[0001] Die Erfindung betrifft ein nanoskaliges ß-Nukleierungsmittel für Polypropylen, sowie
ein Verfahren zur Erhöhung des Anteils der ß-Kristallmodifikation in Polypropylen,
sowie eine poröse Folie.
[0002] Von Polypropylen sind neben der amorphen Phase drei verschiedene kristalline, die
α-, ß-, und γ-Phasen bekannt. Beim Abkühlen von Polypropylenschmelzen bildet sich
üblicherweise überwiegend das α-kristalline PP. Durch eine bestimmte Temperaturführung
beim Abkühlen einer Polypropylenschmelze kann ein erhöhter Anteil an ß-kristalliner
Phase erzeugt werden. Der auf diese Weise erzeugte Anteil an ß-kristallinem PP beträgt
weniger als 10 % (1 Aufheizen). Die hexagonale ß-Modifikation des PP's zeichnet sich
gegenüber der monoklinen α-Modifikation durch bessere mechanische Eigenschaften, z.B.
bessere Schlagzähigkeit und Spannungsrißbeständigkeit, aus. Daneben weist die ß-Modifikation
des Polypropylens mit 140-155°C einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt gegenüber
der α-Modifikation mit einem Schmelzpunkt von mindestens 160°C auf. Ein erhöhter Anteil
an β-kristallinem PP wirkt sich daher in einigen Anwendungen günstig auf bestimmte
Gebrauchseigenschaften des Polypropylens aus. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit
Additive entwickelt, die beim Abkühlen einer Schmelze zu hohen Anteilen an Polypropylen
in der ß-Modifikation führen, sogenannte ß-Nukleierungsmittel oder β-Nukleatoren.
[0003] Als ß-Nukleator mit hoher Aktivität ist der Farbstoff γ-Quinacridone in dem Deutschen
Patent
1188278 beschrieben. Der Nachteil dieses Nukleierungsmittel ist jedoch die intensive Rotfärbung
und die mangelnde thermische Stabilität. Im
US-Patent 3,540,979 ist das Calciumsalz der Phtalsäure als thermisch stabiles Nukleierungsmittel beschrieben.
Der Nachteil dieses Nukleierungsmittel ist die geringe Aktivität. Der damit erzielte
Anteil an β-kristallinen PP beträgt höchsten 70% (K∼0,5-0,7).
[0004] Ein zweikomponentiges Nukleierungssystem aus Calciumcarbonat und organischen Dicarbonsäuren
beschreibt
DE 3610644. Dieses Nukleierungssystem zeigt in der Praxis jedoch eine schwankende Aktivität.
Der direkte Einsatz der Calciumsalze der in
DE 3 610 644 beschriebenen Dicarbonsäuren ist in
DE 4 420 989 beschrieben. Die ß-nukleierende Wirkung verschiedener Dicarboxamide, insbesondere
N,N-Dicyclohexyl-2,6-Naphtalen-dicarboxamide beschreibt
EP-0557721. Nachteil dieses Nukleators sind die hohen Eduktkosten, sowie komplizierte Syntheseschritte
bei der Herstellung.
[0005] Der Artikel "
Preparation and Characteristics of nano-CaCO3 supported ß-nucleating agent of polypropylene"
ISSN 0014-3057 beschreibt nanoskalige Partikel aus CaCO3, die mit Pimelinsäure beschichtet werden.
Die nano-Partikel werden in Polypropylen eingemischt. Das Polypropylen wird auf aufgeschmolzen,
bei dieser Temperatur gehalten und mit einer Kühlrate von 10K/min auf Raumtemperatur
abgekühlt. Dabei wird der Träger aus nanoskaligem CaCO3 mit Pimelinsäure beschichtet.
Beim Abkühlen der Schmelze, welche diese beschichteten Partikel enthält, entsteht
ein erhöhter Anteil an ß-kristallinem Polypropylen.
[0006] WO 02/081557 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines mikroporösen Materials. Es werden
Propylenpolymer und ß-Nukleierungsmittel und ein Verdünnungsmittel vermischt. Das
Verdünnungmittel ist oberhalb der Schmelzetemperatur mit der Polypropylenschmelze
mischbar und bildet unterhalb der Kristallisationstemperatur eine separate Phase.
Nach der Abkühlung der Schmelzemischung wird biaxial verstreckt und eine mikroporöse
Folie erhalten. Das ß-Nukleierungsmittel ist Calciumpimelat.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein verbessertes ß-Nukleierungsmittel,
sowie ein Verfahren zur Erzeugung von ß-kristallinem Polypropylen zur Verfügung zu
stellen, sowie ein verbessertes Verfahren zur Herstellung einer Folie mit einer hohen
Gasdurchlässigkeit. Mittels dieses Verfahrens sollen hohe ß-Anteile reproduzierbar
und zuverlässig erreicht werden können. Das Verfahren soll einfach und effizient durchführbar
sein. Die Modifizierung mit einem ß-Nukleierungsmittel darf die üblichen wichtigen
Gebrauchseigenschaften des Polypropylens nicht beeinträchtigen. Die Laufsicherheit
bei der Herstellung von porösen Folien soll verbessert werden.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung einer stabilen Dispersion
aus einer nicht-wässrigen, flüssigen Phase und dispergierten Dicarbonsäuresalzen,
bei welchem eine aliphatische Dicarbonsäure mit einem zweiwertigen Metallsalz in einer
wässrigen Lösung zu einem Dicarbonsäuresalz umgesetzt wird und das Dicarbonsäuresalz
anschließend abgetrennt und getrocknet wird, wobei dieses getrocknete Dicarbonsäuresalz
in einer nicht-wässrigen, flüssigen Phase aufgeschlämmt und zerkleinert wird, bis
eine stabile Dispersion entsteht, wobei die Dispersion <1% Dicarbonsäuresalze mit
einer Teilchengrösse von >1 µm enthält, wobei die Partikelgrösse und das Vorliegen
von Agglomeraten an Rasterelektronsichen Mikroskop-Aufnahmen der Proben bestimmt wird.
Unter einer Dispersion wird im Sinne der vorliegenden Erfindung ein heterogenes Gemisch
verstanden, bei dem das Dicarbonsäuresalz als Feststoff in der kontinuierlichen flüssigen
Phase fein verteilt als disperse Phase vorliegt, wobei das Salz nicht oder kaum in
der flüssigen Phase gelöst wird. Die beiden Phasen bilden auch keine chemische Verbindung.
Die Dispersion zeichnet sich auch dadurch aus, daß die einzelnen Phasen von einander
abgegrenzt, d.h. nicht ineinander gelöst, sind und durch physikalische Methoden, z.
B. filtern, zentrifugieren, wieder voneinander getrennt werden können. Die stabile
Dispersion entmischt sich im wesentlichen nicht mehr, beispielsweise durch sedimentieren,
von selbst.
[0009] Unter einer nicht-wässrigen Phase wird im Sinne der vorliegenden Erfindung eine organische
Verbindung verstanden, die bei Raumtemperatur flüssig ist und deren Wassergehalt <1
Gew.-% beträgt, beispielsweise Alkohole, niedere Alkane, Ketone und ähnliche Flüssigkeiten.
[0010] Trocknung bedeutet, je nach gegebenem Zusammenhang, im Sinne der vorliegenden Erfindung
sowohl die Entfernung von Wasser oder Feuchte als auch die Abtrennung der nicht-wässrigen,
flüssigen Phase.
[0011] Diese Aufgabe wird auch gelöst durch ein Compound erhältlich durch ein Verfahren
bei welchem die nicht-wässrige flüssige Phase aus der Dispersion hergestellt nach
einem der Ansprüche 1 bis 4 entfernt wird, das verbleibende Pulver aus Dicarbonsäuresalz
mit Polypropylen vermischt wird und anschließend die so erhaltene Vormischung aufgeschmolzen
und zu einem granulierten Compound extrudiert wird.
[0012] Unter einem Compound wird im Sinne der vorliegenden Erfindung eine homogene Mischung
aus mindestens einem Polypropylen und Dicarbonsäuresalz als Additiv verstanden.
[0013] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Polypropylen mit einem Anteil an ß-kristallinem
Polypropylen, erhältlich nach einem Verfahren, bei welchem die nicht-wässrige, flüssige
Phase aus der Dispersion, hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, entfernt wird,
das verbleibende Pulver aus Dicarbonsäuresalz mit Polypropylen vermischt wird und
bei einer Temperatur von mindestens 150°C aufgeschmolzen und anschließend die Schmelze
langsam bei einer Temperatur im Bereich von 60 bis 135°C abgekühlt wird, und die abgekühlte
Polypropylenschmelze einen Anteil an ß-kristallinem Polypropylen von 10 bis 95% (1.Aufheizen)
aufweist, wobei dieser ß-kristalline Polypropylen-Anteil mittels DSC Messung wie in
der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift beschrieben bestimmt wird.
[0014] Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Polypropylen mit einem Anteil an

- kristallinem Polypropylen, erhältlich nach einem Verfahren, bei welchem ein Compound
nach Anspruch 5 oder 6, gegebenenfalls gemischt mit Polypropylen ohne Nukleierungsmittel
und/oder einem weiteren Polyolefinen und/oder weiteren Zusatzstoffen, bei einer Temperatur
von mindestens 150°C aufgeschmolzen und anschließend die Schmelze langsam bei einer
Temperatur im Bereich von 60 bis 135°C abgekühlt wird, und die abgekühlte Polypropylenschmelze
einen Anteil an ß-kristallinem Polypropylen von 10 bis 95% (1.Aufheizen) aufweist,
wobei dieser ß-kristalline Polypropylen-Anteil mittels DSC Messung wie in der Beschreibung
unter der entsprechenden Überschrift beschrieben bestimmt wird. Die Aufgabe wird auch
gelöst durch eine biaxial verstreckte Polypropylenfolie mit mindestens einer porösen
Schicht, erhältlich nach einem Verfahren, bei welchem ein Compound nach Anspruch 5
oder 6, gegebenenfalls gemischt mit weiterem Polypropylen und/oder weiteren Polymeren
und/oder weiteren Zusatzstoffen, bei einer Temperatur von mindestens °160°C aufgeschmolzen
und durch eine Flachdüse extrudiert und auf Abkühlwalzen bei einer Temperatur im Bereich
von 80 bis 130°C, mit einer langen Verweildauer bei dieser Temperatur abkühlt wird
, und die abgekühlte Vorfolie mindestens 40% (gemessen nach DSC, 1. Aufheizen) β-kristallines
Polypropylen aufweist, wobei dieser ß-kristalline Polypropylen-Anteil mittels DSC
Messung wie in der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift beschrieben bestimmt
wird, und die Vorfolie anschließend erwärmt und in Längsrichtung und in Querrichtung
verstreckt wird und wobei die Temperatur bei der Streckung so gewählt wird, dass sich
das ß-kristalline Polypropylen der Vorfolie in die alpha-Modifikation des Polypropylens
umwandelt.
[0015] Letzlich wird die Aufgabe gelöst durch die Verwendung einer porösen Folie nach einem
der Ansprüche 9 bis 12 als Membran in Batterien, sekundären Batterien oder in Superkondensatoren.
[0016] Die abhängigen Ansprüche beschreiben bevorzugte Ausführungsformen der Erfidnung.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Entdeckung, daß nanoskalige Dicarbonsäuresalze
beim Abkühlen einer Polypropylen-Schmelze, die diese nanoskaligen Dicarbonsäuresalze
enthält, zur Bildung eines hohen Anteils von ß-kristallinem Polypropylen (nachstehend
auch ß-Anteil) führen. Die abgekühlte Schmelze mit einem hohen ß-Anteil bildet eine
transparente PP-Matrix, da die Partikelgröße der nanoskaligen Dicarbonsäuresalze deutlich
kleiner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes ist. Nanoskalige Dicarbonsäuresalze
haben im allgemeinen eine Teilchengröße von 1 bis 500nm, vorzugsweise 5 bis 300nm,
wobei gleichzeitig Teilchen oder Agglomerate mit einer Teilchengröße von >1 µm zu
weniger als 3%, vorzugsweise >0 bis <1% enthalten sind. Somit liegt auch die mittlere
Teilchengröße der nanoskaligen Dicarbonsäuresalze im besagten Bereich von 1 bis 500nm,
vorzugsweise 5 bis 300nm.
[0017] Nanoskalige Dicarbonsäuresalze umfassen im Sinne der vorliegenden Erfindung Salze,
deren zu Grunde liegende aliphatische Dicarbonsäure mindestens 4 bis 15 C-Atome, insbesondere
5 bis 10 C-Atome aufweist. Besonders bevorzugt sind Salze der Pimelinsäure oder Suberinsäure,
beispielsweise Ca-Pimelat oder Ca-Suberat. Es könne auch Gemische verschiedener Dicarbonsäuresalze
eingesetzt werden. Im allgemeinen sind Erdalkalisalze bevorzugt, es können jedoch
grundsätzlich auch andere zweiwertige Metallsalze, beispielsweise basierend auf zweiwertigem
Eisen, Nickel, Zink, etc. eingesetzt werden.
[0018] Die Synthese der nanoskaligen Dicarbonsäuresalze erfolgt über die an sich bekannte
Fällungsreaktion der aliphatischen Dicarbonsäuren, z.B. Pimelinsäure oder Suberinsäure,
mit zweiwertigen Metallsalzen, wie beispielsweise Chloriden, Carbonaten oder Hydroxiden,
vorzugsweise Erdalkalisalzen, wie beispielsweise Erdalkalichlorid, Erdalkalicarbonat
oder Erdalkalihydroxid in wässriger Lösung. Erdalkalihydroxide, wie z.B. Ca(OH)
2, sind bevorzugt, da die Bildung von Salzsäure oder CO
2 als Nebenprodukt vermieden wird. Für die Umsetzung wird im allgemeinen eine wäßrige
Lösung der aliphatischen Dicarbonsäure vorgelegt. Die aliphatische Dicarbonsäure wird
in Wasser gegeben und unter Rühren wird erwärmt bis sich die aliphatische Dicarbonsäure
gelöst hat, beispielsweise bei einer Temperatur von 70 bis 95°C, vorzugsweise 75 bis
90°C. Anschließend wird unter Rühren eine wässrige Metallsalz-Lösung, vorzugsweise
Erdalkalisalz-Lösung, insbesondere eine Ca(OH)
2-Lösung, hinzugefügt. Die Reaktanten werden hierbei in stöchiometrischen Mengen eingesetzt.
Dabei fällt das Dicarbonsäuresalz als feiner Niederschlag aus. Dieser Niederschlag
sedimentiert, wird abgetrennt und durch geeignete Verfahren getrocknet, z.B. in einem
Trockenschrank, bei 100 - 120°C vergetrocknet. Anschließend wird, beispielsweise unter
Vakuum, z.B. in einem Vakuumtrockenschrank, bei ca. 150 bis 200°C der Restfeuchtegehalt
des Dicarbonsäuresalzes weiter gesenkt. Vorzugsweise beträgt der Wassergehalt des
getrockneten Dicarbonsäuresalzes 0 - 2 Gew. %, vorzugsweise >0 bis 1 Gew.-%. Auf diese
Weise wird ein trockenes pulverförmiges Dicarbonsäuresalz erhalten. Dieses Pulver
enthält nach dem Trocknen Agglomerate mit einer Partikelgröße von 1 bis über 100µm,
wobei der überwiegende Anteil dieser Agglomerate eine Teilchengröße von etwa 10µm
aufweist. Der Anteil dieser Agglomerate liegt im allgemeinen über 5%.
[0019] Erfingungsgemäß wird das Dicarbonsäuresalz in einem nächsten Schritt in einer wasserfreien
flüssigen Phase aufgeschlämmt. Der Wassergehalt der flüssigen Phasen liegt im allgemeinen
unter 1Gew.-%, vorzugsweise >0 bis <0,8 Gew.-%. Die flüssige Phase ist beispielsweise
ein niederes Alkan, welches bei Raumtemperaturen flüssig ist, z.B. Hexan, Heptan oder
ein Alkohol, z.B. Ethanol, Butanol oder Isopropanol oder flüssiges Keton, z.B. Aceton.
Es können auch Mischungen dieser flüssigen Phasen verwendet werden. Im allgemeinen
werden mindestens 5 bis zu 60 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 50 Gew.-% insbesondere 15
bis 40 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der flüssigen Phase, des Dicarbonsäuresalzes
in der flüssigen Phase aufgeschlämmt. Nach dem Aufschlämmen des Salzes in der flüssigen
Phase wird der Schlamm vermahlen. Zur Zerkleinerung dienen beispielsweise gängige
Mörsermühlen, Ultraschall oder eine Kugelmühle oder andere gängige Nassmahl- oder
Zerkleinerungsprozesse. Hierbei wird das Dicarbonsäuresalz vorzugsweise auf eine Partikelgröße
von unter 1 bis 500nm, insbesondere 5 bis 200nm zerkleinert. Das nanoskalige Dicarbonsäuresalz
bildet nach der Zerkleinerung in der flüssigen Phase eine stabile Dispersion in der
Agglomerate von mehr als 1000nm nur in geringen Mengen oder gar nicht mehr vorliegen.
Der Übergang zu der nanoskaligen dispergierten Phase zeigt sich auch darin, daß das
aufgeschlämmte Dicarbonsäuresalz vor der Mahlung nach Aufschlämmen in der flüssigen
Phase zunächst direkt, z.B. innerhalb weniger Minuten, wieder sedimentiert, aber nach
der Vermahlung eine stabile, milchige, trübe Dispersion bildet, in der sich die Teilchen
nicht mehr absetzen. Diese Dispersion ist somit über eine übliche Zeitdauer bis zur
Verarbeitung im wesentlichen stabil, z.B. für eine Dauer von mindestens einer oder
auch mehreren Stunden. Gegebenenfalls kann die Schlämme zusätzlich filtriert werden,
um solche Agglomerate abzutrennen, die nach der Mahlung noch vorhanden sind. Das Filtermedium
wird so gewählt, daß alle Teilchen mit einer Größe von >1µm abgetrennt werden und
die Schlämme anschließend frei von Teilchen dieser Größe ist oder zumindest davon
weniger als 1% enthält.
[0020] Diese stabile Dispersion kann entweder direkt mit dem Polypropylen, z.B. in Form
von Pulver oder Granulat, vermischt und getrocknet werden. Alternativ wird die flüssige
Phase der Dispersion abgetrennt und das so erhaltene Pulver aus nanoskaligem Dicarbonsäuresalz
mit Polypropylen, in Form von Pulver oder Granulat, vermischt. Über diese beiden möglichen
Verfahrensvarianten erhält man eine Vormischung aus nanoskaligen Dicarbonsäuresalzen
und Polypropylen. Die Abtrennung der nicht-wässrigen flüssigen Phase erfolgt in beiden
Verfahren mit üblichen geeigneten Mitteln, beispielsweise durch Verdunsten, Abziehen
im Vakuum, Abdestillieren oder mittels einer Filterpresse. Die Vormischungen enthalten
im allgemeinen 0 bis 2 Gew.-% der flüssigen Phase, vorzugsweise >0 bis 1 Gew.-%.
[0021] Gegebenenfalls kann zusätzlich zur noch besseren Vermeidung von Agglomeration der
nanoskaligen Dicarbonsäuresalze und zur Verbesserung der Dispergierbarkeit der Dicarbonsäuresalze
in der Polypropylen-Matrix, entweder bei der Herstellung der Dispersion oder beim
Mischen der Dicarbonsäuresalze mit Polypropylen eine oberflächenaktive Substanz, wie
z.B. höherwertige Carbonsäuren, Silane, Amine oder Sulfonate zugesetzt werden. Besonders
bevorzugt sind für diese Zwecke langkettige Fettsäuren, wie Ölsäure oder Stearinsäure.
Überraschenderweise ist die erfindungsgemäße Dispersionen jedoch auch ohne solche
Hilfsmittel weitgehend stabil.
[0022] Anschließend können diese Vormischungen aus Polypropylen und Dicarbonsäuresalz direkt
zu Produkten verarbeitet werden, wobei gegebenenfalls weitere Polyolefine und/oder
weitere Zusatzstoffe zugesetzt werden können. In einer bevorzugten Variante werden
diese Vormischungen in einem weiteren Verfahrensschritt zu Granulatkörnern mit nanoskaligen
Dicarbonsäuresalzen compoundiert. Die Herstellung des Compounds erfolgt in üblicher
Weise in dem die Vormischung bei geeigneten Temperaturen aufgeschmolzen wird, beispielsweise
in einem Bereich von 160 bis 300°C. Das Aufschmelzen erfolgt vorzugsweise in einem
geeigneten Extruder, beispielsweise in einem Zweischneckenextruder, welcher gleichzeitig
eine gute Mischung des nanoskaligen Dicarbonsäuresalzes im Polypropylen gewährleistet.
Die aufgeschmolzene Mischung wird zu Granulatkörnern extrudiert und diese bei geeigneten
Temperaturen abgekühlt. Bei der Compoundierung können ebenfalls zusätzlich zu dem
Polypropylen weitere Zusatzstoffe und/oder andere Polyolefine hinzugefügt werden,
beispielsweise Polyethylene. Diese Compounds werden dann bei der Herstellung der Produkte,
beispielsweise Spritzgußteile, Folien, poröse Folien, Fasern etc. eingesetzt.
[0023] Im Allgemeinen enthalten die Vormischungen, bzw. die daraus granulierten Compounds
0,0001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,001 bis 3 Gew.-% nanosklalige, aliphatische Dicarbonsäuresalze.
Insbesondere für Folienanwendungen ist ein Gehalt von 0,001 bis 1 Gew.-% Dicarbonsäuresalze
in dem Compound, bzw. der Vormischung bevorzugt. Die Angaben in Gew.-% beziehen sich
jeweils auf das Gewicht der Mischung, bzw. des Compounds. Gegebenfalls können auch
verschiedene Dicarbonsäuresalze gemischt und anschließend verwendet werden.
[0024] Die Vormischungen oder die Compounds aus mindestens einem Polypropylen und nanoskaligen
Dicarbonsäuresalzen, die bei der Herstellung der Produkte eingesetzt werden, enthalten
im allgemeinen mindestens 50 bis <100 Gew.-%, vorzugsweise 60 bis 99 Gew.-%, insbesondere
70 bis 99 Gew.-%, eines Polypropylens und gegebenenfalls weitere Polyolefine, wie
z.B. Polyethylene und/oder weitere Zusatzstoffe. Die Angaben in Gew.-% beziehen sich
jeweils auf das Gewicht der Mischung.
[0025] Geeignete Polypropylene sind beispielsweise isotaktische Propylenhomopolymere mit
einem Schmelzpunkt von 140 bis 170°C, vorzugsweise von 155 bis 168°C, und einen Schmelzflußindex
(Messung DIN 53 735 bei 21,6 N Belastung und 230°C) von 1,0 bis 50g/10min, vorzugsweise
von 1,5 bis 20g/10min. Der n-heptanlösliche Anteil des Polymeren beträgt im allgemeinen
1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-% bezogen auf das Ausgangspolymere. Die
Molekulargewichtsverteilung des Propylenpolymeren kann variieren.
[0026] Das Verhältnis des Gewichtsmittels M
w zum Zahlenmittel M
n liegt im allgemeinen zwischen 1 und 15, vorzugsweise bei 2 bis 10, ganz besonders
bevorzugt bei 2 bis 6. Eine derartig enge Molekulargewichtsverteilung des Propylenhomopolymeren
erreicht man beispielsweise durch dessen peroxidischen Abbau oder durch Herstellung
des Polypropylens mittels geeigneter Metallocenkatalysatoren.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das eingesetzte Propylenhomopolymer
hochisotaktisch. Bei derartigen hochisotaktischen Polypropylenen beträgt der mittels
13C-NMR-Spektroskopie bestimmte Kettenisotaxie-Index des n-heptanunlöslichen Anteils
des Polypropylens mindestens 95 %, vorzugsweise 96 bis 99 %.
[0028] Des weiteren sind als Polypropylene Propylenmischpolymerisate geeignete, welche im
allgemeinen mindestens 80 Gew.-%, vorzugsweise 90 bis <100 Gew.-%, insbesondere 95
bis 99 Gew.-%, Propyleneinheiten enthalten. Der entsprechende Comonomergehalt von
höchstens 20 Gew.-% bzw. >0 bis 10 Gew.-% bzw. 1 bis 5 Gew.-% besteht, wenn vorhanden,
im allgemeinen aus Ethylen und/oder Butylen. Die Angaben in Gew.-% beziehen sich jeweils
auf das Propylenpolymere. Geeignete Mischpolymerisate, welche z.B. Ethylen und/oder
Butylen als Comonomer enthalten, sind vorzugsweise statistische Mischpolymerisate
oder Blockcopolymere.
[0029] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von Polypropylen mit einem erhöhten
Anteil an ß-kristallinem Polypropylen wird die Vormischung aus Polypropylen und nanoskaligen
Dicarbonsäuresalzen oder das Compound bei geeigneten Temperaturen aufgeschmolzen.
Diese Temperatur liegt im allgemeinen in einem Bereich von 160 bis 300°C. Das Aufschmelzen
erfolgt vorzugsweise in einem geeigneten Extruder, beispielsweise in einem Zweischneckenextruder,
welcher gleichzeitig eine gute Mischung des nanoskaligen Dicarbonsäuresalzes im Polypropylen
gewährleistet. Die aufgeschmolzene Mischung wird extrudiert und bei geeigneten Temperaturen
abgekühlt.
[0030] Sowohl die Vormischung als auch die Compounds können in dem erfindungsgemäßen Verfahren
zusammen mit weiteren Polypropylenen ohne Nukleierungsmittel und /oder gegebenenfalls
mit weiteren Polyolefinen und/oder Zusatzstoffen eingesetzt werden. Alle Komponenten
werden dann gemeinsam in einem beliebigen Extrusionswerkzeug oder in einem Kneter
aufgeschmolzen und miteinander vermischt und zu Produkten mit einem Anteil an ß-kristallinem
Polypropylen extrudiert.
[0031] Es ist bei allen Verfahrensvarianten erfindungswesentlich, daß nach der Extrusion
die Abkühlung der Schmelze, welche nanosklaige Dicarbonsäuresalze enthält, derart
erfolgt, daß die ß-nukleierende Wirkung der nanoskaligen Dicarbonsäuresalze zum Tragen
kommt. Hierfür ist es bevorzugt die Schmelze langsam bei einer Temperatur in einem
Bereich von 60 bis 135°C, vorzugsweise bei 80 bis 130°C abzukühlen. Je näher diese
Temperatur in der Nähe der Kristallisationstemperatur des ß-kristallinen Polypropylens
liegt, um so günstiger sind die Bedingungen für die Ausbildung der ß-kristallinen
Modifikation. Auf diese Weise kann über die Auswahl der Temperatur beim Abkühlen ein
mehr oder weniger hoher Anteil an ß-Polypropylen erzeugt werden. Zusätzlich hat die
Verweildauer der abkühlenden Schmelze bei der jeweiligen Temperatur einen Einfluß
auf den erzielten ß-Anteil. Zur Erzielung eines größtmöglichen ß-Anteils sollte die
Schmelze sehr langsam bei den höheren Temperaturen abgekühlt werden, wobei die notwendige
Verweildauer bei der gegebenen Temperatur im Einzelfall von der Formgebung bei der
Extrusion abhängt.
[0032] Je nach Anwendungsfall können auch niedrigere ß-Anteile im Polypropylen ausreichend
sein. Die ß-nukleierenden Dicarbonsäuresalze wirken sich in diesen Fällen positiv
aus, da die Abkühlrate erhöht werden kann, d.h. schnellere Abzugs- oder Extrusionsgeschwindigkeiten
eingesetzt werden können. Der ß-Anteil (1. Aufheizen) des nach diesem Verfahren hergestellten
Polypropylens kann somit je nach Anwendung im Bereich von 10 - 95%, vorzugsweise 20
- 80%, insbesondere 50 - 90% variieren.
[0033] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es möglich bei entsprechenden Abkühlbedingungen
einen Gehalt an ß-Polypropylen von >80%, vorzugsweise 85 bis 95% (DSC-Methode, 1.
Aufheizen) zu erzielen. Beispielsweise wurden über DSC Messungen (1. Aufheizen) an
isotaktischem Propylenhomopolymer mit 0,1 Gew.-% nanoskaligem Dicarbonsäuresalze ein
Anteil von ß-kristallinem Polypropylen von 92 % bestimmt.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren kann vorteilhaft bei der Herstellung von Folien, Formkörpern,
insbesondere Rohren und Schläuchen, Fasern und anderen Extrusionsprodukten angewendet
werden. Die hohe Effizienz der nanoskaligen ß-Dicarbonsäuren wirkt sich bei den verschiedensten
Extrusionsanwendungen günstig aus, beispielsweise da die Extrusionstemperatur reduziert
oder die Verweildauer verkürzt werden kann. Für einige Anwendungen ist ein erhöhter
Anteil an ß-kristallinem Polypropylen vorteilhaft, da hierdurch Gebrauchseigenschaften
des Polypropylens verbessert werden, z.B. erreicht man eine höhere Kerbschlagzähigkeit
und Spannungsrißbeständigkeit des Polypropylens. In einer weiteren Anwendung nutzt
man den besonders hohe ß-Anteile im Polypropylen zur Herstellung von porösen Folien
durch Umwandlung der ß-Modifikation in die alpha-Modifikation bei der Verstreckung
von Folien oder zur Erzeugung von rauhen Oberflächen einer verstreckten Folie aus.
[0035] Es wurde gefunden, daß das nanoskalige Dicarbonsäuresalz überraschende Vorteile bei
der Verwendung in einem Verfahren zur Herstellung einer porösen biaxialen verstreckten
Folie oder auch einer verstreckten Folie mit einer oder mehreren porösen Schichten
bietet. Zum einen wirken sich die hohen Gehalte an ß-Polypropylen positiv auf die
Porosität dieser Folie, bzw. der porösen Schicht, und deren Gasdurchlässigkeit aus.
Es wurde jedoch auch gefunden, daß andere ß-Nukleierungsmittel zu vergleichbar hohen
ß-Gehalten in der Vorfolie führen können, beispielsweise auch Dicarbonsäuresalze,
welche bei der Herstellung nicht der zusätzlichen Vermahlung der Schlämme unterworfen
werden. Aber es zeigt sich, daß bei Verwendung derselben das Polypropylen nicht in
der gleichen Weise zu Folien, bzw. zu Schichten mit hohen Porositäten verstreckt werden
kann. Bei Verwendung der erfindungsgemäßen nanoskaligen Dicarbonsäuren können Streckbedingungen,
insbesondere hohe Streckfaktoren angewendete werden, die zu einer besonders hohen
Porosität der Folie, bzw. der Schicht führen, wobei gleichzeitig eine überraschend
gute Laufsicherheit der Folie gegeben ist.
[0036] Die Erfindung ist bei der Herstellung von einschichtigen und mehrschichtigen porösen
Folien von Vorteil. Eine Membran-Folie zeichnet sich dadurch aus, daß sie nur eine
oder im Falle mehrerer Schichten nur poröse Schichten umfaßt und eine hohe Gasdurchlässigkeit
aufweist. Gegebenenfalls kann die Erfindung auch bei einer mehrschichtigen Folie genutzt
werden, die neben einer oder mehreren porösen Schicht/en auch eine weitere oder mehrere
im wesentlichen gas-undurchlässige Schicht/en umfaßt. Die Angaben in dieser Beschreibung
bezüglich der porösen Folie gelten somit sinngemäß in gleicher Weise oder analog auch
für die poröse Schicht oder die porösen Schichten einer mehrschichtigen Folie.
[0037] Im Einzelnen werden bei der Herstellung einer biaxial verstreckten Polypropylenfolie
die Komponenten der porösen Schicht oder Schichten, d.h. die Mischung oder das Compound
aus dem nano-Dicarbonsäuresalz und Polypropylen, gegebenenfalls gemischt mit weiterem
Polypropylen und/oder weiteren Polymeren und/oder weiteren Zusatzstoffen, in einem
Extruder bei einer Temperatur von mindestens 160°C aufgeschmolzen. Die ein- oder mehrschichtige
Polymerschmelze wird durch eine Flachdüse co/extrudiert, von einer Abnahmewalze aufgenommen
und auf der Abnahmewalze derart abgekühlt, daß sich die Schmelze zu einer Vorfolie
verfestigt und der gewünschte Anteil an ß-kristallinem Polypropylen entsteht. Diese
Abkühlung der Schmelze erfolgt wie vorstehend bereits beschrieben in einem Temperaturbereich
von vorzugsweise 80 bis 130°C, wobei eine lange Verweildauer bei dieser Temperatur
zu einem erhöhten ß-Polypropylen-Anteil beiträgt. Für die Herstellung einer porösen
Folien, bzw. Schicht wird im allgemeinen ein Anteil von mindestens 40%, vorzugsweise
60 bis 95% an ß-Polypropylen in der Vorfolie (gemessen nach DSC, 1.Aufheizen) angestrebt,
wohingegen zur Erzeugung von Oberflächenrauhigkeiten geringere Anteile von beispielsweise
10 bis 40% ausreichend sein können. Anschließend wird die Vorfolie in an sich bekannter
Weise erwärmt und in Längsrichtung verstreckt, vorzugsweise bei einer Temperatur weniger
als 140°C, insbesondere 80 bis 125°C und mit einem Streckfaktor von 2,5:1 bis 6:1.
Nach der Längsstreckung wird die längsgestreckte Folie erneut erwärmt und in Querrichtung
verstreckt, vorzugsweise bei einer Temperatur größer 110°C, insbesondere von 120 bis
145°C und mit einem Streckverhältnis von 3:1 bis 8:1. Durch die gewählten Temperaturen
bei der Verstreckung wandelt sich das ß-kristalline Polypropylen der Vorfolie in die
alpha Modifikation des Polypropylens um und erzeugt je nach Verfahrensbedingungen
und ß-Anteil in der Vorfolie eine durchgehende poröse netzwerkartige Struktur in der
Folie, bzw. in der porösen Schicht oder zumindest eine Oberflächenrauhigkeit durch
kraterartige Vertiefungen, die bei den Umwandlungsprozeßen entstehen. Derartige rauhe
Oberflächenstrukturen sind beispielsweise bei Folien mit papierähnlichem Charakter
oder bei Kondensatorfolien erwünscht, welche als Dielektrikum in Kondensatoren eingesetzt
werden. Um die elektrischen Eigenschaften solcher Kondensatorfolien nicht zu beeinträchtigen
ist es bevorzugt das nanoskalige Dicarbonsäuresalz nur in der oder den Deckschicht/en
einzusetzen, welche die Oberflächenrauheit aufweisen sollen. Es wurde gefunden, daß
die nano-skaligen Dicarbonsäuresalze die elektrischen Eigenschaften der Kondensatorfolie
nicht oder nur geringfügig beeinträchtigen.
[0038] Überraschenderweise weißt die Folie, bzw. die Schicht, welche mit den erfindungsgemäßen
nanoskaligen Dicarbonsäuresalzen hergestellt ist eine, sehr hohe und gleichmäßige
Porosität und eine gute mechanische Festigkeit auf. Die gleichmäßige Verteilung der
Porengröße ist in REM-Aufnahmen gut zu erkennen. Der mittlere Porendurchmesser (Bubble
Point) liegt im Bereich von 50 bis 350nm, bevorzugt im Bereich 60 bis 300nm. Bei der
Herstellung der porösen Folie, bzw. der Folie mit poröser Schicht, kommt es nur sehr
selten zu Abrissen, d.h. das Verfahren hat eine hohe Laufsicherheit. Die Folie kann
mit sehr hohen Faktoren verstreckt werden, so daß außergewöhnlich hohe Porositäten
erzielt werden können. Grundsätzlich kann der Gurley-Wert der verschiedenen Ausführungsformen
der Folie in einem breiten Bereich variieren. Für solche Folien, welche nur poröse
Schichten umfassen und beispielsweise als Membran-Folien verwendet werden, liegt der
Gurley Wert im allgemeinen in einem Bereich von 100 - 5000s; vorzugsweise 100 bis
2000s. Überraschenderweise lassen sich nach der vorliegenden Erfindung durch hohe
Streckfaktoren auch poröse Folien mit sehr niedrigen Gurley Werten von 10 bis <100s,
vorzugsweise 15 bis 80s, insbesondere 15 bis 50s noch verfahrenssicher herstellen.
Derartig niedrige Gurley Werte von unter 50 s können mit allen bekannten Verfahren
nach dem Stand der Technik nicht erreicht werden. Auch lassen sich poröse Folien mit
Gurley Werten <600s und Porositäten >50% mit einer Dicke unter 30 µm, vorzugsweise
10 - 25µm, insbesondere 12 - 20µm noch laufsicher herstellen.
[0039] Die porösen Folie, bzw. die poröse/n Schicht/en der Folie enthält/enthalten in einer
weiteren Ausführungsform zusätzlich zu den nanoskaligen Dicarbonsäuresalzen und dem
vorstehend beschriebenen Polypropylenen als zusätzliche Komponente ein Propylenblockcopolymer,
sowie gegebenenfalls weitere Polyolefine, welche die Porosität nicht beeinträchtigen.
In diesen Ausführungsformen enthält die Folie bzw. die poröse Schicht im allgemeinen
50 bis 85 Gew.-%, vorzugsweise 60 bis 75 Gew.-%, Propylenhomopolymere und 15 bis 50
Gew.-% Propylenblockcopolymere, vorzugsweise 25 bis 40 Gew.-%, und 0,001 bis 5 Gew.-%,
vorzugsweise 50 - 10.000 ppm des nanoskaligen Dicarbonsäuresalzes als ß-Nukleierungsmittels,
bezogen auf das Gewicht der porösen Schicht, bzw. bezogen auf das Gewicht der Folie.
Gegebenenfalls sind zusätzlich übliche Additive in geringen Mengen von unter 2 Gew.-%,
beispielsweise Stabilisatoren und Neutralisationsmittel enthalten. Für den Fall, daß
weitere Polyolefine enthalten sind, wird der Anteil des Propylenhomopolymeren oder
des Blockcopolymeren entsprechend reduziert. Im allgemeinen wird die Menge der zusätzlichen
Polymeren 0 bis <50 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 40 Gew.-%, insbesondere 1 bis 30
Gew.-% betragen, wenn diese zusätzlich enthalten sind. In diesen Fällen wird der vorstehend
beschriebene Anteil an Polypropylenen oder Propylenblockcopolymeren entsprechend erniedrigt.
In gleicher Weise gilt, daß der besagte Propylenpolymer- oder Propylenblockcopolymer-Anteil
reduziert wird, wenn höhere Mengen von bis zu 2 Gew.-% Nukleierungsmittel eingesetzt
werden.
[0040] Die poröse Folie kann einschichtig oder mehrschichtig sein. Die Dicke der porösen
Folie liegt im allgemeinen in einem Bereich von 10 bis 200µm, vorzugsweise 15 bis
150µm, insbesondere 15 bis 100µm. Die Dichte der porösen Folie liegt im allgemeinen
in einem Bereich von 0,1 bis 0,6 g/cm
3, vorzugsweise 0,2 bis 0,5 g/cm
3. Die poröse Folie kann mit einer Corona, Flamm- oder Plasmabehandlung versehen werden,
um die Befüllung mit Elektrolyten zu verbessern. Gegebenenfalls kann die mikroporöse
Folie eine Abschaltschicht umfassen, welche die Durchlässigkeit der Folie bei erhöhten
Temperaturen herabsetzt.
[0041] Die porösen Folien können vorteilhaft als Membran verwendet werden, beispielsweise
in Batterien, sekundären Batterien, in Superkonderisatoren oder in ähnlichen Anwendungen.
[0042] Zur Charakterisierung der Rohstoffe und der Folien wurden die folgenden Meßmethoden
benutzt:
Schmelzflußindex
[0043] Der Schmelzflußindex der Propylenpolymeren wurde nach DIN 53 735 bei 2,16 kg Belastung
und 230 °C gemessen und bei 190°C und 2,16 kg für Polyethylene.
Schmelzpunkte
[0044] Bei der DSC-Messung wird dem Polymeren mit einer definierten Aufheizrate eine Wärmemenge
pro Zeiteinheit zugeführt und der Wärmestrom gegen die Temperatur aufgetragen. Der
Schmelzpunkt ist im Sinne der vorliegenden Erfindung das Maximum der DSC Kurve. Zur
Bestimmung des Schmelzpunkts wird die DSC-Kurve mit einer Aufheiz- und Abkühlgeschwindigkeit
von 10K/1min im Bereich von 20 bis 200°C aufgenommen. Für die Bestimmung des Schmelzpunkts
der Polymeren wird wie üblich die zweite Aufheizkurve ausgewertet.
Dichte
[0045] Die Dichte ρ wird nach DIN 53 479, Verfahren A, bestimmt.
Porosität
[0046] Die Porosität errechnet sich aus der der an der porösen Folie bestimmten Dichte ρ
F und der Dichte des Ausgangsrohstoffes Polyproylen wie folgt:

[0047] Dabei wurde für Polypropylen eine Dichte von 0,92g/cm
3 angenommen.
Permeabilität (Gurley-Wert)
[0048] Die Permeabilität der Folien wurde mit dem Gurley Tester 4110, nach ASTM D 726-58
gemessen. Dabei wird die Zeit (in sec) bestimmt die 100 cm
3 Luft benötigen, um durch die Etikettenfläche von 1 Inch
2 (6,452 cm
2) zu permeieren. Die Druckdifferenz über der Folie entspricht dabei dem Druck einer
Wassersäule von 12,4 cm Höhe. Die benötigte Zeit entspricht dann dem Gurley-Wert.
ß-Gehalt
[0049] Der Anteil des ß-kristallinen Polypropylens wird mittels DSC bestimmt. Diese Charakterisierung
wird in
J. o. Appl. Polymer Science, Vol. 74, p.: 2357-2368, 1999 von Varga beschrieben und folgendermaßen durchgeführt: Die mit dem ß-Nukleator additivierte
Probe wird in der DSC zunächst mit einer Aufheizrate von 20°C/min auf 220°C erhitzt
und aufgeschmolzen (1. Aufheizen). Danach wird sie mit einer Kühlrate von 10°C/min
auf 100°C abgekühlt, bevor sie mit einer Heizrate von 10°C/min (2. Aufheizen) wieder
aufgeschmolzen wird.
[0050] Aus der DSC Kurve des 1. Aufheizen wird aus dem Verhältnis der Schmelzenthalpien
der ß-kristallinen Phase (H
ß) zu der Summe der Schmelzenthalpien von ß- und α-kristalliner Phase (H
ß + H
α) der Kristallinitätsgrad K
ß,DSC ( Anteil an ß-kristallinem Polypropylen) bestimmt, der in der vermessenen Probe vorliegt
(unverstreckte Folie, Spritzgussteil). Der prozentuale Wert errechnetsich wie folgt:

[0051] Aus der DSC Kurve des 2. Aufheizen wird aus dem Verhältnis der Schmelzenthalpien
der ß-kristallinen Phase (H
ß) zu der Summe der Schmelzenthalpien von ß- und α-kristalliner Phase (H
ß + H
α) der Kristallinitätsgrad K
ß,DSC (2. Aufheizen) bestimmt, der den ß-Anteil der jeweiligen Polypropylenprobe angibt,
der maximal erreicht werden kann.
Agglomerate und Teilchengröße
[0052] Die Teilchengröße der Dicarbonsäuresalze und das Vorliegen von Agglomeraten wird
an Rasterelektronischen Mikroskop-Aufnahme (REM) der Proben bestimmt.
[0053] Zur Durchführung der REM-Aufnahmen an einer Folienprobe wird ein Zuschnitt von 5x5mm
aus der biaxial verstreckten Folie ausgeschnitten und auf den Probenträger aufgeklebt.
Anschließend wird in einer Sputtereinheit eine wenige Nanometer dicke Schicht eines
Edelmetalls (Pt, Au, Pd..) auf die Oberfläche der Folie aufgebracht.
[0054] Die besputterte Probe wird dann über eine Schleuse in das REM eingebracht und dort
im Hochvakuum mit einer Beschleunigungsspannung von mehreren kV abgescannt. Die Beschleunigungsspannung
wird so gewählt, dass ein scharfes Bild entsteht, ohne daß sich die Folien-Matrix
auf Grund thermischer Belastung deformiert. Die Teilchen sind in der Aufnahme so gut
zu erkennen, daß die Größe der einzelnen Partikel mit Hilfe des Maßstabs ausgemessen
werden kann.
[0055] Die entsprechende Bestimmung der Teilchengröße der Dicarbonsäuresalze im Compound
erfolgt an einer Cast-Folie als Probekörper. Hierfür wird aus dem Compound eine ca.
120 bis 150µm unverstreckte Castfolie hergestellt. Mit dieser Cast-Folie wird verfahren
wie oben beschrieben.
[0056] Die Folie, bzw. das Compound ist im Sinne der vorliegenden Erfindung frei von Agglomeraten,
wenn in der REM-Aufnahme der Folien-Probe keine Teilchen mit einer Größe von mehr
als einem 1µm gefunden werden oder wenn maximal ein Teilchen von > 1µm vorhanden ist.
Die mittlere Teilchengröße kann durch Ausmessen der Teilchengröße einer statisch ausreichenden
Anzahl von Teilchen erfolgen. Entsprechend kann auch der Anteil an Agglomeraten von
>1µm an Hand der REM Aufnahmen bestimmt werden.
[0057] Zur Bestimmung der Teilchengröße der Dicarbonsäuresalze in Dispersion wird eine geringe
Menge der Dispersion auf einem Objektträger aufgetragen, getrocknet und gleichfalls
besputtert. An dieser besputterten Probe kann ein REM aufgenommen und die Teilchengröße
ermittelt werden. An dieser so vorbereiteten Proben wird auch das Vorliegen von Agglomeraten
geprüft.
[0058] Die Erfindung wird nun an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert:
Beispiel 1:
[0059] Es wurde eine wäßrige Lösung mit 40g Pimelinsäure in 1000ml Wasser vorgelegt und
auf 83°C erwärmt bis die Pimelinsäure vollständig gelöst war. Zu dieser Lösung wurde
eine wäßrige Calciumhydroxid-Milch (18,4g Ca(OH)
2 in 200ml Wasser) unter Rühren hinzugefügt, wodurch Calciumpimelat als weißer Niederschlag
ausfiel. Der sedimentierte Niederschlag wurde abgenutscht und bei 130°C im Trockenschrank
vorgetrocknet. Abschließend wurde bei 200°C für 24h in einem Vakuumtrockenschrank
die Restfeuchte und Kristallwasser entfernt. Auf diese Weise wurde ein grobkörniges
getrocknetes Pulver aus Calcium-Pimelat erhalten.
[0060] 100 g dieses getrockneten Calcium-Pimelats wurden in 500ml wasserfreiem (Wassergehalt
<1Gew.-%) Isopropanol aufgeschlämmt und die Schlämme in eine Kugelmühle gegeben und
vermahlen. Dabei entstand eine stabile milchartige Dispersion. REM Aufnahmen zeigen
eine Teilchengröße der Teilchen in der Dispersion im Bereich von 75nm. Es wurden in
den Proben keine Agglomerate mit einer Teilchengröße von mehr als 0,8µm gefunden
Beispiel 1 a:
[0061] Die milchartige Dispersion nach Beispiel 1 wurde unter Feuchtigkeitsausschluss bei
90°C für 10h im Ablufttrockner getrocknet. Es wurde ein weißes Pulver aus nanoskaligem
Calcium-Pimelat erhalten. Dieses Pulver wurde im Mischer in einer Konzentration von
0,4 Gew.-% bezogen auf das Polypropylen, mit Granulat aus isotaktischem Polypropylenhomopolymer
(Schmelzpunkt 162°C; MFI 3g/10min) vermischt. Diese Mischung wurde in einem Zweischneckenextruder
aufgeschmolzen (Gehäusetemperatur von 240°C und 200 1/min
-1) und zu Stäbchen-förmigen Körnern granuliert.
[0062] REM Aufnahmen an den Granulatkörnern (Probekörper Cast-Folie) zeigen das feinverteilte
agglomeratfreie Calciumpimelat in der PP-Matrix. Es wurden in den REM Aufnahmen keine
Teilchen mit einer Größe von >1µm gefunden. Mittels DSC-Analyse zeigt das Compound
aus Polypropylen und nanoskaligem Calciumpimelat einen ß-Wert von 97% beim 2.Aufheizen.
Beispiel 1 b
[0063] Die milchartige Dispersion nach Beispiel 1 wurde direkt auf eine Granulat aus isotaktischem
Polypropylenhomopolymer aufgetrommelt und diese Mischung beim Auftrommeln (oder anschließend)
getrocknet. Nach der Trocknung sind die Granulatkörner mit einer Schicht aus nanoskaligem
Calcium-Pimelat überzogen und zeigen eine milchige weiße Farbe.
[0064] REM Aufnahmen an diesen Granulatkörnern (Probekörper Cast Folie) zeigen feinverteiltes
agglomeratfreies Calcium-Pimelat auf der Oberfläche der Granulatkörner. Diese beschichteten
Granulatkörner wurden in einem Zweischneckenextruder aufgeschmolzen (Gehäusetemperatur
von 240°C und 200 1/min
-1) und zu Stäbchen-förmigen Körnern granuliert. Mittels DSC-Analyse zeigt dieses Compound
aus Polypropylen und nanoskaligem Calciumpimelat ebenfalls einen ß-Wert von 97% beim
2.Aufheizen. REM Aufnahmen an diesen Granulatkörnern zeigen die Ca-Pimelatpartikel
feinverteilt mit einer Größe von < 100 nm. Es wurden in den REM Aufnahmen keine Teilchen
mit einer Größe von > 1µm gefunden.
Vergleichsbeispiel 1
[0065] Es wurde eine wäßrige Lösung mit 40g Pimelinsäure in 1000ml Wasser vorgelegt und
auf 83°C erwärmt bis die Pimelinsäure vollständig gelöst war. Zu dieser Lösung wurde
eine wäßrige Calciumhydroxid-Lösung (18,4g Ca(OH)
2 in 200ml) unter Rühren hinzugefügt, wodurch Calciumpimelat als weißer Niederschlag
ausfiel. Der sedimentierte Niederschlag wurde abgenutscht und bei 130°C im Trockenscharnk
vorgetrocknet. Abschließend wurde bei 200°C für 24h in einem Vakuumtrockenschrank
die Restfeuchte und Kristallwasser entfernt. Auf diese Weise wurde ein grobkörniges
getrocknetes Pulver aus Calcium-Pimelat erhalten.
[0066] 100 g dieses getrockneten Calcium-Pimelats wurden in eine Kugelmühle gegeben und
in trockenem Zustand vermahlen. Es wurde ein weißes Pulver aus Calcium-Pimelat erhalten.
REM Aufnahmen zeigen eine Korngröße des Pulvers im Bereich von 500nm mit Agglomeraten
deren Teilchengröße bis zu 2µm beträgt.
Vergleichsbeispiel 1a:
[0067] Das Pulver gemäß Vergleichsbeispiel 1 wurde im Mischer in einer Konzentration von
0,4 Gew.-% mit Granulat aus isotaktischem Polypropylenhomopolymer (Schmelzpunkt 162°C;
MFI 3g/10min) vermischt. Diese Mischung wurde in einem Zweischneckenextruder aufgeschmolzen
(Gehäusetemperatur von 240°C und 200 1/min
-1) und zu Stäbchen-förmigen Körnern granuliert.
[0068] REM Aufnahmen an den Granulatkörnern (Probekörper Cast Folie) zeigen das feinverteilte
Calcium-Pimelat in der PP-Matrix, jedoch sind auch Agglomerate mit einer Teilchengröße
von 1 bis 10µm vorhanden. Mittels DSC-Analyse zeigt die Mischung aus Polypropylen
und nanoskaligem Calciumpimelat einen ß-Wert von 97% beim 2.Aufheizen.
Folienbeispiel 1
[0069] In einem Mischer wurden das Compound nach Beispiel 1 a mit Propylenhomopolymer und
Propylenblockcopolymer vermischt. Diese Mischung wurde in einem Extruder aufgeschmolzen
und weiter homogenisiert. Nach dem Extrusionsverfahren wurde die Schmelze aus einer
Breitschlitzdüse bei einer Extrusionstemperatur von 245 °C zu einer einschichtigen
Folie extrudiert. Diese Folie hatte die folgende Zusammensetzung:
| ca. 50 Gew.-% |
Propylenhomopolymerisat (PP) mit einem n-heptanlöslichen Anteil von 4,5 Gew.-% (bezogen
auf 100 % PP) und einem Schmelzpunkt von 165 °C; und einem Schmelzflußindex von 3,2
g/10 min bei 230 °C und 2,16 kg Belastung (DIN 53 735) und |
| ca. 49,96 Gew.-% |
Propylen-Ethylen-Blockcopolymerisat mit einem Ethylenanteil von ca. 5 Gew.-% bezogen
auf das Blockcopolymer und einem Schmelzflußindex (230°C und 2,16 kg) von 6 g/10min |
| 0,04 Gew.-% |
nano Ca- Pimelat als ß-Nukleierungsmittel |
[0070] Die Folie enthielt zusätzlich Stabilisator und Neutralisationsmittel in üblichen
Mengen.
[0071] Die Polymermischung wurde nach der Extrusion über eine erste Abzugswalze und ein
weiteres Walzentrio abgezogen, abgekühlt und verfestigt, anschließend längsgestreckt,
quergestreckt und fixiert, wobei im einzelnen die folgenden Bedingungen gewählt wurden:
| Extrusion: |
Extrusionstemperatur 245 °C |
| Abkühlwalze: |
Temperatur 125°C, |
| Abzugsgeschwindigkeit: |
1,5 m/min (Verweilzeit auf der Abzugswalze: 55 sec) |
| Längsstreckung: |
Streckwalze T = 90 °C |
| Längsstreckung um den |
Faktor 4 |
| Querstreckung: |
Aufheizfelder T = 145 °C |
| Streckfelder |
T = 145 °C |
| Querstreckung um den |
Faktor 4 |
[0072] Die so hergestellte poröse Folie war ca. 30 µm dick und wies eine Dichte von 0,30
g/cm
3 auf und zeigte ein gleichmäßiges weiß-opakes Aussehen. Die Porosität betrug 66% und
der Gurley-Wert 340 s. Bei der Folienherstellung traten über mehrere Stunden keine
Abrisse auf. Die REM Aufnahme (Figur 1) zeigt eine gleichmäßige Verteilung des Ca-Pimelats
ohne Agglomerate in der porösen Folie. Die Dicarbonsäuresalze sind gut erkennbar als
helle Flecken an den Polymersträngen des Netzwerks aus Polypropylen.
Folienbeispiel 2
[0073] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 1 beschrieben hergestellt. Im Unterschied
zu Folienbeispiel 1 wurden jetzt das Compound nach Beispiel 1 b eingesetzt. Es wurde
eine Folie mit den gleichen Eigenschaften wie nach Beispiel 1 erhalten. Es traten
gleichfalls keine Abrisse bei der Herstellung auf.
Folienbeispiel 3
[0074] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 2 beschrieben hergestellt. Die Zusammensetzung
wurde nicht geändert. Im Unterschied zu Folienbeispiel 1 wurde bei der Herstellung
mit einem Längsstreckfaktor von 4,8 und bei der Querstreckung mit einem Faktor von
5,8 verstreckt. Die so hergestellte poröse Folie war ca. 20 µm dick und wies eine
Dichte von 0,25 g/cm
3 auf und zeigte ein gleichmäßiges weiß-opakes Aussehen. Die Porosität betrug 60 %
und der Gurley-Wert 200 s. Es traten gleichfalls keine Abrisse bei der Herstellung
auf.
Folienbeispiel 4
[0075] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 3 beschrieben hergestellt. Die Zusammensetzung
wurde nicht geändert. Im Unterschied zu Folienbeispiel 1 wurde bei der Herstellung
eine niedrigere Abzugsgeschwindigkeit von 1 m/min (Verweilzeit auf der Abzugswalze:
80 sec) gewählt. Die übrigen Verfahrensbedingungen wurden nicht geändert. Die so hergestellte
poröse Folie war ca. 25 µm dick und wies eine Dichte von 0,25 g/cm
3 auf und zeigte ein gleichmäßiges weiß-opakes Aussehen. Die Porosität betrug 70 %
und der Gurley-Wert 60s. Auch diese Folie ließ sich überraschend verfahrenssicher
herstellen.
Vergleichsbeispiel 1 (Folie)
[0076] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 1 beschrieben hergestellt. Es wurde jedoch
im Unterschied zu Folienbeispiel 1 ein Compound hergestellt nach Vergleichsbeispiel
1a eingesetzt. Es wurde eine Folie mit einem ähnlichen Eigenschaftsprofil erhalten.
Es kam jedoch im Laufe von 4 Produktionsstunden zu 5 Abrissen. REM Aufnahmen an der
biaxial verstreckten Folie zeigen agglomerierte Teilchen in einer Größe von bis zu
5µm.
Vergleichsbeispiel 2:
[0077] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 3 hergestellt. Es wurde jedoch im Unterschied
zu Folienbeispiel 3 ein Compound hergestellt nach Vergleichsbeispiel 1a eingesetzt.
Es wurde eine Folie mit einem ähnlichen Eigenschaftsprofil wie nach Folienbeispiel
3 erhalten. Es kam jedoch im Laufe von 4 Produktionsstunden zu 10 Abrissen. De facto
war die Folie nicht verfahrenssicher herstellbar und unwirtschaftlich. REM Aufnahmen
(Figur 2) zeigt agglomerierte Teilchen in einer Größe von bis zu 5µm und größer. In
Figur 2 ist insbesondere gut zu erkennen wie diese Agglomarate Aufriße beim Verstrecken
erzeugen, die zu Abrißen bei der Herstellung führen.
Vergleichsbeispiel 3:
[0078] Es wurde versucht eine Folie wie in Folienbeispiel 4 hergestellt. Es wurde jedoch
im Unterschied zu Folienbeispiel 4 ein Compound hergestellt nach Vergleichsbeispiel
1 a eingesetzt. Es konnte mit diesen Verfahrensbedingungen auf Grund ständiger Abrisse
keine Folie hergestellt werden.
Beispiel 2:
[0079] Es wurde eine wäßrige Lösung mit 40g Suberinsäure in 1000ml Wasser vorgelegt und
auf 85°C erwärmt bis die Suberinsäure vollständig gelöst war. Zu dieser Lösung wurde
eine wäßrige Calciumhydroxid-Milch (17,02g Ca(OH)
2 in 200ml Wasser) unter Rühren hinzugefügt, wodurch Calciumsuberat als weißer Niederschlag
ausfiel. Der sedimentierte Niederschlag wurde abgenutscht und bei 130°C im Trockenschrank
vorgetrocknet. Abschließend wurde bei 200°C für 24h in einem Vakuumtrockenschrank
die Restfeuchte und Kristallwasser entfernt. Auf diese Weise wurde ein grobkörniges
getrocknetes Pulver aus Calcium-Pimelat erhalten.
[0080] 100 g dieses getrockneten Calcium-Suberats wurden in 300ml wasserfreiem Isopropanol
aufgeschlämmt und die Schlämme in eine Kugelmühle gegeben und vermahlen. Dabei entstand
eine stabile milchartige Dispersion. REM Aufnahmen zeigen eine Teilchengröße der Teilchen
in der Dispersion im Bereich von 75nm. Es wurden in den Proben keine Agglomerate mit
einer Teilchengröße von mehr als 1µm gefunden
Beispiel 2a: Pulver
[0081] Die milchartige Dispersion nach Beispiel 2 wurde unter Feuchtigkeitsausschluss bei
90°C für 10h im Ablufttrockner getrocknet. Es wurde ein weißes Pulver aus nanoskaligem
Calcium-Suberat erhalten.
[0082] Dieses Pulver wurde im Mischer in einer Konzentration von 0,4 Gew.-% bezogen auf
das Polypropylen, mit Granulat aus isotaktischem Polypropylenhomopolymer (Schmelzpunkt
162°C; MFI 3g/10min) vermischt. Diese Mischung wurde in einem Zweischneckenextruder
aufgeschmolzen (Gehäusetemperatur von 240°C und 200 1/min
-1) und zu Stäbchen-förmigen Körnern granuliert.
[0083] REM Aufnahmen an den Granulatkörnern (Probekörper Cast Folie) zeigen das feinverteilte
agglomeratfreie Calciumsuberat in der PP-Matrix. Mittels DSC-Analyse zeigt die Mischung
aus Polypropylen und nanoskaligem Calciumsuberat einen ß-Wert von 99% beim 2. Aufheizen.
Beispiel 2b
[0084] Die milchartige Dispersion nach Beispiel 2 wurde direkt auf eine Granulat aus isotaktischem
Polypropylenhomopolymer aufgetrommelt und diese Mischung beim Auftrommeln (oder anschließend)
getrocknet. Nach der Trocknung sind die Granulatkörner mit einer Schicht aus nanoskaligem
Calcium-Suberat überzogen und zeigen eine milchige weiße Farbe.
[0085] REM Aufnahmen an den Granulatkörnern (Probekörper Cast Folie) zeigen feinverteiltes
agglomeratfreies Calcium-Suberat auf der Oberfläche der Granulatkörner. Diese beschichteten
Granulatkörner wurden in einem Zweischneckenextruder aufgeschmolzen (Gehäusetemperatur
von 240°C und 200 1/min
-1) und zu Stäbchen-förmigen Körnern granuliert. Mittels DSC-Analyse zeigt diese Compound
aus Polypropylen und nanoskaligem Calciumsuberat ebenfalls einen ß-Wert von 99% beim
2.Aufheizen. REM Aufnahmen an den Granulatkörnern (Probekörper Cast-Folie) zeigen
die Ca-Suberatpartikel feinverteilt mit einer Größe von <100 nm. Es liegen keine Agglomerate
mit einer Teilchengröße von >1µm vor.
Folienbeispiel 5
[0086] In einem Mischer wurden das Compound nach Beispiel 2a mit Propylenhomopolymer und
Propylenblockcopolymer vermischt. Diese Mischung wurde in einem Extruder aufgeschmolzen
und weiter homogenisiert. Nach dem Extrusionsverfahren wurde die Schmelze aus einer
Breitschlitzdüse bei einer Extrusionstemperatur von 245 °C zu einer einschichtigen
Folie extrudiert. Diese Folie hatte die folgende Zusammensetzung:
| ca. 50 Gew.-% |
Propylenhomopolymerisat (PP) mit einem n-heptanlöslichen Anteil von 4,5 Gew.-% (bezogen
auf 100 % PP) und einem Schmelzpunkt von 165 °C; und einem Schmelzflußindex von 3,2
g/10 min bei 230 °C und 2,16 kg Belastung (DIN 53 735) und |
| ca. 49,96 Gew.-% |
Propylen-Ethylen-Blockcopolymerisat mit einem Ethylenanteil von ca. 5 Gew.-% bezogen
auf das Blockcopolymer und einem Schmelzflußindex (230°C und 2,16 kg) von 6 g/10min |
| 0,04 Gew.-% |
nano Ca- Suberat als ß-Nukleierungsmittel |
[0087] Die Folie enthielt zusätzlich Stabilisator und Neutralisationsmittel in üblichen
Mengen.
[0088] Die Polymermischung wurde nach der Extrusion über eine erste Abzugswalze und ein
weiteres Walzentrio abgezogen, abgekühlt und verfestigt, anschließend längsgestreckt,
quergestreckt und fixiert, wobei im einzelnen die folgenden Bedingungen gewählt wurden:
| Extrusion: |
Extrusionstemperatur 245 °C |
| Abkühlwalze: |
Temperatur 125°C, |
| Abzugsgeschwindigkeit: |
1,5 m/min (Verweilzeit auf der Abzugswalze: 55 sec) |
| Längsstreckung: |
Streckwalze T = 90 °C |
| Längsstreckung um den |
Faktor 4 |
| Querstreckung: |
Aufheizfelder T = 145 °C |
| Streckfelder |
T = 145 °C |
| Querstreckung um den |
Faktor 4 |
[0089] Die so hergestellte poröse Folie war ca. 30 µm dick und wies eine Dichte von 0,30
g/cm
3 auf und zeigte ein gleichmäßiges weiß-opakes Aussehen. Die Porosität betrug 66% und
der Gurley-Wert 340 s. Bei der Folienherstellung traten über mehrere Stunden keine
Abrisse auf.
Folienbeispiel 6
[0090] Es wurde eine Folie wie in Folienbeispiel 5 beschrieben hergestellt. Im Unterschied
zu Folienbeispiel 5 wurden jetzt das Compound nach Beispiel 2b eingesetzt. Es wurde
eine Folie mit den gleichen Eigenschaften wie nach Folienbeispiel 5 erhalten. Es traten
gleichfalls keine Abrisse bei der Herstellung auf.
1. Verfahren zur Herstellung einer stabilen Dispersion aus einer nicht-wässrigen flüssigen
Phase und dispergierten Dicarbonsäuresalzen, bei welchem eine aliphatische Dicarbonsäure
mit einem zweiwertigen Metallsalz in einer wässrigen Lösung zu einem Dicarbonsäuresalz
umgesetzt wird und das Dicarbonsäuresalz anschließend abgetrennt und getrocknet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass anschließend das getrocknete Dicarbonsäuresalz in einer nicht-wässrigen, flüssigen
Phase aufgeschlämmt und zerkleinert wird, bis eine stabile Dispersion entsteht, wobei
die Dispersion <1% Dicarbonsäuresalze mit einer Teilchengrösse von >1 µm enthält,
wobei die Teilchengrösse und das Vorliegen von Agglomeraten an Rasterelektronsichen
Mikroskop-Aufnahmen der Proben bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicarbonsäure eine aliphatische Dicarbonsäure mit 4 bis 15 C-Atome ist und die
nicht-wässrige, flüssige Phase ein Alkohol ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicarbonsäure Pimelinsäure oder Suberinsäure ist und das Metallsalz ein Erdalkalisalz
ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallsalz ein Hydroxid, ein Carbonat oder ein Chlorid ist.
5. Compound aus Polypropylen, erhältlich durch ein Verfahren, bei welchem die nicht-wässrige,
flüssige Phase aus der Dispersion, hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, entfernt
wird, das verbleibende Pulver aus Dicarbonsäuresalz mit Polypropylen vermischt wird
und anschließend die so erhaltene Vormischung aufgeschmolzen und zu einem granulierten
Compound extrudiert wird.
6. Compound aus Polypropylen, erhältlich durch ein Verfahren, bei welchem eine Dispersion,
hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit Polypropylen vermischt wird, die
nicht-wässrige, flüssige Phase aus dieser Mischung entfernt wird und anschließend
die so erhaltene Vormischung aufgeschmolzen und zu einem granulierten Compound extrudiert
wird.
7. Polypropylen mit einem Anteil an β- kristallinem Polypropylen, erhältlich nach einem
Verfahren, bei welchem die nicht-wässrige, flüssige Phase aus der Dispersion, hergestellt
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, entfernt wird, das verbleibende Pulver aus Dicarbonsäuresalz
mit Polypropylen vermischt wird und bei einer Temperatur von mindestens 150°C aufgeschmolzen
und anschließend die Schmelze langsam bei einer Temperatur im Bereich von 60 bis 135°C
abgekühlt wird, und die abgekühlte Polypropylenschmelze einen Anteil an β-kristallinem
Polypropylen von 10 bis 95% aufweist, wobei dieser β-kristalline Polypropylen-Anteil
mittels DSC Messung wie in der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift beschrieben
bestimmt wird.
8. Polypropylen mit einem Anteil an β- kristallinem Polypropylen, erhältlich nach einem
Verfahren, bei welchem ein Compound nach Anspruch 5 oder 6, gegebenenfalls gemischt
mit Polypropylen ohne Nukleierungsmittel und/oder einem weiteren Polyolefinen und/oder
weiteren Zusatzstoffen, bei einer Temperatur von mindestens 150°C aufgeschmolzen und
anschließend die Schmelze langsam bei einer Temperatur im Bereich von 60 bis 135°C
abgekühlt wird, und die abgekühlte Polypropylenschmelze einen Anteil an β-kristallinem
Polypropylen von 10 bis 95% aufweist, wobei dieser β-kristalline Polypropylen-Anteil
mittels DSC Messung wie in der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift beschrieben
bestimmt wird.
9. Biaxial verstreckte Polypropylenfolie mit mindestens einer porösen Schicht, erhältlich
nach einem Verfahren, bei welchem ein Compound nach Anspruch 5 oder 6, gegebenenfalls
gemischt mit weiterem Polypropylen und/oder weiteren Polymeren und/oder weiteren Zusatzstoffen,
bei einer Temperatur von mindestens 160°C aufgeschmolzen und durch eine Flachdüse
extrudiert und auf Abkühlwalzen bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 130°C mit
einer langen Verweildauer bei dieser Temperatur, abkühlt wird , und die abgekühlte
Vorfolie mindestens 40% β-kristallines Polypropylen aufweist, wobei dieser β-kristallin
Polypropylen-Anteil mittels DSC Messung wie in der Beschreibung unter der entsprechenden
Überschrift beschrieben, bestimmt wird, und die Vorfolie anschließend erwärmt und
in Längsrichtung und in Querrichtung verstreckt wird und wobei die Temperatur bei
der Streckung so gewählt wird, dass sich das β-kristalline Polypropylen der Vorfolie
in die α-Modifikation des Polypropylens umwandelt.
10. Polypropylenfolie nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das nanoskalige Dicarbonsäuresalz in der porösen Folie eine Teilchengröße von weniger
als 100 nm aufweist und keine Agglomerate mit einer Teilchengröße von > 1 µm vorliegen.
11. Polypropylenfolie nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie einen Gurley Wert von <500 s aufweist, gemessen nach ASTM D 726-58.
12. Polypropylenfolie nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Porosität der Folie > 50% ist, wobei die Porosität P mittels Dichtemessung nach
DIN 53 479, Verfahren A, wie in der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift
beschrieben, bestimmt wird.
13. Verwendung einer porösen Folie nach einem der Ansprüche 9 bis 12 als Membran in Batterien,
sekundären Batterien oder in Superkondensatoren.
14. Biaxial verstreckte Polypropylenfolie mit mindestens einer Schicht, erhältlich nach
einem Verfahren, bei welchem für die Schicht ein Compound, hergestellt nach einem
der Anspruch 5 bis 6, gegebenenfalls gemischt mit weiterem Polypropylen und/oder weiteren
Polymeren und/oder weiteren Zusatzstoffen, bei einer Temperatur von mindestens 160°C
aufgeschmolzen und durch eine Flachdüse extrudiert und auf Abkühlwalzen bei einer
Temperatur im Bereich von 80 bis 130°C, mit einer langen Verweildauer bei dieser Temperatur,
abkühlt wird und die abgekühlte Vorfolie in der Schicht einen 10 bis 40% β-kristallinenes
Polypropylen aufweist, wobei dieser β-kristalline Polypropylen-Anteil mittels DSC
Messung wie in der Beschreibung unter der entsprechenden Überschrift beschrieben bestimmt
wird, und die Vorfolie anschließend erwärmt und in Längsrichtung und in Querrichtung
verstreckt wird und und wobei die Temperatur bei der Streckung so gewählt wird, dass
sich das β-kristalline Polypropylen der Vorfolie in die α-Modifikation des Polypropylens
umwandelt und die Schicht eine äußere Schicht der Folie bildet und diese Schicht auf
der äußeren Oberfläche eine Oberflächenrauheit durch kraterartige Vertiefungen aufweist.
15. Verwendung einer Folie nach Anspruch 14 als Dielektrikum in Kondensatoren oder als
Folie mit papier-ähnlichen Eigenschaften.
1. A process for the production of a stable dispersion formed from a non-aqueous liquid
phase and dispersed dicarboxylic acid salts, in which an aliphatic dicarboxylic acid
is reacted with a divalent metallic salt in an aqueous solution in order to form a
dicarboxylic acid salt and the dicarboxylic acid salt is subsequently separated and
dried, characterized in that subsequently, the dried dicarboxylic acid salt is elutriated and comminuted in a
non-aqueous liquid phase until a stable dispersion is formed, wherein the dispersion
contains < 1 % of dicarboxylic acid salts with a particle size of > 1 µm, wherein
the particle size and the presence of agglomerates are determined by means of scanning
electron microscope images of samples.
2. The process according to claim 1, characterized in that the dicarboxylic acid is an aliphatic dicarboxylic acid containing 4 to 15 C atoms
and the non-aqueous liquid phase is an alcohol.
3. The process according to claim 1 or 2, characterized in that the dicarboxylic acid is pimelic acid or suberic acid and the metallic salt is an
alkaline-earth salt.
4. The process according to one of claims 1 to 3, characterized in that the metallic salt is a hydroxide, a carbonate or a chloride.
5. A blend formed from polypropylene, which can be obtained by means of a process in
which the non-aqueous liquid phase is removed from the dispersion produced according
to one of claims 1 to 4, the remaining dicarboxylic acid salt powder is admixed with
polypropylene and subsequently, the pre-mixture obtained thereby is melted and extruded
to form a granular blend.
6. A blend formed from polypropylene, which can be obtained by means of a process in
which a dispersion produced according to one of claims 1 to 4 is admixed with polypropylene,
the non-aqueous liquid phase is removed from said admixture, and subsequently the
pre-mixture obtained in this manner is melted and extruded to form a granular blend.
7. Polypropylene containing a fraction of β-crystalline polypropylene, which can be obtained
by means of a process in which the non-aqueous liquid phase is removed from the dispersion
produced according to one of claims 1 to 4, the remaining dicarboxylic acid salt powder
is admixed with polypropylene and melted at a temperature of at least 150 °C and subsequently,
the melt is slowly cooled at a temperature in the range 60 to 135 °C, and the cooled
polypropylene melt contains a fraction of β-crystalline polypropylene of 10 to 95
%, wherein said β-crystalline polypropylene fraction is determined using DSC measurements
as described in the description under the relevant heading.
8. Polypropylene containing a fraction of β-crystalline polypropylene, which can be obtained
by means of a process in which a blend according to claim 5 or 6, optionally admixed
with polypropylene without a nucleation agent and/or an additional polyolefin and/or
additional additives, is melted at a temperature of at least 150 °C and subsequently,
the melt is slowly cooled at a temperature in the range 60 to 135 °C, and the cooled
polypropylene melt contains a fraction of β-crystalline polypropylene of 10 to 95
%, wherein said β-crystalline polypropylene fraction is determined using DSC measurements
as described in the description under the relevant heading.
9. A biaxially stretched polypropylene film having at least one porous layer, which can
be obtained by means of a process in which a blend claim 5 or 6, optionally mixed
with additional polypropylene and/or additional polymers and/or additional additives,
is melted at a temperature of at least 160 °C and extruded through a flat nozzle and
cooled on cooling rollers at a temperature in the range 80 to 130 °C with a long dwell
time at said temperature, and the cooled pre-film contains at least 40 % β-crystalline
polypropylene, wherein said β-crystalline polypropylene fraction is determined using
DSC measurements as described in the description under the relevant heading, and the
pre-film is subsequently heated and stretched in the longitudinal direction and in
the transverse direction, and wherein the temperature during stretching is selected
such that the β-crystalline polypropylene of the pre-film is transformed into the
α-modification of the polypropylene.
10. The polypropylene film according to claim 9, characterized in that the nanoscale dicarboxylic acid salt in the porous film has a particle size of less
than 100 nm and no agglomerates with a particle size of > 1 µm are present.
11. The polypropylene film according to claim 9 or 10, characterized in that the film has a Gurley value of < 500 s, measured in accordance with ASTM D 726-58.
12. The polypropylene film according to one of claims 9 to 11, characterized in that the porosity of the film is > 50 %, wherein the porosity P is determined by measurement
of the density in accordance with DIN 53 479, Method A, as described in the description
under the relevant heading.
13. Use of a porous film according to one of claims 9 to 12, as a membrane in batteries,
secondary batteries or in supercapacitors.
14. A biaxially stretched polypropylene film with at least one layer which can be obtained
in accordance with a process in which, as the layer, a blend produced according to
claim 5 to 6, optionally mixed with additional polypropylene and/or additional polymers
and/or additional additives, is melted at a temperature of at least 160 °C and extruded
through a flat nozzle and cooled on cooling rollers at a temperature in the range
80 to 130 °C, with a long dwell time at that temperature, and the cooled pre-film
in the layer contains 10 to 40 % β-crystalline polypropylene, wherein said β-crystalline
polypropylene fraction is determined using DSC measurements as described in the description
under the relevant heading, and the pre-film is then heated and stretched in the longitudinal
direction and in the transverse direction, and wherein the temperature during stretching
is selected in a manner such that the β-crystalline polypropylene of the pre-film
is transformed into the α-modification of the polypropylene and the layer forms an
outer layer of the film and the outer surface of said layer has a surface roughness
formed by crater-like depressions.
15. Use of a film according to claim 14, as a dielectric in capacitors or as a film with
paper-like properties.
1. Procédé de préparation d'une dispersion stable à partir d'une phase liquide non-aqueuse
et de sels d'acide dicarboxylique en dispersion, consistant à faire réagir un acide
dicarboxylique dans une solution aqueuse avec un sel métallique divalent pour obtenir
un sel d'acide dicarboxylique, ledit sel d'acide dicarboxylique étant ensuite séparé
et séché, caractérisé en ce que, suite à son séchage, le sel d'acide dicarboxylique est mis en suspension dans une
phase liquide non-aqueuse et broyé jusqu'à l'obtention d'une dispersion stable, ladite
dispersion contenant < 1 % de sels d'acide dicarboxylique ayant une granulométrie
> 1 µm, la granulométrie et la présence d'agglomérés étant déterminées à l'aide de
clichés d'échantillons obtenus par microscopie électronique à balayage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que ledit acide dicarboxylique est un acide dicarboxylique aliphatique renfermant 4 à
15 atomes de carbone, et ladite phase liquide non-aqueuse est un alcool.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'acide dicarboxylique est de l'acide pimélique ou de l'acide subérique, et ledit
sel métallique est un sel alcalino-terreux.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le sel métallique est un hydroxyde, un carbonate ou un chlorure.
5. Formulation complète à base de polypropylène, pouvant être obtenue par un procédé
qui consiste à enlever la phase liquide non-aqueuse de la dispersion préparée selon
l'une des revendications 1 à 4, à mélanger le résidu pulvérulent de sel d'acide dicarboxylique
avec du polypropylène puis à faire fondre le pré-mélange ainsi obtenu et l'extruder
de manière à récupérer une formulation complète sous forme de granulés.
6. Formulation complète à base de polypropylène, pouvant être obtenue par un procédé
qui consiste à mélanger la dispersion préparée selon l'une des revendications 1 à
4 avec du polypropylène, à enlever la phase liquide non-aqueuse de ce mélange, puis
à faire fondre le pré-mélange ainsi obtenu et l'extruder de manière à récupérer une
formulation complète sous forme de granulés.
7. Polypropylène comportant une proportion de polypropylène β-cristallin, lequel peut
être obtenu selon un procédé consistant à enlever la phase liquide non-aqueuse de
la dispersion préparée selon l'une des revendications 1 à 4, à mélanger le résidu
pulvérulent de sel d'acide dicarboxylique avec du polypropylène et à le faire fondre
à une température d'au moins 150 °C puis à refroidir la matière en fusion lentement
à une température comprise entre 60 et 135 °C, cette matière de polypropylène fondue
comportant suite à son refroidissement une proportion de polypropylène β-cristallin
comprise entre 10 et 95 %, ladite proportion de polypropylène β-cristallin étant déterminée
au moyen d'une mesure par calorimétrie différentielle à balayage telle que décrite
sous le titre correspondant.
8. Polypropylène comportant une proportion de polypropylène β-cristallin, lequel peut
être obtenu selon un procédé consistant à faire fondre une formulation complète selon
les revendications 5 ou 6, le cas échéant en mélange avec du polypropylène exempt
d'agents de nucléation et/ou avec d'autres polyoléfines et/ou avec d'autres additifs,
à une température d'au moins 150 °C puis à refroidir la matière en fusion lentement
à une température comprise entre 60 et 135 °C, cette matière de polypropylène fondue
comportant suite à son refroidissement une proportion de polypropylène β-cristallin
comprise entre 10 et 95 %, ladite proportion de polypropylène β-cristallin étant déterminée
au moyen d'une mesure par calorimétrie différentielle à balayage telle que décrite
sous le titre correspondant.
9. Feuille de polypropylène biaxialement orientée laquelle comporte au moins une couche
poreuse et laquelle peut être obtenue selon un procédé consistant à faire fondre une
formulation complète selon les revendications 5 ou 6, le cas échéant en mélange avec
du polypropylène supplémentaire et/ou d'autres polymères et/ou d'autres additifs,
à une température d'au moins 160 °C et à l'extruder à travers une filière plate et
à la refroidir sur des cylindres de refroidissement à une température comprise entre
80 et 130 °C, le temps de séjour à cette température étant long, la pré-feuille comportant
suite à son refroidissement au moins 40 % de polypropylène β-cristallin, ladite proportion
de polypropylène β-cristallin étant déterminée au moyen d'une mesure par calorimétrie
différentielle à balayage telle que décrite sous le titre correspondant, pour ensuite
réchauffer ladite pré-feuille et l'orienter dans la direction longitudinale et la
direction transversale, la température durant cette orientation étant choisie de manière
à ce que le polypropylène β-cristallin de la pré-feuille se transforme en la modification
α du polypropylène.
10. Feuille de polypropylène selon la revendication 9, caractérisée en ce que le sel d'acide dicarboxylique à l'échelle nano présente, au sein de ladite feuille
poreuse, une granulométrie inférieure à 100 nm tout en étant exempt d'aggloméré d'une
granulométrie > 1 µm.
11. Feuille de polypropylène selon les revendications 9 ou 10, caractérisée en ce que la feuille présente un indice de Gurley < 500 s, mesuré selon ASTM D 726-58.
12. Feuille de polypropylène selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisée en ce que la porosité de ladite feuille est > 50 %, la porosité P étant déterminée par mesure
de la densité selon DIN 53 479, méthode A, telle qu'exposée dans la description sous
le titre correspondant.
13. Utilisation d'une feuille poreuse selon l'une des revendications 9 à 12 en tant que
membrane dans des batteries, des accumulateurs électriques ou dans des supercondensateurs.
14. Feuille de polypropylène biaxialement orientée laquelle comportant au moins une couche
et laquelle peut être obtenue selon un procédé consistant réaliser cette couche en
faisant fondre une formulation complète préparée selon l'une des revendications 5
à 6, le cas échéant en mélange avec du polypropylène supplémentaire et/ou d'autres
polymères et/ou d'autres additifs, à une température d'au moins 160 °C, et à l'extruder
à travers une filière plate et à la refroidir sur des cylindres de refroidissement
à une température comprise entre 80 et 130 °C, le temps de séjour à cette température
étant long, la pré-feuille comportant suite à son refroidissement dans ladite couche
10 à 40 % de polypropylène β-cristallin, ladite proportion de polypropylène β-cristallin
étant déterminée au moyen d'une mesure par calorimétrie différentielle à balayage
telle que décrite sous le titre correspondant, pour ensuite réchauffer ladite pré-feuille
et l'orienter dans la direction longitudinale et la direction transversale, la température
durant cette orientation étant choisie de manière à ce que le polypropylène β-cristallin
de la pré-feuille se transforme en la modification a du polypropylène, et ladite couche
formant une couche extérieure de ladite feuille, et ladite couche conférant à la surface
extérieure une rugosité de surface occasionnée par des cavités ressemblant à des cratères.
15. Utilisation d'une feuille selon la revendication 14 en tant que diélectrique dans
des condensateurs ou en tant que feuille ayant des propriétés proches de celles du
papier.