[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung, insbesondere
einer Spachtelung bei Wärmedämmverbundsystemen.
[0002] Die Erfindung bezieht sich weiters auf ein Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
und überdies auf ein Netz oder Gitter, das bei den erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft
verwendet werden kann.
[0003] Beim Herstellen von Wärmedämmverbundsystemen wird auf Fassadendämmplatten, die an
einer Fassade (Wand) angebracht, z.B. angeklebt und oder angedübelt sind, eine, beispielsweise
zementäre, Armierungsmasse ("Spachtelung") mittels einer Zahnspachtel 10 aufgebracht.
In diese Armierungsmasse wird ein Glasfasergitter oder -netz eingelegt, wobei eine
Schichtdicke von 2 bis 3 mm erreicht werden kann. Bei höheren Schichtdicken (über
2 bis 3 mm) muss nach entsprechendem Austrocknen der zunächst aufgebrachten (zementären)
Armierungsmasse ein zweiter Arbeitsschritt erfolgen, in dem wieder Armierungsmasse
aufgebracht wird.
[0004] Problematisch bei dem bekannten Verfahren zum Herstellen von Wärmedämmverbundsystemen
ist es, dass ein erheblicher Arbeitsaufwand besteht und eine gleichmäßige Schichtdicke
nicht immer gewährleistet ist und von dem Geschick und der Sorgfalt des Arbeiters
abhängt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem eine gleichmäßig
dicke (vorgegebene und definierte) Schichtstärke der Spachtelung über die gesamte
Fassade in einem Arbeitsschritt erreicht werden kann. Weiters liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde ein für das Ausführen des Verfahrens geeignetes Gitter oder Netz
zur Verfügung zu stellen.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Verfahren, das die Merkmale von
Anspruch 1 aufweist.
[0007] Soweit das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystemsbetroffen
ist, wird diese Aufgabe mit einem Verfahren gelöst, das die Merkmale von Anspruch
7 aufweist.
[0008] Soweit das erfindungsgemäße Gitter oder Netz betroffen ist, wird diese Aufgabe mit
einem Gitter oder Netz gelöst, das die Merkmale des auf das Gitter oder Netz gerichteten
unabhängigen Anspruch 13 aufweist.
[0009] Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verfahren und des
erfindungsgemäßen Gitters oder Netzes sind Gegenstand der abhängigen Unteransprüche.
[0010] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Gitter oder Netz, beispielsweise ein handelsübliches
Glasfasergewebe (Glasfasergitter oder -netz), verwendet, das mit Distanzkörpern bestückt
ist.
[0011] Die Distanzkörper können unterschiedliche Form, Größe und Materialbeschaffenheit
haben und können nach einem vorgegebenen Raster mit geeigneten Haftmitteln aufgebracht
und mit dem Gitter oder Netz verbunden werden. Dabei sind Distanzkörper mit knopf-
oder kugelförmiger Gestalt und langgestreckter Distanzkörper in Form von Stäben oder
Leisten in Betracht gezogen. Solche langgestreckte Distanzkörper können alle in einer
Richtung, zueinander parallel verlaufend oder einander, insbesondere unter einem rechten
Winkel, kreuzend ausgerichtet sein.
[0012] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass ein Untergrund aus Fassadedämmplatten, insbesondere Fassadendämmplatten aus expandiertem
Kunststoff, wie Polystyrol, und auf eine aufgetragene Armierungsmasse verwendet wird.
[0013] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass die Armierungsmasse auf die Fassadendämmplatten aufgebracht und mit Hilfe einer Zahnspachtel
abgezogen wird.
[0014] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass als Gitter oder Netz ein Textilglasgitter oder -netz verwendet wird.
[0015] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass ein Gitter oder ein Netz verwendet wird, das Distanzkörper an Kreuzungs- oder Knotenpunkten
trägt.
[0016] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass ein Gitter oder Netz verwendet wird, das über die Fläche des Gitters oder Netzes
verteilt, insbesondere gleichmäßig verteilt Distanzkörper trägt.
[0017] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass die Spachtelmasse mit einer Kartätsche und/oder einer Flächenspachtel abgezogen wird.
[0018] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass das mit Distanzkörpern versehene Gitter oder Netz in eine auf den Untergrund aufgetragene
Schicht aus Spachtelmasse eingelegt wird.
[0019] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass nach dem Einlegen des Gitters oder Netzes eine weitere Schicht aus Spachtelmasse
aufgebracht und abgezogen wird.
[0020] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung
dadurch auszeichnen, dass ein Gitter oder Netz verwendet wird, das nicht mit Distanzkörper bestückten Überlappungsstreifen
aufweist.
[0021] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems,
bei dem an einer Wand Fassadendämmplatten angebracht werden, auf denen eine Masse
aufgetragen wird, und bei dem in der Masse ein Gitter oder Netz mit Distanzkörpern,
derart angeordnet wird, dass die Distanzkörper vom Gitter oder Netz zur Wand hin weisen,
dadurch auszeichnen, dass auf die Fassadendämmplatten eine Armierungsmasse als Spachtelung aufgebracht wird,
dass in die Armierungsmasse das mit Distanzkörpern versehene Gitter oder Netz eingelegt
und mit Armierungsmasse eingestrichen wird, dass die Armierungsmasse anschließend
glatt abgezogen wird und dass abschließend nach dem Aushärten der Armierungsmasse
eine Außenschicht aufgebracht wird.
[0022] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
dadurch auszeichnen, dass als Armierungsmasse eine mineralisch gebundene, insbesondere zementäre, Armierungsmasse
verwendet wird.
[0023] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
dadurch auszeichnen, dass als Armierungsmasse eine mit Kunstharz gebundene Armierungsmasse verwendet wird.
[0024] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
dadurch auszeichnen, dass Fassadendämmplatten aus expandiertem Kunststoff verwendet werden.
[0025] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
dadurch auszeichnen, dass die Armierungsmasse auf die Fassadendämmplatten aufgebracht und mit Hilfe einer Zahnspachtel
abgezogen wird, bevor dass Gitter oder Netz eingelegt wird.
[0026] In einer Ausführungsform kann sich das Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems
dadurch auszeichnen, dass die nach dem Einstreichen des Gitters oder Netzes eingestrichene Armierungsmasse
mit einer Kartätsche und/oder einer Flächenspachtel abgezogen wird.
[0027] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Gitter oder Netz über seine Fläche verteilt mit Distanzkörpern bestückt ist.
[0028] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper an Kreuzungs- und Knotenpunkten des Gitters oder des Netzes vorgesehen
sind.
[0029] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper nur auf einer Seite über das Gitter oder das Netz überstehen.
[0030] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper auf ihrer über das Gitter oder das Netz überstehenden Seite konvex
gewölbt sind.
[0031] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper im Wesentlichen halbkugelförmige Körper sind.
[0032] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper kreuzförmige Körper sind.
[0033] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper über das Gitter oder das Netz gleichmäßig angeordnet sind.
[0034] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Gitter oder das Netz wenigstens einen Randstreifen ohne Distanzkörper aufweist.
[0035] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass zwischen Abschnitten von Gitter oder Netz ein Kantenschutzprofil vorgesehen ist.
[0036] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Kantenschutzprofil mit den Abschnitten von Gitter oder Netz verbunden ist.
[0037] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass zwischen den Abschnitten von Gitter oder Netz Anschlussprofile vorgesehen sind.
[0038] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass ein Anschlussprofil vorgesehen ist, das quer zu seiner Längserstreckung elastisch
ist.
[0039] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass im Anschlussprofil wenigstens ein aus der Ebene des Anschlussprofils herausgebogener
Bereich, insbesondere ein Bereich mit halbkreisförmiger Querschnittsform, vorgesehen
ist.
[0040] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Gitter oder Netz mit einem Sockelprofil verbunden ist.
[0041] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Gitter oder Netz mit einem Profil mit Tropfnase verbunden ist.
[0042] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass das Gitter oder Netz mit einem Profil zum Aufstecken auf einen Blechanschluss verbunden
ist.
[0043] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper langgestreckte Körper, insbesondere stab- oder leistenlange Körper
sind.
[0044] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass langgestreckte Distanzkörper zueinander parallel ausgerichtet sind.
[0045] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass langgestreckte Distanzkörper einander kreuzend angeordnet sind.
[0046] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass langgestreckte Distanzkörper wenigstens auf ihrer auf einer Dämmplatte anliegenden
Seite sich verjüngend keil- oder schneidenförmig ausgebildet sind.
[0047] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass langgestreckte Distanzkörper auf ihrer auf einer Dämmplatte anliegenden Seite Vorsprünge
(Noppen) aufweisen.
[0048] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Vorsprünge halbkugelförmig oder pyramiden(stumpf)förmig sind.
[0049] In einer Ausführungsform kann sich das Gitter
dadurch auszeichnen, dass die Distanzkörper im Wesentlichen halbkugelförmige Körper sind oder dass die Distanzkörper
langgestreckte Körper, insbesondere stab- oder leistenförmige Körper sind, die einander
kreuzend angeordnet sind.
[0050] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann unter Verwendung des erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Gitters oder Netzes, beispielsweise wie folgt, gearbeitet werden.
[0051] Auf eine Wand eines Gebäudes wird eine Lage aus Fassadendämmplatten, insbesondere
Fassadendämmplatten aus expandiertem Kunststoff, z.B. aus expandiertem Polystyrol
oder Polyurethan, aufgebracht, wobei die Fassadendämmplatten wie üblich aufgeklebt
oder aufgedübelt werden können.
[0052] Auf die Fassadendämmplatten wird als Spachtelung eine (zementäre) Armierungsmasse
aufgebracht und mittels einer Zahnspachtel abgezogen. In dieses Bett (Spachtelung)
aus Armierungsmasse wird ein mit Distanzkörpern bestücktes Gitter oder Netz eingelegt
und mit (zementärer) Armierungsmasse eingestrichen. Nach dem Einstreichen mit (zementärer)
Armierungsmasse wird die Armierungsmasse glatt abgezogen, was beispielsweise mit Hilfe
einer Kartätsche oder einer Flächenspachtel vorgenommen werden kann.
[0053] Vorteile der erfindungsgemäßen Verfahrensweise und des hiezu vorgeschlagenen, mit
Distanzkörper bestückten Gitters oder Netzes sind folgende:
Es wird eine gleichmäßig glatte und gleichmäßige Armierungsschichte aus Armierungsmasse
ohne zweimaliges Spachteln, wie im Stand der Technik notwendig, mit definierter Dicke
erreicht, was eine Arbeitszeitersparnis mit sich bringt.
[0054] Des Weiteren ergibt sich eine höhere Sicherheit gegen mechanische Beschädigungen
und damit eine längere Lebensdauer der erfindungsgemäß hergestellten Wärmedämmverbundsystemfassade.
[0055] Eine dickere Armierungsschichte hat, wie durch bauphysikalische Untersuchungen gezeigt
worden ist, weniger Fehlstellen, nimmt daher weniger Feuchte auf, kann schneller wieder
abtrocknen und ist somit ein wesentlicher Faktor gegen "Feuchtefallen" im Putzaufbau,
da die Speichermasse ein Unterschreiten des Tauproduktes verzögert, so dass die Oberfläche
länger trocken bleibt. Dies ergibt nicht zuletzt auch eine deutliche Verringerung
des Risikos auf Befall durch Mikroorganismen. Überdies ergibt sich bei dickeren Armierungsschichten
ein verbesserter Schallschutz.
[0056] Die am erfindungsgemäßen Gitter oder Netz vorgesehenen Distanzkörper können mit dem
Gitter oder Netz auf beliebige Weise verbunden werden. So können die Distanzkörper
angeklebt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Distanzkörper (wenn diese
aus thermoplastischem Kunststoff bestehen) durch Verschmelzen mit dem Gitter oder
Netz zu verbinden.
[0057] Schließlich ist erfindungsgemäß in Betracht gezogen, dass die Distanzkörper mit dem
Gitter oder Netz verrastet oder mit Hilfe von Klemmkörpern oder Schrauben klemmend
befestigt werden.
[0058] Die Distanzkörper sind in einer möglichen Ausführungsform der Erfindung an ihrer
an den Fassadendämmplatten zugewendeten Seite konvex, z.B. halbkugelförmig oder kegelstumpfförmig,
ausgebildet, so dass eine im Wesentlichen punktförmige Berührung gegeben ist. Die
andere von der Fassadendämmplatte abgewendete Seite der Distanzkörper ist bevorzugt
flach, damit das Glattstreichen (Abziehen) der Armierungsmasse leicht und problemlos
möglich ist.
[0059] Langgestreckte Distanzkörper sind an ihrer der Fassadendämmplatte zugewendeten Seite
sich verjüngend (keil- oder schneidenförmig) ausgebildet oder mit sich verjüngenden
Vorsprüngen versehen.
[0060] Das beim erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt eingesetzte Gitter oder Netz kann
einen Randbereich aufweisen, der keine Distanzkörper aufweist, sodass ein Überlappen
mit angrenzenden Gittern oder Netzen möglich ist, ohne dass sich aufgebrachte Distanzkörper
stören oder eine erhöhte Schichtdicke ergeben.
[0061] Im Rahmen der Erfindung können auch Gitter oder Netze für Sonderanwendungen ausgebildet
sein, wobei Kantenschutzelemente bzw. Elemente für Anschlussprofile, wie Dehnfugenprofile,
in Betracht gezogen sind.
[0062] Bevorzugt ist im Rahmen der Erfindung, dass die Distanzkörper, die am Gitter oder
Netz vorgesehen sind, von dem Gitter oder Netz nur nach einer Seite hin abstehen.
Dabei ist erfindungsgemäß bevorzugt, dass das mit Distanzkörper von Gitter oder Netz
zur Wand, an der die Spachtelung bzw. das Wärmeverbundsystem hergestellt werden soll,
hinweisen, also in Richtung auf die Wand hin vom Gitter oder Netz abstehen.
[0063] Mit anderen Worten gesagt, wird das Gitter oder Netz so verwendet, dass die Distanzkörper
auf dessen der Wand zugeführten Seite angeordnet sind.
[0064] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Beschreibung, in der auf die angeschlossenen, schematischen Zeichnungen Bezug genommen
wird. Es zeigt:
Fig. 1 in Ansicht ein erfindungsgemäßes Gitter mit Distanzkörpern,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Beispiels von Fig. 1,
Fig. 3 in Ansicht ein Dehnfugenprofil,
Fig. 4 eine Draufsicht zu Fig. 3,
Fig. 5 einen Kantenschutz,
Fig. 6 eine Draufsicht zu Fig. 5,
Fig. 7 in vergrößertem Maßstab eine Ausführungsform von kreuzförmigen Distanzkörpern
an einem Gitter oder Netz,
Fig. 8 in einer anderen Ansicht das Gitter oder Netz aus Fig. 7,
Fig. 9 schematisch im Querschnitt einen Aufbau eines erfindungsgemäßen erhältlichen
Wärmedämmverbundsystems,
Fig. 10 schematisch einen kleinen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Gitter oder
Netz,
Fig. 11 ein Sockelprofil,
Fig. 12 ein Dehnfugenprofil für Innenecken,
Fig. 13 ein Bewegungsprofil (horizontal),
Fig. 14 ein Tropfkantenprofil,
Fig. 15 ein Blechanschlussprofil,
Fig. 16 eine Ausführungsform mit langgestreckten Distanzkörpern und
Fig. 17 die Ausführungsform von Fig. 16 in Seitenansicht.
[0065] Ein mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung eines erfindungsgemäßen
Gitters herstellbares Wärmedämmverbundsystem besitzt beispielsweise den in Fig. 9
im Schnitt schematisch gezeigten Aufbau. Auf einer nicht gezeigten Wand sind beispielsweise
durch Kleben Fassadendämmplatten 1, beispielsweise Fassadendämmplatten 1 aus geschäumten
Kunststoff (Polystyrol oder Polyurethan) angebracht. Auf die Außenseite der Fassadendämmplatten
1 wird eine Schicht 3 aus Armierungsmasse (Klebespachtel) aufgebracht und mit Hilfe
einer Zahnspachtel abgezogen, sodass die Außenfläche der Fassadendämmplatten 1 mit
einer Schicht 3 aus Armierungsmasse (auch "Spachtelmasse" genannt) belegt ist. Die
Art und Zusammensetzung der die Schicht 3 bildenden Armierungsmasse ist für die Erfindung
nicht wesentlich. Es können mineralisch gebundene (z.B. zementäre) Armierungsmassen
ebenso verwendet werden, wie mit Kunstharz gebundene Armierungsmassen.
[0066] In die Schicht 3 aus Armierungsmasse wird ein Gitter oder Netz 5 mit Distanzkörpern
7 eingelegt, wobei im gezeigten Ausführungsbeispiel die Distanzkörper 7 von dem Gitter
oder Netz 5 nur auf die den Fassadendämmplatten 1 zugekehrte Seite des Gitters oder
Netzes 5 vorstehen. Nach dem Einlegen des Gitters oder Netzes 5 wird die Fläche grob
eingestrichen, sodass das Gitter oder Netz 5 bzw. die Distanzkörper 7 mit Armierungsmasse
(z.B. Klebespachtel) bedeckt sind. Schließlich wird die äußere Fläche 9 der Schicht
3 aus Armierungsmasse mit einer Kartätsche oder Flächenspachtel gleichgezogen. Sobald
dies geschehen und die Armierungsmasse der Schicht 5 ausgehärtet, z.B. abgebunden
ist, wird eine Außenschicht 11 aufgebracht, um das Wärmeverbundsystem 10 fertig zu
stellen.
[0067] In Fig. 10 ist gezeigt, dass die Distanzstücke 7 an Knotenpunkten des Gitters oder
Netzes 5 vorgesehen sind. Dies ist aber nicht zwingend, da wie die Fig. 1 bis 8 zeigen,
es lediglich vorteilhaft ist, wenn Distanzkörper 7 über die Fläche des Gitters oder
Netzes 5 gleichmäßig, beispielsweise nach einem vorgegebenen Raster, verteilt angeordnet
sind.
[0068] Die Distanzkörper 7 können Kunststoffkörper oder Kunstschaumstoffkörper mit an sich
beliebiger Form sein. Vorteilhaft ist, wenn die Distanzkörper 7 vom Gitter oder Netz
5 nur auf einer Seite, das ist die den Fassadendämmplatten 1 zugekehrte Seite, abstehen
(vgl. Fig. 9). Die Distanzkörper 7 können würfelförmige, quaderförmige, leisten- oder
streifenförmige, halbkugelförmige, kegelförmige, kegelstumpfförmige oder zylinderförmige
Körper sein.
[0069] Beispielsweise sind die Distanzkörper 7 den Fassadendämmplatten 1 mit einer halbkugelförmigen
Seite 8 zugekehrt. Es können aber auch kreuzförmige Distanzkörper 7 vorgesehen sein
(Fig. 7, 8). Die Distanzkörper 7. können voll oder (wenigstens teilweise) hohl sein.
Dabei besteht die Möglichkeit in den Distanzkörpern 7, oder einzelnen derselben, eine
Bestückung, z.B. Sensoren für Temperatur und/oder Feuchtigkeit, anzuordnen.
[0070] Um erfindungsgemäße Gitter oder Netze 5 mit überlappenden Rändern verlegen zu können,
sind bevorzugt von Distanzkörpern 7 freie Randbereiche 15 vorgesehen, die beispielsweise
eine Breite von etwa 10 cm haben können.
[0071] Wie insbesondere die Fig. 2, 4, 6 und 9 zeigen, sind die Distanzkörper 7 lediglich
über eine Seite des Gitters oder Netzes 5 vorstehend angeordnet sein und zwar auf
die Seite, die der Wand, auf der ein Wärmedämmverbundsystem 10 herzustellen ist, zugekehrt
ist.
[0072] Die in Fig. 3 gezeigte Ausführungsform ist für Anschlussprofile 21 bestimmt, beispielsweise
für ein Dehnfugenprofil zum Herstellen von dichten Gebäudedehnfugen, mit z.B. 5 bis
25 mm Breite. In diesem Ausführungsbeispiel sind mit dem Gitter oder Netz 5 längs
laufende Profile 23 aus Metall oder Kunststoff vorgesehen, die eine Elastizität in
quer zur Richtung, also quer zu ihrer Längserstreckung aufweisen. Diese Elastizität
wird beispielsweise dadurch erreicht, dass eine längslaufende Wölbung 25 mit beispielsweise
halbkreisförmigem Querschnitt vorgesehen ist.
[0073] Fig. 5 und 6 zeigen die Anwendung des Erfindungsgedankens Gitter oder Netz 5 mit
Distanzkörpern 7 auf ein Kantenschutzprofil 27, mit Gewebe- oder Kunststoffwinkel
zum Ausbilden exakter Abschlüsse bei gebogenen Kanten oder Winkeln über oder unter
90° mit verschweißtem Gewebestreifen und Abziehkante.
[0074] Fig. 11 zeigt, dass die Erfindung, insbesondere das Gitter oder Netz 5 mit Distanzkörpern
7 auch bei einem Sockelprofil 29 (aus Kunststoff) zum Minimieren von Wärmebrücken
verwendbar ist. Gezeigt ist eine Ausführung mit Tropfkante 31, verschweißtem Glasfasergewebe
mit Distanzkörpern 7 und Steckverbindersystem für hohe Sicherheit gegen auftretende
Risse im Stoßbereich.
[0075] Fig. 12 zeigt ein erfindungsgemäßes Dehnfugenprofil 33 mit V-Form mit Glasfasergewebe
für Innenecken zum Herstellen von dichten Gebäudedehnfugen von 5 bis 25 mm Breite.
[0076] Fig. 13 veranschaulicht wie die Erfindung bei einem Bewegungsprofil 21 zum Ausbilden
horizontaler Bewegungsfugen, z.B. bei Aufstockungen oder ähnlichem eingesetzt werden
kann. Das Bewegungsfugendichtband kann in einem gesonderten Arbeitsschritt fugenfrei
verlegt werden.
[0077] Fig. 14 zeigt eine Ausführungsform des Gitters oder Netzes 5 gemäß der Erfindung
als Tropfkantenprofil 35 mit Tropfnase 37 zum Herstellen einer sauberen Tropfkante
an rückspringenden Fassaden, Fenster- und Türöffnungen, Rollladenkastenabschlüssen,
Balkonen, etc.
[0078] Fig. 15 zeigt die Anwendung der Erfindung auf ein Blechanschlussprofil 39 zum Anstecken
auf Blechanschlüssen (z.B. Dachrandabschluss) zum Herstellen einer beweglichen, schlagregensicheren
Verbindung zwischen Wärmedämmverbundsystem und Blech.
[0079] Fig. 7 und 8 zeigen eine Ausführungsform, bei welcher die Distanzkörper 7 kreuzförmige
Kunststoffteile sind.
[0080] Die Erfindung ist nicht auf einen Untergrund aus Fassadendämmplatten 1, insbesondere
Fassadendämmplatten 1 aus expandiertem Kunststoff, wie Polystyrol, beschränkt, sondern
kann grundsätzlich bei allen Wärmedämmverbundsystemen 10 Verwendung finden.
[0081] Es ist auch nicht erforderlich, dass die Distanzkörper 7 über die Fläche des Gitters
oder Netzes 5 gleichmäßig verteilt sind. Es kann beispielsweise auch in bestimmten
Anwendungsfällen erforderlich sein, dass Distanzkörper 7 an bestimmten Bereichen des
Gitters oder Netzes 5 dichter gesetzt sind als in anderen Bereichen des Gitters oder
Netzes 5.
[0082] Die Distanzkörper können anders als bei den in den Fig. 1 bis 14 gezeigten Ausführungsformen
auch langgestreckt ausgebildet sein. Beispielsweise sind die Distanzkörper leistenförmige
Körper 41. Die langgestreckten Distanzkörper 41 liegen entweder linienförmig - sie
haben dann auf ihrer den Fassadendämmplatten 1 zugekehrten Seite eine schneiden- oder
keilförmige Querschnittsform (Fig. 16) - oder punktförmig (Fig. 17) - sie haben dann
auf ihrer den Fassadendämmplatten 1 zugekehrten Seite mehrere halbkugelförmige oder
pyramiden-oder kegelstumpfförmige Ansätze 43 an Fassadendämmplatten 1 an.
[0083] So wird die für den Wärmedurchgang entscheidende Größe der Berührungsfläche zwischen
Distanzkörper 41 und Fassadendämmplatten 1 klein gehalten.
[0084] Auf ihrer von den Fassadendämmplatten 1 abgekehrten Seite können die langgestreckten
Distanzkörper 41 bevorzugt ebenfalls keil- oder schneidenförmig ausgebildet sein.
[0085] In jedem Fall bieten langgestreckte Distanzelemente 41 eine gute Führung für Kartätschen
oder Flächenspachteln, sodass eine ebene Außenfläche der Armierungsmasse gewährleistet
ist.
[0086] Langgestreckte Distanzelemente können mit den Gittern oder Netzen 5 auf beliebige
Art und Weise verbunden sein und entweder zueinander parallel verlaufend oder einander
kreuzend angeordnet sein.
[0087] Zusammenfassend kann ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt beschrieben
werden.
[0088] Ein Wärmeverbundsystem 10 weist auf Fassadendämmplatten 1 eine Schicht 3 aus Armierungsmasse
auf. Die Schicht 3 aus Armierungsmasse wird hergestellt, in dem eine Lage aus Armierungsmasse
auf die Außenseite der Fassadendämmplatte 1 aufgetragen und mit einer Zahnspachtel
abgezogen wird. Dann wird in die Armierungsmasse ein Gitter oder Netz 5 mit auf die
Fassadendämmplatten 1 hin vorstehenden Distanzkörpern 7 so eingebracht, dass die den
Fassadendämmplatten 1 zugekehrten Enden 8 der Distanzkörper 7 an dieser anliegen.
Hierauf wird weitere Armierungsmasse aufgebracht und abgezogen, was zu einer gleichmäßig
dicken Schicht 3 führt, da die Schichtdicke durch das Gitter oder Netz 5 mit Distanzkörpern
7 vorgegeben ist. Auf der Außenseite 9 der Schicht 3 kann noch eine Außenschicht 11
aufgebracht werden.
1. Verfahren zum Herstellen einer Spachtelung, insbesondere einer Spachtelung bei Wärmedämmverbundsystemen,
dadurch gekennzeichnet, dass auf einem Untergrund ein Gitter oder ein Netz mit Distanzkörpern aufgebracht wird,
dass eine Spachtelmasse aufgebracht wird und dass die Spachtelmasse in Höhe der freien,
vom Untergrund abgekehrten Enden der Distanzkörper abgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Gitter oder Netz ein Textilglasgitter oder -netz verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gitter oder Netz verwendet wird, das Distanzkörper an Kreuzungs- oder Knotenpunkten
trägt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gitter oder ein Netz verwendet wird, das über die Fläche des Gitters oder Netzes
verteilt, insbesondere gleichmäßig verteilt Distanzkörper trägt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das mit Distanzkörpern versehene Gitter oder Netz in eine auf den Untergrund aufgetragene
Schicht aus Spachtelmasse eingelegt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Einlegen des Gitters oder des Netzes eine weitere Schicht aus Spachtelmasse
aufgebracht und abgezogen wird.
7. Verfahren zum Herstellen eines Wärmeverbundsystems, bei dem an einer Wand Fassadendämmplatten
angebracht werden, auf denen eine Masse aufgetragen wird, und bei dem in der Masse
ein Gitter oder Netz mit Distanzkörpern, derart angeordnet wird, dass die Distanzkörper
vom Gitter oder Netz zur Wand hin weisen, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Fassadendämmplatten eine Armierungsmasse als Spachtelung aufgebracht wird,
dass das mit Distanzkörpern versehene Gitter oder Netz in die Armierungsmasse eingelegt
und mit Armierungsmasse eingestrichen wird, dass die Armierungsmasse anschließend
glatt abgezogen wird und dass abschließend nach dem Aushärten der Armierungsmasse
eine Außenschicht aufgebracht wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Armierungsmasse eine mineralisch gebundene, insbesondere zementäre, Armierungsmasse
verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Armierungsmasse eine mit Kunstharz gebundene Armierungsmasse verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Fassadendämmplatten aus expandiertem Kunststoff verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Armierungsmasse auf die Fassadendämmplatten aufgebracht und mit Hilfe einer Zahnspachtel
abgezogen wird, bevor das Gitter oder Netz eingelegt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die nach dem Einstreichen des Gitters oder Netzes eingestrichene Armierungsmasse
mit einer Kartätsche und/oder einer Flächenspachtel abgezogen wird.
13. Gitter oder Netz (5) zur Verwendung beim Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis
12, dadurch gekennzeichnet, dass das Gitter oder Netz (5) über seine Fläche verteilt mit Distanzkörpern (7) bestückt
ist.
14. Gitter oder Netz nach einem der Ansprüche 11 oder 12 gekennzeichnet, dass die Distanzkörper
(7) nur auf einer Seite über das Gitter oder Netz (5) überstehen.
15. Gitter oder Netz (5) nach einem der Ansprüche 13 oder 14, wobei das Gitter oder Netz
(5) über seine Fläche verteilt mit Distanzkörpern (7, 41) bestückt ist und an die
Distanzkörper (7, 41) nur auf einer Seite vom Gitter oder Netz (5) abstehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzkörper (7) im Wesentlichen halbkugelförmige Körper sind oder dass die
Distanzkörper langgestreckte Körper (41), insbesondere stab- oder leistenförmige Körper
(41) sind, die einander kreuzend angeordnet sind.