Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ausstanzen einer Folienportion
aus einer Folie und zum Aufsiegeln der Folienportion auf ein Behältnis. Dabei durchstösst
ein Stempel in Arbeitsrichtung des Stempels zuerst eine Stanzebene und trifft danach
auf eine Siegelebene.
Stand der Technik
[0002] Das Verschliessen eines Behältnisses durch Aufsiegeln einer Folie ist ein in der
Industrie weit verbreitetes Verfahren und wird in einer Vielzahl von Varianten eingesetzt.
Eine entsprechende Vorrichtung wird beispielsweise in der
DE 10 031 356 A1 (A.L.X.-Metall Verpackungstechnik) beschrieben. Diese Vorrichtung erlaubt ein Heissversiegeln
eines Behältnisses (insbesondere einer Menuschale mit einer Folie) und ein Abtrennen
der über den Rand des Behältnisses vorstehenden Folienbahn in einem Arbeitsgang. Dazu
befindet sich im Unterteil der Vorrichtung eine vertikal bewegliche Aufnahmekonstruktion
für das Behältnis und ein um diese herum angeordnetes, fixiertes Stanzmesser. Über
das Behältnis wird eine Folienbahn gelegt, welche durch ein heizbares Oberteil der
Vorrichtung gegen das Unterteil gedrückt und mit dem Rand der Öffnung des Behältnisses
verschweißt wird. Eine weiter ausgeführte Vertikalbewegung des Oberteils drückt in
der Folge die Aufnahmekonstruktion des Behältnisses nach unten, wodurch das Stanzmesser
freigelegt wird und dieses die Folienportion aus der Folienbahn um die Öffnung des
Behältnisses herum ausstanzt. Um eine gute Stanzqualität zu erreichen besitzt das
Oberteil mit Vorteil eine Ausnehmung oder Schneidleiste. Als weiteres mögliches Bauteil
ist ein außerhalb des Stanzmessers angebrachter Niederhalter vorgeschlagen, der in
seiner entspannten Position über das Niveau des Stanzmessers hinausragt und einerseits
dem Anpressen der Folienbahn an das Oberteil zur Fixierung beim Stanzvorgang und andererseits
dem Abheben der Folienbahn nach Ausstanzung der Folienportion dient.
[0003] Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufsiegeln und Schneiden einer Folie auf einen
Behälter werden ebenfalls in der
DE 197 50 075 A1 (Benhil Gasti Verpackungsmaschinen GmbH) offenbart. Die
DE 197 50 075 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Herstellen und Aufbringen
von Deckeln in einem Arbeitsgang (insbesondere von Deckblattfolien aus einer dünnen
Kunststofffolienbahn) auf zu verschließende Behälter. Die Schneideinrichtung enthält
einen im Wesentlichen senkrecht zur Bewegungsebene der Folienbahn verstellbaren Schneidkörper
mit einem zentriert angeordneten Schneidmesser. Eine besonders vorteilhafte Ausbildungsform
des Schneidmessers sieht dessen Schneide kronenförmig vor. Der Siegelstempel besitzt
einen geringeren Durchmesser als der Schneidkörper, sodass Schneid- und Siegeleinrichtung
kombiniert gebaut und in einander integriert werden können. In der bevorzugten Konstruktion
der Vorrichtung wird die Siegelung der Folie auf den Behälter kurz vor dem Ausstanzen
der Folienportion, im Wesentlichen aber zeitgleich ausgeführt.
[0004] Die im gegenwärtigen Stand der Technik verwendeten Verfahren und Vorrichtungen weisen
die Nachteile auf, dass beispielsweise mit dem Stanzmesser der
DE 10 031 356 A1 (A.L.X.-Metall Verpackungstechnik) keine Folienportionen aus Metallfolien mit glatter
Kante ausgestanzt werden können, und die Form der auszustanzenden, bereits aufgesiegelten
Folienportion dadurch beschränkt ist, dass nur Folienteile am oder ausserhalb des
Randes des Behälters durch Stanzen entfernt werden können. In der
DE 197 50 075 A1 (Benhil Gasti Verpackungsmaschinen GmbH) weisen die ausgestanzten Folienportionen
ebenfalls keine glatte Kante auf, und auch hier ist die Form der auszustanzenden,
bereits aufgesiegelten Folienportion dadurch beschränkt, dass nur Folienteile am oder
ausserhalb des Randes des Behälters durch Stanzen entfernt werden können. Ausserdem
ist die Form und Fläche der aufgesiegelten Stellen innerhalb der Folienportion nicht
frei wählbar, weil der Siegelstempel innerhalb des Schneidkörpers liegt und die Folienportion
daher nicht bis ganz an den gestanzten Rand aufgesiegelt werden kann.
Darstellung der Erfindung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein dem eingangs genannten technischen Gebiet zugehörendes
Verfahren zu schaffen, welches sich zur Verarbeitung von verschiedenen Folienmaterialien
eignet, wobei die ausgestanzten Folienportionen selbst bei einer Verwendung von verschiedenen
Folienmaterialien glatte Kanten aufweisen. Zudem soll die Form der ausgestanzten Folienportionen
und die Form und Dimension der aufgesiegelten Stellen der Folienportion flexibel wählbar
sein.
[0006] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 definiert. Gemäss der
Erfindung durchstösst im Rahmen des Verfahrens zum Ausstanzen einer Folienportion
aus einer Folie und zum Aufsiegeln der Folienportion auf ein Behältnis ein Stempel
in Arbeitsrichtung des Stempels zuerst eine Stanzebene und trifft danach auf eine
Siegelebene. Dabei erfolgen das Ausstanzen und das Aufsiegeln in einem Arbeitsgang,
indem der Stempel in einem ersten Schritt die Folienportion ausstanzt, in einem zweiten
Schritt die Folienportion auf das Behältnis transportiert und in einem dritten Schritt
die Folienportion auf das Behältnis aufsiegelt. Zum Ausstanzen drückt der Stempel
die Folie durch ein Schneidmesser, wobei das Schneidmesser in der Stanzebene eine
geschlossene Kontur aufweist, und das Schneidmesser ist derart ausgebildet, dass es
vor dem Ausstanzen eine Perforation entlang der Schnittlinie erzeugt. Das Aufsiegeln
erfolgt in an sich bekannter Weise, z. B. indem die Siegelstelle mit Druck und/oder
Wärme beaufschlagt wird.
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren weist einerseits den grossen Vorteil auf, dass in
einem ersten Schritt des Ausstanzens die Folie vom Stempel durch das Schneidmesser
gedrückt wird und daher die Form der Folienportion ohne jegliche Einschränkungen frei
gewählt werden kann. Andererseits wird im dritten Schritt zum Aufsiegeln der Folienportion
wieder derselbe Stempel wie bereits im ersten Schritt zum Ausstanzen verwendet, darum
kann der Stempel in einer Projektion in Arbeitsrichtung betrachtet die gesamte Fläche
(bis ganz zum Rand) oder aber auch jede beliebige Teilfläche der Folienportion bedecken.
Somit kann die Form und Fläche der aufgesiegelten Stellen der Folienportion durch
eine entsprechende Ausbildung des Stempels auf der gesamten Fläche der Folienportion
ohne jegliche Einschränkungen frei gewählt werden.
[0008] Die Perforation kann erzeugt werden, ohne dass die Folie dazu wesentlich verformt
wird. Die Schnittkraft wird entsprechend substanziell verringert. Das erfindungsgemässe
Verfahren bietet entsprechend den Vorteil, dass durch die dem Ausstanzen vorgängige
Perforation der Folie entlang der Schnittlinie verschiedene Materialien ausgestanzt
werden können, ohne dass es zu Spannungen, Rissen oder anderen unerwünschten Effekten
und sogar Beschädigungen der Folienportion während des Scherschneidens kommt. Dadurch
können Folien aus verschiedenen Materialien mit demselben Schneidmesser ausgestanzt
werden, statt das Schneidmesser verschiedenen Materialien anpassen zu müssen. Da das
zum vorgängigen Perforieren ausgebildete Schneidmesser als Matrize dient und der Stempel
die Folie hindurchdrückt, entstehen selbst bei Verwendung von verschiedenen Materialien
glatte Aussenkanten an den herausgestanzten Folienportionen und raue Aussenkanten
an der Restfolie (siehe Fig. 1).
[0009] Die beim erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Stempel und Stempelführungen müssen
weniger Aufgaben erfüllen als im Rahmen von Verfahren gemäss dem Stand der Technik
und können daher einfacher ausgestaltet werden, was wiederum andere Aufgaben (z. B.
eine eventuelle Heizung und/oder Kühlung des Stempels) vereinfacht und sich in einem
einfacheren Aufbau niederschlägt. Dies kann die Konstruktion, den Bau und die Wartung
einer Vorrichtung zur Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens vereinfachen und
Zeit, Material und Kosten sparen.
[0010] Empirische Versuche haben ausserdem gezeigt, dass beim Durchdrücken einer Folie mit
einem Stempel durch ein Schneidmesser (d.h. durch eine scharfkantige Matrize) bei
gleich gutem Stanzresultat ein grösseres Spiel (etwa 0.1 - 0.2 mm) zwischen Stempel
und Matrize bestehen kann als bei einer herkömmlichen Stanzanordnung, wo ein scharfkantiger
Stempel durch eine Folie auf einer stumpfen Matrize durchgedrückt wird (das zulässige
Spiel beträgt bei herkömmlichen Stanzanordnungen unter 0.02 mm). Durch das grössere
Spiel entsteht weniger Verschleiss an Stempel und Matrize, was wiederum weniger Wartung,
längere Standzeit bei vergleichbarer Stanzqualität bzw. bessere Stanzqualität bei
ähnlicher Standzeit, geringere Kosten usw. bedeutet.
[0011] Mit Vorteil wird die Folie vor dem Ausstanzen derart fixiert, dass die Folie sich
nur noch entlang der Arbeitsrichtung des Stempels bewegen lässt.
[0012] Eine Fixierung der Folie bezüglich Bewegungen quer zur Arbeitsrichtung hält die Folienportion
relativ zu Stempel und Schneidmesser in Position. Die Fixierung hat zum Ziel, die
Folie mindestens während des Ausstanzens festzuhalten und ein exaktes Ausstanzen der
Folienportion zu gewährleisten. Die Fixierung kann mit Vorteil die Folienportion beispielsweise
auch nach dem Ausstanzen noch halten, diese insbesondere am Stempel fixieren, und
dadurch zusätzlich den Transport und/oder das Versiegeln des Behältnisses erleichtern
sowie die Genauigkeit der Positionierung der Folienportion auf dem Behältnis erhöhen.
Das Fixieren kann durch verschiedene Mechanismen realisiert werden, etwa durch Klemmen,
Kleben, Spannen, elektrostatische Kräfte, (elektro-)magnetische Kräfte, Unter- und/oder
Überdruck, Kapillarkräfte, Oberflächeneffekte und andere. Ein weiterer Vorteil einer
derartigen Fixierung, sofern sie sich auf die Folienportion nach dem Ausstanzen bezieht,
ist dadurch gegeben, dass sich die Folienportion vor dem Aufsiegeln nicht zusammenrollen
kann, selbst wenn sie aufgrund von Materialbeschaffenheit, Umgebungseinflüssen, Form
und/oder Dicke der Folienportion etc. eine Tendenz dazu hat.
[0013] Alternativ kann auf eine derartige Fixierung der Folie vor dem Ausstanzen verzichtet
werden, oder die Fixierung kann erst nach dem Ausstanzen erfolgen, etwa während dem
Transport und/oder dem Aufsiegeln der Folienportion. Es kann aber auch eine Fixierung
der Folie in Arbeitsrichtung oder nur in einer Richtung quer zur Arbeitsrichtung erfolgen,
wobei verschiedene Kombinationen denkbar sind.
[0014] Bevorzugt drückt der Stempel die Folienportion beim Aufsiegeln auf das Behältnis
bis zum Rand der Folienportion auf das Behältnis.
[0015] Der Stempel kann derart ausgeformt sein, dass er die Folienportion beim Aufsiegeln
auf das Behältnis bis an den Rand der Folienportion andrückt und auf diese Weise bis
auf das Schnittspiel bis an den Rand aufsiegelt. Eine solche Aufsiegelung ist besonders
robust und bietet wenig Angriffsfläche für ein ungewolltes ablösen der Folienportion
vom Behältnis. Sie kann auch in ästhetischer Hinsicht gewünscht sein. Wenn ein Behältnis
möglichst kompakt gehalten werden soll, kann unter Beibehaltung derselben Versiegelungsfläche
und -form der Rand des Behältnisses kleiner dimensioniert werden, da der von der Versiegelung
unbenutzte äussere Rand praktisch ganz weggelassen werden kann. Das Behältnis kann
aber auch in seinen Innenmassen vergrössert werden, indem unter Beibehaltung derselben
Versiegelungsfläche die Folienportion bis zum Aussenrand aufgesiegelt wird. Andererseits
kann bei gleichbleibenden Dimensionen des Behältnisses durch das Aufsiegeln der Folienportion
bis an den Rand die gesamte aufgesiegelte Fläche vergrössert und damit die Haltekraft
der Folienportion am Behältnis vergrössert werden.
[0016] Alternativ kann der Stempel die Folienportion auch an Stellen mit beliebig grossem
Abstand zum Rand auf das Behältnis drücken. Insbesondere kann bei bestimmten Anwendungen
der Stempel die Folienportion vorteilhafterweise an einigen Stellen bis an den Rand
und an anderen Stellen nicht bis zum Rand auf das Behältnis gedrückt werden. Mit Vorteil
wird die Folie zum Erzeugen der Perforation gegen einen das Schneidmesser umgebenden,
beweglichen Folienheber gedrückt.
[0017] Der Niederhalter klemmt im Zusammenspiel mit dem Folienheber die Folie vor dem Ausstanzen
ein und fixiert die Folie auf einfache, kostengünstige und zuverlässige Weise. Durch
eine Bewegung der derart geklemmten Folie auf das Schneidmesser zu wird die Folie
exakt und zuverlässig in Arbeitsrichtung des Stempels geführt, wobei die Folie insbesondere
durch die Bewegung auf das Schneidmesser zu von selbigem perforiert wird.
[0018] Bevorzugt wirkt ein den Stempel umgebender und gegenüber diesem beweglicher Niederhalter
mit dem Folienheber zusammen, wobei sich zum Erzeugen der Perforation der Niederhalter
mit der Folie und dem Folienheber in Arbeitsrichtung des Stempels auf das Schneidmesser
zu bewegt. Ein nicht ausgestanzter Teil der Folie wird nach dem Stanzen durch den
Folienheber entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels vom Schneidmesser gelöst.
[0019] Nach dem Ausstanzen der Folienportion durch den Stempel wird der nicht ausgestanzte
Teil der Folie durch den Folienheber vom Schneidmesser gelöst, da dieser Teil die
Schneidkante umgibt und somit nicht ohne weiteres entlang der Hauptfläche der Folie
vom Schneidmesser gelöst werden kann. Ein Lösen der Folie vom Schneidmesser ist aber
für ein automatisiertes und rasches Arbeiten von grosser Bedeutung, damit ein einfacher
Weitertransport der Folie gewährleistet ist und dadurch ein neues Stück Folie zum
Ausstanzen der Folienportion bereitgestellt werden kann.
[0020] Alternativ kann auch auf einen Niederhalter und/oder einen Folienheber verzichtet
werden. Die Folie kann anstatt durch einen Niederhalter auch durch andere, weiter
oben beschriebene Mechanismen bezüglich Bewegungen quer zur Arbeitsrichtung des Stempels
(oder gar am Stempel selbst) fixiert werden. Es kann aber auch ein Niederhalter die
Folie ohne einen Folienheber fixieren. Auf eine Bewegung von Niederhalter und/oder
Folienheber in Arbeitsrichtung des Stempels kann verzichtet werden, insbesondere wenn
das Schneidmesser eine Bewegung in entgegengesetzter Richtung ausführen kann oder
die Perforation der Folie entlang der Schnittlinie auf eine andere Art und Weise zustande
kommen kann. Das Lösen der Folie vom Schneidmesser kann auch durch andere Mechanismen
als durch einen Folienheber erreicht werden, etwa durch einen Druckstoss mit beispielsweise
Luft oder etwa auch durch Hochziehen statt Hochdrücken der Folie (hierfür eignen sich
insbesondere die bereits genannten Mechanismen zur Fixierung der Folie und einer entsprechenden
Bewegung der involvierten Teile).
[0021] Die Erfindung umfasst ebenfalls eine Vorrichtung zum Ausstanzen einer Folienportion
aus einer Folie und zum Aufsiegeln einer Folienportion auf ein Behältnis. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung umfasst einen Arbeitskopf mit mindestens einem Stempel, einen Grundkörper,
welcher mindestens einen komplementär zum Arbeitskopf ausgeformten Arbeitsteil aufweist,
und mindestens ein im Arbeitsteil angeordnetes Schneidmesser mit einer in einer Stanzebene
geschlossenen Kontur. Dabei sind am Schneidmesser Perforationselemente ausgebildet,
welche von der Stanzebene aus entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels angeordnet
und ausgerichtet sind. Ausserdem umfasst die Vorrichtung auch mindestens einen Haltemechanismus
zum Fixieren und Positionieren von mindestens einem Behältnis, wobei der Haltemechanismus
eine Siegelebene festlegt, welche von der Stanzebene betrachtet in Arbeitsrichtung
des Stempels liegt.
[0022] Die erfindungsgemässe Vorrichtung weist unter anderem den Vorteil auf, dass sie mindestens
einen Stanzmechanismus und einen Aufsiegelungsmechanismus umfasst und daher in derselben
Vorrichtung gestanzt und aufgesiegelt werden kann - dies spart Platz, Zeit und Kosten.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das Schneidmesser im Arbeitsteil angeordnet
ist und im Zusammenspiel mit dem im Arbeitskopf angeordneten, beweglichen Stempel
zum Ausstanzen der Folienportion benutzt wird. Weil die Siegelebene von der Stanzebene
aus betrachtet in Arbeitsrichtung des Stempels liegt, kann in einer Arbeitsbewegung
des Stempels zuerst eine Folienportion ausgestanzt und danach auf ein Behältnis aufgesiegelt
werden. Dies erlaubt eine freie und flexible Wahl einer Form der Folienportion, bevor
die Folienportion auf das Behältnis aufgesiegelt wird. Dabei sind Siegelebene und
auch der Haltemechanismus im Arbeitsteil der Vorrichtung angeordnet.
[0023] Wird der Stempel im Zusammenspiel mit der Haltevorrichtung zum Aufsiegeln der ausgestanzten
Folienportion verwendet, so können - weil der Siegelteil des Stempels die gesamte
Folienportion umfassen kann - Form und Grösse der aufgesiegelten Fläche der Folienportion
ebenfalls frei und flexibel gewählt werden.
[0024] Besonders vorteilhaft ist die Ausbildung von Perforationselementen am Schneidmesser,
da sie kurz vor dem Ausstanzen der Folienportion die Folie entlang der Schnittlinie
perforieren, wodurch die Verformung der Folie minimiert und die Schnittkraft entscheidend
reduziert wird. Auf diese Weise ist also ein genaues und materialschonendes Ausstanzen
(schonend für die Folienportion und/oder den Stanzmechanismus) von verschiedenen Materialien
möglich. Zudem weist die derart ausgestanzte Folienportion glatte Aussenkanten auf.
[0025] Bevorzugt weist der Stempel einer erfindungsgemässen Vorrichtung einen Stanzteil
auf, welcher mit dem Schneidmesser als Matrize die Folienportionen ausstanzt. Ausserdem
weist der Stempel einen Siegelteil auf, und eine Kontur einer Projektion des Siegelteils
in Stempelachsenrichtung ist von einer Kontur einer Projektion des Stanzteils in Stempelachsenrichtung
umhüllt oder mit ihr identisch.
[0026] Der Stanzteil bestimmt die Form und Grösse der im Zusammenspiel mit dem Schneidmesser
ausgestanzten Folienportion, und der Siegelteil bestimmt die Form und Grösse der im
Zusammenspiel mit der Haltevorrichtung aufgesiegelten Siegelstellen der Folienportion.
Da die Kontur der Projektion des Siegelteils entweder identisch ist mit der Kontur
der Projektion des Stanzteils (beide Projektionen in Stempelachsenrichtung) oder von
letzterer umfasst wird, kann die Form und Grösse des Siegelstellen innerhalb der gesamten
Fläche der Folienportion und insbesondere bis an den Rand der Folienportion frei und
flexibel gewählt werden. Entsprechende Vorteile sind bereits weiter oben beschrieben.
[0027] Alternativ kann die Kontur der Projektion des Siegelteils auch grösser sein als die
Kontur der Projektion des Stanzteils. Beispielsweise könnte der Siegelteil beweglich
ausgestaltet sein und seine Kontur der Projektion je nach Arbeitsschritt verändern.
Oder Stanzteil und/oder Schneidmesser sind beweglich ausgestaltet, so dass sie beispielsweise
nach dem Ausstanzen und vor dem Aufsiegeln von der Stempellängsachse wegbewegt werden
können.
[0028] Mit Vorteil sind die Perforationselemente am Schneidmesser als eine Reihe von aufeinander
folgenden, spitz zulaufenden Zähnen ausgeformt, welche über eine gesamte Kontur des
Schneidmessers verteilt sind. Dabei liegt eine Projektion der Zahnspitzen in Arbeitsrichtung
des Stempels auf der innen liegenden Seite der geschlossenen Kontur des Schneidmessers.
[0029] Spitz zulaufende Zähne sind besonders vorteilhaft, weil sie einfach, rasch und kostengünstig
herzustellen sind, beispielsweise durch Drahterosion oder Fräsen, Schleifen, Pressen,
Giessen oder ähnliches. Ausserdem sind Zähne durch handelsübliche Methoden nicht nur
besonders einfach und rasch herstell-, sondern auch nachschleifbar. Eine gleichmässige
Verteilung einer Reihe von aufeinanderfolgenden Zähnen über die gesamte Kontur des
Schneidmessers (d. h. eine zackenförmige Schneidkante) erlaubt eine räumlich gleichmässige
Perforation der Folie vor dem Ausstanzen und damit eine gleichmässige Kraftverteilung
auf die Folie während des Stanzprozesses.
[0030] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Perforationselemente auf dem entgegen der
Arbeitsrichtung des Stempels liegenden Ende des Schneidmessers liegen und die Spitzen
der Perforationselemente entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels ausgerichtet sind.
In dieser Anordnung liegen die Zähne der Perforationselemente auf der Schnittlinie
des Ausstanzmechanismus der Vorrichtung, und die Schneidkanten der Perforationselemente
bzw. Zähne zeigen vom Stempel und damit von der ausgestanzten Folienportion weg. Die
Folie wird also zuerst an der zukünftigen Aussenkante der ausgestanzten Folienportion
perforiert, und danach wird die Folienportion entlang der Perforation durch Scherschneiden
mit dem Schneidmesser von der Folie getrennt. Durch die von der Folienportion wegzeigenden
Schneidkanten des Schneidmessers weist die Folienportion nach dem Ausstanzen besonders
glatte Kanten auf, der Rest der Folie hingegen weist aufgrund der Breite des sie durchdringenden
Schneidmessers einen unregelmässigen und insbesondere zackenartig gemusterten Rand
auf. Zusätzlich lassen sich die Perforationselemente bzw. die Zähne in dieser Anordnung
durch Innenschleifen des Schneidmessers besonders einfach schärfen.
[0031] Alternativ können die Zähne auch unregelmässig verteilt sein, stumpf zulaufende Spitzen
oder Spitzen ausserhalb der Schneidkante des Ausstanzmechanismus aufweisen. Die Spitzen
der Zähne sind besonders vorteilhaft bezüglich der Basis der Zähne symmetrisch angeordnet,
können aber auch asymmetrisch und insbesondere auch sägezahnartig an einem (in Richtung
der Schneidmesserkante betrachteten) Ende des Zahnes angeordnet sein. Die Perforationselemente
können aber beispielsweise auch als Nadeln, abgerundete Stümpfe, wellenförmige Ausformungen
oder in anderer Form ausgebildet sein.
[0032] Bevorzugt umfasst die erfindungsgemässe Vorrichtung einen Folienheber, welcher das
Schneidmesser umgibt und bezüglich diesem in Arbeitsrichtung beweglich gelagert ist.
[0033] Mit Hilfe des Folienhebers kann die Folie festgehalten und dadurch besonders einfach
manipuliert, verarbeitet und bewegt werden. Vorteilhafterweise dient der Folienheber
einerseits dazu, die Folie festzuhalten, bevor die Perforationselemente auf die Folie
treffen, wodurch das Perforieren und gegebenenfalls die weiteren Schritte wie Ausstanzen,
Transportieren und/oder Aufsiegeln erleichtert werden. Andererseits kann der Folienheber
dazu dienen, nach erfolgtem Stanzvorgang den Folienrest anzuheben, um diesen ungehindert
durch das Stanzmesser wegtransportieren zu können.
[0034] Bevorzugt ist der Folienheber federnd gelagert. Dies ermöglicht eine konstruktiv
einfache Ausführung des beweglichen Folienhebers, da sich Elemente zur aktiven Betätigung
erübrigen. Der Folienheber wird durch Federmittel (wie z. B. Schraubenfedern) gegen
die Arbeitsrichtung des Stempels gedrückt und durch die Folie und/oder Gegenelemente
zur Erzeugung der Perforation gegen die Federkraft bewegt.
[0035] Bevorzugt kann der Folienheber mindestens eine erste Stellung und eine zweite Stellung
entlang der Arbeitsrichtung des Stempels einnehmen. In der ersten Stellung liegt die
auf dem Folienheber liegende Folie in der Stanzebene oder weiter in Arbeitsrichtung
des Stempels, und in der zweiten Stellung liegt die auf dem Folienheber liegende Folie,
von den Perforationselementen des Schneidmessers aus gesehen, entgegen der Arbeitsrichtung
des Stempels.
[0036] Der Folienheber kann also die Folie von der Stanzebene entgegen die Arbeitsrichtung
des Stempels weg bewegen, was insbesondere nach dem Stanzvorgang von Vorteil ist,
um die Restfolie (d.h. die Folie nach dem Ausstanzen, ohne die ausgestanzte Folienportion)
vom Schneidmesser zu entfernen. Vorteilhafterweise eignet sich der Folienheber wie
bereits erwähnt auch dazu, die Folie in Arbeitsrichtung des Stempels auf die Perforationselemente
und in die Stanzebene zu bewegen.
[0037] Alternativ fehlt ein Folienheber. Die Folie kann stattdessen durch eine Fixiervorrichtung
beispielsweise auch durch Zug bzw. Spannung der Folie, Eigengewicht, statische Aufladung
oder andere Mechanismen stabilisiert sein.
[0038] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung einen Niederhalter, welcher den Stempel umgibt
und bezüglich diesem in Arbeitsrichtung beweglich gelagert ist.
[0039] Der Niederhalter ist insbesondere derart ausgebildet, dass er die Folie durch Klemmen
fixiert. Der Niederhalter klemmt dabei die Folie vorteilhafterweise gegen den Grundkörper
bzw. ein daran angeordnetes Element (insbesondere den Folienheber) ein, und er ist
derart angeordnet, dass seine Ruhelage d. h. seine Ausgangsposition vor dem Fixieren
der Folie, von den Perforationselementen des Schneidmessers aus betrachtet entgegen
der Arbeitsrichtung des Stempels liegt. Vorteilhafterweise kann eine vom Niederhalter
fixierte Folie mit dem Niederhalter in Stempelrichtung bewegt und dadurch perforiert
werden.
[0040] Der Niederhalter ermöglicht ein Heissstanzen auch bei schwierigen Folien: Das Anstechen
erfolgt mit dem (kalten) Niederhalter, dadurch wird die Kontaktzeit zwischen (heissem)
Siegelstempel und Folie minimiert. Auch die Kontaktkraft ist durch die geringere Schnittkraft
reduziert. Beides verhindert in Zusammenwirkung ein Anschmelzen der Folie.
[0041] Alternativ kann der Niederhalter auch auf der Höhe der Perforationselemente oder
von den Perforationselementen aus betrachtet in Arbeitsrichtung des Stempels liegen.
Der Niederhalter kann die Folie auch ohne Zusammenwirkung mit dem Grundkörper fixieren
(etwa durch Unterdruck die Folie "ansaugen", mit am Niederhalter oder anderswo, nicht
am Grundkörper ausgebildeten Haltern klemmen etc.). Auf einen Niederhalter kann aber
auch gänzlich verzichtet werden.
[0042] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0043] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1.1 - 1.2
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung sowie einer typischen
herkömmlichen Vorrichtung aus dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- seine perspektivische Darstellung eines Schneidmessers mit zackenartigförmiger Schneidkante,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung eines Folienhebers,
- Fig. 4
- einen Schnitt durch eine Vertikalebene der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 6.1 - 6.5
- eine Darstellung von fünf Schritten des Ausstanzens und Aufsiegelns in einem Arbeitsgang
anhand eines Teilausschnitts der bevorzugten Ausführungsform von Fig. 4 und
- Fig. 7
- ein Foto einer Folienportion und einer Restfolie nach dem Ausstanzen in einer erfindungsgemässen
Vorrichtung.
[0044] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Bei den Schnittzeichnungen entspricht die Darstellungsebene bzw. das Papier einer
vertikalen Ebene: die in Richtung unterer resp. oberer Papierkante liegenden dargestellten
Elemente der Figuren liegen unten resp. oben. Dasselbe gilt für die Seiten: die in
Richtung linker resp. rechter Papierkante liegenden dargestellten Elemente der Figuren
liegen links resp. rechts.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0045] In Fig. 1.1 ist eine erfindungsgemässe Vorrichtung schematisch dargestellt, und in
Fig. 1.2 eine typische herkömmliche Vorrichtung aus dem Stand der Technik. Beide Vorrichtungen
dienen dem Ausstanzen und gegebenenfalls auch dem Aufsiegeln von Folienportionen 3,
13 aus einer Folie durch Stempel 1, 11 und Matrize 2, 12. Nach dem Ausstanzen der
Folienportion 3, 13 aus der Folie bleibt ein Folienrest 4, 14 übrig. Stempel 1, 11
und Matrize 2, 12 sind dabei zur verständlicheren Darstellung als Schnitt in einer
vertikalen Ebene abgebildet, Folienportion 3, 13 und Folienrest 4, 14 in Draufsicht.
[0046] Bei der herkömmlichen Vorrichtung in Fig. 1.2 weist der Stempel 11 eine scharfe Schneidkante
auf, welche in Arbeitsrichtung des Stempels 11 Zähne besitzt. Die Zähne dienen einer
Perforation der Folie vor dem Stanzen und haben Spitzen, die auf der Schnittlinie
liegen; im vorliegenden Fall also von der Längsachse des Stempels 11 entfernt liegen
und quer zur Längsachse des Stempels 11 betrachtet bündig mit der Aussenkontur des
Stempels 11 sind. Die Matrize 12 hingegen weist keine scharfe, sondern eine stumpfe
Kante auf, welche eine Öffnung umrandet, die den Stempel 11 fluchtend aufnehmen kann.
Drückt der Stempel 11 in Arbeitsrichtung auf eine zwischen Stempel 11 und Matrize
12 liegende Folie, so bohren sich die Zähne zuerst entlang der Schnittlinie in die
Folie. Danach drückt der Stempel 11 die perforierte Folie weiter in die Matrize 12,
bis durch Scherschneiden zwischen der scharfen Schneidkante des Stempels 11 und dem
Rand der Öffnung der Matrize 12 eine Folienportion 13 aus der Folie herausgestanzt
wird und ein Folienrest 14 zurückbleibt. Aufgrund der Anordnung der Zähne, Zahnspitzen
und scharfen bzw. stumpfen Kanten weist die Folienportion 13 wegen der Zähne einen
gezackten Aussenrand auf, der Folienrest 14 hingegen einen glatten Aussenrand der
herausgestanzten Öffnung.
[0047] Die erfindungsgemässe Vorrichtung in Fig. 1.1 hingegen umfasst den Stempel 1 mit
scharfer oder stumpfer Aussenkante, welche in Arbeitsrichtung in die Matrize 2 gedrückt
wird. Die Matrize 2 weist eine scharfe Schneidkante auf, welche Zähne zum Perforieren
der Folie besitzt. Auch hier findet die Perforation vor dem Ausstanzen der Folienportion
3 statt. Die Zähne der scharfen Kante der Matrize 2 haben ebenfalls Spitzen, die auf
der Schnittlinie liegen; im vorliegenden Fall also nahe der Längsachse des Stempels
1 angeordnet und quer zur Längsachse des Stempels 1 betrachtet bündig mit der Aussenkontur
der Öffnung der Matrize 2 sind. Drückt der Stempel 1 in Arbeitsrichtung auf eine zwischen
Stempel 1 und Matrize 2 liegende Folie, so bohren sich die Zähne zuerst entlang der
Schnittlinie in die Folie. Danach drückt der Stempel 1 wenigstens den perforierten
Teil der Folie weiter in die Matrize 2, bis durch Scherschneiden zwischen der stumpfen
Kante des Stempels 1 und der scharfen Kante der Öffnung der Matrize 2 eine Folienportion
3 aus der Folie herausgestanzt wird und ein Folienrest 4 zurückbleibt. Aufgrund der
Anordnung der Zähne, Zahnspitzen und scharfen bzw. stumpfen Kanten weist die Folienportion
3 wegen der Kante des Stempels 1 einen glatten Aussenrand auf, der Folienrest 4 hingegen
aufgrund der Zähne der Matrize 2 einen gezackten Aussenrand der herausgestanzten Öffnung.
Aufgrund der Formgebung der Matrize 2 und des Ablaufs des erfindungsgemässen Ausstanzens
zeigt der Bereich der Schnittkante des Folienrests 4 nach oben. Dadurch wird der Wegtransport
des Folienrests 4 erleichtert, da das Risiko eines Verhakens mit der Matrize 2 oder
weiteren Elementen in der Ebene der Matrize 2 substanziell verringert ist.
[0048] Eine perspektivische Darstellung der Matrize 2 der erfindungsgemässen Vorrichtung
ist in Fig. 2 abgebildet. Die Matrize 2 ist aus gehärtetem Werkzeugstahl hergestellt
und weist im Rahmen des dargestellten Ausführungsbeispiels eine hohle kreiszylindrische
Grundform auf. Zum Ausstanzen von runden Folienportionen 3 ist die Kontur der Schneidkante
der Matrize 2 ebenfalls rund gestaltet. In dieser bevorzugten Ausführungsform verleihen
die Zähne der scharfen Schneidkante der Matrize 2 eine kronenartige Erscheinungsform:
die Zähne weisen Spitzen 20 auf, welche entlang der (dem Stempel 1 zugewandten) Innenseite
der Matrize 2 durch konkave, in Arbeitsrichtung des Stempels gebogene Verbindungskanten
21 miteinander verbunden sind. Die Zähne sind durch Drahterosion, Fräsen oder Schleifen
etc. herausgearbeitet, indem an einer ansonsten radial gleichmässig ausgeformten runden
Schneide 22 der Matrize 2 Aussparungen 23 ausgebildet werden. Die Schneide 22 verjüngt
sich entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels 1 in Richtung des Stempels 1, so dass
eine Kante der Schneide 22 auf der Innenseite der Matrize 2 liegt. Die Aussparungen
23 sind an der Kante der Schneide 22 am tiefsten und flachen in Arbeitsrichtung des
Stempels 1 betrachtet gegen eine vom Stempel 1 abgewandte Seite der Schneide 22 ab,
bis sie noch bevor die Schneide 22 aufhört ein abgeflachtes Ende 24 finden. Gleichzeitig
mit dem Abflachen nimmt auch die Breite der Aussparung 23 ab. Die Aussparung 23 weist
entlang einer vom Stempel 1 abgewandten Seite der Schneide 22 eine konkav gebogene
Kante auf, welche in den Spitzen 20 der Zähne beginnt bzw. endet und am abgeflachten
Ende 24 als Rundung verläuft. An der (dem Stempel 1 zugewandten) Innenseite der Matrize
2 endet die Aussparung 23 in der Verbindungskante 21. Die Aussparung 23 hat die Form
eines Teils eines Kegels oder eines Zylinders, dessen Symmetrieachse sich mit der
Symmetrieachse der kreiszylindrischen Matrize 2 schneidet.
[0049] Die Spitzen 20 der Zähne und die Verbindungskanten 21 bilden zusammen die Schneidkante
der Matrize 2 und liegen auf der Innenseite der Matrize 2, welche die Schnittkante
auf der Folienportion 3 bzw. dem Folienrest 4 festlegt. Durch Schleifen der Innenseite
der Matrize 2, dem sogenannten Innenschleifen, wird die Schneidkante der Matrize 2
geschliffen und bei Bedarf auch nachgeschliffen. Die Matrize 2 umfasst radial durch
die Matrize 2 verlaufende, vertikal längliche Führungsöffnungen 25.1 - 25.3, in welcher
wie weiter unten beschrieben' Nocken eines Folienhebers vertikal beweglich geführt
sind. Die drei Führungsöffnungen 25.1 - 25.3 sind gleichmässig um die Symmetrieachse
der Matrize 2 angeordnet. Eine am der Schneide 22 gegenüberliegen Ende der Matrize
2 ausgebildete gegen aussen hervorspringende Klemmkante 26 der Matrize dient dazu,
eine Angriffsfläche zum Klemmen und dadurch zum Befestigen der Matrize 2 an der erfindungsgemässen
Vorrichtung zu bieten.
[0050] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Folienhebers 30. Der Folienheber
30 weist im vorliegenden Fall einer runden Folienportion 3 eine ringartige Grundform
auf. Dabei besteht der Folienheber 30 hauptsächlich aus einem hohlen kreiszylindrischen
Teil, an dessen entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels 1 gelegenen Ende ein nach
innen gezogener Ringteil ausgeformt ist. Der Ringteil dient dazu, den darauf aufliegenden
Folienrest 4 möglichst nah an der Matrize fassen und heben zu können, wobei der kreiszylindrische
Teil des Folienhebers 30 stärker von der Matrize 2 beabstandet ist, um etwaige Verstopfungen
zwischen Folienheber 30 und Matrize 2 zu verhindern, um eine thermische Trennung von
Folienheber 30 und Matrize 2 zu gewährleisten und um bei einer allfälligen thermischen
Ausdehnung der Matrize 2 weiterhin berührungsfrei bewegt werden zu können.
[0051] Der ringartige Folienheber 30 umschliesst in seiner mittigen Öffnung die Matrize
2 und weist drei symmetrisch angeordnete und in Arbeitsrichtung des Stempels 1 verlaufende
Führungslöcher 31.1 - 31.3 auf, welche der Befestigung des Folienhebers 30 an der
Vorrichtung und der Führung des Folienhebers 30 während seiner Bewegungen in Arbeitsrichtung
des Stempels 1 und zurück dienen. Des Weiteren weist der Folienheber 30 drei radiale
Bohrungen 32.1 - 32.3 zur Aufnahme von radial nach innen gerichteten Führungsnocken
auf, welche in die Führungsöffnungen 25.1 - 25.3 der Matrize 2 eingreifen durch welche
der Folienheber 30 an der Matrize 2 geführt wird. Die Bohrung 32.2 ist auf Fig. 3
wegen des gewählten Blickwinkels nicht sichtbar, ist aber zusammen mit den Bohrungen
32.1 und 32.3 symmetrisch um die Mittelachse des ringartigen Folienhebers 30 angeordnet.
[0052] Der Folienheber 30 besteht aus Metall und dient dazu, nach dem Ausstanzen der Folienportion
3 den Folienrest 3 entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels 1 von der Matrize 2 zu
entfernen, insbesondere mindestens so weit, dass die Zähne der Schneidkante der Matrize
3 den Folienrest 3 nicht mehr berühren. Der ringartige Folienheber 30 ist also in
Arbeitsrichtung des Stempels 1 beweglich und durch die Führungslöcher 31.1 - 31.3
sowie die in den Bohrungen 32.1 - 32.3 angeordneten Nocken geführt in der erfindungsgemässen
Vorrichtung montiert und weist eine derart dimensionierte und geformte mittige Öffnung
auf, dass die Matrize 2 darin Platz findet und dass durch eine Bewegung des Folienhebers
30 entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels 1 der Folienrest 4 von der Matrize 2
weggehoben werden kann.
[0053] Ein Schnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
in einer vertikalen Ebene ist in Fig. 4 dargestellt. Die gesamte Vorrichtung kann
grob in zwei Teile aufgeteilt werden: einen Arbeitskopf 40 und einen Arbeitsteil 41,
wobei der Arbeitskopf 40 in einer üblichen Anordnung vertikal über dem Arbeitsteil
41 positioniert und beweglich zu letzterem befestigt ist, im vorliegenden Fall beweglich
zu zwei starr mit dem Arbeitsteil 41 verbundenen Stützen 42.1 und 42.2.
[0054] Der Arbeitskopf 40 umfasst einen als Stempelhals 49 bezeichneten oberen Teil des
Stempels 1 sowie eine untere und obere Stempelhalsführung 50 und 51, wobei der Stempelhals
49 durch die untere und obere Stempelhalsführung 50 und 51 beweglich zum Arbeitskopfgrundkörper
54 geführt ist. Der Stempelhals 49 ist als runder und konzentrisch auf dem unteren
Teil des Stempels 1 aufliegender Hohlzylinder ausgestaltet, wobei der Stempelhals
49 einen etwa halb so grossen Aussendurchmesser wie der Stempel 1 aufweist. Der untere
Teil des Stempels 1 ist vom Niederhalter 44 teilweise umfasst.
[0055] Der Arbeitsteil 41 umfasst die Matrize 2 sowie den die Matrize 2 umgebenden Folienheber
30, im vorliegenden Fall sind beide ringförmig ausgestaltet. Der Folienheber ist dabei
durch das Führungsloch 31.1 und einer darin befindlichen Führungsschraube 47.1 entlang
der Längsachse des Stempels 1 geführt: die Führungsschraube 47.1 ist in einem Arbeitsteilgrundkörper
55 verschraubt, und das Führungsloch 31.1 im Folienheber 30 kann geführt durch den
Kopf der Führungsschraube 47.1 entlang der Längsachse des Stempels 1 verschoben werden.
Die Führungsschraube 47.1 befestigt zusätzlich durch eine ringförmige Kulisse 48 die
Matrize 2 am Arbeitsteilgrundkörper 55, indem die Führungsschraube 47.1 durch die
Kulisse 48 mit dem Arbeitsteilgrundkörper 55 verschraubt wird. Die derart geklemmte
Kulisse 48 umfasst die Klemmkante 26 der Matrize 2 mit einem entsprechend an der Kulisse
48 ausgeformten Vorsprung und klemmt die Matrize 2 in Arbeitsrichtung des Stempels
gegen den Arbeitsteilgrundkörper 55. Der Arbeitsteilgrundkörper 55 fixiert die Stützen
42.1 und 42.2 und weist eine durchgehende und durch die Matrize 2 hindurch tretende
vertikale Öffnung auf, durch welche der Stempel 1 nach dem Ausstanzen der Folienportion
3 weiter in seiner Arbeitsrichtung bewegt wird, bis die durch den Stempel 1 geführte
Folienportion 3 auf der Siegelebene liegt.
[0056] Zwischen Arbeitsteil 41 und Arbeitskopf 40 kommt die Folie 43 zu liegen, welche durch
einen am Stempel 1 befestigten Niederhalter 44 am Arbeitsteil 41 und insbesondere
am Folienheber 30 festgeklemmt werden kann. Der Niederhalter 44 dient dem Festklemmen
der Folie 43 und lässt sich mit dem Stempel 1 zusammen bewegen, kann aber auch relativ
zum Stempel 1 entlang der Längsachse des Stempels 1 bewegt werden. Der Stempel 1 und
der starr mit ihm verbundene Stempelhals 49 können entlang der Längsachse des Stempels
1 relativ zu den Stempelführungen 50 und 51 bewegt werden, und dadurch auch relativ
zum starr mit den Stempelführungen 50 und 51 verbundenen Arbeitsteilgrundkörper 54.
Der Folienheber 30 kann relativ zur Matrize 2 in Richtung der Längsachse des Stempels
1 bewegt werden.
[0057] Fig. 5 zeigt die erfindungsgemässe Ausführungsform aus Fig. 4 in perspektivischer
Darstellung. Gut erkennbar sind der unten liegende Arbeitsteilgrundkörper 55 und der
darüber angeordnete Arbeitskopfgrundkörper 54, welche durch die Stützen 42.1 und 42.2
miteinander verbunden sind. Der Niederhalter 44 ist aus dieser Perspektive ebenso
gut sichtbar wie vier Niederhalterschrauben 56.1 - 56.4, welche von oben durch den
Arbeitskopfgrundkörper 54 hindurch treten und der Halterung und Führung des Niederhalters
44 dienen. Die Niederhalterschrauben 56.1 - 56.4 liegen mit ihren Köpfen am oberen
Ende des Arbeitskopfgrundkörpers 54 auf und sind je mit einer Hutmutter verbunden,
die in einer Öffnung im Umfang des Niederhalters 44 versenkt ist und den Bewegungsweg
des Niederhalters 44 nach unten in Arbeitsrichtung des Stempels 1 beschränkt. Der
Niederhalter 44 ist vertikal verschiebbar an den Niederhalterschrauben 56.1 - 56.4
gelagert, wobei zwischen dem Niederhalter 44 und dem Arbeitskopfgrundkörper 54 angeordnete
und die Niederhalterschrauben 56.1 - 56.4 umfassende Schraubenfedern 57.1 - 57.4 den
Niederhalter 44 nach unten drücken und mit einer Vorspannung versehen. Um den Niederhalter
44 in Arbeitsrichtung des Stempels 1 nach unten zu bewegen und mit dem Folienheber
30 zusammen die Folie 43 einzuklemmen und zu perforieren sowie danach mimt dem Stempel
1 auszustanzen, weiterzutransportieren und aufzusiegeln wird der gesamte Arbeitskopf
40 in Arbeitsrichtung des Stempels 1 verfahren.
[0058] Ein Arbeitsgang derselben erfindungsgemässen Ausführungsform wie bereits in Fig.
4 und 5 gezeigt ist in den Fig. 6.1 - 6.5 in einzelnen Schritten dargestellt. Die
Fig. 6.1 - 6.5 zeigen lediglich einen Ausschnitt einer Darstellung analog zu Fig.
4. In Fig. 6.1 befindet sich die erfindungsgemässe Vorrichtung in ihrer Grundstellung:
der Arbeitskopf 40, umfassend den Stempel 1 und den Niederhalter 44, liegt beabstandet
über dem Arbeitsteil 41, welcher die Matrize 2 und den Folienheber 30 umfasst. Der
Folienheber 30 ist dabei derart angeordnet, dass seine Oberkante etwa 2 mm über den
Spitzen 20 der Zähne der Schneide 22 d. h. über der Oberkante der Matrize 2 liegt.
Der Niederhalter 44 hingegen ist so angeordnet, dass seine Unterkante etwa 1 mm unter
der Unterkante des Stempels 1 liegt. Zwischen Arbeitskopf 40 und Arbeitsteil 41 liegt
die Folie 43.
[0059] In Fig. 6.2 befindet sich die Vorrichtung im auf die Grundstellung der Fig. 6.1 folgenden
Schritt des Arbeitsgangs: die Folie 43 wird durch den Niederhalter 44 und den Folienheber
30 geklemmt, wodurch eine Positionsänderung der Folie 43 quer zur Längsachse des Stempels
1 verunmöglicht wird. Dazu wird der Arbeitskopf 40 entlang der Stützen 42.1 und 42.2
(und dadurch der Stempel 1 und der Niederhalter 44 gemeinsam) nach unten auf den Arbeitsteil
41 zu bewegt, bis der Niederhalter 44 in Kontaktschluss mit der Folie 43 und diese
wiederum in Kontaktschluss mit dem Folienheber 30 steht. Die Folie befindet sich aufgrund
der 2 mm über der Oberkante der Matrize 2 liegenden Oberkante des Folienhebers 30
über den Zähnen der Schneide 22.
[0060] Im nächsten Schritt des Arbeitsgangs wird die Folie perforiert, indem der Arbeitskopf
40 und dadurch auch der Niederhalter 44 und der Stempel 1 gemeinsam weiter nach unten
bewegt werden. Der Niederhalter 44 drückt dadurch den beweglichen, gefederten und
mit einer Vorspannung gelagerten Folienhebern 30 relativ zum Arbeitsteil 41 und relativ
zur Matrize 2 nach unten. Die geklemmte Folie 43 bewegt sich mit Niederhalter 44 und
Folienheber 30 mit und wird so nach unten in die Spitzen 20 der Matrize 2 gedrückt,
wodurch die Folie 43 perforiert wird. Aufgrund der Anordnung der Spitzen 20 der Matrize
2 liegt die Perforation der Folie 43 genau auf der Schneidkante der Matrize 2 und
erleichtert dadurch das Ausstanzen. Der Schritt der Perforation der Folie 43 endet
damit, dass Niederhalter 44, Folie 43 und Folienheber 30 ihre Abwärtsbewegung beenden,
sobald die geklemmte Folie 43 perforiert ist (d. h. die Zähne der Schneide 22 den
Anforderungen entsprechend weit in die Folie 43 eingedrungen sind) und bevor die geklemmte
Folie 43 auf eine Ebene gelangt, in welcher ein Querschnitt (quer zur Längsachse des
Stempels 1) der Zähne der Schneide 22 eine geschlossene, die einzelnen Zähne verbindende
Kontur aufweist. Fig. 6.3 zeigt die erfindungsgemässe Vorrichtung am Ende des Perforationsschritts;
die Matrize 2 liegt dabei in Arbeitsrichtung des Stempels 1 auf einem Anschlag auf
und kann in diese Richtung nicht mehr weiter verfahren werden.
[0061] In Fig. 6.4 ist der auf das Perforieren folgende Schritt des Ausstanzens der Folienportion
3 aus der Folie 43 dargestellt, genauer gesagt zeigt die Fig. 6.4 die erfindungsgemässe
Vorrichtung nach dem Ausstanzen. Während des Ausstanzens verbleiben der Niederhalter
44, die geklemmte und perforierte Folie 43 und der Folienheber 30 sowie die Matrize
2 in ihrer jeweiligen Position, der restliche Arbeitskopf 40 und der Stempel 1 bewegen
sich in Arbeitsrichtung des Stempels 1 nach unten auf die Matrize 2 zu. Zuerst trifft
der Stempel 1 auf die perforierte Folie 43 und drückt selbige danach durch die weitergeführte
Abwärtsbewegung des Stempels 1 in die Schneide 22 und darauffolgend noch weiter in
die Matrize 2. Der Stempel 1 drückt den innerhalb der Perforation liegenden Teil der
Folie 43 derart weit nach unten in die Matrize 2, dass dieser Teil durch die Schneide
22 als Folienportion 3 von der geklemmten Folie 43 abgetrennt wird, wobei die geklemmte
Folie 43 nach dem Abtrennen bzw. Ausstanzen der Folienportion 3 als Folienrest 4 bezeichnet
wird.
[0062] Der Stempel 1 und die Matrize 2 können aufgrund der umgedrehten Funktionsweise während
des Ausstanzens (der Stempel 1 weist eine scharfe Kante auf und die Matrize 2 eine
Schnittkante, die auf der Matrize 2 liegende Folie 43 wird in ein Schneidmesser gedrückt
statt ein Schneidmesser in die Folie 43) ein für Stanzprozesse relativ grosses Spiel
von etwa 0.1 - 0.2 mm aufweisen, wodurch sich der Verschleiss verkleinert. Nach dem
Ausstanzen der Folienportion 3 liegt die Schneidkante der Matrize 2 über der Folienportion
3, der Folienrest 4 hingegen befindet sich immer noch auf derselben Höhe wie die Folie
43 nach dem Perforieren (wie in Fig. 6.3 dargestellt).
[0063] Nach dem Ausstanzen bewegt sich der Arbeitskopfgrundkörper 54 weiter nach unten,
und dadurch bewegen sich der Stempel 1 und die durch den Stempel 1 transportierte
Folienportion 3 durch die Öffnung im Arbeitsteilgrundkörper 55 nach unten, bis sich
die erfindungsgemässe Vorrichtung in einer in Fig. 6.5 dargestellten Siegelposition
befindet. In der Siegelposition liegt die Folienportion 3 kontaktschlüssig auf dem
Behältnis, auf welches die Folienportion 3 aufgesiegelt werden soll, wobei der Stempel
1 in der Siegelposition kontaktschlüssig auf der Folienportion 3 liegt.
[0064] Nach dem Aufsiegeln kehrt die erfindungsgemässe Vorrichtung in ihre Grundstellung
(Fig. 6.1) zurück. Durch die Bewegung des Folienhebers 30 zurück nach oben wird der
Folienrest 4 über die Oberkante der Matrize 2 gehoben und dadurch von der Schneide
22 und insbesondere von den Zähnen der Schneide 22 gelöst, auch wenn der Folienrest
4 zunächst dort haften geblieben bzw. verklemmt ist. In der Grundstellung kann die
Folie 43 bzw. der Folienrest 4 ohne besonderen Widerstand quer zur Längsrichtung des
Stempels 1 verschoben werden, auch wenn die Folie 43 direkt auf dem Folienheber 30
aufliegt, weil die Folie 43 nicht mit der Matrize 2 in Kontakt steht. Auf diese Weise
kann der Folienrest 4 problemlos soweit verschoben werden (sogenannter Folienvorschub,
Bandvorschub), bis ein weiteres Stück des Folienrests 4 die Matrize 2 und die durch
die Matrize 2 umschlossene Fläche vollständig bedeckt, und der Arbeitsgang mit den
Schritten Ausstanzen und Aufsiegeln von neuem beginnen kann.
[0065] Fig. 7 zeigt ein Foto einer 0.102 mm dicken Folie aus geprägtem Aluminium, aus welcher
durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung entsprechend Fig. 4 eine Folienportion 3
und eine Restfolie 4 ausgestanzt wurde. Im vorliegenden Fall weisen Stempel 1 und
Matrize 2 in kalten Zustand (d.h. bei Umgebungstemperatur) ein Schnittspiel von 0.1
mm auf, und der Stempel 1 besteht aus nicht gehärtetem, also relativ weichem Metall,
welches mit einer Genauigkeit von 0.2 mm gedreht worden ist und auch keine scharfe
Kante aufweist. Der gefedert gelagerte Folienheber 30 weist eine Vorspannung von 67
N und der Niederhalter 44 eine Vorspannung von 260 N auf. Der Stempel 1 ist ebenfalls
gefedert gelagert und weist eine Vorspannung von 500 N auf, wobei der Stempel 1 nicht
beheizt ist (sogenanntes Kaltstanzen). Die Folienportion 3 weist eine glatte Kante
auf, und der Folienrest 4 zeigt an der Schnittkante ein deutlich sichtbares Zackenmuster
70, welches von den Zähnen der Matrize 2 stammt. Ein besonders grosser Vorteil des
erfindungsgemässen Verfahrens mit umgedrehter Funktionsweise der Stanzanordnung liegt
wie in Fig. 7 klar gezeigt darin, dass das deutlich sichtbare Zackenmuster 70 am nicht
weiter verwendeten Ausschussmaterial, also am Folienrest 4 ausgebildet ist und die
Folienportion 3 eine glatte Schnittkante aufweist statt umgekehrt.
[0066] Im Rahmen derselben Einstellungen sind auch Folien aus Zellstoff oder anderen Fasern
(insbesondere Papier und Filtermaterial), aus von Aluminium verschiedenen Metallen
in geprägtem und ungeprägtem Zustand, aus Kunststoff (insbesondere PTFE) und aus verschiedene
Kombinationen daraus in Dicken zwischen 0.02 - 0.16 mm durch das erfindungsgemässe
Verfahren bearbeitet d.h. kaltgestanzt worden. Dabei weisen alle entsprechenden Folienportionen
3 einen glatten Rand auf, und alle entsprechenden Folienreste 4 tragen ein mehr oder
weniger deutlich ausgeprägtes Zackenmuster 70.
[0067] Die oben beschriebene Ausführungsform ist lediglich als illustratives Beispiel zu
verstehen, welches im Rahmen der Erfindung beliebig erweitert oder abgewandelt werden
kann. Insbesondere sind Variationen von Form, Grösse, Materialbeschaffenheit usw.
verschiedener Komponenten im Rahmen der Erfindung explizit mit eingeschlossen, solange
diese Komponenten die erfindungsgemässe Funktion weiterhin erfüllen.
[0068] Die Ausführungsform mit einem einzelnen Stempel und einer einzelnen Matrize beschränkt
die Erfindung nicht auf Aufstanz- und Aufsiegelvorrichtungen mit nur einem Stempel.
Auch der gleichzeitige und parallele Einsatz von mehreren Stempeln zum Ausstanzen
und Aufsiegeln von mehreren Folienportionen in derselben Vorrichtung ist ausdrücklich
in der Erfindung mit eingeschlossen. Dabei kann auf einem Werkzeugkopf eine beliebige
Vielzahl von Stempeln ausgebildet sein, so dass bei einem Stanzvorgang eine Mehrzahl
von Folienportionen ausgestanzt wird. Beim Aufsiegeln kann dabei jede beliebige Zahl
von Folienportionen auf jede beliebige Zahl von Behältnissen aufgesiegelt werden,
insbesondere genau eine Folie pro Behältnis. Aber auch mehrere Folien auf einem Behältnis
(z. B. für einzelne, separat zu öffnende Portionen in einem gemeinsamen Behältnis)
und eine Folie auf mehreren Behältnissen (z. B. wenn mehrere Behältnisse über ihre
Deckfolie verbunden gruppiert werden sollen, etwa zu einem "Multipack") sind im Rahmen
dieser Erfindung ebenfalls explizit mit eingeschlossen.
[0069] Der Stempel muss die Matrize nicht vertikal von oben nach unten durchstossen, sondern
kann dies ebenso in entgegengesetzter Richtung, seitlich oder in einem beliebigen
Winkel tun. Der Vorteil der oben gezeigten Anordnung mit unten gelegener und von oben
durchstossener Matrize ist die Bewegung des Stempels in Richtung der Schwerkraft,
so dass ein gefülltes Behältnis von oben durch Aufsiegeln einer Folienportion verschlossen
werden kann, ohne dass ein Inhalt des Behältnisses selbiges verlässt (z.B. durch herausfallen
oder -fliessen). Auch ist das Halten des Behältnisses einfach zu gestalten, wenn es
gegen die Schwerkraft (und gleichzeitig auch die Arbeitsrichtung des Stempels) gehalten
werden muss.
[0070] Die Form und Grösse der Schneidkante der Matrize und des Stempels und damit die Form
und Grösse der Kontur der ausgestanzten und aufgesiegelten Folienportion kann frei
gewählt werden. Entsprechend sind auch Niederhalter und/oder Folienheber auszuformen,
sofern vorhanden. Die Matrize kann auch ohne Perforationselemente oder mit anderen
Perforationselementen als Zähnen ausgestattet sein. Die Zähne können durch verschiedene
Methoden hergestellt sein und eine beliebige Form annehmen, solange sie eine Folie
durch Schertrennung schneiden bzw. stanzen und gegebenenfalls auch perforieren können.
Die Zähne können beispielsweise auch aus einzeln oder gruppenweise an der Matrize
befestigten Einzelelementen bestehen. Die Matrize und der Stempel können aus verschiedenen
Materialien wie Stahl, Werkzeugstahl, anderen Metallen, Keramik und Ähnlichem bestehen.
[0071] Eine strikte Aufteilung der erfindungsgemässen Vorrichtung in einen Arbeitskopf und
einen Arbeitsteil ist nicht nötig; ebenso gut können Stempel, Matrize, Niederhalter,
Folienhalter usw. in einem einzigen kompakten Aufbau zusammengefasst oder in mehreren
kleineren teilweise gegeneinander beweglichen Untereinheiten zusammengefasst sein,
sofern sie in dieser Anordnung ihre oben beschriebene Aufgabe erfüllen. Insbesondere
können Arbeitsteilgrundkörper und Arbeitskopfgrundkörper als ein einziger Grundkörper
ausgebildet sein.
[0072] Die Führungen, Befestigungen, Lagerungen und Halterungen von Matrize, Stempel, Stempelhals,
Niederhalter und Folienheber können auf mannigfaltige Weise abgeändert werden, ohne
dass sich am erfindungsgemässen Funktionsprinzip etwas ändert.
1. Verfahren zum Ausstanzen einer Folienportion aus einer Folie und zum Aufsiegeln der
Folienportion auf ein Behältnis, wobei ein Stempel in Arbeitsrichtung des Stempels
zuerst eine Stanzebene durchstösst und danach auf eine Siegelebene trifft,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Ausstanzen und das Aufsiegeln in einem Arbeitsgang geschieht, wobei der Stempel
in einem ersten Schritt die Folienportion ausstanzt, in einem zweiten Schritt die
Folienportion auf das Behältnis transportiert und in einem dritten Schritt die Folienportion
auf das Behältnis aufsiegelt,
b) der Stempel zum Ausstanzen die Folie durch ein Schneidmesser drückt, wobei das
Schneidmesser in der Stanzebene eine geschlossenen Kontur aufweist, und
c) das Schneidmesser derart ausgebildet ist, dass es vor dem Ausstanzen eine Perforation
entlang der Schnittlinie erzeugt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie vor dem Ausstanzen derart fixiert wird, dass die Folie sich nur noch entlang
der Arbeitsrichtung des Stempels bewegen lässt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel die Folienportion beim Aufsiegeln auf das Behältnis bis zum Rand der
Folienportion auf das Behältnis drückt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie zum Erzeugen der Perforation gegen einen das Schneidmesser umgebenden,
beweglichen Folienheber gedrückt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Stempel umgebender und gegenüber diesem beweglicher Niederhalter mit dem
Folienheber zusammenwirkt, wobei sich zum Erzeugen der Perforation der Niederhalter
mit der Folie und dem Folienheber in Arbeitsrichtung des Stempels auf das Schneidmesser
zu bewegt und dass ein nicht ausgestanzter Teil der Folie nach dem Stanzen durch den
Folienheber entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels vom Schneidmesser gelöst wird.
6. Vorrichtung zum Ausstanzen einer Folienportion aus einer Folie und zum Aufsiegeln
einer Folienportion auf ein Behältnis, umfassend
a) einen Arbeitskopf mit mindestens einem Stempel,
b) einen Grundkörper, welcher mindestens einen komplementär zum Arbeitskopf ausgeformten
Arbeitsteil aufweist,
c) mindestens ein im Arbeitsteil angeordnetes Schneidmesser mit einer in einer Stanzebene
geschlossenen Kontur, wobei am Schneidmesser Perforationselemente ausgebildet sind,
welche von der Stanzebene aus entgegen der Arbeitsrichtung des Stempels angeordnet
und ausgerichtet sind,
d) mindestens einen Haltemechanismus zum Fixieren und Positionieren von mindestens
einem Behältnis, wobei der Haltemechanismus eine Siegelebene festlegt, welche von
der Stanzebene betrachtet in Arbeitsrichtung des Stempels liegt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempel einen Stanzteil aufweist, welcher mit dem Schneidmesser als Matrize die
Folienportionen ausstanzt, und dass der Stempel einen Siegelteil aufweist, wobei eine
Kontur einer Projektion des Siegelteils in Stempelachsenrichtung von einer Kontur
einer Projektion des Stanzteils in Stempelachsenrichtung umhüllt ist oder identisch
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Perforationselemente am Schneidmesser als eine Reihe von aufeinander folgenden,
spitz zulaufenden Zähnen ausgeformt sind, welche über eine gesamte Kontur des Schneidmessers
verteilt sind, wobei eine Projektion der Zahnspitzen in Arbeitsrichtung des Stempels
auf der innen liegenden Seite der geschlossenen Kontur des Schneidmessers liegt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch einen Folienheber, welcher das Schneidmesser umgibt und bezüglich diesem in Arbeitsrichtung
beweglich gelagert ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienheber federnd gelagert ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienheber mindestens eine erste Stellung und eine zweite Stellung entlang der
Arbeitsrichtung des Stempels einnehmen kann, wobei in der ersten Stellung die auf
dem Folienheber liegende Folie in der Stanzebene oder weiter in Arbeitsrichtung des
Stempels liegt und wobei in der zweiten Stellung die auf dem Folienheber liegende
Folie von den Perforationselementen des Schneidmessers aus gesehen entgegen der Arbeitsrichtung
des Stempels liegt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, gekennzeichnet durch einen Niederhalter, welcher den Stempel umgibt und bezüglich diesem in Arbeitsrichtung
beweglich gelagert ist.