierten Aktivierungsschwellwertes in den Fahrbetrieb eingreift, insbesondere aktiv
in den Fahrbetrieb eingreift,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aktivierungsschwellwert des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems und damit
das Eingriffsverhalten desselben in Abhängigkeit von einer mittels einer Erkennungs-
und/oder Auswerteeinrichtung erfassten Fahrerbelastung und/oder von einem mittels
einer Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung erfassten Fahrerzustand vorgegeben
und/oder adaptiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass eine aktuelle, fahrerunabhängige Fahr- und/oder Verkehrssituation, insbesondere eine
Fahrstreifenbreite und/oder ein Straßenverlauf und/oder eine Verkehrsdichte und/oder
eine Verkehrsdynamik und/oder die Straßenbeschaffenheit und/oder die Tageszeit und/oder
das Wetter, mittels der Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung erfasst und eine
Kenngröße für den Grad der Fahrerbelastung ermittelt wird, wobei der Aktivierungsschwellwert
und damit das Eingriffsverhalten des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems, insbesondere
eines Quer- oder Spurführungssystems, in Abhängigkeit vom Grad der ermittelten Fahrerbelastung
vorgegeben und/oder adaptiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass bei den Kenngrößen für den Grad der Fahrerbelastung wenigstens zwischen wenigstens
einer unerwünschten Fahrerbelastung und einer erwünschten Fahrerbelastung unterschieden
wird, dergestalt, dass bei einer unerwünschten Fahrerbelastung der Aktivierungsschwellwert
für das Fahrerassistenzsystem jeweils so adaptiert wird, dass das wenigstens eine
Fahrerassistenzsystem eine solche Unterstützung bewirkt, die eine Fahrerbelastung
im erwünschten Bereich zur Folge hat.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass das Fahrerassistenzsystem ein aktiv in den Fahrbetrieb eingreifendes Quer- oder Spurführungssystem
ist, dessen auf die Lenkung des Fahrzeuges wirkendes Lenkmoment in Abhängigkeit von
der für den Grad der Fahrerbelastung ermittelten Kenngröße dergestalt adaptiert wird,
dass bei einer unerwünschten hohen Fahrerbelastung eine kontinuierliche Querführung
über die gesamte Fahrstreifenbreite, vorzugsweise entlang einer definierten Ideallinie,
erfolgt und/oder dass bei einer erwünschten, vorzugsweise mittleren Fahrerbelastung
nur eine bezogen auf die Fahrstreifenbreite randzentrierte Querführung erfolgt und/oder
dass bei einer unerwünschten niedrigen Fahrerbelastung die Fahrerbelastung bis zu
einer erwünschten, vorzugsweise mittleren Fahrerbelastung erhöht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Erhöhung der Fahrerbelastung bei einer festgestellten niedrigen Fahrerbelastung
vorgesehen wird, dass eine Ideallinie, entlang der das Fahrzeug spurgeführt ist, innerhalb
des Fahrstreifens in einem definierten Maße verlegt wird und/oder dass das Quer- oder
Spurführungssystem für eine definierte Zeitdauer wenigstens teilweise abgeschaltet
und dadurch die Unterstützung des Fahrers durch das Fahrerassistenzsystem wenigstens
teilweise reduziert wird und/oder dass in Verbindung mit einem zusätzlich zu dem Quer-
oder Spurführungssystem vorhandenem Längsführungssystem als Fahrerassistenzsystem
der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in einem definierten Maße wiederholt verändert
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Fahrer von der bevorstehenden Maßnahme zur Erhöhung der Fahrerbelastung fahrzeugseitig
mittels einer Informationseinrichtung informiert wird und/oder dass einem Fahrer,
der von der bevorstehenden Maßnahme zur Erhöhung der Fahrerbelastung mittels einer
fahrzeugseitigen Informationseinrichtung unterricht ist, mittels der Informationseinrichtung
weiter eine Wahlmöglichkeit angeboten wird, durch entsprechende Befehlseingabe die
zusätzliche Fahrerbelastung zu unterbinden und/oder zuzulassen.
7. Verfahren nach einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein das Fahrerverhalten des Fahrers und/oder den Fahrer selbst beeinflussender
und/oder charakterisierender Parameter und/oder wenigstens ein vom Fahrer mittelbar
oder unmittelbar beeinflussbarer Parameter als fahrerspezifische Messgröße mittels
der Erkennungs- und/oder Auswerteeinrichtung erfasst und eine Kenngröße für den Fahrerzustand
ermittelt wird, wobei der Aktivierungsschwellwert und damit das Eingriffsverhalten
des wenigstens einen Fahrerassistenzsystems, insbesondere eines Quer- oder Spurführungssystems,
in Abhängigkeit vom ermittelten Fahrerzustand vorgegeben und/oder adaptiert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
dass als Parameter das Lenkverhalten und/oder die Pedalbetätigung und/oder das Tastendruckverhalten
und/oder das Spurverhalten und/oder die Blickrichtung des Fahrers und/oder die Kopfhaltung
des Fahrers und/oder physiologische Fahrermesswerte und/oder die Fahrdauer und/oder
die Pausendauer erfasst und ausgewertet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
dass im Falle der Ermittlung einer sowohl den Fahrerzustand als auch die Fahrerbelastung
charakterisierenden Kenngröße beide Kenngrößen mittels der Erkennungs- und Auswerteeinrichtung
in einem definierten Maße korreliert und eine gemeinsame Kenngröße ermittelt wird,
anhand der der Aktivierungsschwellwert und damit das Eingriffsverhalten des wenigstens
einen Fahrerassistenzsystems vorgegeben und/oder adaptiert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
dass bei einer insbesondere im Hinblick auf die Aufmerksamkeit und/oder die Vigilanz erfassten
Verschlechterung eines erwünschten, definierten Fahrerzustandes vorgesehen wird, dass
eine Ideallinie, entlang der das Fahrzeug mittels eines Quer- oder Spurführungssystems
als Fahrerassistenzsystem spurgeführt ist, innerhalb des Fahrstreifens in einem definierten
Maße verlegt wird und/oder dass die Unterstützung durch das wenigstens eine Fahrerassistenzsystem
in einem vorgegebenen Maße dergestalt reduziert wird, dass der Fahrer in einem verstärkten
Maße aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen muss.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der Fahrer von der bevorstehenden Maßnahme der Verlegung der Ideallinie und/oder
der Reduzierung der Fahrerunterstützung fahrzeugseitig mittels einer Informationseinrichtung
informiert wird und/oder dass einem von der bevorstehenden Maßnahme mittels einer
fahrzeugseitigen Informationseinrichtung unterrichteten Fahrer mittels der Informationseinrichtung
weiter eine Wahlmöglichkeit angeboten wird, durch entsprechende Befehlseingabe die
Verlegung der Ideallinie und/oder die Reduzierung der Fahrerunterstützung zu unterbinden
und/oder zuzulassen, und/oder dass dem Fahrer mittels einer Informationseinrichtung
angezeigt wird, dass seine Leistungsfähigkeit abnimmt und/oder dass eine Pause einzulegen
ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
dass in Verbindung mit einem Längsführungssystem als Fahrerassistenzsystem, insbesondere
in Verbindung mit einem zusätzlich zu einem Quer- oder Spurführungssystem vorhandenem
Längsführungssystem als Fahrerassistenzsystem, vorgesehen wird, den Abstand zum vorausfahrenden
Fahrzeug in einem definierten Maße wiederholt zu verändern.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass bei die Adaption des Aktivierungsschwellwertes durch eine Umschaltung stufenweise
und/oder durch einen stetigen Übergang erfolgt.
14. Fahrerassistenzsystem, insbesondere Quer- oder Spurführungssystem, zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche.