[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten von Tafel- oder Bandmaterialien
sowie eine Vorrichtung.
[0002] Steife Tafel- und Bandmaterialien, wie z.B. Blechtafeln oder Blechbänder, werden
von den Walzwerken in aller Regel nicht eben geliefert, sondern weisen mal mehr und
mal weniger Unebenheiten, insbesondere Längs- und/oder Querwellen, auf. Diese Unebenheiten
erschweren oder verhindern eine flächige oder linienförmige Bearbeitung, insbesondere
Reinigung, der Tafel- oder Bandmaterialien. Soll das entsprechende Tafel- oder Bandmaterial
beispielsweise mittels einer Rotationsbürste oder Schleifeinrichtung bearbeitet werden,
kann den erwähnten Unebenheiten kaum angemessen Rechnung getragen werden. Regelmäßig
lässt sich so keine gleichmäßige Bearbeitung des entsprechenden Tafel- oder Bandmaterials
erzielen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
bereitzustellen, welches bzw. welche es ermöglicht, die erwähnten Tafel- oder Bandmaterialien
gleichmäßiger zu bearbeiten.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15.
[0005] Demgemäß wird ein Verfahren zum Bearbeiten von Tafel- oder Bandmaterialien bereitgestellt,
welches folgende Schritte aufweist: Führen eines Tafel- oder Bandmaterials um wenigstens
eine Umlenkwalze, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial in einem Bereich desselben
elastisch zu verformen; und Bearbeiten einer Oberfläche des elastisch verformten Bereichs
des Tafel- oder Bandmaterials mittels einer Bearbeitungseinheit.
[0006] Weiterhin wird eine Vorrichtung, insbesondere zum Durchführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens, bereitgestellt, welche aufweist: wenigstens eine Umlenkwalze für ein Führen
eines Tafel- oder Bandmaterials um diese, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial
in einem Bereich desselben elastisch zu verformen; und wenigstens eine Bearbeitungseinheit
zum Bearbeiten einer Oberfläche des elastisch verformten Bereichs des Tafel- oder
Bandmaterials.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich Unebenheiten
in Tafel- und Bandmaterialien mittels elastischen Biegens derselben einebnen lassen.
Daher schlägt die Erfindung vor, die Tafel- oder Bandmaterialien um wenigstens eine
Umlenkwalze zu führen, um dadurch das jeweilige Tafel- oder Bandmaterial in einem
Bereich desselben elastisch zu verformen. Der elastisch verformte Bereich ist praktisch
frei von Unebenheiten. Anschließend wird der elastisch verformte, im Wesentlichen
ebene Bereich an seiner Oberfläche mittels einer Bearbeitungseinheit bearbeitet. Somit
lässt sich eine sehr gleichmäßige Bearbeitung der Oberfläche des Tafel- oder Bandmaterials
erzielen.
[0008] Aus den Unteransprüchen ergeben sich vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden
Erfindung.
[0009] Der Begriff "Umlenkwalze" ist vorliegend dahingehend zu verstehen, dass das Tafel-
oder Bandmaterial seine Transportrichtung ändert, so wie es um die Umlenkwalze geführt
wird, wodurch das Tafel- oder Bandmaterial elastisch verformt wird.
[0010] Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Bearbeitungseinheit
benachbart zu der Umlenkwalze angeordnet, wobei die Oberfläche des elastisch verformten
Bereichs des Tafel- oder Bandmaterials von der Umlenkwalze abgewandt ist. Das heißt,
dass der elastisch verformte Bereich des Tafel- oder Bandmaterials an seiner einen
Seite an dem äußeren Umfang der Umlenkwalze oder in unmittelbarer Nähe der Umlenkwalze
angeordnet ist und an seiner anderen Seite, welche der Bearbeitungseinheit zugewandt
ist, die Oberfläche aufweist, die von der Bearbeitungseinheit bearbeitet wird. Das
Tafel- oder Bandmaterial wird somit zwischen der Bearbeitungseinheit und der Umlenkwalze
durchgeführt.
[0011] Das Bearbeiten mittels der Bearbeitungseinheit kann beispielsweise ein Bürsten, Strahlen,
Reinigen und/oder Schleifen umfassen. Die Bearbeitungseinheit ist also beispielsweise
als Rotationsbürste, Strahleinrichtung oder Schleifeinrichtung ausgebildet. Selbstverständlich
können mehrere der Bearbeitungseinheiten vorgesehen sein, um unterschiedliche Bereiche
des Tafel- oder Bandmaterials an dessen Oberfläche zu bearbeiten. Die Bearbeitung
kann linienförmig oder flächig erfolgen.
[0012] Bevorzugt wird die Bearbeitungseinheit direkt über oder direkt unter der wenigstens
einen Umlenkwalze angeordnet. Das Tafel- oder Bandmaterial ist direkt über (Umlenkwalze
unten und Tafel- oder Bandmaterial läuft darüber) oder direkt unter (Umlenkwalze oben
und Tafel- oder Bandmaterial läuft darunter) der Umlenkwalze besonders eben, sodass
sich dieser Bereich für eine Bearbeitung mittels der Bearbeitungseinheit besonders
gut nützen lässt.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zumindest
eine erste Führungswalze oder ein Paar erster Führungswalzen der Umlenkwalze in Bezug
auf die Transportrichtung des Tafel- oder Bandmaterials vorgeschaltet und/oder eine
zweite Führungswalze oder ein Paar zweite Führungswalzen der Umlenkwalze in Bezug
auf die Transportrichtung des Tafel- oder Bandmaterials nachgeschaltet. Dadurch lässt
sich auf einfache Weise das Tafel- oder Bandmaterial in derselben Ebene oder in zueinander
parallelen Ebenen der Umlenkwalze zuführen und von dieser wegführen.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial um wenigstens zwei Umlenkwalzen geführt, deren Drehachsen zueinander
parallel sind, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial in zwei voneinander beabstandeten
Bereichen desselben elastisch zu verformen. Die zwei voneinander beabstandeten Bereiche
werden bevorzugt mittels zwei Bearbeitungseinheiten separat voneinander bearbeitet.
Beispielsweise können auch drei Umlenkwalzen vorgesehen sein, sodass sich drei voneinander
beabstandete Bereiche ergeben, die jeweils im Bereich der jeweiligen Umlenkwalze elastisch
verformt und mittels einer jeweiligen Bearbeitungseinheit bearbeitet werden.
[0015] Soweit vorliegend von einem oder mehreren Bereichen gesprochen wird, welche elastisch
verformt werden, so handelt es sich bei diesen Bereichen immer um jene, deren Oberfläche
zumindest teilweise mittels einer oder mehrerer Bearbeitungseinheiten bearbeitet wird.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bearbeiten wenigstens
zwei Bearbeitungseinheiten, welche benachbart zu einer jeweils zugeordneten Umlenkwalze
angeordnet sind, Oberflächen der zwei voneinander beabstandeten Bereiche des Tafel-
oder Bandmaterials, wobei die Oberflächen an gegenüberliegenden Seiten des Tafel-
oder Bandmaterials angeordnet sind. Dadurch kann das Tafel- oder Bandmaterial auf
einfache Weise an seinen gegenüberliegenden Hauptseiten bearbeitet werden.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial zunächst geradlinig zwischen den Umlenkwalzen hindurchgeschoben
und hiernach zumindest eine der Umlenkwalzen und/oder eine der Führungswalzen quer
zur Transportrichtung des Tafel- oder Bandmaterials verschoben, um das Tafel- oder
Bandmaterial in dem Bereich desselben elastisch zu verformen. Dadurch lässt sich das
Tafel- oder Bandmaterial einfach zwischen die Umlenkwalzen einziehen. zumindest eine
der Umlenkwalzen und/oder eine der Führungswalzen ist dazu quer zur Transportrichtung
des Tafel- oder Bandmaterials beweglich vorgesehen. Die entsprechende Bewegung der
Umlenkwalze oder Führungswalze kann mit einem entsprechenden Aktuator, beispielsweise
einem Hydraulikzylinder, vorgesehen werden.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die beiden
Umlenkwalzen auf einem schwenkbaren Gestell montiert, wobei das Tafel- oder Bandmaterial
in einer ersten Schwenkposition der Umlenkwalzen in der Transportrichtung gerade zwischen
den Umlenkwalzen hindurchgeführt wird und hiernach die Umlenkwalzen in eine zweite
Schwenkposition verschwenkt werden, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial in den
zwei voneinander beabstandeten Bereichen desselben elastisch zu verformen. Auch durch
diese Maßnahme lässt sich das Tafel- oder Bandmaterial einfach zwischen die Umlenkwalzen
bearbeiten.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial um wenigstens drei Umlenkwalzen geführt, deren Drehachsen zueinander
parallel sind, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial in drei voneinander beabstandeten
Bereichen desselben elastisch zu verformen, wobei die in Bezug auf die Transportrichtung
mittlere Umlenkwalze quer zur Transportrichtung des Tafel- oder Bandmaterials verschoben
wird, um das Tafel- oder Bandmaterial in dem Bereich desselben elastisch zu verformen.
Die Verwendung von drei Umlenkwalzen weist hier den Vorteil auf, dass das Tafel- oder
Bandmaterial in derselben Ebene zwischen die Umlenkwalzen hineingeführt und herausgeführt
werden kann. Bei dem Ausführungsbeispiel mit lediglich zwei Umlenkwalzen wird das
Tafel- oder Bandmaterial in der Regel in unterschiedlichen zueinander parallelen Ebenen
zwischen die Umlenkwalzen hinein- und wieder aus diesen herausgeführt.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial zwischen zumindest einem Paar Umlenkwalzen hindurchgeführt und das
Paar Umlenkwalzen hiernach um eine Schwenkachse parallel zur oder koaxial mit der
Transportrichtung geschwenkt. Dadurch wird das Tafel- oder Bandmaterial um seine Längsmittelachse
verdreht. Die Längsmittellinie kann als neutrale Linie vorgesehen werden, sodass sich
die Länge des Tafel- oder Bandmaterials entlang dieser Linie nicht ändert. Von der
neutralen Mittellinie jedoch beabstandete Bereiche (also quer zur Transportrichtung
des Tafel- oder Bandmaterials und in dessen Haupterstreckungsebene) werden gelängt,
was dazu führt, dass diese Bereiche eingeebnet werden.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial zwischen zwei Paaren an Umlenkwalzen hindurchgeführt und die Paare
Umlenkwalzen hiernach um eine Schwenkachse parallel zur oder koaxial mit der Transportrichtung
geschwenkt, wobei die Bearbeitungseinheit eine Oberfläche des Tafel- oder Bandmaterials
bearbeitet, welche zwischen den Paaren angeordnet ist. Die beiden Paare Umlenkwalzen
sind in der Transportrichtung des Tafel- oder Bandmaterials also voneinander beabstandet
angeordnet. Zwischen den beiden Paaren Umlenkwalzen befindet sich das Tafel- oder
Bandmaterial in einem gestreckten Zustand, sodass es sich gut mittels der Bearbeitungseinheit
bearbeiten lässt.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Bearbeitungseinheit
zusammen mit dem wenigstens einen Paar Umlenkwalzen geschwenkt. Dadurch ergeben sich
ein einfacher Aufbau sowie eine einfache Steuerung der Bearbeitungseinheit und der
Umlenkwalzen.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird das Tafel- oder Bandmaterial in derselben
Ebene oder in zueinander parallelen Ebenen der Umlenkwalze zugeführt und von dieser
weggeführt. Dadurch lässt sich das Verfahren einfach in bestehende Prozesse einbinden
bzw. Zuführ- und Wegführprozesse des Tafel- oder Bandmaterials gestalten sich einfach.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Tafel-
oder Bandmaterial über zumindest zwei Umlenkwalzen geführt, welche quer zur Transportrichtung
des Tafel- oder Bandmaterials hintereinander angeordnet sind, wobei die Umlenkwalzen
zueinander um eine Schwenkachse parallel zur Transportrichtung geschwenkt werden,
um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial in einem in Bezug auf die Mittelachse des
Tafel- oder Bandmaterials mittigen oder außen liegenden Bereich elastisch zu verformen.
Besonders bevorzugt werden drei Umlenkwalzen vorgesehen, welche quer zur Transportrichtung
hintereinander angeordnet sind. Dabei sind bevorzugt die beiden äußeren Umlenkwalzen
in Bezug auf die mittlere Umlenkwalze verschwenkbar vorgesehen. Mittels der zwei oder
drei zueinander verschwenkbaren Umlenkwalzen können randwellige Tafel- oder Bandmaterialien
einfach geglättet werden. Dies ist darin begründet, dass die Randbereiche des entsprechenden
Tafel- oder Bandmaterials einen längeren Weg durchlaufen müssen als ein mittiger Bereich
des Tafel- oder Bandmaterials, wenn der Winkel zwischen den beiden Umlenkwalzen bzw.
den beiden äußeren Umlenkwalzen (im Fall von drei Umlenkwalzen) ungleich 180° beträgt.
Das Verfahren kann auch weiter dadurch verbessert werden, dass die beiden oder drei
Umlenkwalzen, nachdem das Tafel- oder Bandmaterial über den beiden oder drei Umlenkwalzen
angeordnet worden ist, nach oben oder unten, also quer zur Transportrichtung und senkrecht
zur Haupterstreckungsebene des Tafel- oder Bandmaterials, bewegt werden. Dadurch lassen
sich dann auch mittelwellige Tafel- oder Bandmaterialien einfach einebnen.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist die Bearbeitungseinheit
zumindest zwei Walzen auf, welche korrespondierend mit den zumindest zwei Umlenkwalzen
verschwenkt wird. Dadurch lässt sich das entsprechende Tafel- oder Bandmaterial großflächig
und über dessen gesamte Breite gleichmäßig bearbeiten.
[0026] Das Schwenken des schwenkbaren Gestells sowie des einen oder der mehreren Paare Umlenkwalzen
kann mittels wenigstens eines Hydraulikzylinders oder sonstigen Aktuators erfolgen.
Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die in den schematischen
Figuren der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0027] Von den Figuren zeigen:
- Figur 1
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend lediglich eine Umlenkwalze, gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Figur 2
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend zwei Umlenkwalzen, gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Figur 3A
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend ein Gestell mit zwei Umlenkwalzen,
gemäß einem noch weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, wobei sich
das Gestell in einer ersten Schwenkposition befindet;
- Figur 3B
- die Ansicht aus Figur 3A, wobei sich das Gestell in einer zweiten Schwenkposition
befindet;
- Figur 4
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend drei Umlenkrollen, gemäß einem
noch weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Figur 5A
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend zwei Paare verschwenkbarer Umlenkwalzen,
gemäß einem noch weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
- Figur 5B
- eine Ansicht I aus Figur 5A;
- Figur 5C
- eine Ansicht II aus Figur 5A;
- Figur 6A
- in einer Seitenansicht eine Vorrichtung, umfassend mehrere quer zur Transportrichtung
hintereinander angeordnete Umlenkwalzen, gemäß einem noch weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung; und
- Figuren 6B bis 6D
- jeweils eine Schnittansicht III aus Figur 6A, wobeisich die Umlenkwalzen in verschiedenen
Stellungen befinden.
[0028] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Elemente,
soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist.
[0029] Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht eine Vorrichtung 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0030] Die Vorrichtung 100 weist eine Umlenkwalze 102 auf. Um die Umlenkwalze 102 ist ein
Tafel- oder Bandmaterial in Form eines Blechbandes 104 geführt. So wie sich das Blechband
104 in der Transportrichtung 106 bewegt, werden ständig Bereiche - ein solcher Bereich
ist in Figur 1 mit dem Bezugszeichen 108 bezeichnet - des Blechbands 104 elastisch
verformt. Über den Bereich 108 hinweg steht das Blechband 104 in Kontakt mit dem äußeren
Umfang 109 der Umlenkwalze 102, die sich, so wie das Blechband 104 in der Transportrichtung
106 gefördert wird, um ihre Achse 107 dreht. Die Änderung der Transportrichtung 106,
d.h. die Bewegungsrichtung des Blechbands 104 vor und nach der Umlenkwalze 102, lässt
sich in Figur 1 deutlich erkennen und wird durch den Winkel 110 beschrieben.
[0031] Die elastische Verformung des Bereichs 108 ergibt sich dadurch, dass das Blechband
104 über einen Abschnitt hinweg, welcher sich durch den Winkel 110 beschreiben lässt,
um die Umlenkwalze 102 gebogen wird. Die jeweiligen Berührungsradien 111 (in Figur
1 gestrichelt dargestellt) definieren den Winkel 110 zwischen sich und begrenzen den
Bereich 108 in der Transportrichtung 106.
[0032] Diese Art der elastischen Verformung führt dazu, dass eine in Figur 1 stark übertrieben
dargestellte Längswelle 112 in dem Blechband 104 eingeebnet wird. Dadurch weist der
Bereich 108 eine Oberfläche 114 auf, welche eben ist und daher gut mit einer Bearbeitungseinheit
116 der Vorrichtung 100 bearbeitet werden kann. Die Oberfläche 114 ist auf der von
dem Umfang 109 der Umlenkwalze 102 abgewandten Seite des Blechbands 104 vorgesehen.
[0033] Die Bearbeitungseinheit ist beispielsweise als Bürste, siehe Figur 2, oder Strahleinrichtung,
siehe Figur 4, ausgebildet und bevorzugt direkt über der Umlenkwalze 102 angeordnet.
[0034] Das vorstehend für das Blechband 104 und die Umlenkwalze 102 beschriebene Wirkprinzip,
um Unebenheiten, beispielsweise die Längswelle 112, einzuebnen und damit die Oberfläche
114 möglichst eben vorzusehen, gilt für sämtliche nachfolgend beschriebene Umlenkwalzen
und wird daher für die nachfolgenden Ausführungsbeispiele nicht wiederholt. Allerdings
wird dieses Wirkprinzip an späterer Stelle, wo erforderlich, noch weiter detailliert.
[0035] Figur 2 zeigt in einer Seitenansicht eine Vorrichtung 100 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0036] Die Vorrichtung 100 umfasst zwei Umlenkwalzen 102 mit parallelen Drehachsen 107.
Um die Umlenkwalzen 102 in Figur 2 besser voneinander unterscheiden zu können, ist
die in Figur 2 links dargestellte Umlenkwalze 102 mit dem Bezugszeichen 206 und die
in Figur 2 rechts dargestellte Umlenkwalze 102 mit dem Bezugszeichen 208 bezeichnet.
[0037] Benachbart einer jeweiligen Umlenkwalze 102 ist eine Bearbeitungseinheit 116, beispielsweise
in Form einer Bürste, angeordnet.
[0038] Die Umlenkwalzen 206, 208 sind in der Transportrichtung 106 voneinander beabstandet
angeordnet. Die Umlenkwalzen 206, 208 sind weiterhin in der Hochrichtung 200, also
senkrecht zur Haupterstreckungsebene des Blechbands 104, voneinander beabstandet angeordnet,
sodass das Blechband 104 auf seinem Weg zwischen einem in Figur 2 allgemein mit 202
bezeichneten Eingang der Vorrichtung 100 und einem in Figur 2 allgemein mit 204 bezeichneten
Ausgang zwischen den Umlenkwalzen 206, 208 hindurchgeführt wird. Daraus folgt, dass
die Umlenkwalzen 102 auf unterschiedlichen Seiten des Blechbands 104 angeordnet sind.
So ist beispielsweise die in Figur 2 linke Umlenkwalze 206 unterhalb und die in Figur
2 rechte Umlenkwalze 208 oberhalb des Blechbands 104 angeordnet.
[0039] Entsprechend sind auch die Bearbeitungseinheiten 116 auf unterschiedlichen Seiten
des Blechbands 104 angeordnet, sodass das Blechband 104 vorteilhaft an seiner Ober-
und seiner Unterseite beim Durchlaufen der Vorrichtung 100 in der Transportrichtung
106 auf die im Zusammenhang mit Figur 1 beschriebene Weise gleichzeitig bearbeitet
werden kann.
[0040] Um ein im Wesentlichen gerades Zuführen des Blechbands 104, also ein horizontales
Zuführen, zu der Umlenkwalze 206 zu gewährleisten, ist eine Führungswalze 210 im Bereich
des Eingangs 202 der Vorrichtung 100 vorgesehen. Entsprechend ist auch eine Führungswalze
212 im Bereich des Ausgangs 204 der Vorrichtung 100 vorgesehen.
[0041] Aufgrund der Tatsache, dass in Figur 2 lediglich zwei Umlenkwalzen 206, 208 vorgesehen
sind, wird das Blechband 104 der Vorrichtung 100 in unterschiedlichen Ebenen 214,
216 zugeführt und von dieser weggeführt.
[0042] Bevorzugt sind die Umlenkwalze 208 wie auch die optional vorgesehene Führungswalze
212 in der Hochrichtung 200 beweglich vorgesehen, was in Figur 2 durch die jeweils
gestrichelte Darstellung der Umlenkwalze 208 bzw. der Führungswalze 212 kenntlich
gemacht ist. Hierfür kann beispielsweise eine Hydraulik vorgesehen sein. Die beschriebene
Beweglichkeit der Umlenkwalze 208 sowie der Führungswalze 212 ermöglicht es, das Blechband
104 zunächst auf geradem Wege, insbesondere horizontal, durch die Vorrichtung 100
von deren Eingang 202 zu deren Ausgang 204 durchzuführen und hiernach die Umlenkwalze
208 sowie die Führungswalze 212 nach unten auf das Blechband 104 zu bewegen und dadurch
elastisch zu verformen.
[0043] Figur 3A zeigt in einer Seitenansicht eine Vorrichtung 100 gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
[0044] Im Unterschied zu Figur 2 sind bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 3A die beiden
Umlenkwalzen 206, 208 an einem Gestell 300 jeweils drehbar um ihre Drehachsen 107
angebracht. Das Gestell 300 ist wiederum um eine Schwenkachse 302 verschwenkbar vorgesehen.
Bevorzugt trägt das Gestell 300 auch die Bearbeitungseinheiten 116 jeweils gegenüber
der jeweils zugeordneten Umlenkwalze 206, 208.
[0045] Außerdem weist die Vorrichtung 100 gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 3A im
Unterschied zu dem nach Figur 2 jeweils ein Paar Führungswalzen 210, 212 auf, zwischen
welchen das Blechband 104 hindurchgeführt wird. Diese Ausgestaltung der Führungswalzen
210, 212 ist jedoch genauso auf das Ausführungsbeispiel nach Figur 2 oder eines der
anderen beschriebenen Ausführungsbeispiele anwendbar.
[0046] In der in Figur 3A dargestellten Schwenkstellung des Gestells 300 kann das Blechband
104 horizontal und damit problemlos durch die Vorrichtung 100, insbesondere zwischen
den Umlenkwalzen 206, 208 hindurchgeschoben werden.
[0047] Hiernach wird das Gestell 300 um die Schwenkachse 302, beispielsweise mittels einer
entsprechenden Hydraulik, verschwenkt, sodass die Umlenkwalzen 206, 208 in die in
Figur 3B dargestellte zweite Schwenkposition gelangen. Aufgrund des Verschwenkens
wird die obere Umlenkwalze 208 mit Bezug auf die Hochrichtung 200 nach unten und die
untere Umlenkwalze 206 mit Bezug auf die Hochrichtung 200 nach oben bewegt, sodass
sich das Blechband 104 um die Umlenkwalzen 206, 208 jeweils legt und dadurch in den
Bereichen 108 elastisch verformt wird.
[0048] Figur 4 zeigt in einer Seitenansicht ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung.
[0049] Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 zeigt das Ausführungsbeispiel
nach Figur 4 eine Vorrichtung 100, welche drei Umlenkwalzen 102 aufweist, die der
besseren Unterscheidung halber mit den Bezugszeichen 400, 402, 404 bezeichnet sind.
Die Umlenkwalzen 400, 402, 404 sind in der Transportrichtung 106 voneinander beabstandet
angeordnet. Benachbart einer jeweiligen Umlenkwalze 400, 402, 404 ist jeweils eine
Bearbeitungseinheit 116, gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel in Form einer
Strahleinrichtung, vorgesehen.
[0050] Die beiden äußeren Umlenkwalzen 400, 404 sind jeweils in Bezug auf die Hochrichtung
200 in der gleichen Höhe unterhalb des Blechbands 104 angeordnet, während die mittige
Umlenkwalze 402 oberhalb des Blechbands 104 angeordnet ist. Entsprechend sind zwei
der Bearbeitungseinheiten 116 oberhalb und die eine Bearbeitungseinheit 116 unterhalb
des Blechbands 104 angeordnet. Somit wird das Blechband 104 in drei verschiedenen
Bereichen 108 - zweimal auf dessen Oberseite und einmal auf dessen Unterseite - mittels
der Bearbeitungseinheiten 116 bearbeitet.
[0051] Der in Figur 4 dargestellte Aufbau ermöglicht es, dass das Blechband 104 der Vorrichtung
100 in der gleichen Ebene 214 zu- und von dieser weggeführt wird. Dies kann im Hinblick
auf eine Einbindung der Vorrichtung 100 in bestehende Prozesse günstig sein.
[0052] Bevorzugt ist die mittige Umlenkwalze 402 in der Hochrichtung 200 beweglich vorgesehen,
wie bereits für die Umlenkwalze 208 im Zusammenhang mit Figur 2 erläutert. Dies erlaubt
ein horizontales Einschieben des Blechbands 104 in die Vorrichtung 100. Im Fall des
Ausführungsbeispiels nach Figur 4 braucht das Paar Führungswalzen 212 nicht in der
Hochrichtung 200 beweglich vorgesehen zu sein.
[0053] Figur 5A zeigt in einer Seitenansicht eine Vorrichtung 100 gemäß einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Figur 5B zeigt eine Ansicht I und
Figur 5C eine Ansicht II aus Figur 5A.
[0054] Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2 weist die Vorrichtung 100
gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Figur 5A insbesondere vier Umlenkwalzen 102 auf,
welche der besseren Unterscheidung halber mit den Bezugszeichen 500 und 502 (erstes
Paar) sowie 510 und 512 (zweites Paar) bezeichnet sind. Das erste Paar Umlenkwalzen
500, 502 bildet einen ersten Spalt, durch welchen das Blechband 104 geführt ist. Das
zweite Paar Umlenkwalzen 510, 512 bildet einen zweiten Spalt, durch welchen das Blechband
104 ebenfalls geführt ist. Das erste Paar Umlenkwalzen 500, 502 und das zweite Paar
Umlenkwalzen 510, 512 sind voneinander in der Transportrichtung 106 beabstandet.
[0055] Die Umlenkwalzen 500, 502, 510, 512 sind in fester Anordnung zueinander auf einem
Gestell 520 um ihre jeweiligen Drehachsen 107 drehbar vorgesehen, siehe Figur 5B und
Figur 5C. Das Gestell 520 ist beispielsweise mittels Hydraulikzylindern 522 um eine
Schwenkachse 525 koaxial mit der Mittellinie 524 des Blechbands 104 schwenkbar vorgesehen,
was in Figur 5C durch einen Doppelpfeil angedeutet ist. Die Mittellinie 524 erstreckt
sich von dem zwischen den Führungswalzen 210 gebildeten Spalt hin zu dem zwischen
den Führungswalzen 212 gebildeten Spalt auf geradem Wege und schneidet jede der Führungswalzen
210, 212 mittig mit Bezug auf deren Längsrichtung, also quer zur Transportrichtung
106 in der Ebene des Blechbands 104.
[0056] Vor Beginn der Bearbeitung durch die Bearbeitungseinheiten 116 befindet sich das
Gestell 520 samt der Umlenkwalzen 500, 502, 510, 512 in einer in den Figuren 5A bis
5C nicht dargestellten Stellung, in welcher sich die Drehachsen 107 der Umlenkwalzen
500, 502, 510, 512 parallel zu den Drehachsen 526 der Führungswalzen 510, 512 erstrecken.
Anders gesagt fluchten die Spalte zwischen den Führungswalzen 210, den Umlenkwalzen
500, 502, den Umlenkwalzen 510, 512 und den Führungswalzen 212 in einer Ebene. Sodann
wird das Blechband 104 durch die Vorrichtung 100 durchgeschoben, also von deren Eingang
202 zu deren Ausgang 204.
[0057] Hiernach wird das Gestell 520 um die Schwenkachse 525 verschwenkt. Da die jeweiligen
äußeren Bandkanten 528, siehe Fig. 5B, dann eine größere Länge aufweisen als das Material
des Blechbands 104 im Bereich der neutralen Mittellinie 524 wird das Material des
Blechbands 104 im Bereich der Bandkanten 528 gelängt, sodass sich Randwellen im Blechband
104 einebnen. Der Grad der Verschwenkung des Gestells 520 kann in Abhängigkeit von
dem gewünschten Grad der Einebnung bzw. der Dimension der Unebenheiten in dem Blechband
104 gewählt werden.
[0058] Es ist jedoch auch möglich, das Gestell 520 samt der Umlenkwalzen 500, 502, 510,
512 um eine Schwenkachse 525 zu verschwenken, die nicht koaxial mit der Mittellinie
524 (die dann auch keine neutrale Mittellinie bildet), sondern parallel versetzt zu
dieser angeordnet ist. Dadurch kann vorteilhaft das Anheben und Absenken des Gestells
520 auf jeder Seite unterschiedlich hoch sein, je nachdem wie stark die in den jeweiligen
Bereichen des Blechbands 104 ausgeprägten Unebenheiten sind. So ist es beispielsweise
denkbar, nur eine Seite des Gestells 522 anzuheben oder abzusenken (während die andere
Seite des Gestells 522 stationär bleibt), wenn das zu bearbeitende Blechband 104 nur
einseitig Unebenheiten, insbesondere Wellen, aufweist.
[0059] Die Bearbeitungseinheiten 116 sind in Figur 5A (im Übrigen wie auch teilweise in
den anderen Figuren) lediglich durch einen Pfeil symbolisch angedeutet. Bevorzugt
sind die Bearbeitungseinheiten 116 derart vorgesehen, dass sie das Blechband 104 in
einem Zwischenraum 530 zwischen dem ersten Paar Umlenkrollen 500, 502 und dem zweiten
Paar Umlenkrollen 510, 512 oberseitig und unterseitig bearbeiten. Dies hat den Vorteil,
dass das Blechband 104 in dem Zwischenraum 530 nicht nur frei von Unebenheiten, sondern
auch flächig, d.h. nicht gekrümmt, ist. Dadurch ist eine sehr effektive Bearbeitung
mittels der Bearbeitungseinheiten 116 möglich.
[0060] Das im Zusammenhang mit den Figuren 5A bis 5C dargestellte Bearbeitungsprinzip, wonach
das Blechband 104 um eine Schwenkachse 525 koaxial oder parallel zur Mittelachse 524
des Blechbands 104 verdrillt wird, um dadurch Unebenheiten einzuebnen, kann jedoch
auch mit weniger als vier Umlenkwalzen verwirklicht werden.
[0061] Figur 6A zeigt in einer Seitenansicht eine Vorrichtung 100 gemäß einem noch weiteren
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Figuren 6B bis 6D zeigen jeweils
eine Ansicht III aus Figur 6A, wobei die Umlenkwalzen unterschiedlich zueinander positioniert
sind.
[0062] Die Vorrichtung 100 weist im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 2
insgesamt bevorzugt sechs Umlenkwalzen 102 auf, die jedoch nicht alle in den gezeigten
Figuren zu erkennen sind. So sind in Figur 6A zwei Reihen 600, 602 Umlenkwalzen dargestellt.
Wie anhand von Figur 6B zu erkennen, umfasst die Reihe 600 drei Umlenkwalzen 604,
606, 608. Die zweite Reihe 602 weist einen identischen Aufbau auf. Die Umlenkwalzen
604, 606, 608 sind drehbar um ihre jeweiligen Drehachsen 107 gehalten. Die beiden
äußeren Umlenkwalzen 604, 608 sind außerdem jeweils um eine Schwenkachse 610, 612
parallel zur Mittellinie 524 des Blechbands 104 schwenkbar vorgesehen, während die
Umlenkwalze 606 nicht verschwenkbar angeordnet ist.
[0063] Oberhalb einer jeweiligen Reihe Umlenkwalzen 600, 602 ist jeweils bevorzugt eine
Reihe Niederdruckrollen 620, 622 vorgesehen. Jede der Reihen 620, 622 umfasst beispielsweise
drei Niederdruckrollen 624, 626, 628, wie in den Figuren 6B bis 6D beispielhaft für
die Reihe 620 gezeigt. Jede der Niederdruckrollen 624, 626, 628 liegt einer zugeordneten
Umlenkwalze 604, 606, 608 gegenüber, wobei das Blechband 104 in dem zwischen den Reihen
600 und 620 gebildeten Spalt hindurchgeführt wird. Die Niederdruckrollen 624, 626,
628 sind drehbar um ihre jeweiligen Mittelachsen gelagert und bevorzugt in der Hochrichtung
200 verstellbar vorgesehen. Während die Reihe 600, umfassend die Umlenkwalzen 604,
606, 608, unterhalb des Blechbands 104 angeordnet ist, ist die Reihe 620, umfassend
die Niederdruckrollen 624, 626, 628, oberhalb des Blechbands 104 angeordnet. Entsprechendes
gilt für die Reihen 602 und 622.
[0064] Bevorzugt sind zwei Bearbeitungseinheiten 116 vorgesehen, welche in Figur 6A lediglich
durch einen Pfeil jeweils angedeutet sind. Die in Figur 6A oberhalb des Blechbands
104 angedeutete Bearbeitungseinheit 116 ist im Detail in den Figuren 6A bis 6D gezeigt,
während die unterhalb des Blechbands 104 in Figur 6A angeordnete Bearbeitungseinheit
116 in den Figuren 6B bis 6D der Einfachheit halber nicht dargestellt ist.
[0065] Eine jeweilige Bearbeitungseinheit 116 ist beispielsweise als eine Reihe Bearbeitungsrollen
630, 632, 634 ausgebildet. Eine jeweilige Bearbeitungsrolle 630, 632, 634 kann beispielsweise
in Form einer Bürste ausgebildet sein. Die Bearbeitungsrollen 630, 632, 634 liegen
jeweils in dem in den Figuren 6B bis 6D gezeigten Querschnitt einer zugeordneten Umlenkwalze
604, 606, 608 gegenüber und weisen bevorzugt eine jeweils korrespondierende Länge
auf. Die Bearbeitungseinheiten 116 sind mit Bezug auf die Transportrichtung 106 bevorzugt
zwischen den Reihen 600, 602 der Umlenkwalzen angeordnet.
[0066] Um nun das Blechband 104 zu bearbeiten, wird ein lediglich teilweise dargestelltes
Gestell 520, welches die Umlenkwalzen 604, 606, 608, die Niederdruckrollen 624, 626,
628 und die Bearbeitungsrollen 630, 632, 634 hält, beispielsweise mittels Hydraulikzylindern
522, siehe Figur 6C, in eine in Figur 6A nicht dargestellte Ausgangsposition verstellt.
In dieser Ausgangsposition lässt sich das Blechband 104 in einer horizontalen Ebene
214 gerade durch die von den jeweiligen Walz-/Rollenpaarungen 210, 600, 620, 602,
622, 212 von dem Eingang 202 zu dem Ausgang 204 der Vorrichtung 100 durchziehen. Die
Stellung der Umlenkwalzen 604, 606, 608, der Niederdruckrollen 624, 626, 628 sowie
der Bearbeitungsrollen 630, 632, 634 entspricht dann dem in Figur 6B gezeigten Zustand.
[0067] In dem Fall, dass das Blechband 104 mittelwellig ist, also Wellen im Bereich seiner
Mittellinie 524 aufweist, wird das Gestell 520 samt den Umlenkwalzen, Niederdruckwalzen
und Bearbeitungsrollen in der Hochrichtung 200 nach oben oder nach unten bewegt. In
dem Fall, dass das Gestell 520 nach oben bewegt wird, werden die äußeren Umlenkwalzen
604, 608 um ihre Schwenkachsen 610, 612 nach unten, wie in Figur 6C dargestellt, verschwenkt.
Dadurch wird das Material des Blechbands 104 im Bereich der Mittellinie 524 gestreckt,
wodurch entsprechende Wellen in diesem Bereich eingeebnet werden. Das Material in
Randbereichen des Blechbands 104 bleibt dagegen im Wesentlichen unverändert. Der elastisch
verformte Bereich 108 wird zwischen den beiden Reihen 600, 602 Umlenkwalzen gebildet
wird. Die Bearbeitungseinheiten 116 bearbeiten dann Oberflächen 114 in dem Bereich
108 an gegenüberliegenden Seiten des Blechbands 104. Mit anderen Worten wird das Blechband
104 dann ober- und unterseitig bearbeitet.
[0068] Die beiden äußeren Bearbeitungsrollen 630, 634 sind derart eingerichtet sind, dass
sie sich mit den Umlenkwalzen 604, 608 mitverschwenken, siehe Figuren 6C und 6D (hier
entsprechende Pfeile), wodurch stets eine gleichmäßige Bearbeitung des Blechbands
104 über dessen gesamte Breite (also quer zur Transportrichtung 106 in der Haupterstreckungsebene
des Blechbands 104) sichergestellt wird. Die Niederdruckrollen 624, 626, 628 werden
durch einen nicht weiter dargestellten Mechanismus des Gestells 520 von oben gegen
das Blechband 104 gedrückt, sodass dieses eng und damit exakt zwischen den Niederdruckrollen
624, 626, 628 und den Umlenkwalzen 604, 606, 608 geführt wird.
[0069] Das Einebnen von Wellen im Bereich der Mittellinie 524 des Blechbands 104 kann jedoch
genauso gut dadurch erreicht werden, dass das Gestell 520 anstelle nach oben nach
unten abgesenkt wird und die äußeren Umlenkwalzen 604, 608 hiernach nach oben verschenkt
werden, wie durch die entsprechenden Pfeile in Figur 6D angedeutet.
[0070] Handelt es sich dagegen um ein randwelliges Blechband 104, so verbleibt das Gestell
520 im Wesentlichen in seiner Ausgangslage und es werden lediglich die äußeren Umlenkwalzen
604, 608, nach unten geschwenkt, wie in Figur 6C dargestellt, oder nach oben geschwenkt,
wie in Figur 6D dargestellt. Dadurch werden die Randbereiche des Blechbands 104 im
Vergleich zu dem Bereich der Mittellinie 524 gelängt, wodurch Wellen in den Randbereichen
eingeebnet werden.
[0071] In dem Fall, dass das Blechband in seinen Randbereichen unterschiedlich stark gewellt
ist (also in Figur 6B beispielsweise mal mehr gewellt auf der linken Seite oder mal
mehr gewellt auf der rechten Seite), können die Umlenkwalzen 604, 608 auch unterschiedlich
weit verschwenkt werden. Der Grad der Verschwenkung kann beispielsweise von einem
Steuergerät gesteuert werden (nicht dargestellt), welches Informationen über die Welligkeit
des Blechbands 104 von einem entsprechenden Sensor (nicht dargestellt) erhält.
[0072] Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel könnte auch lediglich eine Reihe 600
Umlenkwalzen vorgesehen sein. Die Bearbeitung der Oberfläche 114 wird in diesem Fall
bevorzugt in einem Bereich 108 des Blechbands direkt oberhalb oder unmittelbar angrenzend
an die Reihe 600 erfolgen.
[0073] Ferner könnten die Reihen 600, 602 auch lediglich zwei oder mehr als drei Umlenkwalzen
enthalten.
[0074] Anstelle der Bearbeitungsrollen 630, 632, 634 könnten auch eine oder mehrere Strahleinrichtungen
vorgesehen sein.
[0075] Obwohl die Erfindung vorliegend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben
wurde, ist sie darauf keineswegs beschränkt. Ferner sei darauf hingewiesen, dass die
vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele beliebig miteinander kombinierbar sind.
Die vorliegend für die erfindungsgemäße Vorrichtung beschriebenen Ausgestaltungen
und Ausführungsbeispiele gelten entsprechend für das erfindungsgemäße Verfahren, und
umgekehrt. "Ein" schließt vorliegend keine Vielzahl aus.
Bezugszeichenliste
[0076]
- 100
- Vorrichtung
- 102
- Umlenkwalze
- 104
- Blechband
- 106
- Transporrichtung
- 107
- Drehachse
- 108
- Bereich
- 109
- Umfang
- 110
- Winkel
- 111
- Berührungsradius
- 112
- Längswelle
- 114
- Oberfläche
- 116
- Bearbeitungseinheit
- 200
- Hochritung
- 202
- Ausgang
- 206
- Umlenkwalze
- 208
- Umlenkwalze
- 210
- Führungswalze
- 212
- Führungswalze
- 214
- Ebene
- 216
- Ebene
- 300
- Gestel
- 302
- Scwenkachse
- 400
- Umlenkwalze
- 402
- Umlenkwalze
- 404
- Umlenkwalze
- 404
- Umlenkwalze
- 500
- Umlenkwalze
- 502
- Umlenkwalze
- 510
- Umlenkwalze
- 512
- Umlenkwalze
- 520
- Gestell
- 522
- Hydraulikzylinder
- 524
- Mittelinie
- 525
- Schwenkachse
- 526
- Drehachse
- 528
- Bandkate
- 530
- Zwischenraum
- 600
- Reihe
- 602
- Reihe
- 604
- Umlenkwalze
- 606
- Umlenkwalze
- 608
- Umlenkwalze
- 610
- Anlenkpunkt
- 612
- Anlenkpunkt
- 620
- Reihe
- 622
- Reihe
- 624
- Niederdruckrolle
- 626
- Niederdruckrolle
- 628
- Niederdruckrolle
- 630
- Bearbeitungsrolle
- 632
- Bearbeitungsrolle
- 634
- Bearbeitungsrolle
1. Verfahren zum Bearbeiten von Tafel- oder Bandmaterialien (104), mit folgenden Schritten:
Führen eines Tafel- oder Bandmaterials (104) um wenigstens eine Umlenkwalze (102,
206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608), um dadurch das Tafel-
oder Bandmaterial (104) in einem Bereich (108) desselben elastisch zu verformen; und
Bearbeiten einer Oberfläche (114) des elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel-
oder Bandmaterials (104) mittels wenigstens einer Bearbeitungseinheit (116).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungseinheit (116) benachbart zu der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400,
402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) angeordnet ist, wobei die Oberfläche
(114) des elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104)
von der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608)
abgewandt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine erste Führungswalze (210) oder ein Paar erste Führungswalzen (210)
der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) in Bezug
auf die Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) vorgeschaltet
und/oder eine zweite Führungswalze (212) oder ein Paar zweite Führungswalzen (212)
der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) in Bezug
auf die Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) nachgeschaltet
ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) um wenigstens zwei Umlenkwalzen (206, 208, 400,
402, 404) geführt wird, deren Drehachsen (107) zueinander parallel sind, um dadurch
das Tafel- oder Bandmaterial (104) in zwei voneinander beabstandeten Bereichen (108)
desselben elastisch zu verformen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Bearbeitungseinheiten (116), welche benachbart zu einer jeweils zugeordneten
Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404) angeordnet sind, Oberflächen (114) der zwei
voneinander beabstandeten Bereiche (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104) bearbeiten,
wobei die Oberflächen (114) an gegenüberliegenden Seiten des Tafel- oder Bandmaterials
(104) angeordnet sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst das Tafel- und/oder Bandmaterial (104) geradlinig zwischen den Umlenkwalzen
(206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) hindurch geschoben und
hiernach zumindest eine der Umlenkwalzen (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510,
512, 604, 606, 608) und/oder eine der Führungswalzen (210, 212) quer zur Transportrichtung
(106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) verschoben wird, um das Tafel- oder Bandmaterial
(104) in dem Bereich (108) desselben elastisch zu verformen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Umlenkwalzen (206, 208) auf einem schwenkbaren Gestell (300) montiert
sind, wobei das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einer ersten Schwenkposition der
Umlenkwalzen (206, 208) in der Transportrichtung (106) gerade zwischen den Umlenkwalzen
(206, 208) hindurchgeführt wird und hiernach die Umlenkwalzen (206, 208) in eine zweite
Schwenkposition verschwenkt werden, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104)
in den zwei voneinander beabstandeten Bereichen (108) desselben elastisch zu verformen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) um wenigstens drei Umlenkwalzen (400, 402, 404)
geführt wird, deren Drehachsen (107) zueinander parallel sind, um dadurch das Tafel-
oder Bandmaterial (104) in drei voneinander beabstandeten Bereichen (108) desselben
elastisch zu verformen, wobei die in Bezug auf die Transportrichtung (106) mittlere
Umlenkwalze (402) quer zur Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104)
verschoben wird, um das Tafel- oder Bandmaterial (104) in den drei Bereichen (108)
desselben elastisch zu verformen.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) zwischen zumindest einem Paar Umlenkwalzen (500,
502, 510, 512) hindurchgeführt und das Paar Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) hiernach
um eine Schwenkachse (525) parallel zur oder koaxial mit der Transportrichtung (106)
geschwenkt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) zwischen zwei Paaren Umlenkwalzen (500, 502, 510,
512) hindurchgeführt wird und die Paare Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) hiernach
um eine Schwenkachse (525) parallel zur oder koaxial mit der Transportrichtung (106)
geschwenkt werden, wobei die Bearbeitungseinheit (116) eine Oberfläche (114) des Tafel-
oder Bandmaterials (104) bearbeitet, welche zwischen den beiden Paaren Umlenkwalzen
(500, 502, 510, 512) angeordnet ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Bearbeitungseinheit (116) zusammen mit dem wenigstens einen Paar
Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) geschwenkt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) über zumindest zwei Umlenkwalzen (604, 606, 608)
geführt wird, welche quer zur Transportrichtung (116) des Tafel- oder Bandmaterials
(104) hintereinander angeordnet sind, wobei die Umlenkwalzen (604, 606, 608) zueinander
um eine Schwenkachse (525) parallel zur Transportrichtung (106) geschwenkt werden,
um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einem in Bezug auf die Mittelachse
(524) des Tafel- oder Bandmaterials (104) mittigen oder außen liegenden Bereich (108)
elastisch zu verformen.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungseinheit (116) zumindest zwei Rollen (630, 634) aufweist, welche korrespondierend
mit den zumindest zwei Umlenkwalzen (604, 608) verschwenkt werden und die Oberfläche
(114) des elastisch verformten Bereichs (108) oder das Tafel- oder Bandmaterial (104)
über dessen gesamte Breite bearbeiten.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) in derselben Ebene (214) oder in zueinander parallelen
Ebenen (214, 216) der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512,
604, 606, 608) zugeführt und von dieser weggeführt wird.
15. Vorrichtung (100), insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, aufweisend:
wenigstens eine Umlenkwalze (102, 206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604,
606, 608) für ein Führen eines Tafel- oder Bandmaterials (104) um diese, um dadurch
das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einem Bereich (108) desselben elastisch zu verformen;
und
wenigstens eine Bearbeitungseinheit (116) zum Bearbeiten einer Oberfläche (114) des
elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104).
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zum Bearbeiten von Tafel- oder Bandmaterialien (104), mit folgenden Schritten:
Führen eines Tafel- oder Bandmaterials (104) um wenigstens zwei Umlenkwalzen (206,
208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608), um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einem Bereich (108) desselben elastisch zu
verformen;
wobei zumindest eine erste Führungswalze (210) oder ein Paar erste Führungswalzen
(210) der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608)
in Bezug auf die Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) vorgeschaltet
und/oder eine zweite Führungswalze (212) oder ein Paar zweite Führungswalzen (212)
der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) in Bezug
auf die Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) nachgeschaltet
ist,
wobei zunächst das Tafel- und/oder Bandmaterial (104) geradlinig zwischen den Umlenkwalzen
(206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) hindurch geschoben und
hiernach zumindest eine der Umlenkwalzen (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510,
512, 604, 606, 608) und/oder eine der Führungswalzen (210, 212) quer zur Transportrichtung
(106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) verschoben wird, um das Tafel- oder Bandmaterial
(104) in dem Bereich (108) desselben elastisch zu verformen und
Bearbeiten einer Oberfläche (114) des elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel-
oder Bandmaterials (104) mittels wenigstens einer Bearbeitungseinheit (116).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungseinheit (116) benachbart zu der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400,
402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) angeordnet ist, wobei die Oberfläche
(114) des elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104)
von der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608)
abgewandt ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) um wenigstens zwei Umlenkwalzen (206, 208, 400,
402, 404) geführt wird, deren Drehachsen (107) zueinander parallel sind, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in zwei voneinander beabstandeten Bereichen (108)
desselben elastisch zu verformen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Bearbeitungseinheiten (116), welche benachbart zu einer jeweils zugeordneten
Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404) angeordnet sind, Oberflächen (114) der zwei
voneinander beabstandeten Bereiche (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104) bearbeiten,
wobei die Oberflächen (114) an gegenüberliegenden Seiten des Tafel- oder Bandmaterials
(104) angeordnet sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Umlenkwalzen (206, 208) auf einem schwenkbaren Gestell (300) montiert
sind, wobei das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einer ersten Schwenkposition der
Umlenkwalzen (206, 208) in der Transportrichtung (106) gerade zwischen den Umlenkwalzen
(206, 208) hindurchgeführt wird und hiernach die Umlenkwalzen (206, 208) in eine zweite
Schwenkposition verschwenkt werden, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in den zwei voneinander beabstandeten Bereichen
(108) desselben elastisch zu verformen.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) um wenigstens drei Umlenkwalzen (400, 402, 404)
geführt wird, deren Drehachsen (107) zueinander parallel sind, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in drei voneinander beabstandeten Bereichen (108)
desselben elastisch zu verformen, wobei die in Bezug auf die Transportrichtung (106)
mittlere Umlenkwalze (402) quer zur Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials
(104) verschoben wird, um das Tafel- oder Bandmaterial (104) in den drei Bereichen
(108) desselben elastisch zu verformen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) zwischen zumindest einem Paar Umlenkwalzen (500,
502, 510, 512) hindurchgeführt und das Paar Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) hiernach
um eine Schwenkachse (525) parallel zur oder koaxial mit der Transportrichtung (106)
geschwenkt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) zwischen zwei Paaren Umlenkwalzen (500, 502, 510,
512) hindurchgeführt wird und die Paare Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) hiernach
um eine Schwenkachse (525) parallel zur oder koaxial mit der Transportrichtung (106)
geschwenkt werden, wobei die Bearbeitungseinheit (116) eine Oberfläche (114) des Tafel-
oder Bandmaterials (104) bearbeitet, welche zwischen den beiden Paaren Umlenkwalzen
(500, 502, 510, 512) angeordnet ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Bearbeitungseinheit (116) zusammen mit dem wenigstens einen Paar
Umlenkwalzen (500, 502, 510, 512) geschwenkt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) über zumindest zwei Umlenkwalzen (604, 606, 608)
geführt wird, welche quer zur Transportrichtung (116) des Tafel- oder Bandmaterials
(104) hintereinander angeordnet sind, wobei die Umlenkwalzen (604, 606, 608) zueinander
um eine Schwenkachse (525) parallel zur Transportrichtung (106) geschwenkt werden,
um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einem in Bezug auf die Mittelachse (524) des
Tafel- oder Bandmaterials (104) mittigen oder außen liegenden Bereich (108) elastisch
zu verformen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungseinheit (116) zumindest zwei Rollen (630, 634) aufweist, welche korrespondierend
mit den zumindest zwei Umlenkwalzen (604, 608) verschwenkt werden und die Oberfläche
(114) des elastisch verformten Bereichs (108) oder das Tafel- oder Bandmaterial (104)
über dessen gesamte Breite bearbeiten.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tafel- oder Bandmaterial (104) in derselben Ebene (214) oder in zueinander parallelen
Ebenen (214, 216) der Umlenkwalze (102, 206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512,
604, 606, 608) zugeführt und von dieser weggeführt wird.
13. Vorrichtung (100), insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, aufweisend:
wenigstens zwei Umlenkwalzen (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606,
608) für ein Führen eines Tafel- oder Bandmaterials (104) um diese, um dadurch das Tafel- oder Bandmaterial (104) in einem Bereich (108) desselben elastisch zu
verformen; wobei zumindest eine erste Führungswalze (210) oder ein Paar erste Führungswalzen
(210) der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608)
in Bezug auf eine Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) vorgeschaltet
und/oder eine zweite Führungswalze (212) oder ein Paar zweite Führungswalzen (212)
der Umlenkwalze (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) in Bezug
auf eine Transportrichtung (106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) nachgeschaltet
ist,
wobei das Tafel- und/oder Bandmaterial (104) geradlinig zwischen den Umlenkwalzen
(206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512, 604, 606, 608) hindurchschiebbar ist
und zumindest eine der Umlenkwalzen (206, 208, 400, 402, 404, 500, 502, 510, 512,
604, 606, 608) und/oder eine der Führungswalzen (210, 212) quer zur Transportrichtung
(106) des Tafel- oder Bandmaterials (104) verschiebbar ist, um das Tafel- oder Bandmaterial
(104) in dem Bereich (108) desselben elastisch zu verformen und
wenigstens eine Bearbeitungseinheit (116) zum Bearbeiten einer Oberfläche (114) des
elastisch verformten Bereichs (108) des Tafel- oder Bandmaterials (104).